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Nr. 140 / 2. Vierteljahr
Mittwoch, 23.
Mai
Einzelpreis is Rps.
Der Reichsfportführer vor der DDA.-Lugend
Trier, 22. Mai.
Im Hermann-Göring-Stadion richtete der Reichssportführer von Tschammer und Osten an die versammelte VDA.-Jugend eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:
Ich grüße Euch von ganzem Herzen und übermittle gleichzeitig die aufrichtigsten und herzlichsten Grüße der deutschen Sport- und Turnge- meinde. Wenn ich das tue, so bedarf es einer unzweideutigen Feststellung, nämlich der, daß zwischen dem VDA. und der deutschen Turn- und Sportbewegung ein ausschlaggebender inniger Zusammenhang besteht. 800 000 Mitglieder hat die deutsche Turn- und Sportbewegung im Ausland. Ich glaube auch versichern zu können, daß in einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen dem VDA. und der deutschen Turn- und Sportgemeinde nicht nur der VDA. im In- und Aus- land gestärkt wird, sondern auch der Arbeit des Reichssportführers auf dem Gebiet der Leibesübungen eine Unterstützung gegeben wird.
Herr Knox soll zurücktreten
London, 22. Mai.
„Daily Mail" verlangt in einem Leitaufsatz wiederum, daß die britische Regierung den britischen Vorsitzenden der Saarkommission Knox zum Rücktritt veranlassen solle. Das Blatt sagt: .Die Erbitterung in Deutschland nimmt zu. Die Deutschen kommen zu der Ueberzeugung, daß der Völkerbund beabsichtigt, die Bedingungen der Volksabstimmung so zu gestalten, daß eine Entscheidung zu Deutschlands Gunsten verhindert wird. Aber was aus dem Saargebiet wird, geht Großbritannien nichts an. Kein britisches Jn- tnesse steht in diesem Gebiet auf dem Spiel.
Deutsche Versammlung in Amerika übersallen
Acht Schwerverletzte, drei Verhaftungen
Rewyork, 22. Mai.
Wie aus Jrvingtoui lNew Jersey) gemeldet wird, wurden etwa SO Angehörige des deutschen Kulturbundes, die dort eine Versammlung abhalte« wollten, von marxistischem Pöbel belagert, der die Deutschen bedrohte und Stinkbomben durch die Saalfenster warf. Die Polizei versuchte, die Menge mit Tränengas zurückzutreiben. Dabei kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf acht Personen schwer verletzt wurden. Die Polizei «ahm drei Verhaftungen vor.
Der Besitz des Fürsten pleß gepfändet
Kattowitz, 22. Mai.
Auf den Besitzungen und in den Betrieben des Prinzen von Pleß, der zurzeit noch eine dreiwöchige Haftstrafe im Eerichtsgefängnis Nikolai verbüßt, ist seit einiger Zeit eine umfangreiche Pfändungsaktion wegen sogenannter Steuerrückstände im Gange. 20 Gerichtsvollzieher durchziehen die verschiedenen Betriebe in allen Orten Ostoberschlesiens und legen auf vorhandenes Spargeld und Wertpapiere sowie auf alle Warenbestände, darunter ganze Kohlenhalden und industrielle Anlagen, Beschlag. Die Höhe der Pfandsumme geht in die Millionen Zloty. Diese Steuerangelegenheit beschäftigte bekanntlich in den letzten Jahren die internationalen Instanzen, unter anderm auch das Haager Schiedsgericht. Sie wurde vor einiger Zeit vom Warschauer höchsten Gericht teilweise zu llngunsten des Prinzen von Pleß entschieden.
Gtreikum'uhen in LIGA.
