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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
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Vvn Kviekskommisssi' lisokt »uß
Karlsruhe, 14. März. Die Pressestelle ' beim Staatsministerium veröffentlicht eine Mitteilung, wonach bald nach Uebernahme ^ der Regierungsgewalt durch den Beauftragten der Reichsregierung die Feststellung gemacht worden sei, daß sehr wichtige politische Akten des Staatsministreiums fehlten. Die sofort eingeleitete Untersuchung habe ergeben, daß die Akten noch am 10. März — also einen Tag vor der Einsetzung des Rcichskommissars — in einem mit dem Dienstsiegel des Staatsministeriums mehrfach versiegeltem Paket als privates Depot des Staatspräsidenten Dr. Schmitt auf dem st Gencrallandesarchiv unter besonders schrist-
s lich niedergelegten Bedingungen hinterlegt
worden sei. In dem fraglichen Vertrag fei zum Ausdruck gekommen, daß der Hinterlegende und seine Nachkommen bis zum 1. April 1963 jederzeit die Herausgabe des Pakets verlangen könnten und die Papiere nach diesem Tage in das Eigentum des badi- schcn Staates übergingen. Die Direktion des ' badischen Landesarchivs habe sich in dem Vertrag verpflichtet, die Oeffnung k es Paketes unter keinen Umständen ohne Einwilligung des Hinterlegenden oder seiner Nachkommen vor dem 1. April 1963 vorzunehmen oder die Vornahme der Oeffnung irgend- ^ wem zu gestatten.
k Die fraglichen Akten, so heißt es in der Presseveröffentlichung weiter, seien auf Weisung des Reichskommissars durch Poli- s zei und SS-Leute ermittelt worden. Der k Reichskommissar sei zurzeit mit der Sich- > tung der Akten beschäftigt. Diese Akten- verschleppung sei nicht der einzige Fall, der bis jetzt aufgedeckt worden sei.
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Kürzung der badischen Ministergehälter. Karlsruhe, 13. März. Der kommissarische Finanzminister Pg. Köhler hat am Montag abend als erste Amtshandlung die Gehälter der badischen Minister dnrch Notverordnung zur Sicherung der Haushalte auf 12VVV Mark herabgesetzt. Die Aufwandsentschädigung für den Ministerpräsidenten kommt in Wegfall. Diese Maßnahme trifft die Mitglieder der alten Regierung und nicht die Kommissare der neuen, da diese ihr Amt ehrenamtlich ausüben.
Milspoürsi
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Diplomatischer Schritt des französischen Botschafters beim Reichsaußenminister Berlin, 14. März. Amtlich wird mitgeteilt: Der französische Botschafter Fran- cois-Poncet hat heute (Dienstag) den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr» von Neurath, aufgesucht, um im Auftrage der französischen Regierung wegen der Vorgänge in Kehl «nd der Verwendung von Hilsspolizei in der entmilitarisierten Zone unter Hinweis auf Artikel 43 des Verfailler Vertrages Beschwerde zu führen. Der Reichsaußemninister hat diese Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen. Weder die Vorgänge in Kehl noch die Verwendung von Hilsspolizei falle unter die Bestimmungen des Verfailler Vertrages über die entmilitarisierte Zone. Weder die da übrigen nur während SS Stunden in der
Polizeikaserne in Kehl untergebracht gewesene SA-Mannschaft, von der höchstens jeder zehnte Mann mit einem Jagdgewehr oder Revolver ausgerüstet gewesen sei, noch die Hilsspolizei könnten als bewaffnete Strcitkräfte angesehen werden. Im übrigen handele es sich hierbei um innerpolitische Maßnahmen, die der Aufrechterhaltung der gefährdeten Ruhe und Sicherheit dienten.
London, 14. März'. Ueber die Ereignisse in der entmilitarisierten Zone, wo SA- Trupps die Bürgermeister abgesetzt hätten, find beim! englischen Außenministerium zwar noch keine amtlichen deutschen Mitteilungen, wohl aber nunmehr informatorische Aufklärungen eingegangen. Es wird anerkannt, daß die Besitzergreifung der Macht in den verschiedenen Städten, wie Köln, Speyer, Kehl usw. durch' die SA. eine innere Angelegenheit Deutschlands ist und daß eine vorsätzliche Verletzung von Verträgen durch die deutsche Regierung nicht beabsichtigt war.
