Ausgabe 
(18.12.1933) Nr. 342
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Nr. 342 / 4. Vierteljahr 7 ,

lwntag, den 18. Dezembe

r Einzelpreis is Rps.

Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft

Die Eröffnungsfeier der Bremer Landesbank-Staatsbank

Am gestrigen Tage fand im Nordwolle-Eebäude die feierliche Eröffnung der Bremer Lan- desbank-Staatsbank vor einem Kreis geladener Gäste statt. Die Bedeutung dieses für die bremische Wirtschaft und für den bremischen Staat gleich weittragenden Ereignisses wurde unterstrichen durch die Anwesenheit des Regie­renden Bürgermeisters Dr. Markert, der in Begleitung von Präsidialrat Richard Hochmuth und Staatsrat Kreis leiter Paul Wegener erschienen war. Außerdem waren anwesend Vertreter des Reiches, der Reichsbank, der Staatskommissar für die staatliche Kreditanstalt Oldenburg, der Präsi­dent des Landesfinanzamtes Dr. Carl und zahlreiche Vertreter der bremischen Wirtschaft.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Se­nator Flohr, daß nicht Erößenwahnsinn und ähnliche Empfindungen maßgebend dafür gewesen seien, der Bremer Landesbank-Staat s- bank im Nordwolle-Eebäude neue Räume zur Verfügung zu stellen, sondern nüchterne Erwä­gungen. Es sei der Wunsch, möglichst viele Be­hörden unter einem Dach zusammenzufassen. Die

Bremer Landesbank - Staatsbank werde jetzt die gleichen Aufgaben zu erfüllen haben, die sie bereits bisher, nur leider mit un­tauglichen Mitteln, zu bewältigen gehabt habe. Die Staatshauptkasse selbst solle wieder zu dem gemacht werden, was sie vor dem Kriege war, während die neue Staatsbank die der Staats­hauptkasse wesensfremden Gebiete zu übernehmen habe. Alle Arbeit aber müsse in gleicher Weise für die Interessen der Hansestadt und darüber hin­aus des ganzen Vaterlandes eingesetzt werden.

Dr. Carl, der Präsident des Landesfinanz­amtes, brachte in seinen, der Rede Senator Flohrs folgenden Ausführungen die Zusam­mengehörigkeit zwischen Reich, Ländern und Ge­meinden zum Ausdruck. Adolf Hitler habe einmal den Satz geprägt: Jeder Diener seiner Gemeinde ist gleichzeitig ein Diener des Landes, des Reiches: jeder Diener des Reiches muß sich gleichzeitig aber bewußt sein, daß er auch ein Diener des Landes und der Gemeinde ist. Präsi­dent Dr. Carl gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bank zum Nutzen der Allgemeinheit ihre Tätigkeit in den neuen Räumen aufnehmen möge.

aus Organisationen privatwirtschaftlicher Natur als Hilfsmittel der staatlichen Finanzpolitik ent­stehen : die Bremer Hansa-Bank A.-E. und den Gemeinnützigen Grundkredit- V e r e i n e. V.

Der Gemeinnützige Grundkredit-Verein ist ge­gründet worden, um mit Hilfe des Staates den Realkredit zu fördern, ohne daß der Staat bares Geld aufzuwenden brauchte. Er sollte eine Art Hypothekenbank sein.

Bei unserem zweiten Beispiel, der Bremer Hansa-Bank, hat es zunächst den Anschein, als begäben wir uns völlig auf privatwirtschafr- liches Gebiet. Als die Hansa-Bank im Oktober 1928 gegründet wurde, ahnten nur wenige die Zusammenhänge, auf denen die Gründung be­ruhte. Nach dem Eesellschaftsvertrag, den die Gründer der Bank: der Norddeutsche Lloyd, die Nordwolle, die Kaiser-Brauerei, die Danatbank die Schröderbank und die Sparkasse miteinander schlössen, war „der Gegen st and des Unter­nehmens, zum Zwecke der Förderung der bremischen Wirtschaft im weite­sten Sinne Kredite oder Darlehen zu gewähren oder zu verschaffen". Das Kapitalder Gesellschaft betrug 10 Milk. RM,

Erst im Frühjahr 1931 griff man auf die Hansa-Bank zurück, als es sich darum handelte, die Nordwolle vor dem Konkurs zu bewahren. Ihnen allen ist diese NWK,-Stützungsaktion be­kannt, die das erste und letzte Eigengeschäft der Hansa-Bank wurde, Die Verhältnisse aber, die die Folge der Stützungsaktion waren, waren so kom­plizierter Natur, daß es IX Jahre dauerte, bis sie geklärt waren. Erfreulicherweise ist die Klä­rung, durch den mit der Dresdner Bank im Früh­jahr ^abgeschlossenen Vergleich eine vollständige gewesen.

