Ausgabe 
(6.1.1933) Nr. 5
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Detmold, 5. Jan. Die lippische Landesregie­rung hat eine Verordnung erlassen, nach der sämt­liche Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel in Lippe mit sofortiger Mrkung verbo­ten find. Die Landesregierung erklärt, daß poli­tische Zusammenstöße zwischen radikalen Parteien in Lemgo diese Maßnahme erfordert habe.

(Drahtbericht unseres an der Wahlfahrt Adolf Hit­lers teilnehmenden Sonderberichterstatters) Detmold, 5. Januar. Der zweite Tag der Wahlschlacht im Hermannsland stand in den Mor­genstunden im blutigen Zeichen der Auswirkun­gen des von roter Willkür ausgesprochenen De­monstrationsverbots, dem jede rechtliche Grund­lage fehlt und das noch ein bitteres Nachspiel für den allmächtigen Beherrscher von Lippe ha­ben wird. Das dankbare Moskau bekam durch dieses Verbot freie Hand und so zogen seine Jün­ger durch die Straßen und schlugen zu Boden, was sie harmlos und allein antrafen. In der Hessenstadt Lemgo, in der am Abend der Haupt- schriftleiter desV. B." Pg. Alfred Rasen­de rg, sprach, wurden gegen Mittag die SA-- Männer Karl Lupp, Leipzig, und Oskar Lorenz von Kommunisten auf dem Wege zum Mittag­essen hinterhältig überfallen und schwer verletzt. Rot-Mord hieb mit Beilen und Knüppeln auf unsere SA. ein. Der SA.-Mann Lorenz erhielt durch Beilhicbe schwere Kopfverletzungen und mit einer schweren Holzkeule zerschlug man ihm buch­stäblich sein Bein. Der SA.-Mann Lupp erlitt schwere Knieverletzungen. Man brachte die Schwer­verletzten in das Lemgoer Krankenhaus, wo sie in bedenklichem Zustande darniederliegen. Im Auftrags des Führers überbrachte der Gruppen­führer Wilhelm Scheppmann den für den Aufstieg Deutschlands leidenden braunen Soldaten kamerad­schaftliche Grüße.

Der Abend dann wurde zu einem erhebend Bekenntnis der stolzen Lipper zum Führer deutschen Freiheitsbewegung. In Leopoldsh und Erlinghausen hatten sich die Landwirte , weitem Umkreise nach stundenlangen Marschie durch unwegsame Felder zusammengefunden, von neuem unwandelbare Gefolgschaftstreue schwören. 5000 in Leopoldshohe. Auch dir Z und Säle in Erlinghausen waren überfüllt i wer diese Versammlung erleben durfte der kennt das Lügenhafte der von der Judenpr ausgestreuten Fabel von der Wahlmüdigkeit.

Auf historischem Boden erinnert der Füh m seinen Ausführungen an das erste gerne schaftsbewußte, schlagkräftige und erfolgreiche A treten der deutschen Nation, unter Hermann d Cherusker gegen die römische Zwangsherrschl Innere Zersplitterung und Kraftvergeudung ha! zu ,ener Zeit dem deutschen Volke schwere Wi den geschlagen.

3ch glaube an den Sieg unserer Bewe­gung, weil ich an die deutsche Zukunft glaube.

Die heute Regierenden haben Proje die Kraft hinter sich, sie zu vern ^ch habe die Voraussetzungen geschaffen Waffen für die Zukunft geschmiedet. Wer

gewinnt und neu gestaltet, hat die Zukuu Jeder erfolgreiche Versuch, die Bewe sprengen durch innere Spaltungen, erw neue die harte und eiserne Entschlossen serer Gemeinschaft. Man lud uns in di rrmg ein, -richt damit die Bewegung ihr reiche, sondern damit die anderen trotz

wegung ihr Ziel erreichen. Den Weg von hinten herum gehe ich nicht, sondern trete frei und offen vor das Volk. Die Herren werden Kabinett um Kabinett gegen uns verlieren, bis sie nicht von rückwärts, sondern von vornherum weichen müssen. Was jetzt ist, das ist nicht die deutsche Erhebung, sondern der Versuch, die deutsche Er­hebung zu mißbrauchen. Jetzt kommt ein Reich aus der Kraft dieser Bewegung herausgeboren uud die Zeichen dieses kommenden Reiches werden die Zeichen dieser Bewegung sein."

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München, ö. Januar. Die NSK bringt folgende Notiz:Auf der Durchreise Adolf Hitlers nach Lippe fand am Mittwoch im Hause eines Freundes der NSDAP in Köln eine kurze Be­gegnung Adolf Hitlers mit dem früheren Reichskanzler v. Papen st at t. Es handelt sich dabei lediglich um eine zwanglose Unterhaltung über die politischen Fragen der letzten Wochen.

