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(02/01/1933) Nr. 1
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Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech­stunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. ' Fernsprecher: Domsheide 25878.

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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Nach zwölfjährigem schicksalsreichen und wechsel- vollen Ringen war es der Bewegung i« ihre« -3 Jahren endlich gelungen, der marxistischen Herrschaft in Deutschland so schwere Schläge zu versetzen, daß in Preuße» und im Reich die alte Novemberpartei ihre alte Stellung ausgeben und räumen mutzte. Der Nationalsozialist hat aus Weltanschauung gestritten. Nationaler und inter­nationaler LideraNsmns waren und sind unsere gemeinsamen Feinde.

Die liberalistische Macht steht am Ende ihres Zeitalters. Riesengroh erhebt sich die politische Gefahr. Gleichlaufend mit dem Verfall der poli­tischen und kulturellen Werte schreitet der Zerfall der Landwirtschaft fort. Die allgemeine Unsicherheit, Not und Elend führen hier zur Ver­zweiflung; der Zusammenbrach ist damit nur r«ie Frage der Zeit.

13 Jahre lang haben unsere bürgerlichen Par- tcipolitiker immer wieder das Ende des Bolsche­wismus prophezeit und in Deutschland den Kom­munismus für überwunden erklärt. Sie erreich­ten das Gegenteil.

Die innere Zersleischung war im Jahre 1918 eine grauenhafte und heute ist sie eine chronische.

Daher ist ihere Ueberwindung die allererste und wichtigste Voraussetzung für jeden deutschen Wie­deraufstieg.

Das Jahr 1932

Getreu dieser ihrer Mission trat unsere Par­tei in das Jahr 1932 mit dem festen Entschluß ein, ihren zwölfjährigen Kampf um den deut­schen Menschen weiterzuführen. Unsere Bewegung hat sich in mehr als 12 Jahren in zum Teil beispiellosen Wahlkämpfen von der unter­drückten und verfolgten, scheinbar ohnmächtigen Partei, zum ersten politischen Faktor des Reiches erhoben. Parteigenossen und Parteigenossinnen, ermesst selbst die Grösse dieses Wandels. Die Re­gierung Brüning wurde gestürzt, die Regierung von Popen überwunden. Unzählige Versuche der Regierung Papen, die Not des deutschen Volkes und die der deutschen Wirtschaft mit ihren be­kannten Verordnungen zu beheben, find, wie vor- hergesagt, gescheitert. Der Versuch der Regierung Schleicher, das Programm Papens weiter fortzu­führen, wird noch mehr mißlingen.

Es wird damit erwiesen, daß auch die Absitz, den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung durch eine scheinuationale Zwischenlösung zu ver­hindern, an der ehernen Gesetzmäßigkeit der Ent­wicklung zerschellt. 13 Jahre lang kämpfen wir immer gegen die gleichen Gegner, und 13 Jahre lang ist daher auch der Haß gegen uns gleichge­blieben. 13 Jahre lang wandten sie alle erdenk- kiiben Mittel und Methoden an, unsere Bewe- gnng zu schaden und, wenn möglich, sie zu ver­nichten.

Verbote und Gefängnisse

Als ich vor 13 Jahren mit einer Handvoll Kameraden dieser Bewegung das Leben gab ver­suchte man, sie und mich totzuschweigen. Dann begann man, uns zu verspotten und lächerlich zu machen. Man griff zu Lügen und Verleumdun­gen. Dann kam die Zeit des Terrors in den Versammlungen, in den Werkstätten, in den Fabnken, Verbote unserer Presse, Verbote un­serer Aufmärsche, Verbote unserer Ortsgruppen, « endlich Verbote unserer Bewegung in ganzen

Ländern. Die Gefängnisse begannen sich mit Na­tionalsozialisten zu füllen. Die Bewegung aber hat alles Überstanden. Nichts störte ihren Lauf.

Am 11. November 1923 wurde für das ge­samte deutsche Reichsgebiet die Nationalsozia­listische Partei verboten, am 29. Dezember 1924 wurde ich nach 13 Monaten aus der Festung ent­lassen. Zwei Monate später, am 27. Februar 1925, forderte ich die Getreuen auf, sich wieder unter der alten Fahne zu versammeln, und der Kampf begann damit aufs neue. Der Wider­stand unserer Gegner setzte noch stärker ein als zuvor. Ich selbst erhielt jahrelang Redeverbot. Recht und Gesetz schienen für Nationalsozialisten ausser Kraft gesetzt. Und trotzdem

Die totgesagte Partei erhob sich von neuem und wurde stärker als zuvor. Hunderte und aber Tausende von Nationalsozialisten wurden nieder­gestochen und niedergeschlagen.

