Ausgabe 
(24.1.1933) Nr. 20
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Berlin, 23. Jan. Die Reichspreffestelle der Par­tei teilt mit:

„Heute fand in Anwesenheit Adolf Hitlers in Berlin «ine SA.« und SS-Führertagung statt, m deren Verlauf Adolf Hitler den SA.- und SS.- Führern einen umfassenden Ueberblick über die politische Lage gab und ihnen die sich daraus für die NSDAP. ergebenden Folgerungen dar­legte. In seinen zweistündigen Ausführungen brachte der Führer u. a. zum Ausdruck, daß man heute nach allen vorhandenen Anzeichen die politische Situation für die Bewegung als sehr günstig bezeichnen könne. Nach den Kämpfen und Ereignissen der letzten Monate stehe die national­sozialistische Partei besser und stärker da als je­mals zuvor. Die NSDAP. nnd nicht zuletzt das

Landesverrätern und Minderhei­ten ab und betonte den selbstver­ständlichen Unterschied zwischen den rechtlich auf internationalen Verträgen fußenden Beschwerden der Minderheiten und dem Verhal­ten von Landesverrätern.

Verhalten des gesamte« nationalsozialistischen Führerkorps hätten die Hoffnung unserer Geg­ner zuschanden gemacht. Man könne erwarten, daß sich die Auswirkungen dieser unerhörten Beharr­lichkeit und dieses zähen Willens zum Sieg, der die ganze Bewegung erfülle, in nicht allzu langer Zeit zeigen würden. Im übrigen sei es nicht we­sentlich, wann ein Krieg beendet sein würde, son­dern wesentlich sei, daß er mit dem Siege ende. Dieses Ziel werde umso schneller und sicherer er­reicht sein, je geschlossener die Bewegung hinter ihrem Führer stehe. Der Führer schloß die Ta­gung mit einem eindrucksvollen Hinweis auf die große historische Aufgabe, die der SA. und SS. als den politischen Soldaten der deutschen Volks­bewegung gestellt sei."

Benesch verharrte jedoch auf seiner Auffas­sung und erklärte, daß der Unterschied zwi­schen den beiden Prrsonengruppen nur seine Auffassung bestätigte.

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Ueberfall auf das amerikanische Konsulat in Avkohama geplant.

Washington» 23. Januar. Der amerika­nische Botschafter in Tokio, Grein, hat dem Staatsdepartement telegraphisch mitge­teilt, die amerikafeindliche Stimmung in japanischen Arbeiterkreisen Aokohamas habe derart zugenommen, daß die Frauen der KConsnln am Sonnabend Mokohama ver­lassen mußten. Die japanische Polizei habe dem Konsulat die Warnung zugehen lassen, daß die Arbeiter der Stadt einen Anschlag auf das amerikanische Konsulat planten. Im Übrigen sei es der Polizei gelungen, den Ueberfall zu verhindern. 145 Personen seien verhaftet worden.

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TU. Berlin, 23. Jan. Zwischen den Reichstags­fraktionen der NSDAP. und der Zentrumspartei fand, wie die „Germania" berichtet, am Montag eine kurze rein informatorische Aussprache statt, an der von jeder Seite nur ein Vertreter be­teiligt war. Es ist anzunehmen, daß diese Be­sprechungen am Dienstag fortgesetzt werden.

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Genf, 33. Jan. Im Präsidium der «b- irüstrmgskonferenz kam es tu der erste» Stü­tzung am Montag zu einer bewegte« Aussprache Aber den sogenannten »Landesverräter- Paragraphen" id«S Abkommens. Kr dem Abkommen war Wer die Internationale Rü­stungskontrolle ursprünglich eine Regelung dor- tzefchen, wonach Personen, die dem Kontroll- Kusschuß Mitteilungen über geheim« im Bb- irüftnngsabkommen verbotene Rüstungen ihres jetgenen Landes mache«, völlige StvaflHWeit genießen sollen.

In der Montagsausspvache stnderte» Mas- stgli, Wilson nnd Motto die Behandlung der gesamten Frage im Hauptausscharß der Ab­rüstungskonferenz. In der Aussprache gab Benesch

eine eigenartige Erklärung ab, tu der er Straflosigkeit derartiger Landesverrräter forderte und solche Personen aus die glei­che Stufe mit den beim VöllechuW gegen die Regierungen ihres Landes Beschwerde führenden Minderheiten stellte, (ll)

Diese deutliche Anspielung Benesch' «ruf die tzahlreichen Klagen der deutschen Minderheiten Heim Völkerbund infolge des fortgesetzten Bru­ches der Windethleitenschutzderträge wurde all­gemein verstanden. Botschafter Na- dolnh lehnte sofort mit großem Nachdruck jeden Vergleich -wischen

