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Nr. 134 / 2. Vierteljahr
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In Genf wirb beraten über die
Vorbereitung -er Gaarabstimmung
Was der Völkerbunbsausschuß berichtet/Stellungnahme zur Bewertung der Wahlergebnisse
Senf, 1«. Mai.
Das DölkorLundssekretariat veröffentlicht am Dienstagnachmittag den vorläufigen Bericht des im Januar eingesetzten Ausschusses zur Prüfung vorbereitender Maßnahmen für die Abstimmung im Saargebiet. Der Bericht, dessen Ergänzung im Laufe der gegenwärtigen Ratstagung sich der Ausschuß ausdrücklich vorbehält, behandelt zunächst die Frage der Abstimmungsorgane. Er stellt sich auf den Standpunkt, daß nach dem Dersailler Vertrag die Regierungsbefugnisse im Eaargebiet auch während der Abstimmungsperiode von der Regierungskommission ausgeÄt werden müssen. Andererseits schlägt er die Einsetzung einer Abstimmungskommission und eines Abstimmungsgerichtes vor. Die Ab- stimmungskommisfion soll aus drei Mitgliedern bestehen, die keiner der beiden interessierten Länder angehören. Ihre Aufgabe soll die Organisierung und Kontrolle der Abstimmungshandlung sein. .Das Abstimmungsgericht soll aus zwei gleichfalls neutralen Mitgliedern bestehen und vor allem in letzter Instanz über die Eintragung in die Stimmlisten und die Gültigkeit der Abstimmungshandlungen befinden und jeden Verstoß gegen die Abstimmungsvorschriften aburteilen. Sehr ausführlich geht der Bericht auf die Bestimmung des Kreises der Abstimmungsberechtigten, d. h. der Personen, die Sei Unterzeichnung des Friedensvertrages ihren Wohnsitz im Saargebiet hatten, ein. Es wird der völkerrechtliche Begriff des Wohnsitzes entwickelt und dabei u- a. festgestellt, daß hierzu nicht der ununterbrochene Aufenthalt erforderlich sei.
In der Frage derAbstimmungsmodali- täten behält sich der Ausschuß vor, später endgültige Vorschläge zu machen. Für den Augenblick will er sich darauf beschränken, die Meinung auszusprechen, daß der Vertrag, wenn er von Abstimmung nach Gemeinden oder Distrikten spreche, auf die bereits im Gebiet bestehenden Bezirke hinweise, daß es daher nicht zulässig sei, besondere Abstimmungsbezirke zu schaffen.
Unter der Ueberschrift „Bewertung der Wahl- ergebnisse" führt der Bericht aus: Der Ausschuß ist der Meinung, daß der Vertrag, wenn er bestimmt, die Abstimmung findet nach Gemeinden oder nach Distrikten statt, eine Methode meint, die es ermöglicht, die Ergebnisse der Volksabstimmung in dem Sinne zu bewerten» daß die Abstimmung in jeder Gemeinde oder in jedem Distrikt den Gegenstand einer besonderen Berechnung bildet.
In summarischer Form äußert sich der Bericht über die sogenannte Garantiefrage, indem er erklärt, die Prüfung der Frage, durch welche Mittel die Saarbeoölkerung vor jedem Druck und jeder Drohung geschützt werden soll und welche Bestimmungen für die Aufrechterhaltung der öffent- lichen Ordnung während der Abstimmung getroffen werden sollen, wird fortgesetzt unter Berücksichtigung der Verpflichtungen, die sich aus dem Vertrag für die Unterzeichner ergeben, sowie der Verantwortung, die dem Völkerbund gemäß dem ihm übertragenen Mandat obliegt. Zur Frage der KostenderAbstimmung erklärt der Bericht, daß der Ausschuß des Finanzkomitees des Völkerbundes um Aufstellung eines Planes gebeten habe und dieser Plan zurzeit geprüft werde. Er regt seinerseits an, daß der oder die Staaten, denen die' Regierung des Gebietes zufallen werde, für die Kosten, gegebenenfalls unter angemessener Verteilung, aufkommen müssen.
pirro vor der presse
Genf, 15. Mai
Der Führer der Deutschen Front im Saargebiet, Pirro, empfing am Dienstagnachmittag die internationale Presse. Nach einleitenden Worten Kommerzienrats Röchling, erklärte Pirro den Pressevertretern in kurzen Worten den Charakter der Deutschen Front. Er widerlegte hier die immer wieder auftauchenden Irrtümer und Falschmeldungen und stellte dann der Deutschen Front, die mit ihren mehr als 460000 Mitgliedern 83 v. H. der Abstimmungsberechtigten vertritt, jenes lächerliche Häufchen der Landesverräter gegenüber.
