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Nr. 342 / 4. Vierteljahr
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Donnerstag, den 21. Dezember
Einzelpreis is Rps.
Fmncols-Voncet läßt berichten
Die Berliner Besprechungen zur Frage der Abrüstung und Gleichberechtigung
in französischem Licht / Keine deutsche Note
Paris. 20. Dezember.
Der Erste Botschaftsrat der französischen Botschaft in Berlin, Arnal, ist am Dienstag in Paris eingetroffen und hat sich sofort zum Quai d'Orsay begebe». In gut unterrichtete» Kreisen erklärt man, daß der Botschaftsrat im Besitz eines Berichtes des Botschafters Francois Poncet sei, in dem auf Grund von Mitteilungen der Reichsregierung die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung genau dargelegt sei. Den Bericht habe er Paul-Boucour überreicht.
Bei den deutschen Mitteilungen handele es sich nicht um eine Note, sondern um sogenannte „Punktationen", d. h. genaue Feststellungen über die bisherigen Unterhandlungen.
Dieses Dokument, so erklärt man, werde es der französischen Regierung ermöglichen, in voller Kenntnis der Sachlage Stellung zu den deutschen Forderungen zu nehmen und nach eingehender Vergtung im Ministerrat entsprechende Anweisungen an den französischen Botschafter zu senden. Ueber den Inhalt der Mitteilung wird in der sranzöstsche» Presse weiter gesagt, daß er im Großen und Ganzen den bisherigen Pressemeldungen entsprechen soll.
Deutschland fordere ein 3ÜV llllü-Mann-Heer mit kurzfristiger Dienstzeit und das Recht, defensive Waffen so wie sie in Genf definiert wurden, in uneingeschränkter Zahl zu besitzen. Deutschland erkläre sich mit einer Kontrolle auch der SA.- und SS.-Abteilungen einverstanden unter der Bedingung, dich die halbmilitärischen Organisationen des Auslandes ebenfalls dieser Kontrolle unterworfen werden. Deutschland sei ferner bereit, für 1ü Jahre mit seinen Nachbarn Nichtangriffspakte abzuschließen. Bezüglich des Saargebietes fordere Deutschland die Rückgabe ohne Volksabstimmung, sei aber bereit, Frankreich bis zum Zahre 1335 das Eigentum an den Saargruben zu überlassen.
Petit Parisien erklärt dazu, daß die schriftliche Zusammenfassung der Unterredungen sehr nützlich sei, da sie bei dem Besuch des englischen Außenministers Sir John Simon den Hauptgegenstand der französisch-englischen Verhandlungen abgeben werde. Journal verhält sich ablehnend. Der deutsche Vorschlag sei in seiner jetzigen Form unannehmbar. Die Engländer seien einverstanden mit dem unaufrichtigen Prozeß eines Nichtangriffspaktes, der einzig und allein bezwecke, das Völkerbundsstatut zu torpedieren und Locarno auszuschalten. Die Italiener seien dem Gedanken der Ausdehnung der Kontrolle auf die militärischen Verbände nicht abgeneigt, weil sie dadurch die Verteidigungs- elemsnte Südslawiens und der Tschechoslowakei zerstören wollten. In diesem Punkte müsse das Auftreten Frankreichs umso entschiedener sein, als Frankreich Gefahr laufe, in der Falle seiner eigenen Auffassung gefangen zu werden. Oeuvre und Figaro schreiben gleichfalls ablehnend.
Der Berliner Sonderberichterstatter des „Jour" meldet seinem Blatt u. a., daß Deutschland keiner Jnternationalisierung der Handelsluftfahrt zustimmen würde, solange ehemalige Feindmächte noch Bombengeschwader erhalten.
London, 20. Dezember.
Der Pariser Times-Korrespondent sagt zu den Mitteilungen Arnals: Einige der deutschen Vorschläge seien bereits abgelehnt worden, andere würden noch erwogen. Man glaube in Paris nicht, daß greifbare Ergebnisse vor dem Zusammentritt des Büros der Abrüstungskonferenz erzielt würden. 2n Frankreich scheine die Auffassung, daß Frankreich und England baldmöglichst die Arbeit an dem Abrüstungsentwurf fortsetzen sollten, die meiste Unterstützung zu haben.
Die deutschen Vorschläge und die Möglichkeit der Völkerbundsreform werden dann, wie der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" ausführt, von Sir John Simon zusammen mit den Franzosen während seines Pariser Aufenthalts erörtert werden. Eines sei klar: Nach englischer Ansicht seien die Vorschläge viel zu ernst und zu wichtig, als daß irgendeine an dem Frieden Europas interessierte Macht ihre Erörterung ablehnen dürfe.
