Ausgabe 
(25.5.1934) Nr. 142
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Nr. 142 / 2 . Vierteljahr

Freitag,

25. Mai

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650 ooo Neubeschäftigte im April

Der neue große Erfolg der deutschen Arbeitsschlacht

Nach den neuesten Ergebnissen der von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Ar­beitslosenversicherung bearbeiteten Krankenkassen- mitgliederstatistik hat die Beschiiftigtenzahl im April um rund 640 000 zugenommen. Damit ist ein Befchästigungsstand von 15 326 666 erreicht, der um 2 628VVV über der Vorjahrszifser vom gleichen Stichtag und um 3 836 666 über dem Tief- stand der Beschäftigung im Januar 1933 liegt.

Deutlicher noch als in der Entwicklung der Arbeitslosenzahl kommt der große Erfolg der Arbeitsschlacht in den Beschästigtenziffern zum Ausdruck. Die Arbeitslosenzahl ist vom Jahres­beginn bis Ende April um 1456 666 gesunken, die Veschästigtenzisfer hingegen um 2 639 666 ge­stiegen. In keinem Jahre, auch nicht in dem konjunkturgiinstigen Jahr 1929 ist die Beschästig- tenzifser in den ersten vier Monaten des Jahres in einem derartigen Umfang gestiegen, wie im Jahre 1934.

Die Zunahme der Beschäftigtenziffer war be­sonders groß im März (plus 726 666) und im April splus 639 666), in denen die Arbeitslosen­zahl um 574 666 und 196 666 gefallen ist. Insge­samt ist die Beschäftigtenziffer in diesen beiden Monaten um 595 666 mehr gestiegen als die Ar­beitslosenziffer zurückgegangen.

Die Neueinstellungen bei Krupp

Widerlegung ausländischer Gerüchte

Ein Sonderberichterstatter der Londoner „Mor- ning-Post", der das Ruhrgebiet bereiste, berichtete über eine Unterredung mit Pros. Paul Goe- rens, der ihn in Vertretung von Dr. Krupp von Bohlen und Halbach empfangen habe. Pros. Eoerens habe u. a. die im Ausland verbreiteten Gerüchte für unrichtig erklärt, daß die Ein­stellung von 7000 Arbeitern im April mit Be­stellungen für die Ausrüstung von 200 000 neuen Reichswehrsoldaten im Zusammenhang stehe. Die Firma habe keine Bestellungen für solchen Zweck erhalten. Sie hätte auch gar nicht die geeigne­ten Maschinen, die für einen solchen Zweck nötig wären, da auf Grund des Versailler Vertrages das ganze Maschinenmaterial zerstört worden sei und ein Ersatz dieser Maschinen Jahre beanspru­chen würde. Die Einstellung der neuen Arbeiter hänge lediglich mit den Regierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Erzeugung zusammen.

Lohnzuschüsse aus öffentlichen Mitteln

cknb. Berlin, 24. Mai.

In einem Rundschreiben an die Regierungen der Länder wendet sich der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen und dem Reichswirtschaftsminister gegen

die Versuche örtlicher und regionaler Stellen, Neu- einstellungen von Arbeitslosen in der Privatwirt­schaft durch Gewährung von Lohnbeihilsen aus öffentlichen Mitteln zu fördern. Durch ein solches Verfahren würden keine zusätzlichen Absatzmöglich­keiten und somit — gesamtwirtschaftlich gesehen — auch keine zusätzliche Arbeitsgelegenheit ge­schaffen, vielmehr trete nur eine ungesunde Ver­schiebung der Wettbewerbsgrundlagen zugunsten der mit Zuschüssen bedachten Betriebe ein. Den durch die Lohnbeihilsen ermöglichten Neuein- stellungen ständen also Entlassungen in anderen Bezirken, in denen keine Lohnbeihilsen gezahlt würden, gegenüber. Auch sei es zweifelhaft, ob das Verfahren wirklich zur Entlastung der be­teiligten Fürsorgeträger mit sich bringe, da inm Einzslfall nicht einwandfrei entschieden wer­den könne, ob die Einstellungen nicht auch ohne die Gewährung von Lohnbeihilsen erfolgt wären.

Aus diesen Gründen ersucht der Reichsarbeits­minister die Regierungen der Länder, Versuchen mit Lohnbeihilsen aus öffentlichen Mitteln in jedem Fall entgegenzutreten.