Aber schon bevor die endgültige Bereinigung erfolgt war, sind wir bereits seit dem Frühjahr 1932 dazu übergegangen, die Hansa-Bank inner­lich langsam umzuwandeln.

Wir haben versucht, zunächst den treuhände-

rischen Charakter der Bank in ihrem Ver­hältnis zum Staat zu betonen.

Die Hansa-Bank trat als offener Anleihe- nehmer für den Staat auf. Sie wurde damit betraut, Anleihegeschäfte des Staates treuhände- risch abzuwickeln, und dadurch, daß es gelang, alle diese Geschäfte reibungslos durchzuführen, gewann sie allmählich an vielen Stellen Ver­trauen,

Es war für die Hansa-Bank ein schicksalhaftes Zusammentreffen, daß rn jenen Tagen, in denen der Vergleich mit der Dresdner Bank über die NWK.-Stlltzungsaktion abgeschlossen wurde, die nationale Revolution ausbrach. Fest stand schon damals, daß die Hansa-Bank in ihrer alten Form lauin Bestand haben konnte, daß eine innere Ilmorganisation in irgendeiner Weise notwendig werden würde. Aber es hatte sich noch keine be-

und Opfer. Schwer lastend ist die Doppelheit seines Erlebens, göttlich groß ist die Gestaltung zur Einheit. — Die Stunde, da die deutsche Seele zu klarem Bewußtsein, zur Tat, erwacht, ist noch nicht da, aber sie ist nah. Der Stunde des Erwachens der deutschen Seele zum Handeln wird die Besitzergreifung des Lebensraumes fol­gen. Aus der Ueberwindung der Zerrissenheit und Verschwommenheit, aus der Geburt der Ein­heit wird die deutsche Herrschaft erwachsen.

Es ist die Stunde der Dämmerung, der Däm­merung zwischen Nacht und Tag, Voller Grauen und Schaudern ist sie für den Schwachen, voller Hoffnung und Glauben für den Starken,

Es ist die Stunde der Dämmerung vor dem Morgenrot.

Und wenn die deutsche Seele ihre Auferstehung feiert, leuchtet die Sonne über dem wunder­samen und geheimniserfüllten deutschen Land.

Entstehung der Familiennamen

Nach Tharaktsr und Wohnort

In einem Dorfe der weiteren Umgegend Bre­mens lebte vor Jahren ein gewisser Lütjeharms. Er hieß so, genannt wurde er immer anders. Er war nicht lllttj (klein), sondern groß, außerdem führte er immer ein großes Wort; deshalb wurde er immer nur Grotehals genannt. Hätte der Mann im Mittelalter gelebt, wäre der Näm­licher an ihm hasten geblieben. Daß während der Entstehung der Familiennamen der Spitz­name eine große Rolle spielt, ist kein Wunder Alles muß herhalten, austollende körperliche Merkmale, geistige Vorzüge und Schwächen, Miß­bildungen, bestimmte Gewohnheiten u!w Witz und Humor spielen hier eine große Rolle, auch

stimmte Linie herausgebildet, nach der sich diese Umwandlung vollziehen konnte. Durch die natio­nale Revolution wurde die Entwicklungsrichtung klar ausgewiesen.

Wen» es in früheren Jahren möglich ge­wesen ist, daß der Staat in Abhängigkeit von der Wirtschaft, d. h. von einseitigen Wirtschastsinteressen geriet, so mußte der neue Staat im Gegensatz hierzu den unbe­dingte» Vorrang für sich in Anspruch nehmen.

