Ausgabe 
(11.2.1933) Nr. 36
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(Eigener Bericht)

Berlin, 10. Februar. Zmn ersten Mal süt jenem denkwürdigen 30. Januar, wo das deutsche Verlin in lodernder Begeisterung durch die Ml- helmstraße zog und den Führern des alten und des neuen Deutschland seinen Gruß zujubelte, wird Adolf Hitler sprechen.

Es ist das alte Bild, das wir so und so oft er­lebt haben. M ist der hinreißende, der begei­sternde Schwung der Bewegung, der die Tausend« Erfüllt, die schon seit Mittag auf der Potsdamer­straße warten, um eingelassen zu werden in die Riesenhallc. Stunden um Stunden stehen sie ge­duldig, bis dann um 15 Uhr sich das weite Gitter iffnet. Ununterbrochen sticht der Strom. SA. und SS. im Verein mit der Polizei haben alle stünde voll zu tun, um die Ordnung ausrecht zu halten. Das Parkett ist schon gefüllt, der erste Rang besetzt, der zweite Rang füllt sich. Um 18 Uhr kündet der Versammlungsleiter durch den Lautsprecher, daß die Polizei den Sportpalast bereits wegen Uebersüllung geschlossen hat. Bis unter das Dach stehen sie, gedrängt in den Gän­gen, hängen an den Wänden, stauen sich auf den Ausgingen; denn sie alle wollen den Führer reden hören, der jetzt auch der Führer des amtlichen Deutschlands ist. Kapellen spielen, die Schal- mci-enkapelle der Horst-Weffel-Standarte wechselt sich ab mit der Kapelle Fuhsel. Durch Lautspre­cher kommen die Anweisungen des Versammlungs­leiters. Immer und immer wieder heißt es zu­sammenrücken. Die Stühle im Parkett werden wieder ein Stück nach vorn geschoben, doch dann ist es unmöglich, noch mehr Platz zu schassen.

Plötzlich ein scharfes Komnmndo,— '„Achtung! Fahren" — marsch!" Die Kapelle fällt

ein mit dem Deutschlandlked, —die Menge erhebt sich, grüßt m schweigender Ehrfurcht die Fah­nen der SA..-Berlin. Fast an der Hälfte von ihnen weht der schwarze Flor und kündet von den unbekannten Toten dieser Stürme. Fast IVO sind es, die von ihren Trägern durch die weite Halle getragen werden und die sich dann um den Platz gruppieren, von dem aus der Führer sprechen wird. Die Musik bricht ab. Ein Kommando, die Fahnen werden niedergesetzt.

Es dauert noch ein Stunde, bis der Führer sprechen wird. Draußen auf der Pvtsdamekstraßs drängen sich noch Tausende, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben, doch noch hineinzukom­men, oder wenigstens Adolf Hitler bei der An­fahrt ihren Gruß zujubeln zu können. In der Halle machen Photographen und Filmoperateute ihre Apparate bereit. Man sieht Dr. Goebbels in einer Loge stehen vor dem Mikrophon und ei­nen Bericht über die Versammlung geben, der Lurch den Rundfunk auf alle deutschen Sender übertragen wird. In einer anderen Loge sitzen die Vertreter der ausländischen Mächte, die der Einladung der Bewegung zahlreich Folge gelei­stet haben. —

Dann Plötzlich ertönt ein unendlicher Jubel, von draußen dringt es herein — elektrisiert die wartenden Masten. Alles springt erregt auf und dann wissen sie es, daß der Führer kommt. Sie stehen auf den Bänken, sie heben die Hände — sie rufen. Es ist ei« Orkan der Freude der Be­geisterung. Nur mühsam kann die Echutzstaffel dem Führer seinen Weg bahnen. Immer und im­

mer wieder strecken sich ihm die Hände entgegen — dann hat er den Platz beim Mikrophon er­reicht. Alle Kimen ihn jetzt scheu. Er trägt das schlichte Braunhemd der Bewegung, ohne jeden Schmuck und ohne jedes Abzeichen. Blumen wer­

den ihm gebracht und immer und immer wieder dankt er mit erhobenem Arme für das Maß an Liebe und Vertrauen, das ihm hier entgegenge­bracht, wird. Wohl 10 Minuten lang dauert der Sturm der Begeisterung, bis sich dann endlich der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels verständlich ma­chen kann, um den Führer zu begrüßen.

vsn ksl rlss Vikont

Darauf nahm Adolf Hitler das Wort. Er legte zunächst in großen Zügen die Ursachen dar, die ihn nach Beendigung des Krieges bewogen hatten, die nationalsozialistische Bewegung ins Leben zu rufen.

