Ausgabe 
(22.5.1934) Nr. 139
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das amtliche vrgan Ses Senats

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BremerZettung, Verlagsgesellschaftm.b.H., Geeren 6 bis 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland 828.

Nr. 13 Y / 2. Vierteljahr

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Dienstag 22. Mai

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Die Eaarkundgkblmg in Trier

SO000 Teilnehmer / Eine bedeutsame Rede des Vizekanzlers

Der blaue Wimpel in Trier

(Sonderbericht der Bremer Zeitung)

Trier, 20. Mai.

Trier, die Stadt der Prozessionen und Massen­besuche, erlebt an diesem Pfingstsonnabend den­noch etwas Neues, so viel begeisterte deutsche Ju­gend sah sie noch nicht in ihren alten Mauern.

VDA-Jugend und Hitler-Jugend, bunt unter­einander gemischt, schlendert durch die breiten Alleen, die krummwinkligen Kätzchen und am Moseluser umher. Was gibt es nicht alles für sie zu sehen! Wie lebendig die Römerzeit zu ihnen spricht, besser als jede Eeschichtsstunde. Porta Nigra, Kaiser- und Barbara-Thermen und Amphi- Theater locken zum Erklettern und Durchstreifen.

Der blaue Wimpel weht über Trier, bis weit­hin an die Stadtgrenze, wo die Weinberge an­steigen. Noch vor kurzem hat man dort Feuer entzündet, um die jungen Weinblüten vor Nacht­frost zu bewahren. Nun lacht hellster Sonnen­schein, liegt golden auf den Windungen der alten Stadtmauer, erweckt die ersten Rosen in den Vor­gärten und die Heckenrosen am Waldesrand. Auf lem Band der Mosel flimmert er in tausend hellen Lichtern.

Auf der Moselinsel zwischen Alter und Neuer Brücke ist eine Zeltstadt entstanden. Man hat vom Ufer aus einen hölzernen Laufgang herllberge- schlagen und ein SS.-Posten sorgt für Verkehrs­regelung und verhindert das Eindringen Unbefug­ter Es ist ein „M ännerlage r". 50 Zelte be­herrschen den Plan. Der Lagerweg, gestern war er noch Wiese, ist eingerahmt von Hunderten von blauen buntbebänderten Wimpeln, die vor den Zelten stehen. In jedem Zelt sind etwa 200 Mann untergebracht. Vom Zelt des Lagerkommandanten aus werden Anordnungen durch zwei große Laut­sprecher nach allen Seiten übertragen. An großen Flaggenmasten grüßen Hakenkreuz- und VDA.- Fahnen; gegenüber die Farben der deutschen Län­der. Hier ist Hochbetrieb und die Verpflegungsstelle, die hier die NS.-Volkswohlfahrt innehat, hat trotz vieler eifriger Helfer kaum Hände genug, alle An­forderungen zu erfüllen. Die jüngeren VDA.-Fah- rer vergnügen sich in jeder freien Minute mit Ba­den und Planschen im toten Moselarm.

Die Mädelgruppen sind zum Teil in Schu­len, teils in anderen Zelten außerhalb der Stadt untergebracht. Die Mädels des L.-V. Weser-Ems wohnen in einer Schule, in deren Klassenräumen Stroh aufgeschüttet ist. Sie sind in fröhlicher Laune und von Unterkunft und Verpflegung restlos be­friedigt.

Psingstsonntag

Ein sonnendurchleuchteter Tag bricht an. Glocken der vieltürmigen Stadt läuten Pfingsten ein. Schon früh strömt die VDA.-Jugend zu den Mor­gengottesdiensten in die Kirchen. Die älteste und schönste Hallenkirche Deutschlands, die Basilika, die einzige evangelische Kirche der Stadt, hat heute einen großen Tag, wo so viel evangelische Jugend aus Norddeutschland zur Moselstadt gekommen ist. Ein Auslandsdeutscher, Pfarrer Rößler aus Heer- len in Holland, findet mitreißende, zu Herzen gehende Worte, die besonders den Saardeutschen gelten. Der Gottesdienst findet mit dem Lutherlied feinen Abschluß. Den zweiten Gottesdienst hält dort anschließend der Reichsjugendpfarrer Zahn, uns von der VDA.-Tagung Aachen noch lebhaft in bei Erinnerung. So rücken neue blauweiße Scharen ein, während die ersten in langen Zügen durch die ausgedehnte Stadt zum Weitzhaus-Platz jenseits der Mosel marschieren. Heute tragen sie alle VDA.- Tracht!