Es entstand die neue Einsicht, daß der Staat sich selbst aufgibt, wenn er die Führung in der Wirtschaft verliert. Gerade wir in Bremen haben Erfahrungen hinter uns, die für uns diesen neuen Grundsatz besonders notwendig erscheinen ließen. Hinzu kam, daß immer mehr die Einsicht auf­kam, daß die Beherrschung der Wirtschaft durch den Staat vor allem von der Geld- und Kredit­politik her erfolgen muß.

Wir haben uns die ernste Frage vorgelegt, wie wir auf unserem kleinen Gebiet diesen neuen Grundsatz verwirklichen konnten. Wir kamen zu der Ueberzeugung, daß es sich nicht umgehen lassen würde, einen auch naH außen hin erkenn­baren Trennungsstrich gegenüber der Vergan­genheit zu ziehen.

Wir glaubten, dokumentieren zu müssen, daß es der Staat, seiner selbst bewußt geworden, nie wieder dulden würde, von einseitigen wirtschaftlichen Interessen mißbraucht zu werden.

Zwar wird es in vielen Fällen schwer sein, die Abgrenzung zwischen den Interessen der Allge­meinheit und den Sonderinteressen einzelner zu

vle «MlerliMe. ein Kern aer vsMsgemeimMsM

ziehen, und sicher kann es Fälle geben, in denen im Augenblick der Entscheidung das Vorhanden­sein des allgemeinen Interesses bejaht wird, während die Dinge, nachträglich gesehen, viel­leicht ganz anders beurteilt werden. Aber wir glaubten, daß es doch möglich sein müßte, eine Abgrenzung zu finden, die vor allem von dem Selbsterhaltungstrieb des Staates diktiert war, und daß es darüber hinaus vielleicht notwendig sein würde, die Auffindung dieser Abgrenzung durch eine geeignete Organisation der bremischen Vermögensverwaltung zu erleichtern.

Mit diesen Erwägungen verband sich unsere anfangs bereits festgestellte Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Trennung der reinen Haus­haltsausgaben von der Vermögens- und Schul- denoerwaltung des Staates. Wir mußten ein­sehen, daß die Hansa-Bank in ihrer aktienrecht- lichen Form nicht geeignet war, als Träger die-

unflätige Schimpfnamen kommen vor, die aber meist wieder untergegangen sind.

Auffällig ist immer die Haarfarbe. Die vor­wiegende Haarfarbe war blond, deshalb gibt es keinen Namen Blond oder Vlorcker, dafür aber Schwarz, Schwarzkopf, Schwärze!, Dunkel, Dunker (kann auch vom Beruf des Tünchers ab­geleitet sein); ferner Weiß; Witte, Witkop, Rothe, Rother, Rott, aber auch Fuchs, Voß, Vulpius (latinisiert). Der Kahlkopf heißt Kahle, Kahler, Kahl, der Kraushaarige, Krause, Kruse, Kroos, Wollenhaupt, Cusemann, Crusius (latin.) Eigen­arten der Kopfform lassen folgende Namen er­stehen: Breithaupt, platid. Bredehöft, Schönkopf, Wedderkop (Widderkope), Ossenkop; Kopp ist wahrscheinlich eine Verkürzung von Jakob, Dür- kopp ist gleichbedeutend mit Teuerkauf. Der Hochgewachsene heißt Groß, Grosse, Eroßmann. Eroth, Erothe, Erotjan (gr. Johann), Erotkuß (gr. Christian), Eroßkurth; der Kleine heißt Klein, Kleinste, Kleen, Kleinschmidt, Kurz, Körte, lat. Curtius, plattd. Lüste, Lütke, Lütjebrun (Bruno), der Schmächtige heißt Dünne, Dürre; der schnelle, gewandte Mann heißt Schnelle, auch wohl Vogel; der Gedrungene Klotz, Block oder Knorr. Familiennamen sind von Männern er­dacht und werden Männern verliehen; bei ihnen steht leibliche Schönheit nicht hoch im Kurse, des­halb gibt es nur die Namen Schöner, Schoner, Schönherr.

