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Nr. 97 / 2. Vierteljahr
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Montag, den 9. April
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Der nationalsozialistische Betrieb
G K. Bremen, 9. April.
In diesen Tagen und Wochen gehen wir in Deutschland an die Aufgabe heran, die Betriebe in nationalsozialistischem Geiste aufzubauen und zu organisieren. Die Wahl der Vertrauensleute ist inzwischen getätigt worden, das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit tritt zum erstenmal in Erscheinung. Formal wäre also alles geregelt. Wenn man aber glaubt, daß allein der Buchstabe des Gesetzes genügt, um den einzelnen Betrieb innerlich auf den nationalsozialistischen Geist umzustellen, würde man sich gründlich auf dem Holzweg befinden. Man kann Vereine und Verbände gleichschalten, ohne auf besondere Schwierigkeiten zu stoßen, aber Wirtschaftsbetriebe mit dem neuen Geiste zu erfüllen, ist eine Aufgabe, die viel Klugheit und Fingerspitzengefühl erfordert, aber ebensoviel eiserne Selbstbeherrschung, Ueberwindung des inneren Widerspruchsgeistes und zähen Willen. Wenn es sich aber um Durchsetzung des nationalsozialistischen Prinzips in irgendeiner Betriebsfrage handelt, dann darf es grundsätzlich keinen Kuhhandel geben. Eine Verwässerung des nationalsozialistischen Gedankens würde alle Aufbauarbeit über den Haufen werfen.
Die Verantwortung, die heute auf die Schultern der Berufenen des Betriebes gelegt ist, ist deshalb eine ganz besondere hohe und schwere. Vor allen Dingen liegt diese schwere Verantwortung bei dem Betriebs- sührer. Wir können durchaus menschlich verstehen^ wenn gerade beim Betriebsführer sich gewisse Hemmungen einstellen, denn der Weg zum Nationalsozialismus war für einen großen Teil der Betriebsführer von heute nicht ein freiwilliger gewesen. Sie sind im anderen wirtschaftlichen Denken ausgewachsen und haben den Betrieb mit anderen Augen bis vor einem Jahre gesehen, als es heute der Fall ist. Um so mehr haben sie jetzt die Verpflichtung, in den neuen Geist hineinzuwachsen. Dieses „Hineinwachsen" verstehen wir nicht so, daß man sich nur den Schein gibt, einen nationalsozialistischen Betrieb zu führen, sondern, daß man sich redlich Mühe gibt, wirklich selber zum Nationalsozialisten zu werden. Es genügt nicht, Adolf Hitler lediglich als Führer anzuerkennen und vor der Belegschaft des Betriebes zu versichern, „daß schon manches besser geworden sei". Es hat auch keinen Zweck, etwa durch Spenden beweisen zu wollen, daß man Nationalsozialist sei. Der Arbeiter hat — das kann getrost ausgesprochen werden — ein sehr feines Gefühl dafür, ob die heutige Anschauung wirklich echt ist oder nicht. Er läßt sich auch nicht etwa durch Spenden, und wenn sie noch so reichlich fließen, blenden. Ueberdies wollen wir auch nicht im Betriebe das nationalsozialistische Gedankengut dadurch verwässern lassen, daß wir das Schwergewicht auf materielle Dinge legen. Bei aller Förderung des materiellen Wohlstandes unseres Volkes, was bestimmt ein Hauptziel unserer nationalsozialistischen Volkswirtschaft überhaupt ist, darf nie mehr der berechnende Materialismus mit seiner Raffgier und seinem kalten Egoismus zu einem Ideal werden. Wenn man die Aufgaben des Betriebsführers in einem Satze umreißen will, dann läßt sich nur folgendes sagen: Der nationalsozialistischeBetriebs- führer sorgt für seine Arbeiterschaft wie ein treusorgender Vater, für seine Kinder. In diesem vergleichenden Bilde ist die ganze Arbeit des Betriebsführers erfaßt. Er wird für ihr materielles Wohlergehen in ebenso großzügiger Weise Sorge tragen, wie er für ihre täglichen Nöte, ihre kleinen und großen Schmerzen das nötige väterliche Verständnis aufbringen wird. Tut er das, so ist ohne weiteres das Vertrauen vorhanden und der Betriebsfriede gesichert. Er wird wirklich der Führer sein, dem seine Arbeiter blindlings folgen, denn sie wissen dann. daß ihr Schicksal und ihre Existenz in guten Händen liegen.