Sokwvpv S1i*svsn»ekisek1 in LIbing
Abwehr kommunistischen Terrors durch SA und Polizei
Elbing, 14. März. Um dem kommunisti-
Genf, 14. März. Die polnische Regierung hat sich gezwungen gesehen, die unverzügliche Zurückziehung der polnischen Polizei auf der Wcster- platte anzuordnen. Der Standpunkt der polnischen Regierung war von allen Seiten von vornherein als völlig unhaltbar und als ein eindeutiger Bruch der vertraglichen Bestimmungen angesehen worden. Die englische Regierung hat als Berichterstatter ini Bölkerbundsrat für die Danziger Fragen gleich zu Beginn der Verhandlungen der polnischen Regierung leinen Zweifel gelassen darüber, daß der Bölkerbundsrat unter keinen Umständen das Vorgehen Polens billigen werde.
Die polnische Regierung hat damit innerhalb der letzten Monate drei schwere Niederlagen vor dein Völkerbundsrat erlitten.
Der Völkerbundsrat nahm am Dienstag in öffentlicher, Sitzung von einer Erklärung des polnischen Außenministers Beck über die unverzügliche Zurückziehung der polnischen Truppen von der Westerplatte Kenntnis. Beck richtete an den Senatspräsidenten Ziehm die Frage, ob der Dan- ziger Senat alle Maßnahmen garantieren könne, um einer Beeinträchtigung der polnischen Rechte auf der Westerplatte vorzubeugen. Präsident Ziehm erklärte, er sehe keinen hinreichenden Grund für eine derartige Frage, die er im übrigen bejahte.
Der englische Außenminister Simon betonte, daß nach der befriedigenden Erklärung des Dan- ziger Senatspräsidenten die Zurückziehung sofort erfolgen müsse. Simon stellte sodann als Berichterstatter fest, die polnische Regierung, habe aner- kannt, daß die von ihr ergriffene Maßnahme den geltenden Verträgen nicht entspreche.
Der Danziger Senatspräfident Ziehm hat nach bem Schluß der Ratssitzung am Dienstag dem englischen Außenminister Simon und dem polnischen «ußenminifter Beck erklärt, daß ,r unter keinen
scheu Terror, unter dem' Elbing zu leiden hatte, ein Ende zu machen, sah sich die SA. veranlaßt, die Rädelsführer der KPD. festzusetzen. Eine Anzahl von Führern der KPD. wurde der Polizei übergeben.
Am' Montagnachmittag wurde dann ein Trupp Nationalsozialisten an der Panli- Kirch-Straße aus dem Hinterhalt beschossen. Der SA-Mann Strehläu wurde in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht und eine etwa 70 .Jahre alte Frau erhielt einen Beckenschuß. Durch einen Armschutz wurde auch ein zwölfjähriges Mädchen verletzt. Im ganzen sollen etwa 40 Schüsse abgegeben worden sein. Starke SA.- und SS.-Abteilungen begaben sich sofort nach Bekanntwerden des Ueberfalls nach dem Vorort Pangritz. und riegelten einige Straßenzüge ab. Ein Polizeiaufgebot griff ebenfalls ein und nahm eine Durchsuchung des ganzen Wohnviertels vor. Bei hereinbrechender Dunkelheit entwickelte sich eine wilde Schießerei. Die Kommunisten eröffneten auf die vorrückende SA. und Polizei ein schweres Feuer, das von der Polizei erwidert wurde. In den späten Abendstunden erst gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Die Polizei stellte fest, daß die Kommunisten, die zwei Tote zu verzeichnen haben, sämtlich mit Karabinern bewaffnet waren.
Umständen Genf eher verlassen werde, als bis die Zurückziehung der polnischen Polizeitruppm von der Westerplatte erfolgt sei.
Zu dem Polnischen Antrag wegen der Regelung der Danziger Hafenpolizei nahm der Völkerbundsrat am Dienstag einen Vorschlag Simons an, nach dem diese Frage auf dem normalen Verfahrenswege entschieden werden solle,
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Mit der Zusichernng des polnischen Außenministers, die Verstärkung der Truppen auf der Westerplatte wieder rückgängig machen zu wollen, hat der Völkerbund einen „Erfolg" errungen, den er nach den Niederlagen der letzteil Zeit wahrhaftig bitter nötig hatte und den er im übrigen wohl weniger der Durchschlagskraft der Genfer Argumente verdankt, als der Tatsache, daß es heute in Deutschland eine Regierung Hitler gibt. Eine Regierung, bei der es keinen Zweifel geben kann, daß sie eine unendliche Verletzung der Danziger Souveränität durch Polen auf keinen Fall dulden wird. Die Zeiten, wo man dem Grenz- und Auslandsdeutschtum alles antun konnte, sind vorbei und müssen vorbei sein.