Landesgruppe Ehina

stiftet 185 666 Dollar für die Arbeitsbeschaffung

kl8L. Wie die Auslands-Organisation der NSDAP. Hamburg meldet, hat die von der Landesgruppe China der NSDAP. ins Leben gerufene Sammlung zur Arbeitsbeschasfungs-

spende den stattlichen Betrag von 185 6 6 6 Sil - berdollar ergeben.

Zu den bedeutenden Beträgen, die von den Partei- und Volksgenossen in Ehina für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes geopfert wurden, gesellt sich nun als weiteres markantes Zeichen der praktischen Volksgemeinschaft diese zur Unterstützung der Bemühungen der Reichs­regierung um Arbeitsbeschaffung ge­dachte Spende von 185 000 Silberdollar. Es ver­dient besonders hervorgehoben zu werden, daß die Parteigenossen draußen nicht müde werden, den Kampf der Heimat um den Neubau Deutsch­lands nach jeder Richtung hin tatkräftig zu unterstützen, wofür derartige Ergebnisse weithin sichtbare Beweise sind.

Acht Millionen Arbeitslose in Amerika

Snb. Newyork, 24. Mai.

Der National Jndustrial Conference Board schätzt die Zahl der Arbeitslosen in den Ver­einigten Staaten für den Monat April auf 7 907 000. Dies bedeutet einen Rückgang von 114 000 gegenüber dem Vormonat und eine Ab­nahme um 5 296 000 oder 40,1 v. H. gegenüber dem März des vorigen Jahres, wo die Arbeits­losigkeit ihre höchste Ziffer erreicht hatte.

diese Lügen der ausländischen Zeitungen in schärfster Form zurückgewiesen hat.

Pg. Gauwirtschaftsberater Fromm ging als­dann aufdiebinnenwirtschaftliche E e - staltung über. Er erklärte die Notwendigkeit der getroffenen Organisationen des Reichsnähr­standes von wehrwirtschaftlichem und marktpoli- tischem Gesichtswinkel aus und wußte ferner in anschaulicher Weise die Aufgabe des Wirtschafts­führers, wie sie der Nationalsozialismus sieht, darzulegen, indem er die Umwandlung, die Fried­rich der Große in bezug auf sein Offizierkorps vornahm, zum Vergleich heranzog. Der Wirt­schaftsführer 'hat bei der Wahrung seiner Ge­schäftsinteressen niemals das Gesamtwohl der deutschen Wirtschaft außer acht zu lassen. Dieses dürfte bei der jetzigen Generation eine Erzie­hungsaufgabe sein, deren Erledigung den natio­nalsozialistischen Führern überlassen bleiben müsse.

Zum Schlüsse wandte sich der Redner gegen die überall in Erscheinung tretenden Preiser­höhungen. Er wies auf die Verordnung des Reichswirtschaftsministers gegen Preissteigerun­gen vom 16. Mai 1934 hin. Hiernach dürfen für lebenswichtige Gegenstände des täglichen Bedarfs und lebenswichtige Leistungen, zu denen auch Baustoffe und Vauleistungen gehören, bis auf weiteres ohne Einwilligung der zuständigen Preisllberwachungsstelle keine Mindestpreise, Mindesthandelsspanne, Mindestverarbeitungs- spanne, Höchstnachlasse oder Mindestzuschläge im inländischen Geschäftsverkehr weder verabredet noch durchgesetzt oder empfohlen werden.

Höllische Angst vor dem Faschismus

Der Parteitag der französischen Marxisten cknb. Paris, 24. Mai.

Mit 3600 Mandatsstimmen gegen 237 hat der Parteitag der französischen Marxisten in Tou­louse, der am Mittwochabend zu Ende ging, die von Leon Blum vertretene Entschließung' an­genommen, wonach es Pflicht der Partei sei sich im Zustand der Mobilisierung zu' be­trachten, um ihre eigene Existenz gegen faschistische Angriffe zu verteidigen und die Verteidigung all des zu organisieren, -Sas der Faschismus bedrohe.

Mit 2430 Mandatsstimmen gegen 1280 wurde ferner eine Entschließung angenommen, die die Partei ermächtigt, mit dem Amsterdamer Aus- schuß zur Bekämpfung des Faschismus Verhand­lungen über die Durchführung bestimmter Aktionen einzuleiten. Einmütige Annahme fand die Entschließung, wonach eine marxistische Ab­ordnung bereits früher der kommunistischen Internationale unterbreitete Vorschlüge zur Be­kämpfung des Faschismus wieder aufnehmen solle. Mit 2320 Mandatsstimmen gegen 1300 wurde eine Entschließung abgelehnt, die die Ent- sendung einer Abordnung nach Moskau fordert. Diese Abordnung sollte über die Herstellung einer gemeinsamen proletarischen Front mit den Kom­munisten verhandeln.

