Ausgabe 
(31.12.1933) Nr. 353
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Nr. 323 / 4. Vrerteliakf

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Sonntag, den 31. Dezember

Einzelpreis 12 Rpf.

Das deutsche Schicksalssahr klingt aus

Günstige Aussichten

Staatssekretär Reinhard zur Jahreswende Berlin, 30. Dezember.

Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhard weist in einem Rückblick und Aus­blick zur Jahreswende darauf hin, daß die Um­sätze in der deutschen Volkswirtschaft im Kalen­derjahr 1933 um mindestens 10 Milliarden Mark gestiegen seien. 5 Milliarden davon stellten neues Volksvermögen dar. Im Jahre 1934 wür­den die Umsätze in der deutschen Volkswirtschaft wahrscheinlich um weitere 12—14 Milliarden und das Volkseinkommen um weitere 6—7 Milliar­den Mark steigen.

Die Folge dieser Entwicklung werde sein, dah die Arbeitslosenziffer im Laufe des Jahres 1834 wahrscheinlich um weitere s Millionen sinken und das Auskommen an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen im Jahre 1834 in noch wesentlich höheren Ziffern steigen werde als 1333. Die Gesamtaus sich ten für das Jahr 1834 seien denkbar günstig. Die soziale, wirtschaftliche und finanzielle Gesundung werde im Jahre 1334 noch wesentlich größeren Umfang erreichen als im Jahre 1333. Die Hauptsache werde sein, daß alle Volksgenossen im Rahmen der von hpr Reichsregierung ausgegebenen Richt­linien nach wie vor unentwegt ihre Pflicht tun.

Die durch Staatssekretär Reinhard geförderte F r e iwillige Spende zur Förderung der, nationalen Arbeit hat Ende Dezem­ber illü Millionen Mark überschritten. Die Zahl der bis Ende Dezember gewährten Ehestands­darlehen beträgt 1öO 000. Die Nachfrage nach Ehestandsdarlehen ist nach wie vor außerordent­lich-groß. Im Jahre 1934 sollen 200—2S9 000 Ehestandsdarlehen gewährt werden.

Belagerungszustand in Rumänien

Bukarest, 30. Dezember.

Der Ministerrat trat heute nachmittag zusam­men und beschloß die Ausrufung des Belage­rungszustandes vom 38. Dezember, 12 Uhr nachts, an. Der Ministerrat beschloß außerdem, sämtliche Angestellten im öffentlichen Dienste ihres Amtes zu entheben, wenn sie sich irgendwie in politischen Vereinigungen terroristischen Charakters betätigt haben sollten.

Die Leiche des Ministerpräsidenten ist im Vukarester Athenäen« aufgebahrt. Die Mitglie­der des Kabinetts werden heute nacht abwech­selnd an der Bahre Ducas Wache stehen. Nach hier eingetrosfenen Mitteilungen haben die Tschechoslowakei und Jugoslawien Nationaltrauer erklärt. (Weitere Meldungen siehe Seite 2.)

Paul-Boncour erklärt

Paris, 30. Dezember.

Der französische Botschafter in Berlin, Fran- is-Poncet, wird heute abend nach Berlin zu- ckkehren und dort dem Reichskanzler eine amt- he Darlegung des französischen Standpunktes achen, dessen wesentlicher Inhalt in dem n>cis smoirs zusammengefaßt ist, das IM Ansch utz i die Unterredung zwischen Francors-Poncet ld dem Reichskanzler der Deutschen Regierung »ergeben werden wird.

Außenminister Paul-Voncour erkläre »er seine Unterredung mit dem Berliner Mu­sischen Botschafter französischen Preßevertretern a.: „Ich verstehe diejenigen nicht, die die

rage auswerfen, ob unmittelbare -

-ndlangen mit Deutschland stattfinden

-rden. Was tun wir denn seit mehreren Wo- -n anders als auf unmittelbarem Wege ver­übeln? Oder versteht man etwa unter un- ittelbaren Verhandlungen sensationelle Begeg- mgen? Wir hoffen aufrichtig, datz die Mr- ilung, die Francois-Poncet entsprechend den

itscheidungen des französischen Mmisterra es .n

erlin machen wird, geeignet sind die deutsch«

egierung davon zu überzeugen, datz der Weg

r allgemeinen und gerechten Rustug sch ng im Rahmen einer gegenseitigenSicheh fen bleibe.. Von der Zusammenarbeit zwsiche^

eutschland und Frankreich m d ! neuer -ng- es ab. ob den Arbeiten in Genf ein neuer

hwung gegeben wird.

Der französische Botschafter in Berlin, Fran-

»is-Poncet. ist Sonnabend nach Berlin abg

mder Reichssendeleiter. Wie

eichssendeleiter Eugen Hada-

ten Mitkämpfer um den na-

Rundfunk, Gaufunkwart vo

„nd Leiter des Uebertra-

i Rerchssendeleitung, Hemze

ernannt.

