Ausgabe 
(20.3.1933) Nr. 72
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Wir veröffentlichen im folgenden eine Reihe von Resultaten aus den Betriebs­ratswahlen:

Bei der Fa.

Ritter A.-G., Durlach, erhielt die Liste „Nationale Sozialisten" 48 Stimmen gegen bisher 18 Stimmen — 1 Sitz, bisher keinen. Die „Freien Gewerk­schaften" erhielten 258 Stimmen und 6 Be­triebsräte, gegen bisher 7 Betriebsräte. Die KPD erhielt 48 Stimmen, gegen bisher 78 Stimmen, und 1 Sitz.

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Bei der Fa.

I. I. Reifs, Buchdruckerei in Karlsruhe,

bei der das badische Hauptsrgan der NS- DAP „Der Führer" und „Der Betriebs­stürmer", das Blatt der badischen NSBO, hergestellt wird, wurde nur eine ein­zige Liste „Nationale Sozialisten" einge­reicht, trotzdem der rote Buchdruckerverband alles versucht hatte, um die Belegschaft da­von abzuhalten. Da eine Gegenliste nicht ausgestellt wurde, erklärte der Wahlvorstand die Liste „Nationale Sozialisten" als ein­stimmig gewählt.

*

Bei der Betriebsratswahl im Kunstgewerbe-, Altertums- und Schloß-Museum in Breslau, hat die Nationalsozialistische Betriebszellen- Organisation das erstemal eine eigene Liste: „Nationale Sozialisten" eingereicht. Der erste Ansturm ist restlos gelungen und zeitigte das folgende Wahlergebnis: Wahl­berechtigte 28 Davon erhielt die Liste 1 (Freie Gewerkschaften) 11 Stimmen, die Liste 2 (Nationale Sozialisten) 16 Stim­men, ungültig 1 Stimme. Von den 3 zu wählenden Betriebsrats-Sitzen hat die NS­BO 2 Sitze erhalten.

*

Bei der Betriebsratswahl

Kraftverkehr Freistaat Sachsen A.-G.,

Betriebszelle Waldheim, wurde nur eine Liste „Nationale Sozia- listen" eingereicht. Sämtliche Betriebsrats­sitze, die bisher restlos von Marxisten be­setzt waren, wurden daher mit National­sozialisten besetzt.

In der

Germania-Mühle, eines der größten

Werke der Mühlenstadt Mannheim, hat die NSBO sich restlos durchgesetzt. Alle 6 Betriebsratsmitglieder, sowie sämtliche Ergänzungsmitglieder auf der Liste „Na­tionale Sozialisten" sind gewählt, der Geg­ner brachte nicht den Mut aus, eine eigene Liste aufzustellen, weil er weiß, daß säst die lganze Belegschaft nationalsozialistisch ge­stirnt ist.

*

Bei der Betriebsratswahl der

Deutsche« Bank und Diskontogesell- schaft, Mannheim,

entfielen aus

»Rat. Sozialisten" 107 St. < 0) 2S. (0) ». Bankbeamt.-B 148 St. (312) 2 S. (4)

M«. «erb. (SPD) 63 St. (1SV) 1S. (2)

DHB. 88 St. ( ) 1S. (1)

^verbrämte« SS St. ( 0) 0 S. (0)

zusammen 41» St. (502) K K. (7)

Am 1v. März wurde im

Steinkohlenbergwerk Grünbach der Betriebsrat gewählt Das Ergebnis war für die NSBO ein großer Sieg. Von 1068 Wahlberechtigten wurden 947 Stim­men abgegeben. Die NSBO konnte gegen­über dem Vorjahre die Stimmenzahl mehr als verdoppeln! Wir erhielten jetzt 138 Stimmen gegenüber 65 im Vorjahre. Die Sozialdemokraten verloren 19 Stimmen, die Kommunisten sogar 81. Wir erhalten jetzt zwei Mandate im Betriebsrat gegen eines früher.

Die Angestclltcn-Betricbsratswahlen bei der

O.-Oe. Elcktro-Bau A.-G. brachte, obwohl wir das erstemal die Liste der „Nationalen Sozialisten" einbrachten, einen besonderen Erfolg. Von 45 abgegebe­nen Stimmen entfielen auf die National­sozialisten 30, auf den roten Bund der In­dustrie-Angestellten 15; wir besitzen also die Zweidrittelmehrheit.

