Ausgabe 
(26.6.1934) Nr. 174
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

6 reiner

das mnttiche Vraan des Senats

6 —

Zeitung

-er Smen Hansestadt vremen

M.'"ÄWchlAtzlich W Norm Zustellungsgebühr; durch die Post

ten. - Postscheck Hamburg 172 72 - N Bezugspreis ist im voraus zu entrich-

1

9 3

4

Anzeigen-Grnndpreks«: Die 22-mm-ZeiIe im" Anzeigenteil 12 Rpf-, die lo-mm-Zelle im Textteil 75 Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeigen ». a.) ^ie sonstige Bedingungen laut Preisliste 1. (Nachlaßstassel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annchmeschluß 16 Uhr.

Sprechzeit des Verlages werktäglich von 12—13 Uhr, der Schriftleitung werktäglich von 16—17 Uhr.

Nr. 174 / 2 . Vierteljahr

Dienstag, 26 .

Lum

Einzelpreis is Rpf.

»Der Mhrer wir- siegen!"

Große programmatische Rede -es Ministers Rudolf Heß über alle deutschen Sender

Erlaubte und falsche Kritik

Köln, 25. Juni.

Am Montagabend hielt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, von Köln aus über alle deutschen Sender seine Rede, die er am Sonntag auf der wegen des schlechten Wet­ters abgebrochenen Schlutzkundgebung des Essener Eauparteitages in Duisburg nicht halten konnte Die Rede hatte folgenden Wortlaut:

Mein« Parteigenossen! Nationalsozialisten!

Nicht als Reichsminister spreche ich heute zu Ihnen, sondern als Nationalsozialist, als Par­teigenosse, der, wie wenig andere, weiß, was vor allem die alten Parteigenossen bewegt. Ich weiß es um so besser, als ich selbst die Ehre habe, mich zu den allerältesten Parteigenossen aus dem Be­ginn der Bewegung zu rechnen, der einst im Jahre 1920 zu dem Führer stieß, als ein paar Mann sich um ihn geschart hatten. Ich trage die heute unerhört schöne Erinnerung mit mir an die Zeit, da ich mit dem Führer gedarbt habe, um der Idee willen, für die er lebte. Ich habe die Erinnerung an das unsäglich schwere Ringen um die ersten Kämpfer für die neue Idee. Ich habe vor dem Führer gestanden unter dem ersten Dutzend SA.-Männern der Bewegung. Ich bin in der ersten Saalschlacht der SA. blutüberströmt vor meinem Führer zusammengebrochen. Ich schwor als einer der ersten SA.-Führer Adolf Hitler die Treue. Ich stürmte am 8. November 1923 an der Seite meines Führers in den Bür- gerbräukeller.

Ich büßte mit ihm siebeneinhalb Monate Fe­stungshaft ab. Ich durfte Adolf Hitler helfen, in scheinbar hoffnungsloser Lage die neue Bewe­gung aufzubauen. Ich durfte in den folgenden langen Jahren bis zur Machtergreifung täglich ihm zur Seite stehen. Ich durfte ihn begleiten in die gefährdetsten Versammlungen im ganzen deutschen Reich. Ich konnte all das Schwere, was auf ihm lastete, als fast alle Kräfte Deutschlands gegen ihn standen, mit ihm durchleben. Ich nahm teil an seinem Leiden und nahm teil an seinem Hoffen, Glauben und Siegen.

Dies mutz ich ihnen, meine Parteigenossen und Volksgenossen, alles sagen, weil Sie dann ver­stehen werden, daß ich den Führer und seine letzten Gedanken kenne, wie kaum ein anderer.

Ich mutz es Ihnen aber auch sagen, weil Sie dann um so besser verstehen werden, datz jemand, der diesen unerhört schweren Kamps beinahe vom ersten Tage der Bewegung an mit durchlebt hat, blieb, was er war: Nationalsozialist in seiner ursprünglichen Bedeutung. Und so spreche ich aus der Tradition des politischen Führers und des SA.-Führers zugleich heraus.