Der frühere Reichskanzler von Papen läßt dem BerlinerBöv'en-Eoutter" zufolge er­klären, daß der Gegenstand seiner Unterredung mit dem Führer lediglich die Eingliederung der NSDAP in eine nationale Konzentration

gewesen sei, wie er das schon früher versucht habe. Keineswegs habe er eine Stellung­nahme gegen das jetzige Reichskabinett be­absichtigt.

Eine solche Stellungnahme gegen das Ka­binett wäre auch vielleicht schon überholt, denn die Regierung von Schleicher be­findet sich heute bereits Mitten in einer Krise, die ihr Ende viel­leicht noch por dem 24. Januar, dem Tag des Reichstagszufammen- tritts, herbeiführen kann. Es ist nicht mehr daran zu zweifeln, daß der Marga­rine-Erlaß das Kabinett schon heute stärker er­schüttert, als andere Näch außen hin wichtiger erscheinende Fragen, wie z. B. solche außen­politischer Natur. Innerhalb des Ka­binetts von Schleicher herrschen schon heute außerordentlich scharfe Gegensätze, die sich von Tag zu Tag noch mehr zuspitzen. Diese Gegensätze dürsten sich aber noch wesentlich verstärken, wenn am 10. Januar der Haushaltsausschuß und der sozialpolitische Ausschuß des Reichs­tages zusammentreten. Daher ist es nicht aus­geschlossen, daß der Bruch, der heute durch die Reichsregierung geht, während dieser Ver­handlungen bereits >zu einem endgültigen Spalt aufklaffen wird und die erwarteteKlä­rung der politischen Lage", von der im Aelte- stenrat Staatssekretär Planck sprach, vielleicht in erstaunlich kurzer Zeit erfolgt sein wird.

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Der Hessische Landbund an Hindenburg (Eigener Drahtbericht)

Darmstadt, 5. Januar. Die Landesver­sammlung des Hessischen Landbundes be­schloß am Dienstag, folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten zu richten:

Wir bitten Euer Exzellenz ehrerbietigst, dem dauernden Spiel der Regierung, die Bauernschaft mit schönen Reden und Ver­sprechungen zu vertrösten, ein Ende zu machen und für Taten zu sorgen. Die bis­herige Politik insbesondere Kontingente nur zu versprechen, empfinden wir als einen Hohn «mf unsere Not."

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Hannover, 5. Januar. Aus Anlaß der wachsenden Unzufriedenheit der.MitMeder des Hannoberschen Landbundes mit den unzurei­chenden Maßnahmen der Reichsregierung hat sich der Vorsitzende des Bundes, Cord Cordes mit einem Brieftelegramm an den Reichskanz­ler gewandt. Es hat den nachstehenden Wort­laut:

Die Versprechungen, die die vorige und jetzige Reichsregierung zur Rettung der Landwirtschaft ge­macht haben, sind nicht gehalten. Die letzte Fettnotverottmung erweckt bisher nur den Anschein, als ob etwas für die Ver­edelungswirtschaft geschähe. Tatsächliches ist bisher .noch nicht erfolgt. Sie hat daher nur geschadet, was aus dem ASsturtz des Butterpreises und aus der widerlichen Hetze gegen einfache Maßnahmen, die in an­deren Ländern längst erprobt sind. kennst-' llich -ist.

Ich bringe hiermit die erbitterte Ent­rüstung der Niedersächsischen Bauern über dieses Versagen der Reichsregierung zum Aus­druck, eine Entrüstung, die umso stärker ist, als die Regierung wiederum vor einer künstlich geschritten, sachlich ungerechtfertigten Erregung zurückweicht. Die Landwirtschaft fordert das Ausscheiden aller Regierungsmitglieder, die die Pflichten des Staates gegenüber dem Bauern­stands nicht erfüllen wollen. Ich warne in letzter Stunde vor einem Zustande, indemdie Pflichtvergessenheit des Staates gegenüber dem Bauernstande den Bauern jeglicher Pflichten dem Staat« gegenüber enthebt.

