Ausgabe 
(27.2.1933) Nr. 51
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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ftulltigt ttillsi-

Eine Woche nur noch trennt uns von dem Tage, an dem dem deutschen Volke Ge­legenheit gegeben ist zu zeigen, daß es in seinem besten Teile gewillt ist, mit dem Volkskanzler den Weg zur deutschen Freiheit und Wiedererstehung zu gehen. Eine Woche nur „och bis zum Tage der Abrechnung, an dem die Quittung ausgestellt werden wird für 14 Jahre der Lüge, des Verrats und der Erbärmlichkeit.

Tiefe Woche muß den Höhepunkt unseres Dampfes um das deutsche Volk bringen. 1.'! Jahre eines zähen, ununterbrochenen An- stnrmes auf die Gräben des November- suslems liegen hinter uns. Hunderte von Toten und Tausende von Verwundeten sind die Blutzeugen dieses Kampfes. Ungeheuer­liche Opfer an Geld und Zeit sind gebracht worden von den Kämpfern der Bewegung, in den Zuchthäusern und Gefängnissen haben sie ihre Treue beweisen können, aus den Wertstätten und Bürostuben sind sie ge­worfen worden, aber nichts hat sie erschüt- icrn können, nichts hat sie aufhalten kön­nen. Im Glauben an den Führer und den Lieg der deutschen Freiheit haben siS alles getragen.

Und der Sturm ist geglückt. Die ersten Gräben sind genomnren. Jetzt heißt es, den Gegner vernichtend zu schlagen. Jetzt wollen wir zeigen, daß wir den Führer, der uns 13 Jahre vorangegangen ist, nicht im Stich lassen. Viel ist von uns gefordert worden, so viel, daß wir oft glaubten, wir seien am Ende unserer Kraft. Jetzt wollen wir zeigen, daß wir noch unendlich viel mehr zu leisten vermögen für unseren Führer, für Deutsch­land. Nicht mit große», tönenden Worten, sondern in stiller, treuer Pflichterfüllung des täglichen Kampfes. Eine Woche liegt noch vor uns, und keine Stunde davon dür­fen wir mehr ungenutzt verstreichen lassen.

Der Gegner ist in die Verteidigung ge­drängt. Mit kläglichen Lügen, Entstellun­gen und Fälschungen sucht er die Verant­wortung für die 14 Jahre der Not und der Demütigung, durch die das deutsche Volk geschritten ist, von sich abzuwälzen. Jetzt ist die Zeit da, wo auch der letzte deutsche Volksgenossen den Verrat des Marxismus und seiner Helfershelfer an dem werttätigen Deutschland erkennen muß. Uebcrall, in den Fabriken, auf den Stempelstellen, in den Werftättcn, auf den Bauten, in den Büros, überall sind wir die Vertrauensleute des Voltskanzlers, sind wir die Wortkünder seines Wollens, sind wir die Ankläger gegen das Lügenshstem jenes 9. Novembers 1918, für den heute niemand mehr verantwort­lich sein will. Er sei von selbst gekommen, sagen sie, sie seien nur aus Pflichterfüllung eingesprungen, um zu retten, was zu retten sei. Das deutsche Volk weiß es besser. Es kennt heute die Dokumente, in denen der Marxismus zum Vaterlandsverrat auffor­derte, die Millionen von Flugblättern, mit denen die kämpfende Front zermürbt werden sollte.

Wer hat denn den Mmiitionsarbeiterstreik geführt? War das etwa nicht Ebert? Wo waren denn die sozialdemokratischen Führer im Januar 1918, als an der Front Zehn­tausende verbluteten, weil die Heimat sie verraten hatte, sie ohne Munition der fürch­terlichen Materialüberlegenheit des Gegners überließ? Heute klebt die SPD in Berlin schwarz-weiß-rote Plakate mit der Unter­schrist „Die sozialdemokratischen Kriegsteil­nehmer" an die Anschlagsäulen und gebärdet sich „national". Das deutsche Volk weiß es besser. Niemals werden wir dem sozial­demokratischen Volksgenossen, der in selbst­loser Pflichterfüllung draußen an der Front gestanden Hat, seine nationale Gesiinrung absprechen. Ab-,, w^ n a en die anderen

(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung) Berlin, 27. Februar. Am Sonntag mar­schierten zum erstenmal in diesem großen Um­fang die Arbeiter der Faust, die in den natio­nalsozialistischen Betriebszellen organisiert sind, unter der Fahne Adolf Hitlers in der Reichs- hauptstadt auf.

Auf zentralen Plätzen sammelten sich die schaffenden Schichten des Volkes, um in gewal­tigen Zügen in den Lustgarten zu marschieren.

Der Tritt der deutschen Arbeiterbataillone schallte durch die Straßen der Stadt, die einst eine Hochburg des volksfeindlichen Marxis­mus war. Teutsche Arbeiter merschierken für Deutschland!

