Ausgabe 
(11.4.1934) Nr. 99
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Nr. 99 / 2 . Vierteljahr

Mittwoch, den ii. April

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Genfer „Abritstulig6"-Vorsplel

Hmderfon optimistisch / Eden über die noch zu lösenden Schwierigkeiten / Das Präsidium

bis zum 30. Avril vertagt

Genf, 18. Aprrl.

Unter Vorsitz Hendersons begann am Dienstag um 18.88 Uhr die Tagung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz. Vizepräsident ist Politis- Eriechenland. Ehrenpräsident ist Motta-Schweiz und Berichterstatter Augenminister Benesch. Von den Ländern waren vertreten: England, Frank­reich, Italien, Japan, Vereinigte Staaten von Nordamerika, Sowjet-Rußland, Belgien, Spanien, Oesterreich, Argentinien, Tschechoslowakei, Schwe­den, Polen und Holland.

Henderson hielt eingangs eine Rede, in der er auf das den Mitgliedern des Präsidiums ausge­händigte Schriftstück über den Stand der A b - rüstungsfrage verwies. Dieser Bericht be­weise, datz gar kein Grund zu der Annahme be­stehe, daß weitere Anstrengungen zwecklos sein würden. Er sei der Ansicht, datz man für die Be­sprechungen mit den wichtigsten Regierungen etwas mehr Zeit lassen müsse. Es wäre also falsch, wenn man diese Zeitspanne nicht zugestehen wolle. Aber bevor man von einer weiteren Ver­tagung sprechen könne, müsse man die nächste Tagung des Hauptausschusses festlegen. Gleich­zeitig müsse man, um die Arbeit des Hauptaus- schnsses zu erleichtern, ebenfalls einen Termin für eine neue Zusammenberufung des Präsidiums festsetzen mit der Aufgabe, den Macdonald- Plan zu überarbeiten und ihn der heutigen Lage anzupassen.

Henderson erinnerte u. a. daran, datz im Dez. 1932 einige der Hauptmitglieder der Konferenz die Gleichberechtigung in einem System der Sicherheit beschlossen hätten. Die Konferenz selbst habe häufig beschlossen, datz man die Gleichheit anstrebe und zwar vor allem durch Rüstungsherabsetzung und die all­mähliche Abschaffung der Angriffs­waffen. Man müsse anerkennen, datz in den letzten Wochen gewisse Aenderungen eingetreten seien, die unsere Arbeit schwierig machten. Henderson beschwor die Mitglieder des Präsidiums, den Mut nicht sinken zu lassen und weiter für die Abrüstung zu arbeiten. Er schloß mit den Worten: „Ich glaube, datz es unsere heilige Pflicht ist, diese Konferenz zu einem Abschluß zu bringen, der im Einklang mit den in den Verträgen übernommenen Verpflichtungen und unseren eigenen früheren Entscheidungen steht. Denn nur so kann man noch hoffen, ein neues Wettrüsten zu vermeiden und die wachsende Kriegsgefahr zu beseitigen."

Nach der Rede Hendersons legte der englische Lordsiegelbewahrer Eden den Standpunkt der Regierung ausführlich dar. Eden ging von dem englischen Memorandum vom 29. Januar d. I. aus und zeigte an verschiedenen Beispielen, wie England sich bemüht habe, den ursprünglichen Mac Donald-Plan der damaligen Lage anzu­passen, selbst unter Opferung besonderer englischer Wünsche. Gleichzeitig legte Eden nochmals die Erundziige dieses britischen Memorandums dar.

Darauf wandte sich der englische Vertreter den Ereignissen seit dem 29. Januar zu. Er erinnerte an seine Rundreise in der zweiten Hälfte des Februar, die ihn nach Paris, Berlin und Rom geführt habe. Er sei in der Lage gewesen, überall festzustellen, datz die Regierungen eine Ver­ständigung wünschten. Trotzdem gewann er hier­bei die Ueberzeugung, daß die englischen Vor­schläge vom 29. Januar wiederum eine Abänderung erforderten, wenn irgendeine Aussicht bestehen sollte, datz sie allgemein gebilligt würden. Die italienische Regierung wäre zwar im Grundsatz bereit gewesen, sie anzunehmen, jedoch seien so­wohl von französischer wie von deutscher Seite Bedenken und kritische Stimmen laut geworden.

