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Einzelpreis is Rpf.
Dir erstm Bildberichte von dem furchtbaren V-Zug-Llnglück
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An der LlnglückSsMtte
(Sonderbericht der „Bremer Zeitung")
Lri. Noch sind die Toten des Schlepperunglücks in Bremerhaven nicht geborgen, und schon wieder trifft die Umgebung Bremens ein Unglück großen Ausmaßes. Gestern vormittag um 11,27 Uhr entgleiste der fahrplanmäßige Schnellzug v. 131 Bremen- Dresden kurz hinter dem Bahnhof Lang- wedel.
Das Unglück, das allem Anschein nach auf das zu schnelle Befahren einer Umbau st eile zurückzuführen ist, forderte bis jetzt drei Todesopfer, während die Zahl der Verletzten auf annähernd 20 geschätzt wird. Die Unglücksstätte selbst bietet ein trostloses Bild der Verwüstung. Die schwere Schnellzugslokomotive hat nach ihrer Entgleisung eine weite Strecke des Schienen- stranges aufgerissen. Wie Glasstäbe sind die eisernen Schwellen geknickt und zerbrochen. Die Maschine selbst liegt vollkommen zerstört auf der Böschung: in ihr eingeschlossen, und auch nach stundenlanger fieberhafter Schweiß- arbeit noch nicht geborgen, liegen der Lokomotivführer Meinhard aus Halberstadt und der Heizer Brzosk (oder Bro- zoska) aus Halberstadt. Vier Wagen des Schnellzuges, der Speisewagen, zwei Personenwagen und ein Packwagen sind von dem Unglück betroffen. Wieder einmal hat sich aber die Stahlkonstruktion der deutschen U-Zugswagen bewährt, denn außer dem Speisewagen, der vollkommen zerstört ist, sind die anderen Wagen im wesentlichen nur ausgebrannt.
Auf die Nachricht von dem Unglück hin wurden sofort die Sanitätskolonnen in Verben, sowie die Feuerwehr alarmiert. Die Ab- sperrmaßnahmen führten Mannschaften des Verdener Artillerie-Regiments Nr. 6 zusammen mit der Bahnpolizei und der Landjägerei durch. Binnen kurzer Zeit war auch
ein Hilfszug aus Bremen
zur Stelle. In der Nähe wurden verschiedene Verbandplätze eingerichtet, die Leichtverletzten vorläufig in umliegenden Bauernhäusern untergebracht, während die schwerer Verletzten in das Krankenhaus von Verben überführt wurden.
Außer dem tödlich verunglückten Maschi- nenpersonal hat noch die Reinmachefrau Sonnewald aus Leipzig, die sich zur Zeit
des Unglücks im Speisewagen befand, den Tod gefunden. Im Speisewagen selbst waren zum Glück nur vier Gäste anwesend, die alle erheblich verletzt sind. Lebensgefahr besteht jedoch nur bei dem Mitreisenden Kurt Paluszinski aus Berlin-Zehlendorf, der mit einem Schädelbruch und sonstigen schweren Verletzungen im Verdener Krankenhaus liegt.
Die Verletzten
Die Namen der übrigen Verletzten sind: Bernhard Reiners, Bremen, Herbert Jaenichen, Berlin-Zehlendorf, Alfred Wrzask, Dresden,
Georg Pafany, Koch, Bovenitz, Elisabeth Meinig, Küchengehilfin, Dresden,
Anna Hegeler, Oldenburg, Margarete Hegeler, Oldenburg.
An der Unglücksstätte trafen im Laufe des Vormittags aus Bremen Senator Laue in Begleitung von Oberregierungsrat Dr. Pott sowie Sanitätsgruppenführer Dr. Brauneck zur Unterstützung der Hilfsaktion mit SA.-Eanitätsmannschasten ein. Aus Berlin war im Sonderflugzeug der Präsident der R.eichsbahndirektion, Dr. Dorpmüller, herbeigeeilt. Außerdem waren an der Unglücksstelle anwesend, der Landrat des Kreises Verden, Dr. Weber, sowie Oberstleutnant von Seydelwitz, der Kommandeur der Reitenden Abteilung des 6. preußischen Artillerieregiments in Verden und der Standartenführer Christ e n s e n.