Ein System politischer Schikane setzte ein, ebenso lächerlich wie empörend. Hoheitszeichen werden abgenommen, Abzeichen verboten, Flag­gen beschlagnahmt. Was immer nur das Hirn einer marxistischen Canaille auszudenken ver­mochte, hat in der Welt bürgerlicher Charakter­losigkeit eifrige beamtete Mithelfer gefunden. Der Geist der Bewegung aber ging als Sieger her­vor. Der brave politische Kämpfer der Partei, der unerschütterliche kleine SA.- und SS.-Mann, und Tausende unserer Redner, sie haben auch

das alles erduldet und überwunden. Als diese Mittel nicht fruchteten, griff man schliesslich zum niederträchtigsten. Jahr für Jahr schrieb die Ju­denpresse vonZersetzung und von Zersplitterung, von Revolten und Ausständen, von Zusammen­stößen und von Führerstreitigkeiten", nunmehr in der Hoffnung, von einer solchen Lügenbrut unter­stützt den Nationalsozialismus am Ende doch noch aushöhlen und sprengen zu können. Doch auch hier kein Erfolg.

Der letzte Versuch

Die unerschütterliche Treue des SA-- und SS.- Mannes, die Treue des Parteigenossen liessen alle diese Versuche zuschanden werden. Die Disziplin der gesamten Führerschaft war gerade in solchen Zeiten eine unerhört ordentliche. Man entschloß sich endlich, auch zum letzten Mittel zu greifen. Wir kennen unsere Gegner und kennen ihre Ge­danken:

Man beteilige die Partei an der Regie­rung, belaste sie mit der Verantwortung, aber verhindere, daß sie wirklich mitbe­stimmen könne."

Als ich am 13. August und am 25. November diese Versuche zurückwies, tat ich es nur in der festen Ueberzeugung, daß man mit diesen Gegner» keinen Vergleich, keine Kompromisse schließen darf, datz jeder Kompromitz da» Keim der Vernichtung der Partei und damit der deutschen Zukunft in

sich schließt. Ich weiß, dass ich wegen dieser mei­nen eindeutigen Stellungnahme von meinen Geg­nern nur doppelt gehaßt werde. Allein ich glaube, datz ich nur, solange dies, mich als Toren bezeich­nen, dem deutschen Volke wirklich nutzen kann. Denn wenn unsere Gegner uns einladen, mit sol­cher Art an einer Regierung teilzunehmen, dann tu« sie es nicht in der Meinung, uns damit rat­sam und allmählich die Macht zu geben, sonder« in der Ueberzeugung, sie uns damit für immer zu entwinde«.

Groß sind die Aufgaben unserer Bewegung für das kommende Jahr.

Die gröhle aber wird die fein, unseren Kämpfern, Mitgliedern und Anhängern in größter Klarheit vor Augen zu führen, daß diese Partei kein Selbstzweck, sondern nur ein Mittel zum Zweck ist. Dsutseklsnü vi'ksmpksn!

Alles was diese Bewegung ihr eigen nennt, was sie an Organisation, ob in der SA. oder SS., in der politischen Führung, der Zusammenfassung der Bauern und unjerer Jugend besitzt, kann nur den klaren Sinn haben, das neue Deutschland zu erkämpfen, in dem es endlich keine Bürger und keine Proletarier mehr geben soll, sondern «mr noch deutsche Volksgenossen.

Und so wollen wir dann inmitten von Not und Elend, Jammer und Verzweiflung unser Banner fester denn je in unsere Faust nehmen, wollen bereit sein, zu opfern und zu kämpfen und Ueber selbst zu vergehen, als versinken zu lassen die Bewegung, die Deutschlands letzte Kraft, letzte Hoffnung und letzte Zukunft ist.

Wir grüßen die nationalsozialistische Bewegung» ihre großen Märtyrer und lebenden Kämpfer.

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München, den 31. 12. 1932.

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Kiel, 1. Januar. Ein stimmungsvolles Bild bot die Große Flaggenparade, die am Neujahrsmorgen von 7.50 Uhr bis 8.15 Uhr an Bord des an der Blücherbrncke in Kiel liegenden KreuzersKönigsberg" stattfand- An Bord herrschte in den frühen Morgen­stunden bereits reges Leben.

Vor Beginn der Parade, die durch Rund­funk übertragen wurde, überbrachte ein Of­fizier des Hamburger SchnelldampfersCap Arcona" die Grüße der Handelsmarine ap die Reichsmarine.