Newyork, 22. Mai
Im Zusammenhang mit Streiks kam es in verschiedenen Städten Amerikas zu Gewalttätigkeiten. In Sän Franzisko, wo die Reeder wegen der Fortdauer des Streiks der Hafenarbeiter eine einmonatige Aussperrung planen sollen, wurden^ 50 japanische Arbeiter, die die Ladung eines Schiffes löschten, überfallen und vertrieben. Außer in Sän Diego ruht jetzt die Schiffahrt an der kalifornischen Küste beinahe völlig. In New Orleans wurden bei einem Zusammenstoß zwischen streikenden Hafenarbeitern und Polizisten Schüsse abgefeuert, doch scheint es keine Verletzte gegeben zu haben. In Coal Vally (Alabama) warfen streikende Bergleute eine Dynamitbombe in den Luftschacht eines Bergwerkes. Die Explosion riß ein großes Loch in der Erde auf. Personen kamen aber uicht zu Schaden.
Keine Versöhnung Trotzkis mit der Parteilei- lung. Amtlich wird aus Moskau mitgeteilt, daß die Gerüchte, wonach Litwinow als Vermittler zwischen Trotzki und Stalin auftritt, um Trotzki mit der Parteileitung auszusöhnen, nicht den Tatsachen entsprechen.
Achtung, Funkwarte Bremens!
Die für heute angesetzte Funkwart- sitzung Altcnwall 27 findet am Freitag. 20.Zg Uhr. dortselbst statt.
Zweierlei Maß in Oesterreich
Marxistische Eifenbahnanschiäge, aber Verhaftungen von Nationalsozialisten
Wien, 22. Mai.
Wie bereits gemeldet, wurden dieser Tage wieder zahlreiche Nationalsozialisten verhaftet. Man spricht augenblicklich von 150 bis 200 Verhaftungen. Unter ihnen befindet sich auch der ehemalige Gauleiter von Niederösterreich, Hauptmann a. D. Josef Leopold, der Montag in Krems festgenommen wurde. Leopold hat sich bereits früher einmal sechs Monate in Untersuchungshaft befunden, jedoch mutzte das Verfahren gegen ihn wegen völliger Ergebnislosigkeit eingestellt werden. Nach seiner Haftentlassung kam Leopold für zwei Monate ins Konzentrationslager nach Wöllersdorf, wo er Anfang Januar entlassen wurde. Nun wurde er erneut festgenommen. Seine Verhaftung wie auch die übrigen Verhaftungen von Nationalsozialisten wurde nach einem amtlichen Kommunique damit begründet, daß er angeblich in die Eisenbahnanschläge verwickelt sei. Selbstverständlich ist Leopold an den Anschlägen genau so unschuldig wie alle die anderen verhafteten Nationalsozialisten.
Dagegen wird es immer offenbarer, daß die Eisenbahnanschläge von radikaler marxistischer Seite ausgehen. So konnte festgestellt werden, daß die drei Anschläge an der Westbahn in der Nähe von Wien mit Dynamit ausgeführt worden sind, das aus einem Vorratslager stammt, zu dem nur KommunistenZutritt haben. Auch alle anderen einlaufenden Meldungen zeigen, daß es sich bei den Eisenbahnanschlägen um typisch« revolutionär-marxistische Sabotageakte handelt. Trotz-
Bisher 70 Nationalsozialisten festgenommen
Wien, 22, Mai.
Auf Anfrage teilten die maßgebenden Stellen am Dienstagabend mit, daß bisher 70 Nationalsozialisten als Vergeltung für die von den Behörden behauptete, aber durch keinerleit Tatsachen bewiesene nationalsozialistische Urheberschaft an den Eisenbahnanschlägen am Sonnabend festgenommen wurden. Unter den Verhafteten befinden sich der ehemalige Gauinspektor von Wien, Eeheimrat Neumann, und die beiden Brü- der des ehemaligen Gauleiters von Wien, Eduard und Richard Frauenfeld, ferner der Sektionsrat im Heeresministerium, Jlz, und viele andere.
