Ausgabe 
(29.5.1934) Nr. 146
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Nr. 146/ 2. Vierteljahr

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Dienstag. 29. Mai

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122 Zähre

Frankfurter Handelskammer

Frankfurt a. M., 28. Mai.

Die große 125-Jahrfeier der preußischen In­dustrie- und Handelskammer für das Rhein- Mainische , Wirtschaftsgebiet in Frankfurt hatte - eine Reihe von hervorragenden Persönlichkeiten! der deutschen Wirtschaft nach Frankfurt geführt.: Am Drontagnachmittag fanden sich die Vertretet der rhein-mainischen Wirtschaft im großen Saal des Vörsengebäudes zusammen. Reichswirtschafts­minister Dr. Schmitt übermittelte nach den Ve- grlltzungsrvorten des Präsidenten Dr. Luer die Glückwünsche der Reichs- und der preußischen Staatsregierung und gab der Befriedigung dar­über Ausdruck, daß an der Spitze der Frankfurter Handelskammer ein Mann stehe, der beim Auf­bau der deutschen Wirtschaft in hervorragender Weise helfen könne. Er betonte, daß den Han­delskammern in der Neuordnung nach dem Gesetz über die Organisation der deutschen Wirtschafts­führung keinesfalls eine Konkurrenz erwachsen werde.

Der Führer der deutschen Wirtschaft, Direktor Dr. Keßler, würdigte besonders das seltene Er­eignis des Jubiläums.

Dann sprach Präsident Dr. Luer über die Ausgaben der Handelskammern in der Neuorgani­sation der Wirtschaft.

Er führte u. a. aus, das Gefüge der Wirtschaft sei ein fern verästelte! Organismus, aus dem man nicht ohne weiteres Teile entfernen oder wandeln könne, ohne damit das Ganze zu beein­trächtigen. Jeder verantwortungsvolle Staats- oder Wirtschaftsführer muß daher in erster Linie Sorge tragen, daß die organische Entwicklung durch die Neugestaltung nur so weit gestört werde, als es unbedingt erforderlich und für die Wirt­schaft selbst und die Volksgemeinschaft tragbar sei. Für die vorgesehene Neuordnung der Wirtschaft' sei die Jnnehältung der organisatorischen Grund­sätze unbedingt notwendig. Als oberster Grund­satz jeglicher Organisation müsse, wenn sie zum optimalen Erfolg führen solle, die Einheitlich­keit sowohl in bezug auf die Durchführung als auch auf die weitere Betätigung stehen. Es sei notwendig, daß jede Organisation elastisch ge­staltet sei.

Eine gesunde Organisation müsse auf dem Prin­zip der Persönlichkeit, der Initiative und der Ver­antwortung aufgebaut sein, und diese Verantwor­tung muß von der obersten Spitze bis in die untersten Organe gewährt und bewahrt sein. Eine weitere Voraussetzung für die Stetigkeit und Dauerhaftigkeit jeder Organisation ist, daß sie auch wirtschaftlich gestaltet sein müsse, d. h., daß auf die Dauer und im Durchschnitt gesehen der Aufwand nicht höher sein dürfe als ihr Ertrag. Auch die Einfuhr müsse früher oder später einer geregelten Ordnung unterworfen werden. Ihre Förderung sei nur möglich durch Erhöhung der Ausfuhr, deren Entwickelung Gebot der Stunde sei. Nicht in negativen Einfuhr- und Devisen­beschränkungen liegt die Lösung, sondern in posi­tiver richtiger Exportförderung.

Die Organisation der Wirtschaft werde sich nach zwei Gesichtspunkten zu gliedern haben, und zwar horizontal und vertikal. Die horizontale oder re­gionale Gliederung sei deshalb erforderlich, weil die Zusammenfassung aller Interessen in einer Spitze zu einer Zentralisation führen werde. Ver­tikal gesehen werde eine Durchgliederung der ge­samten Wirtschaft nach zwei Gesichtspunkten not­wendig sein, nach fachlichen und nach öffentlich rechtlichen. Die sachliche Gliederung bzw. die sach­liche Organisationsgruppe werde den Interessen der einzelnen Stände zu dienen haben. Die öffent­lich rechtlichen Organisationen seien zunächst Träger von Aufgäben kraft Auftrages der Staats­verwaltung. Weiterhin erfüllten sie Aufgaben der Selbstverwaltung.

