Ausgabe 
(30.5.1934) Nr. 147
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Nr. 147 / 2. Vierteljahr

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-er Freien Hansestadt vremen

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Mittwoch, so. Mai

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Neue Vorschläge in Gens

Amerika schlägt Macdonalv-Vlan als Grundlage vor / Nußland wünscht Aenderung

der Abrüstungskonferenz

Hendersons EMnungöfebe

Genf, 29. Mai.

Die neue Tagung des Hauptausschusses wurde Dienstag nachmittag 314 Uhr unter starkem An-, drang des Publikums und der Pressevertreter vom Präsidenten Henderson eröffnet. Henderson begann seine Erklärung mit der Feststellung, daß die Zeit gekommen sei, wo der Hauptausschutz entscheiden müsse, ob er seine Arbeiten fortsetzen solle. Die seit Oktober geführten Verhandlungen hätten die Beseitigung der verschiedenen Schwierigkeiten nicht bewirkt. Die gegenwärtige Lage sei kritisch. Die allgemeine politische Atmosphäre, die schon seit Zusammentritt der Konferenz nicht' sehr günstig gewesen sei, habe sich bestimmt nicht gebessert. In diesem Augenblick müsse aber daran erinnert wer­den, daß die Konferenz eine Reihe wichtiger Be­schlüsse gefaßt habe. Henderson erwähnte die Ent­schließung vom 29. April 1932 über die Herab­setzung der Rüstungen auf den niedrigsten Stand im Sinne des Artikels 8 der Völkerbundssatzung, die Entschließung vom 22. April über den Grund­satz der qualitativen Abrüstung, die Entschließung vom 23. Juli, die ein ganzes Abrüstungspro­gramm aufstellte, das Kommunique vom 11. De­zember über die deutsche Gleichberechtigung, das zam 14. Dezember vom Hauptausschuß zur Kennt­nis genommen wurde. Henderson verlas diese Er­klärung unter starker Betonung ihrer wesentlichen Punkte im vollen Wortlaut. Er erwähnte sodann den englischen Konventionsentwurf, , der. am 27. März 1933 als Diskussionsgrundlage und spä­ter sogar als Grundlage eines künftigen Abkom­mens angenommen wurde. Am 16. Oktober vori­gen Jahres habe der Hauptausschuß eine neue Lage vorgefunden, infolge des deutschen Austritts aus der Konferenz, der im Anschluß an die Büro­sitzung vom 14. Oktober erklärt wurde.

Aus dem historischen Rückblick leitete Henderson die Notwendigkeit einer raschen Lösung einiger der Konferenz übertragenen Ausgaben ab. Es müsse

1. eine Lösung des Problems der natio­nalen Sicherheit gefunden werden, das die Grundlage der gesamten Ab- rüstungsfragen bilde.

2. Es müsse dem Wettrüsten auf dem Gebiete der Luftflotten Einhalt geboten werden «nd

3. eine internationale Kontrolle der Herstellung und des Handels von Waf­fen geschossen werde«.

Schon die Völkerbundsversammlung des Jah­res 1927 habe die Verbindung zwischen Sicherheit und Abrüstung festgestellt. Das durch die Völker­bundssatzung und die Locarno-Verträge erreichte Sicherheitssystem sei von beträchtlicher Stärke. Es sei aber unterhöhlt worden durch Zweifel über seine praktische Anwendung. Es komme jetzt dar­auf an, allgemeines Vertrauen auf eine effektive internationale Aktion gegen den Angreifer her­zustellen, Nur dann könne man von den Ländern erwarten, daß sie in eine Herabsetzung ihrer Rüstungen einwilligen. Diese Rüstungsherab­setzung bedeute Heute freiwillig schon an und für ^ sich einen Faktor der Sicherheit. Henderson schloß mit den Worten: „Wir müssen unser Werk zu einem erfolgreichen Ende bringen, und ich fordere deshalb alle Teilnehmer der Konferenz zu einer aktiven Mitarbeit auf."