„Die gegenwärtige Lage — so fuhr Eden fort — ergibt, datz das englische Memorandum vom 29. Januar und die sich daran anschließende per­sönliche Fühlungnahme immerhin den Erfolg ge­habt haben, die verschiedenen Ansichten klarer er­kennen zu lassen.

Trotzdem ist es offenkundig, datz das britische Memorandum ohne Abänderung zu keiner Ver­ständigung führen wird. Ob diese Abänderungen zwischen den Mächten selbst vereinbart werden können, bleibt weiter ungewitz. Dabei mutz die britische Regierung im Auge behalten, datz sich die allgemeine Lage ändern kann, während man im­mer aus ein Uebereinkommen wartet."

Eden sagte weiter: „fln diesem Augenblick kann ich nichts über die deutsche Ansicht im Hinblick aus unser Memorandum sagen, da sie noch nicht ver­öffentlicht worden ist. Wir warten auch aus eine ergänzende Erklärung der französischen Haltung, da die Note, die wir von Paris kürzlich erhielten, nur vorläufig war und durch eine endgültige Er­klärung, die uns kürzlich versprochen wurde, er­gänzt werden mutz."

Eden betonte sodann, datz die Schwierigkeiten sehr grotz seien. Zwischen Frankreich und Deutsch­land gebe es zwei grundlegende Gegensätze:

1. den Gegensatz im Hinblick auf die Heeres­stärke und die Anrechnung der llcberseetruppen und der ausgebildeten Reserven aus der einen Seite und der militärähnlichen Verbände aus der anderen Seite.

2. die Gegensätze im Hinblick auf den Zeit­punkt, an den die neue, kurzdiencnde deutsche Armee mit Verteidigungswaffen ausgerüstet werden soll und im Hinblick auf die Ausdehnung dieser Bewaffnung.

Ein Abrüstungsabkommen sei nur denkbar, wenn diese und andere Gegensätze beseitigt wer­den können. Eden gab seiner Meinung Ausdruck, datz, wenn ein Abkommen, das eine Abrüstung in sich schließe, zustande kommen solle, das schnell geschehen müsse. Er sei auch der Ansicht, datz nur ein solches Abkommen als würdiges Ziel so großer Anstrengungen angesehen werden könne.

Aus diesem Grunde sei die britische Regie­rung auch der Meinung, daß wichtiger als die Einberufung des Hauptausschusses der Ab­rüstungskonferenz der Verlaus der Abrüstungs­arbeit in den nächsten Wochen sein werde. Die

englische Regierung habe nicht den Wunsch, den direkten Meinungsaustausch zu den Regierungen zu unterbrechen, solange er in nützlicher Weise vor sich geht. Sie sei aber an­dererseits davon überzeugt, datz diese Verhand­lungen schon sehr bald den Stand erreicht ha­ben werden, auf dem das Präsidium der Kon­ferenz sie zur Kenntnis nehmen kann und auf dem das Präsidium sich dann über Schritte schlüssig werden mutz, die auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse verfolgt werden können. Ich mutz deshalb, so schloß der englische Vertreter, vorschlagen, datz das Präsidium der Konferenz, wenn es sich heute vertagt, noch beschließt, von neuem gegen Ende dieses Monats etwa am 30. April zusammenzutreten, wobei es dem Er­messen des Präsidenten überlassen werden sollte, diesen Termin zu verschieben, falls er das für wünschenswert halten sollte.

Der Vertreter Rußlands, Boris Stein, trat im Gegensatz zu Eden für eine möglichst baldige Einberufung des Hauptausschusses der Ab­rüstungskonferenz ein. Der Italiener Marchese di Soragna äußerte sich nur kurz zu den Ter­minfragen und schloß sich dem englischen Stand­punkts an. Der Ehrenpräsident der Konferenz.