Um die Durchführung dieser Aufgaben zu er­möglichen, müsse an der Spitze des organi- schenAusbaueseineKammer stehen, die souverän über den einzelnen regionalen Landes­oder Eebietswirtschastskammern stehe. Jeder Stand müsse in diesen Kammern eine Vertretung besitzen. Ferner müsse sowohl die öffentlich rechtliche wie auch die fachliche Vertretung der Gebietswirt­schaftskammern sowohl nach oben, nach der zen­tralen Reichswirtschaftskammer, wie auch nach unten direkte Verbindungen besitzen, die in ein­zelnen Fachgruppen und in Bezirksstellen ihren Ausdruck finden könnten. Bei dem Aufbau einer solchen Organisation sollten die Industrie- und Handelskammern in erster Linie Berücksichtigung finden.

Transserkonferenz auf Dienstag vertagt

Berlin, 28. Mai.

Die Transferkonferenz teilt im Nachtrag zu ihrem Sonnabend-Kommunique, das ver­sehentlich als Kommunique der Reichsbank bezeichnet worden ist, folgendes mit: „Da die holländischen, schweizerischen und französi­schen Vertreter nicht in der Lage waren, vor Dienstag nach Berlin zurückzukommen, wurde die Sitzung, die auf Montag nach­mittag festgesetzt worden war, auf Dienstag nachmittag vertagt."

GneMahnung an daSAuslanö

Reichöminister Dr Schmitt Ober die Wirtschaftsprobleme

Frankfurt a. M., 28. Mai.

Anläßlich des 125jährigen Veesthens der In­dustrie- und Handelskammer Frankfurt am Main hielt Wirtschaftsminister Dr. Schmitt eine Rede, in der er u. a. ausführte, wir seien dabei, eine einheitliche, starke zentrale Reichsgewalt zu schaf­fen, deren Wille sich bis in die entferntesten Teile des Reiches unverfälscht durchsetzen müsse. Das schließe aber keineswegs ein starkes, gesundes ört­liches Eigenleben aus.

Genau so sei es im Wirtschaftsleben. Wir könnten nur eine Wirtschaftspolitik betreiben, und diese bestimme die Reichsregierung. Der Staat müsse durch gute Führung der Staatsgeschäfte, vor allen Dingen durch sparsame innere Verwal­tung, allen Volksgenossen den Lebenskampf er­leichtern, aber abnehmen könne er ihn ihnen nicht. Das Problem bestehe darin, in jedem die in ihm liegenden Kräfte zu entwickeln, und der Sinn der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft wäre der, daß sich ihre Träger gegenseitig achten.

Als gemeinsame Forderung an alle dürfe man nur die eine aufstellen: Untadeligteit der Gesin­nung und des Charakters. Diese Grundsätze müß­te« unser wirtschaftliches und soziales Leben be­herrschen.

So dürften wir uns nicht gegen besondere Be­triebsformen wenden, weil bestimmte Kreise kurz­sichtigerweise meinten, daß ihre Beseitigung ihnen helfen könne. Die Regierung werde alles tun, um die kleinen Betriebe/insbesondere die Handwer­kerbetriebe, zu fördern. Sie wisse aber auch, daß

vom binnenwirtschastlichen, vor allen Dingen je­doch von: exportwirtschaftlichen Standpunkt aus unsere Großunternehmungen nicht ent­behrt werden könnten. Aus dieser Grund- einstellung heraus habe die Regierung die Gesetze über die Organisation der Wirtschaftsführung und der nationalen Arbeit geschaffen. Die Regierung wisse genau, daß diese von ihr zielbewußt befolgte Linie noch keineswegs überall restlos eingehalten würde.

