Ausgabe 
(24.9.1934) Nr. 264
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«nzeigen-Grundpreise: Die SS-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rps., die 70-mm-Zeile im Teilten 7b Rp!. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Anzeigen, Familienanzeigen »- a-) sowie sonstige Bedingungen laut

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Nr. 264 / 3. Vierteljahr

Montag, 24. September

Einzelpreis is Rpf.

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Amtseinführung des Neichsbischofö

Eine geschichtliche Stunde See evangelischen Kirche / Feierliche Kundgebungen

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Festakt im peeußenhaus

Berlin, 23. September

Die Reichstagung der Deutschen Christen hatte am Sonnabendabend.durch den öffentlichen Feld­gottesdienst im Lustgarten ihren Abschluß gefun­den. Ihr folgte am Sonntag die feierliche Ein­führung des Reichsbischofs im Berliner Dom. Der Einführung ging am Sonntag früh ein Fest­akt im Preußenhaus voraus. 2m großen, fest­lich geschmückten Sitzungssaal versammelten sich außer Vertretern von Reich und Staat die Mit­glieder des geistlichen Ministeriums, der Natio- nalsynode, der Landes- und Provinzialsynoden, die Landesbischöfe und Bischöfe, sowie die Ver­treter der theologischen Fakultäten. Eröffnet wurde die Kundgebung mit dem gemeinsamen Ge­sang, worauf der Vikar der Deutschen Evangeli­schen Kirche, Dr. Engelke, eine Andacht hielt.

Die Festansprache hielt der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirek­tor Jäger.

Danach sprachen Landesbischof Loch-Dresden für die deutschen evangelischen Landesbischöfe und Bischöfe, sowie das evangelische Volk, Professor D. Schmidt-Halle a. d. Saale im Namen der evangelischen Theologischen Fakultäten Deutsch­lands und der bei diesem Festakt versammelten Dekane, Kaufmann Bernhard Lorenzen aus Bed- stett in Schleswig-Holstein für das evangelische Volk in dem meerumschlungenen Schleswig-Hol­stein, sowie die Brüder und Schwestern im abge­teilten Nordschleswig, Kreisschulrat Curth- Tauberbischofsheim (Baden) für die Grenzmark Südwesten, Telegrapheninspektor Richter in Kö­nigsberg im Namen der ostpreußischen Provinzial- synode und des ostpreußischen Kirchenvolkes und Oberlehrer Lange-Hamm i. Wests, für die Hei­mat des Reichsbtschofs, die Provinz Westfalen.

In tiefer Ergriffenheit dankte der Reichsbischof für die ihm dargebrachten Glück- und Segens­wünsche. Er führte etwa folgendes aus:

Meine lieben Herren Synodalen! Mit innerer Bewegung habe ich an diesem Festakt teilgenom­men. Vor uns allen steht die Bedeutung des Ta­ges, den wir heute als Glieder der Deutschen Evangelischen Kirche gemeinsam erleben. Der Herr Reichswalter hat in ausführlicher und übersicht­licher Darlegung uns vor Augen geführt, in wel­chem großen Zusammenhange kirchlicher Entwick­lung der heutige Tag gesehen werden muß. Wir können nur mit einem Herzen voller Dank gegen Gott und voll Freude, daß wir Zeugen und Mit­arbeiter an dieser Entwicklung sein dürfen, diesen heutigen Tag erleben. Die Worte des Ver- trauens, die hier aus dem Munde von Syno­dalen aus den verschiedenen Enden unseres deut­schen Vaterlandes ausgesprochen worden sind, sind mir auf diesem Wege ein warmes menschliches Ge­leitwort. Dafür danke ich Ihnen und danke Ihnen allen, die Sie mir in meinem Amt mit Vertrauen durch Mitarbeit und in Fürbitte helfen wollen.

Ministerialdirektor Jäger schloß die Kundgebung mit einem freudig aufgenommenen dreifachen Siegheil auf den Führer und das deutsche Volk. Der Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel- Liedes beschloß die Feierstunde. Vom Preußenhaus aus begab sich der Reichsbischof mit der übrigen hohen evangelischen Geistlichkeit zum Dom.