Von körperlichen Gebrechen stammen die Namen Hinkebein, Hasenbein, Ziegenbein, Stolterfuß. lvon stolpern). Knackfuß, Kuhfuß, Dollfuß (-dicker Fuß, kann aber auch eine Verkleinerung von 'ldolfus bedeuten) Schillers Ahnherr war ein

> Schieler ähnlich Schiele und Scheele, Krupps

: Erfahr -'n Krüppel

! Geistige Eigentümlichkeiten standen Pate bei ' Agenden Namen: Hartnacke. Kluge. Klugkist

(Christian», Lustig. Ohnesorge, Wunderlich, Biedermann, Ehrlich, Wolzogen (Wohlgezogenej,

ser Aufgaben zu dienen, weil es vor allem dar­auf ankam, unbedingt den Eindruck zu vermei­den, als wolle der Staat auch fernerhin unter der privatwirtschaftlichen Decke Geschäfte erledigen, die einem Staat eigentlich wesensfremd sind. So entstand allmählich der Gedanke, die Hansa-Bank in eine öffentlich-rechtliche Kreditanstalt umzu­wandeln. Die Hansa-Bank hatte sich nicht als der neue Bankentyp herausgestellt, von dem man bei ihrer Gründung gesprochen hatte, aber es gab einen bereits traditionellen Bankentyp, der für unsere Zwecke die allein geeignete Form dar­stellte, den Typ der Staatsbank.

(Fortsetzung Seite 2)

ODuffy Verhaftet

Deutschland als Vorbild für die irische Blau- Hemden-Vewegung

Westport (Erafsch. Maryo, Irland), 17. Dez.

General O'Duffy, der irische Blauhemdenfüh­rer, wurde heute, als er in der Uniform der Blauhemden in einer Versammlung der gegen de Valera gerichteten Bewegung erschien, ver­haftet. Dieser Vorfall hatte ein Handgemenge zwischen der Polizei und den Anhängern O'Duffys zur Folge. Die Polizei hatte die ganze Stadt Westport umzingelt. Hunderte von berittenen Blauhemden, die der Versammlung beiwohnen wollten, waren bereits vor der Stadt angehal­ten worden.

General O'Duffy bezeichnet in einer Unter­redung mit der „Sunday Dispatch" das national­sozialistische Deutschland als Vorbild für die poli­tische Zukunft Irlands. Er setzt sich für eine Ver­einigung von Nord- und Südirland und für die Schaffung eines politisch und kulturell an füh­render Stelle stehenden irischen Staates ein. „Wie wir unser Volk über die bloße Politik zu einem nationalen Ehrgeiz emporheben können, wird heute am besten durch die Nationalsozialisten in Deutschland und die Faschisten in Italien gezeigt."

Lum Tode vemrLM

Kommunistischer Mörder vor dem Kottbuser Schwurgericht

Kottbus, 17. Dezember

Eins der scheußlichsten Verbrechen aus der Zeit der politischen Verhetzung fand vor dem Kott- buscr Schwurgericht nach dreitägiger Verhand­lung seine Sühne. Der 21jährige Kommunist Bernhard Pischon, der am 18. Februar 1932 den SA-Mann Walter Gornatowski erschla­gen hatte, wurde wegen erwiesenen Mordes zum Tode verurteilt. Der Mitangeklagte Fritz Som­mer erhielt wegen versuchten Totschlages 8 Jahre Zuchthaus.

Bohlmann (von baltkühn), ebenso Bollmann, Bolte, Bohlen. Wer sich vor Tod und Teufel nicht fürchtet, heißt Bietendüfel. ebenso Hau­schild (hau den Schild!). Der Ahnherr des ehe­maligen hessischen Ministers Hassenpflug, den seine gedrückten Untertanen „Hessenfluch" nannten, war ein fauler Bauer, er haßte den Pflug.