Das deutsche Volk stehe so fest und dankbar zu seinem Führer, daß es ganz bestimmt und unter allen Umständen über alle Schwierigkeiten und Hemmnisse hinweg seine Erneuerung durchführen werde. Das müsse insbesondere auch dem Aus- lande gesagt werden. Es sei nicht nur gerechter, sondern auch imJnteressederGesundung der Weltwirtschaft richtiger, wenn man im Auslande erkennen würde, welch gigantische An­strengungen das deutsche Volk und sein Führer machten, um sich aus einer großen Not empor zu reißen. Es wäre richtiger, nicht das Scheinwerfer- licht auf angebliche Fehler und Mißstände zu len­ken, sondern mitzuhelfen, um durch die Wiederauf- richtung eines gesunden Deutschlands der Welt­wirtschaft einen klaren Impuls zu geben. Denn nur eine Belebung der Weltwirtschaft werde Deutschland in den Stand setzen, seine Schulden zu bezahlen.

Es sei sicher verkehrt, wenn sich die Völker jetzt gegenseitig die Schuld zuschöben, statt Hand anzu­legen, um endlich schrittweise vorwärts zu kom­men. Nicht durch gegenseitige Abvrosselung oder

gar die heimliche Freude, daß es dem anderen schlechter gehe, werde die Welt gesunden, sondern nur, wenn tatkräftig alles getan würde, um die wirtschaftlichen Möglichkeiten in allen Ländern wieder zur Entfaltung zu bringen und damit die Kanskraft in der ganzen Welt zu heben. Nur so werde auch der Schuldendienst zur Befriedigung der Weltgläubiger wieder in Gang kommen.

Wir hätten auf eine' Lösung von außen nicht warten können, da Deutschland inzwischen habe zugrunde gehen können. Wir hätten dem Ausland infolge unserer Wirtschaftsbelebung erheblich mehr Rohstoffe abgenommen. Es sei nur natürlich, daß in dem gleichen Matze unser Export gehoben werden müsse. Verschlössen sich dieser einfachen Schlußfolgerung die ausländischen Märkte, so könnten wir die Zahlung unserer Schuldenzinsen nicht fortsetzen, und man würde außerdem wieder weniger Rohstoffe an . uns verkaufen können. Deutschland werde deshalb genau so seinen Weg gehen müssen. Es werde Wille und Wege finden, die aus der Not eine Tugend machten. Es sei aber sicher, daß bei dem heutigen Stand unserer Technik es sich dann nicht um eine vorübergehende Vehelfsmatznahme, sondern um eine dauernde Umstellung mit ungeheuren Rückwirkungen aus die Weltmärkte handeln dürfte. Gewiß werde nicht verkannt, daß große Schwierigkeiten zu über­winden seien, daß nur Arbeit und nochmals Ar­beit aus der Not herausführen könne, daß aber der Glaube und das Vertrauen zum Führer so. groß seien, daß sie über alles hinweg zum Ziele führen müßten.

Neurath über die Verständigung mit Frankreich

ävb. Paris, 28. Mai.

Reichsautzenminister von Neurath hat dem Sonderberichterstatter des „Paris ,2oir", Pierre Hamp, eine Unterredung gewährt, in der er eine Reihe der wichtigsten Deutschland und Frank­reich angehenden Fragen erörterte.

Herr von Neurath sprach zunächst vom Ab­rüstungsproblem und wies besonders darauf hin, daß Deutschland einen Anspruch auf Gleichberechti­gung habe. Nach den vergeblichen Verhandlungen hierüber sei Deutschland jedoch zu der Auffassung gelangt, daß die einzige Möglichkeit einer Lösung in einem direkten Meinungsaustausch mit Frank­reich bestehe. Bereits im Sommer 1932 habe er nach der Konferenz von Lausanne ein entsprechen­des Angebot gemacht, jedoch eine kategorische Ab­lehnung erfahren. Ende 1933 habe er erneut einen Versuch in dieser Richtung unternommen.

Als Reichskanzler Hitler ans Ruder kam, enthielt seine erste Reichstagsrede die Versiche­rung: Wir wollen uns mit Frankreich verständi­gen. Man hat ihm nicht geantwortet. Weitere Bemühungen sind ergebnislos verlaufen. Die Tragik der Lage beider Länder liegt darin, daß sie genötigt sind, sich zu verständigen, aber nicht zu einer Aussprache kommen. Zu den alten ge­schichtlichen Schwierigkeiten kommen, so fuhr der Reichsaußenminister fort, heute noch sozialphilo­sophische Gründe hinzu. Gewisse französische Mi­nister glauben, daß man mit dem Nationalsozia­lismus nicht sprechen darf, was einem Nicht- mehr-sprechen mit Deutschland gleich kommt. Wenn ein Kanzler des alten deutschen Reichs, ein Bis- marck, von Frankreich ebenso gesprochen hätte, wie Adolf Hitler im Reichstage, dann hätte man das in Frankreich als einen Triumph für Frankreich angesehen und als eine der schönsten Friedens­aussichten, die jemals von der Geschichte Europas geboten wurden, bezeichnet.