Die „Stunde der Jugend" ist schon eine nicht mehr zu missende Einrichtung der VDA- Tagungen geworden. Hier spricht die Jugend der grenz- und auslandsdeutschen Gebiete zu ihren Kameraden und Kameradinnen im Reich.

Wir haben sie oft erlebt, die Stunde der Ju­gend. Doch so feierlich und festlich wie heute in der pfingstlichen Natur noch nie. Die Wimpel­abordnungen, aus ins Gelände geschlagenen Stil­len, geben den blauweiß-schimmernden Rahmen lür das bunte Bild; links die MäLclgruppen, rechts die Jungens, in der Mitte all des blauen Farbengewoges das leuchtende Rotweiß der Hitler-Jugend-Fahnen. Zahlreiche bremische «flaggen an den Wimpeln lassen den Gau Bremen besonders schnell und wirkungsvoll unter den Zablreichen anderen herauserkennen.

Der Neichsjugendführer des VDA eröffnet die -tunde der Jugend unter dem „festlichen Psingst- lninmel bereitesten deutschen Stadt". Er halt noch kurze Rückschau auf die VDA-Tagungen der letzten 10 Jahre, „eine Kette leuchtender Steine >n der Erinnerung." uns, die wir sie von Anfang °n miterlebt haben, ebenso unvergeßlich.

Packend und ergreifend klingen die kurzen Grüße der Redner. Alle Lande wurden laut: Liv- land, Estland, Litauen und Polen, Rumänien, Sudetendeutschland, Jugoslawien, Vanat, Batschka, Gotisches, Slowenien, Südtirol, Nordschleswig. Aus allen Bekenntnissen klingt es auf, ein Füh­rer eint uns und eine Idee.

Der Vertreter Danzigs ruft aus: „Danzig ist unsere Heimat, aber Deutschland unser Vater­land!«

Brausender Beifall ertönt und schwillt an beim Erscheinen eines Emundeners, der die Grütze des Salzkammergutes bringt, und eines Deutsch-

Oesterreichers, der davon spricht, daß OlL Millio­nen deutscher Menschen in der Südmark auf den Tag warten, wo die Flammenzeichen auflodern und die Freiheit künden. Er schließt mit dem Ruf: Wir «vollen heim!

Jubelnd begrüßt von den im Halbkreis auf dem Grasplatz sitzenden jugendlichen Zuhörern wird der Führer des VDA., Dr. Steinach er. Er spricht zur geeinten Jugend des Dritten Reiches und macht ihr klar, daß wir beides brauchen, Volkstum und Staat, und daß Hitler-Jugend und VDA.-Jugend jede in ihrer Formation ihre Pflicht erfüllen muß, wie die Infanterie und die Kavallerie des Weltkrieges, bei denen es auch manchen Strauß gegeben hat. Er spricht von der Volksgrenze, die hier im Westen soweit

Chicago, 21. Mai.

Das Chicagocr Viehhofviertel ist von einem Vrandunglück heimgesucht worden, wie sie die Stadt seit dem Erotzseuer von 1871 nicht mehr er­lebte. Eis große Gebäude sind völlig eingeäschert worden, ungezählte Viehmengen verbrannt. Drei Viertel der städtischen Feuerwehr bekämpfen mit heroischer Ausdauer das immer weiter um sich greifende Feuer. Bis jetzt zählt man drei Tote und über 158 Verletzte. Ueber 2000 Personen find ohne Obdach.

Zu der Vrandkatastrophe werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Das Feuer brach in einer Scheune im Viehhofviertel vermutlich durch eine fortgeworfene Zigarette aus. Bei der großen Trockenheit breiteten sich die Flammen mit rasen­der Geschwindigkeit aus.

Obwohl fast die gesamte Chicagoer Feuerwehr eingrisf, wurden in kurzer Zeit drei riesige Vieh­ställe, zwei große Verladehallen, ein Hotel mit

in fremdes Land vorgeschoben ist, und die man nur halten kann mit den Kräften der Seele.