Gedanken um Masaryk

st. K. Bremen, 2b. Mai 1934.

Der Schöpfer des tschechoslowakischen Staates, Masaryk, ist heute zum dritten Mal als Staatspräsident gewählt worden. Es liech uns fern, durch eine Kritik an dem tschechischen Staatspräsidenten das korrekte Verhältnis zwischen der Tschechei und Deutschland irgendwie zu trüben, aber es kann uns als Deutsche nicht gleichgültig sein, wie unter der Führung Mafaryks seit Kriegsende das deutsche Element in der Tschechei behandelt worden ist. Masaryk hat sich unzweifelhaft große Verdienste um den tschechischen Staat erworben. Vielleicht wäre dieser Staat überhaupt nicht geboren wor­den oder er würde sich in seiner heutigen Gebietsausdehnung gar nicht zeigen können, wenn nicht Masaryk gewesen wäre.. Die Tschechen haben also allen Grund, diesen Mann zu feiern und ihm aufs Neue die Staatspräsidentenwürde zu verleihen.

Nur das deutsche Volk in der Tschechei kann in diese Lobeshymnen nicht einstim­men, denn der Staatspräsident hat die Deutschen schwer enttäuscht. Besonders des­halb, weil seine Reden und Schriften über die Rechte der Minderheiten des Landes in scharfem Widerspruch zu den Taten stehen, die die tschechische Regierung folgen ließ. Wenn der Präsident, der heute 84 Jahre alt ist, einmal davon geschrieben hat, daß es im tschechischen Staate keine gewaltsame Ent­nationalisierung geben werde, dann zeigt die Wirklichkeit ein anderes Bild.

Man komme nicht damit, Masaryk mache ja nicht die Gesetze. Er sanktioniert sie aber. Es ist schließlich sein Geist und sein Wille, der aus allen brutalen Maßnahmen der tschechischen Regierung spricht, die sich gegen die Deutschen richten. Das deutsche Land. das heute der Tschechoslowakei einverleibt ist, ging durch schmählichen Verrat in tschechi­schen Besitz über. Während auf der einen Seite der berüchtigte verkalkte Wilson den Ruf der Deutschen in Böhmen, zum deutschen Brudervolks zu kommen, da man, nach dem eigenen Ausspruch Wilsons Menschen nicht wie Vieh verschachern könne, unbeachtet ließ, schickte man von der Piavefront die meuternden tschechischen Divisionen schwer bewaffnet ins deutsche Gebiet in Böhmen und errichtete eine Gewaltherrschaft. Wäh­rend die alte deutsche Stadt Eger ein Blut­bad erlebte, das die tschechischen Meuterer anrichteten, ließ man die d" ischen Regimen­ter an der Piave verbluten. Auch das war der Wille jenes famosen Kaisers Karl, dessen Brüt sich jetzt neue Opfer im deutschen Oesterreich sucht.

Seit jenen verhängnisvollen Tagen ist eine schwere Leidenszeit über das deutsche Ele­ment im ehemaligen Böhmen herein­gebrochen. Man hat m der brutalsten Form entnationalisiert und dem deutschen Volke jede Rechte genommen. Dabei muß man ein­mal bedenken, was das deutsche Volk in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung überhaupt für den neuen Staat bedeutet hat. Das ganze deutsch-böhmische Sprachgebiet enthält eine hochentwickelte und man möchte fast sagen die einzige Industrie des tsche­chischen Staates. Wo deutsch gesprochen wird, sind Kunst und Wissenschaft auf der Höhe, das deutsche Schulwesen ist bis ins kleinste Dorf hinein vorbildlich, die Straßen in bester Ordnung und deutsche Sauberkeit geben dem deutschen Gebiet die Prägung. Und dann vergleiche man das tschechische Sprachgebiet damit. Gleich hinter Pilsen fängt es an und der Uebertritt vom deutschen ins tschechische Gebiet zeigt sofort das gerade Gegenteil von dem, was man vorher gesehen hat. Das Ge­sicht des heutigen tschechischen Staates hat erst die deutsche Intelligenz formen helfen müssen. Wenn man früher vom Dank des Hauses Oesterreich gesprochen hat, so muß man heute, wenn man die Unterdrückung des Deutschtums betrachtet, von dem Dank des Hauses Masaryk sprechen. Alle ehrliche Mitarbeit des deutschen Elementes am Auf­bau dieses sonderbaren Staatsgebildes von Frankreichs Gnaden ist schlecht gelohnt wor­den. Die Deutschen in der Tschechei verlang­ten wirklich nicht zuviel. Sie wollten nur ihrer Kultur, ihrer deutschen Eigenart ent­sprechend leben und behandelt sein. Aber schon das war in den Augen der tschechischen Machthaber Landesverrat. Tausende von Deutsche sind in den Jahren ihrer deutschen Gesinnung halber in die Gefängnisse ge­worfen worden. Wer gar im Verdacht stand, Nationalsozialist zu sein, hatte mit den

