Ausgabe 
(16.1.1933) Nr. 13
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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vis Sswsgung wie^ei* im ^ulslisg!

vss i,ügvngvbSu6s vom Vvnfs» rlsn dI8v^. rs^soklsgsn

Viv Essinnung msvM ss

Die innerpolitische Entwicklung der letzten Wochen schien die NSDAP. in eine gewisse Ver­teidigungsstellung abgedrängt zu haben und die gegnerische Presse ließ es nicht an Bemerkungen über den nun einsetzenden Zerfall der deutschen Freiheitsbewegung fehlen. Jedes ausgetretene Mitglied der Partei, jeder ausgeschlossene SA.- Mann fand seine Bewunderer in der gesamten mchtnationalsozialistischen Presse und man pro­phezeite uns zum mindesten eine Spaltung, wenn nicht den völligen Zusammcnbruch unserer Be­wegung.

Nur wer aus tiefster innerer Ueberzeugung weiß, daß in der Politik genau wie in der Wirt­schaft nicht der Politische Tageserfolg, sondern die Stärke des Charakters und die Reinheit der Ge­sinnung entscheidet, der wußte, daß die deutsche Freiheitsbewegung diese vorübergehenden Hem­mungen im entscheidenden Augenblick überwinden und mit der alten Stoßkraft zu neuem Siege Vor­dringen würde.

Eine Sandtagswahl ist gerade kein günstiges Barometer, denn man muß einmal mit der schwächeren Wahlbeteiligung und zum anderen mit der Betonung lokaler Wünsche und Interessen rechnen, die unter Umständen gerade großen Par­teien erheblichen Abbruch tun. Nachdem die NSDAP. bei der letzten Reichstagswahl im Lippe- schen Wahlgebiet 33000 Stinimcn erzielt hatte, konnte man mit Sicherheit nur damit rechnen, diese Stimmenzahl zu halten. Schon das wäre ein Sieg unserer Bewegung gewesen, schon das hätte das ganze Lügengebäude unserer Gegner zum Einsturz gebracht. Aber nicht umsonst hat unser Führer sich rückhaltlos in diesem Wahlkampt ein­gesetzt, hat die gesamte nationalsozialistische Presse Deutschlands den Kampf unserer Parteigenossen in Lippe unterstützt. Mit einem LOprozeutigen Stimmengewinn gegenüber der letzten Rsichstags- wahl übernimmt die NSDAP. die Führung in Lippe, nachdem 14 Jahre hindurch ein sozial- demokratlscher Landespräsident sich mit bürger­licher Unterstützung am Ruder gehalten hatte.

Ueber diesen örtlichen Sieg hinaus kommt dem Wahlergebnis eine große politische Bedeutung zu, die nicht nur in dem zwar wichtigen aber doch zunächst negativem Erfolge liegt, die gegnerische Presse in ihrer Spaltungs- und Lähmungstaktik geschlagen zu haben. Selbst der Einwand, daß unser Wahlsieg nur durch den gesamten Einsatz unserer Organisation aus kleinstem Raum erzielt werden konnte, zieht nicht, denn am gleichen Sonn­tag wurde in der Zentrumshochburg Brüsl in der Rheinprovinz gewählt und hier beträgt der Stim­mengewinn der NSDAP. gegenüber der letzten Keichstagswahl 30 Prozent, während die SPD. säst den gleichen Prozentsatz verliert.

Damit ist für die Berliner Verhandlungen der kommenden Woche einwandfrei erwiesen, daß sich die deutsche Freiheitsbewegung in einer außer­ordentlich günstigen Position befindet und Neu­wahlen keineswegs zu befürchten hat. Das ist auch der Eindruck, den man in Berlin von diesem Wahlergebnis hat, verstärkt durch die pcinvolle Tatsache, daß die Dentschnationalen vernichtend geschlagen wurden, und das in der Wahlheimat ihres Führers Hugenberg!

Da mag man in Berlin vor und hinter den Ku­lissen kombinieren, da mag man Minister aus­tauschen und mit Schubladen-Notverordnungen drohen, mit diesen Mitteln und Mittelchen kann Deutschlands Not nicht gewendet werden. Unser Führer aber wird die von ihm geschaffene Be­wegung nicht in die Katastrophen-Politik der an­deren hinemreißen lassen, sondern wird wie seit einem Jahr auf seiner Forderung beharren: Ganze Arbeit und ganze Verant­wortung!

Unsvi* Wakisisg in i-ipps

Voi'iZukigss Qsssmtsi'gsbnis

Detmold, 13. Januar. Nach dem vorläufigen amtlichen Gesamtergebnis wurden von 120 593 Wahlberechtigten 98 451 Stimmen abgegeben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 81,7 v. tz. Es erhielten:

Parteien:

Stimmen:

(V.H.)

