Ausgabe 
(8.9.1934) Nr. 248
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Nr. 248 / 3. Vierteljahr

Sonnabend. 8. September

Einzelpreis 15 Rvf.

Appell der politischen Letter

200000 Kämpfer der PO marschieren in Nürnberg aus / Der Führer: „Wir befehlen dem Staat"

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Der bulirer vor ckem ^.rbvitsäisnsr

21000 Fahnen

(vrrlitderiebt unssrss vsob klürvbsrg svtsavsttsv llsuptsobriltlsitsrs)

Nürnberg, 7. September.

Zahlen vom Nürnberger Parteitag muten an wie aus der Zeit der Inflation. Die normalen Hundertbegriffe werden zu Tausend und die Tau­send zu Hunderttausend. Eine Kundgebung über­trifft an Größe die andere. Trat der Arbeitsdienst mit 32 000 Teilnehmern in Erscheinung, so waren heute abend auf den Zeppelin-Wiesen rund 200 000 Amtswalter vor dem Führer zum Appell angetreten. Die Zahl der Fahnen erreichte die phantastische Höhe von 21000.

Don diesem Appell hat man in Nürnberg schon die ganze Woche gesprochen und sich für die Teil­nahme eingerichtet. Weit vor den Mittagsstunden begann schon die Völkerwanderung nach den Zeppelin-Wiesen, und neben dem Zivil marschier­ten die unendlichen Kolonnen der Politischen Lei­ter. Der Aufmarsch zog sich weit über den fest­gesetzten Termin hinaus. Auf den Tribünen war kein Plätzchen mehr frei. Ein Sonderzug mit 300 Engländern war im letzten Augenblick noch ein­getroffen und mußte — so gut es ging — unter­gebracht werden. Auf der Pressetribüne war ein echt internationales Publikum versammelt. Plötz­lich stellte sich auch Max Schmeling ein, wurde erkannt und von Lausendem Heilrufen be­grüßt, Schmeling mußte sich immer wieder dem Publikum zeigen, und die KeHiverkäufer riefen im nächsten Augenblick als gute Geschäftsleute Schmeling-Keks aus.

Gegen 7 Ilhr abends erscheint der Führer. Er tritt mit seinem Gefolge durch die breite freie

Bahn in der Mitte des Feldes der Tribünen, und ihm folgen unter Trommelwirbel aus 12 kleinen und einem großen Fahnenblock 21000 Hitlerfahnen, die sich dann auf dem ganzen großen Felde verteilen. Es war ein stimmungsvoller Augenblick, da die Fahnen kamen, beleuchtet von riesigen Scheinwerfern, in deren Lichtkegel bei der eintretenden Dämmerung die vergoldeten Fah- nenspitzen wie Tausende von Sternen anmuteten. Die Stimmung war aber noch feierlicher, als zu Ehren der Toten des Weltkrieges und der Be­wegung unter den Klängen von „Ich hatt' einen Kameraden" sich die 21000 Fahnen senkten und

Arbeitsdienst auf dem Rückmarsch

Nürnberg, 7. September.

Nürnbergs Bahnhöfe stehen am Freitag im Zei­chen des Abtransportes des NS.-Arbeitsdienstes und der Ankunft der Hitler-Jugend. Nachdem bereits im Laufe der Nacht und am frühen Mor­gen die ersten Züge mit Arbeitsdienstmännern abgefertigt wurden, verließen den Bahnhof Dutzendteich in den Mittags- und Nachmittags- stunden weitere sieben Züge mit rund 10 000 Mann in Richtung Waltershausen, Marburg, Bingen, Frankfurt a. d. O., Koblenz, Aschaffen­burg und Hamm-Münster. Dank größter Disziplin und Organisation vollzieht sich alles in muster­hafter Ordnung. Mit klingendem Spiel marschie­ren die langen Züge an. Blumen an Brust und Mütze, Blumen an den Spaten, so harren die Arbeitsmänner im Bahnhof des Zuges, der sie in ihre Heimat zurückbringen soll.

mehr als 200 000 Arme die Helden der Ver­gangenheit mit dem Hitlergruß ehrten.

