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Nr. 103 / 2. Dierteljadr
Sonntag, den is. April
Einzelpreis 12 Rpf.
Die Neutralen haben das Wort
Vorschläge z«r Abrüstungsfrage
Genf, 14. April.
Sonnabendmittag wurde in Genf eine Denkschrift veröffentlicht, die die gemeinsamen Vorschläge zur Abrüstungsfrage enthält. Die Denkschrift, die ihr Entstehen der Initiative Schwedens verdankt, geht von den britischen Abrüstungsvorschlägen aus. Sie steht ähnlich wie Erotzsiegelbewahrer Eden auf dem Standpunkt, daß es möglich sein müsse, durch eine Anpassung der englischen Vorschläge zu einem für alle annehmbaren Abkommen zu gelangen. Die Konferenz befindet sich heute vor der Notwendigkeit, sich mit der Tatsache einer Wiederaufrüstung abfinden zu müssen. Es sei die Aufgabe des Hauptausschusses, konkrete und endgültige Vorschläge zu machen. Trotzdem fühle man sich verpflichtet, schon jetzt die Aufmerksamkeit der Abrüstungskonferenz auf die wichtigsten Grundsätze zu richten, bei deren. Beachtung eine Lösung möglich erscheine. Diese Grundsätze werden dann in vier Punkten entwickelt:
1. Man müsse sich vorläufig mit einem Ab- riistungsabkommen begnügen, das nur bestimmte Gebiete der Rüstung umfasse. Jede Entscheidung, die die Aufrechterhaltung oder Abschaffung der Militärluftfahrt betreffe, werde gleichfalls verschoben. Vorschläge mutzten durch das bedingungslose Verbot des Luftbombardements verstärkt werden.
2. In diesem Rahmen sei es wesentlich, wenigstens einige Matznahmen für eine tatsächliche Abrüstung ins Auge zu fasten.
3. Das Abrüstungsabkommen müsse in bescheidenem Matze eine praktische Durchführung der Gleichberechtigung sichern.
4. Ein Abkommen dieser Art scheine nicht durchführbar zu sein, ohne eine Verstärkung der Sicher- heitshiirgschaften über das hierfür in der englische« Denkschrift vorgesehene Matz hinaus. ?lor allem werde man tatsächliche und präzise Aus- siihrungsbürgschaften für das Abkommen ausarbeiten müssen. In diesem Zusammenhang erklärt die Denkschrift die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund für einen Beitrag zur Frage der Sicherheit.
Frankreichs Garantieforderung
England soll sich unbedingt binden
Paris, 14. April.
Nach Blättermeldungen soll die französische Note über die Garantieforderungen kurz vor der Abreise Barthous nach Warschau in London überreicht werden. Man darf heute bereits feststellen, daß die Garantieforderungen Frankreichs darauf hinauslaufen, England in einem Streitfall unbedingt au Frankreich zu binden. Nur unter dieser Voraussetzung will Frankreich sich auf die Unter- zeichnung eines Abkommens einlassen, das aber wohlgemerkt nur eine Rüstungsbeschränkung vorsehen darf. „Ganz bestimmte Verpflichtungen sind notwendig", schreibt der „Petit Parisien". „Diplomatische Sanktionen, finanzielle Sanktionen, wirtschaftliche Sanktionen und militärische Sanktionen, das ist die Staffelung der allgemeinen Garantien, die das Abkommen enthalten mutz."
Nach Ansicht des „Echo de Paris" müsse Frankreich die Gewitzheit haben, daß an dem Tage eines Angriffs die englische Armee an Frankreichs Seite trete.
Revoltierender Bergwerkdirektor
Düsseldorf, 14. April
Die Regierungspressestelle teilt mit:
Die Staatspolizeistelle hat heute (Sonnabend) den Direktor der Zeche Rheinprcutzen in Homberg. Kreis Mors, Bergassessor a. D. Heinrich Kost, und die Direktionssekretäre Hoefer und Huehner wegen schwerer Gefährdung des Wirtschastssriedens in Schutzhaft genommen und in das Polizeigesängnis Düsseldors überführt. Den genannten Personen wird vorgeworfen, anläßlich der Wahl der Vertrauensräte ein anonymes Flugblatt gegen den Führer der Vorschlagsliste verfaßt und verbreitet zu haben, obwohl diese Liste gemeinsam von der Wcrksleitung und dem Vetriebszellenobmann aufgestellt worden war. Dieses Verhalten kennzeichnet sich als eine besonders gröbliche Verletzung der durch die Betrievsgemeinschaft begründeten Pflichten und erforderte zur Wahrung der sozialen Ordnung ein nachdrückliches staatliches Eingreifen.
