Ausgabe 
(14.1.1933) Nr. 12
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VR-Führer Stenzel seinen schweren Verletzungen erlegen.

Berlin, 14. Januar.

An den Folgen eines schweren Rotrnord- Lberfalles starb Freitag früh im Gertra«- den-Krankenhaus der SA-Scharführer Erich Stenzel.

Ueber die ruchlose Tat, die den Tod un­seres jungen Parteigenossen zur Folge hatte, erfahren wir noch folgende Einzelheiten r

Am Nachmittag des 5. Januar befand sich Erich Stenzel anf dem Wege zu feiner Wohnung in der Detmolder Straße. Seine Frau begleitete ihn, die einen Kinderwagen mit dem neun Monate alten Töchterchen bor sich herschob. Erich Stenzel wollte nur noch seine Frau und sein Kind nach Hause bringen, um anschließend zu der an diesem Nachmittag stattfiirLenden Kundgebung auf dem Wrttenbergplatz zu gehen. Er hatte sich seine Uniform bereits angezogen.

Als er mit seiner Frau in der Detmolder Straße an einem Lieferwagen vorbeikam, der dicht an der Bordschwelle hielt, wurde der Schlag des Wagens aufgerissen und der Beifahrer, der neben dem Chauffeur saß, pöbelte den SA-Mann Stenzel auf unflä­tige Weise an. Stenzel verwahrte sich ge­gen die Beleidigungen, ging dann aber ruhig seines Weges weiter. Als er mit feiner Frau vor seiner Wohnungstür angekommen war, und seine Frau sich rückwärts an die Haustür lehnte, um mit dem Kinderwagen hineinzufahren, sah sie plötzlich, wie der feige Täter, der mit seinem Auto gefolgt war, auf Stenzel zustürzte, und ihuk mit einem schweren Steckschlüssel mitten ins Gesicht schlug. Stenzel brach zusammen und verlor das Bewußtsein.

Kameraden und Bekannte veranlaßten, daß er ins nahe gelegene Krankenhaus St. Gertrauden gebracht wurde. Im Kranken­haus wurden die Verletzungen untersucht und zunächst konnte nichts Besorginserregerv- des festgestellt werden. Erich Stenzel er­langte auch bald darauf das Bewußtsein wieder und man hoffte allgemein, daß er das Krankenhaus bald würde verlassen können.

Am S. Tage seines Krankeuhausaufent- haltes trat plötzlich eine Verschlimmerung seines Zustandes ein. Er litt unter furcht­baren Schmerzen und verlor schließlich wie­der das Bewußtsein, bis ihn heute früh um 12.30 Uhr fast »»merklich der Tod ereilte.

Die Verletzungen, die äußerlich fast harm­los erschienen, waren doch sehr schwer ge­wesen. Der Schlag, den der rohe Täter mit dem Steckschlüssel geführt hatte, muß mit großer Gewalt ausgeführt worden sein. Zum Tode hat schließlich eine eitrige Ge­hirnhautentzündung geführt, die dadurch entstanden war, daß Stenzel infolge des Schlages einen Gesichtsschädelbruch davon­getragen hatte. Dadurch war es möglich, daß Infektionsträger, die sich, wie uns von ärztlicher Seite versichert wird, besonders oft in der Nasenhöhle aufhalten, in die Ge­hirnhaut eindringen konnten.

Kokmoprß in Lsssn

Essen, 14. Januar. (Eig. Drahtbericht.) Slm Spätnachmittag des Mittwoch wurde ein SA-Mann, der in der Mathiasstraße Flugblätter verteilte, von einer Gruppe Kommunisten überfallen. Der zufällig vor­beikommende SA-Mann Dauder kam sei­nem Kameraden zu Hilfe. Die roten Ban­diten fielen über Dauder her, schlugen ihn mit einer Eisenstange nieder und stachen auf den am Boden Liegenden mit Messern ein. Mit einem schweren Messerstich im Rücken «nd schweren Kopfverletzungen mußte Da«- ster in das Krankenbaus ««krackt werden.

Gasleitung Westsalen-Rord erklärt:

Berlin, 14. Jan.

Ein gewisser Dr. Fährmann, der vor einiger Zeit das Amt des Bezirksleiters für Lippe in der Par­tei innehatte, hat gestern, wie schon gemeldet, mit einem phrasenreicheu Schreiben, das in derLippi- schen Landeszeitnng" veröffentlicht wurde, seinen Austritt aus der Partei erklärt.

Der Gauleiter für Westfalen-Nord, Reichstags- abgeordnete Pg. Dr. Meyer, hat jetzt zu diesem Schreiben des Dr. Fuhrmann eine Erklärung ab­gegeben, in der es n. a. heißt:

Wir find es gewohnt, daß politisch gestrandete Zeitgenossen und brüchige Charaktere in dem Au­genblick, in dem die NSDAP. ihnen keine Hoff­nungen mehr läßt, an das Ziel ihres Persön­lichen Ehrgeizes durch die Partei zu gelangen, nachträglich nochweltanschauliche Gründe" für ihr Ausscheiden aus der Bewegung entdecken um damit ihren politischen Schiffbruch vor der Öffentlichkeit zu verdecken.