Die Zahl der aus der Wohnstätte oder dem Herkunftsland abgeleiteten Namen ist recht groß. Wer aus einem fremden Gau zugezogen kommt, erhält einen darauf bezüglichen Namen. Die Namen der deutschen Landschaften spiegeln sich wieder in Schwab, Hesse, Heß, Heise, Bayer und Beyer, Düring (Thüringen), Holstein, Sachs, Dehne (Däne), Dehning, ferner Wendt (Wende). Auch außerdeutsche Länder tauchen auf, so in Franzos, Francois, Pohl, Pollack Der Ahnherr eines Türk oder Turk stt aber schwerlich ein Türke gewesen, sondern hat höchstwahrscheinlich an den Kreuzzügen gegen die Türken teilgenommen. Schlägt man ein Ortsnamenlexikon auf, so kann man einen großen Teil der Orte in den Familien­namen wiederfinden. Hier sei nur einer genannt der Name unsers Freiheitskämpfers Schlageter (Schlageten ist ein Ort im Schwarzwald, woher Schlageter auch stammt) Die von Städten ab­geleiteten Namen sind vielfach Judennamen, die im 18. Jahrhundert den Juden durch staatlichen Zwang gegeben wurden Auf Eigentümlichkeiten der Wohnstätte sind zurückzuführen: Osterwann Westermann, Nordmann, Sudmann (nach der Himmelsgegend, der Sudmann verwandelt sick in einen Gundermann oder logar Sündermann > Bach, Fluß, Brinkinann (Brink-Erböhnng) Wurthmann (Wurth-Werft), Waldmann. Leistn- (slawüch Waldmann), Lehman» (Loh-Wnld, Aus der Heide, Heidmann. Bergmann. Miede mann, zur Mühlen. Neuhaus, Huntemann und Allermann (nach den Flüssen), Buschmann u. a. m. ,,

Bedeutung einer Staatsbank für Bremens Wirtschaft und Finanzen

Darauf ergriff Dr. Salander als Vorstand der bremischen Landesbank-Staatsbank zu einem eingehenden, mit großem Beifall aufgenommenen Referat über die Bedeutung einer Staatsbank für Bremens Wirtschaft und Finanzen das Wort. Er schilderte in großen Zügen die Vorgeschichte der bremischen Staatsbank und ging dann im zweiten Teil seiner Rede ausführlich auf die neuen Aufgaben, die der Staatsbank gestellt wären, ein. Dabei machte er unter anderem folgende Ausführungen:

In bewegter Zeit öffnet die Bremer Landesbank in diesen Tagen ihre Tore. Im Juli durch die Umwandlung der Bremer Hansa-Bank Aktien­gesellschaft entstanden, hat sie jetzt die Zeit der Vorbereitung hinter sich und erlangt eine wirk­liche Existenz. Umso bewegter ist für die Lan­desbank diese Zeit, als das Gebiet, besten Teil sie ist, das Gebiet des Geldes und des Kredites heute von einer Entwicklung ergriffen worden ist, deren Ziel noch nicht absehbar ist.

Wenn der Senat trotzdem in einer Zeit, in der manche in Deutschland bestehende Staatsbank be­reits ein vieljähriges Jubiläum feiern kann, in Bremen die Gründung einer Staatsbank be­schlossen hat, so wird die Staatsbank in besonde­rem Maße den Nachweis sür ihre Existenzberech­tigung erbringen müssen.

Denn es könnte sicher die Frage aufgeworfen werden, weshalb es notwendig war, eine Staats­

bank zu gründen, nachdem die Finanzverwaltung des bremischen Staates bisher immer noch ohne ein solches Hilfsmittel ausgekommen ist. Wer aber den Kopf über diese Gründung schüttelte, ahnte nicht, wie dringend notwendig dieses Hilfs­mittel war. Denn das Fehlen einer Staatsbank hat in Bremen schwerwiegende Folgen, vor allem in den Jahren, die der Inflation folgten, gehabt.

Zwischen der Staatshauptkasse und den Banken muß ein Institut eingeschaltet werden, das in der Lage ist, die Aufgaben, die der Staat aus dem Gebiet des Geld- und Kreditwesens im allge­meinen wie hinsichtlich seiner eigenen Finanzen hat, zu erfüllen.

Wir haben gerade in Bremen in den letzten 10 Jahren die Folgen einer Entwicklung, ich möchte sagen, ihre letzten und daher vielleicht auch besonders krankhaften Auswirkungen gesehen. Wir standen plötzlich vor der Tatsache, daß der Staat die Führung völlig verloren hatte und auf Gedeih und Verderben mit einer in sich zusam­menbrechenden Wirtschaft verbunden war, so daß er selbst auf's Aeußerste gefährdet wurde. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß wir in jener Zeit in der Staatlichen Finanzverwaltung überall aus eine privatwirtschaftliche Denkweise stoßen.