Die Stellung Amerikas

Unter großer Spannung eröffnete Norman Davis als Bevollmächtigter der Vereinigten Staaten den Reigen der Redner, die nun ver­suchen wollen, durch eigene Vorschläge einen Aus­weg aus der Sackgasse zu zeigen, in der sich die Abrüstungskonferenz heute befindet. Norman Davis stellt zunächst fest, daß die großen Hoff­nungen, mit denen die Abrüstungskonferenz einst begrüßt worden sei, heute tiefherabge- stimmt worden seien. Eine große Macht habe sich von der Konferenz zurückgezogen; die direkten Verhandlungen hätten ebenfalls enttäuscht und kein« Möglichkeit geboten, die großen Schwierig­keiten zu beseitigen. Heute sprächen gewiqe Mächte nicht mehr von der Verminderung der Rüstungen, sondern höchstens noch von ihrer Be­grenzung, andere sogar von einer sofortigen Rü- stungsvermehrung.

Trotzdem sei er der Meinung, daß

das Abrüstungsproblem nicht unlösbar

sei, wenn alle Nationen in richtigem Geist diese Lösung erstrebten. Jede Nation habe denselben Grundgedanken: Wie könne man die Drohung be­seitigen und die Bürde eines Wettrüstens erleich­tern. ohne die Sicherheit zu verringern? „Es ist trotzdem", so fuhr der Redner fort, „die Meinung der amerikanischen Regierung, daß es möglich

sein muß, durch wechselseitige Verminderung und Begrenzung der Rüstungen in Verbindung mit dem revidierten MacDonald-Plan für alle Staaten die Verringerung der Sicherheit durch Herabsetzung der Rüstungen auszugleichen.

Es gibt nur zwei Wege, um Sicherheit zu schaf­fen: 1. Durch eine überwältigende Riistungsiiber- legenheit, vielleicht zusammen mit einer Rückver­sicherung durch Bündnisse. Aber dieses System hat einst zu einem Wettrüsten und dann zu einem Kriege geführt, von dem wir uns heute noch nicht erholt haben und von dessen Wiederholung wir uns vielleicht niemals wieder erholen würden.

Der zweite Weg ist folgender: Es gilt, die Ver­teidigungskräfte zu stärken und die Angrifss- kraft zu schwächen, mit anderen Worten die Aussichten eines erfolgreichen Angriffskrieges zu vermindern — durch eine allmählich sich stei­gernde Abschaffung derjenigen Waffen, die sich besonders für einen Einsall eignen, d. h. der schwe­ren beweglichen Artillerie, der Tanks, der Gas­waffen und der Bombenflugzeuge.

Diese Abrüstungsmethode würde eine wirk­liche Hilfe für die Aufrechterhaltung des Friedens sein, vor allem auch dadurch, daß man damit die Instrumente abschaffen würde, die für einen erfolgreichen Angriff unerläßlich sind und wodurch man auch den Festungen und anderen Verteidigungsmitteln eine Ueberlegenheit sichern würde. Diese Methode ist tatsächlich am 23. Juni 1932 von der Konferenz in einer Entschließung angenommen worden-

Die amerikanische Regierung ist überzeugt, daß nur dieser zweite Weg — der der Abrüstüng — Friede und Fortschritt in der Welt und die natio­nale Sicherheit jedes Landes verbürgen kann. Leider ist die entgegengesetzte Strömung in Europa gegenwärtig vorherrschend. Ein Fort­schreiten auf diesem Wege würde wieder Bedin­gungen schaffen, wie sie dem Weltkrieg voran­gingen. Wer also die Politik verfolgt, anstatt die Sicherheit durch eine Verminderung der Rüstun­gen herbeizuführen, lädt eine schwere Verantwor­tung für die Zukunft aus sich.

Die Vereinigten Staaten haben sich immer wieder für eine drastische Verminderung der

Rüstungen ausgesprochen und sind bereit, mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten, um die Rüstungen auf jenen Stand zu bringen, wie er durch die Erfordernisse der Selbstverteidigung notwendig ist." Norman Davis empfahl dann nochmals den revidierenden MacDonaD-Plan als Grundlage für eine Einigung und fuhr dann fort:

„Präsident Roosevelt hat mich beauftragt, die Haltung und Politik der Vereinigten Staaten folgendermaßen zusammenzufassen: Wir sind bereit, jeden praktischen Weg zu beschreiten mit dem Ziel, ein allgemei­nes Abrüstungsabkommen zu er­reichen und so dem allgemeinen Frieden und dem Fortschritt der Welt zu dienen. Wir sind weiter bereit, in Verbindung mit einer all­gemeinen Abrüstungskonoention ebenfalls über einen allgemeinen Nicht­angriffspakt zu verhandeln und mit anderen Nationen über alle Probleme zu sprechen, die aus Verträgen erwachsen kön­nen, an denen wir teilnehmen. Die Ver­einigten Staaten haben aber nicht die Ab­sicht, an den politischen Verhandlungen und Abmachungen europäischer Mächte teilzuneh­men Und werden sich auf keine Verein­barung einlassen, die den Zweck haben könnte, ihre bewaffnete Macht für die Rege­lung irgendeines Streitfalles einzusetzen. Die Politik der Vereinigten Staaten hat das Ziel, sich außerhalb jedes Krieges zuhalten, aber aus jede Weise zu helfen, wenn es gilt, den Krieg zu verhüten."

Norman Davis erinnerte dann nochmals an verschiedene Vorschläge, die die Vereinigten Staaten im Laufe der Abrüstungskonferenz vor- . gebracht haben. Heute seien die Vereinigten Staa­ten bereit, noch weiter zu gehen. Sie seien be­reit, durch ein internationales Abkom­

men ein wirksames System auszuarbeiten für die Regelung der Massenherstellung und für den Handel mit Waffen und Munition. Der ameri­kanische Präsident sei überzeugt, daß der Friede der Welt bedroht sei durch die unkontrollierte Tätigkeit der Waffenfabriken und Waffenhänd- ler, und es gelte nun, durch wirksame Schritte diejenigen Kräfte zu kontrollieren und zu unter­drücken, die ein materielles Interesse daran hät­ten, Mißtrauen und Zwietracht zu fördern.

Dann wandte sich Norman Davis wieder der eigentlichen Abrüstungsfrage zu. Sein Land sei bereit, selbst da noch über weitere Rüstungsoer- minderungen zu verhandeln, wo seine Rüstungen schon beschränkt worden seien, so auch hinsichtlich der Seerüstungen, obwohl Amerika es für not­wendig gehalten habe, sein Schiffsbauprogramm bis annähernd an die vertragliche Grenze heran durchzuführen. Trotzdem wäre Amerika^ wenn andere Staaten ebenfalls dazu bereit seien, auch bereit, die Flottenrüstungen in einem angemesse­nen Verhältnis herabzusetzen. Die Bemühungen der Vereinigten Staaten seien aber auf Ab­rüstung in allen Waffen arten gerich­tet und nicht auf einen Rüstungsstillstand oder gar auf eine Aufrüstung. Die Konferenz stehe nun vor einer schweren Entscheidung. Sie müsse sich darüber klar werden, ob man das Ziel einer kon­trollierten Abrüstung im Auge behalte oder sich mit einer einfachen Begrenzung der Rüstungen abfinden wolle, die bei der gegenwärtigen Höhe der Rüstungen'von söhr' zweifelhaftem Nutzen sein würde. Sonst bliebe nur ein unkontrolliertes Wettrüsten über, dessen Wirkungen verhängnis­voll sein müssen.

Norman Davis schlug der Konferenz vor, zu den Entschließungen vom 8. Juni 1933 zurück­zukehren, also zur Annahme des MacDonald-Vor- schlages durch alle Nationen einschließlich Deutschlands, als Basis eines zukünftigen Abrüstungsabkommens. Wenn Deutschland eine Abrüstungskonvention wünsche, was zweifellos der Fall sei, dann könne er nicht leicht glauben, daß es nicht bereit sein würde, die Verhandlungen wieder aufzunehmen auf einer Grundlage, der es früher zugestimmt hab­

Litwinow trägt Rußlands Standpunkt vor

Im weiteren Verlauf der Sitzung des Haupt­ausschusses der Abrüstungskonferenz sprach nach Norman Davis Litwinow. Litwinow bemühte sich — zum Teil zweifellos mit treffenden Argu­menten — den vollkommenen Fehlschlag der Ab­rüstungskonferenz festzustellen. Er wandte sich in ironischen Worten gegen diejenigen, die immer noch Resultate erkennen wollen und hoffen, daß die Konferenz schließlich doch noch zu Ergebnissen führen könnte. Er erging sich dann in Lobes­äußerungen über die früheren russischen Bemühun­gen um die Abrüstung. Der einzige gangbare Weg:' die sofortige totale Abrüstung aller Staaten sei verworfen worden; daraus seien die Schwierig­keiten dann zum großen Teil, erwachsen. Die schweren Gegensätze zwischen den einzelnen Staa­ten bestündenän voller Schärfe weiter. Es komme hinzu, daß politische Ereignisse eingetreton seien, die die Lage kritisch gestaltet hätten.