Pirro wandte sich dann gegen jede Verschleppung der Abstimmung und betonte, daß in fünf Monaten alle Vorarbeiten leicht bewältigt werden könnten. Man hoffe anscheinend, durch eine Verschleppungstaktik Zeit zu gewinnen, um den Volkswillen des Saargebietes zu beeinflussen, wobei man auf eine Verschlechterung der Lage im Saargebiet spekuliere. Der Führer der Deutschen Front zeigte, wie töricht diese Meinungen seien. 2m Anschluß hieran ging Pirro auf die Frage der sogenannten Garantien ein. Da die Saarfront selbst für ihre Disziplin sorge, so würde der Völkerbund, wenn er sich zur Entsendung einer Polizei entschließen sollte, da
mit beweisen, daß er befürchte, der kleinen Minderheit, die nicht zur Deutschen Front gehört, nicht ohne derartige Truppen Herr zu werden. Ferner wandte sich der Führer der Deutschen Front gegen den Erlaß einer wahllosen Amnestie, der nicht weniger als ein Freibrief für jeden Terror sein würde.
Der Wlkerbundsrat hat heute vormittag wieder in geheimer Sitzung getagt. Er hat dabei — im Gegensatz zu der gestrigen Entschließung —
die deutsch« Klage wegen der unterschiedlichen Gewährung des Alkoholausschanks in Polen wieder auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Ratstagung gesetzt. Sonst wurden nur interne Fragen des Bölkerbundssekretariats be- handelt. Wichtig war dagegen der Entschluß, vor Donnerstag abend keine öffentliche Sitzung mehr abzuhalten. Diese ungewöhnliche Tatsache spiegelt die Verlegenheit wider, in die der Rat durch die noch immer ungelösten Saarprobleme versetzt worden ist. Der Schwerpunkt liegt jetzt
st euer gestaltet diese Steuer wirksamer und schließt vorhandene Lücken. Es wird danach künftig die Freigrenze bei Vermögen von 200 000 RM. auf 50 060 RM. herabgesetzt.
Ferner sollen im Falle der Abwanderung auch die Personen zu einer letzten großen Abgabe herangezogen werden, die in den Steuerabschnitten, die im Jahre 1832 und in den folgenden Jahren endeten, ein Einkommen von mehr als 20 000 Mk. gehabt haben.
Das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes soll den Bedarf der Landwirtschaft an notwendigen Arbeitskräften sicherstellen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den Großstädten wirksamer gestalten. Das Gesetz schafft die Möglichkeit, Bezirke mit hoher Arbeitslosigkeit für zuziehende Personen, die sich dort als Arbeiter oder Angestellte betätigen wollen, von einem bestimmten Zeitpunkt ab zu sperren. Gedacht ist zuerst an eine Anordnung für das Wirtschaftsgebiet Groß-Berlins. Die Beschäftigung von Personen, die mit dem Lande verwurzelt und mit landwirtschaftlichen Arbeiten vertraut find, in nichtlandwirtschaftlichen Berufen oder Betrieben kann verhindert werden.
Das Reichskabinett verabschiedete alsdann das vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda vorgelegte Theatergesetz, durch das die Theater in Deutschland rechtlich in Träger einer öffentlichen Aufgabe umgewandelt werden; sowie ein Ergänzungsgesetz zum Neichskultur- kammergesetz, wonach die Anstalten der Musik und der bildenden Künste und die in diesxn tätigen Personen in die Reichsmusikkammer bzw. in die Reichskammer der bildenden Künste «ach Maßgabe der Bestimmungen des Theatergesetzes einbezogen werden.
Schließlich wurde ein Gesetz über die Umwandlung wertbeständiger Rechte und ihre Behandlung im landwirtschaftlichen Entschuldungsver-
Märkten analog dem Roggenabkommen auch bei anderen Erzeugnissen empfohlen.
