Ausgabe 
(30.3.1933) Nr. 82
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Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech­stunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheid« 858 78. Die BNZ erscheint wöchent­lich siebenmal als Morgenzeitung und kostet 2.30 frei Haus. durch die Post zuzüglich 42 3A/ Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Davor haven wie Deutschland bewahrt

Grobe kommunistische SpretWoss- organisation ausgedeÄ

Rccklinghausen, 2S. März. Der PollÜ- schcn Polizei in Recklinghauseu ist es gelungen, im rheinijch-westsälischen Industriegebiet eine um­fangreiche Sprengstossorganisatio» der KPD fest» zuftekrn, die den NamenApparat" trug. Stütz­punkte für die Verbrecher waren in Bottrop, Mül- hrini, Oberhausen und in verschiedenen anderen Orten des Industriegebietes eingerichtet.

Die Mitglieder der Sprengstofforganisation wurden in langen Kursen von führenden Kom­munisten unterrichtet und haben hierbei genaue Anweisung für die Sprengung von Brücken, Ge­bäuden und Straßen erhalten. Die Angehörigen der Sprengstofforganisation hatten u. a. die Auf­gabe, zur gegebenen Zeit planmäßig Terroraktio­nen, insbesondere Sprengungen von wichtigen Ge­bäuden, Brücken, Straßen usw. vorzunehmen.

Der Landeskrimmalpolizei Recklinghausen ist «s gelungen, bis jetzt folgende Sprengstoffe, bezw. Waffen zu beschlagnahmen: Stausferbettbuchsen,

die zum Teil als Handgranaten angefertigt wa­ren, ein Revolver-Kanonen-Geschotz, 59 Handgra­naten, 3 Wursmesser, 14 Rohrslücke für Handgrana­ten, 15 Gewehre und Karabiner, 4 Seitengewehre, 10 Pistolen, 1 Dose Detonit, 48 Päckchen Spreng­stoffe, 80 Sprengkapseln, 24 Meter Zündschnur, nehrere Dum-Dum-Geschossc, eine Gewehr-Gra- ,ate, eine Flügelmine, 38 Schutz Pistolenmuni- tion, 359 Schuß Jnfanteriemunition, 27 Stück eng­lische Jagdpatronen, 2 Höllenmaschinen u>nd 2 Brandbomben.

Das gesamte Material war fachmännisch ver­packt und befand sich in bestem Zustande. Der größte Teil wurde durch die Polizei bereits ge­sprengt. Im Münsterlande wurden in einem Steinbruch vergraben 355 Stück scharfgeladene Pa» tronen zum Militargewehr 98 gefunden und be­schlagnahmt. An einer anderen Stelle wurde ein Kommunist beim Vergraben zweier Infanterie- gewehre von der Polizei überrascht. Die Gewehre und 30 Schuß Munition wurden sichergestellt.

Besonders bemerkenswert ist der Fund im Bahn­damm Bottrop-Recklinghauson. Hier wurde mit­ten im Bahndamm vergraben eine Milchkanne mit vierzig Staussersettbuchsen, die als Handgranaten angefertigt waren, Detonit, sechs Eierhandgrana­te,:, ein Satz von 66 mit Sprengstoff gefüllten Staussersettbuchsen, zwei Rohrstücke für eine Hand­granate und eine Zinkkassette mit Detonit, eine 10-Zentimeter-Granate mit Zünder, 3 Handgrana­ten und eine Eierhandgranate mit Zünder vorge­funden und beschlagnahmt. Unübersehbar und fürchterlich wäre die Katastrophe gewesen, wenn durch irgendeinen Umstand die Sprengstoffe im Bahndamm zur Detonation gekommen wären.

Ein größerer Sprengstoffund wurde in der Nähe der stillgelegten Zeche Arenberge sowie im Garten eines Kommunisten, 1,20 Meter tief vergraben, gemacht. Nach den Feststellungen der Polizei wur­den die Staussersettbuchsen durchweg auf der Zeche Rheinbaben" in Bottrop gestohlen.

Die Buchsen wurden in Masten als Sprengkör­per hergestellt. Sie sind ein besonderes gefähr­liches Material, deren Sprengwirkung geradezu verheerend ist.

