Ausgabe 
(12.3.1933) Nr. 64
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Als am Sonnabend vor einer Woche die > RS DAP in Bremen dem Senat den Dorns­hof abzwang, konnte noch keiner überblicken, in welcher Geschwindigkeit sich die für Bre­men längst fällige politische Umwälzung vollziehen würde. Der großartige Wahlsieg der NSDÄsP in Bremen gab den zweiten, wesentlichen Anstoß für die Ereignisse des nun schon historisch gewordenen Montags, an dem der bislang regierende Senat Amt »nd Würden verlor, wenn er auch heute noch formell als Numpsregceruna das Da­sein einer Hoheitsregierung fristet. Die da­mit eingeleitete Entwicklung führte fast zwangsläufig zu den nunmehr am gestri­gen Sonnabend erfolgten Schritten, die im Interesse Bremens uno vor allem im In­teresse der kommenden Regierung notwen­dig waren.

Es handelt sich bei dieser Regierungs­krise — und das muß man sich bei den Er­eignissen der letzten Tage vor Augen hal­ten — nicht allein um die Neubildung eines Senates, der nunmehr in altgewohntem Gleise seine Arbeit aufnehmen soll, sondern es handelt sich um eine durchaus revolu­tionäre Umgestaltung der politischen Ver­hältnisse in Bremen, es handelt sich um die Liquidierung eines Systems, das uns auch in Bremen bitterste Stunden und Erfah­rungen bereitet hat. Man braucht sich nur an den Sommer des Jahres 1931 zu er­innern und an die Dinge, die sich in Bremen an den verschiedensten Stellen abgespielt haben, auf Kosten des Staates und zu La­sten der Steuerzahler, um dieser vorgetra­genen Ansicht vollauf zustimmen zu können.

Man hat uns immer verlacht, wenn wir schon vor Jahr und Tag davon sprachen, daß einmal die Gegenrechnung kommen würde. Jetzt ist man still geworden und weiß, daß sie aufgemacht wird.

Der Kommissar des Reiches, Polizeisena­tor Dr. Markert, hat mit zwar ruhiger, aber fest zugreifender Hand die Maßnahmen getroffen, die erforderlich waren, um die Umschaltung auf das neue Bremen in völli­ger Ruhe, Ordnung und Sicherheit durch­führen zu können. Wie wir bereits gestern mittag durch Extrablatt verbreiteten, sind eine ganze Reihe von Persönlichkeiten als Sonderkommissare in den einzelnen Ressorts der bremischen Regierung eingesetzt worden, die noch am gleichen Nachmittag die Ge­schäfte übernahmen, soweit es ihre Aufgabe erfordert. Sie werden die Befugnisse der betreffenden Ressortbeamten ausüben, so­weit es erforderlich und zweckmäßig er­scheint, ohne daß dabei die bisherigen Be­amten abgesetzt oder beurlaubt zu werden brauchen. Selbstverständlich kann es sich hierbei nur um ein Uebergangsstadium handeln, bis das von der Reichsregierung gewünschte Ziel: Gleichgestaltung der Län- derpoliKF mit der des Reiches erreicht ist. Darum haben sich ähnliche Vorgänge wie in Bremen auch in Württemberg, Bayern und Sachsen ereignet und sie sind mit einiger Sicherheit auch für Lübeck zu erwarten.

Im Verlauf der oben geschilderten Maß­nahmen, die unsere Parteigenossen Heider, Haltermann, Dr. von Hoff, Konsul Bern­hard u. a. (wir berichten hierüber ausführ­lich im lokalen Teil) auf verantwortliche Posten geführt hat, hat es sich zugleich als zweckmäßig ergeben, daß Kreisleiter Bern­hard, der mit der kommissarischen Leitung der Reichs- und Auswärtigen Angelegen­heiten betraut ist, seine Posten als Kreis- leiter abgab. Konsul Bernhard stellt uns hierzu folgende Mitteilung zur Verfügung:

„Der Polizeisenator Dr. Markert (Kom­missar des Reiches) hat im Einvernehmen mit dem Gauleiter Röver meine Berufung als kommissarisch Beauftragter für die Amtsgeschafte der Reichs- und Auswärtigen Angelegenheiten ausgesprochen, soweit sie von Staatsrat Dr. Tack bearbeitet werden und soweit es zur Wiederherstellung ver­öffentlichen Sicherheit und Ordnung not­wendig ist. Aus diesem Grunde habe ich mein Amt als Krcisleiter dem Gauleiter zur Verfügung gestellt und ihm vorgeschla­gen, den Standartenführer Wegener zum Kreisleiter zu ernennen."

