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Berlin, 23. Jan. (Drahtber. «. Berl. Schrift!.)
„Rotes Berlin, wehr« Dich!" so brüllten die Dommunistischen Hetzer, Äs die Absicht der Nationalsozialisten, dem ermordeten Horst Nessel ein strabmal zu fetzen, bekannt wurde. Millionen Übelster Hetzflugblätter flatterten in die Häuser, ßpÄtenlcmg standen Mordanfforderungen in der jüdischen Presse, seitenlang entwickelte der Schreiberling dSr bürgerlichen Redaktion feine Theorie des einerseits-andererseits.
Die Feier für den ermordete« Kameraden wurde von den Gegnern der deutschen Freiheitsbewegung zu einem Fall von unerhörter Bedeutung gestempelt, wurde willkürlich zu einer Kraftprobe gemacht zwischen den aufbauenden Kräften des deutschen Volkes und dem roten volkSzer- PSrerischen Marxismus.
Me Hetze, alle Lügen, alle Verleumdungen, alle Verdächtigungen, alle Beeinflussungsversuche wa- ren vergebens.
Das deutsche Berlin erkämpfte sich sein Recht, erkämpfte sich die Feier für Horst Nestel, erkämpfte sich den Aufmarsch, die Frontstellung gegen das Karl-Liebknecht-Haus, de» Sitz der deutschen Sektion der Kommunistischen Internationale.
Wir hatten den Behördenstellen deutlich genug zu verstehen gegeben, daß wir es keinesfalls dulden würden, wenn, gleichwie aus welchen Rücksichten, unser Recht auf freie Meinungsäußerung beschnitten werden sollte. Die südische Presse schrie von Provokation und sie meinte damit die Demonstration deutscher Menschen in dem deutschen Berlin für Deutschland. Es ist herrlich weit gekommen, daß es eine Provokation in den Augen der sogenannten „großen Presse" ist, wenn fange deutsche Menschen durch die Straßen der Stadt marschieren. Für einen Deutschen kann nur das eine Provokation fein, was unireutsch ist Für einen Deutschen ist es eine Provokation, daß an einem Platz der Reichshaoptstadt die Zentralstelle des roten Untermenschentnms ihren Sitz hak, daß an einem deutschen Platz die Bestien fitzen, die namenloses Leid und namenloses Unglück über unser Volk gebracht haben und die» wenn es nach ihren Wünschen ginge, schon längst unser Vaterland mit Mord und Brand überzogen hätten.
Aus allen Stadtteilen hatten sie die roten Mordkommcmdos aufgeboten, um gewaltsam den Aufmarsch der SA. zu verhindern. Es hätte der Polizei nicht bedurft, um diesen Aufmarsch zu sichern. Deutsche ArbeitersSuste hätten das internationale Gesinde! schnell genug in die Löcher zurückgetrieben.
Aus allen Stadtteilen zogen die endlosen braunen Kolonnen mit klingendem Spiel heran. In den Seitenstraßen standen sie, die Hetzer und die Verhetzten, in ohnmächtiger Wut geiferten sie die Sturmsoldaten der deutschen Freihat an. Aber sie wagten es Ächt, gegen die marschierenden Kolonnen vorzugehen.
Nur da, wo 2, 3 SA-Männer dem Sammelplatz ihres Sturmes zueilten, da brach aus irgendeiner dunklen Gasse eine Horde vertierter Gesellen. Da blitzten die Messer, da fausten die Bleiknüppel, da knallte es irgendwo feige und hinterlistig aus dem Versteck.
Aus dem Bahnhof Alexanderplatz kamen fast mnmterbrochen kleinere Trupps von National
sozialisten an, um sich zu ihren Sammelplätzen zu begeben. Sie wurden von Tausenden von Kommunisten empfangen, die Schmäh- und Niederrufe ausftießen und auf die Nationalsozialisten einschlugen. Die Polizei räumte schließlich gegen 13 Uhr den Alexanderplatz vollständig.
„Berlin bleibt rot", gröhlten sie im Sprechchor, aber das rote Berlin, das zeigte in den Straßen wo die SA. marschierte, die Fahne der deutschen Zukunft, die rote Fahne mit dem weißen Feld und dem schwarzen Hakenkreuz. An jenem BL- kowplatz, den die Moskauer Fremdenlegionäre für sich beanspruchten, wehten aus deu Fenstern der Arbefterwohnungen die Fahnen des deutschen So- ziakismus. 10 Meter vom Kark-Liebknecht-HauS entfernt bekannte« sich die Arbeiter zur deutschen Freiheit und z«r sozialen Gerechtigkeit.