An Rhein und Ruhr, im Arbeitsherzen Deutsch­lands, war einst unser Kampf gemäß der Dichte der Menschen und der Schwere ihrer Arbeit mit am schwersten im ganzen Reiche. Und ich weiß, datz auch heute die meisten dieser arbeitenden Men­schen es noch nicht leicht haben in ihrem Arbeits- rinaen, datz sie noch immer unter den schwierigsten Umständen sich ihr Brot verdienen müssen. Wenn trotzdem gerade unter den Arbeitern die treuesten Anhänger Adolf Hitlers stehen, so ist dies ein Be­weis. daß es dem Führer gelang, das Wort wahr zu machen, welches sagt, datz Deutschland am reichsten sein wird, wenn Deutsch- lands ärmster Sohn auch dessen treuest er Sohn ist. Diese Tatsache bildet das Fundament zum Aufbau des neuen Reiches, so wie der arbeitende Mensch an sich das Funda­ment des Nationalsozialismus ist. Wenn trotz der Härte des Daseinska'npfes. und obwohl der Nationalsozialismus dem Arbeiter materiell noch wenig geben konnte, dieser innerlich beim Natio­nalsozialismus steht, so beweist dies seinen ge­sunden Blick rllr die Wirklichkeit: für das, was möglich ist beim Ausbau des Reiches und seiner an der Grenze des Zusammenbruchs gewesenen Wirtschaft.

Es beweist, datz er verstanden hat, datz eine Gesundung nicht innerhalb eines Jahres und we­niger Monate sich für den Einzelnen erheblich auswirken kann. datz wir vielmehr glücklich sein müssen, wenn in so kurzer Zeit bereits Millionen von Volksgenossen wieder zu Arbeit und Brot gekommen sind. während der Führer 4 Jahre Zeit sich ausbedungen hat, die Arbeitslosigkeit ganz zu beheben.

Der Arbeiter weiß. datz er im Verzicht aus höheren Lohn sein Opfer bringt zugunsten der­jenigen. die an neugeschaffenen Arbeitsplätzen stehen. Ich kann nur wiederholen, was ich vor kurzem Arbeitskameraden einer Grube an der Grenz« Ooefchlesieus zurief: Der Führer, der einst in euren eigenen Reihen arbeitend stand kennt eure Not am besten. Der Führer >si euer

bester Kamerad! Sein Streben gilt euch! Er allein will und kann gemeinsam mit euch die Besserung eurer Lebenshaltung erkämpfen! Das ist ein wesentliches Ziel seines Lebens und er wird es erreichen, wie seine anderen Ziele — so wie er bereits die erste Zielsetzung in schwerem und scheinbar hoffnungslosem jahrelangem Kampfe erreichte: die Machtergreifung.

Mit der politischen Macht in seinen Händen baut Adolf Hitler nunmehr euren Staat auf. Da ist es Pflicht eines jeden, mit allen Kräften tätig mitzuarbeiten. Wir haben dann und wann das Gefühl, datz hier oder dort Saboteure am Werke sind. Gleich, hinter welcher Front sie sich verbergen, ob in der Wirtschaft, ob in der Beamtenschaft oder sonstwo — wir werden sie eines Tages doch zu finden wissen! Dann sollen sie den Nationalsozialismus kennenlernen!

Alles wird verziehen, nur nicht das Vergehen am eigenen Volke!

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die in jeder Kritik gleich ein Verbrechen sehen. Ich weiß auch, datz hie und da Anlaß zu begründeter Kritik besteht. Um so schärfer wende ich mich aber gegen diejenigen, die kaum vermeidbare Mängel, wie sie ein so tiefgehender Umsturz durch eine Millionenbewegung naturnotwendig mit sich bringt, zum Anlaß nehmen, um Mißtrauen zu säen, Unruhe zu stiften und ihre eigenen poli­tischen Geschäfte zu betreiben. Alle diejenigen, die die Ergebnisse menschlicher Schwächen und Un­zulänglichkeiten vor sich sehen, mögen doch be­denken, wie unendlich Großes in der so kurzen Zeit erreicht wurde.