Entsetz««- bolschewistische Gistmoebblüne

Düsseldorf, 2S. März. Die nationalsozialistische »Volksparole" veröffentlicht aufsehenerregend« Enthüllungen über bolschewistische Mordpläne, nach denen die KPD die Absicht hatte« durch Beimen­

gen von Zyankali in der Gemeinschaftsküche der NSDAP die gesamte Düsseldorfer SA zu vergiften. Ueber die Vorgeschichte wird berichtet, daß die Po­litische Polizei am 20. Februar eine zuverlässige Nachricht erhielt, wonach die Kommunisten mit Gift- und Sprengstoffen «inen Anschlag auf die Nationalsozialisten planten. Bei den sofort an­geordneten Nachforschungen nach der Herkunft des Giftes wurde schließlich 3,5 kg Cyannatrium und 0,125 kg Kupfervitriol beschlagnahmt. Die Hälfte dieser Menge hätte genügt, ganz Düsseldorf zu ver­giften. Es wurde weiter festgestellt, daß dies« Gift­menge von dein in Köln am Rhein wohnenden

August Hillgraf stammte. Hillgraf, der sich in Düsseldorf ein möbliertes Zimmer gemietet hatte, wurde verhaftet. In seiner Wohnung wurden zahlreiche chemische Meßinstrumente und Lehr­bücher für Chemie sowie die Mitgliederbücher ver­schiedener kommunistischer Organisationen be­schlagnahmt. Der Verhaftete war eine führende Persönlichkeit innerhalb der KPD. Im Zusam­menhang mit dein geplanten Giftattentat wurden zunächst 15 Personen verhaftet, von denen sechs als die Urheber in Haft bleiben. Gegen Hillgraf und Genossen ist ein Verfahren wegen Hochver­rats eingeleitet worden.

Auda hat Jerttfchland he» Krieg erllürt

und will den deutschen Export boykottieren

Arbeiter und Angestellte

verteidigt Cure Arbeitsplätze

VoykotLiert jedes jüdische Geschäft, jedes Waren­haus, jeden jüdischen Händler, jüdischen Arzt, jüdischen Rechtsanwatt

Nationalsozialisten, sorgt dafür, daß ganz Bremen in diesem berechtigten Abwehrkampf zusammensteht.

DieBremer Nachrichten" empfehlen noch heute in ihrem An­zeigenteil jüdische Geschäfte und Warenhäuser und sabotieren dadurch den einmütigen Abwehrkampf der bremischen Bevölkerung. Laßt Euch dieses gesinnungslose Verhalten nicht länger gefallen und gebt dem Verlag die richtige Antwort.

Kriihsrraierm« und Abwehr-

aktionen

Berlin, 29. März. In der heutigen Ministerbesprechung, die um 12 Uhr begann, erklärte der Reichskanzler Hitler eingangs, daß die Vorfälle in Braunschweig vollkom­men geklärt und im beiderseitigen Einver­nehmen beigelegt seien.

Dann sprach der Reichskanzler über die Abwehrmaßnahmen gegen die jüdische Greuelpropaganda im Auslande. Er be­tonte, daß diese Abwehr organisiert werden mußte, weil die Abwehr aus dem Volke heraus selbst gekommen wäre und sonst un­erwünschte Formen angenommen hätte. Durch die Organisierung der Abwehr be­halte man die Aktion in der Hand, und es würde verhindert werde«, daL es zu Be­

lästigungen persönlicher Art und zu Ge­walttätigkeiten komme.

Das Judentum müsse aber erkennen, daß ein jüdischer Krieg gegen Deutsch­land das Judentum in Deutschland mit voller Schärfe selbst trifft.

Auch heute lägen wieder Telegramme vor aus London, wonach plakatierte Privat- und Lastfahrzeuge zum Boykott deutscher Waren aufforderten. Diese Wagen führen in großer Zahl durch die Straßen Lon­dons, so daß das ganze Vorgehen den Ein­druck machte, daß es wohlorganisiert sei. Auch aus Newyork lägen heute wieder Mel­dungen vor, daß die Boykotthetze gegen Deutschland weitertobe und daß m Majsen-

versammlungen und durch Radio gegen die amerikanischen Bürger deutscher Abstam­mung gehetzt werde.

