Ausgabe 
(29.3.1933) Nr. 81
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Vottkoil

aller jüdischen Geschäfte

NW

Ausruf der IlSSAV.

Berlin^ 28. März. Die Reichsleitung der NSDAP. veröffentlicht einen Aufruf au »ckl« Parteiorganisationen, der sich in schärfster Form gegen die gewissenlose jüdische Greuelpropaganda wendet.

In dem Aufruf wird einleitend festge­stellt, daß das deutsche Volk mich 14jähriger innerer Zerrissenheit seine Stände, Klas­sen, Berufe und konfessionelle Spaltungen politisch überwunden, eine Erhebung durch­geführt hat, die deut marxistisch-jüdischen Spuk blitzschnell ein Ende bereitete. In jämmerlicher Feigheit hätten die jüdisch­marxistischen Bonzen ihre Machtstellungen geräumt. Trotz allen Geschreies wagte kein einziger ernstlichen Widerstand zu leisten. Nur der beispiellosen DiszchlrU und Ruhe, mit der sich der Akt des Um-« sturzes vollzog, hätten es die Urheber und Nutznießer 'unseres Unglücks zuzuschreiben, wenn sie fast ausnahmslos ungeschoren blieben. Weiter heißt es in dem Aufruf:

Nun, da die Feinde der Nation im Inne­ren vom Volke selbst unschädlich gemacht worden sind, tritt das ein, was wir längst erwartet hatten. Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüdisch­

intellektuellen Anstifter, die mit ihren Ka­pitalien rechtzeitig tn das Ausland aus­rückten, entfalten nun von dort aus eine gewissenlose, landesverräterische Hetzkam­pagne gegen das deutsche Volk überhaupt. Da ihnen das Lügen in Deutschland un­möglich wurde, beginnen sie von den Haupt­städte« der ehemaligen Entente aus dieselbe Hetze gegen die junge nationale Erhebung, die sie zu Kriegsbeginn schon gegen das damalige Deutschland getrieben haben.

Lügen «nd Verleumdungen von geradezu haarsträubender Perversität werden über Deutschland losgelassen. Greuelmärchen von zerstückelten Judenleichen, von ausge- stochenen Augen und abgehackten Händen werden verbreitet zu dem Zweck, das deüt- sche Volk in der Welt zum zweiten Male so zu verfemen, wie ihnen dies im Jahre 1914 bereits gelungen war. Millionen un­schuldige Menschen, Völker, mit denen das deutsche Volk nur in Frieden leben will, werden von diesen gewissenlosen Verbre­chern gegen uns aufgehetzt. Die deutschest Waren, die deutsche Arbeit, sollen dem internationalen Boykott verfallen. Die Not in Deutschland ist ihnen also zu klein. Sie mutz noch größer werden.

Wir nehmen den H

fand

Die nationalsozialistische Korrespondenz ver­öffentlicht dazu folgende elf Programmpunkte, durch die die Gegenwirkung innerhalb Deutsch­lands organisiert werden soll.

1. In jeder Ortsgruppe und Organisationsglie- berung der NSDAP sind sofort Aktionskomitees zu bilden zur praktischen, planmäßigen Durchführung des Boykotts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdischer Rechtsanwälte. Die

Aktionskomitees sind verantwortlich dasür, daß der Boykott keinen Unschuldigen, umso härter aber die Schuldigen, trifft.

2. Die Akttonskomitees sind verantwortlich für don höchsten Schutz aller Ausländer, ohne Ansehen ihrer Konfession, ihrer Herkunft oder Raste. Der Boykott ist reine Abwehrmaßnahme, die sich aus­schließlich gegen das deutsche Judentum wendet.

3. Die Aktionskomitees haben sofort durch Propaganda und Aufklärung den Boykott zu popularisieren. Grundsatz: kein Deutscher kaust noch bei einem Juden oder läßt sich von ihm und seinen Hintermännern Waren anpreisen. Der Boykott muh ein allgemeiner sein. Er wird vom ganzen Volk getragen und mutz das Judentum an seiner empfindlichsten Stelle treffen.

4. In Zweifelsfällen soll von einer Boykottie- rung solcher Geschäfte so lange abgesehen werden, bis nicht vom Zentralkomitee in München eine andere bestimmte Anwessung erfolgt. Vorsitzender des Zentralkomitees ist Parteigenosse Streicher.

5. Die Akttonskomitees überwachen aus das schärfste die Zeitungen, inwieweit sie sich an den Aufklärungsseldzug des deutschen Volkes gegen die jüdische Greuel-Hetze im Ausland beteiligen. Tun Zeitungen dies nicht oder nur beschränkt, so ist daraus zu sehen, daß sie aus jedem Haus, in dem Deutsche wohnen, augenblicklich entfernt werd«!. Kein deutscher Mann und kein deutsches Geschäft soll in solchen Zeitung«, «och Annoren aufgeben.

Sie mästen der öffentlichen Verachtung verfallen, geschrieben für die jüdischen Nastengenosten, aber nicht für das deutsche Volk.

6. Die Aktionskomitees müssen in Verbindung mit den Betriebszellen-Organisationen der Partei die Propaganda der Aufklärung über die Folgen der jüdischen Greuel-Hetze für die deutsche Arbeit und besonders die Arbeiter über die Notwendig­keit des nationalen Boykotts als Abwehrmaß- nahme zum Schutze der deutschen Arbeit ausklären.