Der Betriebssichrer allein wird natürlich den nationalsozialistischen Geist im Betrieb nicht zur Geltung bringen können, wenn nicht auch die gesamte Belegschaft von derselben Aufgabe durchdrungen ist. Auch hier ist ein e r n st e s W o r t am Platze. Was für' den Betriebssichrer gilt, daß er nicht nur sich den Schein eines Nationalsozialisten geben soll, gilt auch für die Belegschaft. Es genügt nicht, bei Betriebsfesten „Heil Hitler!" zu rufen und das Horst- Wessel-Lied zu singen, aber innerlich abseits der nationalsozialistischen Gedankenwelt zu stehen. Auch hier muß der Arbeiter sich redlich Mühe geben, den Nationalsozialismus in sich aufzunehmen, was bestimmt nicht ickwer ist. da das Gesunde und Naturgegebene im Nationalsozialismus ganz dem ur eigenen Wesen des deutschen Arbeiters entspricht. Wer im Betrieb den Ratio-
Hamburg im Zeichen -er Hitler-Lügen-
Einweihung -er schwimmenden Jugendherberge „Hein Godenwind"
Hamburg, 8. April.
Hamburg und insbesondere sein Hafen standen am Sonntag ganz im Zeichen der deutschen Jugend. Ein Meer von Flaggen der deutschen Jugend grüßte von den Masten der Schiffe, von den Häusern und Hafenanlagen. Der Weg zum Schiff selbst, das an der lleberseebrücke vertäut liegt, führt durch das Spalier der Marine-Hitlerjugend in ihrer schmucken blauen Jungen-Tracht. Brausender Jubel der zehntausende von Volksgenossen, die die Straßen am Ufer füllen, klingt auf, als der Reichsjugendführer in Begleitung des Reichsstatthalters Kaufmann und des Regierenden Bürgermeisters Krag mann erscheint und sich unter den Klängen des HJ.-Liedes an Bord der „Hein Godenwind" begibt, wo sich inzwischen zahlreiche Vertreter der Behörden, der PO., SA. und SS. und insbesondere der Hitlerjugend-Führung ein- gefunden haben.
Der Führer des Gaues Nordmark im Reichs- oerband für deutsche Jugend-Herbergen, Bann- führer Oberstadt, sprach in seiner Eigenschaft als jetziger Reeder der „Hein Godenwind" Worte des Willkommens.
Sodann nahm Regierender Bürgermeister Krogmann das Wort. „Dieses Schiff heißt „Hein Godenwind" zu Ehren Eorch Focks, dessen Liebe zur Heimat, dessen Liebe zur See, dessen Lachen und Frohsinn in den Herzen unserer Jugend weiterlebt. Es soll die deutsche Jugend zueinanderführen, es soll aber auch die Blicke unserer Jugend richten auf das Meer und auf ferne Länder. Opferbereit, froh, frei und selbstbewußt soll unsere Jugend werden, damit sie dereinst das Werk Adolf Hitlers vollende. Ihnen, Reichsjugendführer Baldur von Schirach, als den Führer und Treuhänder unserer Jugend, übergebe ich im Namen des Hamburger Hafenbetriebsvereins das Jugendherbergsschisf „Hein Eoden- wind" als Eigentum.
Reichsjugendführer Baldur von Schirach nahm sodann im Namen der deutschen Jugend, der Hitler-Jugend und des Jugendherbergsver
bandes von der schwimmenden Jugend-Herberge „Hein Godenwind" Besitz. „Dieses stolze Schiff, das uns die Stadt Hamburg gegeben hat, soll uns ein Symbol sein jener sozialistischen Grundhaltung der neuen Zeit, die die Einrichtungen des Staates und der Gemeinschaft auch wirklich allen Söhnen des deutschen Volkes ohne Unterschied zur Verfügung stellt. Hier soll die Jugend aus ganz Deutschland zusammenkommen, hier in Hamburg soll sie die Größe und Bedeutung der Schiffahrt für unser Volk lernen und erkennen, soll sie kennen lernen Macht und Größe dieser Stadt und damit erkennen, was Deutschland in Wahrheit ist und sein kann. Sodann erfolgte die feierliche Flaggenhissung.