Wie schon gemeldet, verdichten sich die Nachrichten, daß die Eisenbahnsabotageakte vom Sonnabend von revolutionärer marxistischer Seite ausgingen. Darauf deutet auch der Umstand, daß die Marxisten für die Pfingstfeiertage auch andere große Aktionen vorbereitet hatten. So waren, wie jetzt berichtet wird, die Bäume an zahlreichen bekannten Wegen im Ausflugsgebiet des Wiener Waldes mit roten Sowjetsternen bemalt, aus vielen Wegen sah man „Drei-Pfeil-Abzeichen" und auf der Donau ließen sich Faltboote, die mit sozialdemokratischen Zeichen bemalt waren, den Strom Hinabtreiben. Ihre Insassen schwenkten rote Fahnen und gaben Schüsse ab, um die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich zu lenken.
Zugleich mit der Verhaftung der Nationalsozialisten wurden, wie sich jetzt herausstellt, sämtlich sozialdemokratischen Funktionäre mit Ausnahme des früheren Bürgermeisters Seitz, des Landeshauptmann-Stellvertreters von Niederösterreich, Helmer, und des Schutzbundführers, Generals a. D. Körner, auf freien Fuß gesetzt. Diese Enthaftungen sind besonders auffällig, da die verschiedenen sozialdemokratischen Parteigrößen mit wegen des gleichen Deliktes in Haft saßen. Ein Teil von ihnen war wegen Mitwisserschaft an den Februarrevolten, ein anderer Teil wegen der Mitwisserschaft und der Eeldgebarung bei der Arbeiterbank in Haft genommen worden.
Roosevelts Silberbotschaft
Washington, 22. Mai.
Präsident Roosevelt hat am Dienstag dem Kongreß seine seit langem erwartete Botschaft zur Silberfrage zugehen lassen. Er empfiehlt darin eine Gesetzgebung, nach der das Silber ein Viertel der Deckung der Währung bilden soll. Die Botschaft ist das Ergebnis von Verhandlungen mit dem sogenannten Silberblock des Kongresses. Sie bestimmt, daß die Zahlungen für Ankäufe von Silber, das zur Anhäufung der notwendigen Silberreserve gebraucht wird, auf 50 Cents je Unze für einheimisches Silber beschränkt werden. Roosevelt weist dann auf ein internationales bimetallisches Abkommen zur endgültigen Lösung der Silberfrage hin und teilt dem Kongreß mit, daß bereits mit den Nachbarländern Verhandlungen eingeleitet seien, die die Verwendung von Silber und Gold auf gleicher Grundlage als Währungsstandard betreffen.
In der Botschaft ersucht Roosevelt um Vollmacht zur Uebernahme der bestehenden Silber- überschüsse, die nicht für Zwecke der Industrie benötigt werden. Dabei soll eine entsprechende Entschädigung gezahlt werden. Außerdem wünscht Roosevelt Vollmacht zur Regelung der Silber-
dem werden zahlreiche Nationalsozialisten als Geiseln verhaftet, während fast gleichzeitig eine große Entlassungsaktion unter den verhafteten So- zialdemokraten durchgeführt wird.
Außer den bereits gemeldeten Enthaftungen wurden nunmehr auch die bekannten sozialdemokratischen Abgeordneten Ellenbogen, Speiser, Weber und der Vizebürgermeister von Wien, Emmer- ling, freigelassen. Interessant ist ferner, daß auch drei hervorragende Schutzbundführer, die der Vorbereitung des Aufstandes vom 12. Februar beschuldigt worden waren, freigelassen wurden, nämlich der General a. D. Schneller, der General a. D. Maier und der ehemalige Branddirektor von Wien, Wagner. Von diesen Enthaftungen, die zum Teil am Pfingstsonntag, zum Teil am Pfingstmontag und auch noch Dienstag früh durchgeführt wurden, ist amtlich bisher keine Mitteilung gemacht worden.
Kommunistischer Racheakt in Braunau
München, 22. Mai.
Der Oesterreichische Pressedienst meldet:
Am Pfingstsonntag fand in Schärding in Oberösterreich eine Kundgebung der „Vaterländischen Front" statt, bei der der Landeshauptmann von Oüerösterreich, Dr. Eleißner, sprach.