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Zu den Berichten der französischen Presse ist deutscherseits wie aus Berlin gemeldet wird, folgendes festzustellen: Es liegen keine neuen V 'lchläqe vor. Vielmehr handelt es sich lediglich um eine schriftliche Punktation, wie sie im Verläufe von längeren mündlichen Verhandlungen üblich ist. Die Tatsache der Reise Ärnals nach Paris beweist schau, daß dre mündliche Berichterstattung das Wesentliche m. Der Grundgedanke der deutschen Haltung M unverändert. Es ist jetzt Sache Englands und Frankreichs, sich hierzu zu äußern. Eine Auflösung oder Verkleinerung der SA. ist weder angeregt worden, noch selbstverständlich
beabsichtigt, llebrigens sind deutscherseits keinerlei Forderungen ultimativen Charakters gestellt worden. Für die anderen Mächte gibt es in der Abrüstungsfrage einen festen Termin infofern. als am 21. Januar 1934 die Abrüstungskonferenz wieder zusammentritt. Da Deutschland aus der Abrüstungskonferenz ausgetreten ist, sind wir hieran nicht gebunden. Wie die Antwort auch lauten wird: Eine Rückkehr nach Genf kommt für uns nicht in Betracht. Aber auch ein Zusammentritt von
mehreren Staaten kommt solange nicht in Frage, als die Frage der Gleichberechtigung nicht eindeutig geklärt ist.
Die nervöse und schroff ablehnende Haltung der Pariser Presse ist unverständlich, da sie selbst zugeben muß, durchaus nichts Neues mitzuteilen. Wenn erneut das „Schreckgespenst der deutschen Aufrüstung" an die Wand gemalt wird, so muß an die immer wieder betonte Bereitschaft des Reichskanzlers Adolf Hitler erinnert werden, einer
völligen Abrüstung Deutschlands zuzustimmen, sofern die anderen Staaten gleichfalls restlos abrüsten. Es. ist nicht unsere Schuld, wenn sich die Staatsmänner in Paris nicht zu dieser Abrüstung entschließen können. Im übrigen wird man auch für die voraussichtlich zum Wochenende in Paris beginnende Besprechung zwischen dem englischen und dem französischen Außenminister im Auge behalten müssen, daß es sich lediglich um A ufzei chnu ng en des Berliner französischen Botschaftsrates handelt, nicht aber um eine deutsche Note. Einzelne Punkte der Pariser Publikation stimmen übrigens mit den Berliner Besprechungen nicht überein. Der Schwerpunkt wird weiter bei den mündliche n Verhaiidlungen zwischen Berlin und Paris liegen, auch wenn der Petit Parisien bereits von der „üblichen Atmosphäre der herzlichen Zusammenarbeit" zwischen England und Frankreich spricht.
Für vernünftigen Warenaustausch
Staatssekretär Feder spricht in Erfurt
Erfurt, 20. Dezember.
Auf einer Tagung der Wirtschaftsführer des Regierungsbezirks Erfurt sprach Staatssekretär Feder über die Zentralaufgäben des neuen Reiches. Die Arbeitsbeschaffung, so sagte er, sei die Schicksalsaufgabe, nach deren Lösung in späterer Zeit einmal der Nationalsozialismus beurteilt werde. Es würde alles nichts nützen, wenn wir ein Heer von Arbeitslosen weiter mitschleppen müssen. Denn dann würden alle politischen Erfolge allmählich wieder in ein Nichts zerrinnen.
Zur Wirtschaftsbelöbu-ng genüge nicht die Privatinitiative allein, sondern die Arbeitsbeschaffung , müsse von zentraler Stelle aus angefaßt und nach ganz großen Gesichtspunkten durchgeführt werden. Die' Wirt
schaftsführung durch das Reich und durch die Länder, so betonte der Redner mit Nachdruck, sei aber keine Planwirtschaft, sondern Wirtschaftsführung von. höheren übergeordneten Gesichtspunkten; denn nur, wenn der Staat die Wirtschaft wieder führe, könne die Wirtschaft wieder zu neuem Leben erweckt werden. Grundprinzip für die Wirtschaftsführung durch den Staat sei aber, daß Reich, Länder und Gemeinden selbst keine Wirtschaft betreiben.
