Ausgabe 
(10.1.1933) Nr. 8
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Drahtbcricht unseres au der Wahlsahrt Adolf

Hitlers teilnehmende« Sonderberichterstatters.

Detmold, 9. Januar. Ein Großkampftag von unerhörter Durchschlagkvast. In nicht weniger als S überfüllten Masseiwersammlungen sprach un­ser Führer in allen Teilen des Lippeschen Landes. Im Norden, im Osten, im Süden und Westen rollt die Versainmlungslawine durch das Hermanns­sand Die Bewegung marschiert! Gestern im ro­mantischen Schwalenburg, heute in der viel nüch­terneren Zieglerstadt Lage. Eine Stadt ineinander­geschachtelter Zelte.

5000 Menschen und noch mehr haben sich in dem fönst so stille« Lage ein Stelldichein gegeben. Ar­beiter und Bauern, Bürger und Beamte, der Appell des Führers an die Natron gilt ihnen. In seiner großangelegten Rede sprach der Führer über den grauenhaften wirtschaftlichen Zusammenbruch des deutschen Volkes, als Folgen des politischen Zu« fammenbruchs der Nation und ihrer inneren Zer­rissenheit.

„Nur ein grundlegender Erneuerungsprozeß aus dem Volke heraus vermag die Voraussetzung für ein Fundament zu einem Wiederaufstieg zu schaf­fen. Gesetzgebungsmaschinen und Notverordnun­gen am lausenden Band können diesen schweren ober notwendigen Sieg nicht ersetzen!"

Der Führer sprach weiter von dem unerhört harten, opferreichen aber freudigen Kampfe der nationalsozialistischen Bewegung und ihren Weg zur deutschen Volksgemeinschaft.

„Im Leben dieser Bewegung ist die Volksge­meinschaft praktisch aufgebaut worden. Die heute legierenden glauben durch Gesetze die innere Kraft nner Nation ersetzen zu können. Nicht wie die Re­gierung regiert, sondern wie das Volk -reagiert: das ist das Entscheidende!

Könnten unsere Regierungen überhaupt so reden wie heute, wenn ich nicht vor 14 Jahren diese Ar­beit praktisch begonnen hätte? Die Parteireste wären vom Bolschewismus längst hinweggefegt, heute plappern mir alle nach, daß der Pazifismus schädlich ist, aber vor 14 Jahren da haben sie nicht so geredet, da haben sie mich für einen Narren ge­halten, alle die jetzt so -reden.

An einem Neuaufbau des deutschen Volkes, den unsere Bewegung gegen die Feindschaft aller ein­geleitet hat, hat unsere nationale, bürgerliche Welt überhaupt keinen Anteil. Sie haben uns bekämpft und verfolgt wie die andere« auch. Niemals kann Deutschland sich wieder erheben, wenn der Geist der Erhebung nicht Gemeingut des ganzen deut­schen Volkes geworden ist. Alle anderen Versuche werden völlig nutzlos sein und fehlschlagen. Eine felsenfeste Ueberzeugung bleibt uns:

Wir werden eines Tages dahin kommen, wo die heute Regierenden sitzen!

Dir werden von vorn mit offener Stirn dahin kommen, mit Verstand und mit der Macht, die uns dann gestattet das durchzuführen, was wir heute durchführen wollen.

WIsüvi' Kotmoi*rI in 8si*iin

Berlin, 10. Jan. (Trahtbertcht u. Berl. Schriftl.) Am Rathausplatz in Stieglitz wurde auf den SA-Mann Hans Wegner vom Sturm 13 ein kommunistisches Attentat verübt. Weg­ner Wunde von Met roten Banditen und deren Frauen (!!) überfallen und mit Schlagwerkzeu- K>en schwer mißhandelt. Die Kommunisten droh­ten dem SA-Mann, sie wollte ihn „fertig machen". Zufällig vorbeikommende SA-Ka- meraden befreiten Wegner, verhafteten die roten Banditen und übergaben sie der Polizei. Weg­ner gehört demselben Trupp des Sturmes 13 an, der in der letzten Zeit seine Leiden Führer Kurt Reppich und Erwin Jänifch durch die Hand marxistischer Mörder verloren hat.

UnIsi'i'Skiung mit r>sm

01oVsnsnüwoi'KSekSn wss^sn kssSgSnsgsN

Berlin, S. Jan. Einem inn „Völkischen Beob­achter" enthaltenen Bericht der NSK. aus Detmold zufolge, äußerte sich Adolf Hitler auf Fragen des Reichspressechefs der NSDAP. über seine Begeg­nung mit Herrn von Papen u. a wie folgt:

Frage: „Der Kern der öffentlichen Angriffe

scheint in der Behauptung zu liegen, daß der Grund ihrer konsequenten Opposition in der Ab­sicht zu suchen sei, sich und ihre Bewegung der Ver­antwortung am Staate zu entziehen. Hat dieses Argument sachliche Bedeutung?

