Ausgabe 
(20.2.1933) Nr. 44
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Küpen rivn VolksksnLZsp in Köln

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TU. Köln, 19. Bebruar. Zur Einleitung der Wahlversammlung der NSDAP. mit Reichskanz­ler Hitler marschierten am Sonntag nachmittag etwa 15 OÜV SA- und SS-Lcuten sowie Amtswal­ter Partei aus dem Gau'Köln-Aachen durch die Stadt KöLi. Dieser Marsch verlief ohne jeden Zwifchenfall.

Am Wend sprach in einer Riesenkundgebung Reichskanzler Adolf Hitler. Die gesamten (!) Aus­stellungshallen des Kölner Messegeländes waren dicht besetzt und Gauleiter Grohe konnte mindestens 100 000 Versammlungsteilnehmer begrüßen, dar­unter als Behördenvertreter den Kölner Regie­rungspräsidenten, den Kölner Polizeipräsidenten und den Sonderkominissar für das Polizeiwesen im Westen, den höheren Polizeisührer im Westen, Stieler von Heidekamp.

Reichskanzler Hitler erklärte zunächst, die Frage nach dem Programm der jetzigen Regierung sei abwegig, denn

»iejemgen, die heute am lautesten fragten,

hätten vierzehn Jahre lang Zeit gehabt, ein Programm durchzusiihren.

Das Ergebnis all dieser Programme sei nur die ungeheure Not, die die Novemberparteien über Deutschland gebracht hätten.

Die junge Bewegung, die jetzt die Regierung übernommen habe, sei keine Partei, sondern es sei das sich wiedererhebende deutsche Volk, das über Parteien und Konzcsstoiten hinweg sich die Hand zeiche zu einem schweren Kampf gegen alle Erschei­nungen, die in den letzten vierzehn Jahren unter der Flagge „Freiheit, Gleichheit und Brüderlrch-

daß wir alles tun, um das deutsche Volk in Recht und Gerechtigkeit zu einem Reich der Kraft und Freiheit emporzusiihren.

Reichskanzler Hitler wurde bei seinem Aus­führungen oft von stürmischem Beifall unter­brochen. Die in' den Hallen zusammengeballten

Mcnschcnmassen brachen immer wieder in Heil- Rufe aus. Das Deutschlandlied schloß die Massen­kundgebung.

Reichskanzler Hitler ist am Sonntag abend nach Schluß der Kölner Kundgebung im Flugzeug nach Berlin gestartet.

Dsp kßams ArZM ist Ppognsmm genug

Dresden, 19. Febr. In einer national­sozialistischen Kundgebung im Zirkus Sarrr- sani sprach am Sonntagmittag Reichsinncn- minister Dr. Frick. Sollte die Wahl keine Mehrheit der Regierung bringen, so werde dennoch das Rettnngstverk am deutschen Wolke unbeirrt fortgesetzt Werthen. Wenn die Linke jetzt sage, die nationale Regierung habe statt Arbeit und Brot nur Verbote ,und Neuwahlen und kern Programm gebracht, so sei er der Mei­nung, daß der Name Adolf Hitlers gerade Programm genug sei.

Dr. Frick ging auf die Beseitigung der so­genannten Hoheitsregierung in Preußen ein und erklärte: „Ueber den Rechten der Länder steht das Recht des deut­schen Volkes zu leben. Die marxistische Regierung in Preußen ist beseitigt .und sie bleibt beseitigt." Auf einen Zuruf: „Und

Sachsen?" fügte der Minister hinzu:

„Wir werden die Entwicklung in allen Ländern beobachten und wo die Veranlassung gegeben ist, die notwendige Kraft haben, durchzugreifen."