Als letzter Redner sprach der Führer des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen, Rodatz, Mitglied der Reichsjugendführung und verlas den Text einer Gedenktafel, die auf dem Schiff angebracht ist, auf der es u. a. heißt: „Hein Godenwind" heißt dieses Schiff, im Zuge der nationalsozialistischen Revolution geschenkt vom Hamburger Habenbetriebsverein als Zeichen des Vertrauens zum neuen Staat und zum Beweis der inneren Aussöhnung unseres Volkes".
Vor der Einweihung der schwimmenden Jugendherberge „Hein Godenwind" fand am Sonntag in Hamburg ein gewaltiger Aufmarsch der Nordmark-H. I. in Anwesenheit des Reichsjugendführers Baldur von Schirach und seines gesamten Stabes statt. Vorn frühen Morgen an trafen zahllose Sonderzüge in Hamburg ein. Auch aus dem Saar gebiet war eine Abordnung erschienen. Gegen i Uhr war die Stadtparkwiese mit nicht weniger als 110 000 Hitlerjungen überfüllt. Drei Flugzeugstaffeln kreuzten über der aufmarschierten Jugend.
Nach einer kurzen Ansprache des Reichsstatthalters Kaufmann trat Baldur von Schirach, von jubelnden Heilrufen begrüßt, aus Mikrophon. Er führte u. a. aus:
„Es wächst eine große Aufgabe für uns herauf, die ihren Ausdruck gefunden hat in jenem Reichs- berufs-Wettkampf der deutschen Jugend, der in diesen Tagen seinen Anfang nimmt und 12 Millionen junger Arbeiter wieder zu dem Gedanken eines Adels der Leistung, einer Aristokratie des Einsatzes und der Tat erziehen soll. Die Eingliederung des Jungarbeiters in die Gemeinschaft der HJ. ist gelungen. Diese HJ. hat 80 v. H. der deutschen Arbeiterjugend in ihren Reihen, diese H2. ist stolz darauf, daß sie den Untertitel trägt „Bund deutscher Arbeiterjugend".
Aber noch gibt es kleine Teile der Jugend, so hob der Reichsjugendführer hervor, die für sich ein Sonderrecht beanspruchen, noch gibt es einen Block konfessioneller Jugend, der behauptet, dieses Sonderrecht zur Erfüllung besonderer Aufgaben zu bedürfen, wir best reiten das. Wir erkennen kein Sonderrecht an im jungen Deutschland, in dem es nur ein Recht, das Recht des Staates, gibt. Ihr, meine Kameraden, habt nun gerade gegenüber diesen letzten Abseitsstchenden, die für sich besonderes und anderes wollen, das Prinzip der Jugend, das Prinzip der bedingungslosen Einheit, Gemeinschaft und Einigkeit zu behaupten und zu vertreten.
Im Hinschauen auf den Führer Adolf Hitler schreibt auch weiterhin in die Zukunft, kämpft weiter für die Vollendung der nationalsozialistischen Weltanschauung, für die Verwirklichung des Satzes, den der Führer einmal in München geprägt hat: Arbeiter der Stirn und der Faust vereinigt euch! Grüßt auch in dieser Stunde ihn, ohne den ihr nicht hier wäret, ohne den es kein neues Deutschland gäbe, grüßt den Führer, deutsche Jugend, Sieg-Heil!"
Wiederum brausende Jubelrufe aus 109 000 Kehlen. Nachdem das Fahnenlied der HJ. verklungen war, verließ der Reichsjugendführer mit seiner Begleitung den Platz. Im Laufe des Nachmittags verließen die 110 000 die Stadt, um in ihre Heimatort« zurückzukehren.