Die bisherigen Verhandlungen haben den Beweis ergeben, daß der neue Weg der direkten Der- Handlungen zwischen den landwirtschaftlichen Vertretern durchaus erfolgreich sein kann und geeignet ist, der europäischen Wirtschaft neue Wege zu weisen.
Berlin, 16. Mai.
Anläßlich des Gegenbesuches der polnischen Landwirtschaftsvertreter in Berlin gab der polnische Gesandte Lipski ein Essen, an dem, außer den Mitgliedern der polnischen Abordnung, die führenden Persönlichkeiten des Reichsernährungsministeriums und des Reichsnährstandes teil- nahmen. Während des Essens hielt der Gesandte Lipski eine Ansprache, in der er auf den Umstand hinwies, daß Reichsminister DarrS derjenige sei, der den Weg beschulten habe, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Landwirtschaften Polens und Deutschlands auf Grund eines freien Meinungsaustausches aufzunehmen.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsbauernführer R. Walther Darre dankte dem Gesandten für seine herzlichen Worte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die angebahnte Verständig"ng zwischen der polnischen und der deutschen Landwirtschaft zu guten zukunst- weisenden Arbeitserfolgen führen möge. Es zeige sich bereits in erfreulichen Ansätzen, daß zwischen den Landwirtschaften dieser Leiden benachbarten
also bei den Verhandlungen hinter den Kulissen und in den Beratungen der Ausschüsse. Im Vor- dergrund steht noch immer die Frage der sogenannten Garantien, die von Frankreich als taktisches Mittel benutzt wird und von einer Lösung offenbar noch weit entfernt ist. Man rechnet heute damit, daß die Saarfrage, soweit sie hier überhaupt verhandlungsreif gemacht wird, erst am Freitag vor den Völkerbundsrat kommt. Barthou hat die Absicht ausgesprochen, am Freitagabend schon abzureisen.
Aus Herriots Reich
Ausschnitte aus dem radikralsozialistischen Parteitag in Clermont
(Von unserem Pariser k. I.-Mitarbeiter) Clermont-Ferrand, Mitte Mai.
Die Hauptstadt der Auvergne liegt fast im Mittelpunkt Frankreichs. In den vergangenen Tagen waren die Augen aller politisch interessierten Franzosen aus diesen Mittelpunkt gerichtet; denn aus dem Außerordentlichen Kongreß der radikalfozialen Partei sollte es sich entscheiden, ob die mit 160 Mandaten bei weitem stärkste Kammergruppe weiterhin das Kabinett der „Nationalen Einigkeit" unterstützen und damit die erforderliche parlamentarische Mehrheit gewähren würde. Nachdem von den insgesamt 80 Landesverbänden der Partei 63 bereits mit dem festen Vorsatz zum Kongreß gekommen waren, das Verbleiben der radikalsozialen Minister im Kabinett Toumergue gutzuheißen, konnte der Ausgang des leidenschaftlichen Redewettstreites von vornherein nicht zweifelhaft sein. Herriot, der Präsident der Partei, hätte auch ohne seinen aufregenden Ohnmachtsanfall ein starkes Vertrauensvotum erhalten.
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Schon Cäsar hat in seinem gallischen Tagebuch niedergeschrieben, daß die Averner „der Beredsamkeit leicht zugänglich" seien. Wer die Nachfahren jenes gallischen Volksstammes hier auf dem radikalfozialen Parteitag versammelt gesehen hat, wird bestätigen können, daß der berühmte römische Feldherr und Schriftsteller mit seinem Urteil Recht gehabt bat. Dieser Parteitag war kein Kongreß sachlicher Beratung, sondern eine lärmende Volksversammlung, aus der säst jedes Wort der Redner mit Bravo-Rufen und Händeklatschen oder Pfeifen und Huh-Geheule begleitet wurde, und aus der gar zu oft eine wilde Demagogie die wirklichen Zusammenhänge und Tatbestände verdunkelte. Wenn die 15 Angeklagten, die, selbst mehr oder minder schuldig, in den Stawisky-Schwindel verwickelt worden sind, vor diesen Areopag von 2000 aufgeregten Parteileuten gezerrt werden, um sich vor ihm zu verantworten, und Recht oder Unrecht letzten Endes von der Beredsamkeit des Beschuldigten abhängt, so ist das keine Gerechtigkeit und keine sachliche Gerichtsbarkeit mehr, sondern ein Verfahren, in dem „Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet".