6.11.32.

(v.tz.)

Mandate (1929)

NSDAP

38844

(39.6)

33 038

(34.7)

9

(-)

SPD

29 735

(30 )

25 782

(27.1)

7

(9)

DVP

4 352

(4.4)

3 628

(3.8)

1

(3)

DNVP

5 923

(6,1)

9414

(9.9)

1

(3)

Landvolk

700

(0.7)

510

(0.5)

—

(2)

KPD

11026

(11.1)

!4 601

(15.4)

2

( 1)

Staatspartei

830

(0,8)

558

(0.6)

—

(1)

Kath. Bolksvertr.

2 531

(2.7)

2 459

(2,6)

—

(-)

Ev. Volksdienst

4 510

(4.6)

4 079

( 4.3)

1

(-)

Damit ist die bisherige sozialdemokratische Mehrheit, gestützt durch einen Volks- rechtsparteiler und einen Staatsparteiler endgültig gebrochen. Die NSDAP hält auch hier das Heft in der Hand.

Die Schlagkraft der Bewegung ist wiederher­gestellt. vieles Allzuviele ist oder wird noch ver­schwinden, dre letzten Zweifler sind verstummt. An eins wird es nun liegen, kraft unserer Ge­sinnung und unserer Opferbereitschaft den: Führer die Gefolgschaft zur Verfügung zustellen, die für den Endkampf erforderlich sein wird.

—art.

Viutigs ^wisekenksiis

Der Verlauf der Landtagswahlen Detmold, 15. Januar. (Eigener Bericht). Nachdem schon während des Wahlkampfes dank der bisherigen sozialdemokratischen Re­gierung marxistische Ueber'älle auf National­sozialisten an der Tagesordnung waren, ist es auch am Wahlsonntag zu mehreren blu­tigen Ueberfällen gekommen. So überfielen

in Brake bei Lemgo Reichsbannerleute Na­tionalsozialisten, wobei auch Schüsse fielen. Drei Reichsbannerleute und ein National­sozialist wurden verletzt. In Bad Salzuflen überfielen Kommunisten Nationalsozialisten, wobei zwei der Unsrigen verletzt wurden. Ein Kommunist schoß sich selbst in den Dau­men. Die Polizei nahm 30 Zwangsgestel­lungen vor.

Wuppertal, 15. Januar. Hier kam es zu einem schweren und blutigen Ueberfall von 400 Kommunisten auf etwa 150 National­sozialisten. 15 Schüsse wurden abgegeben, worauf die Polizei eingrisf und mit Schreck­schüssen die Kommunisten in die Flucht jagte. Ein 17jähriges Mädchen wurde schwer ver­letzt mit einem Schutz in den Hinterkopf in das Krankenhaus gebracht. Zahlreiche Personen wurden leicht verletzt.

vsi' neue ^ngi'iK beginnt

Vis Ksiekspi'sssesreiis lien DE8V/^. rum V^ski-

si>gsdnis in i,ipps

Weimar, 1«. Januar. Zum Ergebnis der Wahlen in Lippe schreibt die Reichspresscstelle der NSDAP.:

„Der heutige Wahlsieg der NSDAP. in Lippe kann in seiner politischen Bedeutung als Grad­messer für die allgemeine Stimmung im Volke nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er widerlegt nicht nur in überzeugender Weise die gegnerischen Behauptungen von einem Rückgang der national­sozialistischen Bewegung, sondern ist auch der durch nichts mehr abzuleugnende Beweis dafür, daß die Stagnation der NSDAP. völlig überwunden ist und daß eine neue Aufwärts­entwicklung nunmehr begonnen hat. Die national­sozialistische Welle steigt wieder. Die NSDAP. ist aus der Verteidigung wieder zum siegreichen Angriff übergegangen.

Das ist die zwingende politische Schlußfolgerung dieser Wahl, der sich niemand entziehen kann. Aller politischen Hetze, allen Lügen seiner

Gegner und allen Gewalten zum Trotz hat der Nationalsozialismus seinen Siegeszug aufs neue angetreten, als wohlverdientes Er­gebnis unerhörter Standhastigkeit, nicht zu erschütternder Treue und nicht erlahmen­den Angriffsgeistes. Die nationalsozialistischen Kämpfer in Lippe haben der ganzen Bewegung ein leuchtendes Beispiel gegeben, was nationalsozialisti­scher Wille zu leisten vermag.

