Ausgabe 
(20.5.1934) Nr. 138
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das amtliche Vrgan Ses Senats

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Bremer Zeitung, Verlagsgesellschaft m. b. H., Geeren 6 bis 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland «25.

Nr. 138/ 2. Vierteljahr

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Zeitung

-er Freien Hansestadt vremm

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Pfingsten (20./21. Mai)

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Eindrucksvolle Kundgebungen in Mainz

DDA.- Eaarkundgebung

an Mein und Mosel

Mit dem VDA gen Trier

(Sonderbericht derBZ."j

Gr. Trier, 19. Mai Ausfahrt

In der Mittagsstunde des Donnerstag, 17. Mai, sammelten sich die VDA.-Fahrer, mit ihren blauen Wimpeln von allen Seiten der Stadt herbeiströ­mend, beim Hauptbahnhof reges Leben herrschte schon frühzeitig auf dem Abfahrtsbahnsteig der Sonderzüge. Als erster lief der Sonderzug des Landesverbandes Hamburg ein, der nach kurzer Pause, mit fröhlichen Zurufen begrüßt, um halb 1 Uhr abfuhr. Unmittelbar vor Abfahrt des Zuges des LV. Weser-Ems, dem der Gau Bre­men des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland angehört, kam noch der des LV. Schles­wig-Holstein durch. Sein Davonfahren ließ das Reisefieber der VDA.-Jugend des Weser-Ems- Eebietes noch stärker werden. Eltern und Ver­wandte nahmen immer von neuem Abschied, bis der Sonderzug endlich das Ausfahrtszeichen er­hielt. Tücher flatterten, Hände grüßten, Heilrufe klangen. Noch bis weit über die Bahnsteiggrenze hinaus standen winkend und rufend die Daheim­bleibenden.

Der Sonderzug schlängelte sich durch die mit grauem Gewölk verhangene Landschaft. Doch zu­weilen die Scheiben streifende Regenperlen ver­mochten nicht die frohe Stimmung bei den ein­zelnen Gruppen zu trüben.

Es war ein glücklicher Gedanke von Dr. Wiehe, dem Propagandaleiter im LV. We- ser-Ems, die 350 jugendlichen Bremer VDA.- Fahrer in sieben SO-Schaften mit den Namen: Stsinacher. Noldin, Lllderitz, Vogelfang, Rohlfs, Lettow-Vorbeck und Maria Kahle einzuteilen. Nüchterne Zahlen gab es sowieso genug.

In Osnabrück wurden noch ISO Teilnehmer auf­genommen. Unter ihnen befand sich die Osna- brücker Schlllerkapelle, jene, die als erste vor zehn Jahren auf der Hann.Mündener Tagung er­schienen war und zur Nachahmung anregte. Auch der Jahrgang 193-t zeigte während der Fahrt Proben seines Könnens.

Draußen veränderte die Landschaft ihr Gesicht. Es wurde zusehends Heller. Rotbuntes Vieh graste auf den grünschimmernden Weidenflächen. In der Gegend um Münster wuchsen hohe Kirchtürme aus der Ebene empor, wie aufgereckte Finger an Ewiges mahnend.

Bei Schwerte sahen die Reisenden mit Freuden die ersten Erhebungen und flach gestreckte Höhen- züge. Ins liebliche Tal eingebettet, strömte die hier noch so blanke Ruhr dahin, und von steiler Höhe grüßte die Hohensyburg herunter. Die Farben von gelbem Ginster und blauen Lupinen wetteiferten mit dem Grün von Wäldern und Wiesen. Ueber Hagen gings nach Wuppertal in den strahlenden Abend hinein. Die Schwebebahn, deren rote Wagen über der schwarzen Ruhr auf­leuchteten, wurde lebhaft bestaunt und bewundert.