Antwort: Nein. Tatsächlich war ja meine Forde­rung nicht eine andere als gerade die Ueber- tragung der persönlichen Verantwortung an die NSDAP. Allerdings fetzte ich hier selbstverständ­lich voraus, daß die Partei dann aber auch die ihr zukommende Führung erhält. Mir zuzumuten, die Verantwortung zu übernehmen für das was andere tun, ist ein mehr als Parkes Stück. Wenn der Herr Reichspräsident im November glaubte, dank der Ratschläge seiner Umgebung es nicht verantworte« zu können, mir die Verantwortung zu übertragen, dann sind damit die Männer auch heute die Ver­antwortlichen für die traurigen Folgen und für all das Elend, das aus dieser Weigerung dem deut­schen Volke erwachsen müsse.

Frage: Sind die Behauptungen in der gegneri­schen Presse zutreffend, daß Sie Fühlung mit

Herrn von Papen gesucht und auf diesem Wege Anschluß an die angeblich hinter ihm stehenden schwerindustriellen Kräfte gesucht hätten?

Antwort: Es ist selbstverständlich, daß ich keine Fühlung mit Hettn von Papen gesucht habe. Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß ich mir von nie­mandem vorschreiben laste, mit wem ich sprechen darf und mit wem nicht. Ich bin Politiker und werde, wenn ich es für zweckmäßig ansehe, jede Be­sprechung führen. Die deutsche Schwerindustrie ist ein Teil der deutschen Wirtschaft. Ich brauche da­her ebenso wenig an sie „Anschluß" wie an irgend eine andere Wirtschaftsgruppe zu suchen. Ein Po­litiker hat mit allen bestehenden Faktoren zu rech­nen und kann ihre Existenz nicht wegzaubern. Wenn ich aber jemals die Notwendigkeit empfinde, darüber hinaus mit irgendeiner Wirtschaftsgruppe eine. besondere Fühlung zu nehmen, so benötige ich dazu keines besonderen Fürsprechers

Ueber die Erfolgsausfichten des Arbeitsbeschaf­fungsProgramms der Regierung von Schleicher be­fragt, erklärte Hitler: Arbeitsbeschaffnngspro-

gramme find nicht ihrer selbst wegen da. Ich ent­halte mich daher jedes Urteils über derartige Pro­bleme, sondern beurteile nur ihre Auswirkung auf die allgemeine deutsche Wirtschaftskrise. Diese Krise wird durch Maßnahmen des Kabinetts Schleicher nicht beseitigt.

Die Haltung Hiridenbukgs steht hier nicht zur Rede. Daß oder die Deutsch- nationale Volkspartei,, die 1918 nnd 1919 den Kampf um Deutschlands Er­neuerung zuerst aufgenommen hat, im entscheidenden Augenblick versagte, indem sie dem Partner der Nationalen Front, der größer geworden war, als sie und der deshalb die Führung für sich bean­spruchte, das Recht auf diese Führung

Uin nvuss vp-s^ kSv»' i»o1vn IVioi'iIpvsl

SA-Mann Erich Sagasser nach qualvollem Krankenlager seinen Verletzungen erlegen

Berlin, 10. Jan. (Trichtbericht u. Berl. Schriftl.) In der Nacht zum 24. Dezember v. Js. wurde bekanntlich der SA-Mann Erich Sa- gässer vom Sturm 66, der sich mit zwei Kame­raden aus dem Nachhausewege befand, in der Havelberg erstraße in Moabit aus einem kom­munistischen Verkehrslokal heraus überfallen. SA-Mann Sagasser erhielt einen Messerstich in den Unterleib und brach schwerverletzt zusam­men. Die Mörder konnten entkommen. Ami Sonntagabend gegen 8 Uhr erlag der SA-Mann- Erich Sagasser -nach qualvollem Krankenlager seinen furchtbaren Verletzungen.

Er, der Ä Jahre alte arbeitslose Sa»Mann, auch er starb für ein neues Deutschland, für die Freiheit unseres Volkes und für die Idee des deutschen Socialismus. Auch er ist eingetreten in den Sturm Horst Weisels als Mahner, wei­terzukämpfen, bis wir Deutschland freigemacht haben.

vsulseknslionsisi' ^bgsos'rlnstsi' kommt 2 u Krioik ttitloi'

Der deutschnationale Abgeordnete im Oldenburgische« Landtag Dr. Öfter! oh, welcher seit Gründung dieser Partei angehörte, hat seinen Austritt erklärt. Abg. Osterloh, welcher ebenfalls seit Jahren Mitglied des Stahlhelm war, hat sowohl sein Landtagsmandat, als auch sei« Stadtsratsmandat niedergelegt. Er be­gründet seinen Austritt in nachfolgendem Brief an den Landesverbandsvorsitzenden der Deutschnationalen, z« welchem jeder weiterer Kommentar sich erübrigt«

Dr. Osterloh,

Oldenburg, Kanalstraße 12.

Fernruf 2163.