Gauleiter Röver, hat entsprechend diesen? Vorschlag den Standartenführer Wegener zum kommissarischen Kreisleiter ernannt.

Tage liegen hinter uns, in denen die deutsche Freiheitsbewegung in Bremen Ge­schichte gemacht hat und ein weites Arbeits­feld liegt vor uns, auf dem wir werden beweisen müssen, daß wir ein Recht dazu hatten, die alte Regierung aus dem Sattel zu heben und selbst die Macht im Staatq zu ergreifen. Das bedingt aber immer! wieder das Verantwortlichkeitsgefühl jedes einzelnen Parteigenossen und Nationalsozia­listen, der heute seiner Idee selbstloser dienen muß als je zuvor. Diese Losung soll auch' in den kommenden Wochen und Mo­naten als oberstes Gesetz über all unsereins Handeln stehen. , —art.

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Berlin, 11. März. Die nationalsozialistischen Betriebszellen und die Beamten-Arbeitsgemein- schaft waren am Sonnabend abend im Lustgarten aufmarschiert.

Der große Platz konnte die 120 000 Teilnehmer längst nicht alle sahen, besonders die Abteilungen der Schupo, der Eisenbahn, der Post und der Feuerwehr.

Der Abgeordnete Pg. Engel geißelte in scharfen Worten die marxistische Mißwirtschaft der vergangenen Jahre, die auf der einen Seite Juden und Schiebern Vorteile einbrachte, während der Arbeiter, Beamte und Gewerbetreibende sowie die Erwerbslosen immer tiefer ins Elend hinein­kamen.

Wir Nationalsozialisten, so schloß der Redner, wollen weiter fleißig und ehrlich sein, aber rück­sichtslos und brutal gegen Schädlinge der Be­völkerung.

Lebhaft begrüßt, nahm dann Dr. Goebbels das Wort, der u. a. ausführte, daß, wenn heute auf dem Karl-Ltebknecht-Haus die Hakenkreuzfahne aufsteige, sie von Arbeiterfäusteu gehalten werde.

Sobald die Arbeiter die Sache der Nation zu der ihren gemacht habe, werde die Nation die Sache der Arbeiter zu der ihren machen.

Mit einem Heil auf den Führer schloß die Kund­gebung.

Am-Abend sprach dann der Führer selbst in den überfüllten Berliner Ausstellungshallen über die Bedeutung der Gemeindewahl. Die Veranstal­tung, die durch alle Sender übertragen wurde, wurde von Dr. Goebbels mit einem Stimmungs­bild eingeleitet, bei dem er eingangs darauf hin­wies, daß er eben aus dem Lustgarten komme. Ueber 120 000 nationalsozialistisch gesinnte Arbeiter seien auf dem historischen Platz versammelt ge­wesen, um der Regierung der nationalen Revolu­tion ihre Huldigung darzubringen.

Ein gewaltiger Fackelzug sei von dort nach den Ausstellungshallen unterwegs, um hier den Führer zu begrüßen.

Dr. Goebbels ging dann auf die gegenwärtige innerpolitische Lage ein «nd erklärte, wohl niemals in der Weltgeschichte habe sich eine Revolution f»

diszipliniert vollzogen wie die gegenwärtige nationale Revolution in Deutschland. Der Na­tionalsozialismus sei in Wahrheit zum Vollstrecker des Bolkswillens geworden.

