Ausgabe 
(4.1.1933) Nr. 3
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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-/^nseklsg auf IVIunilüonsclvpot

^ukSSksns^vgsnüs Vsnkattung von KommunüsLsn unü

iroieksvfoki*sngoküi*Igon

Neuippi», 4. Januar. Mgene Meldung.) Wie Znerkwtzigerweise erst jetzt bekannt wird, wurde E» der "acht vom 2. zum 3. Weihnachtstag, mor- »ens g>xn 4 Uhr, ein kommunistischer Anschlag s»f dasMunitionsdePot des hiesigen Reichswehr- ßataillo, verübt. Die Reichswehrposten wurden den ein größeren Anzahl Komnnmisten über­raschend ^gegriffen und stark bedrängt. Die Po­pen mögen von der Schußwaffe Gebrauch, wobei etwa 50 xchüsse abgegeben wurden. Der Angriff konnte aizewehrt werden. Die -Wach« auf dem Gelände tzs Schießstandes, wo sich das Muni­tionslager befindet, ist von sechs auf zwölf Mann verstärkt p«rden. Aus dem Kasernenhof ist neuer­dings «»schweres Maschinengewehr in Stellung Gebracht w-den. Im Zusammenhang mit dem An­schlag auf das Reichswehrdepot find 6 Kommu- jnisten und i Reichswehrsoldaten (!) verhaftet wor­den. Ein »eiteres Ermittlungsverfahren läuft gleichzeitig r,ch gegen einen Feldwebel, der eben­falls mit dihr Angelegenheit in Verbindung ge­bracht wird.

0n, Ssnnveks HvisLlsp in vi'ssllsn

Dresd«r, 4. Januar. (Eigene Meldung.) Der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete, Pg. Dr. Bennecke, der mit in die Hetzkampagne der System-Presse im Fall Hentsch einbezogen wor­den war, ist gestern nach Ablauf seines Urlaubs wieder nach Dresden zurückgekehrt. Pg. Dr. Ben­necke hatte sich einige Tage über Weihnachten hin­aus mit seiner Familie in das Riesengebirge be­geben, um dort seine Ferien zu verbringen. Ein berüchtigtes Berliner Asphalt-Blatt hatte daraus einen „Fluchtversuch" des nationalsozialistischen Abgeordneten konstruiert, der angeblich unter­nommen worden sei, um die Aufklärung des Falles Hentsch zu erschweren. Die Rückkehr unseres Pg. Dr. Bennecke von seinem Ferienaufenthalt, der selbstverständlich auch der Polizei bekannt war, hat auch dieser neuen Hetzkampagne der System- Presse ein Ende bereitet.

Lekwsi'vspbi'sokvp Tsnow Inslgslssssn

(Drahtbericht' inserer Berliner Schriftleitung.)

Berlin, t Januar. Die Berliner Krimi­nalpolizei hat'ich wieder einmal ein geradezu tolles Stück «Mrbt. Der des Mordes an dem Hitlerjungen üagnitz verdächtigte Kommunist und Znchthänslr Sarow ist trotz der erdrücken­den gegen ihn vrliegeuden Schuldbeweise von der Polizei lauf veien Fuß gesetzt worden. Im vollen Bewußtser lder Bedeutung müssen wir erklären, daß Lrs Vergehen der Ber­liner Polize geradezu pflichtver­gessen ist. Mgen lächerlicher Kleinigkeiten werden unsere (A-Kameraden Wochen- und monatelang hinte Kerkermauern gehalten, wäh­rend Uran »einen mehrfach vorbestraf­ten Zuchthäusler, den zahlreiche Augen­zeugen als denMörder unseres Pg. Wag- i

nitz wiedererkennen, ftmch ganz kurzer Festnahme wieder «uf freien Fuß setzt. Die vorgesetzten Behörden müssen sich darüber klar sein, daß eine solche-Verhöhnung der na­tionalsozialistischen Bewegung die schwer­sten Folgen haben mutz. Die an der Frei­lassung des Savow schuldigen Beamten müssen unbMugt zur Rechenschaft gezogen werden und Sarow ist erneut festzunehmen, wenn die Ber­liner Krimnalpolizei nicht ihre Hand dazu bie­ten wi. daß Sarow mit Hilfe der kommunisti­schen Fluchtorgaarisation über die Grenze ent­kommt und sich dem Zugriff der Justiz entzieht.