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Telegramm des Rheinischen Landbundes an Schleicher

Düsseldorf, 5. Jan. Der Rheinische Landbund richtete folgendes Telegramm an den Reichskanz­ler von Schleicher:

Trotz aller Versprechungen und in Aussichl ge­stellten Hilfsmaßnahmen, hat die Reichsregierung die westdeutschen Veredelungsbetriebe der völligen Vernichtung preisgegeben. Wir Bauern find nicht mehr in der Lage, irgendwelche Abgaben für Steuern, Zinsen und Soziallasten zu entrichten. Wir sind durch eine falsche Wirtschaft- uud Han­delspolitik unverschuldet in Not und Elend gera­ten und am Ende unserer Kraft. Infolgedessen muß jetzt auch zwangsläufig jeder Einkauf von Maschinen, Kunstdünger, Kraftfutter und anderen dringend notwendigen Produktionsmitteln unter­bleiben. Die katastrophalen Folgen dieser für die Volksernährung äußerst bedenklichen Rückkehr zur völlig extensiven Wirtschaftsweise hat nunmehr in

kisus Kampfs

Von Wilhelm Knbe

Die gesteigerte Welle des Kommunismus zeigt, daß der nunmehr beendigte sogenannte Burgfriede" die blutigen bolschewistischen Methoden gegen das nationale Deutschland nicht im geringsten geändert hat. Der Kom­munismus wird in Deutschland mehr und mehr eine kriminelle Angelegenheit. Er wird in dem Augenblick wieder ein« politische Angelegenheit, wo Neuwahlen dem Kommu­nismus dank der reaktionären Politik der letzten beiden Reichskanzler neue Möglich­keiten zum Auftrieb bringen würden. Denn die Not in Deutschland wird immer grö­ßer! Der 1. Januar 1933 hat wiederum zahllose Existenzen zerbrochen. In zahlreiche deutsche Häuser sind Kündigungsbriefe ge­flattert, die manchen Menschen aus der all- gewohnten und gerngetanen Arbeit vor­drängt haben. Und wenn ein törichtes bür­gerlich-nationales Blatt vor wenigen Ta­gen in Berlin schrieb: die Zahl der Ver­steigerungen und Offenbarnngseide sei gegen­über dem gleichen Monat des Vorjahres ganz erheblich zurückgegangen, so geht für den wissenden Politiker nur daraus hervor, wie ungeheuer dumm und verrannt unsere sogenannten Hurrapatrioten in Deutschland sind. Naturgemäß wird mit der systema­tischen Zerstörung aller selbständigen Existen­zen in Deutschland die Zahl der Verstei­gerungen und Offenbarnngseide zurückgehen. Denn wenn sich das geniale Wirtschafts­programm des Reichskanzlers v. Papen ganz ausgewirkt haben wird, ist natürlich kein Mensch in Deutschland mehr übrig, bei dem es noch etwas zu versteigern gibt, oder der znm Offenbarungseid gehetzt werden könnte.

Die Mittel der Feinde des Nationalsozia­lismus sind im Jahre 1932 stark abgenutzt: worden. Dem schwarzrotgoldenen Terror folgte die schwarzweißrote Erbschleicherei ge­gen Adolf Hitler und sein Werk.

Aber alle Spekulationen der Reaktion wer­den fehlschlagen. Der Begriff derSpal­tung" mag für alle anderen politischen Ge­bilde in Deutschland gelten. Für den Na­tionalsozialismus besteht dieser Begriff nicht; denn der Nationalsozialismus ist Adolf Hitler. Eine Spaltung kommt hier nicht in Frage. Der Nationalsozialismus bleibt ge­schlossen stets unter Adolf Hitler bestehen. Und kein verantwortungsbewußter Führer innerhalb der nationalsozialistischen Organi­sation und Fraktionen wird seine Hand da­zu geben, das Werk Adolf Hitlers etwa Herrn von Schleicher zur Verfügung zu stellen.

Friedrich der Große ist mit mehr als 200000 Mann in den 7jährigen Krieg hin­eingegangen. Mit 80 bis 90000 Mann stand er 1763 am Ende des Krieges noch im Felde. Es wäre ein Wahnsinn, zu glauben, daß der Kampf nicht Opfer verlange, daß er nicht abnutze. Selbstverständlich nutzt er ab. Das hindert aber nicht, daß das Ziel .des Kampfes dasselbe bleibt: Deutschland. Wenn irgendeiner von uns je der Meinung gewesen wäre, nicht mit Adolf Hitler, son­dern mit Herrn v. Schleicher oder mit v. Papen Politik machen zn müssen, so hätten wir uns doch nicht Adolf Hitler, sondern Herrn v. Schleicher und Herrn v. Papen zur Verfügung gestellt.

Wir alle, die wir seit 14 Jahren gegen

das November-Deutschland im Kampfe

stehen, wollen nicht Vizekanzler oder

Landrat, Amtshauptmann oder Bnrger-

vollem Umfange die Reichsrcgierung zu tragen Die im Rheinischen Landbund organisierte rhei- nische Landwirtschaft hat das Vertrauen zu jeder Reichsregierung verloren, die den Nährstand d<S deutschen Volkes zugrunde gehen lädt."