Dr. Steinacher grüßt besonders den Vertreter der Siebenbllrger Sachsen, die aus ihrer Eifel- heimat ins damalige Ungarn zogen und ihre Sitten durch die Jahrhunderte hindurch treulich wahrten. Ihre Mundart ist heute noch den in der Umgebung in den Eifeldörfern lebenden Bauern verständlich.

Nach Dr. Steinacher kommt die Saar zu Wort

„Saarbrücker Tagung" heißt die Trierer Pfingst- tagung, wie die vorjährige „Klagenfurter Tagung

>ein Tagungsziel ändern.- Erlebten wir voriges Jahr die schmerzliche Enttäuschung, den deutschen Kärntnern nicht den Gruß des deutschen Mutter­landes bringen zu können, so müssen wir diesmal das deutsche Volk an der Saar über die Grenze grüßen, da die vom Völkerbund abhängige Saar­regierung, in der neben einem Engländer, einem Franzosen, einem Tschechen (!), Vertretern der nordischen Länder ein sog. „Saarländer" sitzt, — die Tagung in Saarbrücken nicht zugelassen hat- Die saarländische Jugend bringt zwei auf be­sonderer Höhe stehende Sprechchöre zu Gehör. Die Jungens sind mit ganzer Seele und Hingabe da­bei. Das spürt man an jedem Wort. Besonders

wertvollen Kunstschätzen, zwei Banken, eine Brauerei und ein Eisenbahnbürogebäude ein Raub der Flammen. Ferner wurden ungezählte kleinere Gebäude und Läden zerstört. Ammoniak­tanks und große Oelbehälter explodierten mit lautem Getöse. Das verbrennende Vieh schrie entsetzlich. Der Stadtverkehr ist meilenweit unter­brochen. Zwei Feuerspritzen wurden von den Flammen umzingelt und verbrannten. Die drei Feuerwehrleute haben vermutlich den Tod ge­funden. Als das Feuer am Brandherd selbst fast erloschen war, fraßen sich die Flammen weiter nach Nordosten dem Wohnviertel zu, dessen Be­wohner angesichts des Wassermangels Feuerketten bildeten und die Löscheimer von Hand zu Hand weiterreichten. Flieger melden, daß die Rauch­säule über 75 Meilen weit zu sehen ist.

Die Löscharbeiten werden besonders dadurch er­schwert, daß infolge der großen Trockenheit der letzten Tage der Wasserdruck erheblich nachgelassen hat. Der Schaden wird auf 10 Millionen Dollar geschätzt. Man fürchtet jedoch, daß er 25 Millionen

zu packen weiß ein etwa lljähriger Junge, der den Chor führt, hebt und trägt. Man spürt es, schon diese Kinder wissen, worum es geht im Kampf an der Saar. Andere Gruppen tanzen und spielen und zeigen die Volkskunst dieses deut­schen Stammes, den man künstlich zum „Saar­volk" gemocht hat. Mit Deutschlandlied und Horst- Wessel-Lied klingt die Stunde deic Jugend aus.

Am Nachmittag findet eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal, das sich am Langemarck-llfer an der Mosel befindet, statt.

Der Abend ist noch hell, ais die Gruppen auf die Höhen steigen, um ihre Abendfeiern abzu­halten. Auf dem Petrisberg, von dem man einen Rundblick auf das Amphi-Theater und über Trier hat, haben sich die Mädelscharen versammelt.

Langsam senken sich die Schleier der Dämmerung hernieder, und ein Licht nach dem andern flammt auf den Höhen auf. Möcht« der Schein der hell- brennenden Flammen weit, weit dringen und den deutschen Brüdern in Lothringen und an der Saar Zeugnis geben von der Verbundenheit aller hundert Millionen Deutscher inner- und außer­halb des Deutschen Reiches.

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Totenehrung in Trier

Am Mittag waren die VDA-Jugend, die Ver­treter der Trierer Verbände, der SA und SS und des Kyffhäuserbundes an dem schlichten Krieger­denkmal am Ufer der Mosel angetreten, um die toten Krieger zu ehren.

In einer schlichten Gedenkrede erinnerte Dr. Steinacher an das Opfer der Toten. Nur durch Opfer, insbesondere des Lebens, wachse die Ge­meinschaft. Ein Trauermarsch erklang, während Dr. Steinacher einen mit der Hakenkreuz- und der VDA-Schleife geschmückten Kranz am Denkmal niederlegte, das die einfachen Worte „Tapfer und treu" trägt.