Im Berliner Dom

Der feierliche Gottesdienst gestaltete sich zu einem erhebenden, außerordentlich weihevollen Akt. Lang« vor Beginn des Gottesdienstes strömten von allen Seiten die Gläubigen zum Dom, der von einer andächtigen Gemeinde bald gefüllt war- U. a. bemerkte man auch Reichsinnenminister Dr. Frick, Staatssekretär Dr. Meißner, den stell­vertretenden Gauleiter Eörlitzer, Oberst von Ker- ser vom Berliner Wachtregiment und den Kom­mandanten der Berliner Schutzpolizei, Oberst Dillenburger.

Von den hohen Emporen leuchteten die Fahnen des Dritten Reiches. Als die Abordnungen der deutschen evangelischen Pfarrerschaft, der theo­logischen Fakultäten in ihrem Ornat und schließ­lich die Landesbischöfe mit dem Reichsbifchof an / der Spitze in langem Zuge im Dom erschienen, erklang feierliches Orgelspiel, und die Gemeinde ? erhob sich zur Begrüßung. Der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche, Dr. Engelke, verkündete den Eingangsspruch und hielt die SchrifElesung aus Joh. 17. Dem Eemeindegesang „O heil'ger Geist kehr Lei uns ein" folgten das Glaubens­bekenntnis, das der Reichsbischof sprach und sein Gelübde: „Ich gelobe in Gegenwart des Allmäch­tige^ im Namen des Herrn Jesus Christus, im Angesicht dieser Gemeinde: Ich bin willens, mein Amt eines lutherischen Reichsbischofs der Deut- ^ scheu Evangelischen Kirche, dem heiligen Evange­lium gemäß, zu führen, wie Martin Luther es uns ' gedeutet hat. zur Ehre Gottes, zum Heil 'einer

i Kirche, zum Wohle des Volkes. Gott helfe mir.

Darauf knieten der Reichsbifchof, der Vikar und der älteste der D vtsch-n evangelischen Bi

schöfe, Kühle-wein (Baden), vor dem Altar nieder und Vikar Engelke brachte die Fürbitte der Ge­meinde in einem Gebet zum Ausdruck. Nunmehr begrüßten sämtliche Landesbischöfe den Rsichs- bischof durch Bibelworte und gelobten ihm treue Gefolgschaft. Mit diesem weihevollen Akt trat symbolhaft die ganze Teutsche Evangelische Kirche in Erscheinung. Dann klang der achtstimmige a-oapsIIa-Lhor „Fürchte dich nicht" auf. Ein Ee­meindegesang „Sollt' ich meinem Gott nicht singen" leitete hinüber zu einer

Ansprache des Reichsbischofs, in der er u. a. ausführte:

„Laßt mich in dieser für unsere Deutsche Evan­gelische Kirche und für mich selbst so bedeutungs­vollen Stunde ein kurzes Wort sagen von unserer Kirche, von unserem Amt, von der Gemeinde. Die Kirche ist geworden durch den Einbruch Gottes in diese Welt, als er sich offenbarte in Christus, unserem Heiland. Die irdische Welt ist immer wieder gebannt von den Mächten der Finsternis, von Not und Tod. Christus kam, er hat diese Mächte der Finsternis besiegt und überwunden. Es soll uns niemand vorreden, daß es keine Schuld gibt. Gerade die deutsche Seele ist emp­fänglich für das Bewußtsein der Schuld nicht nur Menschen gegenüber, sondern ganz besonders, vor Gott. Es sind die wertvollsten Menschen, die immer wieder empfinden, wieviel sie Gott schuldig bleiben. In allen Kirchen steht im.Mittelpunkt das Kreuz. Es ist und bleibt das sieghafte. Zeichen der Kirche Christi. Die Kirche «bet.lebt nicht nur vom Charfreitag, sondern erst recht vom Oster- morgen. Die Kirche hat soviel Leben, als Christus rn ihr lebendig ist. Das aber ist unser« frohe Hoffnung und unsere feste Zuversicht: Das Feld muß Er behalten! Daraus ergibt sich, liebe Amtsbrüder, unser Amt!

Wir haben nur ein Amt, daß ist dieVerkün - düng desWortes Gottes, des Evange­liums von Christus und von seiner Gewalt im Himmel und auf Erden.

