Ausgabe 
(15.6.1934) Nr. 163
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das amtliche Vrgan -es Senats

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Nr. 163 / 2 . Vierteljahr

Freitag, 12 . Juni

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Kitler -ei Mussolini

Der Führer in Venedig vom italienischen Gtaatschef persönlich empfangen / Brausender Jubel der Bevölkerung

Erste Besprechungen in der Villa Giro

Die Ankunft in Italien

Benedig. 14. Juni.

Wenige Minuten nach 10 Uhr kam heute das Flugzeug des Führers, die „Jmmel- mann" D 2800, die viele Zehntausende von Flugkilometern schon zurückgelegt hat. auf dem Flugplatz St. Nicolo in Venedig an. Die Maschine wurde von Flugzeugstaffeln der italienischen Lustsahrtwache begleitet. Unmittelbar nach der Landung verließ der Führer als erster die Kabine und ging auf Mussolini zu, der wenige Schritte vom Flug­zeug entfernt Ausstellung genommen hatte, umgeben von den Würdenträgern Italiens und der faschistischen Partei. Mussolini be­grüßte den Führer, und beide schüttelten sich herzlich die Hände. Der Führer begrüßte so­dann den deutschen Botschafter in Rom, von Hassell.

Gleichzeitig mit dem Führer trafen aus dem Flughafen Rekchsaußenminister Freiherr von Neurath, Reic^pressechef Dr. Dietrich, der Adjutant des Führers, Gruppenführer Brückner, sowie der zweite Adjutant, Ober­führer Schaub, und Beamte der Reichskanz­lei und des Auswärtigen Amtes ein.

Mussolini begab sich mit dem Führer so­fort zu dem wartenden Motorboot, in dem beide Platz nahmen. Die Motorbootflottille setzte sich in Bewegung. Die Fahrt führte zunächst an einer Torpedobootsflottille vor­bei. Auf den Booten hatten die Besatzungen in weißer Uniform Paradeaufftellung ge­nommen. Weiter ging die Fahrt am Dogen­palast vorbei durch den Canale Grande bis zum Grand-Hotel, wo das Motorboot des Duee anlegte. Mussolini verabschiedete sich hier zunächst vom Führer und begab sich nach der Villa Pisani in Stra. Benedig hatte inzwischen sein schönstes Flaggenkleid angelegt. Bon allen Plätzen und Usern jubel­ten begeisterte Menschen den beiden Staats­männern zu.

llf des ReichsjugendMrers

zur Kinder-Landoerschickung eichsjugendführer hat den folgenden Auf- Aktion der Kinder-Landoerschickung er-

er Machtübernahme der «ationalsozialistr- wegung hat unsere große Jugendfront sich ge Millionen erweitert. Der Führer hat hinaus den Grundsatz der Selb fi­ng der Jugend aufgestellt und uns it. Damit ist unsere Verantwortung für md gewaltig gewachsen, rberstes Gesetz und oberste Richtschnur Arbeit an der deutschen Jugend gilt für : Kampf für die Beseitigung llrbeitslosigkeit unter den irbeiter» und eine vorbildliche Ee-

»flege.

Gesundheitspflege, deren Grundlage die tersuchnngen durch die HJ.-Aerzte bil- von dem Grundsatz aus, daß die Ee- tung der gesunden Jugend die Erund- r sozialen Arbeit sein mutz. Wir haben inder-Landverschickung, die wir mit der rammen durchführen, ein Mittel gefun- ) das nicht nur die erholungsbedürftige ie nötige Ausspannung findet, sondern Stadtkindern auch die Lebensbedingungen rrn, den deutschen Heimatboden und utmätziges an Hof und Scholle gebunde- -tum erleben läßt.

Kinder hat das Soziale Amt der RJF. i Jahre verschicken können. In diesem iß es gelingen, mehr als 300 000 er- edürftige Jungen und Mädel aus dem :er der Großstädte hinauf aufs Land zu

er Bauer, unser Ruf geht an dich, an der n Zukunft von Volk und Staat mit- Indem du deutscher Jugend die Mög- Zrperlicher Erholung und Stählung ver- oirkst du mit am Bau der Zukunft des

, am 12. Juni 1931.

gez. Baldur von Schirach, Jugendführer des Deutschen Reiches.

Zweistündige Unterredung

ckib. Rom, 14. Juni.