Dr. Ley erstattete dem Führer Bericht und teilte gleichzeitig mit, daß zur gleichen Stunde in ganz Deutschland 600 000 Politische Leiter des Befehls harren, um den Geist des Nationalsozialismus ins Volk hineinzutragen. Der Führer dankte bewegt Dr. Ley, dessen selbstlose Arbeit er besonders unterstrich, und all den unbekannten Männern der Bewegung, die sich ganz für die Idee ein­setzen. Er versichert, daß man nie der Bewegung untreu werden wird. Den Befehl zum Handeln habe uns kein irdischer Vorgesetzter gegeben, son­dern unser Gott, der uns geschaffen hat. „Nicht der Staat befiehlt uns, sondern wir befehlen dem Staate", rief der Führer unter minutenlangem Beifall aus. „Nicht der Staat hat uns geschaffen, sondern wir schaffen uns den Staat!" Nachdem Führer noch einmal die hohen Führertugenden den Politischen Leitern ins Gedächtnis gerufen hatte, schloß er mit einem kraftvollen Gelöbnis für Deutschland.

Allmählich breitete sich die Dunkelheit über das Feld. Nur strahlend hell noch leuchtete das Hoheitszeichen in seinen Riesenausmatzen. Die Kundgebung war beendet. Aber 200 000 Menschen ehrten den Führer dann durch einen Fackelzug. Viele, viele Stunden dauerte der Fackelzug, und wenn es heute Mitternacht sein wird, dürften die Letzten vor dem Führer vorbeigezogm sein. Nürnberg hat heute wieder einen sehr großen Tag erlebt, nur kommt man ernstlich in: Gefahr, dabei die Begriffe der Größe der Nürnberger Tage überhaupt nicht mehr steigern zu können!

Zum Schluß wies Reichsleiter Darre darauf hin, daß die Sicherung der nationalen Unabhän­gigkeit des deutschen Volkes in wirtschaftlicher Beziehung keine völlige Abschließung und keine engstirnige Autarkie bedeute.

Welche Bedeutung jedoch diese Politik der Ver­lagerung des Schwergewichts vom Weltmarkt zum Binnenmarkt habe,, werde uns in einem Augen­blick bewußt, in dem das Ausland aus irgend­welchen Gründen nicht gewillt sei, uns seine Kraft zur Verfügung zu stellen. Bei der gegenwärtigen Devisenlage sei der Einfuhrbedarf Deutschlands an Lebens- und Futtermitteln von ganz entschei­dender Bedeutung.

Selbst unter der Voraussetzung, daß der ge­samte Nahrungsmittelbedars des deutschen Volkes ausreichend sichergestellt sein muß, reiche die neue Ernte zur Versorgung des Volkes mit Brotge­treide aus, ohne daß auf das Ausland zurückge­griffen werden brauche.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Neue Enthüllungen

im Skandal der Rüstungsindustrie

Washington, 7. September.

Die vom Senatsausschuß fortgesetzten Verhöre über die amerikanische Rüstungsindustrie ergaben, daß die amerikanische Elektric Boat Compagny, die gleichsam das nordamerikanische Monopol für den Bau vonll-Booten besitzt, weitreichende Geschäftsabkommen mit ähnlichen Firmen in Frankreich, Italien, Rußland, Japan, Belgien, Holland, Norwegen und Spanien besitzt, und daß Regierungsabkommen zwischen diesen Ländern sowie mit England, Kanada, Dänemark und Schweden erforderlich waren. Ferner wurde fest­gestellt, daß Sir Basil Zaharoff Großaktionär der Chase National Bank, der englischen Firma Vickers Armstrong und der amerikanischen Elek­tric Boat Company ist, und daß die letztgenannte Firma im Jahre 1916 unter Verletzung der nordamerikanischenNeutralitätund entgegen dem Verbot des Staatsdepartements vier Boote für die italienische Flotte in Kanada bauen ließ.

Im Jahre 1921 versprach die Elektric Boat Company dem türkischen Kriegsminister für einen U-Boot-Auftrag 12 500 Dollar: der Auftrag

wurde jedoch einer italienischen Firma erteilt. Der Elektric Boat Company gelang es im Jahre 1928, zwei Vertrauensleute in den wichtigen Ge­schäftsordnungsausschuß des Repräsentantenhauses hineinzubringen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung des Senats­ausschusses wurde auf Grund der Eeschäftskorre- spondenz der Elektric Boat Company festgestellt, daß der Generaldirektor und der Generalsekretär des französischen Werftkonzerns „Penhoet" im Jahre 1922 je 50 000 Dollar für einen U-Boot- Auftrag forderten und daß der Leiter der Aus­ländsabteilung dieses Konzerns sowie der Her­ausgeber des französischen Magazins „Moniteur de la Flotte" je 33 333 Frank Schmiergelder beanspruchten.