Die innere un- äußere Lage Oanzigs
Senatspräsident De. Nauschning und Gauleiter Förster in einer Massenversammlung
Danzig, 8. April
In einer Massenversammlung der Danziger NSDAP. sprachen Senatspräsident Dr. Rausch- ning und Gauleiter Förster über die politische und wirtschaftliche Lage Danzigs.
Senatspräsident Dr. Rauschning wies einleite :rd darauf hin, daß die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Bewegung in Danzig durch die besondere staatsrechtliche Lage Danzigs erheblich erschwert sei. Von der peinlichen Wahrung der vom Völkerbund garantierten Verfassung, sowie der auswärtigen Verträge hänge der Bestand des Danziger Staates ab. Der revolutionäre Gestaltungswille habe daher in das Pro- krustes-Bett der Verfassung und der Verträge mit peinlicher Sorgfalt eingefügt werden müssen. Diese Notwendigkeit habe ihn, so fährt der Senatspräsident fort, jedoch nicht zaghaft in der Gestaltung der inneren und äußeren Ordnung ge-> macht. Mit Nachdruck betonte Dr. Rauschning in diesem Zusammenhang gegenüber feindlichen Bestrebungen, daß er nie etwas hinnehmen werde, was die Ehre und Souveränität des Danziger Staates kränke und daß er niemals vor Fanatikern der alten Parteien und ihrem zerstörenden Treiben zurückweichen werde.
Der Senatspräsident wandte sich dabei auch mit großer Schärfe gegen die in letzter Zeit in Danzig betriebene Wühlarbeit der übriggebliebenen Zentrumskreise. Dr. Rauschning erklärte, daß die Rolle des politischen Katholizismus, der weder mit Christentum noch mit dem Volke etwas zu tun habe, sondern einen nackten Machtkampf betreibe, ausgespielt sei. Der Senatspräsident kündigte im übrigen die Absicht an, zu einem Vorvertrag zum Abschluß eines Konkordates zu gelangen.
Sehr eingehend behandelte der Senatspräsident die Fragen der Danziger Außenpolitik.
Aus dem Wege einer Gesamtbereinignng der Danzig-polnischen Streitfragen sei es gelungen, 18 Streitsälle zu bereinigen, zwei wichtige Abkommen abzuschließen und neben anderen Erfolgen eine erfreuliche Entspannung der Gesamtlag e zu erzielen, ohne die Danziger Souveränität und die nationale Würde an irgendeiner Stelle preiszugeben.
Senatspräsident Dr. Rauschning ging dann auf das noch immer sehr schwierige Problem eines Danzig-polnischen Ausgleichs in der Frage der Zollkontrolle, der Kontingente und des Warenverkehrs ein. Er wies aber darauf hin, daß erst ein wirtschaftlicher Ausgleich in diesen grundlegenden Fragen den vorjährigen Abmachungen zwischen Danzig und Polen, insbesondere dem Hafenabkommen, die rechte Bedeutung geben werde. Ein Ausgleich, der der unerträglichen Situation der Zollkontrolle ein Ende mache, würde für beide Staaten von unschätzbarer Bedeutung sein. Dr. Rauschning hob in diesem Zusammenhang noch einmal den Willen Danzigs hervor, ein einheitliches Wirtschaftsgebiet mit Polen zu bilden. Er brachte aber gleichzeitig zum Ausdruck, daß Danzig — bei aller Wahrung der neuen guten Beziehungen zu Polen andere Wege zu beschreiten entschlossen ist, falls Polen nicht bereit ist, den unerträglichen Schwebezustand zu beseitigen.
„Danzig hat", so erklärte Dr. Rauschning wörtlich, „eine Funktion in dem gemeinsamen Zollgebiet und in einem Hinterland, das sich nach seiner Lage zusammen mit Deutschland als eines werdenden großen Wirtschaftsgebietes bewußt zu wer
den beginnt. Es kann sich in dieser Funktion zu einer Bedeutung auswachsen, die heute in ihrem Ausmaß nicht abzusehen ist. Glückt dieser Ausgleich nicht, so lassen die Verträge immerhin noch Lösungsmöglichkeiten offen, die Danzig eine große wirtschaftspolitische Selbständigkeit geben würden.