Festgottesdienste am i. Mai
Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Ministerialdirektor Jäger hat zum Tage der nationalen Arbeit für die Evangelischen Landeskirchen eine Anordnung getroffen, in der es heißt: „Am
Tage der nationalen Arbeit oder am Vorabend sind, wo es irgendmöglich ist, Gottesdienste zu halten. Die Kirchengebäude sind am 1. Mai zu beflaggen. Zu geeigneter Zeit sind die Glocken zu läuten.
Eröffnung des Reichsbauernrats
Reichsbauernführer Darre hat den deutschen Reichsbauernrat zu seiner ersten Sitzung in Berlin einberufen. Nach einer grundsätzlichen Rede des Reichsbauernsiihrers über die Aufgaben des Reichsbauernrates fand die feierliche Verpflichtung der Mitglieder auf den Führer Adolf Hitler statt.
Deutschland wird nicht isoliert
Der Neichsaußenminister über unsere handelspolitischen Beziehungen
Hamburg, 14. April.
Reichsaußenminister von Neu rath sprach Sonnabend abend auf der Iahresveranstaltung der Hamburger Abteilung des Jbero- Amerikanischen Institutes. Er führte u. a. aus: Was aus dem gegenwärtigen Wirrwarr der wirtschaftlichen und handelspolitischen Tendenzen der einzelnen Länder und aus der völligen Desorgani- sierung der internationalen Finanzbeziehungen schließlich sich einmal herausentwickeln wird, wird heute mit Sicherheit Niemand voraussagen können. In zwei Punkten zeichnet sich die Entwicklung für Deutschland aber heute schon klar ab. Das eine ist, daß das Schlagwort der Autarkie, das im Auslande zu manchen Mißdeutungen Anlaß gegeben hat, heute in allen maßgebenden Kreisen überwunden ist. Ich spreche das deutlich aus.
Niemand in der Reichsregierung glaubt, daß Deutschland wirtschaftlich vom Ausland isoliert werden soll und kann. Zwar wird mit neuen und vereinten Kräften daran gearbeitet, unser Volk und unsere Wirtschaft von ausländischen Lebensmitteln und Rohstoffen unabhängiger zu machen als dies früher war und im Inlands selbst zu erzeugen, was hier erzeugt werden kann. Wi? haben in dieser Richtung bereits sehr positive Fortschritte gemacht. Andererseits aber verlangt unsere zentrale Lage in Europa verständnisvolle und auf wechselseitiges Entgegenkommen aufgebaute Handelsbeziehungen mit den Nachbarländern und ebenso verlangt die Notwendigkeit, Rohstoffs zu beziehen, sreundschaftliche Austauschbeziehungen mit den überseeischen Ländern.
' Ich kann kein besseres Beispiel für diese Einstellung der Reichsregierung anführen als die kürzlich neuabgeschlossenen Handels v e r - träge mit Holland und Dänemark. In diesen beiden Verträgen ist besonders die wechselseitige Einsicht und Bereitwilligkeit zum Ausdruck gekommen, auf die Lebensnotwendigkeiten des anderen Staates Rücksicht zu nehmen. Ich hoffe, daß dieses Beispiel internationaler
Der Stab
des Stellvertreters des Führers
Wir. Kraftzentrale und Organisationsleiter für die Stäbe des Stellvertreters des Führers ist Reichsleiter Martin Bormann als Stabsleiter. Er hat in tätiger Zusammenarbeit mit Rudolf Heß einen reibungslos laufenden Schas- fensapparat organisiert, der nach dem Prinzip aufgebaut ist, daß alle für den Stellvertreter des Führers bestimmten Mitteilungen der Parteiorganisation und der Parteigenossen fachgemäß so durchgearbeitet werden, daß Rudolf Heß eine möglichst sofortige Entscheidung möglich ist.