„Als 1918 der Krieg zu Ende ging, war ich ein »»bekannter Soldat, wie Millionen andere auch, schuldlos an den Krigsursachen und an der Führung des Kampfes und schuldlos an der politischen Gestaltung des deutschen Lebens. Eines hat mich vielleicht damals von den andere« geschieden:

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Das war die Erkenntnis, daß man den Folge« des Verbrechens der Revolution nur dan« ant Erfolg begegnen kann, wenn mau aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und aus dieser Erkenntnis heraus die Voraussetzungen dafür schaffe» will, die zur Ueberwindung der Folgen dieses Zustandes notwendig ßnd7

So ging ich damals meinen eigenen Weg. ES war mir klar, daß es aus der Zerrissenheit nur einen' Weg"näH oben gab:

Den Weg nach Wiedergewinnung einer neuen Einheit -es Volkes.

Wenn schon vielerlei an sich die Menschen trennt, dann kann nicht die Politik auf dieser Trennung aufbauen und sie verewige«. Irgend­ein Gegengewicht muß gegen die zersetzenden Tendenzen geschaffen werden. Aufgabe der politischen Führung muß es sein, die natürlichen Trennungen durch ein großes Ideal, eine große Erkenntnis, zu überwinden. Es musste eine ueue Ebene geschaffen werden, auf der sich das Volk wieder finden konnte.

Ich faßte den Entschluß, dieser Zerreißung den Krieg anzasag«, und über die Parteien hinweg das Volk wieder auf einer Ebene zu sammeln.

Mit der Erreichung dieses Zieles war ver­bunden ein grimmiger Kampf gegen die Er­scheinungen des politischen Lebens, die nur auf der Zerrissenheit ihre Existenz begründen konnten. Der Kampf gegen den Marxismus wurde damals zum ersten Male zu einem Kampfziel er­hoben.

Ich gelobte mir, nicht eher zu ruhen, bis endlich diese Erscheinung aus dem deutschen Leben beseitigt sei« würde. (Stürmischer Beifall )

Ich sah: Der Marxismus bedeutet die Ver­ewigung der Zerreißung der Nation und damit die Schwächung und Verelendung des gesamten Volkes und den Verrat gerade an der Arbeiterschaft, die man mit diesem Marxismus einer besseren Zukunft entgegenzuführen versprach. Nach außen pazi­fistisch, »ach innen terroristisch, nur so allein

konnte sich diese Weltanschauung der Zerstörung und der ewigen Verneinung behaupten.

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von VopsNMss

Die Ergebnisse waren grauenhaft. Deutschland verzichtete auf alles, was in 50 Jahren mühsam aufgebaut worden war. Heer, Marine, Handels­flotte wurden zerstört, Kolonien wurden wegge­nommen und die deutsche Wirtschaft verlor ihre gesamten Auslandskapilalien.

Durch den Friedensvrrtrag erhielt das deutsche Volk Verpflichtungen aufgebürdet, die wahn­sinnig waren, weil sie für alle Zukunft Sie Welt in zwei Hälften zerreißen sollten. Ja

mit Unrecht, in Völker mit und kr Völker

Lebensmöglichkeite».

Das deutsche Volk drehte von Jahr zu Iah« mehr zu verfallen. Es kam zur Auflösung alle« nationalen Organisationen und aller nationale« Kräfte, zum Zerfall von Verwaltung und BolksÄ gemeinschaft, zur Korrumpierung des öffentlicher? Lebens. j

Ueber alle dann erhob sich das Fiuanzkapittck als Sieger.

Der deutsche Unterhändler unterschrieb Ver­pflichtungen, die unerfüllbar find. Es kam die Zeit des furchtbarsten Verbrechens am deutsche» Volk:

Der Anspressmlg und Ausplünderung, das deutsche Voll mutzte dir Inflation erdulden, alles angestiftet von den Männern des Novcmder-Ber» brechens.

