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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Berlin, 15. März. Amtlich wird «tt° detrilt: „Das Reichskabinett erörterte i« feiner Sitzung am Mittwoch die mit der Reichstagserösfmmg zusammenhängenden Kragen, insbesondere auch die Einbringung and Durchführung des E.mLchttgungs- gesctzes.
Ferner nahm das Reichskabinett einen Bericht über die kommunistischen Umtriebe zur Kenntnis. Es wurde vorgeschlagen, eine Ablieferungsfrist für die gestohlenen Sprengstoffe mit ganz brutalen Strafen festzusetzen u,rd zwar mit Rücksicht darauf, daß von den nachweislich gestohlenen etwa 3000 Zentnern Sprengstoffen bisher nur etwas über 200 Zentner aufgefunden worden sind. Diese riesigen Sprengstoffmengen pellen naturgemäß in der Hand von verbrecherischen Elementen eine enorme Gefahr dar.
Das Reichskabinett war im Anschluß an einen Bericht des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung grundsätzlich der Meinung, datz die Einstellungsprämien vom 1. April des Jahres ab abgeschafft werden sollen. Die Formalitäten werden noch i« Einzelverhandlungen festgestellt werden.
Im übrigen wird sich ein Ausschutz des Rcichskabinetts schon in den nächsten Tagen mit den Vorschlägen beschäftigen, die eine wesentliche Förderung der Arbeitsbeschaffung versprechen. Mit Rücksicht auf die Bildung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda beschloß das Reichskabinett die Auflösung der Reichszentrale für Heimatdienst, für die jetzt keine staatspolitische Notwendigkeit mehr besteht.
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Berlin, 15. Mürz. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Im Kampf um die nationale Erhebung des deutschen Volkes sind, Straftaten begangen worden, die zn rechtskräftiger Verurteilung oder zur Einleitung von Strafverfahren geführt haben, in welchen die Täter -um Teil auch in Untersuchungshaft genommen worden find.
I« Würdigung der vaterländischen Beweggründe der Täter haben die Kommissare des Reiches in ihrer heutigen Sitzung den kommissarischen Justizminister ermächtigt, eine Nachprüfung dieser Fälle zwecks beschleunigter Durchführung von Gnadcn- n.'ren zu veranlassen. Nach Möglichkeit sollen die Strafvollstreckungen alsbald unterbrochen, ergan- grne Haftbefehle aufgehoben oder die Beschuldigten mit der Untersuchungshaft verschont werden. Die Nachprüsu-ng wird von Strafversolguugsbehörden voir Amtswegcn beschleunigt durchgeführt, so daß sich Einzelanträge erübrigen.
Hierzu wird aber .besonders hervorgehoben: Nachdem die nationale Revolution sich siegreich durchgesetzt hat und Sicherheit dafür besteht, daß der Wille der nationalen Regierung von sämtlichen Behörden vollstreckt wird, kann keinerlei strafbare Handlung mehr entschuldigt und geduldet werden.
Aus Grund des Erlasses der Kommissare des Reiches für Preußen sind die im August vorigen Zahnes vom Be-uth-sneir Souidergericht verurteilten Täter Kottisch, Lachmanm, Hoppe, Molnitza, Müller und Gräupner auf freien Fuß gesetzt worden? Die wegen der gleichen Straftaten noch in Untersuchungshaft befindlichen Mitangeklagtem Golombek und Dutzki, die zur- »ait der Durchführung des Sondergerichtsver-
sahrens Mchtäg Waren, wurde«! <mf Grund des gleichen ErllHeS «ws der Unters u ch u ngshaft entlassen.
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Bestechungsskandal bei der Pvstkrankenkaffe
Berlin, 15. März. Der zweite Vorsitzende der Pvstkrankenkaffe, Postsekretär Franz Kugler, ist am Dienstag abend vorläufig festgenommen worden, da er in dem dringenden Verdacht steht, 75 000 RM. Schmiergelder angenommen zu haben. Die Angelegenheit erregt umso mehr Aufsehen, als Kngler auch Erster Vorsitzender des Reichsverbandes deutscher Post- «nd Tele- graphen-Beamten, Zweiter Vorsitzender im
Deutschen Beamtenbund, Mitglied des Berwaltungsrates der Deutschen Reichspost, Auffichtsratsmitglied des Beamten- wirtschastsvereins und Inhaber sonstiger Ehrenämter ist.
