Ausgabe 
(13.7.1934) Nr. 191
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Nr. 191 / 3. Vierteljahr

Freitag, 13.

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Enthüllungen um Dollfuß

Er wußte von der geplanten Nöhm-Nevolte

Ein „Retter"

(Drahtmeldung unserer Berliner Schriftleitung)

Berlin, 12. Juli

Der nationalsozialistische „Angriff" bringt in seiner Donnerstag-Ausgabe sensationelle Enthül­lungen über Dollfutz. Der Wiener Gauleiter Frauenseld Lemeist in dem Blatt, Latz Dollfutz schon seit geraumer Zeit von der geplanten Röhm-Revolte wußte und datz er an diese Revolte seine letzten Hoffnungen knüpfte. Mit größter Sicherheit habe Dollfutz immer wieder von einem bevorstehenden Umsturz in Deutschland gesprochen; sein Spionageleiter Rouge habe in unmittel­barer Beziehung zu der fremden Macht gestanden, an die sich Schleicher und Röhrn herangemacht hatten.

Für den Fall von blutigen Auseinandersetzun­gen in Deutschland und der im Zusammenhang damit geplanten ausländischen Intervention wollte Dollfutz als „Retter des deutschen Volles" auftreten und ein neues „heiliges römisches Reich deutscher Nation" unter fremdem Protek­torat ausrichten. „Dollfutz hat sich", so schreibt Frauenseld wörtlich, ,^-on einem gewissen poli­tischen Katholizismus, dem er Oesterreich als Ko­lonie des Kirchenstaates aus Halbpart mit dem Judentum ausgeliefert hat, die fixe Idee ein­reden lassen, datz er eine „Sendung" zu erfüllen habe, und er ist heute ein Besessener, wie es Röhrn und sein Gefolge war."

Mit dem Wunschbild vom Chaos in Deutschland ist es vorbei und die nackte Wirklichkeit tritt auch vor Dollfutz und die Seinen. Sie ist erschreckend genug für ihn. Mit Rohm und seinem Gefolge wurde auch der moralisch gerichtet, der seine Politik aufbaute auf Mord und Bürgerkrieg in Deutschland, der Nutznießer von Treulosigkeit und Verrat sein wollte!

Die Hintergründe

der Wiener Regierungsumbildung

ir. blü. Nach Meldungen aus Wien sollen dort aus Anlaß der österreichischen Kabi­nettsumbildung herausgegebene Extrablätter einen außergewöhnlich reißenden Absatz ge­funden haben. Die Bevölkerung habe sie den Zeitungsverkäufern buchstäblich aus der Hand gerissen. Wie groß mutz nach solchen stürmischen Szenen die Enttäuschung der Wiener Leser gewesen sein, als sie erfuhren, daß statt einer radikalen Neubildung der Regierung der Einfluß des Bundeskanzlers Dollfutz durch Uebernahme weiterer Ministe­rien noch verstärkt worden ist! Es heißt, daß die „Bekämpfung der staatsfeindlichen Elemente" die Vereinigung wichtiger, der Sicherung von Ruhe und Ordnung dienen­der Ressorts in einer Hand nötig gemacht habe. Das Ausscheiden der als Vertreter des Landbundes geltenden Bundesminister Schwitz und Ender, des von der früheren Nationalständischen Front ins Kabinett ent­sandten Innenministers Dr. Kerber sowie des Staatssekretärs für Justiz, Dr. Glaß, zeigt jedoch ebenso wie die Ausbootung des zur Ruhe und Sachlichkeit mahnenden Hee­resministers Fürst Schönburg-Hartenstein, daß der tiefere Grund für die überraschende Regierungsumbildung in ernsten Zwistig- keilen innerhalb des bisherigen

Die Arbeitsdienftpfllcht

Königsberg, 12. Juli

Staatssekretär Hierl, der zurzeit auf seiner Be­sichtigungsfahrt der Arbeitsdienstlager in Ost­preußen weilt, gewährte einem Vertreter der „Preußischen Zeitung" eine Unterredung, in der er über die Zukunft des deutschen Arbeitsdienstes sprach. Staatssekretär Hierl erklärte u. a.:

Alles ist für die Einführung der Arbeitsdienst­pflicht vorbereitet. An der Organisation des heutigen Freiwilligen Arbeitsdienstes wird sich dabei nichts ändern. Ein pflichtmähiger Jahr­gang wird 300000 Mann kaum über- steigen, während zur Zeit 230000 Arbeits­männer im Dienst stehen. Die Führer- und llnterführerfrage ist nach anfänglichen Schwierig­keiten jetzt restlos geklärt. Eine Ergänzung des Führerkorps von außen ist nicht notwendig, da der Arbeitsdienst seinen Führerstand organisch aus den eigenen Reihen auffüllen kann. 2n ihm entsteht ein neuer Führertyp, der die Eigenschaften eines Arbeiters, eines Ingenieurs und eines Soldaten in sich vereinigt.