Deutschland ist außenpolitisch wieder in die Lage eines Staates gekommen, der anfängt, eine Rolle zu spielen, wie sie eines großen Volkes würdig ist. Mit Stolz haben wir bei dem Zu­sammentreffen des Führers mit Mussolini in Venedig den Unterschied zu früheren Zeiten emp­funden. Während in den vergangenen Jahren der Novemberrepublik Deutschland durch den Reprä­sentanten einer am nächsten Tage vielleicht schon gestürzten Parlamentsmehrheit vertreten war, stand diesmal der Führer der geeinten deutschen Nation dem Führer des durch ihn geschaffenen faschistischen Italiens gegenüber.

Wir Nationalsozialisten haben das Recht, dank­bar und stolz darauf zu sein, datz es Adolf Hitler gelungen ist, dem deutschen Volk vor sich selbst und vor der Welt die Ehre wiederzugeben.

Früher wurde auch die gute Absicht einer Reichsregierung unwirksam durch offene und stille Opposition der Länderregierungen. Heute ist die Zentralmacht der nationalsozialistischen Regie­rung selbstverständlich — ihren Befehlen gehorcht das ganze Deutschland. Auf keinem Gebiet des

öffentlichen Lebens: Kunst, Wirtschaft, Wissen­schaft, in der Politik aller Schattierungen bis zur Sozialpolitik herrschte eine klar« historische Linie. Weder für die einzelnen Gebiete, noch gar für ihren harmonischen Zusammenhang war Wille und Ziel vorhanden. Kein schöpferischer Mensch in Deutschland wußte, wofür er strebte, wofür er arbeitete und in welcher großen Linie deutschen Schicksals er seine Ziele aufstecken konnte.

Erst als die wenigen ersten Kämpfer des Na­tionalsozialismus für die deutsche Nation Wege in die Zukunft erkannten, erst da zog wieder Sinn in das deutsch« Geschehen. Der Führer hat dem Leben der Deutschen wieder einen Sinn gegeben.

Was aber wäre geworden, hätte der National­sozialismus den Kampf um die Macht nicht sieg­reich beenden können, hätte das Schicksal den Füh­rer nicht auserwählt, deutsche Wiederformung zur Nation und deutsche Wiederbelebung zum Volk zu vollbringen? Was wäre geworden, hätte der Versuch des Auslandes, durch wirtschaftlichen

Boykott den Nationalsozialismus in Deutschland zu vernichten, Erfolg gehabt?,

Wirklichkeit geworden wäre, was in den Plä­nen des Karl-Liebknecht-Hauses vorgesehen war. Die Besten des Volkes hätten an irgendeiner Eesängnismauer ihr Lebe» beendet! Die Regie­rung in Deutschland, soweit sich eine solche über­haupt hätte bilden können, wäre durch Beauf­tragte fremder Mächte gebildet worden. Zer­schlagen wäre das Heer, zerschlagen wäre die Wirtschaft, die Lebensbasis des Volkes. Die deutsche Jugend, deren hoffnungsvoller Idealis­mus heute unser ganzes Glück ist, wäre das Opfer einer asiatischen Rebellion geworden. Wo heute in tausend Keimen deutsches Leben wieder erwacht, schwelte letztes Feuer der Zerstörung einer europäischen Kulturnation, das über ihre Grenzen hinaussrätze, um auch den Organismus der anderen Völker Europas zu zerstören.

Als sichtbares Zeichen solchen Unterganges würden fremde Heere auf deutschem Boden die Machtansprüche fremder Nationen zum blutigen Austrag bringen. Das wäre nach unserem festen Glauben Deutschlands Schicksal gewesen, hätte nicht am 30. Januar 1933 Adolf Hitler die Zügel des Reiches übernommen.

