Ausgabe 
(19.3.1933) Nr. 71
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Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech- ^ Hunde der Redaktion: Mmrtag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Kernsprecherr Domsheid« 258 78. Die BNZ erscheint wöchent- Nch siebenmal als Morgeuzeitung und kostet 2.30 frei Haus. durch die Post zuzüglich 42 Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Der Wille zur Leistung, der Glaube an die Idee und die Geschlossenheit der Be­wegung haben sich auch seit der Stunde be­währt, in der das deutsche Volk diese Be-

- Wegung zur Machtübernahme im Reich und in den Ländern beauftragte- Wir waren

! uns in Bremen keinen Augenblick im ! jZweifel, daß wir die aktive Führung der politischen Entwicklung nicht mehr aus der : Hand geben würden und so war es für ! «ns Nationalsozialisten eine Selbstver- A pändlichkeit, daß der vom Führer beauf- ^ »ragte Senatskommissar Dr. Markert mit fester Hand und kluger Voraussicht die Dinge so meistern würde, wie es für den Wiederaufbau unseres Stadt-Staates erfor­derlich ist. Das Vertrauen, das die bis­herigen Regierungsparteien und deren Presse in 14jähriger Mißwirtschaft vergeu­det haben, hat Dr. Markert und mit ihm s die Bewegung in wenigen Tagen wieder aufgebaut. Wir haben erlebt, daß unsere Gegner nicht nur klein bekgegebcn haben, sondern mit fliegenden Fahnen zu uns übergegangen sind. Wir haben es begrüßt, daß die in der Handelskammer verkörperte bremische Kaufmannschaft sich vorbehaltlos hinter die neue Regierung acstellr hat. Der ^ Kreis ist geschlossen, nachdem es in zähefier . Kleinarbeit der Bewegung in Bremen ge- i lungen war, alle anderen Berufsschichten, ° insbesondere den deutschen Arbeiter in die neue Volksfront einzugliedern Die ! nationalsozialistische Idee und die Männer, j die sie im neuen Senat vertreten, haben sich ein Recht auf die geistige Führung er­stritten. die sie zum Besten des Ganzen in j, schöpferischer Arbeit umsetzen werden.

- Der neue Bremer Senat ist gebildet. Bre­men drohte durch unhaltbare Negierungs-

s Verhältnisse gegenüber den anderen Hanse- : städten ins Hintertreffen zu geraten. Durch das energische Zugreifen wußte der Reichs­kommissar Dr. Markert diese Gefahr zu -verhindern und es war eins Gefahr, denn heute fallen täglich die wichtigsten politi- t schcn Entscheidungen, bei denen Bremen auf i Grund seiner besonderen Aufgabe als Welt- handelsplatz mitwirken muß, wenn es nicht unnötigen Härten ausgesetzt sein will Da­mit waren die Voraussetzungen für die tatsächliche Amtsübernahme der Staats­geschäfte gegeben und Bremen konnte in der gestrigen Mittagsstunde mit einer in sich ge­schlossenen und zielklaren nationale,> Regie­rung überrascht werden. Der alte Senat hat seine Geschäfte übergeben und der wirt­schaftliche, vor allem aber seelische Wieder­aufbau unseres Stadt-Staates kann be- , ginnen.

Wir würden es begrüßen, wenn uns eine M Bürgerschaftswahl erspart bliebe An den ^ politischen Verhältnissen wird sich nichts ändern und es scheint uns durchaus mög­lich, mit Hilfe einer Ermächtigungsgesetzes, das der Reichstag in den nächsten Tagen verabschieden wird, die bremische Bürger­in schaft auf Grund der alten Neichstagswahl ohne Neuwahl zu bilden. Die neue Regie­rung verfügt über eine Mehrheit von 58 Sitzen gegenüber 47, wobei wir es für be­sonders wesentlich halten, saß die Deutsche

VIs nsus ttsglsnung In 8i»smvn

Ist gsdllrlst

Der Reichskommissar für den Bremischen Staat hat die Ernennung des kom­missarischen Senats aus Grund der ihm von der Rcichsregierung erteilten Ermäch­tigung gemäß 88 2 und 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 aus Mitgliedern der Nationalen Front (NSDAP. und Kampffront Schwarz-Weisr-Rot) zum 18. März 1933 wie folgt vorge­nommen:

1. Dr. Markert: .Präsident des Senats (Präsidialsachen, auswärtige An­

gelegenheiten),

2. Konsul Otto Flohr : Stellvertreter des Präsidenten des Senats (Finauzen),

3. Theodor Laue: (Rechtspflege, Polizeiherr, innere Verwaltung),

4 Dr. von Hofs: (Kirchliche Angelegenheiten, Schulwesen und Bildnngs-

austalten),

5. Haus Halter mann: (Bauwesen und städtische Einrichtungen, Kommissar

für Arbeitsbeschaffung),

6. Otto Heider: (Arbeit und Wohlfahrt, Versicherungswesen),

7. Erich Bagts: (Gesundheitswesen, Landherrnamt, Hafenstädte),

Die unter 2, 8 und 9 genannten Herren üben ihre Tätigkeit als kaufmännische Senatoren ehrenamtlich aus.

Kraft besonderen Auftrags übernimmt Dr. Müllcrshausen den Vorsitz in der Behörde für Handel und Schiffahrt.

Zum Kommissar für Bottsanftlärung und Propaganda ist Paul Wcgeuer er­nannt worden.

Ueber die weitere Verwendung des bisherigen Kommissars Dr- Hoffmann, der in den Staatsdienst nicht überzutreten wünscht, wird noch beschlossen werden.

Am gleichen Tage ist der bisherige geschästsführende Senat aus seine» Aem­tern ausgeschieden. Die Neubildung der Regierung entspricht dem Ergebnis der letzten Neichstagswahl in Bremen.

Volkspartei als Hauptverantwortliche der politischen Entwicklung der letzten Jahre von der Mitarbeit ausgeschaltet ist. Vor­nehmlich in unserer Bewegung vereinen sich außerdem alle Schichten oer Bevölkerung und verbinden sich die Interessen aller Be­rufsstände. so daß die Gewähr für eine ge­rechte, aber zugleich aufbauende und Werte­schaffende Staatsführung gegeben ist.

Auch die BNZ. steht einer neuen Aufgabe gegenüber. Bislang hab sie allein gei­gen den alten Senat, gegen die Schüire- mannpresse und die von ihr in der Bevöl­kerung verbreitete falsche politische Auf­fassung gekämpft und sie darf mit einigem Stolz von sich sagen, daß sie nicht unwe­sentlich' zu dem' gewaltigen politischen Um­schwung Bremens beigetragen hat. Heute ist es leicht, sich zu dem nationalen Bre­mer Senat zu bekennen, aber auch wip wollen in erster Linie vorwärt-sblicken, wollen der neuen Regierung nicht nur Sprachrohr sein, sondern uns verpflichtet halten, Meinungen und Wünsche aller Be- völkerungskreise vorzutragen und ganz be­sonders uns zum Ziele zu setzen, das Wohl und Wehe der bremischen ArbeMv- schaft zu vertreten. Darum erwarten wir auch von der neuen Regierung, daß sie als wichtigste Aufgabe die Arbeitsbeschaf­fung ins Auge faßt, die nicht nur der Ar­beiterschaft, sondern auch Handel und Ge­werbe'Äne neue EzMmL. bringen soll. ,Bortz,

aussetzung hierfür aber ist und bleibt eine gute Entlohnung der Arbeiterschaft, die bislang nur Almosen empfing. Wir« wissen, daß neben dem Senator Heide»» gerade der Präsident des neuem Senats diesen Fragen nicht nur großes Interesse, sondern, ein marines Herz entgcgesnbringt und wir werden stets an ihrer Seite ste»- ,hen, wenn es gilt, im Rahmen des Gle- samtanfbaus der Wirtschaft die Lebens - interessen der bremischen Arbeiterschaft wahrzunehmen.