Ueber die erste Unterredung Hitler-Musso­lini in Stra wird folgendes amtlich bekannt­gegeben: Der Chef der italienischen Regie­rung hat dem deutschen Reichskanzler heute ein Frühstück in der Villa Pisani in Stra gegeben. Nach dem Frühstück haben die bei­den Regierungschefs eine über zweistündige Unterredung gehabt. Die Unterredung wird morgen fortgesetzt werden.

Wie wir dazu noch erfahren, fand die Unter­redung unter vier Augen statt. Auf der Rückfahrt blieb der Führer mit seinem Motorboot etwas zurück, um noch das berühmte Condottiere-Denk- mal des Tolleoni zu besichtigen. Er traf kurz nach V-6 Uhr im Hotel Grande ein, nachdem wenige Minuten vorher der Duce aus dem Lanale Grande das deutsche Standquartier passiert hatte.

An dem Frühstück in Stra nahmen u. a. teil: Senator und früherer Parteisekretär Eiurati, der Staatssekretär Sur-ich, der Parteisekretär Sta- race, der italienische Botschafter in Berlin, Cer-

ruti, Baron Aloisi und andere hohe Staats- und Parteibeamte. Auf deutscher Seite waren an­wesend Außenminister von Neurath, der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, Gruppenführer Brückner, Presseschef Dr. Dietrich u. a. Ferner traf Eeheimrat Aschmann, Pressechef im Auswärtigen Amt, im Flugzeug von Berlin kommend in Vene­dig ein.

Ueber den weiteren Verlauf des Besuches des Führers in Italien berichtet der Sonderbericht­erstatter des DNB.:

Vom Piazzale Romano geht die Fahrt über die große Autostraße nach Fusina und von dort ent­lang den Brenta-Kanal nach Stra. Die Fahrt vermag ein Bild zu geben von dem Geiste, mit dem das italienißhe Volk an seinem Führer hängt, mit dem es aber auch den Führer des deutschen Volkes achtet. Aus allen Fenstern hing die Erlln- Weiß-Rote Trikolore mit dem Liktorenbündel. Ueber die Straßen waren immer wieder in Riesenschrift die Worte geschrieben: „Duce, Duce, Duce!" und an verschiedenen Stellen: „Hitler!" An den Häusern klebten große Plakate, die 10, 20 und 30 Mal wiederholten: „Duce, Duce, Duce!"

Das Fiasko der altgewohnten Methoden im Verkehr der Völker untereinander ist nicht mehr zu Lestreiten. Niemand ist da, der in den Ländern des Systems von gestern das Steuerruder herum­zureißen imstande wäre. Und nun ist der Tag angebrochen, an dem die einzigen schöpferischen Staatsmänner Europas sich erhoben haben, um sich die Hände zu reichen und Aug' in Auge Zwie­sprache zu halten über das Schicksal des Abend­landes.

Man geht fehl in der Annahme, daß die Tage von Venedig etwa mit dem Abschluß eines -Paktes beendet würden. Kein irgendwie geartetes Pro­gramm wird den Gang der Verhandlungen ein­engen. Kein Bündnis, kein Kompromiß, keine

Arlsuöski empfängt Goebbels

Warschau, 14. Juni.

Reichsminister Dr. Goebbels wurde Don­nerstag nachmittag von Marschall Pilsudski empfangen. Beim Empfang waren zugegen der polnische Außenminister Beck und der deutsche Gesandte in Warschau, Graf Moltke.

Flugzeug des Führers am Flughafen vorbei, zog eine Schleife über dem Lido und landete dann auf dem Flughafen. Als sich die Kabine des Flug­zeuges öffnete und der Führer in Zivil und im Mantel an der Tür erschien, spielte die Militär­kapelle das Deutschlandlied. Der Führer trat zu­nächst auf Mussolini zu, der wenige Schritte vom Flugzeug entfernt mit hohen italienischen Wür­denträgern und dem deutschen Botschafter wartete. Beide Männer drückten sich die Hand und sahen sich fest in die Augen.