Absolut« Mehrheit in der Heidelberger Studentenvertretung

Essen, 28. Januar. Die Universität Hei­delberg hat wie alljährlich so auch jetzt wieder die Astawahl durchgeführt. Das Ergebnis ist ein voller Sieg der national­sozialistischen Studenten. Wieder ein Be­weis gegen die Lüge vom Rückgang der nationalsozialistischen Bewegung; wieder eine schallende Ohrfeige für alle die, die von Zersplitterung faseln. Deutschlands Ju­gend auf den hohen Schulen will nicht zu­rückstehen hinter den Brüdern aus Hütten und Gruben, den SA- und SS-Kameraden und all den Kämpfern für das Dritte, das Grotzdentsche Reich.

Die nationalsozialistischen Studenten ken­nen Ihren Führer und ihre Aufgabe. Sie kämpfen für die „Deutsche Hochschule" «nd die „Deutsche Fachschule", damit diese wie­der zu Bildungsstätten deutscher Jugend werden. Ueber das Ergebnis ist im ein­zelnen zu melden:

Liste 1 Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 14 (17) Sitze Aste 2 Nationaler Block (Stahlhelm, DNVP. und Waffen ring) 7 (12) Sitze

Aste 3 Katholische Studen­ten S(6)Sitze

Aste 4 Republikaner 4 (1V) Sitze

Liste 5 Rote Studenten 1 (1) Sitz Damit hat der Nationalsozialistische Deut­sche Studenteubnnd in Heidelberg die ab­solute Mehrheit in der Stuben» tenvertI et «ng erkämpft, indem es ihm gelang, weitere zwei Sitze zu gewin­nen, während die anderen Listen bis z» 66 Prozent ihrer Sitze verloren haben.

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Kolli, 23. Januar. Nachdem am 16. Ja­nuar die Brühler Stadtverordnetenwahl der NSDAP. einen Stimmenzuwachs von SS Prozent brachte, wurde am heutigen Sonntag ein neuer großer Erfolg bet den Umtsvertreterwahlen Ober (Kreis Gei-

lenkirchen) errungen. Die NSDAP. ge­wann seit dem 6. November 62 Prozent, womit das Ergebnis der Juliwahl um 20 Prozent überschritten ist. Dabei betrug die Wahlbeteiligung diesmal nur 60 Pro­zent gegenüber 72 Prozent am 6. No­vember. Die SPD. verlor 30 Prozent, die KPD. 48 Prozent und das Zentrum 33 Prozent des Besitzstandes vom 6. November.

Das Stimmenergebnis ist folgendes: KPD. 62 (115), SPD. 89 (119), Z.ntrum 921 (1433), NSDAP. 366 (218).

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Koblenz, 23. Januar. Im Kreise Cochem Land «nd Karden fanden die Neuwahlen für die Amtsvertretungen statt, die vor allem in den Be­zirken an der Mosel von Bedeutung sind. Obwohl sechs Listen aufgestellt waren und die Wahlbe­teiligung im Kreise Cochem nur 51 Prozent, also um 33 Prozent geringer war, als bei der letzten Reichstagswahl, erhielt die nationalsozialistische Lifte 2 (Nihren) 1115 Stimmen gegenüber 1275 bei der letzten Reichstagwahl. Bisher war noch kein Nationalsozialist Mitglied der Amtsvertre­tungen. Jetzt werden wahrscheinlich fünf ckw» ziehen.

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Weimar, 23. Januar. In Thüringen fanden die Wahlen zum Landeskirchentag statt. Wahrend bisher im Landeskirchentag der Liberalen Volks- kirchsnbund und der Konservative Christliche Volksbund führten, hat das neue Ergebnis eine grundlegende Veränderung gebracht. Die Gruppe der Deutschen Christen, die weltanschaulich den Nationalsozialist«« nahesteht, vereinigte von rund 228006 abgegebenen Stimmen 67 700 Stimmen auf sich. Sie stcht damit mit 15 Mandaten an der Spitze. Der Christliche Volksbund folgt mit rund 48000 Stimmen, während der Vollskirchmbund mit rund 44000 Stimmen steht. Der Einigungs­bund für informatorisches Christentum erhielt rund SS 000 Stimmen. Diesmal wurden 228000 Stimmen abgegeben gegenüber 186000 Stimmen beim letzten Wahlgang vor - Jahren.