Eine eingehende Darstellung der kommu­nistischen Bluttat finden unsere Leser auf der 3. Seite des Hauptblattes dieser Ausgabe.

Vor siinom jspsmsok- okinssisoksn Ki*isgs?

^sprn wili „riie vings l^sidsn isssvn"

Tokio, 3. Januar, lach einer Meldung der „Schimbun Rengo" faü am Dienstag im Kriegs- ministerium über die Äge in Schanhaikwan eine Besprechung statt, an tr alle maßgebenden mili­tärischen Persönlichkeit« teilnahmen. Nach der Besprechung erklärte triegsminister Drall, die Ereignisse seien so weit etrieben worden, daß Ja­pan nichts weiter übrigbleibe, als die Ereignisse ihren Lauf nehmen zu !>ssin. Die japanische Re­gierung habe genug gevanit und erklärt, daß Marschall Tschangsuheliarg wie Verantwortung für die politische Lage ttrÄ da er durch seine Truppenzusammenziehunge« le japanische Armee Provoziert habe.

Chinesisch« Regierung m>nt znr Ruhe Schanghai, 3. Januar. VeVfiedene chinesische Organisationen haben im ZuscMnmhang mit der

Besetzung Schanhaikwans durch japanische Trup­pen von der chinesischen Regierung den sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Ja­pan sowie die Proklamierung des Volkskrieges ge­gen Japan gefordert. Andere Organisationen verlangen Einfuhrsperre japanischer Waren. Die chinesische Zentralttgierung mahnt in einer Er­klärung zur Ruhe und versichert, daß sie die na­tionalen Interessen schützen werde.

SeksnksiPvsn voüsIZnüig dssslrl

Mukden, 3. Januar. Die japanischen Truppen haben, wie japanische Meldungen besagen, in der Nacht zum Dienstag die chinesische Grenzstadt Schanhaikwan voll­ständig besetzt und damit zum erstenmal den Fuß in das eigentliche China gesetzt. Der

japanische Oberst Jbar von der japanischen Gesandtschaft in Peking überreichte am Mon­tag abend ein Ultimatum an General Tschanghsueliang, in dem eine befriedigende Regelung des Zwischenfalles innerhalb 24 Stunden gefordert wird. Im anderen Falle würden die Japaner die „notwendigen Schritte" ergreifen. Die Forderung der Ja­paner, daß die chinesischen Truppen zurück­gezogen werden sollen, wurde von Tschangh- sueliang abgelehnt mit der Begründung, daß sie ihr -eigenes Gebiet verteidigen. Die Chi­nesen versuchen jedoch, wie in Peking ver­lautet, den Zwischenfall zu lokalisieren und die chinesischen Truppen zur Mäßigung an­zuweisen. Möglicherweise wird der Belage­rungszustand in Peking und Tientsin ver­hängt werden. Marschall Tschanghsueliang soll sechs chinesische Brigaden an der Grenze von Jehol zusammengezogen haben.

K»ivKNSl»SNSlS Vsnvvivkiungsn in Soksngksivvsn?

Tokio, 3. Jan. Die Befehlshaber der ausländi­schen Truppen in Tientsin sind, einer Meldung der

japanischen Agentur „Rengo" zufolge, zu einer dringenden Konferenz im Hauptquartier der ja­panischen Garnison zusammengetreten, um sich mit der Lage zu befassen, die nach der Sprengung einer Elsenbahnbrücke 3 Kilometer westlich von Schanheikwan, die angeblich von chinesischen Trup­pen herbeigeführt wurde, entstanden ist.

Das japanische Kriegsministerium erklärt, daß es ein Telegramm von dem Stabschef der ja­panischen Armee in China, Nakamura, erhalten habe, in dem mitgeteilt wird, daß die japanischen Truppen am 3. Januar um 3,20 Uhr Scharcheik- wan besetzt haben. Die japanischen Truppey sind in die Stadt eingerückt und haben sämtliche staat­lichen Gebäude besetzt. Die chinesischen Truppen, die ohne Widerstand Schanheikwan verlassen, wer­den von der japanischen Armee weiter verfolgt.