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In der französischen Parteihierarchie unterscheidet man zwischen Prominenten — das sind die Minister und Mitglieder des Vorstandes —, Abgeordneten und Senatoren, Militanten und Anhängern. Die „miliiants" sind die Kämpfer der Partei — man könnte sie etwa die „Parteisoldaten" nennen. Von diesen hatten sich also annähernd 2000 aus dem Clermonter Kongreß versammelt. Es sind biedere Bauern und Kleinbürger aus allen Ecken Frankreichs, die nur eine Leidenschaft kennen: politische Diskussionen. Man muß einmal gesehen Haben, mit welchem Feuer und mit welcher Anteilnahme diese Parteisoldaten die beredten Ansprachen der Prominenten verfolgen. Es hagelt Zwischenrufe und alle erdenklichen Aeußerungen der Zustimmung und des Mißfallens. Sind am späten Abend endlich die redereichen Sitzungen beendet, so gibt es noch keine Ruhe. Schwitzend und mit hochroten Köpfen suchen die Parteisoldaten in Scharen die Cafes aus, wo die einzelnen Landesverbände ihre festen Stammtische haben, und setzen, bei einem oder auch mehreren Aperitifs, den Hut im Nacken und die beim Sprechen heftig wackelnde Zigarette in den Mundwinkel geklebt, mit vermehrtem Eifer die Diskussion fort.
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Sogar Daladier, der sich durch eine gewisse autoritäre Regierungsführung auszeichnete, ist überzeugter Radikalsozialist und fühlt sich auf dem Parteitag in seinem Element. Mitten im Gedränge der Parteisoldaten steht er, den Hut auf dem Kopf. dreht sich eine Zigarette und zeigt durch seine Zwischenbemerkungen zu den Umstehenden, daß er ganz bei der Sache ist. Seine Rede war die einzige, die über den parteipolitischen Klatsch hinaus mit staatsmännischem Ernst wichtige politische Fragen internationaler Bedeutung anschnitt. Als er von der unverantwortlichen Hetze der Pariser Presse gegen Deutschland
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Flaggenzwischenfall in Prag
Dr Leg über das Wollen der Deutschen Arbeitsfront
Neubildung der polnischen Regierung Der Terror in Spanien
Ehrenkreuz für alle Kriegsteilnehmer
Reue wichtige Gesetze vom Reichskabinett verabschiedet
Berlin, 18. Mai
Das Reichskabinett verabschiedete in seiner heutigen Sitzung ein Gesetz über die Feuerbestattung» durch das eine einheitliche Regelung für das ganze Reichsgebiet herbeigeführt wird und die sehr Weitgehende» Verschiedenheiten beseitigt werden, die in den einzelnen Sündern »ach bestanden.
Ferner beschloß das Reichskabinett, de« Herrn Reichspräsidenten den Erlaß einer Berordnnng über die Stiftung eines Ehrenkrenzes für alle Kriegsteilnehmer sowie für die Witwe« und Eltern gefallener, an de» Folgen von Verwundungen oder in Gefangenschaft verstorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer vorzuschlagen.
Beschlossen wurde auch ein Ergänzungsgesetz zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 7. April 1933, durch das dem in den Nach- kriegsjahren hervorgetretenen Ordensmitz- brauch ein Riegel vorgeschoben wird. Das Tragen von nicht zugelassenen Orden wird unter Strafe gestellt. Ein Gesetz über die Ausübung des Rechtes zum Tragen einer Wehrmachtuniform trifft eine Regelung, wonach das Tragen von Uniformen für die Verabschiedeten der alten Wehrmacht nach dem gleichen Gesichtspunkt erfolgt wie für die Verabschiedung der neuen Wehrmacht.
Ein Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften auf dem Gebiete des allgemeinen Beamten-, des Besoldungs- und des Versorgungrrechtes ordnet an, daß die Bezüge der Angestellten und Arbeiter der Länder, Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes herabzusetzen sind, soweit sie höher liegen als die Dienstbezüge der gleich zu bewertenden Dienstverpflichteten beim Reich.
Das ebenfalls verabschiedete Ersetz über Aenderung der Vorschriften über die Reichsflucht-
Deutsch-polnischer
Warenaustausch
Berlin, 18. Mai.