Drahtbericht unseres an der Wahlsahrt Adolf

Hitlers teilnehmenden Sonderberichterstatters.

Detmold, 13. Januar. Die letzten grandiosen Kundgebungen des Landtagswahlkampfes im Freistaat Lippe liegen hinter uns. Der Aus- klang: Bad Salzuflen. Vor den Wahlen noch ein heißer Tag. In allen Städten und Flecken des Hermannslandes, in BarntruP und Blom- berg sprach der Führer, in anderen Kundgebungen sprachen unsere Reichsredner.

Am Sonntag geht nun das Lippesche Volk an die Wahlurne. Es ist der Sonntag der Reife­prüfung. Arbeiter und Bauern, Bürger und Er­werbslose, Männer und Frauen haben wieder einmal über das Schicksal ihrer Heimat, über das Land, in dem sie wohnen und von dem sie leb«: sollen zu entscheiden. Wir haben in unseren Ver­sammlungen versucht, das Lippesche Volk zum Erwachen zu. bringen. Wir haben uns nicht mit kleinlichen Anwürfen und widrigen Hetzen auf­gehalten, soviel Angriffsflächen auch dieser Wahl­kampf mit seinen Schikanen und feinem bluti­gen Terror bot, sondern wir haben im Sinne der von uns erstrebten Volksgemeinschaft alle unsere Kraft aus das eine Ziel, der Volkserhebung, ge­richtet. Deshalb ist diese Wahl mehr als eine StinmMttelcrbgabe: fie ist ein Prüfstein, wie weit die ernsten Menschen des Lipper Landes uns zu folgen verstanden.

Hier geht es nicht um einige Sitze im Lippe- schen Landtag, wenn auch das rote System, das 14 Jahre laug Herr sein durfte, gebrochen werden muß, sondern jetzt hat das Land die Wahl zwischen Offenbarungseid und Gerichtsvollzieher auf der einen Seite, oder einem langsamen, sicheren Auf­stieg auf der anderen. So halten wir am Sonn­tag die Fahne empor, es muß uns gelingen. Denn was wir wollen ist gut, wollen wir doch nur eines: Besinnung, Rückgrat und Bekenner- nrut.

In den letzten Versammlungen entstand noch einmal das Bild der unsäglichen Zerrissenheit. Die überfüllten Säle und Zelte, die lauschenden Menschen in diesen wußten, daß hier ein Mann um die Wiederauferstehung des kleinen Landes kämpfte, der immer wieder unermüdlich von Stadt zu Stadt, von Flecken zu Flecken hinein in das Volk aina.

Dr. Fohrmann ist wegen Unfähigkeit seines Amtes als Bezirkskeiter enthoben worden. Wenn er sich aus Gregor Straßer beruft, so stellen wir fest, daß gerade der Reichsorganisationsleiter Straßer es gewesen ist, der die Absetzung Fähr­manns sanktionierte.

Dr. Fohrmanns Hoffnungen auf Reichstags­mandat waren dadurch hinfällig und auch für ein Landtagsmandat kam er rächt in Frage. Damit hat für Erscheinungen wie Dr. Fohrmann, die na­tionalsozialistische Freiheitsbewegung offenbar ihren Reiz verloren.

Er wird damit ein allerdings denkbar unge­eignetes Instrument der politischen Gegner der NSDAP., die sich über die Bedeutung dieses Her­ren kernen Augenblick im Zweifel find, aber sich feiner zu ihren Zwecken bedienen urrd dieser Sache «ine politische Bedeutung geben, die sie keines­wegs hat."

Der Versuch der Sanierung der deutschen Wirtschaft durch die Regierung Schleicher ist ge­scheitert, bevor er überhaupt noch begonnen hat. Regierung und Volk mühen organisch miteinan­der verbunden sein, sonst hängt die Regierung im luftleeren Raum und ist schließlich nur noch für sich selbst da. Ich bin gegen eine Welt von Vor­urteilen angegangen und habe am Ende recht be­halten. Ich bi« ins Volk hineingegangen und habe zu arbeiten begonnen, statt an die bestenhen- den Parteiköpfe heranzukriechen und an die Fut­terkrippen zu gehen. Lüge um Lüge haben sie uns angeworfen, aber am Ende habe ich doch schon aus K Menschen 12 Millionen zusammen­gebracht.

In meinem 14jährigcn Kampfe ist immer wie­der, wenn der Druck der Gegner besonders schwer war, ein wenig Treibholz abgeschwommen. Aber immer wieder habe ich dafür bessere Menschen wiederbekommen. Sie haben uns oft genug ge­fragt, warum wir nicht in die Regierung hinein­gehen wollten. Aber wer sagt ihnen denn das? Natürlich wollen wir in die Regierung, aber wenn wir eine Regierung hineingehen, dann nur zu einem bestimmten Zwecke: Das, was wir an Kraft und Namen geben, fordern wir zurück an Macht! Die nationalsozialistische Bewegung geht nicht zurück! Sie kommt immer und immer wie­der, so oft und so lange, bis die anderen gestürzt und wir am Ziele find!"