Er werde die einmal errungene Macht nicht wieder -anderen Händen überlassen. Der Marxis­mus müsse in Deutschland ausgerottet werden.

Es genüge nicht, daß man seine Organisationen zerschlägt, sonder» die irregeleiteten Masten müß­ten bekehrt und in die deutsche Volksfront einge­fügt werden.

Dr. Goebbels ging auch auf die Gemeinde- wahlen ein. Bei den heutigen Gemeindewahlen gelte es für den Nationalsozialismus die letzte Barriere zu überspringen. Dann habe er sich im Reich, Ländern und Gemeinden endlich durch­gesetzt. Dann könne die Regierung der nationalen Revolution mit ihrem großen Aufbauwerk auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens beginnen.

Unter gewaltigem Jubel betrat Hitler um 20.45 Uhr die Halle. Der Führer begann mit einem Dank an alle, die am 5. März ihre Pflicht erfüllt hätten. Es ist, so fuhr der Kanzler fort,

Ich bin glücklich, daß gerade auf den Gebieten, wo einzelne törichte Männer und Parteien glaub­ten, eine Grenzlinie, ausrichten zu können, das deutsche Volk seine Stimme erhoben hat und da­mit die Unzertrcnnbarkeit des Reiches für ewige Zeiten bekundet hat. Das deutsche Volk hat sich damit bekannt zu dem Grundsatz:

Das Reichsschicksal ist unser aller Schicksal, das Schicksal der Länder und das Schicksal der Gemeinden.

Der Grundsatz: „Nach uns die Sintflut", mutz beseitigt werden (Stürmischer Beisall). Unter diesem Gesichtspunkt wird das Programm der na­tionalsozialistischen Bewegung verständlich. Es geht aus von der Ueberzeugung, daß nicht der Einzelne im Mittelpunkt des Geschehens steht, son­dern daß die Gesamtheit das Schicksal bestimmt.

Wunderbares, nun nach einem 14jährigen Ringen endlich den Erfolg erleben zu dürfen, an dem ganz Deutschland teilgenommen hat.

Alle deutschen Stämme haben in kaum zehn Stunden einen Akt in der deutschen Geschichte voll­zogen, um den sich Jahrhunderte in Deutschland bemüht haben.

Bei diesem Erfolg überkommt uns alle wohl daZ Gefühl der Dankbarkeit für den greisen Genttal­feldmarschall, der an seinem Lebensabend noch einmal durch seinen Spruch der deutschen Jugend Tür und Tor für die Zukunft geöffnet hat.

Das deutsche Schicksal ist damit nicht nur für die nächsten vier Jahre entschieden. Nein: Es ist ent­schieden dadurch überhaupt. (Stürmischer Brisall.)

Wes sich in diesen Wochen vollzogen hat, ist mehr als ein Regierungswechsel:

Ein Volk hat seine schlechte Gesinnung abge­legt, es hat sich wiedergefunden.

Wir sind bei Beurteilung der Schäden unserer Zeit von ewig geltenden Grundsätzen ausgegangen. Wir hielten uns an den Grundsatz, daß das Einzel­schicksal untrennbar verbunden ist mit dem dey Gesamtheit.

Deshalb tritt die nationalsozialistische Bewegung so fanatisch ein für ein Deutsches Rcicki. Dabei will sie nicht die Stämme und ihre Eigenart ver­nichten. Soll dieser Reichtum aber wirtlich zuin Blühen gebracht werden, so muß über ^ ihm die Volksgemeinschaft, das Reich, stehen. Daher sinds wir die Träger des Gedankens eines großen ein-, heitlichen und mächtigen Reiches. Aus diesen Grundsätzen ergibt sich der Zwang für jeden, sich seinem' Volke anzuschließen.

Wenn wir gegen den Marxismus kämpfen, so nicht, weil wir den Arbeiter treffen wolle», son­dern weil wir ihn erlösen wollen von einem Wahnsinn, der ihn und die Nation und alle ver­nichtet.

Wenn ich heute den Marxismus vernichten will»

für mich und meine ältesten Mitkämvier -t"-ns

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