Die nächsten Wochen und Monate werden ganz Deutschland im Zeichen dieses neuen Erwachens und verstärkten Kampswiklens sehen» der die Bewe­gung gegenüber dem Zusammenbrechen der anderen wie eine Sturmflut weitertragen wird, bis ihre Gegner am Boden liegen, oder der NSDAP. die führende politische Stellung eingeräumt wird, aus die sie einen Anspruch hat. Für faule Kompromisse, die der Stärke und Bedeutung der national­sozialistischen Bewegung nicht entsprechen, ist nach dieser Wahl sür die NSDAP. weniger Zeit denn je.

Unssi* Ksmpf um vsnrig

Bon Arthur Karl Greiser,

Mitgslisd des Danziger Bolkstages Deutschnationale „Sozialpolitik" — Lehrlinge in der Verständigungspolitik — Wir schlagen Ziehm wie Schleicher.

Wir Nationalsozialisten gingen 1930 mir eine, Mitglisderstärke von rund 600 Parteigenossen und zwei oder drei Ortsgruppen im ge naue» Freiftaatgebiet in den Wahlkampf und konnten trotz dieser mangelhafte» Organisation unter dem beispiellosen opferfreudigen Einsatz jedes einzelnen aas Anhieb 12 Abgeordnete von <2 in der Gesamtzahl in den nsugewählten Volts­tag schicken. Wir waren damit die stärkste anti- marxistische Fraktion geworden. Die Bereit­willigkeit zur Bildung einer antimarxistrichen Regierung wurve von den Teutschnationale», dem Zentrum und dem sogenannten Block le, nationalen Sammlung erklärt, einem Jutev- essentenhaufen, der sich aus 6 oder 7 Mittel­parteien unter diesem großtönenden Namen zu­sammengeschlossen hatte, um Fraktionsstärke zu erlangen. An uns Nationalsozialisten !rm, es nun, in diese neuzubildende Regierung selbst einzutreten oder aber durch Tolerierung diese» bürgerlichen Minderheitsregierung, die Mög­lichkeit der Bildung einer Linksregierung von Sozialdsmokraten, Zentrum und Mittelpar- teien zu verhindern. In wohtzoerser Absicht taten wir das letztere. Wir entschlossen uns zni Unterstützung der bürgerlichen Minderheitsre- gierung unter Führung des deutschnationalen Sonatspräsidenten Dr. Ziehm, um einmal die Taten dieser Regierung abzuwarten und ,un nach Möglichkeit einen Einfluß aus diese Ta­ten auszuüben. Vom Januar 1931 bis znm September 1932 haben wir die Regierung Ziehm unterstützt. Es hat des öfteren eines sehr ener­gischen Einsatzes der gesamten Partei bedurft, um die reaktionäre Gedankenwelt dieser unter deutschnationaler Führung stehenden Regierung wieder in die soziale Wirklichkeit zurückzurufen, es hat Kämpfe über Kämpfe gegeben, wenn deutschnationale Postenjäger die Aufrechterhal­tung des finanziellen Ausgleichs immer wieder dadurch herbeiführen wollten, daß sie auf der einen Seite die Bezüge der Beamten, Ange­stellten und Erwerbslosen kürzten und die Not­verordnungen des Herrn Brüning seligen An­gedenkens treu und brav übernehmen wollten^ es hat sogar der Drohung einer Entziehung der weiteren Unterstützung gegenüber der Re­gierung bedurft, um immer wieder die unnötige Beförderung von höheren Beamten zu ver­hindern.

Eines Tages wurden uns die Dinge denn doch zu bunt. Man brachte im Sommer vorigen Jahres Notverordnungen heraus, ohne uns zp fragen, mit dem Ziele weitere Ersparnisse durch die Kürzung der Unterstützungssätze sür die Erwerbslosen zu machen. Zu gleicher ileit, als man diese Verordnung gegen unseren Wil­len herausbrachte, führte mau trotz unserer Warnungen und gegen unseren ausdrücklicher, Willen in Abwesenheit deS Präsidenten Dr. Ziehm einen Senatsbeschluß herbei zur wei­teren Beförderung einiger Dutzend meist höherer Beamter. Ein typisches Beispiel sür deutsch­nationale Auflassung der sozialen Not im Volke. Die Regieruirgsknnst des dentschnatio­nalen Senators für die Landwirtschaft bestand darin, alle vernünftigen Borschlage des „Taw ziger Lauisbuudes", also der Bernssvertretiiitzg der Danziger Landwirtschaft, der unter der Führung des Pg. Dr. Nanschning steht, immer wieder abzulehnen, und gerade diejenigen Vor« schlüge, die eine wirkliche Hiise und Rettung für die noch schwerer als die deutsche LaiM- wirticbaft um ihre Eriftenz ringende Dcrnzigq