In stundenlanger mühseliger Aufräumungsarbeit bemühten sich die Rettungsmannschaften, die Strecke wieder frei zu bekommen. Mit zwei Lokomotiven wurden schließlich die Wagen auseinandergezogen. Trotzdem war es bis in die späten Abendstunden nicht möglich, die Toten aus der Lokomotive, bei der Tender und Kessel vollkommen ineinandergeschoben wurden, zu bergen. Die übrigen zerstörten Wagen wurden schließlich mit automatischen Hebevorrichtungen gehoben und abgeschleppt. Das in den Wagen befindliche Gepäck konnte
zum größten Teil gerettet werden. Für den Abtransport der Verletzten standen der Reichsbahn binnen kürzester Zeit Kranken- und Personenwagen zur Verfügung. Die Aufrechterhaltung des Verkehrs geschah durch Umsteigebetrieb. Zurzeit wird noch e i n Kind aus Osnabrück vermißt, von dem man aber nicht weih, ob es inzwischen nicht bei den Eltern eingetroffen ist.
Em Augenzeuge derWet:
Ein Streckenarbeiter, der zur Zeit des Unglücks mit Ausbesserungsarbeiten ungefähr fünfzig Meter von der Unsallstelle entfernt beschäftigt war, stellt uns folgenden Bericht zur Verfügung:
Zurzeit wird der Verkehr auf der Strecke nur eingleisig aufrechterhalten, da umfangreiche Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden müssen. Es ist daher Vorschrift, daß
Berlin, 18. Mai.
Durch die beiden aufeinanderfolgenden Erlasse des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers ist nunmehr das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung im Rohbau gestaltet. Das Bedeutsame an dem Erlag des Reichspräsidenten ist darin zu sehen, daß durch die festgelegte Personalunion in der Leitung der Erziehungsbehörden Preußens und des Reiches der umfangreiche, in jahrzehntelanger Arbeit angehäufte Erfahrungsschatz des preußischen Kultusministeriums und die in diesem Ministerium seit der Machtergreifung geleistete schöpferische völkische Aufbauarbeit der neuen Reichsbehörde zugutekommt.
Der Erlaß des Reichskanzlers gibt dem neuen Reichsministerium seinen lebensnotwendigen Inhalt, indem ihm die Hauptzuständigkeiten auf dem Gebiete von Wissenschaft und Hochschule, Schule und Erziehung überhaupt zugeführt werden.
Damit ist endlich, erstmalig in unserer Geschichte, die Möglichkeit einer einheitlichen Na- tionalerziehung der gesamten deutschen Lugend
die Züge die Baustelle mit stark verminderter Geschwindigkeit passieren.
Als kurz nach 11 Uhr der fahrplanmäßige Bremer Schnellzug herannahte, fiel uns- allen schon die abnorm hohe Geschwindigkeit auf. Kurz hinter unserer Arbeitsstelle ereignete sich dann das Unglück. Unter ungeheurem Krachen sprengte die Maschine die Gleise und legte sich dann auf die Seite, während die darauf folgenden Wagen auf sie aufliefen. Wir liefen sofort zur Unglücksstelle und halfen, so gut wir konnten, den Reisenden aus den beschädigten Wagen. Einige mit dem Schrecken davongekommene Insassen des Zuges, darunter auch Aerzte, halfen mit, so daß es möglich war, die meisten Reisenden aus den Wagen herauszubringen, bevor diese anfingen, zu brennen. Die Rettungsmannschaften, Feuerwehr und rasch aus Verden herbeigeholte Reichswehr nahmen uns dann die weiteren Rettungsarbeiten ab.
von der Volksschule bis zum Akademiker im Prinzip gesichert. Ein bedeutsamer Schritt in der Entwicklung der Reichsreform!