Die Untersuchung ergab, datz Kugler wett über seine Verhältnisse lebte. I« seiner Wohnung wurden nicht nur große Weinlager vorgefunden, sondern aus bezahlten Rechnungen war auch ersichtlich, daß er viel Geld für Kleidung, Lebensrnittel und dergleichen ausgab. Weiter konnte festgestellt werden, daß Kugler links eingestellt ist. Er hat vor kürzer Zeit dem Deutschen Republikanischen Reichsbund einen höheren Betrag als Spende aus persönlichen Mittel« zugeführt. Kugler befindet sich in Hast. Die Untersuchung wird fortgesetzt.
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München, 15. März. Die «ach dem November 1S23 beschlagnahmten «nd der nationalsozialistischen Bewegung zurückgegebenen Fahnen, die bisher in -er Münchener Polizeidirektiou aufbewahrt waren, wurde« Mittwoch mittag feierlichst ms Braune Haus gebracht.
Kurz nach 12 Uhr marschierte die SA vor der Polizeidircktion mit Musik auf. General von Epp erschien mit den Staatskommissaren und dem Stabschef der SA Rohm sowie mit dem Polizei- kommisiar Himmler. Unter den Klängen des Bayerischen Präsentirrmarsches wurden die Fahnen aus dem Polizeigebäude geholt. Es handelte sich «m eine Standarte, eine Reichsslagge, eine schwer mitgenommene Sturmsahne «nd zwei Wimpel der Hitler-Jugend.
Die Fahnenj wurden unter dem brausenden Heilrnsen des zahlreich versammelten Publikums mehrmals die Front der aufgestellten SA entlang getragen. Stabschef Rühm wandte sich dann mit einer Ansprache an die SA, wobei er ausführte: Die Geschichte geht unerbittlich ihren
Gang. Das Starke und Gute setzt sich in der Welt durch, das Schwache und Feige zerbricht. Als am 8. November 1923 der damalige Kampf- bund München die Stunde für gekommen hielt, eine Wendung in der Geschichte unseres Vaterlandes herbeizuführen, brach dieser Ansturm unter den Kugeln der Widersacher zusammen. Als bei dieser Gelegenheit diese heiligen Feldzeichen der Truppe verloren gingen, hat es sich darum gehandelt, daß die Kämpfer den Mut nicht verloren
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Berlin, 15. März. Der Reichspräsident hat mit Gegenzeichnung des Reichskanzlers und des Reichswehrministers für die Wehrmacht eine Aenderung der Hoheitszeichen verordnet.
.Nach dieser Verordnung ist die Reichs- kriegsslagge wie bisher schwarz-weitz-rot mit dem Eisernen Kreuz in der Mitte unter Wegsall der schwarz rot goldene» Ecke.
Die Gösch der Kriegsschiffe ist die neue Reichskriegsflagge in entsprechend kleineren Abmessungen.
Die Flagge des Neichswehrministers ist die neue Reichskriegsflagge mit weiß- schwarzer Umrandung.
Die Dienstslagge der Reichsbehörden zur See, soweit sie von Behörden der Wehrmacht geführt wird, ist die Reichskriegsflagge, jedoch im Weißen Streifen mit dem Reichsadler anstelle des Eisernen Kreuzes.
Der Reichspräsident hat ferner verordnet, daß die Wehrmacht an der Dienstmütze im Eichenlaubkranz die Reichskokarde in den Farben schwarz-weiß-rot und an der Feü>- mütze nur die Reichskokarde zu tragen hat. Am Stahlhelm wird an der Stelle des bisherigen landsmannschastlichen Abzeichens
das gleiche Schild in den Farben schwarz- weitz-rot getragen.
Der Reichspräsident hat dazu folgenden Erlaß an die Wehrmacht gerichtet:
An die Wehrmacht;
Durch meine Verordnungen über die Einführung der alten schwarz-weiß-roten Kokarde habe ich der inneren Verbürg - heit der deutschen Wehrmacht mit den wieder erstarkten nationalen Kräften des deutschen Volkes auch einen sichtbaren Ausdruck gegeben.