Das Horst-Wessel-Lied erklang. Dann schritten Mussolini und der Führer unter den Klängen der Giovinezza, gefolgt von dem Parteisekretär Sta- race und dem Eeneralstabschef der Miliz, Te- ruzzi, die Front der Ehrenformationen ab. Darauf führte Mussolini den Führer zur Motor­bootflottille. Mussolini und der Führer fuhren stehend im ersten Boot. Daran schlössen sich dann die Boote mit den übrigen Ehrengästen. Durch die große Lagune ging dann die Motorbootfahrt, vorbei an der Torpedobootflottille, wo die Be­satzung die Ehrenbezeugungen erwies, vorbei am Togen-Palast, am Markusplatz zum Grand-Hotel. Am Grand-Hotel verließ der Führer das Motor- bot und verabschiedete sich von Mussolini, der mit seiner Begleitung weiterfuhr zum Pialaze Ro­mano, dem großen neuen Platz, auf dem die vor einigen Wochen eingeweihte Autostraße nach Mestre beginnt. Von dort fuhr der Duce hinaus zur königlichen Villa Stra.

Unter den zahlreichen in Venedig anwesenden Diplomaten bemerkte man auch den Berliner italienischen Botschafter Cerruti und Frau. In Venedig ist ferner eine Fülle von Journalisten und Diplomaten aus aller Welt anwesend, die Zeugen dieser historischen Tage sein wollen.

Schon am Flughafen wurden Hitler und Musso­lini mit spontanem Händeklatschen begrüßt. Es erschollen immer wieder die Rufe „Evviva el Duce, Evviva Hitlew" und dann immer

Eine Form der Begeisterung, die sich nicht nur auf einen Mann, sondern auch aus einen Begriff, auf ein Wort mit aller Intensität konzentriert. In den kleinen Orten trat gerade die Vallila an, um auf der Rückfahrt des Führers Spalier zu bilden und ihn zu begrüßen. Dann trafen wir lange Kolonnen von Iungfaschisten, die riesige, fünf Meter große Plakat« mit dem Kopf Musso­linis mit sich führten und die bei unserem Er­scheinen in Beifallsklatschen und laute Rufe: „Es leb« Deutschland" ausbrachen.

Als der Führer, der unterwegs immer wieder von der Bevölkerung und faschistischen Abteilun­gen begrüßt wurde, an der Villa Stra eintraf, ging ihm Mussolini entgegen und begrüßte ihn; dann schritten Mussolini und der Führer durch die weite Halle des Schlosses hinaus in den Park, den der Führer zunächst besichtigte. Nach dem Essen gegen 3 Uhr begann die erste große histo­rische Unterredung zwischen den Führern der bei­den großen Völker. Am späten Nachmittag traf der Führer auf dem gleichen Wege wieder im Hotel Grande in Benedig ein.

Begegnung zweier Führer

k. Illü. Bremen, 15. Juni.

Mit ehrlichem Jubel und ungewöhnlicher Begeisterung, deren Einzigartigkeit man selbst in Paris nicht wird in Abrede stellen können, hat gestern in Venedig bei dem so herzlichen Empfang des Führers durch den italienischen Staatschef die Bevölkerung ihre starke Sympathie für Adolf Hitler und das neue Deutschland zum Ausdruck gebracht. Die erste Begegnung zwischen den beiden europäischen Staatsmännern, deren Außen­politik infolge der Geschlossenheit jeder der hinter ihnen stehenden Nationen ebenso stabil wie weitschauend sein kann, ist auf histori­schem Boden zu einem gleichfalls histori­schen Akt besonderer Bedeu­tung geworden. Mit welcher Beharrlichkeit hatte die Pariser Presse, von wenigen beson­nenen Blättern abgesehen, das politische Er­eignis in Venedig im voraus zu bagatellisie­ren oder in falschem Licht erscheinen zu lassen versucht! Sie hatte wider Willen mit ihrer schlecht gemeisterten Aufregung nur unterstrichen, was die Kühler und darum ob- ektiver urteilenden Londoner Blätter ver- icherten, als sie feststellten, daß die Politik ses Moskauer Außenkommissars Litwinow sowie die Annäherung Frankreichs an Sow­jetrußland, die Türkei und die Balkcmstaaten Italien von Frankreich fort und auf Deutsch­land hin orientieren werden.