Laßt mich ein Wort sagen vom Amt des

Bischofs, auch von meinem Amt: Ein Bischof ist soweit Kirchenbischos, als er Berkündiger des Wortes Gottes ist, soweit, als er auch das per­sönliche Leben auf dieses Wort Gottes gründet. Mein letztes und wärmstes Wort gilt dir, der Gemeinde! Du bist nicht für uns Geistlich: da, sondern wir sind für dich da!

Wir können die Kirche nicht bauen, wenn ihr nicht mitbaut! Aus der Ewigkeit lebt die Kirche hier in dieser Zeit. Für ihr inneres Leben gilt allein: Gottes Wort! Wir möchten diesem Staat und diesem Volk von Herzen gern dienen mit unseren besten Kräften und mit unserer ganzen heißen Liebe.' Deutsche evangelische Christen! Euer erster Reichsbischif bittet euch: Schließt die Reihen! Steht fest zusammen! Werdet nicht müde, Gott zu bitten, daß er durch seinen heiligen Geist unter uns wirke: Ein« deutsche evangelische Kirche!

Der gemeinsame Gesang des Lutherliedes „Ein' feste Burg ist unser Gott", das Vaterunser und der Segen, sowie ein Orgelnachspiel bildeten den Abschluß der feierlichen Handlung. Unter dem Geläut der Domglocken verließ darauf der Reichs­bischof mit den Bischöfen und Geistlichen das Gotteshaus.

Auf der Freitreppe ergriff der Reichsleiter der Deutschen Christen, Dr. Kinder, das Wort und führte u. a. aus:

Herr Reichsbifchof! In dieser feierlichen Stunde haben Sie um Gottes Segen für Ihr hohes Amt gebeten. Die Bischöfe der deutschen Landeskirchen haben mit Fürbitten, mit einem Wort aus der Heiligen. Schrift sich um Sie ge­stellt. Die deutsche evangelische Christenheit erlebt an dem Tage Ihrer Einführung die Einheit ihrer Kirche. Als der verantwortliche Leiter der Deut­schen Christen spreche ich zu Ihnen in dieser Stunde. Darin sehen wir die Wirklichkeit Gottes über dieser Feier, daß es Ihrem Wirken und un­serem Einsatz nach der unendlichen Güte des Ewigen vergönnt sein möge, daß Volk und Kirche im neuen Deutschland sich zusammenfinden.

Reichsbifchof Müller antwortete hierauf u. a.: In tiefer innerer Bewegung komme ich aus dem

Gotteshaus, wo ich vor dem Angesicht des Höchsten Bekenntnis und Gelübde getan habe, das Amt des Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen Kirche getreu dem Evangelium zu führen. Ich bitte euch alle, evangelische Christen, ob ihr in einem Amt der Kirche steht oder ob ihr Glieder der evangelischen Kirche seid, schart euch mit mir zusammen zu einer bleibenden innigen Gemein­schaft, damit wir die großen Aufgaben, die die Deutsche Evangelische Kirche in unserem Volke zu lösen berufen ist, mit gemeinsamen Kräften anfassen.

Wir sind im Innersten davon überzeugt, in einer großen Zeit unseres Volkes zu leben. Große Zeiten in der Volksgeschichte sind immer Zeiten des Glaubens gewesen. Darum eben ergeht an euch alle der Ruf, starken, männlichen, frohen und sieghaften Glauben zu beweisen und die Quelle der ewigen Kräfte für unser evangelisches Volk zu erschließen.

Es geht in der Tat am heutigen Tage um eine geschichtliche Stunde der Deutschen Evangelischen Kirche. Durch meine Einführung als Reichs­bischof ist äußerlich sichtbar in die Erscheinung ge­treten, daß wir in Deutschland eine einige evan­gelische Kirche haben.

Nach langen Jahrhunderten der Zersplitterung und der Auflösung in einzelne Landeskirchen ist jetzt die Einheit aller einzelnen Kirchengebiete zu der einen Deutschen Evangelischen Kirche er­rungen worden. — Im einigen deutschen Volk haben wir für alle evangelischen Volksgenossen eine einige evangelische Kirche.

In dieser Einheit verbindet uns nicht nur unser Volkstum,. nicht nur unsere Sprache,, es ver­bindet uns als Glieder der evangelischen Kirche die Gemeinschaft des evangelischen Glaubens. Das wird eine. echte Deutsche Evangelische Kirche sein, wenn wir untereinander verbunden sind nach dem Worte und Vorbild und in dem Geiste unseres Herrn und Meisters: „Habt Liebe unter­einander !"