Sternförmig marschierte die SA. auf dem Bü- lowplatz auf. Immer dichter kamen die Kolonnen angerückt, immer mehr quollen aus den Straßen- schluchten auf den weißen Platz. Standarte für Standarte, Sturm für Sturm zog herbei und nahm mit der Front zum Karl-Liebknecht-Haus Aufstellung.
Die ersten Züge der SA trafen um 14 Uhr auf dem Bülowplatz ein. Trotz aller Störungsversuche hatten sie ihren Marsch durch die Stadt in der vorgesehenen Zeit durchgeführt. Die kommunistischen Mitläufer der Züge wurden durch die Polizei wiederholt abgekämmt, wobei häufig vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden
mußte. Die Menschenmengen in den Anmarsch- straßen und den Seitenstraßen beliefen sich auf viele Zehntausende.
Kurz nach 14 Uhr mutzte die Polizei an der Gormamlstraßs gegen eine sie bedrohende Menschenmenge von der Schußwaffe Gebrauch machen. Bei dem Zusammenstoß wurde der Oberwachtmeister Heise vom Revier 87, der sich in Zivil befand, schwer verletzt. Er erhielt zwei Lungenstrche und einen Stich in den Kopf. Der Beamte gab auf die ihn bedrängende Menschenmenge acht Schüsse ab, ohne jedoch jemand zu verletzen. Dann wurde ihm die Pistole entwunden. Der Schwerverletzte ist in die Universitätsklinik gebracht worden. Zwei bei dem Zusammenstoß anscheinend schwer verletzte Zivilpersonen find von ihren Anhängern fortgebracht worden.
Am Weidenweg wurde von den Kommunisten «in Eimer Petroleum auf die Straße gegossen und angezündet, um die Nationalsozialisten beim Weitermarsch zn behindern.
In der Ackerstraße wurde eine Anzahl großer Müllkästen auf die Straße geworfen. -
Die Zahl der Verletzten belief sich bis gegen 14 Uhr auf etwa 30.
Bedrohlich gestaltete sich die Lage vorüber, gehend am Richard-Platz in Neukolln und am Görlitzsr Bahnhof. Hier gab es eine größere Anzahl von Verletzten. In der Grünauerstraße hatten Kommunisten mit Petroleum iibergossene Matratzen angezündet, die jedoch erst in Flammen aufgingen, als der Zug der Nationalsozialisten bereits vorüber war.
Gegen 14.15 Uhr marschierte die SS auf. Insgesamt standen etwa
An der einen Seite trägt der Stein den Namen, das Geburts- und Sterbedatmn Horst Nessels und die Inschrift: „Die Fahne hoch". Auf der anderen Echte zeigt der Mein die Inschriften „Pfarrer Ludwig Messe! und Werner Weffsl."
Die Gestalten der SA-Männer strafften sich. Deutsche Arbeitevfäuste rissen die Fahnen empor. „Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen. Der Wind lieh die Fahnen über dem Grabe unseres Horst Wessvl flattern. Bis weit hinein in die Stadt pflanzte sich das Lied fort. Bios weit hinein Rang es „Kameraden, die Rot-Front und Reaktion erschossen, marschieren tm Geist in unseren Reihen mit".
Kränze über Kränze hausten sich um das schlichte Grabmal.
Noch einmal sprach der Pfarrer und gab all' dem Sehnen, dem Hoffen des jungen Deutschland Ausdruck.
Herzliche Worte fand der Vertreter der Stu- denten-Verbindung, deren Band Horst Messe! einst getragen hatte. Für den deutschen Studenten sprach dieser Mann, von dem Leben und Wirken des Werkstudenten Horst Wessvl, von seinem Kampf und seinem Leben und seinem Tod. Wenn heute der erdrückende Teil der deutschen Studentenschaft wieder deutsch empfinde, so sei das nicht zuletzt ein Erfolg des Kampfes der beiden Bruder Wessel, die dazu beigetragen'hätten, Klassenkampf und Standesdünkel im deutschen Volke zn beseitigen und das Gefühl der Verbundenheit zwischen Akademiker und Arbeiter, zwischen Bauer und Handwerker Zu erwecken.
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Der Winterabend begann sich bereits über die Stadt zn senken, als die Kolonnen der SA, SS und Hitler-Jugend vom Bülowplatz zum Friedhof zogen, um an dem Grabmal vorbei zu defilieren. Stunden um Stunden zogen die braunen Kolonnen mit zum Gruß erhobenem Arm am Grabe vorüber.
