Ausgabe 
(13.3.1933) Nr. 65
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

k«n «8

«jjLtNv 1S2S

Sn»m«n. Itzlonlsg, rlsn 12. si/ISnL V»s^

nrstpnsi« >8 k*»A

Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech- struide der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 858 78. Die BNZ erscheint wöchent­lich siebenmal als Morgenzeitung und kostet 2.30 irei Hans. durch die Voll zuzüglich 42 0?/,/ Bestellgeld.

Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile K/ 0.10, auswärts!

0.12; im Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuchs u. Familienanzeigen PLL 0.06; sonstige kleine Anzeigen PÄC 0.08 Platzvorschr.o.Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Ver­bot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückz.d. Bezugspl

I

W

Vsi*gSwsItHgung, somlSS'n EImekTOkAltung LUI* ÄSP

küekstSn

ttskvnki'vur: unü 8okH^ai*L-V^v8k-krot

Vi'smsn vo^anl

Lolklstiseks Oui'vkkllks'ung üsi' ^isgigsnvvnonsinung ksuts morgen um 8 Uki*

Gestern abend hatte das Reichinnenministerium Bremen den Befehl zur offiziellen Flaggenhissung, entsprechend der Anordnung des Herrn Reichspräsidenten vorn gestrigen Tage erteilt.

So sammelte sich denn heute morgen eine große Menschenmenge aus dem Markt­platz, um den feierlichen Akt beizuwohnen.

Kurz vor 8 Uhr marschierte der Sturmbann 2/75 der SA auf dem Marktplatz aus. Vor ihnen nahm eine Polizeiabordnung Aufstellung.

Mit dem Glockenschlag 8 Uhr erging der militärische Befehl:Stillgestanden! Flag- gensetzen!" Die Polizei mit aufgepflanztem Bajonett und eine Abordnung des Stahl­helms grüßte durch Handanlegen an die Kopfbedeckung. Die Flaggen: Schwarz­

weiß-rot und Hakenkreuzfahne, die unter den Klängen der Polizeikapelle auf dem Rathaus gehißt wurde, grüßt- die SA erhobenen Armes mit dem Heilgruß. Die Menge schloß sich dem Gruß an Der kommandierende Polizeiossizier brachte ein Hoch auf das Deutsche Reich aus, in das die Tausende einstimmten. Dann folgte der gemein­same Gesang des Deutschland-Liedes

Die Parade hinterließ einen sichtbar tiefen, feierlichen Eindruck aus die Versammel­ten. Damit, daß Bremen bereits um 8 Uhr heute morgen zur Flaggenparade ausrief, wird es der erste Staat in Deutschland sein, der die Flaggenverordnung durchführte.

(Drahtbericht u. Berl. Schriftl.) Berlin, 13. März. Sonntag mittag um 14 Uhr gab Reichskanzler Adolf Hitler über sämtliche deutsche Sender folgende Er­klärung des Reichspräsidenten von Hinden- burg ab:

Am heutigen Tage, an dem in ganz Deutschland die alten schwarz-weiß-roten Fahnen zu Ehren unserer Gefallenen aus Halbmast wehen, bestimme ich, daß vom morgigen Tage ab bis zur endgültig.a Regelung der Reichssarben die schwarz- weiß-rote Fahne und die Hakenkreuzfahne gemeinsam zu hissen sind. Diese Flaggen verbinden die ruhmreiche Vergangenheit des Deutschen Reiches und die kraftvolle Wiedergeburt der deutschen Nation. Ver­eint sollen sie die Macht des Staates und die innere Verbundenheit aller nationalen Kreise des deutschen Volkes verkörpern.

Die militärischen Gebäude und Schiffe hissen nur die Reichskriegsflagge.

Berlin. 12. März 1933.

Der Reichspräsident

gez.: von Hindenburg.

Der Reichskanzler:

gez.: Adolf Hitler." Im Anschluß daran nahm der Führer zu diesem Erlaß wie folgt Stellung:

Lin Lnlsk rlss k^üki'sns

Mit diesem Erlaß hat der Herr Reichs­präsident bis zur endgültigen Regelung von sich aus verfügt, daß die Fahne der natio­nalen Erhebung nunmehr auf den Staats­und öffentlichen Gebäuden neben unserer unvergeßlichen ehrwürdigen Traditions­sahne des alten Deutschen Reiches künftig­hin zu wehen hat.

Nationalsozialisten! SA- und SS-Männer!