Im Reich werden ähnliche Festzüge in allen größeren Städten nach denselben Gesichtspunkten durchgeführt werden.

Um 9 Uhr findet dann im Lustgarten der erste Staatsakt statt, und, zwar als Kund­gebung der Schuljugend in Anwesenheit der Ver­treter der Reichsregierung und der Behörden. Zu diesem Staatsakt ist auch das diplomatische Korps eingeladen und Vertreter der Reichsregierung werden das Wort nehmen. Diese Kundgebung wird über alle deutschen Sender übertragen, und im ganzen Reich werden Parallelveranstaltungen für die Schuljugend durchgeführt. Den Schluß der Veranstaltung im Lustgarten bildet das Vor­beiziehen des Festzuges.

Während dieser Zeit werden aus allen deut­schen Gauen die Vertreter der deutschen Arbeiter­schaft in Abordnungen mit Verkehrsflugzeugen der Luft-Hansa nach Berlin gekommen sein. Sie wer­den in ersten und bekanntesten Hotels in Berlin untergebracht, um schließlich um 12 Uhr offiziell von der Reichsregierung empfangen zu werden.

Um 14 Uhr findet in der Staatsoper Unter den Linden ein Festakt der Reichskulturkammer statt, bei dem der Reichsminister Dr. Goebbels sprechen wird. Hierbei wird der Film- und Buchpreis zur Verteilung gelangen.

Die Feier aus dem Tempelhoser Feld

Voraussichtlich um 16 Uhr wird der Staatsakt auf dem Tempelhoser Feld beginnen bei dem der Führer sprechen wird. Hier wird das feierliche Gelöbnis, das das Gesetz der nationalen Arbeit für die Vertrauensmänner fordert, erfolgen. Zu diesem Zweck werden die Vertrauensmänner auf dem Nordteil in der Nähe der Führertribllne zu­sammengezogen werden, um dann angesichts des Führers ihr Gelöbnis abzulegen. Die Veranstal­tung aus dem Tempelhoser Feld wird auf alle deutschen Sender übertragen.

Im ganzen Reich finden in allen Städten bis zü den Kreisstädten, Parallelveranstaltungen statt, bei denen ebenfalls die Vertrauensmänner ihr feierliches Gelöbnis ablegen werden. Diese gewaltige Kundgebung wird also ähnlich wie die Kundgebung gestaltet sein, die seinerzeit bei der

und Schützer des nationalsozialistischen Deutsch­lands und seines Lebensraumes nach außen ist.

Ich ordne daher an, datz künftig dem Unterricht über politische Tagesfragen in der Wehrmacht von allen Dienststellen erhöhte Bedeutung beizumessen und gesteigerte Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Um eine einheitliche Durchführung des Unterrichts über politische Tagesfragen zu gewährleisten, wird das Reichswehrministerium künftig gedruckte .Richtlinien für den Unterricht über politische Tagesfragen" als Anhalt herausgeben."

Rudolf Heß zum Tode des Generals von Einem

Berlin, lg. April.

Der Stellvertreter des Führers Rudolf Hetz. der auf Befehl des Reichskanzlers diesen bei den Veisetzungsfeierlichkeiten für den Generalobersten

der Schweizer Bundesrat Motta, hielt eine kurze Rede, die auf einen optimistischen Ton ge­stimmt war. Der Pole, Gras Raszinski, be­tonte, datz nur die Eeneralkommission das Recht habe, endgültige Beschlüsse zu fassen. Bis dahin behalte sich seine Regierung alles vor. Der Ver­treter Schwedens, Sandler, sprach sich dahin aus. datz man politischen Tatsachen, und damit auch der Rüstungsverstärkung einiger Staaten, Rechnung tragen müsse. Es komme nun darauf an, solche Rüstungen wenigstens zu begrenzen und gleichzeitig die Sicherheitsgaran­tien zu verstärken.