So finden wir ein in sich widerspruchsvolles Er­gebnis vor: wir sehen eine Behörde mit der Aus­führung von Bankgeschäften betraut und wir sehen aus der privatwirtschaftlichen Haltung her-

Oer deutsche Mensch

Don Rnri Eggers

dem Nebelgrau Nordlands, dem Lande hafter Sehnsucht nach karger Sonne, nach m Blattgrün, nach duftender dampfender >r Erde kommt der deutsche Mensch, kommt utsche Seele.

h und Gnade liegen über der Seele des >en Menschen: Fluch sür den Schwachen, ich unerforschlichen Gesetzen des Blutes zu- : geht an der Unerfüllbarkeit seiner Sehn- Enade für den Starken, der durch Kampf rieben seine Sehnsucht schöpferisch im Siege en kann. Der schicksalhaft gegebene Kamps rutschen ist der eigentliche Mythos der nor- i Seele: im Zwielicht von Dämmerung

liorgenröte entsteht der Sang der Edda, der rngenkanrpf und -glauben, entsteht die nor- Geftaltung der Dichtkunst in der Ballade, der Seele des deutschen Menschen ist das che Erfühlen der Dinge und Zuisammen- zu blutmäßiger Gestaltung entstanden. Un- rdlich für den Fremden ist die Gestalt der :en Seele in ihrer Doppelheit, voller Angst Verwirrung erfährt er den Deutschen fast eilig als den kindlich träumerischen reinen und den kriegswilligen und kampfesfrohen iren Nie wird der Nichtdeutsche den Zu- mhang von Licht und Nebel, von Sonne stauen in der deutschen Seele erfassen kön- Vielleicht auch wird der Deutsche sich selbst über seine wunderbare Einheit klar. Nur venige begnadete nordisch« Menschen haben aus dem Halbdunkel hervorschimmernde :n der deutschen Seele künstlerisch schaffend prophetisch schauend gestalten können, deutsch efsten Erleben und Erahnen der Zusammen- ! ist die Malerei Rembrandts, deutsch ist

die unbeschreiblich süße Herbheit der Skulpturen Riemenschneiders, deutsch ist das Erleben von Grau und Hell in der Musik Beethovens und Bachs, deutsch ist das Gotteserleben und -suchen Eckharts und Luthers bis hin zu Jokob Böhme, dem Träumer und Ahner hinter der geheimnis­voll und abgründig schimmernden Schusterkugel.

Es ist unerklärlich deutsch, daß im Erleben der schönsten Schönheit und der tiefsten Seligkeit der nordische Mensch unergründlich traurig wird, wie er ebenso unergründlich in der Hartheit himmelsfern« zarte Saiten klingen hört.

Der Deutsche ist ein Mensch der Sehnsucht, nie der Erfüllung, des Kampfes, nie des Friedens, des Hungerns, nie des Sattfeins. Die tausend deutschen Sehnsüchte sind ständig in Gefahr, ver­raten und verkauft zu werden, nirgends werden die Kämpfe der Weltanschauungen so erbittert geführt, wie im deutschen Raume. Der Einsatz ist das' deutsche Seelentum.

Kind mst, Krieger ist der Deutsche.

Dieselbe kämpferische Sehnsucht erfüllt Knaben und Mann.

Und weh dem Deutschen, dessen Schwert zer­brach. besten kriegerischer Arm erlahmte: an

dem Verrat seines Seelentums stirbt er.

Zartes und Herbes wird zur Einheit im Deut­schen, das ist seine Vegnadung, das ist der Sieg seiner Seele. Kampf ist sein Leben, Frieden sein« Erholung Sonne ist feine Sehnsucht, Däm­merung sein Dasein. Die Kargheit der deutschen Landschaft, die Dürftigkeit deutscher Vegetation, die Wolkenschwere des deutschen Himmels: alles ist Gnade und Gabe. Nicht« fällt dem deutschen Menschen mühelos in den Schoß, alles, was ihm wird, wird ihm aus Kamps und Sieg, aus Blut

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