Das Ausschußmitglied Senator Nye stellte den Beweis dafür in Aussicht, daß Riistungsagenten während der Panamerikakonferenz in Montevideo die Friedensbemühungen im Eran-Chaco-Konflikt durch Wasfenaufträge und Rüstungspropaganda hintertrieben hätten.

Pioniere öeö Friedens

ff. K. Nürnberg, 6. September 1934..

Der Führer hat mit voller Absicht den natio­nalsozialistischen Arbeitsdienst als die erste For­mation auf dem Parteitag zum Appell gerufen. Er wollte damit vor aller Oeffentlichkeit zum Aus­druck bringen, daß die Begriffe > „Arbeit und Dienst" im neuen Deutschland das Ä und Lides ganzen Lebens sind. Dieser im alten System ver­lästerte Arbeitsdienst hat über Nacht eine Bedeu­tung erhalten, wie sie selten einer Organisation zuteil geworden ist. Wenn der Führer auf dem Appell des Arbeitsdienstes erklärte, daß einmal der Tag kommen werde, an. dem es keinen Zutritt zur großen deutschen Volksgemeinschaft gebe, ohne zuvor die Schule des Arbeitsdienstes durchgemacht zu haben, so ergibt sich daraus ein Zukunftsbild für die künftige deutsche Generation, das ein­schneidend genug ist, um das Leben einer ganzen Nation maßgeblich zu beeinflussen. Die Frei­machung von Arbeitsplätzen der Jugendlichen un­ter 25 Jahren, die in den Arbeitsdienst eintreten müssen, zugunsten der Weiteren und Verheirateten ist der Anfang dieser Entwicklung. Wenn hier und da unter den noch nicht Fünfundzwanzigjäh- rigen diese Maßnahme als Härte empfunden wird, so ist dazu nur zu sagen, daß gerade die Jugend, als Träger des künftigen Staates, vorbildlich und groß im persönlichen Opfern sein muß, nach­dem eine Frontgeneration viereinhalb Jahre lang tagaus, tagein Opfer an Gut und Blut gebracht hat. Wir wünschten allen jungen Männern Deutschlands, daß sie den 6. September in Nürn­berg miterlebt hätten. Wir haben selten eine so stolze Truppe des Friedens gesehen wie unsere Arbeitsdienstmänner!

Vielleicht schreiben ausländische Zeitungen von Militarismus im Arbeitsdienst. Dann haben sie einfach nicht begriffen, was Deutschland unter Militarismus versteht. Wenn die 52 000 Arbeits­dienstmänner mit der einzigen „Waffe", der Schaufel, antreten, dann ist diese Schaufel ledig­lich ein Verteidigungsmittel für den friedlichsten Menschen der Welt, der nur eines kennt: sich für andere nützlich zu machen. Bom­benflugzeuge und Tanks, Maschinengewehre und Kanonen schwersten Kalibers sind bestimmt nicht nützliche Dinge des täglichen Lebens. Rudolf Hetz hat bei der Eröffnung des Parteikongresses zum Führer gesagt: „Sie sind der Garant des Sieges. Sie sind für uns auch der Garant desFrie- dens!" Nun, der Führer hat in Nürnberg 52 000 Mann solcher Friedenstruppen aufmar­schieren lassen, und in ganz Deutschland sind zu gleicher Zeit in etwa 1000 Lagern 180 000 Ar­beitsdienstler marschiert. Mehr Friedenswillen kann bestimmt ein Volk nicht an den Tag legen.

Um 10 Uhr stehen auf der Zeppelinwiese, die in ihrem mächtigen Tribiinenaufbau an der S n- seite das Riesen-Hoheitszeichen, aus Stahl ge­lassen, zeigt, 52 000 Arbeitsdienstmänner. Die Hälfte des Feldes bildete die braun-grüne Masse des Arbeitsdienstes, und vor ihr breitet sich das zarte Grün der Zeppelinwiese aus. Kerzengerade stehen die 52 000 da. Sie haben Disziplin gelernt. Ohne Straffheit und etwas Exerzierreglement geht es nun einmal nicht. Wer Uniform trägt, muß den Zivilisten zu Hause lassen. In dem Augenblick, da er Uniform anzieht, haben kürzer-

Dritter Tag des Partei-Kongresses

Reden von Rosenberg, Darre, Dr. Todt und Reinhardt

Nürnberg, 7. September.