Der innerpolitische Aufbau

Wäre nun seit diesem 30. Januar n.ur das Pro­blem der Arbeitslosigkeit in Angriff genommen worden, und wäre bis zum heutigen Tage weiter nichts erreicht, als die Wiedereingliederung von Millionen deutscher Volksgenossen in den Kreis arbeitender Teutscher, so hätte damit allein der Nationalsozialismus bewiesen, datz er zur Macht berufen ist. Wäre nur die einige, innere Kampf­front im Braun der SA. und PO. im Schwarz der SS. und im Graugrün des Arbeitsdienstes ent­standen, so hätte allein darin der Nationalsozia­lismus seine Sendung dokumentiert. Und hätten wir den Millionen unserer deutschen Jungen und Mädel den neuen Glauben an sich und ihr Volk in die Herzen gelegt, ihnen den Mut zur Selbit- gestaltung ihres deutschen Schicksals auf den Weg gegeben, so könnten wir allein daraus erkennen, wie zielrichtig unser Weg bis zum 30. Januar gewesen ist.

In der Vielzahl der seit der Machtergreifung errungenen Erfolge zeigt sich die Kraft des deut­schen Volkes, an die wir immer geglaubt haben und glauben werden.

Das deutsche Volk ist dabei, große Autobahnen zu bauen, die — wie die Römerstraßen in unseren Hagen an die Römerzeit erinnern — kommende Geschlechter nach Jahrhunderten an die Hitlerzeit erinnern werden.

Das deutsche Volk ringt in Notjahren der Erde und dem Meer neuen fruchtbaren Boden ab. Auf

dem Gebiete der Technik müht es sich ebenso füh­rend in der Welt zu bleiben wie in Wissenschaft und Kunst. Durch sein Streben nach Erhaltung der Familie, nach rassischer Sauberkeit, durch das Fernhalten fremden Blutes und damit frem­den Geistes von der kommenden Generation will es wieder Standardvolk des Menschentyps werden, den ihm Natur und Glaube vorgezeichnet haben.

Ich will nicht weiter jede Einzelheit erwähnen, die Deutschlands Verwandlung durch den Natio­nalsozialismus zeigt. Im Grunde dokumentiert diese Verwandlung in allem den Beginn der Ueberwindung des rein materialistischen Denkens. Datz wir die Organisationen des Marxismus als die Brutstätten materialistischen Denkens zerschlagen haben, ist eine revolutionäre Tat, die die äußere Kraft unserer Bewegung zeigt. Datz wir aber auch nach den Organisationen den Geist des Materialismus in denen abtöten konnten, die als einstige Träger des marxistischen Organismus noch heute leben, ist ein Beweis für die überzeugende innere Kraft der Hitler- Bewegung.

Wie lächerlich hebt sich all diesem gegenüber der Nörgler ab!

Er sieht etwas Großes, das er nicht begreift, und für dessen Ausmaß er nicht aufnahmefähig ist. Eine vergangene Zeit hat ihm die innere Größe genommen, die Voraussetzung ist für das

(Fortsetzung auf Seite 2)

Deutschlands Antwort an England

Abreise einer deutschen Abordnung nach London

Berlin, 25. Juni.

Die deutsche Regierung wird die am 22. Juni veröffentlichte Siote der englischen Regierung über die Transserfrage heute beantworten. Die Ant­wortnote der deutschen Regierung wird veröffent­licht werden, sobald sie der englischen Regierung zugegangen ist.

In der Siote wird der Borschlag der englischen Regierung, zu einer Erörterung der Transser- frage Vertreter nach London zu entienden. ange­nommen. Die deutsche Delegation die heute abend nach London abreist, besteht aus: Ministerialdiri­gent Dr. Beiger, Reichsfinanzministerium, Vor­tragender Legationsrat Dr. Ulrich, Auswärtiges Amt, und Direktor bei der Reichsbant Blessing.

Ettlümngen Sl)amber!ainö

London, 25. Juni.

