Ausgabe 
(21.2.1933) Nr. 45
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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VoHrsvsppsl oliei* ^nsikeit

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Einen bösen Reigen gab es in den letzten Tagen. Ueberall da, wo marxistische Bonzen seit Jahren an fetten Futterkrippen saßen und andere für sich arbeiten ließen, überall da, wo es möglich war, einen Griff in die Staatskasse zu tun, sich selbst oder die Partei zu bereichern, da ist mit einem Male mit eisernen Besen dazwischen, gefegt worden und das deutsche Volk spürt, daß wieder Irische Luft in Deutschland weht, daß wieder der Wert der Persönlichkeit, ihre Sauberkeit und der Wille, im Amte der Gesamtheit zu dienen, maß­gebend werden.

Die Zeit der Abrechnung ist da. Aber selbst hierzu ist der Marxismus zu feige. Er wagt nicht, zu alledem zu stehen, was er in vierzehn­jähriger Mißwirtschaft verbrochen hat. Aber das Schuldkonto ist nicht mit gewöhnlicher Tinte, sondern mit dem Herzblut eines hungernden Volkes geschrieben, ist erfüllt von der Not und dem Elend 7 Millionen arbeitsloser Volksgenossen, ist eingegraben in den Herzen von 14 Millionen Deutscher, eine Freiheitsfront, die sich in diesen Tagen anschickt, den Grundstein für den Neubau unseres Vaterlandes zu legen.

Nichts wird geschenkt! Auch wenn die bremische Regierung sich schützend vor den Marxismus stellt, wenn sie es fertig bringt, der kommunistischen Fremdenlegion zur Vernichtung Deutschlands zu gestatten, Geld auf den Straßen Bremens eben zu diesen: Zweck zu sammeln. Der Bremer Regie­rung sei gesagt, daß es eine Zeit geben wird, in der man solche Maßnahmen nicht im Rathaus­saal, sondern vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig. bespricht.

Die Zeit ist vorbei, in der die Machtmittel des Staates, t' Steuerqucüen seiner Bürger zur Bekämpfung eben dieses Staates, zur Vernichtung seiner Wohlfahrt, zur Verelendung seiner Be­völkerung benutzt werden dürfen!

Die Zeit ist vorbei, in der dre marxistische Presse ungestraft das deutsche Volk schmähen und ver­leumden darf. Nur der Bremer Senat gestattet das noch. Aber auch seine Tage sind gezählt. Bis dahin mag die ,Bremer Volkszeitung" hetzen und lügen. Das Volk glaubt ihr mcht mehr.

Die Freiheit ist in Gefahr", rufen sie und Freiheit" nennen sie das Sudelblättchen, das sie ungehindert in Bremens Straßen verteilen dürfen.

Wer hat denn Deutschland die politische Freiheft genommen?

Die SPD., denn sie entfachte in Deutschlands schwerster Schicksalsstunde eine Meuterei und ent­waffnete das Heer, so daß wir ein Spielball der kapitalistischen Femdbundstaaten wurden.

Wer hat denn Deutschland seine wirtschaftliche Freiheit genommen?

Die SPD., denn sie schuf die Politischen Vor­aussetzungen, auf denen der Dawesplan und Houngplan möglich war, den wiederum die SPD. mit aller Leidenschaftlichkeit dem deutschen Volke aufzwang.

Wer hat denn dem deutschen Arbeiter und Angestellten seine Handlungsfreiheit genommen?

Die SPD., denn durch Annahme des Dawes» änd Noungplans wurde die deutsche Volkswirt­

schaft zerstört, 7 Millionen wurden arbeitslos und kein Arbeiter und kein Angestellter hat heute die Möglichkeit, sich gegen Lohndrückung und schlechte Behandlung zu wehren, weil sonst andere seinen Platz einnehmen.

Wer hat denn iwm deutschen Bauer die Freiheit genommen?