Der Vertreter Frankreichs, Massigli, äußerte sich nur sehr zurückhaltend. Die Verhand­lungen seien noch nicht abgeschlossen und eine neue Antwort Frankreichs stehe in Aussicht. Im übri­gen stimme er den Vorschlägen Edens zu.

Kurz vor 18 Uhr war die Sitzung des Prä­sidiums der Abrüstungskonferenz beendet. Das Präsidium hat sich entsprechend dem englischen Borschlag auf den 38. April vertagt. Gleichzeitig ist beschlossen worden, den Hauptausschuß etwa am 23. Mai zusammentreten zu lassen. Die Ta­gung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz hat also tatsächlich nur einen einzigen Tag ge­dauert.

Der Grundstein

k. IM. Bremen, 11. April.

Der Chronist, dem die traurige Aufgabe einer Beurteilung der „Abriistungs"-Verhand- lungen zufällt, wird bei seiner Suche nach bildhaften, die Lage blitzschnell erhellenden Vergleichen soeben durch ein kleines Ereignis in der Völkerbundsstadt unterstützt. Aus Eenf kommt die Meldung, datz der vor fünf Jahren gelegte Grundstein zum Völkerbundspalast verschwunden sei. Gestohlen? Das halten Eingeweihte für unmöglich. Vielmehr glaubt man, datz der wertvolle Stein in den Sumpf gesunken sei, auf den einst das Fundament des Völkerbundspalastes gelegt worden ist. Fatale Sache, datz es gerade der Stein sein mutzte, den der Präsident des Genfer Bundes bei den Feierlichkeiten der Grundsteinlegung als die Verkörperung der Völkerbundsidee ge­feiert hatte, und noch fataler: datz ihn — o Ironie des Schicksals! — der Sumpf ver­schluckt hat. Wir werden gleich sehen, welch tieferer Sinn in diesem sonderbaren Vorfall liegt.

Drei Wege standen den Rüstungspolitikern nach dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund offen. Für einen von ihnen mutzten sie sich entscheiden: Abrüstung der Hochgerüsteten auf den Stand der durch den Versailler Vertrag entwaffneten Staaten, Verzicht auf jede vertragliche Regelung mit der Folgeerscheinung eines grotesken Wett- rüstens, oder drittens Begrenzung der Rüstungen bei gleichzeitiger Auf­rüstung der bisher nicht gleichberechtigten Länder. (Ein vierter Weg, Beibehaltung des augenblicklichen Zustandes der Rllstungs- ungleichheit unter Verletzung des Völ­kerrechts, hatte sich durch die Abreise der deut­schen Delegation aus Genf endgültig als Sack­gasse herausgestellt.) Die unmittelbaren Ver­handlungen zwischen Berlin, Paris, London und Rom überzeugten Deutschland und Ita­lien sehr schnell davon, daß für Frankreich eine Abrüstung selbst in bescheidenstem Matze trotz der Bereitwilligkeit Adolf Hitlers zur restlosen Durchführung einer allgemei­nen Entwaffnung unter keinen Umständen in Frage kam. Gegen einen vertraglosen Zu­stand, der eine Zeitlang in Paris mehr oder weniger offen befürwortet wurde, sprach das zu große finanzielle Risiko des Wett­rüstens, so daß man unmerklich auf den dritten Weg, den der grundsätzlichen Rüstungs­begrenzung und beschränkten Aufrüstung Deutschlands, gekommen ist. Damit ist durch die Schuld Frankreichs der ursprüngliche Ee-

Darrs kommt nach Bremen

Das Staatliche Presseamt teilt mit: Der Herr Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walther Darre, wird am Donnerstag, dem 12. April, nach Bremen kommen, wo er auf der am gleichen Tage vormittags im alten Festsaal des Rathauses stattfindenden feierlichen Eröffnung der Reichstagung der deutschen Auhenhandels- stellen das Wort ergreifen wird.

danke der Abrüstung stillschweigend zu Grabe getragen worden. Man kann, auf den Genfer Vorfall zurückkommend, sich auch so aus­drücken: Derzu einemSteindesAn- stotzes gewordene Grundstein der Abrüstung ist in den Sumpf des Versailler Ungeistes geplumpst.