Am Nachmittag besuchte der Leiter des VDA Dr. Steinacher und der Reichssportführer von Tschammer und Osten das Zeltlager der VDA- Jugend auf der Moselinsel. Eartenkonzertc am Nachmittag leiteten über zu den Abenöfeiern, auf denen Oberbürgermeister Zoerner-Dresden und Graf Brockdorff-Dallwitz sprachen. Die Stu­denten versammelten sich auf dem Kockelsberg, die Jungen im Zeltlager auf dem Regattaplatz, die Mädel auf dem Petrisberg. Flammenstöße und Höhenfeuer und ein Feuergruß an die Saar wur­den begeistert von den Tausenden von Zuschauern aufgenommen. Ein riesiger Fackelzug durch die Stadt zum Palastplatz mit folgendem Zapfenstreich bildeten den wirkungsvollen Abschluß des Pfingst- sonntags.

Der Vslngstmontag in Trier

änb. Trier, 21. Mai

Während der Morgenfeier am Pfingstmontag im Stadion am Ufer der Mosel hielt

Vizekanzler von Papen

eine eindrucksvolle Rede, in der er u. ä. aus­führte :

Es war nicht immer so, daß die Reichsdeutschen Kraftspender und Tröster sein konnten. Es gab eine Zeit — von der Geschichte noch viel zu wenig erkannt — da. strömten die magischen Vlutskräfte des deutschen Volkskörpers von außen nach innen und bewahrten Hirn und Herz vor dem Erlahmen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

erreichen wird, da neben den Gebäuden unzählige Stück Vieh in den Flammen umgekommen sind. Da sich zwischen dem Viehhofviertel und dem Chicagoer Wohnviertel ein breiter Streifen Brachland befindet, hofft die Feuerwehr, den Brand dort zum Stehen zu bringen.

Der Brandkatastrophe sind nach den bisherigen Feststellungen außer den elf großen Viehhof­gebäuden über 200 Wohnhäuser zum Opfer ge­fallen. Es handelt sich in erster Linie um Häuser­blocks, die von Angestellten des Viehhoss bewohnt waren. Ueber eine Quadratmeile des Stadt­bodens ist durch die Vrandkatastrophe dem Erd­boden gleichgemacht worden. Die Zahl der Todes­opfer steht noch nicht endgültig fest. Es werden 25 schwerverletzte Personen gemeldet, darunter els Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann hat vier Personen aus den Flammen gerettet und sich da­bei so schwere Brandverletzungcn zugezogen, daß er unmittelbar daraus ^starb. Eine noch größere Ausdehnung des Feuers wurde nur durch ein plötzliches Umschlagen des Windes verhindert.

