Ausgabe 
(3.3.1933) Nr. 55
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Kiosonkunrlgvbung in Vvi-iln

Berlin, 2. März. Die NSDAP. veranstaltete Heftern abend im Sportpalast und in einer kr großen Ausstellungshallen große Massenkundgebungen, die beide überfüllt waren. 8u der Veranstaltung im Sportpalast waren auch zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps erschienen. Während in den Ausstellungshallen »unächst Reichsminister Pg. Goering selbst sprach, dessen Rede in ihrem zweiten Teile nach dem Sportpalast übertragen wurde, nahm in der Hauptveranstaltung im Sportpalast Adolf Hitler selbst das Wort. Seine Ausführungen wurden auch in die Ausstellungshallen übertragen.

Pg. Goerings Rede, die eine scharfe Abrech­nung mit dem Kommunismus enthielt, wurde in beiden Veranstaltungen mit stürmischem Beifall aufgenommen.

Adolf Hitler, vo« SS-Leuten umgaben, wurde beim Betreten des Sportpalastes mit immer Mie­der ausbrechendem begeisterten Jubel empfangen.

Es folgte der Einmarsch der Standarten und Fah­nen. Dr. Goebbels hatte in einleitenden Worten auf das Verbrechen der Brandstiftung im Reichs­tag hingewiesen, um dann dem Reichskanzler das Wort zu geben. Nochmals setzte jubelnde Begei­sterung ein, bis Hitler schließlich nach einigen Minuten das Wort nehmen konnte. Er erklärte einleitend:

Win kisyen sn

Wenn wir heute als Ankläger auftreten gegen Parteien und gegen Männer, die vor uns regier­ten, dann haben wir dazu ein doppeltes Recht; erstens das Recht, das sich aus der Verfassung ergibt. Es liegt im Wesen ihrer eigenen Ver­fassung, daß von Zeit zu Zeit das Volk aufge­rufen mieo, um die Leistungen und die Taten eurer Regierung zu beurteilen. Zweitens fühlen wir uns berechtigt, heute als Ankläger aufzutreten, weil im Lause der Zeit über Deutschland «ine Not hereingebrochen ist, die nur die Männer nicht wahr haben wollen, die dafür verantwortlich sind.

Wenn wir heute als Ankläger auftreten, können wir nur Tatsachen sprechen lassen, die sie selbst zu­geben. Sie selbst bestätigen die Tatsache, daß Deutschland aus allen Gebreten im Zusammen­brach steht und daß es keinen sichtbaren Weg für die Vertreter der früheren Zeit gibt.

Denn wäre es der Fall, dann hatten sie den

Weg schon vor dem 5. März, schon vor dem 30. Januar eingeschlagen.

Wären wir am 39. Januar nicht gekom­men, dann würde die Parole gelautet.haben: Es muß weiter gehen, wie bisher. Weil am 30. Januar eine arckere Regierung kam, erklä­ren sie plötzlich, es muß anders werden als bisher.

Sie können beruhigt sein, es wird anders werden.

Der Arbeiterstand ist heute der ärmste

Von 23 Millionen Menschen, die ihr täglich Brot verdienen müssen, sind statistisch über sechs Millio­nen, in Wirklichkeit acht bis neun Millionen, überhaupt ohne Arbeit und, wie es den anderen geht, das wissen wir. Es gibt nichts Vernichten­deres für dieses Regiment als die Anklage, die r«on jenen erhaben wird, die durch dieses Regi­ment doch in erster Linie ihre Vertretung hät­ten erfahren müssen. Das Ziel und die Methoden, die der Marxismus zur Anwendung brachte, sind so falsch

gedanklich «nd tatsächlich, daß, ein Erfolg gar nicht kommen konnte.

Die Inplvki'e Ävs ÜVIspxismus

Der Marxismus baut auf einer Zersplitte- Mng des Volkskörsters, die zwangsläufig zu einer allgemeinen Schwächung des Volkskör­pers führen muß. Der Gedanke der Demokra­tie führt dazu, daß die Fähigkeiten und die Genialität erwirkt werden von der Zahl der Masse. Das menschliche Leben baut auf auf den Leistungen einzelner Menschen.