dorrst Nettes:

Große Streikunruhen in Toledo

Die Verfolgungen der Nationalsozialisten in Oesterreich gehen weiter

Gleiche Wettbewerbsbedingungen für die deutsche Seeschiffahrt

Masaryk

wieder tschechischer Staatspräsident

Mit großer Mehrheit zum dritten Mal gewählt

Prag, 24. Mai.

Bei der am Donnerstag durch die tschechoslowa- !che Nationalversammlung aus der Präger Burg ^genommenen dritten Wahl T. E. Masaryks m Präsidenten der Republik wurden von 426 lwesenden Mitgliedern der Nationalversamm- ng, die sich aus 281 Abgeordneten und 139 Se- itoren zusammensetzen, bereits im ersten Wahl- mg 418 gültige Stimmen abgegeben. 327 Stirn­en lauteten aus den Namen T. E. Masaryk, 38 timmen lauteten auf den Kandidaten der Kom- unisten, den Abgeordneten Klemens Eottwald. a bei der ersten Abstimmung für die Gültigkeit r Wahl die Dreisiinstel-Mehrheit der Stimmen ler Anwesenden erforderlich ist, erscheint Pros. . E. Masaryk mit einer überwältigenden Mehr­st neuerdings zum Präsidenten der Tschcchoslo- alei gewählt.

Nach dem Wahlakt wurde die Sitzung der Na­tionalversammlung durch die feierliche Einholung des Präsidenten unterbrochen. Nach Wiederauf­nahme der Sitzung erschien, vom Vorsitzenden der Regierung geleitet, der wiedergewählte Präsident der tschechoslowakischen Republik im Wladislaw- Saal, von stürmischen, minutenlangen Kund­gebungen begrüßt. Der Vorsitzende der Ver­sammlung Dr. Stanek begrüßte den wieder­gewählten Präsidenten im Namen der Bevölke­rung als Haupt des durch seine Führerkraft wie- dergeschaffenen Staates und sprach den Wunsch aus, daß. Präsident Masaryk auch weiterhin in gu­ter Gesundheit sein hohes Amt zum Wohle von Volk und Staat ausüben möge.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses richtete hierauf an den Präsidenten Masaryk die Bitte, den verfassungsmäßigen Eid zu leisten. Der Präsident, die Hand auf der Verfassungsurkunde haltend, leistete hierauf den Eid, worauf stürmi­

scher und langanhaltender Beifall der Versamm­lung folgte.

Als Präsident Masaryk den Burghof betrat, verkündeten 21 Kanonenschüsse der Bevölkerung die Wahl. Gegen Mittag trat der Präsident mit seinem Gefolge und begleitet von berittener Polizei und zwei Kavallerieeskadronen die Fahrt zum Altstädter Rathaus an, wo er im Namen der Wehrmacht vom Nationalverteidi- gungsminister, dem General - Truppeninspekteur und dem Generalstabs-Chef sowie im Namen der Bevölkerung vom Bürgermeister der Hauptstadt begrüßt wurde. Nachdem der Präsident am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz niedergelegt hatte, trat er eine Rundfahrt durch die festlich geschmückte Stadt an, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt.

In zahlreichen Städten und Gemeinden fanden zur Stunde der Wahl feierliche Kundgebungen statt.

Gegen die Lügen der Boykotibewegung

Gauwirtschaftöberater Vg. Fromm in Oldenburg vor den Gaurednern

m Hotel „Graf Anton Günther" in Oldenburg z am Mittwoch eine Zusammenkunft der Eau- rer statt, in der Pg- Fromm in feiner Amts- mschaft als Eauwirtschaftsberater grundlegende jtlinien über die nationalsoziali- sche Wirtschaftspolitik bekanntgab.