Frankreich aber scheint die Feindseligkeit zwischen beiden Ländern der Versöhnung mit demjenigen, den man drüben Diktator nennt, vorzuziehen.

Der Reichsaußenminister erinnerte alsdann an die nach Edens Berliner Besuch vom Februar d. I. abgegebene deutsche Erklärung, die im eng­lischen Weißbuch veröffentlicht worden ist, und an die kategorische Weigerung Frankreichs, das erklärt habe: Wir werden nicht die Aufrüstung Deutschlands sanktionieren.

Der Berichterstatter hielt Herrn von Neurath entgegen, daß Frankreich von der Rü­stungstätigkeit Deutschlands überzeugt sei. In der europäischen Presse würden überall Beweise für die Massenherstellung und die Manöver zitiert. Wäre es deshalb nicht würdiger für Deutschland, offiziell zuzugeben, was für niemanden mehr ein Geheimnis sei?

Die Antwort des Reichsaußenministers lautete: Soweit sind wir noch nicht. Wir er­hoffen immer noch eins Konvention, die die Rü­stungen regeln wird. Aber dieses Warten kann nicht ewig dauern.

Wenn man zu keinem Abkommen gelangt, was kann?

Der Augenblick wird eintreten, an dem auch wir an größer« Sicherheit denken müssen. Auch

wir werden dazu gezwungen sein, um uns zu verteidigen, aber keineswegs aus einem An­griffsgeist heraus.

Der Beweis dafür, daß wir keine Angriffsab­sichten hegen, gibt unser Abkommen mit Polen. Es war wegen der Erenzsrage besonders schwer zu bewerkstelligen. Mit Frankreich aber haben wir keine Erenzsrage mehr. Wir haben endgültig auf Elsatz-Lothringen verzichtet und für das Saargebiet eine Lösung vorgeschlagen, die das Prestige beider Nationen gewahrt hätte. Man muß schon eine offenkundige Wahrheit nicht ein- gestehen wollen, wenn man leugnet, daß das Saargebiet von Grund auf deutsch sei. Wir haben erklärt:

Laßt uns ein politisches und wirtschaftliches Abkommen treffen und es einer Volksabstim­mung der Saarländer unterbreiten. Mit an­deren Worten, statt eine Abstimmung über eine „Feindseligkeit" abzuhalten, hätten wir eine solche über eine „Versöhnung" veranstaltet. Wäre das nicht vernünftig?

Aber kein französisches Blatt hat diesen in allen Einzelheiten entwickelten Vorschlag dem franzö­sischen Volk zur Kenntnis gebracht, während ganz Deutschland davon sprach. Ich kenne viele Fran­zosen und unterhalte ausgezeichnete Beziehungen zu ihnen. Einen jeden bitte ich, doch zu begreifen, daß die deutsche Vaterlandsliebe, unsere nationale Energie, die ohne Hitler verloren gewesen wäre, von diesem wieder geweckt worden ist. Das ist

Am Sonntagabend und am Montag sind sämt­liche Teilnehmer an den Genfer Tagungen, dar­unter Sir John Simon, Barthou, Nor- inan Davis.Litwinow und Baron Aloisi, eingetroffen. Die verschiedenen Abordnungen, ins­besondere die französische und englische, haben be­reits heute miteinander Fühlung genommen.

Die Sitzung des Präsidiums der Abrüstungs­konferenz, die Montag um 15.39 Uhr begann, dauerte nur wenig mehr als eine halbe Stunde. Sie war zum größten Teil ausgefüllt von einer Erklärung Hendersons, der über die letzten internationalen Verhandlungen und über die Lage seit der französischen Note vom 17. April berichtete. Er wandte sich dabei gegen die „De- faitisten" und trat für die Fortsetzung der Konfe­renzarbeiten ein.