Der bisherige Schwebezustand ist jedenfalls nicht länger erträglich und bringt beide Volkswirtschaften nicht weiter. Danzig wird dann in der Gliederung und Verbindung seiner Wirtschaft neue Wege zu gehen versuchen.
Auch solch ein neuer Weg kann und muß be- schritten werden, ohne daß die erfreuliche stim- mungsmätzige Besserung des Verhältnisses zu Polen eine Aenderung erfährt. Sachliche Meinungsverschiedenheiten können ausgstragen werden, auch unter der Fortdauer von Beziehungen, die auf gegenseitiger Achtung aufgebaut sind. Es sei hier aber, um allen Mißverständnissen von vornherein zu begegnen, betont, daß Danzig nicht von sich aus, sondern nur in Notwehr seine Lebensrechte wahren und den Weg einer Verselbständigung seiner Wirtschaft anstatt einer Verflechtung mit der polnischen gehen würde."
Die Ausführungen des Senatspräsidnten wurden von der zahlreichen Versammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Lebhaft begrüßt, ergriff dann Gauleiter Staatsrat Förster das Wort zu kurzen, aber umso eindringlicheren Ausführungen. Förster rechnete scharf mit den Gruppen ab, die in Danzig die Verfassung vorschützen, um ihr staats- und volksfeindliches Treiben zu rechtfertigen.
nalsozialismus absichtlich sabotiert, ist nicht wert, in der deutschen Wirtschaft eine Arbeitsstelle z u h a b e n. Er kann sich tausendmal Sozialist nennen — handelt er nicht in Wort und Tat als deutscher Nationalsozialist, dann frevelt er an dem großen Ausbauwerk des Führers, das allen arbeitsfähigen Deutschen Brot und Verdienst bringen will. In einem deutschen nationalsozialistischen Betrieb ist daher keinerlei Raum mehr für liberalistische und marxistische Anschaungen, selbst wenn sie einen nationalsozialistischen Schokoladen- überguß tragen. Deshalb muß mit aller Be^ stimmtheit dem gesamten Betrieb täglich das eingehämmert werden, was dieser Tage im
amtlichen Informationsdienst der Teutschen Arbeitsfront zu lesen war:
„Das nationalsozialistische Programm duldet keine Teillösung, es verlangt den ganzen Menschen. Wo er geht und steht, ist er der Soldat Adolf Hitlers und seiner Idee."
Wir haben aber das feste Vertrauen zu den Betriebsführern und der Arbeiterschaft in den deutschen Betrieben, daß beide Teile den Führer nicht enttäuschen werden. Wenn jeder bemüht ist, den Eigennutz zurückzustellen, wenn sich jeder lediglich den Belangen des Betriebes freiwillig unterordnet,
dann wird die Gesamtarbeit des Betriebes ganz sicherlich zum besten eigenen Nutzen des Einzelnen werden. Wir haben am Sonnabend in einer Werksfeier eines großen Bremer Betriebes die schönen Worte des Be- triebsführers gehört: „Wir setzen unseren
Stolz darin, ein nationalsozialistischer Betrieb zu werden", und wir hoffen, daß dieselben Gedankengänge in ganz Deutschland bald Allgemeingut werden. Dann wird Deutschlands wirtschaftlichem Aufstieg nichts mehr im Wege stehen, und Deutschland wird unter der Hakenkreuzfahne wieder glückliche und zufriedene Arbeiter sehen. Und das ist das Hochziel der nationalsozialistischen Betriebe.
„Drahtverhau von Bedingungen"
Englische Presse zur französischen Note
London, 8. April.
Die englische Sonntagspresse schlägt in ihren Berichten über den Inhalt und die Wirkung der neuen französischen Note wieder einen recht optimistischen Ton an, in dem besonders das angebliche „französische Zugeständnis" hervorgehoben wird, einer begrenzten deutschen Aufrüstung unter gewissen Bedingungen zuzustimmen. Eine gewiss« Beeinflussung der Berichte aus Pariser Quellen ist nicht zu verkennen.