In diesem Zusammenhang sprach Litwinow von .kriegsähnlicher Aktivität auf dem Boden benachbarter Staaten". Einige Staaten, die noch im Besitz genügender Kräfte seien, um diele Politik durchzuführen, begnügten sich zunächst mit der mündlichen und schriftlichen Propaganda der Idee einer Expansion und der Eroberung fremder Gebiete mit Waffengewalt. Könne man überrascht sein, so fuhr Litwinow fort, daß die­jenigen Staaten, die an der Aufrechterhaltung des Friedens interessiert seien, heute ernsthaft be­unruhigt seien und noch viel mehr zögerten als früher, bevor sie an die Abrüstung heranträten?

Litwinow sprach dann über die Gleichberechti­gung und sagte, daß es sehr darauf ankomme, ob diese Gleichberechtigung einem friedfertigen Staat gewährt werde oder einem Staat, der ein Eroberungsprogramm vertrete, und zwar zweifel­los ein Eroberungsprogramm mit kriegerischen Mitteln, da doch niemand sein Gebiet feiwillig abtrete. Im übrigen, so meinte er weiter, kann sich eine Abrüstungskonferenz nie- malsmitderFrageeinerAufrllstung

befassen. Auf jeden Fall aber habe er einmal auf diese neue Atmosphäre'hinweisen wollen, die die Folge gewisser politischer Ereignisse sei und die das an sich schon schwierige Werk der Kon­ferenz noch weiter erschwert habe.

Dann ging Litwinow zu den sowjetrussischen Vorschlägen über. Da es sich heute nicht mehr um Abrüstung, sondern nur darum handele, den Frie­den zu sichern, müsse ein anderer Weg als der der Konferenz gefunden werden. Ein solcher Weg sei zweifellos das System der Nichtangriffspakte,

das Rußland schon weit ausgebaut habe. Ein anderer Weg sei der der regionalen Pakte zur gegenseitigen Hilfeleistung nach französischen Vor­schlägen.

Als wichtigsten russischen Vorschlag nannte Litwinow die lleberleitung der Abrüstungskonfe­renz in eine ständige und regelmäßig tagende Konferenz, die keine andere Aufgabe habe, als mit allen Mitteln den Frieden zu sichern. Bisher hätten Friedenskonferenzen nur nach Veenöigung eines Krieges getagt. Sein Vorschlag ginge auf eine Konferenz hin, die den Krieg und seine Folgen verhindern solle. Diese hätten die Aufgabe, alle Mittel zu vervollkommnen, die die Sicher­heit stärken könnten und rechtzeitig alle Maß­nahmen treffen zu lassen, um den Frieden zu sichern, wobei es sich um moralische, wirtschaft­liche, finanzielle oder auch andere Mittel han­deln könne.

Litwinow sprach dann weiter darüber, wie sich diese neue Körperschaft mit dem Völkerbund ver­trage. Er behauptete, daß er dem Völkerbünde alle Befugnisse lassen wolle und ihn nur von einer Aufgabe zu entlasten wünsche, die von einem an­deren Organ besser und wirksamer wahrgenommen werden könnte. Die Friedenskonferenz könne dabei wohl als ein Organ des Völkerbundes angesehen werden.

Litwinow hat sich also nicht klar über die Frage des Eintritts Rußlands in den Völkerbund ge­äußert und alles hier noch offen gelassen.