Bei der neuen Betriebsratswahl in den Bayer. Motoren-Werken haben die natio­nalsozialistischen Arbeiter einen lOOprozen- tigen Erfolg gehabt.

- Es wurden gewählt:

Zum 1. Betriebsrats-Vorsitzenden ein Nationalsozialist;

zum 2 Betriebsrats-Vorsitzenden ein Na­tionalsozialist;

zum 1. Schriftführer ein Nationalsozialist;

zum 2. Schriftführer ein Nationalsozialist.

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Rom, 19. März. Amtlich wird mitge­teilt: Der Chef der italienischen Regie­rung hat sich am Sonnabend von 18 Uhr bis 19.30 Uhr im Palacca Venecia und am Sonntag von 14.30 bis 16 Uhr aus der englischen Botschaft mit dem britischen Premierminister Macdonald und dem Staatssekretär des Auswärtigen Sir John Simon unterhalten. Nach einem ' gründ­lichen und erschöpfenden Gedankenaustausch über die allgemeine Lage wurde in diesen Unterredungen ein vorn italienischen Re­gierungschef vorbereiteter Plan der Ver­ständigung über die politischen Hauptfragen geprüft, der auf eine Zusammenarbeit der vier großen Westmächte zielt, um Europa und der Welt im Geiste des Kelloggpaktes und der Erklärung der Nichtanwendung von Gewalt eine lange Friedensperiode zu sichern. Die britischen Minister werden Montag früh von Rom nach London ab­reisen und ihre Reise in Paris unter­brechen, wo sie Gelegenheit haben werden, sich mit den Mitgliedern der französischen Regierung zu treffen.

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London, 19. März. Der den englischen Ministern in Rom vorgelegte Abrüstungs­entwurf trägt den Titel: „Ein politischer Pakt der Entente und Zusammenarbeit zwischen den vier Weltmächten^

Bei den am 14. März erfolgten Betriebs­ratswahlen im Werk Manzell erhielten: im Arbeiterrat

Liste „Nationale Sozialisten": 148 Stim­men — 3 Sitze (früher v);

Sozi und sonstige zusammen: 189 Stim­men — 5 Sitze (früher 8).

Im Angestelltenrat 114 Stimmen — 5 Sitze (früher 3);

alle anderen Gruppen zusammen: 51 Stimmen — 2 Sitze (früher 4).

Es wählten somit 52,5 Prozent der Ge­samtbelegschaft und 70 Prozent der Ange­stellten die Liste „Nationale Sozialisten".

Der Erfolg bei den Arbeiterratswahlen ist um so höher zu werten, als 1933 zum ersten Male eine Liste „Nationale Sozia­listen" eingereicht wurde und bisher im Ar­beiterrat nur Blutrote und Rosarote bei- sammensaßen.

Der deutsche Arbeiter ist erwacht! Die Taten eines Adolf Hitler, eines Hermann Goering, eines Wolfgang von Gronau, eines Kapitän Christiansen usw. sind in den Augen unserer Volksgenossen nunmehr wieder mehr wert als die leeren Redens­arten vollgefrefsener Bonzen.

Stolz weht die Flagge der Freiheitsbe­wegung Adolf Hitlers neben dem Banner Schwarz-weiß-rot über der Stätte unserer Arbeit. Der Kamps geht weiter, bis der letzte Volksgenosse erwacht und in den Reihen des neuen Deutschlands zu finden ist.

Der Vertrag enthält acht bis neun Ar­tikel. Die vier westlichen Mächte sind Eng­land, Frankreich, Deutschland und Ita­lien. Der Wortlaut legt die gesamte Poli­tische Zukunft Europas fest und erkennt alle bestehenden Vertragsverpflichtimgen eimschließlich des Locarnovertnages an, ohne aber England aus neue Verpflichtun­gen festzulegen. Außerdem wird ein fünf­jähriger Rüstungs- und politischer Waffen­stillstand vorgeschlagen. In einer Klausel des Vertrages wird gesagt, daß eine Rv- vision der Friedensverträge nur durch die Maschinerie des Völkerbundes vorgenom­men werden kann. Diese Bestimmung ist mit Rücksicht auf Frankreich eingesetzt wor­den. —

Die Unterzeichnung des Vertrages würde nach Ansicht Mussolinis die politische Atmo- sphär: Europas klären und den Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz sicherstellen.