Wir sehen überall die Wirklichkeit des PersönlichkeNs.-.-e.ics, die Erfinder, die Or­ganisatoren des menschlichen Geistes sind Führer

des Menschengeschlechtes zu allen Zeiten gewesen.

Zu allen Zeiten hat nicht die Demokratie Werte geschaffen, sondern die Persönlichkei­ten zerstört und vernichtet. Es ist ein Ver­brechen, dem Volke eine Lehre zu verkünden, die den Wert der einzelnen Person ge­wissermaßen in Gegensatz briMt zum Wert und zu den Interessen der Gesamtheit, denn das Volk muß in seinen besten Köpfen seine höchsten nationalen Werte sehen. Völker sind daran zugrundegegangen, und was sich bisher durch Jahrtausende hindurch als Un­glück erwies, hat sich eben auch in den letzten vierzehn Jahren in Deutschland als Unglück erwiesen.

Wenn Deutschland aber gefallen ist, dann lag das nicht daran, weil etwa in diesen 14 Jahren die Zahl an sich schlecht gewesen wäre, sondern daran weil die führenden

Berlin, 3. März. (Eigener Bericht.) Oft genug haben wir darauf hingewiesen, in wie verbreche­rischer Weise das schwarz-rote System von Wei­mar die dem Steuerzahler ausgepreßten Groschen zur Vertuschung der schwarz-roten Mißwirtschaft verwenden.

Heute können wir nun nachstehend den Be­weis dafür antreten, daß im Jahre 1920 von dem damaligen Reichsinnenminister, dem So- zialdemokratcn Scvering allein 350 000 Mark zum Kamps gegen das Noungvolksbegehrcn be­reitgestellt wurden. Es ist bezeichnend genüg, daß die schwarz-roten Heuchler die Groschen des deutschen Volles dazu benutzen, um gegen die Annahme des Freiheitsgesetzes Propaganda zu wachen.

Bon den 350 000 Mark erhielten, wie wir an Hand von Akten nachweisen können, durch Herrn Severing:. 135 000 Mark die Reichszentralc jiir Heimatdienst, die bekanntlich unter dem schwarz­roten System das Propagandainstitut gewesen ist. 62 000 Mark -er Königsche Verlag, ein iozialdemo-

Bertreter der Demokratie unter dem Durch schnitt der Zahl standen. Wir haben dieses erlebt, da kommt ein berühmter Sozial- demokrat Deutschlands unserem Minister Goering, der ihm bedeutet, daß mit ihm nicht zusammengearbeitet werden kann. Darauf bat ihn dieser Sozialdemokrat, ihn wenigstens noch bis Oktober im Amte zu lassen, da er dann die Altersgrenze erreiche (Heiterkeit). Als ihm Goering darauf er­klärt, die Regierung wolle nicht rachsüchtig sein, und wolle ihn daher bis Oktober beur­lauben, da bekommt es dieser Mann fertig, Minister Goering zu bitten, daß ihm die Um­zugskosten . ersetzt werden. Das war eine Eiche unter diesen sozialdemokratischen Pflanzen. Das Volk kann nicht davon le­ben, daß es von solchem Durchschnitt weiter regiert wird.

Der Marxismus in der Praxis ist ja die beste Widerlegung des Marxismus in der Theorie. Hat etwa der Marxismus in Rußland, wo er durchgeführt wurde, die Not beseitigt? Die Wirklichkeit spricht hier eine Sprache, die geradezu erschütternd ist. Millionen Menschen sind verhungert in einem Lande, das eine Kornkammer sein könnte für eine Welt.

Wir» nskmen Äsn Ksmpf gegen küssen Wsknsinn suß

Wenn das in einem Lande geschah, in dem 8. v. H. der Bevölkerung in den Städten wohnen und 92 auf dem Lande, wie würde sich die Durchführung des Mar­xismus erst in einem Lande auswirken, in dem kaum 35 v. H. der Bevölkerung auf dem Lande und K5 v. H. in de» Städ­ten wohnt? Wo der Marxismus herrscht, widerlegt er sich selbst.