Die deutsche Reichswehr hat trotz aller äußeren Fesseln durch schwere Nachkriegs- jahre im deutschen Volk den Wehrgedanken erhalten. Mögen diese äußeren Zeichen innerer Verbundenheit dem ganzen Volk stets vor Augen führen, daß eine bessere Zukunft nicht ohne den Willen zur Verteidigung der Heimat erzwungen werden kann. Im Dienst der alten Sol- datentngenden, getragen vom einheitlichen Willen des Volkes, soll die Wehrmacht auch künftighin Sinnbild und Stolz der Nation bleiben.
Der Reichspräsident gez. v. Hindenburg Der Reichswehrminister gez. v. Blomberg
und den Kampf wieder aufgenommen haben. Dieser unerbittliche Kampf hat nunmehr über Opfer und Entbehrungen den Sieg errungen, mit dem Ziel, das wir immer festgehalten haben. Voll und Vaterland wieder hochzubringen Heute find uns die Fahnen, die unseren Kämpfern im Jahre 1923 aus der Hand gefalle« find, wieder zurückgegeben worden.
Ich übergebe Euch im Name« unseres Fahrers Wolf HiÜer diese Feldzeichen und bin stolz aus diesen Tag. Diese Feldzeichen sollen für immer die Symbole der Erhebung unseres Balles darstelle«.
Stabschef Rohm gedachte dann des Führers, der die Bewegung zu dem jetzigen glorreichen Siege geführt habe und Voll und Vaterland zur Freiheil erheben werde. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil aus Mols Hitler.
Im Anschluß hieran wurde das Horst-Wessel- Lied gesungen. Ju einem Zuge, der durch die Straßen der inneren Stadt führte, wurde« die alten Feldzeichen der Partei in das Braune Hau- gebracht.
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1ll>» Kommnnislvn in risulsekvn Voiksvsnti'skingQn
Berlin, 15. März. Im Neichstagsgebäude, von dessen vier Türmen schwarzweißrote und Hakenkreuzfahnen wehen, fand eine längere Besprechung der Führer der neuen Reichstagsfraktionen mit Präsident Goering über den Verlauf der Reichstagsverhandlungen der nächsten Woche statt.
Präsident Goering gab das Programm für den Staoisakt in Potsdam bekannt und machte dann Mitteilung über den Verlauf der Reichstagssitzun- geu bei Kroll. Es ist in Aussicht genommen, datz in der Eröffnungssitzung die Konstituierung durch Namensaufruf und die Wahl des Vorstandes erfolgt. Reichstagspräsident Goering wird eine Wiederwahl annehmen.
In diesem Zusammenhang ist von den Frak- tionssührern einstimmig der Vorschlag des Reichstagspräsidenten gebilligt worden, die Geschäftsordnungsbestimmungen über die Befugnisse des Alterspräsidenten dahin zu ändern, Laß statt des Alterspräsidenten der jeweils amtierende Präsident des vorangegangenen Reichstages die Sitzung eröffnet.
Der Mittwoch wird voraussichtlich wegen des Zusammentritts des Preußischen Landtages jit- zungsfrei bleiben. Für Donnerstag ist die Entgegennahme einer Regierungserklärung durch den Reichskanzler in Aussicht genommen. Ferner ist die Beratung des Ermächtigungsgesetzes in Aussicht genommen. Es sollen auch noch einige kleinere Vorlagen erledigt werden. Nach der Aussprache über die Regierungserklärung nnd der Annahme des Ermächtigungsgesetzes wird sich der Reichstag dann voraussichtlich auf längere Zeii vertagen. Wie bereits gemeldet, wird die erst« Reichstagssitzung wahrscheinlich auf den Rundfun) übertragen werden.
Geplant ist ferner eine weitere Aenderung der 'Geschäftsordnung hinsichtlich der Verpflichtung der Abgeordneten, an den Sitzungen des Reichstages teilzunehmen.
Die Einladungen zu dem Staatsakt in Potsdam' sind von der Reichstagsverwaltung an alle Abgeordneten — außer den Kommunisten ergangen.
Jm Preußischen Landtagsgebäude fand am Mittwoch in einer Besprechung der Fralttonsgeschästs« sichrer (mit Ausnahme der Kommunisten) die Neuverteilung der Arbeitsräume und der Plätze im Sitzungssaal statt. Der kommunistischen Fraktion wurden weder Arbeitszimmer noch Plätze im Sitzungssaal zugewiesen. Nach der Ausschaltung der kommunistischen Abgeordneten find von den gemeldeten 474 Lcmdtagsabgeordneten noch 411 übrig geblieben, die im Sitzungssaal bequem Platz finden.