Sein Vorschlag, den Völkerbund gerade in der ihm obliegenden wichtigen Frage der Friedens-

Sinsachheit und Zurückhaltung

Berlin, 29. Mai

Der Preußische Minister des Innern hat zu­gleich im Namen des Ministerpräsidenten und sämtlicher Staatsminister an die Behörden der Staatsverwaltung, die Gemeinden und Gemeinde- verbände und die übrigen Körperschaften des öf­fentlichen Rechts folgenden Runderlaß gerichtet: „Der Stellvertreter des Führers hat vor kur­zem in einer an die Gauleiter gerichteten Ver­fügung gegen gewisse Erscheinungen Stellung ge­nommen, die mit der bescheidenen Zurückhaltung, die jeder Parteigenoß« und besonders auch jeder Unterführer entsprechend dem Vorbilde des Füh­rers in der Oeffentlichkeit beobachten sollte, nicht vereinbar seien. Der Stellvertreter des Führers hat in diesem Zusammenhang besonders auf Zei-

sicherung durch ein anderes Organ zu ersetzen, dürfte einigen Herren in Genf vielleicht zu den­ken geben.

Einige Politiker, fo behauptete er, trösteten sich damit, daß eroberungslustige Staaten sich mit der Ausdehnung ihres Gebietes nach ihrer.Richtung begnügen würden. Die Geschichte beweise aber, daß sich die Eroberungssucht solcher Staaten an allen Grenzen auswirke. Deshalb müßten alle friedfertigen Staaten hier Hand in Hand ar­beiten. Damit würden sie nicht nur ihren eigenen Völkern einen Dienst erweisen, sondern auch den­jenigen Völkern, die gegen ihren Willen und für Zwecke, die ihren eigenen Wünschen fre-md sind, in den Glutofen blutiger und abenteuerlicher Ex­perimente geworfen werden könnten.

Die Besprechungen aus Mittwoch vertagt

Genf, 29. Mai.

Die Tagung des Hauptausschusses der Ab­rüstungskonferenz war gegen 18.39 Uhr beendet. Der französische Außenminister Barthou verzich­tete wegen der späten Stunde auf feine Rede. Die neue Tagung der Konferenz ist auf Mittwoch nachmittag 3.39 Uhr festgesetzt worden. Sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Rede Var- thous eröffnet werden.

Am Mittwochvormittag 11.39 Uhr wird der Völksrbundsrat zu seiner neuen Tagung zusam­mentreten.

tungsaufsätze, Huldigungsadressen, Vildveröffent- lichungen, Geburtstags- und Jubiläumsglück­wünsche, Ehrenbürgerschaften, Straßenbenennun- gen, Beflaggung bei Besuchen usw. hingewiesen. Ich erwarte von den Inhabern öffentlicher Aemter des Staates und der Gemeinden, daß sie sich diese begrüßenswerten Ausführungen des Stellvertre­ters des Führers in vollem Umfange zu eigen machen und ihr Auftreten in der Oeffentlichheit nach den gleichen Grundsätzen regeln."

Zugleich wird angeordnet, daß Um- und Neu- benennungen von Straßen nach Lebenden nicht mehr stattfinden dürfen.

von Ribbentrop beim Reichspräsidenten. Reichs­präsident von Hindenburg empfing heute den Be­auftragten für Abrüstungsfragen, von Ribben­trop, zur Meldung.

Deutschtum in Albanien

(Eigener Bericht der „Bremer Zeitung")

Albanien, welches durch seine geogrä.ische Lage zwischen Jugoslawien und Griechenland von uns ziemlich abseits liegt, hat zuweilen mehr oder weniger in der deutschen Politik eine Rolle ge­spielt, zumal die Einwohner, ein Einmillionen- Volk, Jndogermanen sind und nicht, wie fälschlich angenommen und so oft verbreitet, Orientalen bzw. Slaven. Dieses Indogermanische des Wesens, Fllhlens und Denkens empfindet man als deutscher Reisender und Journalist auf Schritt und Tritt. Es bringt einen auch sehr schnell mit dem Volk in engste und gefühlsmäßige Berüh­rung, zumal die Entstehungsgeschichte Albaniens der des heutigen Deutschland ähnelt durch den Kampf des Volkes unter Führung seines genialen Königs, Zog I., um seine Freiheit und Selb­ständigkeit: Albanien kennt das Nationalsozia­listische Dogma nicht, jedoch denkt und handelt das ganze Volk nach natio­nalsozialistischen Grundsätzen. Unser Führer Adolf Hitler mußte uns im Laufe der letzten 14 Jahre erst zum Nationalsozialismus erziehen. Zog. I. brauchte dieses nicht! Da es seinem Volke erspart geblieben war, vom So­ziallismus und Marxismus verseucht und be­herrscht gewesen zu sein. Zog I. hat es etwas leichter gehabt mit dem Kampf um die Freiheit seines Volkes, da es innerlich immer gebunden war und zu ihm stand und nur gegen die Fremd­herrschaft, die aber ebenso bitter ist, wie die des volksfremden Marxismus, zu kämpfen hatte.