Die Vetätigungsmöglichkeit der Länder wird durch die Schaffung des neuen Reichsministeriums nicht lediglich auf das Gebiet der Ausführung beschränkt sein, es ist vielmehr der ausdrückliche Wille, des Reichsministers Rüst, bei der kommenden Reichsgesetzgebung alle schöpferischen Kräfte der Kultusministerien der Länder heranzuziehen, um die dort in engerem Stammestum der Heimat und Landschaft gesammelten Erfahrungen dem Eesamtwerke uneingeschränkt nutzbar zu machen.
Das preußische Kultusministerium wird ver- waltungsrechtlich gegenüber dem Reichsunterrichtsministerium zunächst als selbständige Länderbehörde bestehen bleiben. Das Reichsministerium für Wissenschaft. Erziehung und Volksbildung wird aber nicht zusammenhanglos über dem preußischen Kultusministerium schweben, sondern die organische Verbindung, die durch die
Personalunion des Reichsministers Ruft als Chef beider Behörden vorgezeichnet ist, weiter vertiefen. Ueber die Organisation und den Arbeitsplan des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung können heute einzelne Richtlinien selbstverständlich noch nicht bekanntgegeben werden.
Ausnahmezustand in Lettland
Riga, 16. Mai.
Amtlich wird bekanntgegeben: In Anbetracht der Gefahr, daß innere Unruhen im Staate entstehen könnten, welche die Sicherheit der Einwohner bedrohen, wird über ganz Lettland für sechs Monate der Ausnahmezustand verhängt. Der Ausnahmezustand trat in Riga am 18. Mai um 23 Uhr in Kraft, im übrigen Lettland am 16. Mai um 1 Uhr morgens. Allen Einwohnern, den Kriegs- und Selbstverwaltungsbehörden ist vorgeschrieben, sämtliche Pflichten ohne Widerspruch zu erfüllen, die ihnen durch die gesetzlichen Bestimmungen über den Ausnahmezustand vom Jahre 1919 auferlegt werden. Diese Verfügung ist gezeichnet vom lettländischen Ministerpräsidenten Ulmanis und vom lettländischen Kriegsminister General Valodis.
Der llebergang zur autoritären Staatsführung hat sich einstweilen in aller Ruhe vollzogen. Wie vorläufig noch unbestätigt verlautet, sollen in der Nacht der marxistische Parlamentsprästdent Dr. Kalnin und sein Sohn, der berüchtigte deutsch-feindliche Marxistenhetzer Bruno Kal- nin, verhaftet worden sein.
Die lettländische Telegraphen-Agentur gibt noch ergänzend u. a. bekannt: Zur Durchführung der notwendigen Maßnahmen und zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung wurden noch in der Nacht von Diensrag auf Mittwoch außer der Polizei die Schutzwehr und Teile der Rigaer Garnison eingesetzt. Eine Reihe von öffentlichen Gebäuden wurde besetzt, auch das Parlament wird von Militär bewacht. Die Bahnhöfe, die Post, die Telegraphen- und die Tele- phonämtcr sind besetzt. Der Telephon- und Tele- graphen-Verkehr war von l2.36 Uhr nachts bis b Uhr morgens unterbrochen. In den Straßen Rigas sieht man bewaffnete Patrouillen von Polizei und Militär, auch Panzerwagen fahren durch die Stadt. Eine größere Aktion wurde vom Militär im Bezirk des marxistischen Volkshauses durchgeführt. Auf diesem Hause sah man zum ersten Male statt der roten Marxistenfahne die rotweißrote lettländische Staatsflagge wehen.
Einheitliche Nationalerziehung der deutschen Jugend