Wie von japanischer Seite halbamtlich mitge­teilt wird, sind in Schanhaikwan mehrere Tau­send chinesische Truppen von der japanischen In­fanterie entwaffnet worden.

Der Besetzung Schanhaikwans ging ein japa­nischer Großangriff voraus, an dem 4000 Mann Infanterie, Kavallerie, sieben Flugzeuge, zwei Zerstörer und 20 Feldgeschütze teilnahmen. Nach­dem das Artilleriefeuer eine große Bresche in die Stadtmauer geschlagen hatte, gingen die Ja­paner zum ersten Sturmangriff vor, der jedoch von den Chinesen abgeschlagen wurde. Der zweit« Angriff der Japaner war dann erfolgreich.

^panrüslseksn OLSSnrlsmpIsi'

in Spsnü

^ssssgisne unri IVIsnnsekstt vsn sinsm »Kpsgeismplsi'

Kurz vor Redaktionsschluß erreichte uns die Meldung, daß der 42 500 Tonnen große französische Passagierdampfer „L'Atlantique" von der französischen Südamerika-Linie Kü Seemeilen westlich von Chcrbourg im Kanal in Brand geraten ist. Die Passagiere und Mannschaften sind aus dem lichterloh bren­nenden Dampfer von dem Hapag-Motorschiff „Ruhr" übernommen worden.

Soki'vidvn rlss dnvmisvksn

Svnsis sn ilen irsiokskanriv»'

Bremen, 3. Januar. Der Senat der Freien Hansestadt Bremen hat am Dienstag ein Schreiben an den Reichskanzler gerichtet, in dem er auf die Gefährdung des deutschen Außenhandels durch den Ablauf und die Kündigung wichtiger Handelsverträge, zl B. der Handelsverträge mit Südslawien und Schweden, hinweist. Der Senat spricht die dringende Bitte aus, ihm und den Wirt­schaftskreisen Gelegenheit zu einer Erörte­rung der handelspolitischen Einzelfragen zu geben.

Ein Schreiben ähnlichen Inhalts hat auch der Hamburger Senat an Schleicher gesandt.

8iv woiivn iki*s Vonrvn dssueksn

Heilbronn, 3. Januar. Der angekündigte Hnngermavsch der seit dem 29. August 1932 ausgesperrten Arbeiterschaft der Glashütte Heil- bronn A.-G. ist nunmehr angetreten worden. Es handelt sich um etwa 60 Arbeiter, die vor dem Hauptvorstand des Fabrikarbeiterverban­

des in Hannover, der ihnen vor ungefähr drei Wochen die UnteAützung gesperrt hatte, demon­strieren wollen. Unter Mitsührung von Pla­katen setzte sich der Zug in Richtung Neckars- ulm in Bewegung. Die Arbeiter hoffen, sich durch Unterstützung von Verbandsmitgliedern und durch Inanspruchnahme der Obdachsloseiv- hilse durchschlagen zu können.

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Früherer Kommandeur der Braunschweiger Schutz­polizei verhaftet

Berlin, 4. Jan. (Drahtbericht u. Berl. Schriftl.)

Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ist der bekannte frühere sozialdemokratische Komman­deur der Braunschweigischen Schutzpolizei, der jetzige Generalagent Hugo Karthaus und dessen Schwiegersohn, der Kaufmann Walter Heincmann, der aus verschiedenen Preisrätsel-Schwindelpro­zessen bekannt ist, festgenommen und dem Amts­gericht zugeführt worden. Sie betrieben beide ein Darlehnsvermittlungsgeschäft und ließen sich die unglaublichsten Wucherzinsen und Provisionen zahlen. Karthaus war früher Kriminalbeamter und wurde bei der Gründung der Braunschweiger Schutzpolizei als Offizier übernommen. Auf Grund seines Parteibuches wurde er bald Kom­mandeur der Braunschweiger Schutzpolizei. Sein Name tauchte dann später in Verbindung mit der Tätigkeit des Untersuchungsausschusses gegen den früheren sozialdemokratischen Minister August Junke auf. Er wurde in die Angelegenheit ver­wickelt und mußte bald darauf als Leiter der Schutzpolizei ausscheiden. Selbstverständlich war. er einer der wütendsten Nazifresser.

Heute M 8N Uhr. sMt Pg. Wer im Mssee Am!