Damit ist nach außen hin sichtbar durch diese Vermählung der Sieg der nationalen Revolution gekennzeichnet. Uns qste muß in dieser historischen Stund«, da wir gerade zurückkehren von den Feiern für unsere to­ten Kameraden, nebe em Gefühl der tie­fen Dankbarkeit für den hochherzigen Ent­schluß des Generalseldmarschalls eine stolze Befriedigung erfüllen. Ein 14jähriger Kampf um die Macht hat nunmehr seinen sichtbaren symbolischen Abschluß gefunden. Es ist aber nunmehr an uns selbst, dafür zu sorgen, daß diese Macht von jetzt ab durch nichts mehr erschüttert wird. Als euer Führer und im Namen der Regierung der nationalen Re­volution fordere ich euch daher auf, die Ehre und damit auch die Würde des neuen Regi­ments so zu vertreten, daß es vor der deut­schen Geschichte dereinst auch in Ehren und Würde zu bestehen vermag.

Mit dem heutigen Tage, da nun auch symbolisch die gesamte vollziehende Gewalt in die Hände des nationalen Deutschland gelegt wurde, beginnt der zweite Abschnitt unseres Ringens.

Von nun ab wird der Kampf der Säu­berung und Jnordnungbringung des Reiches ein planmäßiger und von oben geleiteter sein. Ich befehle euch daher von jetzt ab strengste und blindeste Disziplin!

Alle Einzelaktionen haben von jetzt ab zu unterbleiben. Nur dort, wo die Feinde der nationalen Erhebung sich unseren ge­

setzlichen Anordnungen mit Gewalt wider­setzen oder wo sie einzelne unserer Männer oder marschierenden Kolonnen überfallen, ist der Widerstand dieser Elemente sofort und gründlich zu brechen. Im übrigen aber ist es nun unsere Aufgabe, dem ganzen deutschen Volk und vor allem auch unserer Wirtschaft das Gefühl der unbedingten Sicherheit zu geben. Wer es von jetzt ab versucht, durch Einzelaktionen Störungen unseres Verwaltungs-- oder des geschäft­lichen Lebens herbeizuführen, handelt be­wußt gegen die nationale Regierung. Denn heute sind wir für das Reich verantwortlich, weil es in unsere Hand gegeben ist.

Meine Parteigenossen!

Ihr habt in 14jShrigcr Arbeit für dieses nunmehr entstehende Deutschland gelärnpft. Heute ist die Fahne dieses Kampfes staatlich sanktioniert! Ihr könnt daran aber auch ersehen, wohin uns Eure Disziplin und Unterordnung geführt hat. Nur sie allein kann uns nunmehr weiterleite». Unser Sieg ist so groß, daß wir nicht kleinliche Rachsucht empfinden können. Sollten die Feinde der nationalen Erhebung irgendeine» Wider­stand suchen, dann wird der Wille der Regierung der nationalen Revolution sie blitzschnell niederzwingen und Ihr werdet die Befehle erhalten. Hütet Euch aber vor Provokateuren und Spitzeln, die, wie wir heute durch Belege wissen, von der Kom­munistische Partei in unsers Formationen entsandt worden sind. Wir werden sie dank unseres heutigen Einblicks in das Treiben dieser Verbrecherorganisationm in kürzester Zeit ohnehin entfernt haben.

Indem ich Euch so die Reinheit und damit i e Ehre unserer nationalen Erhebung zu schützen befehle, danke ich Euch aber auch für das Uebermaß an Treue, Disziplin und Opfern, die Ihr dieser Idee gebracht habt. In wenigen Wochen ist, in erster Linie durch Eure Arbeit und durch Euer Wirken, eine der größten Umwälzungen vollzogen wor­den, die Deutschland bisher kennt. Sie wird

dem deutschen Volk sichtbar gezeigt werden durch die Anordnung des Reichsinuenmini- sters Dr. Frick, die ich hierdurch bekannt­gebe.

»Zur Feier des Sieges der nationalen Revolution haben sämtliche öffentlichen Ge­bäude des Reiches von Montag ab auf die Dauer von drei Tagen in den vom Herrn Reichspräsidenten anbefohlenen beiden Fah­nen zu flaggen."

Der Reichskanzler schloß:Meine Partei­genossen! Es lebe die nationale Revolu­tion! Es lebe unser heißgeliebtes deutsches Volk und unser stolzes De-ttsches Reich!"