Haltepunkt Köln

In Köln-Deutz hielt der Sonderzug. Aus den Fenstern konnte man schon die früher eingetrof- fenen Gruppen zum Messegelände marschieren sehen, wo in den Riesenhallen die Strohlager auf­geschüttet worden waren. Nur langsam konnte die Unterbringung der Hunderte und aber Hunderte vor sich gehen. (Die Landesverbände Mecklenburg, und Niedersachsen waren auch über Köln geleitet worden.) Trotz der großen Zahl der weiten Hal­len fand jeder nur ein schmales Liegestreüchen. Nach Verteilung der Schlafstellen gings aus der siaubdurchwirbelten Luft in die Abendkühle.

Der breite Rheinstrom trug erleuchtete Schiffe vorüber. Mit einem Schlage strahlte das ganze gegenüberliegende Ufer in hellster Lichtfülle aun Die Stadt Köln grüßte den VDA. in seinen Mau­ern mit dem Besten, was sie zu schenken hatte, dem Anblick des stolzen ewigen Domes, von Gold um­sponnen, glitzernd und leuchtend aufragend in das Gewölbe der Nacht.

Das Kölner VDA.-T'. essen war schon eine VDA.- Tagung im kleinen. Während die Erwachsenen in Mainz sich zu Sitzungen und Besprechungen zusammenfanden, machte sich ein großer Teil der Jugend mit den Schönheiten Kölns vertraut und knüpfte Beziehungen an mit den stets entgegen­kommenden aufgeschlossenen Kölnern. Viele säumten am Frsitagnachmittag die Straßen, als die drei norddeutschen Landesverbände das letzte Mal mit Musik und Sang durch die Stadt mar­schierten.

Weiterfahrt und Einmarsch in Trier

Erfüllt mit neuen Erwartungen stürmte die VDA.-Jugend den Sonderzug am Südbahnhof. Eine erlebnisreiche Fahrt begann durch die schwer­mütige, herbe Eifellandfchaft mit ihren kleinen Dörfchen, murmelnden Bächen, trutzigen Fels- und Bergruinen.

Im ALenddämmern lag bei der Ankunft Trier, die ehrwürdige Tagungsstadt. Musikklänge klangen durch die Straßen und bunter Flaggen- schmuck grüßte die Einmarschierenden.

Der Begrüßungsabend in Mainz

Mainz, 19. Mai.

Bei dem Begrüßungsabend im Stadthallensaal, der dicht besetzt war, sprachen nach Musikvorträgen Dr. Klenk, der Bezirksführer Mainz des VDA., der Bürgerm. von Mainz, Dr. Varth und der Oberbürgerm. von Trier, Christ. Nach einem Vorsprach von Paul Schmidtgen nahm der Ober­bürgermeister der Stadt Saarbrücken, Dr. Rei­te s, das Wort. Er betonte besonders das Deutsch­tum Saarbrückens, das, wie das ganze Saargebiet, ein unerschütterliches Bollwerk des Deutschtums sei. Nach dem Gruß eines Ausländsdeutschen und dem Vortrug des ChorwerkesWir heben unsere Hände" des sudetendeutschen Dichters Ernst Leibl hielt der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, die Schlußansprache. In 36 Staaten so sagte er, lebten deutsche Menschen die 36 verschiedene Staatsangehörigkeiten besäßen. Ueberall in der Welt hätten wir deutsches Schick­sal, daß vom Staatsbürger unabhängig und das nur von der Zusammengehörigkeit des Volkstums und vom gemeinsamen seelischen Erleben be­herrscht wird. Der Redner ging dann auf das Saargebiet ein und betonte nachdrücklich

daß hier das Volk ohne Staat Geschichte mache.

Ohne staatliche Unterstützung zu genießen, wür­den die Deutschen an der Saar den Weg zum

Reiche zurückfinden.