Als der Landeshauptmann das Podium betrat und vom Bürgermeister begrüßt wurde, krachte
über dem Stadtplatz ein Papierböller, der an einem großen Luftballon hing. Weiterhin entrollte sich eine sechs Meter lange Hakenkreuzfahne, die von fünf Luftballons getragen wurde. Einen weiteren Böller, der von drei Luftballons getragen wurde, schössen die Heimwehren ab, worauf er auf einem Dach der Stadt mit furchtbarer Detonation explodierte.
Im Verlaufe der weiteren Abwicklung der Kundgebung wurde eine zweite Hakenkreuzfahne entfaltet und weitere zwei Böller zur Explosion gebracht. Die deutschgesknnte Bevölkerung Schär- dings begrüßte diese Kundgebung der Nationalsozialisten mit lebhaften Beifallsrufen.
In Vraunau am Jnn wurde in der Nacht zum Pfingstsonntag durch Sprengungen erheblicher Sachschaden am Städtischen Wasserwerk und an einem Transformator der Städtischen Elektrizitätswerke angerichtet. Die Anschläge waren der Racheakt einiger Kommunisten, die von der Stadt- gemeinde vor kurzer Zeit entlassen worden waren.
Am Pfingstsonntag flüchteten drei Angehörige des österreichischen Schutzkorps, die Sturmschärler Johann Kaufmann und Karl Gärtner sowie der Heimwehrmann Anton Walch über die bayerische Grenze. Sie begründeten ihre Flucht damit, daß durch die Entwicklung der letzten Zeit die Angehörigen der Wehrformationen Oesterreichs an die klerikale „Vaterländische Front" verraten worden seien.
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Ein- und Ausfuhr und für andere Silbertrans- aktionen. Roosevelt schlägt eine Steuer von mindestens 50 v. H. auf alle Gewinne aus Silbertransaktionen vor. Er empfiehlt eine Politik, die für Währungszwecke die Silbermenge so erhöhen soll, daß als Endziel ein Viertel der Währungsbestände aus Silber besteht. Die Botschaft ist so abgefaßt, daß das Tempo und der Umfang der Silberankäufe weitgehend dem Ermessen des Präsidenten überlassen ist. Der Erfolg des Londoner Silberabkommens, so sagt die Botschaft zum Schluß, ermutige zu einer Fortsetzung der internationalen Verhandlungen über die Silberfrage.
Spaltung im
englischen Frontkämpferbund?
ävb. London, 22. Mai.
Die Gerüchte von einer Spaltung in den Reihen des englischen Frontkämpferbundes (Britisch Legion) veranlaßten den .jüngsten Sohn des englischen Königs am Pfingstsonntag seine Teilnahme an der Jahresversammlung der British Legion zu versagen. Die in letzter Minute erfolgte Absage des Prinzen erregte größtes Aufsehen unter den in Weston-super-Mare aufmarschierenden 20 000 Frontkämpfern. Die in der englischen Presse aufgetauchten Gerüchte wollen u. a. von einer „Revolte" der Mitglieder gegen die Verbandsleitung wissen, da diese undemokratische Maßnahmen angewandt habe und die in letzter Zeit stark gesunkene Mitgliederzahl verheimliche.
VDA.-Kundgebung auf der Feste Mont Regal
Trier, 22. Mai.
Nach den arbeits- und ereignisreichen Tagungen des VDA. in Mainz und Trier fand am Dienstag auf der weiten Hochfläche der Mosel- Halbinsel, auf der Feste Mont Royal bei Traben- Trarbach, eine Kundgebung statt, an der etwa 6000 Personen, darunter zahlreiche VDA-Jugend, teilnahmen.
Nach dem Anmarsch der Fahnen und Banner der örtlichen Vereine nahm der Vorsitzende des VDA, Dr. Steinacher, das Wort. Er erinnerte daran, daß hier Ludwig der XIV, durch den Marschall Vauban eine Festung mit 8500 Mann Besatzung errichten ließ mitten im deutschen Land, schließlich aber in die Schleifung der Festung einwilligte, nachdem ihm Straßburg überlassen worden war.