7. Die Aktionskomitees muffen bis in das kleinste Bauerndors hinein vorgetrieben wrden, um be­sonders auf dem stachen Laub die jüdischen Händ­ler z« treffe«. Grundsätzlich ist immer zu be­

tonen, daß es sich um eine uns aufgezwnngene Abwehrmaßnahme handelt.

8. Der Boykott setzt nicht verzettelt ein, sondern schlagartig. In dem Sinne sind augenblicklich alle Vorarbeiten zu treffen. Es ergehen die Anord­nungen an die SA und SS, um vom Augenblick des Boykotts ab durch Posten die Bevölkerung vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte zu warnen. Der Brmkottbeginn ist Lurch Plakatanschlag und durch die Presse, durch Flugblätter usw. bekannt zu geben.

Der Boykott setzt schlagartig am Sonnabend, den 1. April, Punkt 1V Uhr vormittags ein. Er wird fortgeführt so lange bis eine Anordnung der Partei­leitung die Aufhebung befiehlt.

S. Die Aktionskomitees propagieren sofort in Zehntausend«, von Mastenversammlungen, die bis

in das kleinste Dorf hineinzureichen haben, die Forderung nach Einführung einer relativen Zahl für die Beschäftigung der Juden in allen Berufen, entsprechend ihrer Beteiligung an der deutschen Volkszahl. Um die Stoßkraft der Aktion zu er­höhen, ist diese Forderung zunächst auf drei Ge­biete zu beschranken:

a) auf den Besuch an den deutschen Mittel- und Hochschulen,

b) für den Beruf der Aerzte,

e) für den Beruf der Rechtsanwälte.

10. Die Aktionskomitees haben weiterhin isie Slufgabe, dasür zu sorgen, daß jeder Deutsche, der irgend eine Verbindung zum Ausland besitzt, diese verwendet, um in Briefen, Telegrammen und Te- lcphonaten aufklärend die Wahrheit zu verbreiten, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrscht, daß das deutsche Volk keinen sehnlicheren Wunsch besitzt, als in Frieden seiner Arbeit nachzugehen und in Frieden mit der anderen Welt zu leben und daß es den Kamps gegen die jüdische Greuel« hetze nur führt als reinen Abwehrkamvf.

11. Die Aktionskomitees find dasür verantwortlich, daß sich dieser gesamte Kampf in vollster Ruhe und größter Disziplin vollzieht. Krümmt auch weiterhin keinem Juden auch nur ein Haar. Wir werden mit dieser Hetze fertig, einfach durch die einschneidende Wucht dieser Maßnahmen.

NeOtsresoem mrd völkische Aevol«1ion

Von Dr. jur. Roland Freister, MdL.

Revolution als Rechtsform völkischer Le­bensäußerung mag dem Berufsrevolutionär als etwas Widersinniges erscheinen: denn der Berufsrevolutionär ist Verbrecher.

Das ist derjenige, der sich die Revolution veranschaulicht als eingeschlagene Fenster­scheiben, aufgehängte Volksgenossen, dem Revolution letzten Endes nichts anderes als eine mehr oder weniger bewegte selbst­süchtige Spekulation erscheint. Diesem Re­volutionär, der den Begriff der Revolution nicht in sich aufzunehmen vermag, weil er bis zu den höchsten Höhen völkischen Lebens nicht vordringen kann, kann die Revolution nur als Inbegriff der Anarchie und Auf­lösung erscheinen.

Eine solche „Revolution" ist keine Revolu­tion, sondern die Atomisierung des Volks­körpers, seine Zerstückelung in unzählbare tote Einzelteilchen.

Wahre Revolution aber ist tiefste und höchste, mächtigste und reinste Lebensäuße­rung eines Volkes.

In diesem Sinne ist die Revolution nichts anderes als das disziplinerte Verlangen des Volkes, sichdie Form seines Lebens zu ge­ben, die dem Inhalt seiner Sehnsucht und dem Hochziel seines Lebens entspricht.

Solche Revolution wird immer diszipli­niert sein, denn sie ist der Ausdruck des un­beugsamen Lebenswillens des Volkes selbst.

Das Volk ist nicht nur Objekt des Rechts, und das Recht ist nicht Beherrscher des Volks, sondern Recht ist die vom Volk

selbst geschaffene und in ihrer Durch­führung gesicherte Ordnung des Gesamt- lebens des Volkes, und Einordnung des Einzellebens des Volksgenossen in das Volksganze, auf- und ausgebaut auf den tiefsten Forderungen des Gewissens des Volkes selbst.

Danach ist Recht auch nur das, was dem Gewissen des Volkes entspricht, nie aber das, was vielleicht einmal in anderen Ver­hältnissen, in einer anderen geschichtlichen Epoche dem Volke als Rechtsnorm dienen könnte. Es ist schon richtig, und das deutsche Volk hat dies bitter empfinden und die Wahrheit dieses Satzes teuer bezahlen müssen, daß Recht und Gesetze zurKrank - heit werden und als ewige Krankheit sich mit uns fortschleppen können, daß Recht und Gesetze Unrecht und damit auch Todesursache des Volkes werden können.

Und wenn ein Volk, in eine solche Ent-

An die Schöinemarm-Vresse;

Wir erwarten von der Schüncmannpreste aus das bestimmteste, daß sie dem berechtigten Ab-> wehrboykott nicht m den Rücken fällt, und darum ab sofort keinerlei Anzeigen von Waren­häusern und jüdischen Geschäften mehr auf­nimmt. Im anderen Falle würde das national« Bremen daraus die ersorderlicken Konsequenz^» ziehen.