Im Unterhaus erklärte Schatzkauzler NeviUe Chamberlain bei der Einbringung der zweiten Lesung der belannten Cleariughouse-- Vorlage u. a., er freue sich, daß die Einladung nach London von Deutschland angenommen wor­den sei. Er hoffe, daß es weiterhin möglich sein werde, eine Vereinbarung zu treffen. Trotzdem könne aber die britische Regierung die Annabinc des dem Unterhaus vorliegenden Gesetzes nicht verschieben. Er wünsche klarzustellen, daß Klausel 2. betreffend Bollinachr. die Einiubi aus gewissen Ländern zu kontingentieren, nicht gegeaTeuljchlank odei irgend ein anbei.-rand >in i-ejonderen ge­

richtet sei Zwei Punkte seien nach Ansicht der britischen Regierung für eine befriedigende Ver­einbarung wesentlich: daß eine volle Bezahlung

des Dienstes der Dawes- und Sjounganleihe, die gesetzlichen Vorrang haben, erfolgt, und 2. daß mit Bezug aus andere Fragen zwischen englischen und anderer Gläubigern keine Unterscheidung zu­ungunsten englischer Interessen stattfindet.

Chamberlain gab weiterhin der Hoffnung Aus­druck, daß, selbst wenn es notwendig lein sollte, ein Clearingamr zu errichten, um diese zwei Ziele zu erreichen, es möglich sein würde, die britische Ausfuhr nach Deutschland außerhalb des Wirkungsbereiches des Llearingamtes zu be­lasten und daß ein Eingriff in den Han­deln nterbleibenkönne. Zu gleicher Zeit seien die Bestimmungen genügend weil gezogen woroen, um auch dieser Möglichkeit, falls nötig, gerecht zu werden. Was die Dawes- und die Lfounganleihe betreffe, so werde uiuer der Vor­lage vorgeschlagen werden, eine Verordnung zu veröffentlichen, die vorsteht, daß 20 v. H. des Wertes der deutschen Einfuhr mit dem Zoll zu­sammen für das Llearingann eingezogen würden.

Mir Bezug aus andere Anleihen als die Da­wes- und die Pounganlerhe schlage die deutsche Regierung vor sür ihren Dienst Iprozennge Fun- oierungsdouds für die von den br'linben Giäu lagern vorgeschlagenen Anlerben auszustellen und oie Gläubiger würden bereit sein. diese Fundie- cungsbonds anzunehmen, vorausgesetzt, daß die Bedingungen befriedigend sind und daß keine

unbillige Unterscheidung stattfinde. Wenn nö sei beabsichtigt, einen kleinen beratenden A schütz zu schaffen, der den Zweck verfolgt. Reiüungsinöglichkeiten und die Unannehml keilen für den Handel auf das geringstmögl: Maß zu vermindern, falls der Plan in Wirkst keit geletzt wird.

Die für den Kauf der Bonds-Scrips r Vlockmark benlltzren Beträge seien annähe viermal so groß wie der Zinsbetrag für volles 2ohr für die beiden Anleihen oder zu mal so viel wie die Youuganleihe. Man wartet von den Exporteuren, daß sie diese V ichüsse aus den Devisen zurückbezahlen, die für ihre Ausfuhren erhalten.

Neuer Treuhänder sür Hessen

Bernn, 25. Juni.

Mit Wirkung oom 1. Juli lg.!4 ,st oer bis­herige Bankdirettor Franz Joseph Schwarz kommisforrsch mir der Wahrnehmung oer Geschäfte des Treuhänders der Arbeit sür das Wirtschafts­gebiet Hesstv beauftragt worden.

Uebersall «panischer Marxisten au, Fafchili 21 m Soniiiag wurden in Madrid ,ia,stutzen vor ihrem Heim standen plöklich von einer Au drojchke aus. vermutlich von Marxisten, beschoß Zwei Faschisten wurden schwer verwundet, k Täter entkamen. -

Fingerspitzengefühl...

f. X. Bremen, 26. Juni 1934.