Kassel, 23. Januar. Am Sonntagabend fand in Leimbach ein Tanzvergnügen statt, an dem mich der SA.-Mann Ho hm an« teilnahm. Bereits im Verlause des Abends kam es, wie durch Zeu­genaussagen festgestellt wurde, zu Drohungen vom Bruder des Zentrumsredners Rößner gegen SA.- Mann Hohmann, die so weit gingen, daß Rößner sagte, er wolle Hohmann «och am gleichen Abend niederstechen. Diese Drohungen wurden aber nicht so ernst genommen. Nach Beendigung des Tanz­vergnügens machte sich Hohmann mit einigen Ka­meraden auf den Weg nach Alterfeld zurück. Un­ter den Zurückkehrenden befand sich auch Rößner. Es gab einige Anrempeleien, die jedoch nicht in eine Schlägerei ausarteten.

Ohne Än vorheriges Wortgefecht brach plötzlich der SA.-Mann Hohmann ausschreiend zusammen.

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Von /Utnoil Kossndeng

Viele Kritiker der nationalsozialistischen Be­urteilung der jüdischen Politik haben immer wieder erklärt, es sei doch absurd, den Juden sowohl die Unterstützung des Kommunismus als auch der Weltkapitalistischen Finanzpolitik zuzuschreiben. Selbst aber, wenn auch hier Kon­kurrenzstreitigkeiten angenommen werden kön­nen, so haben die letzten Tags allen noch auf­nahmefähigen Teutschen und Ausländern die gesamte alljüdische Einheitsfront gegen den deutschen Gedanken, ja gegen unser primitivstes Selbstbehauptungsrecht eindeutig erwiesen. Die freche Anmaßung der KPD., einen vor ihrer Propagandazentrale gelegenen Matz einfach als ihr Eigentum zu reklamieren und einen natio­nalsozialistischen Aufmarsch zwecks Besuch eiües gleich daneben liegenden Kirchhofs als Provo­kation hinzustellen, wurde einmütig von der gesamten'jüdischen Presse Deutschlands aufge­nommen und dem Staat die glatte Unterwer­fung unter das Diktat, unter die Blutdrohun­gen des Kommunismus zugemutet. Im ande­ren Fall wurde Chaos und Mord als ganz natürliches Ergebnis vorausgesagt.

Voll Freude über das gelungene Zusammen- fpiel zitierte die Presse des Bolschewismus als Meinung auch des „fortgeschrittenen Bür­gertums" alle Organe der jüdischen Hochfinanz. So das „Berliner Tageblatt", das über „abso­lute Einseitigkeit" zeterte, und seinen Chef Theodor Wolfs, der unsere Feier als »offen­kundige Provokation der Arbeiterbevülkerung" hinzustellen sich erdreistete. Wir erinnern uns dabei eines Artikels der gleichen Zeitung, an­läßlich eines Jahrestages der Roten Armee in Moskau, als Trotzkl noch Chef dieser Organi­sation war und Zehntauscnde von National- russen hatte hinrichten lassen. Da feierte das „B. T." das patriarchalische (!) Aussehen der Führerloge und jubilierte, daß die Bolschewi­ken später die Bürger Moskaus „wie Haus­tiere" „in die Luft" geworfen hätten. Nach ähnlicher Behandlung deutscher Nationaler hat­ten die „Patriarchen" in Berlin offenbar eben­solche Sehnsucht, als sie die KPD mit allen Mitteln gegen uns hetzten, so daß Th. Wolfs es als „zufällig" bezeichnete, falls kein Blut fließen würde.

Neben dem „B. T." zitierte die KBD Volt Wonne Las „8-Uhr-Abendblatt", die „Morgen- post", die ^Berliner Dolkszeitung", den „Ber­liner Börsen-Courier" usw. Also die Groß- kapitalisten Masse nnd Ullstein. Das ge­meinsame Interesse war offenbar unter der Herrschaft des Dr. Bernhard Weiß als ge-

Er war von Rößner durch drei Stiche verletzt worden, und zwar hatte er einen Stich ins Herz, einen zweit«« am.Kinn erhalten, während durch einen dritten Stich der Unterleib vollkommen auf­geschnitten wurde. Hohmann konnte noch ein letz­tes Gebet stammeln, dann verschied er.

Der so feige Ermordete ist der einzige Sohn eines kleinen Bauern. Ueber die Beweggrund« zur Tat konnte bisher noch nichts Näheres fest­gestellt werden, da die Polizei das Verhör des Mörders noch nicht abgeschlossen hat und er jede nähere Auskunft verweigert.

Der Mord, der in einer rein katholischen Ge­gend erfolgt ist, hat in allen Kreisen das grösste Aufsehen erregt, umsomehr, als es sich bei dem Ermordeten um einen SA.-Mann und bei dem Mörder um einen Zentrumsangehörigen handelt,