Staatssekretär Feder ging dann auf Exportfragen ein. Wir wollen uns nicht loslösen von der Weltwirtschaft, so erklärte er. Die Autarki werde uns von der Welt aufgezwungen, denn viele Länder verschließen sich der Einfuhr deutscher Erzeugnisse. Unser Standpunkt sei, auf
der. Grundlage einer; gesicherten Nationalwirtschaft einen vernünftigen Warenaustausch unter den Völkern des Erdballes herbeizuführen.
Die großen Eesamtgesichtspunkte nationalsozialistischer Wirtschaftsgestaltung seien: Das Postulat des Fllhrertums im Politischen auf das Wirtschaftliche zu übertragen mit der Zielsetzung, die Wirtschaft nicht tot zu steuern, wie in der vergangenen Epoche, sondern von der Besteuerung zur Steuerung der Wirtschaft überzugehen, die Wirtschaft und die Persönlichkeit des selbstveräut- wortlichen Unternehmers aus den Fesseln der marxistisch-liberakistischen Epoche zu lösen, ein Ordnungsprinzip der Idee, der ständischen Wirtschaft aufzurichten, das. sich gliedere nach den ganz großen Sachaufgaben. Voraussetzung dafür sei der Nationalsozialismus.
Hitler-Jugend, Schule, Familie
Amtliche Leitgedanken zur Schulordnung / Der deutsche Gruß
Berlin, 20. Dezember.
Der Reichsminister des Innern hat die auf der NS.-Tagung des Ausschusses für das Unterrichtswesen beratenen Leitgedanken zur Schulordnung als verbindliche Richtlinien erklärt. In diesen Leitgedanken heißt es:
Die oberste Aufgabe der Schule ist die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist. Die Hitlerjugend ergänzt dieser Arbeit durch Stählung des Charakters, Förderung der Selbstzucht und körperliche Schulung. Sie hat die Schul- gewalt unbedingt zu achten und ihre Mitglieder anzuhalten, die Forderungen der Schule voll zu erfüllen. Schule und Hitlerjugend aber haben in ihren Ansprüchen an die Jugend auf die Mitwirkung der Eltern an der Erziehung und auf die Erhaltung und Pflege des Familienlebens verständnisvolle Rücksicht zu nehmen.
Widerlegung einer Greuelnachricht
Berlin, 20. Dezember.
Der Manchester Guardian bracht« in einer seiner Oktober-Ausgaben von einem „Sonderberichterstatter" einen Bericht über die Lage der Juden in Oppeln und Beuthen (Oberschlesien), der voll der übelsten Verleumdungen ist. Auf Grund der in Oppeln angestellten umfassenden Ermittlungen stellt der Amtliche Preußische Pressedienst
Neujahi'öboischafl Baldur von Schimchö
, Berlin, 20. Dezember.
Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach spricht am 1. Januar 1034 von 11—11.15 Uhr in einer Reichssendung über alle deutschen Sender über das Thema: „Nenjahrsbotschaft an die
deutsche Jugend".
fest daß sämtliche Behauptungen, auf denen der Artikel des Manchester Guardian fußt, unwahr sind In Beuthen besuchen sämtliche jüdischen volksschulpflichtigen Kinder allein die jüdische Volksschule. Die Absonderung der jüdischen Kinder aus besonderen Bänken ist also eine Unmöglichkeit. Auch in den anderen Orten, soweit auf Grund des englischen Berichtes Ortsbezcichnungen vorhanden und damit Nachprüfungen möglich waren, gibt es nirgends eine abgesonderte jüdische Bank. Von Besudeln der Hefte und Zerschneiden der Kleider kann überhaupt keine Rede
Jugendliche unter 14 Jahren dürfen aber keinesfalls über 19 Uhr im Winter, über 21 Uhr im Sommer, Jugendliche über 14 Jahren nicht über 20 Uhr im Winter und 21 Uhr im Sommer, am Sonnabend nicht über 21 Uhr bzw. 22 Uhr in Anspruch genommen werden. Zwei Sonntage haben voll, ein dritter halb von Dienstverpflichtungen freizubleiben, falls das Elternhaus bzw. die Erziehungsberechtigten den Wunsch aussprechen. Schüler über 18 Jahre können ausnahmsweise auch in die SA. eintreten; doch sollen sie an ihrem Dienst nur insoweit teilnehmen, als es die Erfüllung ihrer Schulpflichten gestattet.
Schüler, die der Hitlerjugend oder der SA. angehören, dürfen deren Uniformen und Abzeichen in der Schule und bei Schuln er anst« t- tungen tragen, außer ihnen nur die Schulgruppsn
sein. Andernfalls würde es an Beschwerden nicht gefehlt haben. Beschwerden sind jedoch nirgends erhoben worden.