^dsoiuts Wskpkssi eZSn nstianslsn im

Berlin, 12. März. Die vom Städtischen Nachrichtenamt vorgenommene vorläufige Auf­rechnung der Mandate für die neue Berliner Sbadtveronbnetendevsammlung ergibt eine Mehrheit der nationalen Front, die von insge­samt 225 Mandaten 113 Mandate (NSDAP 86, Kampffront 27) auf sich vereinigen konnte: Diese Aufrechnung ist selbstverständlich noch nicht endgültig' und muß daher mit Vorbehalt wiedergegeben werden.

kßsus I^UNÄS

im ^isdknsokl-ilsus

Berlin, 11. März. Die Pressestelle des Po­lizeipräsidiums teilt mit:

Bei der Durchsuchung des Karl-Lieb­knecht-Hauses hat die Polizei nachträglich in der aufgerissenen Polsterung einer Tür einen Bries gesunden, dessen Inhalt sich mit der Zersetzung der Reichswehr besaßt so­wie Angaben über chimärische Angelegen­heiten enthält, die als solche nicht veröffent­licht werden können. Die KPD hat dieses Material gesammelt, um es im Falle eines bewaffneten Ansstandes zu verwenden.

Was wir in den letzten Tagen in Bremen er­lebten und was uns mit ständig wachsender Ges nugtuung erfüllte, das hat sich gleichzeitig im gan­zen Reich vollzogen und hat am gestrigen Sonntag in den Kommunalwahlen in Preußen erneut feinest sichtbaren Ausdruck gefunden. !

Das Reich ist unser. Die nationale "olutiost

hat auf der ganzen Linie gesiegt. Die Aufbau­arbeit kann beginnen. Der Reichspräsident von Hindenburg hat diese geschichtliche Tatsache mit.

VsZ'drr; LZsr-

8 NSMS 1 ' Usetmiektsn"

Die Polizeidircktion teilt mit:

Verbot derBremer Nachrichten". Der Polizeisenator (Kommissar des Reiches) hat dieBremer Nachrichten" auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Fe­bruar 1933 auf die Dauer von 3 Tagen, vom 14. bis 16. März einschließlich verboten. Das Verbot der Zeitung erfolgt im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

seinem Flaggenerlaß unterstrichen und wev- noch immer glaubt wie dieBremer Nachrichten" in ihrer heutigen Morgenausgabe auf Kosten der deutschen Freiheitsbewegung ihre eigenen Geschäfte treiben zu können, der wird in den folgenden Ta­gen an der Fülle der Hakenkreuzfahnen sehen müssen, daß diese nicht eine freundliche Anerken­nung für die Mitarbeit der deutschen Jugend zum Wiederaufbau der Nation bedeuten, sondern daß sie schlechthin das Symbol dieses Wiederaufbaues sind, daß ohne diese Fahne und die Männer, die hinter ihr standen nnd stehen, heute in Deutsch­land keine einzige schwarz-meiß-rote Fahne wehen würde und daß heute in Bremen wahrscheinlich auch kein Schimemann-Verlag seine gehässigen Be­merkungen in die Welt setzen könnte. Wir haben es satt, in denBremer Nachrichten" fortgesetzt versteckte Bosheiten gegen uns zu finden, nachdem dem Blatt der Mut gebricht, offen das . auszu- sprechen, was es gegen uns empfindet.

Die Kommunalwahlen in Preußen habe r das erwartete Ergebnis gebracht. Trotz'schwächere:' Wahlbeteiligung hat die NSDAP ihre Stim­men gehalten und auch die Kampffront Schwarz-weiß-rot dürfte ohne große:e Verluste davongekommen sein. In einer ganzen Recho von Provinzen, so in Pommern, Posen und Ostpreußen und in einer grossen Anzahl von Städten gelang es der NSDAP, die abolute Mchcheit zu erringen. Wir verweilen dabei vwf die an anderer Stelle wiedergcgcbenen Ergebnisse.

Jahrelang hat man immer wieder dem Volk weißgemacht, daß bet Kommunalwah­len politische Gesichtspunkte nicht maßgebend seien und mau hat mit Hilfe der ent­sprechenden Presse es verstanden, Männer in den Vordergrund zu schieben, die ohne politische Gesinnung nachher sehr rasch ein Opfer des Marxismus wurden. Gewiß, hat die Kommunalpolitik nichts unmittelbares mit großen politischen Fragen zu tun und eine Debatte über den Aoungplan in der bremischen Bürgerschaft entbehrt nicht eines komischen Beigeschmackes. Auf der anderen Seite aber und das werden wir auch für den kommenden Wahlkampf grundsätzlich, festhalten verlangen wir von jedem Korn»