Mahnwort des Führers

Berlin, 3V. Dezember.

Der Führer erläßt folgenden Mahnruf zum neuen Jahr:

„Seid in den kommenden Monaten und Jahren hart und entschlossen, treu und zugleich diszipliniert. Kennt kein anderes Ziel, als Deutschland wieder glücklich und damit wieder frei zu machen, kein anderes Ziel, als den Millionen unserer Volksgenossen wieder ihre Ehre zurückzugeben. Am Anfang unseres Kampfes stand Deutsch­land, am Ende unseres Kampfes wird wiederum Deutschland stehen.

gez.: Adolf Hitler."

Grußworte zum Jahreswechsel

Hindenburg an die Wehrmacht

Am Abschluß eines für das gesamte deutsche Volk bedeutsamen Jahres über­mittle ich allen Angehörigen des Reichshseres und der Reichsmarine meine herzlichsten Neujahrswünsche.

Mit meinem Dank und meiner Anerken­nung für die Leistungen des vergangenen Jahres verbinde ich die feste Zuversicht, datz die Wehrmacht — die Hüterin des Staates — in gehorsamer, treuer Pflichterfüllung und unermüdlicher Arbeit weiterhin ihre Schul­digkeit tut.

gez. von Hindenburg, Generalseldmarschall.

Neujahrsbesehl des Stabschefs an die SA.

Der Chef des Stabes des Obersten SA- Führers hat folgenden Neujahrsbefehl erlassen:

Die SA hat ein stolzes, schicksalreiches Jahr hinter sich. An der Wende der Jahre 1932 und 1933 noch verfemt und verfolgt, sind am 31. Ja­nuar die Berliner Stürme durchs Brandenbur­ger Tor in die Reichshauptstadt eingezogen. In den ersten Monaten des Jahres haben in allen Marken des Reiches die Stürme der SA das siegreiche Banner der deutschen Revolution gehißt.

Viele neue Kampfgenossen sind in diesem Jahre zu uns gestoßen, teilweise aus Lagern, in denen früher nicht unsere Freunde standen. Wir haben sie mit Offenheit und Aufrichtigkeit in unseren Reihen aufgenommen. Wir sehen nicht zurück, sondern nur vorwärts. Wir fordern von unseren jungen Kampfgenossen nur, datz sie mit gleichem Glauben und gleicher Hingabe und mit gleicher Treue für Führer und Bewegung, und damit für Volk und Vaterland sich bis zum letzten einsetzen.

In einer überwältigenden Heerschau hat am 3. 9. 1933 in Nürnberg die SA. ihre Geschlossen­heit und Disziplin unter Beweis gestellt.

Das Jahr 1933 wird für alle Zeiten das Jahr des Sieges bleiben.

Die Parole für das Jahr 1934 heißt wieder: Kampf. Es gilt den Sieg zu erhalten, das Er­reichte zu festigen und zu verankern.

Die SA. wird sein der Garant des Sieges der Revolution und der Sendbote unseres Glaubens an Deutschland, bis auch der letzte Volksgenosse mit uns freudig einstimmt in den Ruf der SA-, den die gesamte SA. dem Führer entgegenjubelt:

Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland!

Der Chef des Stabes:

R ö hm.

Berlin, 30. Dezember. Am 1. Januar werden im Deutschlandsender um 18 Uhr Vertreter der verschiedenen Berufsschichten ihre Wünsche an das neue Jahr aussprechen. Arbeiter, Bauer und Handwerker, Dichter, Musiker und Maler, der Gelehrte und der Staatsbeamte schließen sich an.

An die SA. der Obergruppe Vl

Beim Verlassen des Jahres 1933 blicken wir mit stolzer Freude auf den Erfolg zurück, den wir, Kameraden, Schulter an Schulter, jeder an seiner Stelle, mit durchkämpfen durften.

So marschieren wir in das neue Jahr hinein, mit dem Gelöbnis an Führer und Volk, mit der­selben Treue, mit derselben Disziplin und mit demselben Opfermut weiterzukämpfen.

Um Deutschlands Zukunft!

Um Deutschlands Freiheit!

Es lebe der Führer!

Es lebe unser heißgeliebtes Volk und

Vaterland!

Der Führer der SA. Obergruppe VI Lutze, Obergruppenführer.

Der Rrichswehrministei'

Rcichsheer und Reichsmarine spreche ich zum Jahreswechsel meine herzlichsten Glückwünsche aus.

Waffenträger der Nation zu sein, verpflich­tet. Das deutsche Volk, dem das vergangene Jahr das Glück der Einigung wiederbeschert hat, sieht ui Euch den Ausdruck seiner Wehrhaftigkeit. Dient ihm weiter in treuer Pflichterfülluna und in den alten Soldätentugenden, die Ihr als Erbe einer großen Tradition übernommen habt. gez.: von Blomberg, Generaloberst.