Ebenso muß festgestellt werden, daß die Behauptungen von den in dem Artikel zitierten Schulgebeten und Schulgesängen, von den „arischen Wüterichen" in Oppeln usw., der tatsächlichen Grundlage entbehren und freie Erfindung sind. Das gleiche gilt für die Kindeigartengeschich- ten. In Beuthen sind z. B. die Kindergärten konfessionell gegliedert. Davon, daß auch nur ein jüdisches Kind einen evangelischen oder katholischen Kindergarten besucht, ist nichts bekannt. Im übrigen gibt es in diesen Kindergärten, von denen der Sonderberichterstatter des Manchester Guardian so beredt zu erzählen weiß, nicht einen einzigen Lehrer und nicht ein einziges siebenjähriges Kind, wie dieser Artikel behauptet.
LLmbilöung des Oberhauses
London, 20. Dezember.
Im Oberhaus fand eine große Debatte über die Oberhausreform statt. Lord Salisbury, der dem Hause einen die Materie behandelnden Gesetzentwurf vorlegte, erklärte, durch den Entwurf solle dem Oberhaus die hinreichende Macht gegeben werden, um zu verhüten, daß das Land außerordentlichen Veränderungen unterworfen würde, ohne daß genügend Zeit gewährt wird, diese Veränderungen zu erörtern. Was die Zusammensetzung der neuen Kammer betrifft, so machte Lord Salisbury den Vorschlag, daß sie aus t50 erblichen Pairs, darüber hinaus aus 150 Parlamentslords, ferner aus dem Pairs vom Königlichen Geblüt und einer beschränkten Anzahl angesehener Persönlichkeiten des Episkopats und der Justiz bestehen soll Ihre Gesamtzahl soll 320 betragen Das Oberhaus nahm die Vorlage in erster Lesung an.
des Vereins für das Deutschtum im Ausland und die Sportjugend. Das Tragen sonstiger Abzeichen und Uniformen, namentlichvonbekenntnismäßigen abgegrenzten Jugendbünden, inder Schuleundbei Schulveranstaltungen ist verboten. Das deutsche Turn- und Sportabzeichen, sowie etwa eingeführte Klassenmützen sind zugelassen. Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der Schule den deutschen Gruß (Hitlergruß). Den nichtarischen Schülern ist es freigestellt, ob sie den deutschen Gruß erweisen oder nicht.
Zum Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Echulschluß vor allen Ferien hat eine Flaggenehrung vor der gesamten Schülerschaft durch Hissen bzw. Niederholen der Reichssahnen unter dem Singen einer Strophe des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes stattzufinden.
10 Tage Waffenstillstand im Ehaco-Krieg
Montevideo, 20. Dezember.
Zwischen Bolivien und Paraguay begann heute ein zehntägiger Waffenstillstand. Die Friedensverhandlungen werden sofort im Rahmen der panamerikanischen Konferenz in Montevideo aufgenommen. Nicht amtlich wird mitgeteilt, daß Paraguay die früheren Friedensbedingungen ausrecht erhalten wolle. Der nach Südamerika entsandte Völkerbundsausschuß hat die Nachricht vom Waffenstillstand an das Völkerbundssekretariat telegraphiert. Der Ausschuß hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß er eine Einladung an beide Länder gerichtet habe, auf einer Friedenskonferenz zusammenzutreffen. Die bolivianische Regierung habe die Einladung bereits angenommen.
Es wird noch bekannt, daß der Kampf zwischen den beiden Staaten 30 000 Tote, 20 000 Gefangene und eine große Zahl von an Tropenkrankheiten Gestorbenen gefordert hat. Auf beiden Seiten haben etwa 150 000 Mann im Kampf gestanden.
Der Reichskanzler beim Reichspräsidenten
Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern nachmittag den Reichskanzler Adolf Hitler zum Vertrag.
Ncurath bei Hindenburg. Reichspräsident von Hindenburg empfing am Dienst^gnachmittag den Reichsminister des Auswärtigen Freiherr» von Reurath, zum Vortrag.
Der Neichsbischof bat den Wirtschnstsdirektor Kunze aus Bethet bei Bielefeld zum Wirtschafts- bevollmächiigten der Reichskirchenregierung berufen.
Der Generalstab der Gemeinden
Von
Oberbürgermeister Fiehler» München
Die Reichsregierung hat durch besonderes Gesetz den Deutschen Gemeindetag zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erhoben und der Aufsicht des Reichsministers des Innern unterstellt. Die deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände sagen für diese entschlossene und kluge Tat dem Führer und seinen Mitarbeitern Dank. Sie wissen das Vertrauen zu würdigen, das ihnen entgegengebracht wird, und werden es durch ihre Leistungen zu verdienen wissen.