Es kam der Zerfall der Kultur, unseres ganzen kulturellen Lebens. Millionen unseres Volke- «ahmen keinen Anteil mehr an der Kunst, die nicht aus dem Volk geboren war. Parallel damik begann der Angriff gegen die Erziehung der Jn- gend, das Herausreißen aller Erinnerungen an unsere deutsche Vergangenheit, dir Beschimpfung aller großen Männer unseres Volkes. Parallel

Neger und Besiegte, i« Völker mit Recht und ! damit setzte der Zerfall der Wirtschaft ein.

vss Vsrnloktungswspk lies IVIsOxismus

Diejenigen, die von Arbeit und Brot, von Schönheit, Freiheit und Würde geredet hatten, woh i u..habe» sie Deutschland tu »kerzehu'Jahre'n geführt? Sie haben die Staatsfinanzen in Unordnung gebracht. Sie haben ungeheure Vorräte von Kriegsrohftoffen verschleudert. Nachdem sie mit dem Raubzug der Inflation die Nation ruiniert halten, setzte der Zinswucher ein. Damit begann die Vernichtung der Produktion. Der Wahnsinn der Steuerpolitik besorgte das Arbrige. Wir sahen den Mittelstand zusammenbrechen. Der Bauernstand verelendete

Arbeitslosigkeit zu wachsen begann.

Sie habe« vernichtet, was sie vernichten konnte«

Heute ist dieses Elend vielleicht durch eine» einzigen Vergleich zu illustrieren. Die Gesamt­einnahmen der Gemeinden im Lande Thüringen betragen 26 Millionen RM. Davon sollen die Verwaltung, die Erhaltung der öffentlichen Ge­bäude, die Ausgaben für Schule, für Bildungs«, zwecke usw. beftritten werden. Für die Wohl- fahrtsimterstütznng allein find aber -15 Millionen Reichsmark nötig. So sieht es heute in Deutsch­land aus.

und dann griff es zurück nach der Stadt, wo die

Weil ich der Ueberzeugung bin, datz man, will man nicht zu spül kommen, mit der Rettung einsetze« muh, habe ich mich bereiterklärt, die zu einer 12 Millionen emporgewachfene Bewegung einzusetzen zur Rettung des deutschen Volkes.

aufbauen und arbeiten an der Wrederanfrichtrmst unseres Volkes.

Wir sind entschlossen, uns dabei durch nichts be­irren zu lassen! (Stürmischer Beisall.)

Ich kann ihnen nicht versprechen, daß dieser Aufstieg von selbst komint. Das Volk muß mit­arbeiten. Es soll nicht glauben, daß ihm Frei­heit und Glück und Leben vom Himmel geschenkt werden.

Unssr'S ZükdüsstLLZNg

Alles wurzelt im eigenen Willen und in der eigenen Arbeit. Wir glauben bei dieser unserer Arbeit niemals an Hilft, die außerhalb unserer eigenen Ration liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft! Wenn wir das Volk emporfuhren durch eigenen Fleiß, eigene Arbeit, eigenen Trotz und eigene Beharrlichkeit, werden wir wieder emporsteigen, aenau wie einst die Vater Deutsch«

Die Gegner fragen jetzt «ach unserem Pro­gramm. Ich antworte ihnen:

Zu jeder Zeit wäre vermutlich ein Regierungs- Programm mit ganz wenigen konkreten Punkten möglich gewesen. Nach eurer Wirtschaft, nach eurem Wirke«, «ach eurer Zersetzung muß man das deutsche Volk von Gründ aus neu ausbauen. Der erste und damit der beste Prvgrammpunkt heißt: Mr wollen nicht lügen und wollen nicht schwindeln. Ich habe es deshalb al^elehnt, jemals vor dieses Volk Hinzutreten «nd billige Ver­sprechungen zu geben. Ich habe nie gesagt, der Wiederaufstieg Deutschlands fei eine Frage von nur wenigen Tagen. Ich predige immer wieder: Der Wiederaufstieg der deutschen Ration ist die Frage der Wiedergewinnung der inneren Kraft und der Gesundheit des deutsche« Volkes.

So, wie wir in den letzten vierzehn Jahren an unserer Bewegung gearbeitet haben, wollen wir