Unter strahlend schönem Sonnenwetter wurde auch der Freitag der Parteiwoche, der Tag, der in erster Linie der politischen Organisation der NSDAP. gilt, eröffnet. Nach der Fortsetzung des Parteikongresses und einigen Sondertagungen er­hält dieser Tag seine besondere Note durch den Appell der politischen Leiter auf der Zeppelin- Wiese und den anschließenden Fackelzug der PO. vor dem Führer. Während die Formationen der politischen Leiter bereits in langen Marschsäulen zum Aufmarschfeld anrücken, wurde die Freitags­tagung des Parteikongresses wieder in feierlicher Weise eröffnet. Wieder war die Halle bis auf den letzten Platz besetzt, stauten sich die Massen auf den Anmarschwegen des Führers und der führenden Persönlichkeiten der NSDAP., herrschte um die weite Kongreßhalle herum jene Stimmung, die sich nicht in Worte fassen läßt, die man eben nur auf einem Reichsparteitag der NSDAP. erleben kann. Plötzlich ein Fanfarenklang.

Die Menge erhebt sich wie ein Mann und starrt gebannt auf das Eingangstor: Der Führer

kommt: Unter den begeisterten Heil-Rufen von fast 30 000 Kongreßteilnehmern schreitet er, um­geben von den Reichs- und Gauleitern der Par­tei, den Obergruppen- und Gruppenführern der SA. und SS., sowie den Obergebietsfllhrern der Hitler-Jugend, durch den Mittelgang der Halle, um dann auf der Führertribüne Platz zu nehmen. Nach dem Einmarsch der Standarten leitet das Reichs-Sinfonieorchester unter Pg. Franz Adam den Kongreß mit her „Coriolan"-Ouvertüre ein.

Dann spricht der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Eröffnungsworte: „Der Kon­greß nimmt seinen Fortgang. Das Wort hat Pg. Dr. Todt, der Eeneralinspektor des deutschen Straßenwesens."

Gtmtzenbau im dritten Reich

Nach einleitenden Worten über die Vorge­schichte des Baues der Reichsautobahnen, die, wie Hauptamtsleiter Todt erklärte, ein symbolisches Beispiel seien, wie große Aufgaben im jungen nationalsozialistischen Deutschland unter der Herr­schaft unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler angefaßt werden, ging er zuerst auf die gesetzlichen Maßnahmen auf dem Gebiete der Reichsautobahnen ein.

Sodann berichtete er über den Stand der Ar­beiten: Mit dem Bau der Reichsautobahnen ist an 51 Stellen im Reich begonnen worden. Heute schon sind 52 000 Mann auf den Baustellen und «eitere 100 000 Mann in den Lieferwerken bei der Baustoffindustrie, bei den Brückenbauanstalten oder sonst durch das erst beginnende Werk be­schäftigt.

Bis zum Ende des Jahres wird die Gesamt­zahl der Beschäftigten eine Viertel- million erreicht Hab-ei. Für den Ausbau des gesamten Netzes ist ein Zeitraum von sieben Jah­

ren vorgesehen, währenddessen die Zahl der Be­schäftigten gleich bleibt. Beim Ausbau der Reichs­straßen und des allgemeinen Straßennetzes sind im Jahre 1934 rund. 200000 beschäftigt, so daß schon im ersten Jahre der Durchführung unseres Stratzenbauprogramms annähernd eine halbe Million Menschen Arbeit und Verdienst finden. Nach dem Plan des Führers entsteht ein ge­schlossenes Netz von 7000 Kilometer Reichsauto­bahnen. Außer den zur Zeit im Bau befindlichen 1500 Kilometer werden in diesen Wochen weitere 1000 Kilometer freigegeben.

Die Teilstrecken Frankfurt a. M.—Darmstadt und München—Holzkirchen z. B. werden schon in diesem Winter befahrbar. 1935 werden rund 300 Kilometer und im Jahre 1937 werden große Fernverbindungen mit einer Ge­samtlänge von 2700 Kilometer im Betrieb sein.

Auf dem Gebiet des allgemeinen Straßenbaues hat das Jahr 1934 vor allem den Anfang der Vauarbeit an der gigantischen Alpenstraße ge­bracht, die mit einem Teilstück von 20 Kilometer Länge im Frühjahr begonnen und heute schon befahrbar ist. Die Zerrissenheit im Straßenbau­wesen habe zu einer Zersplitterung der Mittel geführt, so daß trotz der hohen Ausgaben kein erfolgreiches Ergebnis erreicht wurde.

Die Art, wie der Führer hier eingriff, sei wieder symbolisch für das Vorgehen eines großen Führers. Der Führer hilft — aber er hilft nicht dadurch, daß er sich bei den augenblicklichen Hin­dernissen aufhält — ein großer Führer hilft da­durch über Schwierigkeiten hinweg, daß er das Ziel weitersteckt und die Gefolgschaft dadurch mit sich reißt.