Er danke allen denen, die zu dem Gelingen der Mainzer Tagung beigetragen hätten, herzlichst. In der Zeit der Besatzung und des Ruhrein­marsches habe ebenfalls Volkstum, ohne die Unter­stützung des Staates zu haben, gekämpft. Dieser Kraft des deutschen Volkstumes sei es zu dan­ken, daß der Anschlag von 1923, der der gefähr­lichste Hieb Frankreichs seit 156 Jahren gewesen sei, abgewehrt worden sei. Die Kraft, die 1923 hier gewirkt habe, sei das Erlebnis der Geschichte, das wir, von diesen historischen Städten wieder mit hinaus in unsere Bezirke nehmen wollen, den Glauben an uns, an die Kraft unseres Volks­tumes und die Entscheidung stärkend, die an der Saar kommen werde. Dr. Steinacher wies schließ­lich darauf hin, daß das deutsche Land um den Rhein oft in der Geschichte die Geburtsstätte aus- landsdeutscher Volksgruppen geworden sei. Von hier zogen einst die Siebenbürger-Sachsen und die Donau-Schwaben aus, hätten viele Auswande­rungsströme nach llebersee ihren Ausgang ge­nommen.

Sofia, 19. Mai.

Wie die Bulgarische Nachrichtenagentur mit­teilt, hat der König am Sonnabend um 10 Uhr drei Verordnungen unterzeichnet, durch die die Regierungsumbildung vollzogen ist. Durch die erste Verordnung wurde der frühere Minister­präsident Muschanoff, der mit der einstweiligen Wetterführung der Geschäfte beauftragt worden war, seiner Regierungsfunktionen entbunden. Die zweite Verordnung bestimmte den früheren Eisen­bahnminister Kimon ^Georgieff zum Ministerpräsi­denten und vorläufigen Außenminister. Durch die dritte Verordnung wurde die Ministerliste fest­gelegt, die demnach folgendes Bild ergibt: Mini­sterpräsident und vorläufiger Außenminister: Ki- mon Eeorgieff, Inneres und vorläufig Justiz: Peter Midileff, Finanzen: Peter Todoroff, Krieg: General Petko Zlatefs, Unterrichtswesen: Pros. Panaki Molloff, Handel und vorläufig Landwirt­schaft: Kosta Voyadjieff, Oeffentliche Arbeiten und vorläufig Eisenbahn: Nicolas Zacharieff.

Ueber den Regierungswechsel in Bulgarien werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Ernennung des neuen Kabinetts der starken Hand vollzog sich unter außerordentlichen Sicherungs­maßnahmen, die von Polizei und Militär durch-

Sie mögen alle das Bewußtsein mitnehmen, - ei» neues Deutschland hier vor ihnen steht. Die Größe dieses Werden kommt nicht bloß aus unserer Kraft und aus unserem Schaffen, sondern die Kraft kommt uns von dem Führer, der uns in Adolf Hitler geschenkt ist."

Bei diesen Worten erhoben sich die Versammel­ten wie ein Mann und brachten dem Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, begeisterte Kund­

Der Führer und Eöring an den VDA.

Reichskanzler Adolf Hitler hat an den VDA. folgendes Antworttelegramm gesandt:

Treuekundgebung des VDA. hat mich sehr er­freut. Diese Pflege unseres Volkstums jenseits der Grenzen, eine verantwortungsvolle Ausgabe, deren erfolgreiche Entwicklung zum Besten un­serer Volksgenossen im Auslande ich genau ver­folge, kann meiner Förderung gewiß sein."

Ministerpräsident G ö r i n g hat folgendes Be- grüßungstelegramm an den VDA. gerichtet:

Dem Volksbund für das Deutschtum im Aus- lande wünsche ich für seine diesjährige Saar- brücker Tagung vollen Erfolg. Mögen sie den noch nicht wieder in ihr Vaterland eingeglieder­ten Volksgenossen des Saargebietes ein ein­drucksvoller Beweis dafür sein, daß das gesamte Deutschtum hinter ihrem Kampfe steht."

Telegrammwechsel zwischen dem Reichspräsidenten und dem VDA.

Berlin, 19. Mai.

Der VDA. hat anläßlich seiner in Mainz be­gonnenen Pfingsttagung an den Herrn Reichs­präsidenten nachstehendes Telegramm gerichtet:

Auf westdeutschem Grenzboden an der Pforte des Saarlandes grüßt der Volksbund für das Deutschtum im Auslande anläßlich seiner Saar- brllcker Pfingsttagung an Rhein und Mosel seinen Schirmherr» und Ehrenführer in dankbarer Treue und tiefster Ehrerbietung, gez. Dr. Hans Steinacher."