Zu den Vorschlägen, die KPD Zu verbieten, erklärte der Minister, daß sie abgelehnt wor­den seien in der Erwägung, daß man Marxismus und Bolschewismus nicht nur durch polizeiliche und justitielle Methoden bekämpfen könne, son­dern vor allem dadurch, daß man ihnen eine stärkere Weltanschauung ent­gegensetze. Man müsse sich dagegen ver­wahren, daß der Kamps boin Zentrum aus die falsche Ebene eines Kulturkampfes verschoben werde. Zunächst müßten die Feinde des deut­schen Volkes, die -im Volke selbst säßen, un­schädlich gemacht werden. Es müsse ein Gesetz geschaffen werden, wonach Landesverrat ohne weiteres mitdemTode bestraft werde.

seit" nur

Unfreiheit, Ungleichheit und Feurdschaft in das deutsche Volk getragen

härten. Reichskanzler Hitler beschäftigte sich dann mit dem Wahlausruf des Zentrums in seinen ein­zelnen Teilen. Jedes Wort dieses Aufrufes sei eine Anklage gegen das Zentrum selbst. Wenn das Zentrum heute für Freiheit eintrete, so muffe er daran erinnern, daß es zwölf Jahre lang die Mitglieder der NSDAP. als vogelfrei behandelt habe. Wenn das Zentrum heute Gott ynrufe, so sei festzustellen, daß es bei seiner Arbeit in den letzten, zwölf Jahren den Segen des Herrn nicht gehabt habe. Das Zentrum könne jetzt bei dieser Wahl bekunden^ ob sein Wunsch Nach Freiheit nur ein Lippenbekenntnis sei oder die Wahrheit.

Jahrelange Arbeit ist notwendig, um die Schä­den der letzten vierzehn Jahre wieder gutzumachen. Das deutsche Volk soll uns vier Jahre Zeit geben. Dies erwarten wir von der kommenden Wahl. Ich glaube aber,

die Würfel sind in Deutschland bereits gefallen. Die neue Bewegung wird die deutsche Nation einen und wird arbeiten an der Erhaltung des deutschen Bauern. Sie wird die Sorge um den deutschen Arbeiter tragen und die Bahn freimachen für den deutschen Geist. Sie wird endlich der deutschen Wirtschaft wieder eine Zukunft geben. Wir kennen mir ein Programm und das ist die Idee zur Durchführung der deutschen Nation.

Ich habe mein Amt nicht übernommen, um «ich zu bereichern, sondern ich habe es übernom­men zur Rettung des deutschen Volkes. In vier Jahre« »erde ich genau so wieder vor dem Volle stehen und Rechenschaft ablegen. Aber ich 4a«be. schon nach einem Jahr »ird sich zeige«,

Livnspalslpsik in I^anis

LSns IHsoMpnodv

Paris, 20. Februar. Am heutigen Mon- tagvormittag wird in ganz Frankreich der Generalstreik aller Beamten und Angestell­ten ausbrechrn. Obwohl nur von kurzer Dauer, wird er das öffentliche Leben voll­kommen in Unordnung bringen. An diesem Streik dessen Dauer höchstens eineinhalb Stunden betragen wird, beteiligen sich sämt­liche öffentlichen Betriebe, wie die Stra­ßenbahn die Untergrundbahn, Telefon und. Post. Elektrizitäts- und Gaswerke, Tabak- industrie und alle anderen städtischen und staatliche Verwaltungen.

Der Telefonverkehr mit dem In- und nack> dem Auslande wird von 11.30 bis 13 Uhr vollkommen, ruhen. Die Angestell­ten und Beamten der Verkehrsgesellschafteib sind aufgefordert worden, um 10 Uhr mor­gens den Verkehr für zehn Minuten ruhen zu lassen. Die Straße.Bahnen, Untergrund­bahnen und Autobusse werden dementspre­chend in irgendeinem Stadtviertel um 10, Uhr anhalten und erst später ihre Fahrt fortsetzen. Das Hauptpostamt schließt eben­falls für einige Zeit seine Türen, sodaß, das gesamte öffentliche Leben in ganz Frank­reich eine Unterbrechung erfährt, deren, Auswirkungen im Augenblick noch nicht rn

übersehen sind. Auch die Lehrer haben sich der Protestbewegung angeschlossen und wer­den den Schulunterricht in den Nachmittags­stunden erst eine halbe Stunde später auf­nehmen.

Bei allen diesen Maßnehme« handelt es sich so­zusagen um eine Generalprobe. Die verschiedenen Syndikate find fest entschlossen, zum ausgedehnten Generalstreik überzugehen, falls die vom Finanz­ausschuß des Senats vorgeschlagenen Steuermaß­nahmen durch Annahme in der Kammer Gesetzes­kraft erhalten.