kratischcs Unternehmen, das im Gebäude des „Vorwärts" seinen Sitz hat, 30 000 Mark das Reichsbanner Schwarz-rot-gold, 30 000 Mark die deutsche Volkspartei, 20 000 Mark der sozialdemo- kralische Innenminister, 50 000 Mark die unter sozialdcmokratischer Leitung stehende Reichspresse- stelle, 10 000 Mark die Demokraten, 10 000 Mark das zum Zentrum gehörende Görreshaus, das das Zenirnmshanptorgan Die „Kölnische Volkszei- tung" . herausgibt und bekanntlich erwiesener­maßen unter anderem 2 Millionen Steucrgelder als Beihilfe erhielt für Herstellung einer Bro­schüre „Abrechnung", 7000 Mark der SPD-Bezirks- verband Brandenburg, 5000 Mark zur Herstellung eines Filmes gegen das Volksbegehren, 5000 Mark die Zentrumspartei in Köln, 5000 Mark der demo­kratische Reichstagsabgeordnete Lemmcrs.

. Der Rest verteilt sich aus kleinere Unterstützun­gen von Parteien und Verbänden, Schriftsteller- honorare usw.

Die Antwort gibt das deutsche Volk am Sonntag durch die Liste

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350 000 Mark im Kamps gegen das Frciheitsgesetz verpulvert

Den Kampf gegen diesen Wahnsinn neh­men wir auf. Nicht weil wir für den Ka­pitalismus schwärmen, denn ich bin ja selbst ein Kind des Volkes (stürmischer Beifall), sondern weil wir das Volk vor einer neuen ungeheuren Enttäuschung br« wahren wollen.

Sie versuchen jetzt, durch Brand, Mord und Attentate das Volk zu verwirren. Sie werden sich aber dabei täuschen. Wir haben nicht 14 Jahre gegen diese Verbrechen ge> kämpft, um jetzt zu kapitulieren. Deutsch­land wird siegen (stürmischer Beifall). Unser Programm ist entgegengesetzt ihrem Pro­gramm des Irrsinns und Wahnsinn.

So wie wir aus Arbeitern, Bauern, Mittelständlern, Beamten, Angestellten,

Osi* ^üknsp im KunkSEunk

Heute abend spricht der Führer in Hamburg bei Sagebiel. Die Rede wird von 20 Uhr bis 21.30 Uhr auf die Sender der Norag übertragen.

Hochschülern die deutsche Volksgemeinschaft gebildet haben, so werden wir auch in zäher Arbeit das Deutsche Reich wieder aufrichten.

Ich glaube, es gibt kein höheres Sym­bol für diesen Willen als das, nachdem Verbrecherhand das Reichstagsgebäude in Asche legte, wir hinausziehen in die Stadt, von der Preußens Größe ausging, nach Potsdam und dort a» der Bahre des gro­ßen unsterblichen Kön in der Kirche das neue Werk des dc )cn Aufbaues beginnen.

Der Kanzlerrede folgte der Gesang des Deutschlandliedes. Die Hetlrufe und Bei­fallskundgebungen hielten noch lange Zeit an. Der Fahnenausmarsch mit dem Horst- Wessel-Lied schloß die Kundgebung.

Wen ksl nun neckt?

Furchtbare Blamage für Braun und Severing

Berlin, 3. März. (Eigener Bericht.) In den späten Abendstunden des Donners­tag fällte die 9. Zivilkammer des Landge­richts 1, Berlin, in der einstweiligen Ver­fügungssache der Braun-Severing gegev den „Angriff" ein für die Marxisten gerade- zu vernichtendes Urteil. Von den 18 Punk­ten des von Braun und Severing beantrag, ten Einspruches wurden nicht weniger altz 9 abgewiesen. Lediglich in einem Punkte sah das Gericht die Ausführungen des Angriffs als nicht genügend an. Das Gericht betont daß lediglich in dem Falle der persönlichen Integrität der Braun-Severing die An- griffe nicht so stichhaltig sind, daß das Ge­richt in diesem Falle den Antrag ablehne« konnte.

Damit ist von einem bedeutenden deutschen Gericht eindeutig festgestellt, daß Braun und Severing 2 Millionen deutscher Steuer- groschen verludert und zur Stützung der schwarz-roten Korruptionsparteien ver­wandten. Am 5. und 12. März gibt das deutsche Volk den gewissenlosen Nutznießern der deutscken Not die Quittung.