Hilf uns weiter kämpfen, Lipper Land! Wähle am Sonntag Liste?!

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Berlin, 13. Jan. Die Reichspressestelle der NSDAP. übergibt folgende Erklärung Adolf Hit­lers der Öffentlichkeit:

Die der Reichsregierung nahestehende Presse trägt in den letzten Tag«, systematisch eine Flut von unwahren Behauptungen über die NSDAP. und meine Person in die Öffentlichkeit. So wird u. a. behauptet:

daß in der NSDAP. die lausende» Parteiein­nahmen nicht die laufend«, Ausgaben deckten,

daß deshalb auch westdeutsche Industrielle einen Vermittlungsversuch" zwischen dem jrüheren

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7Ü0jLhr»ges Deutschtum von litauische« Strnnch- ritterbanden vergewaltigt

Der Memelranb, der am 15. Januar vor zehn Jähren mit dem Einzug der Litauer in Memel seinen Abschluß fand, stellt wohl das krasseste Beispiel dar, wie selbst ein Kleinstaat, der kaum die Hälfte der Einwohnerzahl Berlins zählt, mit dem wehrlosen Volke in jenem Jahren kurz nach dem Kriege umspringen konnte.

Seit undenklichen Zeiten war das Memel- land deutsch.

Die Stadt Memel ist vor nahezu. 700 Inhren von, deutschen Ritterorden gegründet worden. Nie- mand, auch nicht der litauischsprechende Teil der Bevölkerung, hat in den Tagen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918 daran gedacht, vom Reich abgetrennt und Litauen zugeteilt zu werden. Dennoch setzte» es die Litauer, indem sie in Paris das Märchen vomlitauischen Meinel- lande" aufbrachten, durch, daß in Artikel 93 des Versailler Vertrages die Abtrennung des Gebiets ausgesprochen wurde, und Deutschland sich an dem künftigen Schicksal des Landes desmtereffiert er­klären mußte. Das Gebiet wurde aber nicht so­fort den Litauern zugesprochen, sondern zunächst zur Verfügung der alliierten und assoziierten Mächte gestellt und von französischen Truppen be- seht.

Eine Zeitlang schien es, als ob das Memcs- land Freistaat werden sollte. Bei einer Abstim­mung hatten sich 90 v. H. der Bevölkerung dafür ausgesprochen. Auch der Vertreter der Alliierten, der französische Präfekt Petisne, schien diesen Plan zu fördern. Selbst die Pariser Botschafterkonferenz beschäftigte sich bereits damit. Da griffen die Li­tauer, die die Beute bereits entschwinden sahen, zu. Als im Westen die französischen Truppen in das Richrgebiet einfielen und alle Welt unter dem Eindruck dieses Ereignisses stand,

sielen von allen Seiten litauische Banden in das Land ein,

und bereits wenige Tage später standen fie, ohne nennenswerten Widerstand gefunden zn haben, vor Memel. Tatsächlich erwies sich die Spekulation der Litauer, in der allgemeinen Verwirrung, die der Ruhreimnarsch ausgelöst hatte, sich das Memel- land aneignen zu können, als richtig. In Deutsch­land hatte man- alte Hände voll zu tun mit der Vorbereitung des passiven Widerstandes. Man be­gnügte sich in Berlin damit, die Alliierten, die den Schutz des Landes übernommen hatten, auf­zufordern, ihren Pflichten nachzukommen. Die französische Besatzung in Memel zog sich aber be­reits nach den ersten Schüssen der Eindringlinge, in Zivilkleider gesteckte litauische Soldaten, zurück und hißte auf dem Gebäude des Präfekten Petisne die weiße Fahne. Der litauische Hauptmann Bu- drys, der Anführer der Litauer, hatte einen allzu leichtenSieg" errungen.

Alle Proteste, der Bevölkerung halfen nichts. Sie wurden rücksichtslos von den neuen Herren des

Reichskanzler, Herrn von Pspe», und mir unter­nommen hätten,

daß ich bereit sei, politische Forderungen der Industriellen gegen Hergäbe von Geld zu akzep­tieren,

daß ich mich bemühe, von Regierung-seite Geld zu bekommen gegen die Verpflichtung, das Kabi­nett Schleicher zn tolerieren und

daß ich von einem schwedischen Bankier mit dem jüdische« Namen Markus WallcnSerg einen Kre­dit von 4 Million«, RM. für mich bzw. sür die NSDAP. ausgenommen hätte, der mir gegen e«L» sprechende Sicherheiten bzw. politische Zusagest zue Verfügung gestellt worden sei.

Alle diese Behauptungen sind von Ansang GA Ende frei ersimden und erlog«»

gez. Adols Hitler".

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