Mit dieser herzlichen Bitte geleite ich euch in eure Häuser und in eure Heimat und füge noch das andere hinzu: „Wir alle sind aneinder ver­bunden nach dem Grundsatz des Dienstes".

Die Lugen- keunt nur pflichten

Baldur von Gchirach vor den Führern der HZ. des Gebietes Oftland

Königsberg, 23. September.

Rsichsjugendführer Baldur von Schirach sprach am Sonnabendabend im Festsaal des Oberpräsi­diums in Königsberg vor den Führern der HJ des Gebietes Ostland. Er führte dabei aus: Das Wort „Staatsjugend" und die Meinung, die HJ habe im Bestehen dieser Staatsjugend ihre Auf­gabe erreicht, veranlaßt mich, mich heute mit dem Begriff „Staatsjugend" auseinanderzusetzen. Es ist notwendig, festzustellen, daß, wenn man heute von der Staatsjugend spricht, wir innerlich ebenso die Volksjugend sind. Die Verbin­dung dieses Nachwuchses und dieser Jugend zur Führung des Staates soll nun nicht so aussehen, daß jeder, der mit zehn Jahren in das Jungvolk eintritt, einen Garantieschein in der Tasche hat seine spätere Versorgung, für sein späteres Aus­kommen. Ich möchte mich ganz entschieden zur Wehr setzen gegen eine solche Auffassung.

Ich will nicht, daß nun alle Eltern Deutschlands meinen, und vielleicht mit ihnen auch ihre Kin­der, durch die Zugehörigkeit zu dieser riesigen Jugendorganisation, die den Nachwuchs aller Or­ganisationen in Deutschland stellt, sei nun die wirtschaftliche Frage des Lebens gelöst.

Für uns war die wirtschaftliche Frage des Le­bens nie die ausschlaggebende und wird nie die ausschlaggebende Frage des Lebens werden. In den Jahren, in denen wir die nationalsozialistische Bewegung aufbauen helfen, hat keiner an diese wirtschaftliche Versorgung gedacht. Wir haben uns zum selbstverständlichen Dienst in diese Be­wegung gestellt und haben die Mühen und die Nöte dieser Bewegung mitgetragen als etwas Selbstverständliches. Wir sammeln nicht die Massen, wir sammeln nicht diejenigen, die ver­sorgt sein wollen, wir sammeln genau so wie in den vergangenen Jahren und in vergangenen Jahrzehnten die selbstlosen Menschen. Wehe uns, wenn wir einmal von dieser Haltung ab­gehen sollten. Vergeht nicht, daß der schwere Kamps um den Nationalsozialismus von den Menschen getragen wurde, die dafür sterben konn­ten, von den Menschen, die manchmal alles, was sie besaßen, wegen ihres Einsatzes verloren. Ver­geht nicht, daß die ganze Bewegung ein großes und lebendiges Beispiel dafür ist, daß nur der Idealismus allein etwas zu vollenden ver­mag. , . ... . .

Es würde gänzlich gleichgültig sein für die Jugend unseres Volkes, ob wir noch weitere Millionen von Jugend sammeln oder nicht, wenn wir diesen Grundsatz, der uns groß gemacht hat. ocirvtcn würden. Es würden uns dann alle

äußeren Erfolge nichts nützen. Und aus dieser Verantwortung für das Reich, für die Zukunft, für das Kommende heraus möchte ich gerade euch als Führer und Führerinnen eines sehr wichtigen Gebietes der HJ. ans Herz legen, das ihr niemals vergessen möget, daß die Selbstlosigkeit unserer Kameradschaft zugleich auch die Größe der HJ. ausmachen muß, und daß die Selbstlosigkeit dieser Kameradschaft auch den Bestand des deutschen Volkes in der Zukunft ausmacht.

Es ist so, daß hin und wieder von dem Recht der jungen Generation geredet wird. Es gibt kein Recht der jungen Generation. Es gibt nur eine Pflicht dieser Jugend. Es gibt in Deutschland eine Generation von Frontsoldaten. Es gibt eine Generation von Menschen, die den Kamps als Nationalsozialisten aus ihren Schulter» getragen haben, und es gibt eine Generation, die beides in sich verkörpert. Wie kann da unsere Genera-

2064 Tote in Zapan

Tokio, 23. September.