Hier sah man keine BonzenpWiegnomien, keine Schimerbäuche, keine Galgemzesichter und keine aufgeregten Spießer, wie bei den Demon­strationen der marxistischen Parteien. Hier marschierte die Montur der Fabrik neben dem Straßenbahner, der kaufmännische Angestellte neben dem Maurer, der Bäcker neben lem Transportarbeiter.

Taufende und Abertausende säumten die Straßen und jubelten den deutschen Arbei­tern zu. Großes Aufsehen erregte es, daß Abordnungen der Schutzpolizei in Uniform mit Hakenkreuzfahnen und Hakenkreuzurm- binden in den Zügen mitmarfchierten. Ebenso nahmen Abordnungen der national­sozialistischen Beamtenorganifation an dem Aufmarsch teil. Besonders bejubelt wurden wieder die taufende Berliner Berl'esrsarbeiter, die in endloser Kolonne in ihrer Uniform zum Lustgarten marschierten.

Ms Polizeipräsident Pg. von Levetzow im Lustgarten erschien, wurde er stürmisch begrüßt, c

Gegen 14 Uhr marschierten die gesamten Betriebszellen in gewaltigem Zuge in den Berliner Osten, zum KÄstriner- und zum Schlei- den-Platz. Auf den Plätzen hielt der Führer der Berliner Nationalsozialistischen Arbeiter- Partei, der Landtagsabgeordnete, Pg. Engel und der Berliner SA-Führer Graf Hell- dorf Ansprachen. Pg. Engel setzte der Wahnidee internationalen Marxismus die Idee des Nationalsozialismus gegenüber und feierte Hitler als den Künder nud Vollender der Sehnsucht des deutschen schaffenden Menschen. Die Betrisbszelien-Or- ganisation werde bis zum letzten Mann ihre ganze Kraft einsetzen, um das gigantische Auf­bauwerk Adolf Hitlers gelingen und vollenden zu lassen.

Der Berliner SA-Führer, Graf Helldorf, betonte, daß die an ihn crgangene Einladung

alle? Die Ebert, Haase, Dittmann, Scheide­mann Mehring und wie sie hießen, sie die „Unabkömmlichen", die „Reklamierten"?Und die Kriegsgewinnler und Schieber, die Par- Vus-Helphand, die Kutisker, die Barmat, sie, die alle nach dem 9. November wußten, wo ihr Platz war?

Nein, 14 Jahre Elend haben dem deut­schen Volke die Augen geöffnet. Die Welt­wirtschaftskrise, schreit der Marxismus, aber wir wissen, daß es schon eine deutsche Krise gab, daß wir schon zwei Millionen Arbeits­lose hatten, als noch niemand von der Weltkrise sprach. Wer hat den Da Wes­si l an „die Sonne der Wirtschaft" genannt, wer hat dem deutschen Volke den Uoüng- plan in begeisterten Rundfunkreden an­gepriesen? War das nicht die Sozialdemo- kratie mit ihren kapitalistischen Trabanten?

auf dieser Veranstaltung zu sprechen, ein Sym­bol der engen Verbundenheit der deutschen Arbeiterschaft mit der nationalsozialistischen SA sei. Er als SA-Führer wisse, daß gerade der deutsche Arbeiter ungeheure Opfer zu bringen in der Lage sei und freudig für Volk und Heimat allls in die Schanze schlage. Er sei nicht zuletzt deshalb stolz, SA-Führer zu sein, weil er als SA-Führer zugleich Arbeiterführer sein dürfe. SA Und SS würden der deutschen Arbeiter­schaft, was auch kommen möge, immer zur Seite stelln.

Zum Schluß der gewaltigen Demonstrationen sangen die Massen das Lied unseres uuder-

Potsdam, 26. Februar. Der Kreis Potsdam der NSDAP. veranstaltete im Hof des Stadt­schlosses am Sonntag eine stark besuchte Kund­gebung. Unter den zahlreichen Teilnehmern sah man neben der SA. und SS. größere Kolonnen des Freiwilligen Arbeitsdienstes, Offiziere der Polizeischule, Angehörige des Potsdamer Waisen­hauses und des nationalsozialistischen Schüler­bundes. Unter dem Jubel der Massen marschier­ten dann kurz vor Beginn der Kundgebung die Beamten der Regierung Potsdam, des Magi­strats, der Straßckenbahn, sowie sämtlicher Betriebs- zellen-Organisationen unter Vorantritt einer Musikkapelle mit der Hakenkrenzsahne in den Schloßhos ein. Ueber dem Fortuna-Portal, von dem herab die Redner sprachen, wehte die Haken­kreuzsahne.