Den Entschluß, die Arbeiten in dieser weit­sichtigen Weife auf die ferne Zukunft abzustellen, konnten allerdings die straßenverwaltenden Be­hörden der vergangenen Zeit nicht finden. Hier­zu war der Weitblick und die Tatkraft unseres großen Führers erforderlich. Was unter seiner Herrschaft im Reich an Straßenbau geschaffen wird, ist nicht für den Augenblick.

Der volle Wert des Geschaffenen soll auch noch den nachfolgenden Generationen zur Nutznießung zur Verfügung stehen. Die Reichsautobahnen, die Straßen Adolf Hitlers, werden ein bleibendes Denkmal nationalsoziali st ischenWol- lens sein. Sje werden zum technischen Ausdruck des nationalsozalistischen Reichs und werden mit der Geschichte des nationalsozialistischen Deutsch­lands ebenso untrennbar verbunden sein, wie die Straßen Roms mit dem Begriff des römischen Imperiums.

Die Rechenschaftslegung des Hauptamtsleiters Dr. Todt wurde häufig von Beifallskundgebun­gen unterbrochen. Mit brausender Zustimmung wurden namentlich seine Worte ausgenommen: Die Straßen Adolf Hitlers werden ein bleiben­des Meisterwerk der deutschen Technik sein. Als

der Führer dem Generalinspektor .durch einen Händedruck für seine wertvolle Arbeit an diesem Werk, das für Jahrhunderte bestimmt ist, dankte, wollten die Beifallsrufe kein Ende nehmen.

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, erteilte sodann Reichsbauernsührer R. Walther Darre das Wort zu einer grundlegenden Rede über das Thema:

BauernpoMik im neuen Deutschland

In seiner Rede verwies Reichsleiter Walter Darre darauf, daß der Nationalsozialismus die Rettung des deutschen Bauern als eines seiner grundlegenden Ziele aufstellte. Für den National­sozialismus stellt das Bauerntum überhaupt erst die Grundlage für einen organischen Aufbau der übrigen Wirtschaft dar. Die Aufgabe für den Nationalsozialismus, das deutsche Bauerntum zu retten, war schwer, weil sie ohne zusätzliche Be­lastung der Kaufkraft des wirtschaftlich im gan­zen kranken deutschen Volkes versucht werden mußte.

So gibt es in der ganzen Wirtschaftsgeschichte kein größeres und eindringlicheres Beispiel für die Anwendung des Grundsatzes: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", als den Verzicht des deutschen Bauerntums auf eine Erhöhung des Brotpreises in diesem Jahr.

Leitgedanke der Bauernpolitik im neuen Reich bleibt, die bereits innerhalb eines Jahres um etwa 800 Millionen Mark gesteigerten Verkaufs­erlöse der Landwirtschaft gegenüber ihrem Tief- stand zu halten oder weiter zu steigern, aber nur soweit eine allgemeine Erhöhung des Volksein­kommens diese Steigerung ohne zusätzliche Belastung des Verbrauchers zuläßt. Auch durch eine Senkung der Ausgaben war die Agrarpolitik des neuen Reiches bestrebt, den Bauern noch auf andere Weise eine fühlbare Ent­lastung zu verschaffen, die sich allein durch Steuer­senkungen usw. auf 387 Millionen Mark beläuft, so daß sich unter Errechnung der Steigerung der Verkaufserlöse eine Eesamtverbesserung in einem Jahr um fast 1,2 Milliarden ergibt. Als deutliche Anzeichen einer beginnenden Gesundung des Bauerntums konnte Reichsleiter Darrö aus den starken Rückgang der Zwangsversteigerungen landwirtschaftlicher Grundstücke und auf die Ver­doppelung der Spareinlagen bei den genossen­schaftlichen Dorfkassen im Jahre 1933 gegenüber dem Vorjahre verweisen.

Entscheidender Wert sei darcuf zu legen, daß durch die materielle Entlastung der Landwirt­schaft auch anregende Wirkungen auf die gesamte übrige Wirtschaft ausgegangen sind. Während die Landwirtschaft am tiefsten Punkt der Krise An­fang 1933 mehr Erwerbstätige umfaßte als In­dustrie und Handwerk, dürfte sich das Verhält­nis heute so verschoben haben, daß fast ein Gleich­gewicht in der Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft einerseits, Industrie und Hand­werk andererseits besteht.