Der Herr Reichspräsident hat hierauf wie folgt geantwortet:

Dr. Hans Steinacher, Reichsführer des VDA., Mainz. Haben Sie besten Dank für das freund­liche Meingedenken anläßlich Ihrer Pfingst­tagung. Ich erwidere Ihre Grüße herzlich mit dem aufrichtigen Wunsche, daß dem VDA. im neuen Arbeitsjahre weiteres erfolgreiches Wir­ken im Dienste des deutschen Gesamtvolkes be- schieden sein möge! (gez.) von Hindenburg, Reichspräsident."

gebungen dar. Dann verlas Dr. Steinacher den Wortlaut der Huldigungstelegramme an den Reichspräsidenten, den Ehrenführer des VDA., und an Adolf Hitler, den Kanzler und Führer des neuen Reiches. Nach einem dreifachen Sieg- Htzil auf den Reichspräsidenten und Reichskanzler schloß der Begrüßungsabend mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied.

geführt wurden. In der Nacht zum Sonnabend um 1 Uhr wurden sämtliche Offiziere der Garni­son Sofia in ihre Kasernen beordert. Um 2.30 Uhr besetzten die alarmierten Truppen, unterstützt von Polizei, die gesamte Stadt und stellten

an den wichtigsten Kreuzungspunkten Maschinengewehre

auf. Vor der Sobranje, den übrigen öffentlichen Gebäuden und den Gesandtschaften waren starke Wachtposten aufgestellt. Vor dem deutschen Ee- sandtschaftsgebäude, das an einem wichtigen Straßenknotenpunkt liegt, wurden vier Maschi­nengewehre in Stellung gebracht. Gleichzeitig überkreuzten Flugzeuggeschwader in niedriger Höhe die Stadt. Die näher« Umgebung des Schlosses war mit einer dichten Kette von Sol­daten abgesperrt.

In den 11 Stunden des Ausnahmezustandes, der um Punkt 12 Uhr mittags wieder aufgehoben wurde, durste niemand die Wohnung verlassen. Der Verkehr in den Straßen sowie der Telefon- »nd Telegraphen-Verkehr waren vollkommen un­terbrochen.

Die Machtübernahme durch die neue Regierung ist ohne Zwischenfall in vollster Ruhe verlaufen.

Im Anschluß an den Begrüßungsabend ver­sammelte sich die VDA.-Jugend auf der Zitadelle, Sie zog in einem großen Fackelzug zum Adols- Hitler-Platz, wo Dr. Steinacher erneut kurz sprach,

Sondersitzungen der Lehrer und Studenten

Sonnabend vormittag wurde der Ehren­vorsitzende der Tagung, Staatsminister Schemm, vor der Stadthalle feierlich begrüßt. Stadtrat Vlock-Darmstadt begrüßte die Anwesenden. Da­nach überbrachte Ministerialrat Dr. Ringshausen die Wünsche des hessischen Staatsministeriums.

Staatsminister Schemm gab darauf ein Bild von der deutschenVolkswerdung unserer Zeit". Während früher nur Teilmächte herrschten (Für­sten, Generale, Konfessionen, Verbände, Par­teien), marschiere heute zum ersten Male in Europa ein ganzes Volk auf den Ruf des Füh­rers: Deutschland erwache! Der Nationalsozialis­mus sei nichts weiter als Heimweh deutscher Men­schen nach Deutschland. Die Besinnung auf unser eigenes Wesen müsse alle Glieder unserer Volks­gemeinschaft bis ins fernste Ausland erfüllen. Nicht mehr nur Lern- oder Arbeitsschule, son­dern Charakterschule sei nötig- Zum Charakter gehöre die deutsche Treue zum Mutterlands und seinen Kräften. Zum deutschen, Wesen habe auch die deutsche , Auslandsschule, zu erziehen.