Dann hielt Dr. Spies, der die Festung ausge- graben hat, einen Vortrag über das Thema: „Vom Rheinland-Drachen zum Heimatbollwerk", in welchem er die Geschichte der Feste Mont Royal aufrollte.
Nachdem die Musik die Ouvertüre zu Wagners „Rienzi" gespielt hatte, sprach der Landesführer des Landesverbandes Mittelrhein des VDA., Staatsrat Freiherr von Lüninck, das Schlußwort' Er dankte Dr. Spies für seine mühevolle Arbeit und betonte, wie aus diesem Schandmal deutscher Zwietracht ein Mahnmal geworden ist. Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied, von den Tausenden begeistert gesungen, beendeten den feierlichen Akt.
Bulgariens Regierung von den Parteien anerkannt
Sofia, 22. Mai.
Die politischen Parteien Bulgariens umreißen jetzt in Erklärungen und Aufrufen ihre Haltung, die sie gegenüber der neuen Regierung Georgieff einnehmen wollen.
Die Demokratische Vereinigung der Richtung Zankoff veröffentlicht einen Aufruf an ihre Mitglieder, in dem sie ihnen die Billigung der neuen Regierung empfiehlt. Die hauptsächlichen Führer der Demokratischen Vereinigung der Richtung Buroff und Moloff ihrerseits haben in den Zeitungen eine Erklärung veröffentlicht, in der sie das Programm der neuen Regierung billigen und ihre Anhänger auffordern, den Wiederaufbauplan der neuen Regierung zu unterstützen.
Auch der Vollzugsausschuß der Radikalen Partei, Richtung Stankoff, hat beschlossen, die neue Regierung zu unterstützen. Eine Abordnung des Ausschusses hat sich sogar zum Ministerpräsidenten Georgieff begeben, und ihm diese Entscheidung der Partei mitgeteilt. Die anderen Parteien beraten gegenwärtig über ihre Haltung.
Der Bund der bulgarischen Reserveoffiziere hat .ebenfalls der neuen Regierung leine Unterstützung 'ugesagt. Der oberste Rat des Bundes faßte eine Entschließung, in der der neuen Regierung voller Erfolg bei der Durchführung der Wiederaufbau-
maßnahmen gewünscht wird. Zahlreiche andere vaterländische Vereinigungen haben die gleiche Haltung eingenommen und der Regierung Eeor- giefs ihre Unterstützung zugesagt.
Am Montag, 11.30 Uhr, empfing der König den Kriegsminister zur Berichterstattung. Um 18 Uhr hatte er die Mitglieder der neuen Regierung empfangen, die ihm vom Ministerpräsidenten Georgieff vorgestellt wurden. Er unterhielt sich mit ihnen zwei Stunden.
Kommunistenverhaftungen in Japan
London, 22. Mai.
Wie „Times" aus Tokio meldet, hat die Polizei wieder Massenverhaftungen von Kommunisten vorgenommen. Von 736 festgenommenen Personen werden 53 vor Gericht gestellt werden. Sie werden u. a. beschuldigt, einen Kommunisten, von dem sie glaubten, er sein ein Spitzel, ermordet und zehn andere Personen gemartert zu haben. Von den 736 Verhaftungen sind 163 Studenten, 210 sonstige Intellektuelle und 324 Arbeiter.
Lautlose Schlacht im Fernen Osten
Von
Colin Roß.*)
Wir haben von dem bekannten Forschungsreisenden und Schriftsteller Colin Roß, der sich augenblicklich aus einer Studienreise durch Amerika befindet, eine Reihe von Artikeln erworben, die politisch und wirtschaftlich betrachtet, für Deutschland wertvoll sind. In der heutigen Nummer behandelt Colin Rotz die sernöstlichen Verhältnisse, besonders die Beziehungen zwischen Amerika und Japan.