Das japanische Innenministerium teilt die Liste der Opfer der Taifun-Katastrophe mit. Danach fanden den Tod 2V84 Menschen, 13 335 wurden verletzt. 258 werden vermißt.

Fünf englische Zerstörer, die sich in der Nähe der Sturmzone befanden, sind durch den Taifun stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Vier Zerstörer rissen sich von den Ankern los und wurden gegen die Felsenkllste getrieben. Man rechnete schon mit einer Strandung, als im letzten Augenblick der Wind seine Richtung änderte und es mit Hilfe des fünften Zerstörers gelang, die Schiffe trotz des starken Taifuns zu halten. Die vier Zerstörer sind leicht beschädigt.

36 Verletzte bei einem Autounsall

Madrid, 23. September.

Zwischen Verona und Barcelona stieß ein Last­wagen mit einem Autobus zusammen, der von zahlreichen Personen besetzt war, die von der Weinlesearbeit in Frankreich zurückkehrten. 36 von ihnen wurden schw:r verletzt.

tion diese» anderen gegenüber, die ein Primat der Leistung haben, sagen, sie hätte ein Recht?

Nein, ihr habt, verglichen mit allen diesen, eine zehntausendfache Pflicht. Repräsentiert wird eure einzigartige Stellung dadurch, daß ihr ein gemeinsames Volk darstellt, daß ihr aufwachsen dürft in einer Gemeinschaft, die alle diese Tren­nungen und Hemmnisse zunichte macht, unter denen die anderen einst leben mußten. Ihr habt euer ganzes Dasein in ganz anderem Maße als andere Generationen unterzuordnen: Dem Le­benskampf der Nation. Ihr habt auf alles Ver­zicht zu leisten, was euch von eurer Ausgabe ab­leiten könnte, alles hintanzustellen, was euch verlocken könnte, davon abzugehen, was euch vom Führer gegeben ist.

Nach seiner Rede gelobten die HJ.-Führer des Ostlandes,, die große Verpflichtung und die neuen Opfer, die die Idee von ihnen in Zukunft ver­langt, freudig aus sich zu nehmen.

Festnahme eines Werkspions

Berlin, 23. September.

Auf dem Lloyddampfer „Bremen" ist ein ZLjähriger Mann, Kurt S., festgenommen worden, der bei den deutschen Polizeibehörden seit län­gerer Zeit im Verdacht des Patentdiebstahls und schwerer Werkspionage steht. S. war bis zum Oktober v. I. bei einer Berliner Radiofirma als Versuchsmechaniker tätig. Bei der Firma war der Verdacht aufgetaucht, daß er Geschäfts- und Be­triebsgeheimnisse, die ihm in seiner Stellung zu­gänglich waren, an ausländische Firmen verriet oder zu verraten suchte.

Als man ihn festnehmen wollte, war er spurlos verschwunden. Die Ermittlungen ergaben, daß er sich tatsächlich wichtige Eeschäfts- und Betriebsgeheimnisse sowie Zeichnungen an­geeignet und damit das Weite gesucht hatte. Man stellte weiter fest, daß S. sich zeitweise in Paris und London sowie in Italien und zuletzt in New- york aufgehalten hat. Als S. nun von Newyork aus auf der „Bremen" nach Deutschland unter­wegs war, wurde er auf dem Dampfer festgenom­men. Von Bremen aus ist er nach Berlin gebracht und dem Richter vorgeführt worden.

Dr. Markert in Paris

Ansprache vor Parisern Mitgliedern der NSDAP Paris, 23. September.

Vor in Paris ansässigen Mitgliedern der NSDAP und Beamten der deutschen Botschaft in Paris sprach am Sonnabendabend der Regierende Bürgermeister der Stadt Bremen, Dr. R. Mal­le rt, über die Entwicklung des national­sozialistischen Deutschland. Er übermittelte zu Be­ginn seiner Ausführungen die herzlichen Grüße der Heimat und gab dann einen eingehenden Be­richt über die mannigfaltigen Tätigkeitsbereiche» auf denen sich der Nationalsozialismus durch Lei­stungen bewährt habe.