Berlin, 20. Februar. Am Montag vor­mittag begann vor dem Schwurgericht beim Landgericht III der Meineidsprozeß gegen den 49jährigen ehemaligen BVG.-Direktor und Sozibonzen Fritz Brokat. Die Anklage wird durch den ersten Staatsanwalt Rom- brecht und den aus dem Sklarek-Prozeß be­kannten Staatsaivwaltschaftsrat Dr. Weißen­berg vertreten. Die Verteidigung liegt in Händen des Sklarek-Berteidigers (ü)Rechts- rrnwalt Dr. Nübcll.

Brolat erzählt bei Beginn kurz seinen Lebenslauf, der ihn vom Besuch der Volks­schule in Gumbinnen über die Erlernung des Schmiedehandwerks nach dem Kriege zum Vorsitzenden der Betriebsrätezentrale der Arbeiter- und Soldatenräte brachte. 1919 wurde Brolat Geschäftsführer der Zentrale des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes, nachdem er bereits seit 1997 Mit­glied der SPD gewesen war. Im Jahre 1923 wurde Brolat Geschäftsführer der Ber­liner Brennstoff-Gesellschaft mit einem Fahresgehalt von 18«»« RM. 1929 wurde er zum Vorstandsmitglied der Berliner Ver- kehrs-Gesellschaft mit einem festen Jahres­gehalt von 36000 RM. und einer Tantieme aus den Reineinnahmen in gleicher Höhe berufen, so daß Brolat ein

Jahreseinkommen von über 7«VS» RM.

hatte. Brolat schilderte dann seine Bekannt­schaft mit den Sklareks, die aus dienstlichen Gründen zustandegekommen sei. Vorteile von den Sklareks habe er nicht gehabt <!!).

Es handele sich lediglich um kleine

gegenseitige Gefälligkeiten aus Anstands- pslicht.

In besonders nahen Beziehungen habe er zu Leo Sklarek gestanden.

Brolat wurde dann das Protokoll seiner Vernehmung vor Oberregiernngsrat Ta- polski vorgehalten. In drei Punkten wird ihm zur Last gelegt, hierbei einen Meineid geleistet zu haben. Brolat hatte unter seinem Eid bekundet, daß er feit Dezember 1928 seine Anzüge unmittelbar bei der Maß­schneiderei Keller u. Furch bezogen habe. Dies entspricht nicht den Tatsachen, Brolat gab das auch zu, erklärte aber, daß es sich um ein falsches Protokoll Tapolskis handele. Ferner hat nach Auffassung der Staatsamvalischaft Brolat einen Meineid geleistet, indem er unter Eid bekundete, daß

Die SPD., denn sie trieb eine Wirtschaftspolitik, die dem Bauer seine Lebensmöglichkeit nahm, ihn von Haus und Hof verjagte und als er in seiner Verzweiflung sich zu wehren begann, ins Zuchthaus schickte.

Wer hat denn dem deutschen Beamten seine Freiheit genommen?

er die Stadtbankdirektoren Hosfmann und Zetzel nur dienstlich und auch nur fluchtig kenne. Zu dieser Aussage steht in Wider­spruch, das; Brolat nach der Verhaftung der Sklareks für die Stadtbankdireltoren offenstehende Rechnungen beglich. Der dritte Punkt seiner unrichtigen Aussagen behandelt die Geschenke, die er von den Sklareks er­halten hak. Brolat bekundete unter Eid, daß er im allgemeinen von den Sklareks keine Geschenke erhalten uird ihnen auch keine gemacht habe. Lediglich Leo Sklarek und er hätten sich zum Geburtstag Spazier- stöcke geschenkt und verschiedentlich Blumen!

Brolat hat bei dieser Aussage verschwie­gen, daß er zwei Monate vor der Ver­haftung der Sklareks zn seinem 45. Ge­burtstag von Leo Sklarek ei» Dutzend seidene Hemden, das Stück für 7« RM., erhalten hat. Brolat erklärte hierzu, daß er dieses Geschenk vergesse» habe.