In dem von Martin Bormann geleiteten Arbeitsgebiet herrscht der Grundsatz, daß alle Anregungen aus der Partei geprüft, alle Notwendigkeiten festgestellt werden, alle Dienststellen der Parteiorganisation und alle Parteigenossen ihre berechtigten Wünsche zur Kenntnis bringen können, und daß andererseits die Anweisungen, die sich aus der Kenntnisnahme all dieser Benachrichtigungen ergeben, in knappster Form durch den Stellvertreter des Führers gegeben werden können.
Trägt der Stellvertreter des Führers die Verantwortung für das reibungslose, sinnvolle und, zweckentsprechende Arbeiten der Partei vor Adolf Hitler, so trägt der Reichsleiter Martin Bormann fast dieselbe Verantwortung vor Rudolf Heß. Er ist über alle bedeutsamen, schwebenden Fragen in der NSDAP. im Bilde, und vermag ständig ratschlagend am Ausgleich bestehender Hemmungen, an der Ausschaltung von Widerständen zu arbeiten, die die Parteientwicklung stören. Er vor allem ist die praktische Kon - troll- und Wachin stanz darüber, daß Organisationen und Funktionäre des Staates und der Partei, den nationalsozialistischen Willen des Führers auch wirklich im Handeln und Unterlasten zum Ausdruck bringen.
Seine persönliche Kenntnis aller mit der Führung der Partei beauftragten Männer erleichtert ihm seine umfassende Arbeit; seine charakteristische Art, ein großes Teil Selbstverantwor- tung auf sich zu nehmen, sichert ihm die Achtung und das Echo als Persönlichkeit, und garantiert ihm promptes Innehalten der von ihm veranlaßten Anordnungen.
Seine langjährige organisatorische Tätigkeit in der Partei, und darüber hinaus der persönliche Kontakt mit dem Führer, sichern ihm auch dessen Vertrauen, so daß seine Energie, die eben auf dem Vertrauensverhältnis zum Führer und seinem Stellvertreter basiert, sich willensstark auswirken kann. Auch deswegen vermag er so zielsicher zu arbeiten, weil er aus eigener Praxis die Bedürfnisse, nicht nur der großen, sondern auch der kleineren und kleinsten Organisationen der Partei kennst weil ihn die Arbeit mehr beglückt als Titel
wirtschaftlicher Zusammenarbeit auch bei den Verhandlungen mit anderen Staaten Schule macht.
Das zweite ist, daß wir in Zukunft die Waren einfuhr planvoller in die Hand nehmen müssen als in der Vergangenheit. Die Währungspolitik und die handelspolitische Abschlie- tzung vieler Länder hat uns einfach in die Zwangslage versetzt, eine planvolle Verlagerung der notwendigen Einfuhr nach den Ländern vorzunehmen, die bereit sind, Deutschland entsprechende Werte abzunehmen. Die Reichsregierung wird diese Linie zwar unter möglichster Schonung alter Handelsbeziehungen, aber doch zielbewußt verfolgen.
Diese rücksichtsvolle und zielbewußte Gestaltung unserer Handelspolitik verlangt mehr als je eine einheitliche Führung. Es geht nicht an, daß jeder Berufszweig es unternimmt, seine eigene Handelspolitik zu treiben.
Der Erfolg einer deutschen Außenhandelspolitik, wie ich sie kurz skizziert habe, ist natürlich, wie der Erfolg jeder Handelspolitik, stets von einer elementaren allgemeinen Voraussetzung abhängig, das ist die Beruhigung und Konsolidierung der internationalen Lage in politischer Beziehung. Daß die Außen-
Dr. Klocke freigesprochen
Prag, 14. April.
Die Schlußverhandlung im Schutzgesetz-Prozeß gegen den reichsdeutschen Staatsangehörigen Dr. Helmut Klocke aus Leipzig, der wegen „Anschläge gegen die tschechoslowakische Republik und Militärspionage" angeklagt war, wurde am Sonnabend vor dem Kreisgericht Mährisch-Ostrau wiederum geheim durchgeführt. Nach den Plädoyers verkündete der Vorsitzende,,Obergerich ts- rat Dr. Hahn, nach kurzer Beratung des Gerichtshofes den Freispruch. Der Staatsanwalt legte dagegen die Nichtigkeitsbeschwerde ein.
und Uniform, und weil er zu jenen kritisch-glücklichen Naturen gehört, denen auch am Mitstreiter lediglich Arbeitsleistung und Charakter etwas bedeuten.