Die Reichsmarine, fo entgegnete ein Of­fizier des KreuzersKönigsberg", erwiderte die guten Wünsche der Handelsmarine auf das herzlichste. Unzerstörbar seien die ver­wandten Ideale, aus denen hüben und drü­ben die Männer auf den Schiffen ihre besten: Kräfte schöpften. Unzerrüttbar fei das den beiden Marinen gleiche Ziel: Deutschlands Handel durch Deutschlands Flaggen den Weg in die Welt zu öffnen. Nach diesen Aus­führungen trat die vom Schiffslommaudo gestellte Sicherheitswache an. Dem Wacht- offizier wurde Meldung erstattet. Unter den Klängen eines Marsches wurde dann die Flagge am Heck des Schiffes gehißt. Mit dein Deutschlandlied und einem weiteren Marsch wurde die Flaggenparade beendet.

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Berlin, 1. Januar. In der Neujahrsnacht ist es an verschiedenen Stellen der Reichs- Hauptstadt zu mehreren blutigen Ueberfällen von Kommunisten auf Nationalsozialisten ge­kommen, wobei n. a. ein Hitlerjunge und ein Kommunist durch Messerstiche getötet wurden.

Der Itzjährige Hitlerjunge Walter Magnitz aus der Liebenwalder Straße wurde gegen 1.3V Uhr von noch unbekannten Tätern ohne ersichtliche Veranlassung in der Utrecht« Straße durch Messerstiche in die Bauchgcgend lebensgefährlich verletzt. Er wurde dem Krankenhaus zugeführt, wo er noch im Laufe der Nacht verstarb. Gegen 5.30 Uhr wurde dann am Prinz-Heinrich-Platz ein noch un­bekannter KP3>Angehöriger mit einem Mes­serstich in der Herzgegend tot aufgefunden.

Bei den übrigen Zusammenstößen in der Nenjahrsnacht sind nicht weniger als fünf Personen schwer verletzt worden. So wurde bei einer Schlägerei in Köpenick ein 22jäh- riger Nationalsozialist von zwei Kommu­nisten zu Boden geschlagen und im Gesicht und am Kopf erheblich verletzt. Bei einem anderen Zwischenfall wurde ein 23jähriger Nationalsozialist von drei unbekannten Per­sonen ebenfalls zu Boden geschlagen und mit schwerer Kopfverletzung bewußtlos aufgefun­den. Ferner wurde ein 18jähriger National­sozialist von acht bis zehn Kommunisten überfallen und durch drei Messerstiche im Rücken und im Gesicht erheblich verletzt. Von unbekannten Tätern wurde ferner ein Tischler überfallen und ebenfalls durch drei Messerstiche niedergestochen. Von mehreren unbekannten Männern wurde ein 36jähriger

Bügler ohne Grund vor seinem Hause ge­schlagen und erlitt schwere Kopfverletzungen. Während die Täter in den anderen Fällen unerkannt entkamen, wurde hier einer der Täter gefaßt. Gegen 7 Uhr früh wurde vor dein Hanse Ackerstraße 106, im Norden Berlins, die 37jährige Martha Künstler von einen: noch unbekannten Mann durch einen Schuß in die Herzgegend schwer verletzt, so daß der Tod unmittelbar daraus eintrat. Die Nachforschungen nach dem Täter sind durch die Kriminalpolizei sofort aufgenom­men worden.

kommunislisoksn Uvdsn- ßsii su§ ^i'dsirsliisnLtisgsp

Weimar, 1. Jac.yuar. In der Silvester­nacht lAurde »ruf des Arbeitslager des Frei­willigen Arbeitsdienstes auf dem Ellenbogen an der Mhön ein Uebersall ausgeführt. Ein Tvupp Kommunisten wollte die Bapachen an­zünden, während drinnen die Arbeitsfreiwilli- gen mit lihrem Lagerleiter, Hamptniann a. D. Schmückle, Silvester feierten. Die Lagerrriache konnte jedoch rechtzeitig das Lager alarmieren, «>nd es entspann sich ein längeres Handge­menge, wöbet es verschiedene Verletzte gab, von den Kommiunisten auch geschossen wurde. Mf kommunistischer Seite gab es einen Schwerverletzten und mehrere Leichtverletzte. Die ArbeftAfreiwilliigen machten mehrere Ge­sungene, die bis Mr Untersuchung am Mon- tagvormittmg auf dem Ellenbogen verbleiben.. Die Untersuchung am Montag wird in An­wesenheit dps Staatsministers Pg. Sajuckel stattfinden