Kabinetts Dollfutz zu suchen ist. Schon lange war es kein Geheimnis mehr, daß der Landesverteidigungsminister die österreichi­sche nationalsozialistische Bewegung und ihre Bekämpfung mit anderen Augen als sein Kabinettsches ansah; auch bei der Nieder­schlagung des marxistischen Aufstandes hatten Meinungsverschiedenheiten zwischen Fürst Schönburg-Hartenstein und anderen Regie­rungsmitgliedern zu einem Konflikt ge­führt.

Als Sieger ist aus der jüngsten Krise neben Dollfutz offenbar Major Fey hervorgegan­gen, der als außerordentlicher Generalstaats­kommissar für Sicherheitsmaßnahmen sowie

als Vorsitzender eines Ministersonderaus­schusses zur Bekämpfung der Terroraktionen fast unbegrenzte Vollmachten erhalten hat. Daß der in Opposition zur Regierung stehende Teil des Landbundes auch durch die Berufung des Berliner österreichischen Gesandten Tauschitz (der früher dem Land- bund angehörte) zum Staatssekretär des Aeußeren nicht beschwichtigt worden ist, geht aus der soeben erfolgten telegraphischen Ab­sage einer Führertagung des Landbundes hervor, auf der man sich ursprünglich für ein Zusammengehen mit der Vaterländischen Front entscheiden. wollte. Durch die Verstär­kung des Heimwehrcharakters der Wiener

Regierung — der neu ernannte Justiz- minister Berger-Waldenegg ist Heimwehr­führer — und durch die Ankündigung eines noch schärferen Kurses gegen die National­sozialisten ist in Oesterreich jedenfalls alles andere als eine politische Entspannung ein­getreten. Es gibt nur ein Mittel, dem deut­schen Bruderstaat Ruhe und Ordnung wie­derzugeben: Ausschreibung von Neuwahlen zwecks Ermittlung des wirklichen Bolkswillens! Daß die gegenwärtige volksfremde Minderheitsregierung diesem Entschluß immer und immer wieder aus­weicht, ist das Bedenklichste in der öster­reichischen Krise. (Siehe auch Seite 2.)

Die Wirtschaft muß dem Volke dienen

Gras von der Goltz über Organisation der Wirtschaftsführung

Berlin, 12. Juli

Der mit der Führung der Wirtschaft beauf­tragte stellvertretende Führer der Wirtschaft, ErafvonderEol tz. machte heute vor Presse­vertretern Ausführungen über die Organisation der Wirtschaft. Graf von der Goltz führte etwa folgendes aus:

Die in der Führung der Wirtschaft tätigen Personen sind alles Männer des praktischen Le­bens, welche Besseres zu tun haben, als etwa eine Organisation als Selbstzweck aufzubauen und zu beschäftigen. Immerhin sind ohne die Wirt­schaftsorganisation entscheidende Aufgaben der Wirtschaft nicht zu lösen. Und es hat sich bereits gezeigt, datz in sehr vielen Fällen durch die neue Organisation viele bisherige Verbände infolge Zusammenlegung überflüssig werden konnten. Die Wirtschaft ist bekanntlich in 13 Hauptgruppen mit fachlichen Untergliederungen aufgeteilt. Regional wird in den Treuhänderbezirken und später in den Reichsgauen eine entsprechende Zusammen­fassung der 13 Bezirkshauptgruppen einschließlich der Präsidenten der Industrie- und Handels­kammern und Handwerkskammern erfolgen.

Der Reichsstand der Industrie ist in diesem Zusammenhange zu der Reichsarbeitsgemeinschaft und Ausgleichsstelle der sieben industriellen Hauptgruppenführer in allen für diese Haupt­gruppen gemeinsamen Angelegenheiten geworden. Die Personenauswahl, die zugleich auf die notwendige fachliche Eignung wie auf das notwendige Vertrauen der nationalsozialistischen Bewegung Rücksicht zu nehmen hatte, war nickst einfach und verzögerte den Ausbau. Immerhin ist zu rechnen, datz Ende Juli die grundsätzlichen organisatorischen Arbeiten im wesentlichen be­endet sind.