Falls Polen seine Zusage wahr macht und die Truppenverstärknngen wieder von der Westerplatte zurückzieht, wäre damit noch eilunal der offene Ausbruch eines Konflikts vermieden, der für alle Beteiligten furchtbare Folgen haben mühte. Doch wie lange wird diese Regelung Ruhe schaffen? Die polnischen Trnppenansamm- lungen an der deutschen Grenze und die Reden, die täglich über die unerlösten pol? nischen Länder im Deutschen Reich gehalten werden, werden auch jenseits der weißroten Grenzpfä.hle täglich' gehört.»--^..
Vnvmisvkv Kulturpolitik
Bislang gab es eine solche nicht, es sei denn, man wertet das Verteilen Pazifistischer Schriften an die Lehrerschaft durch die Schulbehörde als Kulturpolitik. Vielleicht sollte auch das Festhalten an den marxistischen Versuchsschulen zwecks Verseuchung der Jugend durch die „schwarz-weiß-rote" Volkspartei eine Kulturtat sein. Schließlich erinnern wir uns, daß der bisherige Bremer Senat an Plakatanschlägen auf Grund seiner Gewinnbeteiligung interessiert war, von denen der eine zum Kirchenaustritt aufforderte, der andere zu einem Vortrag gegen die christliche Ehe einlud.,
Das sind nur einige wenige Kostproben bremischer „Kulturpolitik". Tatsächlich hat in Bremen jedwedes Verständnis für eine zielbewußte Erschließung und Förderung der in der Bevölkerung ruhenden seelrschen Kräfte gefehlt, eine Erscheinung, die parallel mit der Ahnungslosigkeit für nationalpolitische Entscheidungen verläuft. Der durch die Volkspartei vorherrschend gewordene Krämergeist hat sich damit auf das schwerst« gegen jede hanseatische Tradition versündigt und damit die Grundlagen des staatlichen Lebens erschüttert, die wiederum die Voraussetzung aller wirtschaftliche« Erfolge abgeben.
So einfach und selbstverständlich diese Gedankew gänge sind, so unbekannt waren und find sie i« den bisherigen Regiernngskreisen. Man glaubt« zu regieren, indem man schlecht und recht verwaltete und entwickelte irgend eine Regierungsstell« einmal Tatkraft, so wurde ein Börsengeschäsl daraus, und zwar ein schlechtes, das den Staat um Millionen seiner Steuergelder brachte.
Heute ist das anders geworden. Schon vor der Bildung des neuen Senates ist das Steuer herumgeworfen und die Bevölkerung aufgeschlossen für weltanschauliche Entscheidungen. Heute sagt
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Unseren Lesern sei mitgeteilt, daß der Stahlhelm noch rechtzeitig erkannt hat, welchen Mißbrauch die Volkspartei und die Schünemannpresse mit ihm und den Farben schwarz-weiß-rot treiben wollten. Unsere eindeutige Stellungnahme scheint diese Ku-- lissengründung schnell zerschlagen zu haben, denn das Landesamt des Stahlhelms teilt uns heute in einem Schreiben mit, daß die Sammlung in einem Hanseatenblock schwarz-weiß-rot gescheitert sei.
die Regierungspresse, daß sie schon immer diese Meinung vertreten habe und heute kommen Vereinsvorsitzende und betonen, daß sie von jeher für eine völkische Kulturpolitik eingetreten sind. Wir freuen uns über den Gesinnungswandel, aber wir lassen uns auch nicht täuschen, denn in den Tiefen weltanschaulicher, kulturpolitischer Fragen entscheidet weder Kapitalkraft noch der Intellekt, sondern ausschließlich der Charakter und die von ihm vorgetragene Idee, verbunden mit der Größe der Opferbereitschaft für diese Idee.
Davon ist aber bei den anderen auch heule noch nicht die Rede. Sie kommen zumeist nur, um jetzt Teil zu haben an der Beute, die wir erstritten. Wir lassen sie dabei, und so sie nicht aufdringlich werden, wollen wir versuchen, sie einzugliedern in die große weltanschauliche Kampffront, die auch die Politik und damit die Wirtschaft bestimmt.
Nach diesen grundsätzlichen Feststellungen wollen wir uns heute kurz einer Frage zuwenden, die uns zur Zeit besonders am Herzen liegt, zumal sie eine baldige Klärung nach der einen oder anderen Seils verlangt. Alan hat natürlich auch in der bremischen ThealevdeputatiM bislang kein« Kulturpolitik betrieben, sonder» sich lediglich mit der subalternen Frage der Rechnungslegung beschäftigt. Der Erfolg war einmal eine wenig zielklar« Haltung in der Spielplangestaltung der städtischen Bühne, verbunden mit Einnahmerückgängen, und zum aw-
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