Der Teutsche Gemeindetag umfaßt nunmehr sämtliche Gemeinden und Gemeindeverbände, von dem einfachsten Gemeinwesen bis hinauf zu der umfassenden Provinzialverwaltung und dem vielverzweigten Mechanismus der modernen Weltstadt. Er ist der treueste Berater aller deutschen Gemeinden; er hilft ihnen die Gesetze, Verordnungen und sonstigen Maßnahmen der Reichsregierung und der Länder schnell und sachgemäß durchzuführen. Es wäre ein unerträglicher Zustand, wenn jede Gemeinde und jeder Gemeindeverband getrennt für sich allein erarbeiten müßte, was der Deutsche Gemeindetag für alle tun kann.
Der Deutsche Gemeindetag soll dieviel- fältigen Erfahrungen, die in allen Gemeindeverwaltungen täglich gemacht werden, für die Gesamtheit der Verwaltungen nutzbar machen. Er ist das Haus der Gc- meindepraktiker, in dem die guten und die schlechten praktischen Erfahrungen derSelbst- verwaltung gesondert werden sollen.
Der Deutsche Gemeindetag wird gemeinsam mit dem Kommunalwissenschaftlichen Institut an der Universität Berlin eine zentrale Schulungsst 8 tte für die Beamten und Angestellten der Gemeinden sein. Wie der Generalstab des alten Heeres die besten Offiziere der Armee zu sich heranzog, um sie in harter Arbeit für die Praxis des Krieges und des Friedens zu schulen, so will der Deutsche Gemeindetag eine Schulungsarbeit vermitteln, die zum Besten der deutschen Gemeinde und ihrer Bürger sein soll. Borstand und Ausschüsse des Deutschen Gemeindetages sind keine parlamentarischen Deb a ttier k lubs: Der
Vorsitzende hört die Sachverständigen an, er allein aber trägt die Verantwortung.
Der Deutsche Gemeindetag dient den Regierungen des Reiches und der Länder sowie ihren Organen. Aus der Leitung des Reiches allein ruht die Verantwortung für das deutsche Schicksal. Deswegen geht ihr Gebot allen anderen Wünschen vor. Die deut - schen Gemeinden ordnen sich freudig ein und arbeiten für ihren Teil am W i e 0 e raufba u des Reiches mit. Der Deutsche Gemeindetag sammelt Erfahrung und Rat aus allen Gemeinden, um die Regierungen des Reiches und der Länder, wenn sie den Gemeindetag rufen, nicht zu enttäuschen. Der Gemeindetag ist eine „Interessenvertretung" der Gemeinde. Heute gibt es im Reich nur ein „Interesse" und das heißt: Deutschland, das deutsche Volk unterderFührungAdolfHitlers.
Der Führer und Kanzler legt die einheitliche Linie von Staat und Partei fest. Der Leiter der Kommunalpolitik der Partei ist gleichzeitig der Führer des Deutschen Gemeindetages. In dieser Verbundenheit liegt die Aufgabe, der Reichsregierung und den Länderregierungen dafür zu bürgen, daß die deutsche Selbstverwaltung im Sinne des nationalsozialistischen Staates arbeitet.
Handelsvertragsverhandlungen mit Finnland unterbrochen
Berlin, 20. Dezember.
Wie bereits berichtet wurde, haben im Laufe der letzten Woche in Berlin Verhandlungen zwischen einer deutschen und einer finnischen Delegation über den Abschluß eines neuen Handelsabkommens stattgefunden. Das gegenwärtig geltende Handelsabkommen läuft infolge der Kündigung der deutschen Regierung am'31. Dez. des Jahres ab.
Da mit einem Abschluß der Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet werden konnte, ist in den letzten Tagen versucht worden, für die Zeit nach dem 1. Januar 1934 wenigstens eine kurzfristige llebergangsregelung zu finden. Auch dafür hat sich eine Grundlage jedoch nicht finden lassen. In den Verhandlungen ist zunächst eine Unterbrechung eingetreten. — Mit Ablauf dieses Jahres tritt daher zwischen Deutschland und Finnland ein vertragsloser Zustand ein mit der Maßgabe, daß Deutschland die Einfuhr fini- scher Waren solange meistbegünstigt behandeln wird, als auch deutsche Waren bei ihrer Einfuhr nach Finnland nicht ungünstiger behandelt werden als die Waren anderer Länder.
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gilt dabei ke m ut er ! der Wirt- usten,