Nun ist jedoch die politische Situation in Europa zurzeit nicht so eindeutig, daß es an­gebracht erscheint, die Begegnung zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini allein un­ter dem Gesichtspunkt der italienisch- französischen Gegensätze zu be­trachten, wie sie im mitteleuropäischen Raum mit der Politik der Kleinen Entente, aus maritimem Gebiet mit dem französischen Rü­stungsfieber und hinsichtlich der Kolonial- politik nicht zuletzt in Tunis gegeben sind. Schon aus der gestrigen amtlichen Ankündi- ung, daß sich der deutsche Reichskanzler mit em Leiter der italienischen Regierung über die allgemeine politische Läge unterhal­ten werde, geht der umfassende Charakter der sorgfältig vorbereiteten Zusammenkunft hervor. Wenn die volle Würdigung des Er­eignisses zwar erst an Hand des amtlichen abschließenden Berichtes möglich sein wird, so geht man dennoch wohl nicht in der An­nahme fehl, daß auch die gemeinsame Abwehr der in letzter Zeit akti­ven kommunistischen Propagan­da zu den Gesprächsthemen gehört. Der Fall der kommunistischen Internationale liegt allerdings nicht so, daß der Führer mit dem von ihm niedergeschlagenen Marxismus in Deutschland nicht allein fertig würde: w i r sind im Gegenteil bereits für alle Zeit von dieser internationalen Seuche geheilt. Um so dreister aber sind die kommunistischen Brandstifter in anderen, für ihr Vorhaben weniger hoffnungslosen Teilen Europas am Werk, und es zeugt von dem über die eige­nen nationalen Interessen Hinausgreifenden Verantwortungsbewußtsein der beiden großen Staatsmänner, daß sie nach ihren beispiellosen innenpolitischen Erfolgen doch die Gefahr, die dem Ganzen der Kultur­welt von der Seite der kommunistischen In­ternationale her immer wieder droht, nicht aus den Augen verlieren.

Wir brauchen bei aller Freude über den glänzenden Empfang des Führers in Italien und über das herzliche persönliche Einverneh­men, das die beiden Staatsleiter sofort be­seelte, durchaus nicht zu ignorieren, daß auch einige rein deutsch-italienische Fra­gen der Klärung harren und bei den Un­terhaltungen sicher keine nebensächliche Rolle spielen werden. Die italienischen Blätter, deren Begrüßungsartikel in ihrem deutsch-

Transsermoratorium ab 1. Juli

Goebbels am Grabe des Unbekannten Soldaten in Warschau

Der Verlauf des Horst-Wessel-Prozesses

Ausnahmesperre für die Rcchtsfront

Venedig, der Schlußstrich unier die Vergangenheii

Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns zur Begegnung Hitler—Mussolini auf Grund seiner Berliner Informationen:

Man darf die Begegnung des Führers mit dem Duce getrost die Begegnung des Jahr­zehnts nennen. Vielleicht wird einst die Ge­schichte die Bedeutung dieses Ereignisses mit jenem Staatsbesuche PoincarSs in Petersburg in Parallele stellen, der äußeres Symbol und innere Vorbereitung für einen grundsätzlich neuen Kurs der europäischen Politik bedeutete.

Zweifellos ist die Zeit gekommen, um die Epoche des Versailler Diktats endlich zu beenden. Alle diplomatischen Verhandlungen, die Reichs­kanzler Adolf Hitler bis zur Selbstentäußerung durchzuführen bemüht war, um auf dem direkten Wege der Verständigung einen moäus vivsväi mit dem Nachbarn jenseits des Rheines zu fin­den, sind an der ablehnenden und jedem Einfüh­lungsvermögen baren Haltung Frankreichs und den Quertreibereien der vom internationalen Großkapital allzu deutlich abhängigen französi­schen Presse gescheitert. Auch die trostlosen Ver­handlungen der Abrüstungsbeflissenen in Genf haben nur zu handgreiflich bewiesen, wie wenig guter Wille und ehrliches Wollen in all den Ge- schäftspolitikern steckt, die dort zusammenkamen.

Empfang durch den Duce

Ueber die Ankunft des Führers in Ve­nedig wird im einzelnen nych folgendes berichtet: Von den alten Palästen flatterten die Fahnen Italiens und Deutschlands. Menschen sammelten sich überall auf den breiten Freitreppen, die von den Palästen und Kirchen hinunterführen an die Kanäle. Auf den Torpedobooten, die längs des Weges vom Flughafen zum Grand-Hotel am Ea- nale de Grande festgemacht hatten, trat die Be­satzung bereits an. Weiß leuchteten die Parade­uniformen der Marinesoldaten. Polizeiboote furchten das Wasser, daß die Wogen hoch auf­spritzten, und überall wurde letzte Hand angelegt. Am Flughafen selbst waren Ehrenformationen aller italienischen Waffengattungen angetreten. Da stand die Infanterie in flachem Stahlhelm, da­neben eine Abteilung Artillerie, dann, an ihren gelben Aufschlägen erkenntlich, eine Abteilung Kolonialtruppen, weiter eine Abteilung der Ma­rine und eine Abteilung der Fliegertruppen. Mussolini, der schon bald nach 9 Uhr auf dem Flughafen eingetroffen war, sah man in angereg­tem Gespräch mit dem deutschen Botschafter von Hassell. Der Flughafen war abgesperrt. Nur be­sonders Geladene hatten Zutritt, Angehörige der Führung der faschistischen Partei und hohe italienische Negierungsbeamte. Man bemerkte u. a- auch Staatssekretär Suvich, ferner Generale und hohe Offiziere.