Gleich nach der Machtergreifung habe der Na­tionalsozialismus mit dem Parteienunwesen und der inneren Uneinigkeit aufgeräumt und an die Stelle des parlamentarischen Regimes das auto­ritäre gesetzt. Die durch den erledigten Hader der Parteien freigewordenen Energien hätten zu positiven Leistungen Verwendung finden können. Dr. Markert betonte, daß der Nationalsozialis­mus die noch beiseite stehenden zehn Prozent des deutschen Volkes durch Ueberzeugung und durch seine Leistungen gewinnen wolle. Alsdann zählte der Redner die Taten des Nationalsozialismus auf kulturellem Gebiet auf und ging im einzelnen auf die erfolgreiche Arbeitslosenbekämpfung und die Arbeitsbeschaffung ein. Zum Schluß appel­lierte Regierender Bürgermeister Dr. Markert an die Ausländsdeutschen, denen er die Treue der Heimat versprach, und die er aufforderte, an dem in Deutschland begonnenen Werk mitzuhelfen.

Nach ihm ergriff Botschafter Roland Köfter das Wort und verteidigte in kurzen Ausführun­gen die deutschen Auslandsbeamten, die besser seien als die manchmal gegen sie erhobenen Vor­würfe vermuten ließen. Botschafter Küster wies auf die Schwierigkeiten hin, mit denen die deut­schen Auslandsbeamten zu kämpfen hatten, als sie 1919 auf die Auslandsposten geschickt wurden. Mit ähnlichen Schwierigkeiten habe man auch 1933 wieder zu kämpfen gehabt. Zum Schluß ver­sicherte Botschafter Köster vor allem die Jugend seines herzlichen Verständnisses.

Das deutsche Gledlungswerk

Düsseldorf, 23. September

Der Nationalsozialistische Bund Deutscher Tech­nik, Gau Düsseldorf, eröffnete seine diesjährigen Winterveranftaltungen mit einer großen öffent­lichen Kundgebung in der Rheinhalle, auf der Reichssiedlungskommissar Feder über das deutsche Siedlungswerk sprach.

Einleitend bezeichnete er das deutsche Sied­lungswerk als eine der wichtigsten- Aufgaben überhaupt. Er fuhr dann fort: Die Bedeutung des kommenden deutschen Siedlungswerkes kommt einem erst recht zum Bewußtsein, wenn man sieht, welche Verwüstungen der Bau-Liberalismus der letzten Jahrzehnte in den deutschen Städten an­gerichtet hat. Das deutsche Siedlungswerk muß in umfassender Weise in Angriff genommen werden. Es müssen neue Siedlungsmittelpunkte geschaffen werden mit eigenem sozialem und wirt­schaftlichem Leben. Eine großzügige Industrie- verlagerung ist aber nur möglich, wenn die grund­legenden Fragen verkehrswirtschaftlicher und energiewirtschaftlicher Art nach einheitlichen großen Gesichtspunkten durchgearbeitet sind.

Wenn das Siedlungswerk gelingen soll, so führte Staatssekretär Feder dann weiter aus, so muß an den Anfang eine große allumfassende Reichsplanung gestellt werden. Neben einem Reichsplanungsgesetz muß ein neues Bo­denrecht geschaffen werden, das die großen Schwie­rigkeiten ausräumen muß, die einer großzügigen Durchführung einer Altstadt-Sanierung entgegen­stehen und das den schamlosen Vodenwucher be­seitigen mutz, der sich einer gesunden Entwicklung der Siedlungen hemmend entgegenstemmt.

Eine neue Aufgabe, die dem liberalistischen Zeitalter ferngelegen hat, ist die Auswahl, Schu­lung und Betreuung der Siedler. Diese muß von der Partei durchgeführt werden, die auch bereits ihre Heimstättenämter geschaffen hat. Grundsatz für das deutsche Siedlungswerk muß bleiben, daß jede neue Siedlung in ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage gesichert ist.

Es werden keine Arbeiter-, und Beamtensied- lungen mehr gebaut werden, also keine bestimmten Zwecksiedlungen, sondern es müssen neue sozial« Eemeinfchaftsstedlungen geschaffen werden, in denen Arbeiter der Stirn und der Faust zusam- menwohnen.

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Deutschland gewann überlegen den Leicht- s athletikkampf gegen Frankreich

Eintracht-Braunschweig schlägt Arminia- . Hannover 7:1

Werder kämpft unentschieden in Algsr- missen

Glänzender Verlauf des SA.-Reitturniers in Bremen