Der Vorsitzende hielt dann Brolat vor: Glaubten Sie, nachdem Sie für die Stadk- bankdirektoren bei Keller u. Furch Rech­nungen bezahlt hatten und Stadtbankdirek­tor Hosfmann Ihnen dafür die Hand küßte, es verantworten zu können, unter Eid zu erklären daß Sie die Stadtbankdirektvren nur dienstlich und auch irur flüchtig kennen würden?" Brolat erwiderte hierauf, haß die Stadtbankdirektoren ihn ja nicht als Privatmann, sondern als BVG-Direktor auf­gesucht hätten.

Nach Abschluß der Vernehmung Brokats wird als erster Zeuge der jetzige Landrat und damalige Oberregiernngsrat Tapolski vernommen, der Brolat am 30. 10. 1929 unter seinem Eid vernommen hatte. Ta­polski erklärt, daß er den Eindruck gehabt habe, daß Brolat sehr ungern zur Aussage bereit war. Tapolski bekundet, daß er da­mals einen außerordentlich ungünstigen Ein­druck von Brolat gewonnen habe. Tapolski betont auch, daß er Brolat eine Belehrung darüber gegeben habe, daß er nicht auszu­sagen brauche, wenn er sich selbst belaste. Brolat bestreiket das. Brolat sei, so be­richtet Tapolski weiter, offensichtlich bemüht gewesen, seine Beziehungen zu den Sklareks zu bagatellisiere::. Von einer falschen Pro­tokollaufnahme könne keine Rede sein, da Satz für Satz der Aussage Brokats in seiner Gegenwart diktiert worden seh

D:e SPD-, denn sie schuf in Deutschland den politischen Terror und die Gesinnungsschnüffelei Sie zwang den Beamten eine Gesnmung auf, die er nicht wollte und wenn er sich auf die Ver­fassung berief, so warf man ihn hmaus und ei» Parteibonze nahm seine Stellung ein.

Wer hat denn dem deutschen Kaufmann die Freiheit genommen?

Die SPD., denn jeder kleine Gewerbetreibende, der es wagte, sich zu einer nationalen Partei zn bekennen, der wurde öffentlich in der Volkszeitnng angeprangert und mußte fürchten, durch Boykott zugrunde zu gehen.

Wen ksL rlsnn jsriem Osutseksn sekIseMkin r>is poMisekviB Essinnung gsnommen?

Die SPD-, denn sie schickte die Mordbuben auf die Straße, die mit Dolch und Revolver übet Andersdenkende herfielen. Erst die SA. hat mit unzähligen Blutopfern sich wieder das Recht auf die Freiheit der Politischen Gesinnung erkämpfen müssen.

Von der Freiheit des deutschen Menschen, der getragen von der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit seinem eigenen Gewissen folgt, seine Pflicht erfüllt und darum ein Recht auf Existenz und Zufriedenheit hat, von dieser Frei­heit ist bei der SPD. nie die Rede gewesen.

Sozialdemokratische Minister nah­men sich die Freiheit, einen Griff in den Staats­säckel zu tun!

SozimldemokratischeBonzen nahmen sich die Freiheit, bei 70 000 RM. Jahresgehalt sich noch obendrein bestechen zu lassen, Meineide zn schwören.

Sozialdemokratische Parlam c n « tarier nahmen sich die Freiheit, Bolksbetrüger wie die Barnrats und Sklareks bei allen verant­wortlichen Stellen zn empfchlei: und sie zu unter­stützen.

Sozialdcmokratische G c w e r k » schaftsführer nahmen sich die Frerheit, die Interessen der Arbeiterschaft zu verraten und mit dem Leihkapital zu paktieren.

Die sozialdcmokratische Jour­naille nahm sich dir Freiheit, die deutsche Frau und Mutter in ihren heiligsten Epjmdun- gen zu besudeln und zn beschimpfen, Gott z« lästern, die Ehe zn verspotten, die Reinheit des Mädchens zu verhöhnen, nahm sich die Freihe'ch alles Gemeine und Widerwärtige aus ihr» Fahnen zu schreiben.

Von dieser Freiheit allerdings :st bei»: Marxis­mus immer die Rede gewesen.

Diese Freiheit aber wollen wir zerschlagen nutz werden wir zerschlagen, um der wirklichen FreihM

willen

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