Sein Arbeitsprinzip ist verhältnismäßig einfach: unermüdlich zu sein. Da es weder dem Stellvertreter des Führers noch ihm selbst möglich wäre, die bisweilen recht ausführlichen Briefe und Berichte von Anfang bis zu Ende zu lesen, werden ihm wiederum von Fachbearbeitern Auszüge vorgelegt über die wichtigen und zur Entscheidung stehenden Einzelabsätze aus den Schreiben. Darnach entscheidet er frei, welche Angelegenheiten der Stellvertreter des Führers entscheiden muß, welch« er selbst sofort erledigt, und welche Vorgänge den Stabsmitgliedern, z. B. für Wirtschaft, Arbeitsbeschaffung, Siedlung, Votksgesundheit, Auslandsdeutschtum usw. zur fachlichen Bearbeitung und Prüfung vorgelegt werden, und welche besonders bedeutsamen Vorfälle in der Partei Reichs- und Gebietsbeauftragte bearbeiten müssen.
Im Pendelverkehr zwischen Berlin und München fließt ihm die Kenntnis einerseits der Vorgänge im parteipolitischen, andererseits im regie- rungspolitischen Apparat zu. Mit einer durch die Praxis erworbenen Routine vermag er schnellstens für alle Fragen die entscheidende Stelle zum Entscheid zu bewegen. In der Art aber, in der er diese Entscheidung beeinflußt, liegt der im besten Sinn tendenziöse Schwerpunkt seiner Arbeit; denn zuerst und zuletzt will Martin Bormann nicht Stabsleiter, Reichsleiter, nicht bürokratischer Chef einer oder mehrerer Organisationen, nicht Verwalter einiger Amtsstuben sein, sondern: Nationalsozialist. Sein Ehrgeiz ist es, Wacht darüber zu halten, daß das Primat des Nationalsozialismus überall in Deutschland gewahr t b l e i b t. Es ist sein Ehrgeiz, an seinem Teil den Zusammenbau von Partei und Staat, unter sieghaftem Einsatz des nationalsozialistischen Ideengutes, beschleunigt vollendet zu sehen.
In immer neuen Anregungen dient er diesem Gedanken, in gleichbleibender Leidenschaft suggeriert er ihn seinen engeren und'ferneren Mitarbeitern und seinen Parteigenossen, die in der Bewegung und im Staat in verantwortlichen Aemtern ihre Pflicht zu tun haben. In Martin Bormann, dem Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, hat sich das Prinzip selbstän - digen Führertums im eigenen Arbeitsbereich soweit verwirklicht, daß er allen Bürokratismus spielend überwand.
Der Stab des Stellvertreters des Führers im Braunen Haus und der Derbindungsstab in Berlin, deren Chef der Reichsleiter Bormann
politik gegenwärtig mit schwierigen und ernsten Problemen zu ringen hat, mit Problemen, die zum Teil das Fundament unserer nationalen Existenz berühren, wissen Sie alle.
Ich sehe unter diesen Problemen aber kein einziges, daß nicht bei vernünftiger Behandlung einer Regelung auf dem Wege friedlicher Verständigung zugänglich wäre. Daran, was wir nach Recht und Gerechtigkeit für Deutschland fordern müssen und gefordert haben, werden wir freilich mit unbeirrbarer Entschlossenheit festhalten; den« es sind Forderungen, auf die ein gesundes und ehrliebendes Volk überhaupt nicht verzichten kann. Der mahvolle Umfang dieser Forderungen und die friedliche Absichten, die ihnen wie unserer gesamten Außenpolitik zugrunde liegen, haben jedoch von deutscher Seite aus alle Voraussetzungen für eine schnelle und dem gemeinsamen Interesse Europas entsprechende Verständigung geschaffen.
Es kommt, wie ich dies schon einmal an anderer Stelle gesagt habe» nur aus den Entschluß der anderen Regierungen an, eine solche Verständigung zur. Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn das, wie ich auf das dringendste hoffen möchte, geschieht, und wenn so das Vertrauen unter den Völkern wieder hergestellt wird, dann haben die Regierungen ihrerseits für die Belebung des Welthandels das wichtigste getan, was sie überhaupt tun können.