Mit wirtschaftlichen Maßnahmen allein wird man jedoch kaum der Lage Herr werden. Wir haben von jeher den Stande Punkt vertreten, daß Politik und Wirt­schaft durch charakterliche Werte bestimmt werden und so halten wir es für richtig, Laß die bremische Verwaltung aus der Ber- antwortungslofigkeit wieder zur Verant­wortung des einzelnen, d. h. desieweiligen Senators zurückgeführt wird. Die Mit­arbeit der Deputationen kann gut und richtig sein, aber wenn sie znr Zerstörung der Verantwortlichkeit führt, wenn sich der eine auf den andern vjerläßt, so er­geben sich unhaltbare Zustände, wie wir sie in Bremen in vielen Verwaltungs- zweigen feststellen konnten. Auch hier wird und muß Wandel geschaffen werden znm! Wohle des Ganzen. ! i

Unser befonideres Augenmerk richten wir aus hie Jugend, die wir -richt mist Verfaffungs-

parngraphen füttern, Wohl aber ihnen Ver­trauen und Glauben zu den Kräften chres Va­terlandes einflößen wollen. Hier eüvachsenl dem Kommissar der Volksaufklärung, unserem Standartenführer und Änrinissarischrn Kreis- leiter, Paul Wegener, große Aufgaben, die er alleMngs -rur erfüllen kann, wenn die neue Regierung dafür Sorge trägt, daß alle marxisti­schen u»nd pazifistischen Lehrkräfte aus der Schule verschwinden. Der bremische Lshrer- verern scheint bereits die Konsequenzen aus den «neuen politischen Tatsachen gezogen zu haben, dörrn er hat bereits seinen alten Vor­stand gestürzt, und sich zunächst mit Wor­ten hinter die nationale Regierung gestellt. Trotzdem fordern wir, daß die Erpomcmton her bisherigen demokratisch-liberalistischsn Schulpolitik verschwinden, unter ihnen an er­ster Stelle der in Bremsn sattsam bekannt« Professor Dieß. Ein Schnlmainn, der dem Aufbruch der Natron so verständnislos gegen­übersteht wie dieser. Hat das Recht verwirft, sein Amt auszuüben, und es gibt mich in Bre­men genug junge Kräfte, die den neuen Geist der Zeit »nr Heiden tragen.

Wir halten es für richtig, schon an diesem Tage alle diese Gedanken anszusprechen, denn! der neue Senat wird »ächt einen alten Bev- Waltumgskörper ablösen, um weiter zu vor­walten, sondern er wird schöpferische Arbeit leisten, pnd das auf allen Gebieten des staat­lichen Lebens. Aufbauen aber kann man nur, wertn vorher alles Morsche >nnd Faule aus­gemerzt ist, wenn sichere Grundlagen vorhan­den sind, auf denen dann Stein für Stein Mn neuen Bau gefügt werden kann.

Uns ist nm das Endziel nicht bange. Mr haben dem deutschen Volk bewiesen, was wir sind Und was wir können und werden jetzt unserem Willen zur Tat freien Lauf lassen.

art.

So sott vs nsokt wiottoi» kommon

Braunschweigische Staatsgelder für das Reichsbanner

Braunschweig, 18. März. Der Präsident des Braunschweigrschen Landtages hatte an den Rech­nungshof des Freistaates Braunschweig das Er­suchen gerichtet, die Staatshaushaltsrechnnng von 1929, für die Zeit also, da der Sozialdemokrat Dr. Jasper braunschweigischcr Finanzminister war, einer genauen Prüfung zu unterziehen. Der Bericht des Rechnungshofes ist dem Landtage jetzt zugegangen.

Er enthält u. a. eine außenordentlich schwere Anklage gegen die drei sozialdemokratischcn Mini­ster unter Führung Dr. Jaspers. Aus dem Be­richt geht hervor, daß der ehemalige Vollsbildungs- minister Sieverts und der damalige Innenminister Steinbrecher in den Jahren 1929 und 193Ü aus staatlichen Mitteln insgesamt 10 400 Mark an da- Reichsbanner bezahlt haben.

Dr. Jasper wurde nachts von der Hilsspolizei tu Schutzhaft genommen. Der Jnhaftnahme folgte eine Durchsuchung seiner Wohnung und seiner Büroräume.

Wie verlautet, hat der Präsident des braun- schweigischen Landtages den beiden kommuni­stischen Abgeordneten des LandesparlamentS die Diäten und die Freifahrtscheine entzogen.