Für eine nationalsozialistische FLHrerorgani- satio» der Wirtschaft ergibt sich von selbst die Aufgabe, im Wege der Selbstverwaltung den nationalsozialistischen Grundsatz zur Tat werden zu lassen, datz die Wirtschaft dem Volke dient.

Es handelt sich weder um einen Jnteressen- verband, geschweige denn einen Arbeitgeberver- band, sondern um eine gesetzliche Zusammenfassung aller deutschen Betriebsführer für ihre bei der Führung der Betriebe an sie herantretenden wirt- schaftspolitischen Aufgaben. Eine Ehrengerichts­ordnung wird die völlige Ausmerzung aller volks­wirtschaftlichen Schädlinge ermöglichen, die als Betrüger, Wucherer, Preistreiber oder dergleichen schuldig weiden, allerdings auch solcher Leute, die durch unbegründete Denunziationen um eige­nen Vorteil willens Konkurrenten vor ein Ehren­gericht zu schleppen suchen. Eine solche Ehren­gerichtsordnung soll ein Leistungsprinzip unter Ausschaltung unanständiger Arbeitsmethoden er­möglichen. Demgemäß sind die wirtschaftspoliti- schen Verbände mit der für sie geltenden Zwangs­mitgliedschaft auch keine Kartelle mit markt- regelnden Funktionen, sondern haben in dieser Beziehung nur Aufgaben der Beobachtung.

Im übrigen ist die Organisation der Selbstoer- waltungsapparat sür eine nationalsozialistische Wirtschaftspolitik. Der politische Führer der Wirt­schaft ist der für die Wirtschaft politisch verant­wortliche Reichswirtschaftsminister. Aber von ihm ist die Organisation für eine nationalsozialistische und wirtschaftlich vernünftige unbürokrati­sche Durchführung des Willens der politischen Wirtschaftsführung geschaffen. Demgemäß ist an­zunehmen, daß beispielsweise bei allen Anordnun­gen für die Exportbeförderung, Rohstoffverteilung und Rohstofsauswechslung die Selbstverwaltung

der Wirtschaft eine wesentliche Rolle spielen wird. Darüber hinaus wird die Selbstverwaltung der Wirtschaft in ihren eigenen Reihen die Fragen durcharbeiten und klären, die sie bedrücken, oder die zur Förderung nationalsozialistischer Volksge­meinschaft und Volksoersorgung zu lösen sind.

Gewiß ist für die

Förderung der Ausfuhr in jeder Richtung zu arbeiten und wie bei jeder anderen Gelegenheit, so auch hier zu betonen, datz die deutsche Volkswirtschaft willens ist, mit dem Auslande Tauschbeziehungen aufrechtzuerhalten und zu fördern. Ebenso sicher aber ist, datz ein nationalsozialistisches Deutschland sich in dieser Richtung nicht von dem mangelnden Willen, deutsche Gegenwerte für die erwünschte Einfuhr anzunehmen, abhängig machen kann.

Und so wird neben der Frage der Arbeits­

beschaffung die Frage einer Sicherung der wirt­schaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands unter entsprechender Lenkung des Außenhandels und Stärkung der innerdeutschen Rohstoffgrundlage Gegenstand eingehender lleberlegungen auch der wirtschaftlichen Selbstverwaltung sein.

Gewiß und selbstverständlich liegen auch hier wie überall die letzten Entscheidungen bei dem Führer und seinem Reichswirtschaftsminister, aber, fachlich, vollendete und von nationalsozia­listischem Geiste getragene Vorarbeiten der Wirt­schaft im engsten Einvernehmen mit den maß­gebenden Stellen erscheinen für eine national­sozialistische Wirtschaft, die sich für ihr Schicksal mit verantwortlich fühlt, unerläßlich.

So tritt die technisch« Frage der Organisation bereits weit zurück hinter den großen Aufgaben, die sich mehr und mehr abzeichnen. Und so wird die Organisation der Wirtschaft keine überflüssige Organisation äußeren Scheins, sondern eine Or­ganisation der Arbeit sein.

Englisch-norwegischer Konflikt

Ernster Flscherelstrett / Vor der Entsendung eines englischen

Kriegsschiffes

London, 12. Juli.