Aber verweilen wir, während in Eenf neue Vorbesprechungen über den Zusammentritt des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz zum Abschluß gekommen sind, ein wenig vor je­nem dritten Wegweiser. Seine Inschrift ist in zwei Sprachen, in deutscher und in franzö­sischer, formuliert. Die deutsche Zielangabe ist sehr kurz und klar: militärischeSicher- heit Deutschlands nicht nur auf dem Papier, sondern neben anderem mindestens garantiert durch ein 300 000- Mann-Heer. Der französische Text dagegen ist verklausuliert und hat zur Zeit noch aller­lei Vorbehalte und Einschränkungen. So solle der Abstand zwischen der französischen und der deutschen Rüstungsstärke zwar verringert werden, aber so wenig wie möglich. Die (durch das entsetzliche Loch im französischen Staatshaushalt ohnehin zwangsläufige) Be­reitwilligkeit des Quai d'Orsay zur Rüstungs­beschränkung solle in erster Linie England mit weiteren Verpflichtungen zur Earantierung oer Sicherheit

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Göring, 1 Jahr preußischer Minister­präsident

Kein französischer Ministerbesuch in Berlin

Große Außenhandelstagung in Hamburg So arbeitet die Partei

Die gewaltigste Kundgebung der Welt

Die Gestaltung des nationalen Feiertages des deutschen Volkes am i. Mai

Berlin, 10. April.

Der Tag der nationalen Arbeit hat nach den durch das Gesetz der nationalen Arbeit fest­gelegten Bestimmungen den Charakter, einmal die Geschlossenheit des schaffenden Volkes darzu- tun, weiter den feierlichen Rahmen für das durch das Gesetz vorgeschriebene feierliche Gelöbnis der Vertrauensmänner der Betriebe abzugeben, schließlich aber auch, um mit dem symbolischen Kalendertag des 1. Mai das neue Leben, die Wiederkehr des Frühlings, zum Ausdruck zu bringen.

Die Ausgestaltung dieses Tages ist auch dem­entsprechend. Die Einleitung der feierlichen Ver­anstaltungen ist eine Kundgebung der Hitler-Jugend um Mitternacht auf dem Brocken im Harz (wie im vergangenen Jahre). Dort werden aus allen deutschen Gauen Gefolg­schaften der Hitler-Jugend zusammenkommen und Frllhlingslieder singen. Die Ostpreußen, die Bayern, di« rheinische Jugend usw. werden ver­treten sein, so datz zunächst ein Zusammenklang der verschiedenen Stämme des deutschen Volkes durch die Jugend dargeboten, zum Ausdruck kommt. Der Reichsjugendführer Valdur von Schi räch wird eine kurze Ansprache halten, die auf alle deutschen Sender übertragen wird. Die Hitler-Jugend ihrerseits wird für ältere Mit­glieder Parallel-Versammlungen an noch zu be­stimmenden Orten im ganzen Reich durchführen.

In Berlin

Morgens um 7 Uhr wird in Berlin in den frühen Morgenstunden ausgehend vom Knie, ein Festzug durch die Straßen der Stadt sich bewegen. In diesem Festzug wird altes deutsches Brauch­tum in zeitgemäßem Gewände dargestellt wer­den. Die Reichsstände der Industrie, des Handels und des Handwerks, der Reichsnährstand werden durch symbolische Darstellungen auf Wagen oder durch Futzgängergruppen vertreten sein. Die Ge­staltung des Festzuges, wie überhaupt des ganzen Tages, liegt in der Hand des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, der zur Un­terstützung der Gestaltung des Festzuges die Ab­teilung Volkstum und Heimat der NS.-Eemein- schaft „Kraft durch Freude" herangezogen hat.