Henderson schloß seine Rede mit folgenden Worten: „Es ist Sache des Präsidiums, die Lage zu prüfen und zu beschließen, daß das Verfahren angesichts der jüngsten Ereignisse dem Hauptaus­schuß bei seiner morgigen Sitzung empfohlen wer­den soll. Das Präsidium mag es als ratsam be­trachten. die Erklärungen derjenigen, die an den privaten Verhandlungen aktiv beteiligt gewesen sind, im Hauptausjchuß abzuwarten und erst dann einen künftigen Arbeitsplan zu empfehlen. Ge­statten Sie mir noch zum Schluß ein Wort:

ein lebenswichtiges, soziologisches Phänomen. Man sollte sich mit ihm in Frankreich beschäftigen und nicht den gleichen Fehler begehen, wie mit Lenin und Mussolini, denen man einen schnellen Zusammenbrach voraussagte.

Neurath wies dann aus den wesentlichen Unter­schied zwischen dem Faschismus und dem N a - tionalsozialismus hin, aber auch auf das Versanden des französischen Parlamentaris­mus. Er gab zu, daß gewisse Uebertreibungen vorkämen und auch Angriffe gegen das Christen­tum. Dieses sei aber, wie Hitler immer wieder betone, die Grundlage des Staates. In allen Par­teien säßen Extremisten. 2m übrigen sei er ein überzeugter Anhänger der deutsch-französischen Annäherung. Der Nationalsozialismus würde es für einen seiner schönsten Triumphe halten, wenn ihm das gelänge, was kein anderer habe schaffen können — den europäischen Frieden.

Zum Schluß kam der Berichterstatter auf die Frage der angeblichen deutschen Rüstungen zurück mit dem Hinweis, daß er gerade zur Nachprüfung dieser Frage nach Deutschland gekommen sei. Die Antwort des Reichsaußenministers lautete: Daß wir Fabriken besitzen, die aus die Massenfabrika­tion umgestellt werden können, ist eine in Europa bekannte Tatsache, aber gerade hier find wir weit entfernt von der Gleichheit mit den übrigen Nati­onen. Wenn man einen Entscheidungstag orga­nisiert, so kann man das Geistige wohl schnell be­werkstelligen, aber auf materiellem Gebiete geht das nicht so rasch; dazu braucht man Jahre.

Ueber die Zukunft der Konferenz sind zahlreiche Erklärungen in Umlauf gesetzt worden, darunter einige, die einen desaitistischen Charakter zu haben scheinen.

Ich wage zu hassen, daß das Präsidium einmütig dem Hauptausschutz nahelegen wird, datz der Ernst der Lage mehr denn je unbeugsame Entschlossenheit fordert, unsere Bemühungen zur Herbeiführung einer Kon­vention gemäß dem der Konferenz erteilten Aufträge fortzusetzen."

Ueber die Erklärung Varthous in der Sitzung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz wird in der amtlichen Verlautbarung mitgeteilt, Barthou habe Wert auf die Feststellung gelegt, daß die Haltung Frankreichs seit der Unterbrechung der politischen Tätigkeit der Abrüstungskonferenz, ja sogar seit Beginn der Konferenz, unverän­dert geblieben sei. Die Abrüstungskonferenz, so schwierig auch die gegenwärtige Lage sei, dürfe nicht als eine erledigte Angelegenheit betrachtet werden. Man müsse darauf hinarbeiten, daß sie z.,m Erfolg gelange. Im Namen der fran­zösischen Regierung erkläre er, daß er sich mit seinem ganzen Willen und seiner ganzen Ueberzeugung den oo m Präsidenten verlangten Bemühungen anschließen werde.

Henderson sür Fortsetzung der Abrüstungskonferenz

Barthou schließt sich den Bemühungen des Vräfidenten an

Die Sendung des deutschen Bauern

Bremen, 29. Mai.