Ein« Judenfrage gibt es in Albanien über­haupt nicht, da die wenigen Juden, die nach Albanien kommen und den Versuch machen, sich dort festzusetzen, an dem ablehnenden Gefühl des Albaners bald wieder von dannen ziehen.

Typisch und besonders interessant ist, daß sehr viele deutsche und österreichische Frauen mit führenden Politikern und sonst in Deutschland oder Oesterreich studierten Männern verheiratet sind. In der Gesellschaft der Oberen hört man sehr viel deutsch sprechen und wird so auf diese Weise die deutsche Kultur in Albanien sehr ge­fördert.

Wie das albanische Volk dem Deutschtum gegen­übersteht, beweist folgende Tatsache, die sich Mitte März dieses Jahres in Tirana, der Hauptstadt Albamens, ereignete. Der deutsche Geschäftsträger und Generalkonsul Erich v. Luckwald führte den uns bekannten Film „Deutschland erwacht" und „Das neue Deutschland" in einem großen Kino (Fassungsraum 499 Personen) der kleinen deut­schen Kolonie von etwa 39 Personen mit Familien vor. Da bekannt wurde, daß dieser Film für die Kolonie zur Aufführung gelange, wurden auch auf Wunsch der höchsten Regierungsmitglieder Einladungskarten versandt, da sie von dem Wunsch beseelt waren, auch etwas vom heutigen Deutsch­land kennenzulernen und zu sehen. Diese Filmvorführung wirkte wie einWun- der: als es in der Stadt bekannt wurde, daß außer der deutschen Kolonie auch die Regierung, Offiziere, hohe Beamte und sonstige albanische Persönlichkeiten, wie auch dasDiplomatifcheKorps, der Filmvorstellung beiwohnen, sammelte sich eine vielhundertköpfige Menge albanischer Männer vor dem Kino. Am Schluß der Vorstellung, als das Publikum den Lichtspielsaal verließ, ertönte es von allen Seiten „HeilHitler" und „H 0 ch Goebbels, welcher bei den Albanern wegen seiner ihnen durch das Radio so wohlbekannten Stimme sehr vertraut ist. Der Wunsch, Adolf Hit­ler, Goebbels, Eöring, Frick und unsere anderen führenden Männer in Wort und Bild zu hören und zu sehen, wurde dadurch zum Ausdruck ge­bracht, daß man darum bat, auch dem albanischen Volke den Film zugänglich zu machen. Ueber diese Filmvorstellung schrieben die amtlichen Blätter „Vatra" und „Besä" ausführlich in spaltenlangen Artikeln. „Besä" schreibt am 16. März in ihrer Nummer 893 unter anderem folgendes:

Der Tonfilm: „Deutschland erhebt sich" (wie der Albaner sagt) begann mit der deutschen National-Hhmne. welche vom ganzen Publikum stehend mit angehört wurde. Hierdurch kam von neuem die hohe Sympathie zum Ausdruck, welche das albanisch« Volk dem deutschen Volke entgegen­bringt. Alle Anwesenden verfolgten mit grobem Interesse die Vorstellung, die die Wiedererhebung emer großen, ritterlichen Nation zeigte. Das Publikum hatte Gelegenheit, den Wiederaufbau Deutschlands durch die nationalsozialistische Re­gierung zu sehen. Man sah imposante Manisesta- tionen ungeheuer begeisterter Volksmengen Ber­lins und anderer deutscher Städte für ihren Führer: den Vorbeimarsch brillanter nationaler Jugend-, Arbeiter- und Studenten-Organisativnen sowie Sturmleute (SA. und SS.) sowie des deutschen Militärs.

beginnend mit Hindenburg. dessen Name in Alba nien durch seinen Heldenmut während des grobe» Krieges rühmlichst bekannt ist und der auch heute

Eröffnung der Reichsnährstandsaus­stellung

Führerbesuch in Dresden

Ratssitzung des Roten Kreuzes

Sonderbeauftragter des NSDFB. für Beschwerdefälle