Der Pariser Berichterstatter des Observer gibt den vorwitzigen Stimmen Ausdruck, indem er erklärt, daß das neue französische „Zugeständnis mit einem Drahtverhau von Bedingungen umgeben werde" Der diplomatische Mitarbeiter des Blattes meldet, daß die französische Note zwei neue Elemente enthalte, nämlich
1. Frankreich erklärt sich bereit, mit England in einen Meinungsaustausch über die Durchführbarkeit einer Abrüstungsvereinbarung einzutreten, in der ein gewisses Maß deutscher Aufrüstun g anerkannt wird, vorausgesetzt, daß eine solche Aufrüstung begrenzt ist und die Begrenzung einer internationalen Kontrolle und lleberwachung nicht nur Deutschland, sondern jedem Unterzeichnerstaat in genau derselben Weise auferlegt werde.
2. Frankreich begrüßt die in den englischen Fragen enthaltene Andeutung, daß England nunmehr bereit sei, weitere Ausführungsbürgschaften zu erörtern.
Die unmittelbaren Auswirkungen der französischen Note auf die englische Politik würden darin bestehen, daß man jetzt die Möglichkeit eines europäischen Abkommens für die Stahili- sierung der Rüstungen innerhalb festgelegter Grenzen untersuchen könne. Die Gerüchte, daß ein ausschließlich westeuropäischer Pakt erwogen werde, seien unrichtig. Was dagegen ins Auge gefaßt werde, sei eine Serie von Verträgen im Rahmen eines allgemeinen Vertrages. Der europäische Vertrag würde ganz Europa einschließlich Rußland umfassen, wozu möglicherweise ein Zusatzabkommen trete, um Rußland Rüstungsfreiheit für den Gebrauch im Fernen Osten zu sichern, falls Japan eine Unterzeichnung des Vertrages verweigern sollte.
Ein weiterer Vertrag, den auch die Vereinigten Staaten unterzeichnen würden, werde das System der allgemeinen Rüstungsüberwachung und Kontrolle festlegen, dem Amerika bereits zugestimmt habe. Der erste Schritt sei aber ein Abkommen über die Natur der Garantien für die Ausführung des europäischen Vertrages.
„Sunday Times" spricht sogar in großer Aufmachung von einer „Umwälzung" der französischen Rüstungspolitik. — Allgemein gibt die Presse die skeptischen Kommentare der deutschen Blätter zu
Ergebnis der SA.-Sammlung
Die SA-Sammlung am Sonnabend und Sonntag hat über 17 vvü RM. erbracht.
der französischen Note wieder, worin besonders die Aeußerungen über die französische Verschleppungstaktik und Berfchleierungsmanöver unterstrichen werden.
Staatsbegräbnis ftf Generaloberst von Einem
Berlin, 8. April.
Reichswehrminlster Generaloberst von Blom- berg hat den Befehlshaber im Wehrkreis VI, Generalleutnant Fleck, beauftragt, der Familie des verstorbenen Generaloberst von Einem sein persönliches Beileid und das der deutschen Wehrmacht zu übermitteln und gleichzeitig mitzuteilen, daß der Reichskanzler Adolf Hitler auf Vorschlag des Reichswehrministers für den hochverdienten früheren preußischen Kriegsminister und Armeeführer ein Staatsbegräbnis angeordnet hat
ReichSMi'ef der SS. in Harburg-Wilheümsbui'g
Harburg-Wilhelmsburg, 8. April.
Der SS-Reichsführer Himmler traf am Sonntag zur Besichtigung der SS-Standarte in Har- burg-Wilhelmsburg ein. Auf dem Heimfelder Sportplatz hatte die 17. SS-Standarte Aufstellung genommen; sie wurde von dem Obersturmbannführer Tensfeld kommandiert. In Begleitung des Neichsführers Himmler befanden sich u. a. Gruppenführer Jaekel aus Vraunschweig und der Führer des SS.-Abschnittes XIV, Harm aus Bremen, außerdem war der ftellvertr. Gauleiter Eakenholz anwesend.
Muschanosss Besprechungen in Paris. Bei seiner Abreise von Sofia nach Paris erklärte der bulgarische Ministerpräsident Muschanoif einem Vertreter der Agentur Havas, er werde in Paris mit politischen Persönlichkeiten, darunter mit Barthon und dem rumänischen Außenminister Titulescu zusammentreffen.