Tie erste Reichsnährstandsausstellung vom 29. Mai bis 3. Juni in Erfurt wird den Be­suchern dieser gewaltigen Schau einen Ein­blick in die Fülle züchterischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Könnens geben, das nötig ist, damit der Bauer seiner Aus­gabe als Ernährer des deutschen Volkes ge­recht werden kann. j,Bauer sein, heißt sein Handwerk verstehen." Diese Mahnung unseres Reichsbauernsührers R. Walther Darre konnte von vornherein keinen Zweifel darüber lassen, datz auch nach.Eingliederung der deutschen Landwirt- schafts-Gesellschast in den Reichsnährstand die gute Ueberlieferung ihrer jährlichen Wanderausstellung fortzusetzen war. Denn die Wanderausstellungen waren von jeher der Treffpunkt aller Kräfte und Kreise, die in dem Bemühen um eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Leistungen zusammen­wirkten. Und sie boten vor allem eine sonst nirgends gegebene Gelegenheit vergleichen­der Leistungsprüfungen.

Tie erste Reichsnährstands-Ausstelluna in Erfurt steht nicht nur äußerlich unter dem Zeichen der vollendeten Einigung des gesam­ten Landvolkes durch die nationalsozialisti­sche Führung. Sie ist ein zusammenfassender Rückblick auf die bisherigen Leistungen nationalsozialistischer Agrarpolitik und zu­gleich ein richtungweisender Ausblick auf ihre künftigen Wege und Ziele. So ist sie in jedem Teil ein lebendiges Zeugnis für die Verwirklichung der Erkenntnis, daß Blut und Boden die Lebensgrundlagen unseres Volkes sind. Durch diese volks- und staats- politische Ausrichtung bekommt die Lei­stungsschau der deutschen Landwirtschaft in Erfurt im Vergleich mit den.früheren einen neuen, tieferen Sinn. Sie zeigt, daß die züchterischen Leistungen und betriebstech­nischen Verbesserungen der Landwirtschaft Dienstleistungen sür das ganze deutsche Volk sind.

Die volks- und staatspolitische Ausrich­tung der Erfurter Reichsnährstands-Aus- stellung kommt besonders in dem Hause des Reichsnährstandes zum Ausdruck, das man mit Fug und Recht als Ehrenhalle des deutschen Bauern bezeichnet. Die in ihr gezeigten Sonderausstellungen sind ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, daß die staats- und volkspolitische Bedeutung des deutschen Bauerntums weit über seine rein landwirtschaftlichen Leistungen hinausgeht. Tie Ehrenhalle zeigt uns den deutschen Bauern als den Vollmenschen, dessen Wir­ken in allen Regungen des deutschen Volks­lebens zur Geltung kommt. Sie zeigt den deutschen Bauern als den Träger des deut­schen Blutserbes als den ständig fließenden Lebens- und Kraftquell des deutschen Vol­kes, als den Mutterboden deutscher Kultur, als den Hort deutscher Sitte und Sittlichkeit. Eine geschichtliche Sonderausstellung ordnet das Schicksal des deutschen Bauerntums in das GesamtschiLsal des deutschen Volkes ein und wird so. zu einem lebendigen Be­weis für die Tatsache, Laß Bauernschicksal Volksschicksal ist.

lichen Strömungen vergangener Jahrhun­derte unmittelbar oder mittelbar an der see­lischen Grundlage unseres Volkstums ge­rührt haben. So zeigt uns die Sonderaus­stellung die bäuerliche Auflehnung gegen 'alles Artfremde, die seit den Jahrhunderten der Bauernkriege das deutsche Bauerntum m inneren und äußeren Widerstand gegen die herrschenden Gewalten gehalten hat: die ununterbrochene Revolution deutscher We­sensart gegen die völkische Auflösung.

Diese Linien deutschen Schicksales werden durch die Jahrhunderte hindurch bis zum heutigen agrarpolitischen Geschehen, der Bil­dung des Reichsnährstandes, des Neichserb- hofgesetzes und der Neubildung deutschen Bauerntums gezeichnet. Dieser Zusammen­hang laßt uns die Bedeutung der bäuerlichen Gesetzgebung, die wir der Tatkraft unseres Reichsbauernsührers R. Walther Darre ver­danken, in ihrer vollen Tragweite erkennen Wir erkennen, daß die Lösung der Boden- Reichserbhofgesetz den Schlüssel zur Losung der sozialen Fram bietet. So offenbart sich uns. die Boden frage als das Kernstück des deutschen Sc Zialismus. Uns wird erneut nachgewiesen

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Eisenbahnunglück in Weitzenfels Reichsleiter- und Gauführertagung Bomben in Oesterreich Codas und Rossi in USA. gelandet