Reichsinnenmimster Dr. Frick, der beim Er­scheinen auf dem Balkon des Schlosses über dem Fortuna-Portal mit Heilrufen begrüßt wurde, führte u. a. aus:

Die Nationalsozialisten wissen, daß der Aufbau des Volkes nur in organischem Wachsen und in der Berücksichtigung seiner hohen Tradition liegt, und so fortschrittlich der Nationalsozialismus ist, so klar ist er sich über die Notwendigkeit der Er­haltung der Tradition, soweit sie sich als wertvoll erwiesen hat. 1918 hat man alle Tradition aus­gelöscht und an die Stelle den Geist von Weimar gesetzt, nicht den Geist des Weimars von Goethe, sondern etwas anderes. Der Geist von Weimar aus dem Jahre 1919 ist ausgezogen worden ohne Rück­sicht auf Geschichte und Tradition. Das Ergebnis dieses Ungeistes hat sich 14 Jahre auswirken kön-

Da reden sie von ihren Erfolgen in der Sozialversicherung und verweisen auf den heutigen Tiefstand der Leistungen. War­um erzählen sie dem Volke nicht, daß es die SPD war, die dem Hungerkanzler Brü- ning überhaupt erst den Sozialabbau mög­lich machte, indem sie ihn jahrelang tole­rierte? Warum machten sie den hungernden Rentnern und Unterstützungsempfängern nicht klar, daß ein Volk, das Milliarden von Tributen zahlt, sozial verelenden muß? Weil sie auch daran schuld sind.

Heute wissen sie, daß die Abrechnung be­vorsteht, eine Abrechnung, die das deutsche Volk halten wird und vor der auch kein Aufruf der 2. Internationale und keine „Sympathien" der französischen und eng­lischen „Genossen" sie bewahren wird. Wir nehmen auch diese Dokumente des inter­nationalen Volksverrats zur Kenntnis und

geßlichen Horst Wefsel !UM das Deutschland­lied. Immer und immer wieder wurden aus den Reihen der Arbeiter heraus begeisterte Heilruft auf den Führer zur deutschen Fretlhöch Adolf Hitler, ausgebracht.

Die einzelnen Züge marschierten dann AI vorbildlicher Disziplin in ihm Heimatbezirke zurück.

Das kommunistische und soziakdismokratische Untermeuschentum hatte sich feige verkrochen und da, wo sich die GalKeugesichter der kommu­nistischen Ringsderemsleute sehen ließen, schaff­ten deutsche Avbeiterfäuste schnell und gründlich Ordnung.

neu. Die Volksbetrüger und Volksverräter haben alles versprochen und nichts gehalten. Das Elend in Deutschland ist immer größer geworden. Wirt­schaft und Finanzen brachen zusammen, der Geist von 1919 war der Geist der Niederlage und heute steht man vor einem Trümmerfeld.

Meine heutige Aufgabe, so sagte der Minister, habe ich darin gesehen, den Geist der Wehrhastig- keit und der Freiheit im Volke zu stärken, den­selben Geist, der in Potsdam am Werk gewesen ist unter dem Großen Kurfürsten, unter Friedrich Wilhelm I., der das preußische Beamtentum, ein Beamtentum der Pflichterfüllung und der Treue, und damit die Grundlagen des preußischen Staa-, tes schuf, den Geist Friedrichs des Großen, der Preußen Ansehen und Macht in Europa der-! schaffte. Friederizianische Art müssen Gemeingut des deutschen Volkes werden. Der Führer und Reichskanzler hat diesen neuen Preußengeist un­beirrbar gepflegt, nie entmutigt durch Rückschläge. Das hat sich besonders in jener Zeit gezeigt, als die junge nationalsozialistische Bewegung unter den Kugeln der Reaktion an der Feldherrnhalle zusammenbrach, aber der Führer trotzdem die Be­wegung wiederaufbaute und schließlich zur Macht führte.

Die Bilanz der letzten vierzehn Jahre wird noch in einem Ausruf in den nächste» Tagen dem deut­schen Volk übergeben werden.

Der Nationalsozialismus hat als oberstes Prinzip das Leistungsprinzip. Entsprechend seiner sozialistischen Einstellung fordert der National­sozialismus» daß jeder Volksgenosse nach der Art seiner Leistungen in den Genuß seines erarbeitete» Lohnes kommen soll.

werden uns ihrer zu gegebener Zeit zu er­innern wissen.

Jetzt heißt es für uns: Vorwärts zur Ent­scheidung. Jetzt werden mir zeigen, daß wir Kämpfer unseres Führers sind, jeder an seiner Stelle, als SA- vder SS-Mann, als Amtswalter, als einfacher Parteigenosse. Jede NS-Zeit»ng wird uns zu einem Prv- pagandamittel in unserem Kreise werden, in jede unserer Versammlungen werden wir Gegner mitbringen, und unsere Fahnen an den Häusern und unsere Abzeichen in den Straßen müssen in dieser Wache zeigen, wie stark der Nationalsozialismus iu Bre­men ist.

Nun: Vorwärts, alle, damit der 5. März 1933 der Tag des Gerichtes wird über 14 Jahre deutscher Schmach und Schande.

M.

Voikskunklgskung in ^o1s6sm