Die große Flughalle war ausgeräumt worden, um der Maschine des Führers Platz zu geben. Die Stirnwand war mit einer großen Haken­kreuzflagge geschmückt, die flankiert wurde von der italienischen Trikolore mit dem Likioren- bündel. Flugzeuge der italienischen Marine krei­sten in Staffeln um den Flugplatz und flogen dann dem Flugzeug des Führers entgegen.

Von der Insel Murano her, wo die bekannten venezianischen Glasbläsereien liegen, kam das

Paragraphensammlung wird geplant oder vor­bereitet.

Es wird davon geredet, daß vor allem die öster­reichische Frage geklärt werden würde, um den letzten Stein des Anstoßes auf dem gemeinsamen Wege in die Zukunft beiseite zu räumen. Aus­ländische Zeitungen wollen aus dunklen Quellen erfahren haben, daß Adolf Hitler „aufOester - reich verzichten" würde, um Mussolinis Ja und Amen für eine deutsche Aufrüstung zu er­halten. Wie typisch dieser Kuhhandel-Plan für liberalistische und jüdische Gazetten! Als ob das österreichische Problem nicht bereits der Lösung ohne fremdes Dazutun entgegentriebe! Als ob es noch des Hin- und Herredens bedürfte, um die Regierung Dollsuß an der eigenen Unfähigkeit zugrunde gehen zu lassen!

Der Weg nach Venedig bedeutet nicht einen neuen deutschen Vorstoß in der Abrllstungsfrage; er bedeutet nicht eine neue Saison politischer Ver­wicklung; sondern er ist ein endgültiger Schlußstrich unter die Vergangen­heit. Das Resultat wird nicht von heute und für morgen sein; es wird einen tiefen Einschnitt bedeuten in die Geschichte dieses Jahrhunderts.

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wieder die Rufe.„Hitler! Hitler! Hitler!" und dazwischen wieder das „Evviva" und brausendes Händeklatschen.

Als gegen 12 Uhr mittags dann der Führer mit seinen Begleitern sich hinunter zur Anlege­stelle begab, um zum Pialaze Romano und von dort mit einem Auto nach der Villa Stra zu fahren, empfing ihn erneut brausender Jubel. Zahlreiche Deutsche aus Italien hatten sich dort angesammelt und brachten dem Führer ihre Hul­digung dar. Die Sirenen der Schisse und Motor­boote heulten und durch ein Spalier von zum Gruß erhobenen Armen fuhr das Motorboot des Führers den Canale Grande hinauf, vorbei an den historischen Palästen, die kilometerweit diesen Kanal säumen, vorbei auch am Palazzo Vendra- min, wo Richard Wagner seine Augen für immer schloß.

Der Alpenflug des Führers

Der Flug des Führers über die Alpen war sein erster derartiger Flug. So war er — der be­geisterte Alpenfreund — naturgemäß besonders gespannt auf die Eindrücke. Ueber Tirol lag lei­der eine dicke Wolkendecke, hinter dem Brenner jedoch rissen dann die Wolken auf und v 2600 „Jmmelmann" mit Bauer, dem ersten Piloten des Führers, am Steuer konnte sich von 1000 Meter etwas tiefer schrauben. Brixen war zu sehen und dann die herrliche zerklüftete Felsenwand der Dolomiten. Der Führer setzte sich, um eine noch schönere Sicht zu haben, zu dem Piloten. Man sah dann die steilabfallende Marmolata, die wie ein Gruß aus einer Urwelt erschien, die veneziani­schen Alpen, dann die weite oberitalienische Tief­ebene und einem llrstrom gleich das ungeheuer weite,*aber wasserarme Flußbett der Piase.