Dann lag der Ministerbesprechung ein Gesetzentwurf des Reichsministeriums des Innern zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vor. Dieser Gesetzentwurf sieht zunächst eine Vereinfachung der Landes­gesetzgebung überhaupt vor und bestimmt weiterhin, daß die Volksvertretungen der Länder mit Ausnahme des Preußische« Landtages ausgelöst und neugebildet wer­den und zwar nach den Stimmenzahlen, die sich bei der Wahl zum Reichstag am 5. März innerhalb eines jeden Landes bezw. soweit diese Stimmen auf die Wahlvor­schläge entfallen, ergeben haben. Es werde« für die neu zu bildenden Landtage in de« einzelnen Ländern Mandatshöchstziffer« vorgesehen werden. Ferner sollen Bestim­mungen getroffen werden, wegen der ge­meindlichen Selbstverwaltungskörper. Auch hier soll der Schlüssel vom 5. März zu­grunde gelegt werden und es sollen auch hier Höchstziffern nach der Größe der Ge­meinden vorgesehen werden.

Es ist mis der^ Möglichkeit zu rechnen, daß dieses Gesetz noch am Sonnabend in Kraft tritt. Die zuständigen Instanzen solle« schleunigst damit befaßt werden, so daß noch im Laufe des Monats April die Gleichschal­tung durchgeführt werden kann.

Ferner stimmte das Kabinett der Ver­längerung der Nelkeneinfuhr aus Italic« bis zum 1. Mai d. I. zu.

Das Reichskabinett genehmigte ferner die nachträgliche Feststellung des Reichshaus- Halts für 1932 auf Grund des Ermächti­gungsgesetzes sowie den Voranschlag des Reichsfin,anzmiuisters für das erste Viertel des Haushaltsjahres 1933. Genehmigt wurden weiterhin die Garantieermächtigung für den Außenhandel, die Getreidebewegung und die Seefahrt sowie die Aufhebung des Wohnungsmangelgesetzes, das mit dem 1. April d. I. außer Kraft tritt Gleich­zeitig wurde ein Gesetzentwurf über Räu- mungsfristen verabschiedet, der zu Gunsten der Mieter Härten beseitigt, die durch die Aufhebung des Wohnungsmangel-Gesetzes entstehen könnten. ^

Der neue KeichSwirMMtsriN

Berlin, 29. März. Das Reichskabinetk verabschiedete am Mittwoch das Gesetz über die Abänderung des vorläufigen Reichs- Wirtschaftsrates. Damit wird der bishe­rige vorläufige Reichswirtschaftsrat mit sofortiger Wirkung aufgelöst. An seine Stelle tritt ein neuer vorläufiger Reichs- Wirtschaftsrat, in den der Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung bis zn> höchstens 89 Mitglieder berufen wird. Die Mitglieder werden für vier Jahre einberu­fen. In jedem Jahre, vom Ende des Jah­res 1934 an, scheidet ein Viertel der Mit­glieder aus und kann durch neue Mitglie­der ersetzt werden. Wiederberufung ist zu­lässig. Das Gesetz regelt im übrigen die Bildung von Ausschüssen in neuartiger Weise. Neben den ständigen und nichtstän­digen Ausschüssen, die nur aus Mitglieder« des Reichswirtschaftsrates bestehen können und außenstehende Persönlichkeiten nur als Sachverständige zuziehen dürfen, können ständige oder nichtständige Sonderausschüsse im Reichswirtschaftsrat durch Verordnung des Reichspräsidenten oder Anordnung der Neichsregierung gebildet werden. In diese Sonderausschüsse können auch Persönlich­keiten mit vollem Stimmrecht berufen wer- den, die nicht Mitglieder des Reichswirt­schaftsrates sind. Zusammensetzung, Auf­gaben und Befugnisse dieser Sonderaus­schüsse werden jeweils durch den Reichs­präsidenten oder die Reichsregieruriü bo»