Räch den Feiertagen

öl L. Bremen, 22. Mai 1934

Wenn diese Zeilen dem Leser zu Gesicht kom­men, ist die große Saarkundgebung an Rhein und Mosel verklungen. Die deutsche Ju­gend, die, viele Zehntausende an der Zahl, dieser einzigartigen Kundgebung beigewohnt und ihr das Gesicht gegeben hat, zieht wieder heimwärts mit dem erhebenden Gefühl im Herzen, Zeuge eines geschichtlichen Ereignisses gewesen zu sein, das die Welt wieder hat aufhorchen lassen. Bil­der aus den Jahren nach dem Kriege werden heute wieder lebendig: Die Abstimmungen in Ostpreußen und Oberschlesien. Auf deutscher Seite der starke Glaube, daß das Recht auf unserer Seite ist, und drüben im Feindesland die Ränke und Erpressungen, um dieses Recht zu beugen. Eine friedlose Welt wurde im Frieden geschaffen durch Versailles, und heute lebt diese friedlose Welt wieder an der «Saar auf. Mit denselben Mitteln, mit denen Polen damals die abstim­mungsberechtigte Bevölkerung zugunsten Polens betören wollte .(es sei nur an die berühmte Kuh erinnert, die jedem geschenkt werden sollte, der für Polen stimmen würde), arbeitet auch heute Frankreich im Saarland. Deutsche Mittelmeer­reisende haben kürzlich in Korsika Saarländer getroffen, die sich als Arbeiter nach Frankreich verdingt hatten. Diese «Saarländer erzählten, daß sie, sobald sie sich als Saarländer zu erkennen geben, ein Herrenlebcn in Frankreich führen können. Jeder Wunsch wird ihnen erfüllt, die Behörden kommen ihnen in jeder -Weise entgegen, sie sind von Gebühren und Abgaben befreit, und es ist ihnen in Aussicht gestellt, bei der Abstim­mung freie Fahrt und kostenlose Verpflegung in jeder gewünschten Form zu erhalten ... Ob das ziehen wird? Wir in Deutschland appellieren an das Gewissen der Saarländer und wissen, daß wir uns nicht täuschen werden. Wenn man in Frankreich in gewissen amtlichen Kreisen dagegen glaubt, mit schönen Versprechungen die Saar­länder zur Marianne locken zu können, dann mö­gen diese Kreise, die sehr wenig politisches Finger­spitzengefühl entwickeln, bei diesem Glauben selig werden. Wir wollen sie nicht daran hindern. Wir wollen aber auch nicht verschweigen, daß es einsichtige Kreise in Frankreich gibt, die heute mit Kopfschlltteln die französischen Bemühungen, das Saarvolk für Frankreich umzustimmen, verfolgen. So schreibt z. B. die Pariser Zeitung „La Patrie Humaine": „Man müsse ausgesprochen böswillig oder so ahnungslos wie die Berichterstatter der großen im Dienste der Schwerindustrie stehenden Presse sein, um zu behaupten, daß die Saar­bevölkerung gegen die Rückkehr zu Deutschland stimmen werde. Ohne Prophet zu sein, könne man schon heute die Hand dafür ins Feuer legen, daß mindestens 90 Prozent der Bevölkerung, wenn nicht noch mehr, für die Rückkehr nach Deutsch­land stimmen würden. Wenn man von französi­scher «Seite in eifriger Propaganda der «Saar- bevölkerung klarmachen wolle, daß ihr eigenes Interesse in einer Beibehaltung der Status quo oder in einem Anschluß an Frankreich liege, so müsse man dazu feststellen, daß bei Volksabstim­mungen materielle Interessen nie eine Rolle spiel­ten. Die Saar sei deutsch und wolle es eben blei­ben." Die Zeitung schließt mit den Worten, wenn man in Frankreich hätte klug sein wollen, dann hätte man auf die Volksabstimmung seit langem verzichten sollen. Man braucht diesen Worten nichts hinzuzufügen. Wenn wir in Deutschland für die deutsche Saar trommeln, dann nicht etwa aus Angst, daß uns die «Saarbevölkerung in «Stich lassen wird, sondern, um der Welt zu sagen, daß eine Eingliederung der «Saar an Frankreich das größte Unrecht wäre, welches die Welt je ge­sehen hat und die Saar dann ebenfalls wie ehe­dem Elsaß-Lothringen der ständige Zankapfel zwischen zwei Völkern werden würde, die Frieden brauchen.

Mit Ende der vorigen Woche ist formell die Kampfaktion gegen die Nörgler, Miesmacherund Kritikaster in Deutsch­land abgeschlossen worden. Wer freilich glaubt, jetzt wieder unbeaufsichtigt zu sein und sein volks- verräterisches Treiben fortsetzen zu können, wird sich arg in die Finger schneiden. Diese Kampfwoche war lediglich eine Warnung gewesen, wenn auch eine letzte Warnung. Wer in Zukunft dabei er­tappt wird, kann auf keine Gnade mehr rechnen. Dazu brauchen wir nicht etwa ein ausgeklügeltes Schnüffelsystem, wir wollen auch kein Denunzian­tentum groß ziehen, sondern wir appellieren ein­fach an den gesunden Menschenverstand, der, wie wir zu ihren Gunsten annehmen, auch in den Kreisen der Nörgler noch nicht ausgestorben sein wird. Wenn diese Herrschaften von Natur aus

^crs -es -sollst Neoesr

Lastkraftwagen mit siv Arbeitsdienst- wklligen verunglückt

„Graf Zeppelin" wieder gelandet

Nordseewoche: „Asta" gewinnt den Bre­mer Senatspreis

Bremer VDA.-Mädels auf der „Stunde der Jugend" bei der Pfingst-Tagung in Trie

in Passau" hieß. Beide Male mußte der VDA.

Viefenbrand in den Chicagoer Viehhöfen

Ungeheure Viehmengen verbrannt / 200 Wohnhäuser eingeäschert