Eine Abordnung der Fischergelde von Hüll ist am Mittwoch bei dem englischen Lordfiegelbewah- rer Eden vorstellig geworden und hat berichtet, daß die Einmischung der norwegischen Behörden in die Fischereirechte der englischen Fischdampfer immer beängstigender werde. Die englischen Fifchdampser, die in der Nähe der norwegischen Küste fischen, müssen ständig befürchten, b«im Fischen in den neutralen Gewässern außerhalb der Drei-Meilen-Zone von einem norwegischen Kanonenboot angehalten, vor Gericht gebracht und wegen angeblicher Ueberschreitung der nor­wegischen Fischereivorschriften bestraft zu werden. Die englischen Fischer fürchteten, datz bei einer Fortsetzung dieser Verfolgung ein englischer Kapi­tän zum Widerstand getrieben werden könnte, was sehr ernste Folgen nach sich ziehen könnte.

Lordsiegelbewahrer Eden teilte den Fischerei­vertretern mit, datz während der letzten sechs Wochen sehr energische Vorstellungen in Oslo er­hoben worden seien. Wenn die Antwort unbe­friedigend ausfalle oder nicht bis zu einem ge­wissen Zeitpunkt eintreffe, sei die englische Re­gierung bereit, notfalls englische Kriegsschiffe zum Schutze der an der norwegischen Küste arbei­tenden englischen Fischdampfer einzusetzen. Der Einsatz der Kriegsschiffe würde sich sicherlich bis auf die in dem englisch-norwegischen Abkommen

vom November 1933 festgelegte Linie erstrecken, die ungefähr vier Seemeilen von der norwegischen Küste entfernt sei, möglicherweise aber bis zu der international festgelegten Drei-Meilen-Erenze. Eden fügte hinzu, datz auf jeden Fall die baldige Entsendung eines englischen Kriegsschiffes nach den Fischereigründen an der norwegischen Küste geplant sei.

Zwifchenfall in Stockholm

Helsingfors, 12. Juli.

Zwischen dem finnischen Gesandten in Stock- holm, Minister Erich, und seinem ältesten Beam­ten, Legationsrat Snellman, ist seit längerer Zeit ein Konflikt entstanden, der die finnische Presse lebhaft.beschäftigt. Das finnische Autzenministe- rium äußerte sich dazu in offiziellen Communi- quss nur ganz allgemein, ohne einen eigentlichen Konfliktsgrund zu nennen, und hat vorläufig Legationsrat Snellman nach Helsingfors zurück­berufen. Der Konflikt soll vor allem auf Mei­nungsverschiedenheiten über die Art der von Finnland in Schweden zu betreibenden Propa- ganda beruhen. Legationsrat Snellman vertrat nämlich in Stockholm bei privaten und öffent­lichen Gelegenheiten in der Sprachenfrage ziem­lich genau den echtfinnischen Standpunkt; er er­klärte dabei recht offenherzig, datz die schwedische Sprache in Finnland zu verschwinden habe Aeußerungen, die in der Stockholmer Gesellschaft sehr peinlich empfunden und die von Minister Erich nicht gedeckt wurden.

Nun auch die innere Mongolei

Tschangtschun, 12. Juli.

Zwischen der mandschurischen und japanischen Regierung sind Verhandlungen über die Rege­lung der Mongoleifrage eingeleitet worden. Die japanisch-mandschurische Militärkonvention hat sich auf das mandschurische Gebiet beschränkt. Die mandschurische Regierung erstrebt jetzt eine Aus­dehnung dieser Konvention auf die innere Mongolei. Dieses Gebiet, das demnächst auch dem mandschurischen Kaiserreich angegliedert werden soll, soll im Falle eines sowjetrussischen Angriffes auf die mandschurische Herrschaft durch die mili­tärische Konvention geschützt werden. Wie verlau­tet, hat die japanische Regierung sich grundsätz­lich bereiterklärt, die Konvention auf die innere

Mongolei auszudehnen, nachdem diese formell an das mandschurische Kaiserreich angeschlossen ist.

Moskau, 12. Juni

Der ehemalige Stellvertreter des Autzenkom- missars der Sowjet-Union, Karachan. der bekanntlich zum Botschafter in Ankara ernannt wurde, ist am Mittwoch in Ulan-Bator, der Hauptstadt der mongolischen Republik, in Be­gleitung einer zahlreichen russischen diplomatisch- militärischen Mission eingetroffen. In Urga wurde der Botschafter Karachan von der mon­golischen Regierung und üer russischen Militär- legion feierlich empfangen. Am Donnerstag be­ginnen die Besprechungen zwischen Karachan und der mongolischen Regierung über die politische Lage im Fernen Osten.