Kaum hatte die SA die Tore des Fried-Hofes hinter sich, als schon wieder die rote Meute geifernd aus den Seitenstraßen hervorbrach. In eiserner Disziplin marschierten unsere kampferprobten SA-Männer, trotzig schallten die Kampseslieder der nationalsozialistischen Bewegung und übertönten das sinnlose Wutgekeij der Moskauer Fremdenlegionäre.
Mit geballten Fäusten marschierte die SA durch die Straßen, keine noch so plumpe Provokation konnte die Geschlossenheit der SA zerbrechen. Hätte man die Polizei nicht zum Schutze des kommunistischen Pöbels aufgeboten gehabt, dann wäre den Burschen diesmal eine Lektion erteilt worden, daß es ihnen ein für alle Mal vergangen wäre, im Auftrag einer fremden Macht deutsche Arbeiter und deutsche Sozialisten anzugreifen.
Im Anschluß daran fand vom BnlowplaH aus ein Vorbeimarsch der SA. vor dem Stabschef Hauptmann Rohm statt. Dep Abmarsch vollzog sich in voller Ordnung, Kr^uz' und quer durch ganz Berlin ging der Marsch unserer SÄ. Nirgends war davon die Rede, baß der Marsch gewaltsam verhindert werden sollte. An keiner Stelle wagte man es, ernsthaft eine Sprengung des Zuges zu versuchen und kleine Ansätze, dies zn tun scheiterten. Deutsche Arbeite«,
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Vom Bülowplatz aus erfolgte dann der Weitermarsch zum Fvisdho-f.
Bei leichtem Schneefall marschierten die SA- Abteilungen auf, deren Fahnenabordnungen hinter dem geschmückten Grabhügel Horst Nessels Aufstellung nahmen. Der Gedenkstein war verhüllt. Neben dem Grab hatte der 5. Sturm der Berliner SA, dessen Fübrer Horst Messe! war, mit umflorten Fahnen und Standarten Aufstellung genommen. Um 14.15 Uhr traf Hitler am Grabe ein. Neben ihm sah man u. a. den Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, die obersten SA- und SS-Führer Rohm und Himmler» den Prinzen August Wilhelm und General Evp.
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Dann sprach der Führer. Atemlos standen die Tausende. Er sprach von Horst Wessvl, von dem Menschen, der heute schon eine mythische Figur güvorden ist. Er sprach von dem Freiheits'sSnger der gewaltigsten Bewegung der deutschen Nation. Er sprach von dem Lied, das er uns geschenkt hat und das doppelt gebürgt ist, woll sein Sänger zugleich Blutzeuge der Idee wurde. Leuchtendes Beispiel sei heute der Sturmführer Horst Wessel für Tausende und für Millionen. Horst Wessel selbst hat sich ein Denkmal gesetzt, das ewiger sein wird, als Stein, denn dieses Denkmal wivd leben, solange es noch Menschen jn Deutschland gibt, die deutsch fühlen.
Die Fenster der an den Friedhof grenzenden Häuser waren dicht belagert. Aus den Dächern sah man Schutzpolizisten, die mit Ferngläsern die gegenüberliegenden Häuser beobachteten. Als gegen 14.30 Uhr die Mutter und Schwester Horst Wessols erschienen waren, begann die Feier mit einem Musikvortrag. Hierauf hielt ein befreundeter Geistlicher der Familie — Wesssels Vater, der dicht neben seinem Sohn begraben liegt, war Geistlicher in Berlin — eine Ansprache, der er das Bibelwort zugrunde legte: „Niemand hat größere Liebe» denn die, daß er sein Lehen läßt für seine Freunde".
Es ist keine Jett zum Klagen. Wir wollen dieses gewaltige Lied des gemeuchelten Kameraden in feiner ganzen Größe cn-me'imen.
Wir wollen seinem Liebe nacheifern, bis die große Stunde kommt, bis Deutschland frei ist.
Wir wollen das Gelöbnis erneuern, st, wie die Toten, die hier ruhen, uns einzusetzen, zu kämpfen für unsere Heimat und für unser Volk. Horst Wesssls Name wird leben, solange die Fahne der deutschen Freiheit steht.
Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurde der Gedenkstein enthüllt. Es ist ein etwa 50 Zentimeter hoher Granit- würfel, auf dem ein in Bronze gearbeiteter Lorbeerkranz und eine gesenkte Fahne ruhen.