Nationalsozialistische Schulung der Wehrmacht

Eine Versiigung des Reichswehrministers Berlin, 10. April.

Reichswchrminister Generaloberst von Blom- berg hat folgende Verfügung erlassen:

„Das erste Jahr der nationalsozialistischen Staatsführung hat die Grundlagen für den politischen und wirtschaftlichen Neubau der Nation gelegt. Das zweite Jahr stellt die Not­wendigkeit der geistigen Durchdringung der Ration mit dem Leitgedanken des nationalsozia­listischen Staates in den Vordergrund. Eine ent­sprechende Schulung ist darum auch eine wichtige Aufgabe aller den neuen Staat mit ihrem Willen tragenden Organisationen. Dies gilt in be­sonderem Matz« für die Wehrmacht, die der Hüter

Vereidigung der politischen Leiter der NSDAP. stattfand.

Der Aufmarsch zum Tempelhoser Feld ist vielleicht die größte organisatorische Ausgabe, die bisher in der Welt gestellt worden ist. Es liegen beim Propagandaministerium Meldungen über eine Beteiligung auf dem Tempelhoser Feld vor, die derart riesig sind, datz mit Mühe und Not 13 Anmarschwege festgelegt werden konnten. Bis zum Beginn des Staatsaktes wird auf dem Tem- pelhofer Feld ein halbes Dutzend von Batail­lonskapellen der Reichswehr, in einem großen Orchester vereinigt, die Massen unterhalten. 2000 Sänger werden Frllhlingslieder singen. In der Luft werden künstlerische fliegerische Darbietun­gen geboten Eine Fahnengruppe von drei Fah­nen in der phonetischen Höhe von 45 Meiern wird die Nordseite des Platzes abschließen, da­neben zur Linken und Rechten zwei Gruppen etwas ..kleinerer" Fahnen in einer Höhe von 36 Metern. Für die leiblichen Bedürfnisse sorgen 60 Verkaufsbuden, sowie etwa 5—6000 fliegende Händler.

Schließlich werden um 21 Uhr die Massen noch einmal im Lustgarten zusammenkommen, wo der Ministerpräsident Eöring sprechen wird.

Zwischen 20 und 1 Uhr nachts finden im ganzen Reich Maifeiern mit Tanz der Betriebsgefolg­schaften in Sälen statt. Jeder deutsche Sender wird aus seiner Landschaft heraus — die Mai­feier der Belegschaft eines Betriebes übertragen, also z. V. eine halbe Stunde aus der Maifeier der Belegschaft der Schichau-Werft in Elbing, eine halbe Stunde der Zeppelin-Werke in Friedrichshafen usw. Dieser so vergnügte Abschluß des Tages der nationalen Arbeit wird durch die NSBO. und die NSDAP. im ganzen Reich veranstaltet.

Die Kosten

Die allein in Berlin entstehenden Kosten für die baulichen Anlagen, den Festzug usw. dürften rund eine Million Mark erreichen. Auch im Reich werden die festlichen Veranstaltungen erhebliche Kosten verursachen. Sämtliche Kosten werden aus dem Erlös einer Festtagsplakette, die in einer Auflage von 25 Millionen Stück zum Ver­trieb kommt, aufgebracht.

von Einem vertritt, sandte folgendes Telegramm an den Sohn des Verstorbenen.

„Das junge Deutschland gedenkt an der Bahre des großen Heerführers der alten Armee in stolzem Erinnern und in ehrfürchtiger Trauer eines seiner besten Soldaten des großen Krieges Namens der NSDAP. und für mich versichere ich Sie des aufrichtigsten Mitgefühls.

gez. Rudolf Heß."

In eine Versammlung geschossen

änb. Mien, 10. April.

In einer Versammlung der „Vaterländischen Front" in Bludcn.- in Borarlberg kam es zu einem Zwischeuiall. Ein Unbekannter feuerte durch ein Fenster in den Versammlungsraum. Das Geschoß traf eine Fabrikarbeiterin in den Rücken und verletzte sie schwer.