Chicago, im Mai 1934
Welthistorische Entscheidungen vollziehen sich umnerklich, so unmerklich, daß die Zeitgenossen in der Regel gar nicht merken, wenn sie fallen.
Eine solche kaum beachtete Entscheidung ist in diesen Tagen gefallen. Sie ist gefallen mit dem Ausbleiben des erwarteten — beinahe hätte ich geschrieben, des „erhofften" — japanisch-russischen Krieges, mit der Aufgabe der Philippinen, der Verlegung der amerikanischen Flotte aus dem Pazifik in den Atlantik, und schließlich mit der Erklärung Eiji Amans, des offiziellen Sprachrohres des japanischen Außenamtes, über das, was man nur als asiatische Monroe-Dok- trin bezeichnen kann.
Was ist geschehen? — — Die Grenze „Europas" — — Europa im Sinne der
weihen Rasse-ist vom chinesischen Meer
an die kalifornische Küste zurückverlegt worden. Diese Rückverlegung tritt natürlich heute noch nicht sichtbarlich in Erscheinung, allein auch die Flut schlägt ja unmerklich in Ebbe um, und erst am Sinken des Wassers
Wechsel erleben wir heute. Er vollzieht sich gleich unmerklich wie seinerzeit im Römischen Weltreich. AIs Tajan aus feinem Zug nach Osten in Ktesiphon umkehrte, stand das Imperium Romanum auf dem Zemth seiner Macht, und in Rom haben sicher nur ein paar weitblickende „Geopolitiker" geahnt, daß dieser vorzeitige Abbruch des Trajan- zuges, der Verzicht aus die rechtzeitige und restlose Vernichtung des Partherreiches, in der Folge die Rückverlegung der europäischen Grenze" vom Euphrat bis an die Leitha, bis vor die Tore Wiens bedeuten würde.
Mit dem Wflauen der Mauren-, der Mongolen-, der Türkenzüge ist Europa dann langsam wieder vorgerückt bis an den Euphrat, bis weit über den Euphrat hinaus, bis an das Gelbe Meer, in dem die beiden
Der Kampf gegen Miesmacher und Nörgler geht weiter!
Jetzt beginnt die große Verfammlungs- welle, die das Volk aufklären wird, was unter nationalsozialistischer Führung bis heute geleistet worden ist. Der Weg zum Herzen des Volkes wird endgültig frei gemacht.
Zweige der Weißen Rasse, der europäische und der amerikanische, zusammentrafen, um scheinbar für immer die Welt zu beschatten.
Vor kurzem ist ein pazifischer Gedenktag Meiert worden. Es sind achtzig Jahre her, eit Commodore Perry mit seinem Geschwader Aokohama anlief und mit seinen Kanonen die Oeffnung der japanischen Häfen für den amerikanischen Handel erzwäng. Dieser Gedenktag ist nicht etwa in Amerika, wohl aber in Japan gefeiert worden. Begreiflicherweise. Das Land der ausgehenden Sonne kann von diesem Tage seinen Aufgang als moderne Großmacht datieren, für die Amerikaner aber stellte sich in der Folge das rauhe Anklopfen an die Tore des bis dahin fest verschlossenen Japans als das Oeffnen der Büchse der Pandora heraus. Wenn heute hier die Andenken der Chica- goer Weltausstellung den verschämten Vermerk „Made in Japan" tragen, wenn trotz Hochschutzzöllen und Dumping-Gesetzen Japan Amerika in seinem eigenen Lande Konkurrenz in Industrie-Erzeugnissen machen kann. so ist es verständlich, daß Japan feiert und Amerika erbittert schweigt.
Aus die wirtschaftliche Niederlage folgt die politische, und die Aufgabe der Philippinen
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Großes HJ.-Treffen in Norderney und Wangerooge
Deutschland gewinnt den Jnselpreis „Rund um Helgoland"
Die zweite Leiche vom „Merkur" angeschwemmt.
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