Ohne Völkerbund

Deutschlands Ost-West-Politik

kr. Xlü. Es ist bei einer Ueberprüfung der Jahresarbeit des Völkerbundes schwer, keine Satire zu schreiben: Japans Austritt aus dem Genfer Bund nach einer geradezu grotesken Behandlung des Fern-Ost-Konsliktes, scho­nungslose Temaskierung der Verschleppungs­methode in der Abrüstungssrage durch Adolf Hitler schon vor dem Oktober, endgültige Abreise der deutschen Delegierten von Genf ohne Rückfahrkarte und dann, als letzte War­nung, Italiens ultimatives Fordern einer radikalen Reform des Völkerbundes. Das sind die Marksteine der jüngsten Entwick­lung einer Institution, deren wertvollste Tätigkeit darin bestand, unwiderlegbare Be­weise für die Dissonanz zwischen ihrer Theorie und Praxis zu liefern.

Als das neue Deutschland am 14. Oktober charaktervoll und zielbewußt aus einem un­haltbaren Zustand die Konsequenz zog, war seinem Genfer Nein der politische Erfolg dadurch sicher, dah es mit einem positiven Bekenntnis zum wirklichen Frieden verknüpft war. Die Betonung des deutschen Friedenswillens als Grundlage europäischer Aufbauarbeit war, was besonders in London sehr schnell erkannt wurde, weit mehr als ein diplomatisch-taktischer Schritt. Es konnte angeknüpft werden an die stärksten Ereig­nisse der nationalsozialistischen Revolution, denn das Bekenntnis Adolf Hit - lers zu gew altlos er Verständi­gung, in der Abrüstungs- und Gleichberech- tigungssräge war im Grunde schon in seiner großen Reichstagsrede am 17. Mai abgelegt worden. Auch die Unterzeichnung des Viermächtepaktes mit Italien, Frankreich und England Mitte Juli in Rom zeugte von der Ehrlichkeit der deutschen Friedensbereitschaft.

Es folgten nach dem gewaltigen Abstim­mungserfolg des 12. November in gradlini­ger Fortsetzung der deutschen Abrüstungs­politik, die auch in einem Nichtangriffspakt- Angebot an Frankreich ihren Aus­druck fand, zwei Unterredungen des Führers mit dem französischen Botschafter in Berlin, Francois-Poncet. Zwar wurde deren nur informatorischer Charakter mehrfach betont; die zu Ende des Monats durchgeführte Pole­mik der tonangebenden Pariser Presse gegen die angeblichen deutschen Rüstungsforderun­gen — Punktationen genannt — hat aber doch einen wertvollen Einblick in die Materie der bisherigen Verhandlungen und in die staatsmännische Ueberlegenheit Adolf Hitlers über die Politiker des Versailler Systems gewährt. Das Werk weniger Wochen: Ein bis an die Zähne bewaffneter Staat ist vom wehrlosen Deutschland in eine Art Verteidi­gungsstellung gedrängt und muß unter Auf­bietung aller seiner Bundesgenossen der Ge­fahr politischer Isolierung begegnen!

Englands Minister des Aeußeren, Sir John Simon, ist mit seinen wiederholten Bemühungen, zwischen der fran­zösischen Sicherheitsthese und der deutschen Gleichberechti­gungsforderung zu vermitteln, bisher zu keinem greifbaren Ergebnis ge­kommen, woran neben Paul-Boncour und der Kleinen Entente Sir John Simon selbst einen Teil der Schuld trägt: Sein grundsätz­liches Festhalten am Völkerbund läßt auch ihn zu keiner schöpferischen Idee kommen. Ob er nach seiner in wenigen Tagen erfol­genden Unterredung mit Mussolini mehr zum Revisionismus als zur Politik des Status quo neigen wird, ist zunächst nicht mehr als ein Wunsch, kaum eine Hoffnung.

Wie steht es um die deutsche Ost­politik? Der Chronist hat zunächst die mit dem 5. Mai datierte Erneuerung des Berliner Vertrages mit Rußland, der bekanntlich die politischen Grundgedanken von Rapallo auf das Wirt­schaftliche überträgt, zu verzeichnen. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als daß Deutschland seinen Kampf gegen den Kom­munismus als eine innenpolitische Angele­genheit betrachtet, die mit der Tatsache der Staatsform Rußlands nicht das geringste zu tun hat und somit auch die korrekten Be­ziehungen zur Sowjetunion nicht zu trüben vermag. Eine leichte Entspannung im deutsch-polnischen Verhältnis trat schon in der ersten Jahreshälfte ein. nachdem Adolf Hitler bald nach der Macht­übernahme den Begriff des Germanisierens eindeutig abgelehnt hatte. AIs der 12. Novem­ber gezeigt hatte, daß die erwachte deutsche Nation auch im Friedensbekenntnis geschlossen hinter ihrem Führer steht, wurde am 15. No­vember mit dem Empfang des polnischen

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