An Stelle des verhinderten Ministerialrats Dr. Haupt sprach Ministerialrat Dr. Benze- Verlin überGrundlagen gesamtdeutscher Erzie­hung". Er überbrachte die Grüße des Reichs­ministers Rüst an den VDA. Der Redner führte u. a. aus: Der VDA. habe schon immer rastlos um die Vorfrage aller Erziehung gekämpft:Was ist Volk?" Aber der Spaltpilz des Liberalismus habe die Volksdeutsche Bewegung immer wieder ge­hemmt mit seinen Irrlehren, alle Menschen seien gleich. Die früher gepredigte Gemeinschaft Menschheit" sei ein überwundenes Phantom. Wir wollen den Deutschen zum, Deutschen, den Jungen zum Mann, das Mädel zur Frau er­ziehen".

Es folgten dann Vorträge des Ministerialrats Dr. ffler-Stuttgart und ein Schlußwort des Direktors Schulz- Madrid.

Es wurde eine Entschließung gefaßt, der wir folgendes entnehmen:

Richtung und Inhalt der geschichtlichen, poli­tischen und weltanschaulichen Erziehung im neuen Staate wird durch die völkische Ausrichtung der staatstragenden nationalsozialistischen Bewegung bestimmt. Diese hat sich. von gesamtdeutschen An­trieben herkommend, zu gesamtdeutscher Verpflich­tung bekannt. Das Volk ist ihr Bürge und Grund­lage allen geschichtlichen Daseins. Die Persönlich­keit unseres außerhalb der Reichsgrenzen gebore­nen Führers, der aus seinem glühenden Volks- bewußtsein uns auch gerade damit Erneuerer des staatlichen Daseins unseres Volkes geworden ist, bildet wegweisende Kraft auch für das gesamt­deutsche Erziehungsziel. Die Schule steht im Dienste des Volkes und des Volkstums.

(Fortsetzung 3. Seite Hauptblatt)

Das neue Kabinett tagte während des Ausnahme- zustandes in der Polizeikommandantur, wo zahl­reiche Verordnungen ausgearbeitet wurden, die der König unterzeichnete.

Die Regierungskrise, die bei dem Chaos der Parteien auf parlamentarischem Wege nicht gelöst werden konnte und die sich zu einer Staatskrise auszuwachsen drohte, hat einen Ausgang genom­men, der vom nationalbewußten, staatserhalten- den Teil des bulgarischen Volkes warm begrüßt wird. Da es dem bisherigen Ministerpräsidenten Muschanoff nicht gelang, das ihm vom König übertragene Mandat einer Regierungsneubildung durchzuführen, hat der König ein überparteiliches Rumpfkabinett ernannt. Die Ministerliste enthält nur Namen bekannter Militärs und Politiker, die als Männer der starken Faust gelten.

Wie es in einer kurzen amtlichen Mitteilung heißt, hat König Boris dieses Kabinett ernannt, um dem Lande eine starke Regierung zur Lö­sung der zahlreichen schwierigen wirtschaftlichen, innen- und außenpolitischen Aufgaben zu geben. Ob es sich nur um ein Uebergangskabinett zur Auflösung der Kammer und zur Durchführung von Neuwahlen handelt, ist im Augenblick noch nicht abzusehen.

psingstgedanken 1934

b. K. Bremen, 20. Mai 1934.

Kein christliches Fest ist so geeignet, in lebendigster Verbindung mit der Gegenwart gebracht zu werden, wie das Psingstfest. Es ist, als sei das Pfingstevangelium eigens für unsere Zeit geschrieben, damit wir als deutsche Menschen mit nationalsozialistischer Weltanschauung neue Kraft schöpfen können für die göttliche Sendung, die uns eine weise Vorsehung aufgetragen hat. Wenn damals, wie das Evangelium berichtet, über jene zwölf Apostel der göttliche Geist ge­kommen ist und ihnen die wunderbare Gabe verliehen hat, in allen möglichen Sprachen zu reden, um die christliche Lehre in die Welt hinauszutragen, wenn aus den einfachen Menschen plötzlich Rednertalente geworden sind, dann denken wir unwillkür­lich an unsere heutige Zeit und fühlen, daß auch über unser deutsches Volk jener gött­liche Geist gekommen ist. Auch wir tragen eine neue Weltanschauung hinaus zu den Völkern der Erde, auch in uns wird der Geist lebendig, der die Menschen unterein­ander verstehen läßt, wenn sie noch so fremd sich sind.