Tag der Rose

„Volkes Mund ist tiefster Wahrheit Grund." Wer hat nicht die Echtheit dieses Spruches immer wieder erleben können? Wahrhaftes Volksempsinden ist immer ein Zeichen von Ursprünglichkeit, Na­turnähe und Lebensechtheit. Aus der blut- und rassegebundenen Gemeinschaft erwachsen die Grundlagen allen volklichen Lebens, die Grundlagen des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Erlebnisses der Nation. Wohl können diese Quellen völ­kischen Lebens durch schleichende oder ge­waltsame Ueberfremdung zeitweise verschüt­tet werden — die heute lebende Generation hat diesen Vorgang bitter erleben müssen —, aber solange noch eine auch nur kleine Ge­meinschaft am volklichen Bekenntnis festhält, ist es unmöglich, alle Spuren des eigenen Lebens artgleicher Gemeinschaft zu vernich­ten.

Lange Jahrzehnte, wohl auch Jahrhunderte hat das deutsche Volk Ueberfremdung und Verfälschung seiner Eigenarten geduldet. Nun hat es alles, was art- und wesensfremde Verführer ihm aufzwingen wollten, beiseite geworfen und sich zutiefst auf die Schön­heit und Reinheit seiner eige­nen Lebensformen besonnen. Wie fast niemals zuvor, blüht deutsches Volks- tum wieder auf, in seinen Liedern, Melo­dien und Kunstwerken, in seiner Arbeit, seinem Schaffen und seiner Gestaltungskraft. Der sinnlose Trubel geistloser Vergnügungen hat dem echten deutschen Volksfest Platz machen müssen; mondäne Revuen und an-

Die Llebertragung der Führer- Nede in Bremen

Die Rede des Führers wird durch die fern, gesteuerte Lautsprecheranlage um 2V Uhr aus die Plätze Danziger Freiheit, Domshos, Weser-Stadion, Grünenkamp und Tivoli- Garten übertragen.

derer Theaterkitsch mußte verschwinden, das deutsche Volk hat allein durch sein Bekennt­nis zum Thingspielgedanken zu­rückgefunden zu wahrhaft deutscher Gestal­tung seiner Ferien- und Erholungsstunden. Der 1. Mai, das Erntedankfest und die Son- nenwendfeiern sind eindrucksvolle Zeugnisse der großen Gesinnungswandlung vom inter­nationalistischen Einerlei zur Gestaltung ger­manisch-deutschen Erlebensgutes.

Die Durchführung des „Tages der deut­schen Rose" am 15. Heumond (Juli), der von der OberstenLeitung der PO. der NSDAP. (Amt für Volkswohlfahrt) in Zusammenarbeit mit dem Reichsnähr­stand und anderen Organisationen veran­staltet wird, ist ein neues, eindrucksvolles Bekenntnis dieses Wollens.

Die Rose ist — was manche vielleicht ver­gessen haben — ein uraltes, heiliges Symbol, der arischen Völker. Und gerade bei den' Germanen hat diese vielleicht schönste aller Blumen unserer Heimaterde eine hoch­bedeutsame Rolle gespielt. Sie war unter anderem ein Sinnbild des Rechtes. In den Rechtsausdrllcken der germanischen Thing­verfassung ist sie immer wieder vertreten, und die fünsblättrige Heiden- oder Hecken­rose findet man oft in den alten germanischen Rechtssinnbildern enthalten. Bekannt ist, daß die alten Thingplätze und Grenzmarken zu einem großen Teil aus dem Gerank der Heiden- und Heckenrose gebildet waren. Die Rose mit ihren fünf Blättern entspricht auch dem Sinnbild der Feme, also der freien ger­manischen Gerichtsbarkeit, und bis in die jüngste Zeit sind an einzelnen Orten — so in Bremen und Oldenburg — Male aus dem germanischen Rechtsleben erhalten, die an die Rose erinnern.

Menschlich näher, aber als Symbol feier­lich-ernsten Rechtslebens und Rechtsdenkens steht uns die Rose als Sinnbild der Liebe und des heiligen Wunders der Geburt. Da­durch ist die Rose Symbol höchsten Menschenglückes. Und doch finden wir daneben immer wieder Hinweise, die uns die Rose als die Blume des T 0 des er­scheinen lassen. Ein Widerspruch aber ist's nicht, denn so wie die Liebe hinübergreift

N)as Yl6c sonst Neues.-

Entscheidung des Reichsgerichts über die arisch-jüdischen Mischehen

Volksgerichtshof konstituiert

England baut 1000 neue Flugzeuge

Auch nach der Wiener Regierungs­umbildung: Sprengstoffanschläge

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