Inzwischen folgt in der Provinz eine Protest­kundgebung auf die andere. In St. Brieux in der Bretagne haben am Sonntag über 15 000 Land­wirte eine Protestkundgebung abgehalten und eine Entschließung gefaßt, m der die Regierung aufge­fordert wird, keinerlei Steucrniaßnahmen zu er­greifen, ohne vorher die Berufsvereinigung der Landwirtschaft angehört zu haben. Die Land­wirte der Bretagne weisen darauf hin, daß sie entschlossen seien, die Steuerzahlung einzustellen, wenn nicht unverzüglich durchgreifende Maßnah­men zu ihrer Entlastung ergriffen würden. In Bourges, Nancy und einer Reihe anderer Städte haben ebenfalls stark besuchte Protestversammlun­gen stattgefunden, in denen mit dem Steuerstreik und der Arbeitsniederlegung gedroht wurde,

Von SOSsokop

Uvdspmsekl gskoiLt unü nksüopgesekosssn

Berlin, 20. Februar. In der Schillerstraße i. Charlottenburg kam es abends zu einem komm»« nistischen Massrnseucriibersall auf zwei SS.-Män« ner, bei dem der 36 Jahre alte SS.-Manu Kurt von der Ahe durch einen Halsstcckschuß und schwere Kopswunden, die von wuchtigen Hieben mit Totschlägen« herrühren, schwer verwundet wurde.

Im Krankenhaus stellten die Aerzte fest, daß von der Ahe infolge der Halsschußwunde teil« weise gelähmt ist. Er ist inzwischen seinen Ver­letzungen erlegen.

Zu dieser neuen kommunistischen Blüttat ersaht ren wir noch folgende Einzelheiten:

Die SS.-Männcr von der Ahe und Petow, dir beide dem SS.-TrnPP 1, Sturm 1, Standarte V! angehören, befanden sich nach Dienstschlutz auf dem Heimweg vom Fürstenbrunner Weg nach der Schilt lerstraße. In der Wilmersdorfer Straße bemerk« trn die beiden Nationalsozialisten, daß sie

von zahlreiche» Kommunisten verfolgt

und bedroht wurden. Angesichts der riesigen geg­nerischen Üebermacht versuchten sie möglichst noch das in der Schillerstraße befindliche SS.-Trupp« lokal zu erreichen. Der SS.-Mann Petow hatte die Eingangstür zum Lokal schon erreicht, als plötzlich zunächst drei, dann

nacheinander etwa 20 Schüsse

fielen. Schwer getroffen brach Pg. von der Ahi auf dem Pflaster des Fahrdämms zusammen. Un­ter wüsten Schmährnfen stürzte sich nun das etwa 100 Manns!) starke kommunistische Gesinde! auf den am Boden Liegenden und bearbeitete ihn weiter mit Schlagringen und Stiefelabsätzen.

Schnell alarmierte SA-Männer vom Sturm 3V gerieten bei der Befreiung ihres schwerverletzt am Boden liegenden Kameraden in eine wilde Schlä­gerei mit der kommunistischen Üebermacht, wob^ von feiten der Kommunisten erneut zahlreich« Schüsse abgcgebc-.c wurden. Beim Herannahe» ei­nes Uebcrsallkommandos ergrissen die Kommuni. sten die Flucht, so daß es ihnen gelang, zu ent­kommen. Der schwerverwundete SS.-Mann von der Ahe wurde von seinen Kameraden in einer Kraftdroschke zunächst zur Rettungsstelle und dam» zum Krankenhaus Westcnd überführt.

Dslr! susvspksutt

(Drahtbcricht u. Bert. Schristl./

Berlin, 20. Februar. Weitere Mitglieder der sogenannten Deutschen Nolkspartei. s« z-B. der langjährige Vorsitzende des Wahl« kreiseD Berlin der DD'P. und der langjäh­rige Bczirksvorsitzend-e Berlin-Mitte sind ausgetreten. Ohne Uebertreibung kann man mit Recht die Frage stellen, wie lang« der kleine Vorrat der DVP. noch reicht, um Ware abgeben zu können.