Wenn wir uns in diesen Zeilen mit den „Br e­mer Nachrichten" befassen, so geschieht dies bestimmt nicht aus Konkurrenzgründen, denn wir legen ebenso, wie der Deutsch« Werberat, Wert auf eine Befriedung im deutschen Zeitungs- gewerbe. In diesem Falle handelt es sich aber um eine grundsätzliche journalistische Auseinander­setzung mit den „Bremer Nachrichten", die nötig geworden ist durch die Veröffentlichungen in der genannten Zeitung in der Frage der politischen Haltung der Hitler-Jugend auf Grund angeb­licher Aeußerungen führender Männer der NSDAP. Diese Ausführungen — und wenn sie auch nur als Bericht wiedergegeben wurden — sind geeignet, die Hitler-Jugendbewegung in der Öffentlichkeit in ein falsches Licht zu stellen und jenen Kreisen den Rücken zu stärken, die die nationalsozialistische Bewegung nur als eine Zeiterscheinung betrachten und deshalb bestrebt sind, die Arbeit der Hitler-Jugend zu hemmen, damit in zehn bis zwanzig Jahren keine hundert­prozentige nationalsozialistische Generation vor­handen sein kann. Natürlich sagt man das nicht glatt heraus, sondern kommt mit allerlei Lr- ziehungsproblemen, die man an der Hitler-Jugend ausprobieren will und die so schmackhaft dem Leser vorgesetzt werden, daß er ohne weiteres annimmt, das alles geschehe zu Nutz und From­men des nationalsozialistischen Staates und der Hitler-Jugend. Wer sich aber von diesen Schlei- mereien nicht täuschen läßt, wird bald erkennen, datz diese „Erziehungsmethoden" für die Hitler- Jugend sehr stark nach einer selig entschlummerten und überwundenen politischen Auffassung riechen.

Kritik an der Hitler-Jugend kann nur von nationalsozialistischer Seite erfolgen und kann nur von dieser anerkannt werden. Und wir haben noch nie eine Kritik von führenden Männern der NSDAP. gehört und gelesen, die irgendwie geeignet sein könnte, verletzend für die Hitler- Jugend zu sein. Kein Mensch wird aus der Hetz­rede an die Hitler-Jugend herauslesen können, datz man in der obersten Führung unzufrieden mit der Hitler-Jugendbewegung ist.

Nichtsdestoweniger versuchen gewisse Kreise, wenn einmal von führenden Parteileuten zur Hitler-Jugend gesprochen wird, Rosinen sich aus den Reden herauszuholen, die dann in einen Ku­chen verbacken werden, der so hart ist, datz sich die Hitler-Jugend-Vewegung die Zähne daran aus- beitzen soll. Wir kennen-diese Methoden aus den langjährigen Kämpfen der Bewegung: Mit jedem verfänglichen Wort wird hausieren gegangen und dann, wenn die Herrschaften zur Rede ge­stellt werden, stellen sie sich mit dem unschuldigsten Gesicht hin und sagen ganz frech: Was wollt ihr denn? Das haben ja eure Führer selbst gesagt. O, das ist eine ganz besondere Kunst gewisser Schreiber, Reden so wiederzugeben, datz das ge­rade Gegenteil dabei herauskommt. Was fragt man da nach Wahrheit? Die Hauptsache ist, man hat dem Gegner wieder eines ausgewischt und etwas bleibt immer daran hängen.

So ist es auch im Falle der „Bremer Nach­richten", die einen Artikel in der Sonntagszeitung veröffentlichten, in dem die Hitler-Jugend vom Adjutanten des Führers, Brückner, angeblich zurechtgewiesen wurde.

Wir sind von der Reichsjugendführung beauf­tragt worden, festzustellen, datz Oblt. Brückner diese Aentzerung nicht getan hat. Wenn man sich daraus etwa beziehen will, es handelt sich hier um eine Namensverwechslung, nicht Oblt. Brückner, sondern der Oberpräsident Brückner habe dies gesagt, so sei auch hier wiederum ausdrücklich festgestellt, datz Ober- präsident Brückner eine Rede dieses Inhaltes nicht gehalten hat und seine diesbezügliche Rede restlos entstellt wiedergegeben worden ist. Wir haben heute persönlich Herrn Oberpräsidenten Brückner gebeten, zu dem Artikel in den „Bremer Nachrichten" Stel­lung zu nehmen. Er ermächtigte uns zu der Erklärung, datz er allgemein von der Jugend gesprochen habe und nicht von der Hitler-

Rede des Ministerpräsidenten Görrng aus dem Hesselberg

Neue Tprengstossanjchiäge in Oesterreich Kommunlstenterkor in Liste Flugzeugunglück in England