Zum Schluß wies der Reichsminister auf die erfreulichen Beziehungen zu den ibero-amerikanischen Ländern hin, Beziehungen, die von aufrichtigem Verständnis! für die beiderseitigen Interessen getragen find. Es sei ihm ein Bedürfnis, den in Deutschland tätigen amtlichen Vertretern der latein-amerikanischen Staaten für alles zu danken, was sie für den Ausbau dieser Beziehungen getan haben. Freiherr von Neurath schloß mit einem Trinkspruch auf die deutsch-ibero-amerikanische Freundschaft und die Gesellschaft der Freunde des Fbero-Amerikanischen Instituts.
ist, sind auch insofern dem Wesen der NSDAP. als Bewegung angepaßt, als sie nicht in starrer Form kalt konstruktiv ausgebaut sind. Vielmehr geben sie in Veränderung ihrer Vetreuungs- bereiche allen Stabsmitgliedern Gelegenheit, neben der eigentlichen Spezialarbeit, auch auf neuen Gebieten, deren taggebundene Art und Entscheidungsnotwendigkeit schnellstes Einarbeiten nötig macht, ihre Fähigkeiten nach soldatischem Gesichtspunkt unter Beweis zu stellen. Einsatzbereitschaft, leidenschaftliches Durchforschen immer neuer Fragen, Fleiß und Verantwortungsfreudigkeit werden in den Stäben des Stellvertreters des Führers mehr als Aktenkenntnis und Ressortsachgelehrsamkeit geweitet. Darum ist auch eine Aufzählung der einzelnen Arbeitsgebiete nach den zurzeit sie betreuenden Männern nicht zweckmäßig.
Es mutz genügen, die Pgg. von Wulfs en und Heim zu nennen als diejenigen Männer, die in München und Berlin die „Vorgänge" erstlich und vorsorglich zu prüfen und aufzuteilen haben; Fragen des Volsdeutschtums bearbeitet Pg. Kersk en. Pg. Friedrich werden besonders Fragen der Organisation zugeleitet. Die großen Komplexe Volksgesundheit, Wirtschaft und Siedlung, die von den Pgg. Dr. Wagner, Pietzsch und Ludovici maßgebend unter direkter Betreuung durch den Stellvertreter des Führers bearbeitet werden, finden ihre eigene Darstellung. Die meisten dieser Parteigenossen waren bereits vor 1923 Mitglieder der Bewegung. Die verantwortliche Leitung des Verbindungsstabes in Berlin ist Pg. Herbert St enger, der in engem Kontakt zu Rudolf Heß steht, übertragen worden.
Der Verbindungsstab der NSDAP. ist — rein zeitlich gesehen — die jüngste große Dienststelle der Partei. Er wurde wenige Wochen nach dem 30. Januar 1933 in Berlin errichtet, um, wie schon sein Name andeutet, die Verbindung zwischen der Partei einerseits und der Reichsregierung andererseits herzustellen. Schon die Tatsache seiner Schaffung kennzeichnet den verantwortungsvollen Ernst und die überlegte Systematik, mit dem die NSDAP. vom ersten Tage ihrer Arbeit im Staat an ihre staatspolitischen Aufgaben herangetreten ist.
Die Verwirklichung des Totalitäts-Ge- dankens, die Eroberung des Staates durch die Partei, die Uebernahme der vollen Verantwortung durch ihre führenden Männer — das war das wesentliche staatspolitische Merkmal des vergangenen Jahres der deutschen Revolution. Und bereits bevor Zug um Zug die Entwicklung in ihre entscheidenden Stadien trat, hat die Partei eine Institution eingerichtet, die autoritär ver- mitt-'-'d die Verbindung zwischen Partei und (Fortsetzung auf Seite 2)
Klagen und pressekrlllk
bst L. Bremen, 18. April.
Aus den „gleichgeschalteten" Zeitungen und Zeitschriften dringt in den letzten Wochen immer wieder der Ruf an die Oefsentlichkeit: Gebt uns Freiheit in der Kritik! Fast möchte es den Anschein haben, als wenn durch diesen Schrei nach Pressefreiheit der Eindruck im Auslande erweckt oder verstärkt werden sollte, daß wir in Deutschland eine geknebelte Presse hätten, der der Mund nach jeder Richtung hin verstopft wäre. Wenn wir auch annehmen, daß diese Klagen um Pressekritik von verantwortungsbewußten Journalisten ohne Hin- . teraedanken geführt werden, so sollen sich diese Rufer im Kampfe um die sogen. „Pressefreiheit" doch darüber klar sein, daß sie schließlich nur die Reihe der Greuel- meloungen über das nationalsozialistische Deutschland vermehren und der deutschen Presse, wie dem deutschen Volke keinen guten Dienst leisten.