Oldenburg, 7. Januar 1933.

Sehr geehrter Herr Bnnnemann!

Nach reiflicher Ueberlegung habe ich mich entschlossen, aus der DNVP. aus- zutreten. Ich habe deshalb heute meine Mandate zum Oldenburger Stadtrat und zum Oldenburgischen Landtage nieder­gelegt.

Aus vielen Gesprächen, die wir im Laufe des letzten Jahres hatten, wissen Sie, daß ich seit der Reichstagswahl vom 31. Juli die politische Entwicklung mit in r größerer Sorge beobachtet und dabei auch die Haltung der DNVP. und des Stahlhelms immer kritischer beur­teilt habe. Die nationale Bewegung hatte das Jahr 1932 mit der freudigen Hoff­nung begrüßt, daß in ihm die deutsche Revolution mit dem Siege des nationalen und völkischen Gedankens beendigt wer­den würde. Die Voraussetzungen dafür lagen vor! Das Weimarer System war an sich selber gestorben, das deutsche Volk war in einem geistigen Erneuerungs­prozeß wieder gesundet, und das junge Deutschland, herangewachsen in Not- und Kampsjahren, stand bereit, die Führung des Staates zu übernehmen. Man hat sie ihm zweimal verweigert. Mit dem Erfolge, daß die Sozialdemokratie und das Zentrum wieder neue Loffnuna kämp­

fen konnten. Eben ist Herr Braun da­bei, in Preußen eine Stellung nach der anderen zurückzuerobern.

absprach, das hat mich zuinnerst erschüt­tert. Es ist die ewige alte deutsche Zwie­tracht, der immer neue furor teutonicus, der lieber das Reich zugrunde gehen laßt, als daß er dem andern den Vortritt gönnt. Es ist so oft mit schönen Werten gesagt! „Gleich woher der Retter kommt, wir folgen jedem, der das Werk der Befrei­ung vollbringt." Jawohl, aber der Par­teiegoismus erlaubt nicht, daß ein ande­rer das Werk angreift.

Töricht, darüber zu streiten, ob Hitlev das Zeug zum Staatsmann hat oder nicht. Unbestritten ist, daß die national­sozialistische Bewegung, seine Schöpfung, die größte Leistung bei dem Werk der

2ussmmsndi'uok eisn rivulsvkvn i-snüwintseksst

Berlin, 9. Jan. Aus einer Sitzung des Vereins heimattreuer Ost- und Westpreußcn in Berlin hielt der Präsident des Deutschen Land- wirtschastsrates, Dr. Brandes, am Montag «inen Vertrag über die Lage der Landwirt­schaft im Ostpreußen. Dr. Brandes führte u. a. folgendes aus: Nach den bis jetzt vorliegenden Abschlüssen für das Wirtschaftsjahr 1931-31 ha­ben nur 20 v. H. der landwirtschaft­lichen Betriebe Ostpreußens ihre Zinsen und sonstigen Ausgaben au s den Einnahmen bezahlen können.

80 v. H. sind dazu nicht mehr in der Lage ge­wesen. Hieraus folgt, daß der bisher beschrit- tene Weg individueller Hilfe nicht zum Ziele iführt. Der hohe Prozentsatz von 80 v. H.

Minus betrieben zeigt, daß es generelle Ursachen sind, die diese Katastrophe her­beigeführt haben. Der Korridor i st eine nahmen sind Arbeitsbeschaffung, Nothilfe, Sieb­

ben Vordergrund. Tis'e Fragen sind auch für Ostpreußen und seine Zukunft die lebenswichti­gen. Von ihrer Beantwortung hängt das Schick­sal der Provinz ab.

Vom Jahre .1927 bis jetzt sind über 600 000 Morgen in Ostpreußen zwangsversteigert. Unter Sicherungsschutz gingen 12000 Be­triebe mit 2,6 Millionen Morgen, das sind 25 v. H. der gosanrten landwirtschaftlich benutzten Fläche. Als nicht mehr sanie- rungsfähig werden 900 Betriebe mit 400 000 Morgen angesehen.

Aus diesen erschütternden Zahlen ergibt sich die unbedingte Notwendigkeit, grundsätzlichen Wandel und ganz andere Methoden eintreten zu lassen, wenn mau überhaupt auf Erhaltung der Provinz Wert legt. Als ergänzende Maß--

der Haupturisachen. Aber er ist nicht die einzige Ursache, denn die generelle Not der Landwirtschaft ist keineswegs aus Ostpreußen allein beschränkt. Ueberall tritt die Bedeu­tung des Binnenmarktes und einer in sich mög­lichst ausasalickenen Volkswirtschaft wieder in

lung gut und nützlich, als alleinige Maß­nahme einer Wiederherstellung von Rentabili- tätsüröglichkeiten zwecklos. Deutschland »ruß Ostpreußen erhalten, denn die Erhaltung die­ser Stellung ist nicht nur für Ostpreußen, son­dern für Deutschland Lebenssraae."