Der ursprüngliche Vertragsentwurf war sowohl dem französischen Botschafter de Jouvenel wie dem deutschen Botschafter von Hassel vorgelegt worden.

Man rechnet in Rom damit, daß Daladier nach Rom kommt, um diesen Pakt zu unter­zeichnen. ^ >

Bei dieser Gelegenheit will Mussolini zu einer Vereinbarung mit Frankreich über die Flottenfrage gelangen.

London, 19. März. Einer Meldung des „Sunday Expreß" zufolge hat Bald», in im Austrage des Kabinetts ein Telegramm an Macdonald und Simon gesandt, in dem er auffordert, baldigst nach London zurück­zukehren. Er habe auf die wachsende Miß­stimmung im Parlament aufmerksam ge­macht, wo namentlich innerhalb der kon­servativen Partei Unzufriedenheit bestehe, daß im Augenblick, wo England vor der ernstesten Entscheidung gegenüber Rußland stehe und wegen dieser Frage alle Hände voll zu tun habe, der erste Minister shchs außerhalb Londons aufhält. Das Ka­binett wisse, daß die Stimmung im Par-, lament den Siedepunkt erreicht hab« und diesen übersteigen werde, wenn nicht am kommenden Donnerstag eine Aus­sprache im Unterhaus über die auswärtige Politik stattfindet. Viele Abgeordnete mach­ten keinen Hehl über ihre Unzufriedenheit und sagten, daß der erste Minister Vieh zu viel Wert auf die Versuche lege, dis die Welt in Ordnung zu bringen Und sein« Augen gegenüber den Ereignissen in der! Heimat verschließe.

ZbMTlsutiüsung vsp

Berlin, 20. März. Wie der „Montag Morgen" melket, wird sich die Eiserne Front, die aus dem Reichsbanner, den Hammerschaf-, ten der Gewerkschaften und den Arbeitersport--! Organisationen besteht, noch in dieser Woche selbst auflösen. Die Beratungen über die Sluf- lösung haben bereits in der vergangenen Woche in Magdeburg begonnen. Dabei wurde daraus hingewiesen, daß in zahlreichen Gebieten des Reiches hie Auflösung der Eisernen Front durch die Behörden angeordnet ist und daß deshalb die Selbstauflösung als zweckmäßig an­zusehen sei. Besonderen Wert auf die Selbst­auslösung legten ,di e Gewerkschafts­kreise, die der Auffassung seien, daß für ins Eiserne Front keine Aufgaben mehr vorlägen.

Die Frage, ob auch das Reichsbanner dis Selbstauflösung beschließen wende, ist nach den»« genannten Blatt noch nicht gelöst.

Msißsnisgsr' im bUinn- ksngsn pslkaus snlrlsvkr

Nürnberg, 20. März. Der Erste Bürgermeister Licbel teilt mit:

Bei einer Durchsuchung des Rathauses unter der persönlichen Leitung des Ersten Bürgermeisters Liebel, die am Sonnabend vorgenommen wurde» stieß man bei der Durchforschung des Speichers auf ein größeres Wasscnlager, das in einer Boden­kammer versteckt war. Zu dieser Kammer hatte der Hausverhalter keinerlei Schlüssel. Eintritt und Nachforschung war ihm streng verboten. Man fand 112 Selbstladepistolcn, 20 Trommelrevoloer und etwa 10 00« Schutz Pistolenmunition, einen Zimmrrstutzen und eine Reihe von Gummiknüp­peln und Totschlägern. Die Massen wurden be­schlagnahmt.

SvKÜKSS

aus üvm

Berlin, 19. März. Am Sonntag früh gegen 2-15 Uhr wurden zwei SA-Männer und ein Patt teiloser beim Vorübergehen aus dem Hausflur Ptt tersburger Straße 19 von einem unbekannt geblie­benen Täter beschaffen. Der 35jährige SA-Mann Alfred Friebe erhielt einen schweren Beckenschutz, der 33jährige SA-Mann Georg Albrecht einen schweren Brustschutz und der parteilose Alexander Matterna einen Arm- und einen Oberschenkel-« schuß. Alle drei mußten dem Krankenhaus zu-, geführt werden. Eine sofortige Durchsuchung des Hausflurs durch das Ueberkallkommando blieb er, salzlos

Untsnnsüung mit IVIsrrrionsIü — kslns irsvision von Vonssiilos