Der Nationalsozialismus braucht in der Frage der Pressekritik kein Versteck- spiel zu treiben. Wir können also auch an dieser Stelle recht offen und freimütig über Pressekritik sprechen, selbst auf die Gefahr hin, daß uns die Kollegen der gleichgeschalteten deutschen Zeitungswelt etwas schief und entrüstet ansehen werden.
Das erste, was man ins Feld führt, ist die Unisormierung der deutschen Zeitungen. Den Weg zur Uniformierung der Zeitungen haben die deutschen Zeitungsverleger lauge vor der nationalsozialistischen Revolution gewiesen. In Tausenden von Matern? zeitungen, die in Politik „machten", wurde die Uniformierung des deutschen Zeitungs- wesens in allen deutschen Staaten durchgeführt, ganz abgesehen davon, daß das Nachrichten-Material nahezu ganz uniformiert gewesen ist. Nur ein verschwindend kleiner Teil der deutschen Zeitungen gab sich Mühe, in eigenen Leitartikeln zur Politik Stellung zu nehmen. Die Zeitung war eine Ware geworden, die man ebenso feilbot wie der Krämer seine Apfelsinen oder seine Stiefelwichse. Wer die knalligsten und sensationellsten Ueberschriften aus der ersten Seite erfinden konnte, war der kaufmännische Held im Zeitungsgewerbe. Wer die größten Preisausschreiben erdachte und die Leser für alle möglichen Fälle versicherte, wer Kabarettvorstellungen den Lesern bot, zu Weihnachten alle möglichen Geschenke S. M. dem Leser aus den Tisch legte — kurz und gut, wer aus der Zeitung ein Warenhaus machte, war hoch angesehen. Und wer gar in den intimsten Familienangelegenheiten mit Erfolg herumschnüffelte, galt hundertprozentig als gerissener Journalist. Wir stellen also fest, daß die sogen. Uniformierung der deutschen Presse keineswegs eine Erscheinung des nationalsozialistischen Staates ist, sondern daß sie schon früher in starkem Ausmaß vorhanden war und wenn heute die Uniformierung weiter um sich gegriffen hat, dann deshalb, weil das Anreißertum und der Trieb nach ungesunder Sensation durch die politische Entwicklung lahm gelegt worden sind.
Und nun kommt man her und klagt Stein und Bein darüber, daß an der Uniformierung der deutschen Presse die Unfreiheit der Pressekritik schuld sei. Mit Verlaub die Frage: Was hat denn die P r e s s e i m- a l t e n S r> st e m e i g e n t l i ch Kritisiert? Je, nach der politischen Einstellung in erster Linie den Staat und dann die gegnerischen Parteien. Und was will die Presse, die nach Pressefreiheit schreit, heute unterKritik stellen? Parteien gibt es nicht mehr, also höchstens hönnte sie sich den Staat als Opfer der Kritik aussuchen. Wir können allerdings den Schmerz einer gewissen Presse nachfühlen, daß ihr hier die Flügel gebunden sind. Das wäre zu schön, unter dem Deckmantel der Objektivität und des „Gesamtwohles" den heutigen Staat zu verreißen. Und von der „objektiven und ausbauenden" politischen Kritik spricht man ja so gern. Dürfen wir daran erinnern, wie die Kritik vor der nationalsozialistischen Revolution gegenüber der Bewegung und dem zukünftigen Tritten Reich ausgesehen hat? War das Objektivität, die aus jenen Pressekritiken gesprochen hat? Waren iene Karikaturen über die heutigen Führer aufbauender Natur gewesen: Oder will man heute noch behaupten, man stände zu jener Kritik aus damaliger Zeit? Diese Kritiker können doch nur heute sagen, daß ihre damalige Kritik bewußt falsch ge-
2Nas HlAt es LorisL Neues:
Gesetz zur Befriedung des kirchlichen Lebens
Stabschef Rohm in Hamburg
Verhaftungen von Nationalsozialisten in Wien
Erfolg deutscher Maschinen im Eilen- riede-Rennen
So arbeitet die Partei!
Neichsleiter Bormann und der Derbindungsstab