Wir fassen unsere nationalsozialistische Weltanschauung bestimmt nicht als Export­artikel auf, aber wir wissen und glauben daran, daß diese Weltanschauung sich nicht nur in den engen Grenzen unseres Vater­landes durchsetzen wird, sondern, daß von diesem Geiste einst auch die übrige Welt er­faßt werden wird. Man soll sich nicht täu­schen: Wenn auch der Kamps im Auslande gegen den Nationalsozialismus noch Orgien feiern kann, wenn man heute draußen die Nationalsozialisten verfolgt, kaum anders als die Menschen in den Zeiten der Christen­verfolgungen vor mehr als tausend Jahren, so wird dieses Märtyrerblut den Boden düngen, auf dem der junge, starke Natio­nalsozialismus einst zur'herrlichsten Blüte heranreifen wird. Denn diese Weltanschau­ung ist nicht Menschenwerk, nicht eine An­gelegenheit des reinen Verstandes, sondern sie wurzelt in der unvergänglichen Urkraft, die dem Menschen gegeben ist. Mit ihr ist die Kraft, mit ihr zieht der Geist in die Herzen der Menschen ein, der jeden Wider­stand bricht, weil . er die Menschen nicht ins Dunkle hinabdrückt, sondern sie auf die Höhe zum Lichte führt.

Für diese Weltanschauung zu kämpfen, für sie zu opfern, zu leiden oder gar zu ster­ben, ist die edelste Pflicht, die uns Deutschen auferlegt ist. Man hat noch vor Jahren die­jenigen verspottet, die für den National­sozialismus gekämpft haben, man hat sogar diejenigen verlästert, die für ihn gestorben sind, weil die Lästerer und Spötter in ihrem engstirnigen Egoismus nicht begreifen konn­ten, daß der Daseinszweck des Menschen nur der sein kann, der Gesamtheit zu die­nen. Sie, die dem Menschen das Paradies aus Erden predigten,, wenn er so lebe, wie es ihm beliebt, die von Liebe zum Menschen faselten, kannten nur einen Begriff von Liebe: nämlich den zum eigenen Ich. Der größte und stärkste Ausdruck der Liebe aber liegt einzig und allein im Wesen der natio­nalsozialistischen Weltanschauung, denn diese Liebe kennt nur dienen und opfern. Wer aber dienen und opfern will, kann nicht Materialist sein, darf nicht immer an den eigenen Geldbeutel denken. Und hier haben wir den Schlüssel zum Kampf gtzgen die nationalsozialistische Weltanschauung gefun­den. Alle jene materialistisch eingestellten Kreise hassen und bekämpfen den National­sozialismus, weil sie bange um ihren Geld­beutel sind. Wäre der Nationalsozialismus nur eine reine geistige Angelegenheit, zu­sammengesetzt aus schönen Theorien und Phrasen, über die man dicke Bücher schreiben und stundenlang reden könnte dann wäre er ungefährlich für die heute ihm feindlich eingestellten Kreise. Würde er obendrein noch unter dem Deckmantel einer falschen Menschenliebe persönliche und materielle Vorteile versprechen dann würde der Nationalsozialismus in der Welt einen ein­zigartigen Siegeszug heute schon antreten, denn wie gern spricht die Menschheit nicht vonLiebe", namentlich dann, wenn diese Liebe" möglichst Millionen sehen. So aber steht hinter jedem Worte, das der National­sozialismus verkündet, das unbedingte Ge­bot der Tat. Theoretische Nationalsozialisten kann man nicht gebrauchen nur Tat­menschen sind echte National­sozialisten! Und weil die Tat die Vor-

N^as HlAt -es -sonst Neues.-

Der Auftakt der Nordsee-Woche

Zahlreiche Eisenbahnanschläge in Oester­reich

Das Wrack desMerkur" wird gesprengt

Frankreich verschleppt Saarberatung in Genf

Diktatur in Bulgarien

Ohne jeden Zwischenfall /Männer der starken Faust"

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