' Redner führte bei dieser Gelegenheit aus, daß Eauwirtschaftsberatung die Vermittlung zwi- n Regierung und Wirtschaft darstellt, um die tschaftlichen Vorgänge bei Maßnahmen der sierung zu beobachten und ihre Durchführung nationalsozialistischen Sinne zu fördern Pg. mim fordert die Eauredner auf, ihn bei dieser htigen Aufgabe zu unterstützen und den lügen- ten Versuchen unserer Gegner im Auslande, die tsche Wirtschaft zum Erliegen zu bringen, ent- enzutreten. Wir können heute nur sagen, daß 25 Punkte unseres Programms nicht umsonst die Welt gesetzt sind. sondern in die Tat um- >tzt werden. Nur der Weg wird von verschiedc- i Gesichtspunkten aus redigiert, weil wir die Wirtschaft allmählich aufbauen und nicht eher etwas altes zerstören, bis wir Besseres an die Stelle setzen können.

lusländische Kreise zweifeln die Ehrlichkeit der richterstattung der Deutschen Reichsbank über Devisenlage Deutschlands an und sprechen ner von einer Etatzerrllttung in Deutschland. Hand einwandfreien Zahlenmaterials legte Redner dar, daß die Finanzierung der Allst gserteilung durch die öffentliche Hand durch

Vorgriffe auf das zukünftige Steueraufkommen ermöglicht wurde. Durch eine bewußte Etat-Konjunktur-Politik ist die Finanzgestaltung in Deutschland nichtmehr Objekt, wie sie dies unter den Systemregierungen war, son­dern nunmehr Subjekt geworden.

Die Auitragspolitik und die Entlastungspolitik in der Steuergesetzgebung hat sich außerordentlich vorbildlich und segensreich für die Wirtschaft ge­zeigt. Redner legt dies dar über die Reform der Autosteuer, der Grundsteuersenkung und der seit Ostern d. I. erfolgten Senkung der Arbeitslosen­hilfe. — Zu dem Thema Ehestandsdarlehen weist der Redner auf das ungeheuer Segensreiche einer gesunden Beoölkerungspolitik und ihrer Aus­wirkungen in der Volkswirtschaft hin.

Das Ausland arbeitet noch mit anderen Mit­teln. Bewußt haben gegen Deutschland ein­gestellte Wirtschaftskreise Scheinaufträge nach Deutschland gegeben, die dann unter dem Motto des Boykotts gegen deutsche Waren wieder zurück­gezogen wurden. Es liegt in Wirklichkeit so, daß das Ausland auf die deutsche Qualitätsware a n- ge wiesen ist, wie der neuerdings erfolgte Zu­sammenschluß großer Vereinigungen im Ausland gegen den Boykott deurscher Waren und die Be­richte aus vielen außereuropäischen Ländern über das Abflauen der Boykottbewegung beweisen.

Der japanischen Wirtschaftsinvaston auf dem Weltmarkt werden wir nicht entgegentreten da­

durch, daß wir dem arbeitenden Volksgenossen einen Kulilohn bezahlen und durch minderwertige Ware die ebenso nicht bedeutende Qualität der Japaner im Preise unterbieten, sondern durch nicht zu überbietende deutsche Qualitäts­arbeit.

Ganz zielbewußt wird von gewissen Kreisen im Auslande der Ruf nach der Abwertung der deutschen Mark erhoben und findet bei ge­wissen Betriebs- und Wirtschaftsführern Unter­stützung. Ist es schon einmal falsch, daß man den Ratschlägen seines Feindes folgt, so ist es immer noch dummer, daß im eigenen Lande für diese Ratschläge Propaganda gemacht wird. Deutzch- land ist ein Schuldnerstaat und kein Gläubiger­staat, wie es England und Amerika sind. Deutsch­land hat daher kein Interesse daran, eine Reichs­mark Auslandsschulden, die es heute mit ein- stündiger Arbeit bezahlen kann, durch Abwertung der Mark mit anderthalb Stunden Arbeit zu bezahlen.

Die deutsche Regierung hat keinen Zweifel dar­über gelassen, daß eine Devalvation außer Frage steht. Wenn ausländische Zeitungen berichten, daß der Reichskanzler Adolf Hitler und der Reichsbankpräsident Schacht gegen eine Deval­vation seien, jedoch die Sozialisten unter Führung von Pg. Gottfried Feder die Devalvation ver­langten, so kann nur dazu gesagt werden, daß gerade Pg. Gottfried Feder in den letzten Tagen