Ueber den Abschluß der deutsch-polnischen landwirtschaftlichen Verhandlungen wird von de» Führungen der beiden Abordnungen mitgeteilt:
Die Ende April in Warschau aufgenommenen Besprechungen zwischen Vertretern der polnischen landwirtschaftlichen Organisationen und des deutschen Reichsnährstandes fanden in den Tagen vom 14. und 13. Mai in Berlin ihren Abschluß. Die Verhandlungen waren getragen von dem Gedanken, daß bei der augenblicklichen Wirtschaftslage in Europa eine Gesundung nur erzielt werden kann aus der Basis der unmittelbaren Verständigung der Vertreter des Bauerntums der beteiligten Länder.
Die polnisch-deutschen Besprechungen ergaben weitgehende Uebereinstimmung der Ansichten und haben dazu geführt, daß den beiderseitigen Regierungen seitens der landwirtschaftlichen Vertreter konkret« Vorschläge unterbreitet werden, wodurch der gegenseitige Warenaustausch im Interesse beider Eesamtwirtschaften behoben werden kann. Die Vertreter der polnischen Landwirtschaft haben erklärt, ihrerseits dazu beitragen zu wollen, daß neben gewerblichen Artikeln auch die Einfuhr von einigen deutschen landwirtschaftlichen Artikeln nach Polen erleichtert wird. Ferner wurde eine gemeinsames Vorgehen auf dritten
fahren (Roggenfchuldengesetz) angenommen, das den Grundsatz der allgemeinen Umwandlung der Roggen -und Weizenrcchte in Reichsmarkrechte enthält. An die Stelle von je einem Zentner Roggen oder Weizen tritt ein Betrag von 7,30 Reichsmark oder 9,30 RM.
Nach bei- Erklärung Nöhms
Berlin, 15. Mai.
Die Vundesführung des NSDFB. (Stahlhelm) verbreitet zu der Veröffentlichung des Presseamtes der Obersten SA.-Führung eine Erklärung, wonach ein Sonderbeauftragter zur Führung der von der Obersten SA.-Führung erwähnten Beschwerdefälle eingesetzt wird. In den Fällen, in denen entgegen der Anweisung der Bundesführung des NSDFB. vom Eintritt in die SA.-Reserve I abzuhalten und, soweit sie SA.-Mitglieder waren, wieder zum Austritt zu bewegen, solle gegen die Schuldigen mit aller Strenge vorgegangen werden.
Schlimmer als die Noten
Geheime Parteioersammlung ausgehoben
Wie das Landratsamt Peine (Hannover) mitteilt, sind der Rittergutsbesitzer Leßmann- Oberg und der Dentist Henne-Peine in Haft genommen und dem Amtsgerichtsgesängnis zugeführt worden, weil unter ihrer Leitung am 0. Mai in de» späten Abendstunden in einer Lehman« gehörigen Jagdhütte eine Zusammenkunft von Mitgliedern der aufgelösten Deutfch-Hanno- verschen Partei stattgefunden hatte, deren Verlaus unauffällig beobachtet werden konnte. Die dort gehaltenen Ansprachen dienten ausschließlich der Verherrlichung des Welfenhauses, während die Leistungen der nationalsozialistische» Regierung bemängelt und herabgesetzt wurden. Im übrigen ging aus den Ansprachen hervor» daß versucht wurde, die alte» Parteiziele der Deutsch- Hannoverschen Partei weiter zu verfolgen und das Werk unserer Reichsregierung durch Nörgelei und Miesmacherei zu hintertreibe».
Länder allen früheren Zweifeln zum Trotz eine Reihe wertvoller Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit gegeben feien.
Deutsch-französisches Handelsabkommen verlängert
Berlin, 15. Mai.
Zwischen der deutschen und der französischen Regierung ist ein Einverständnis darüber erzielt worden, die Geltungsdauer des am 20. Mai 1834 außer Kraft tretenden deutsch-französischen Handelsabkommens vom 17. August 1927 bis zum 30. Juni 1934 zu verlängern. Ein entsprechender Notenwechsel ist heute zwischen dem Auswärtigen Amt und der französischen Botschaft vollzogen worden.
polizeiwachtmeister erschossen
Vacknang (Württemberg), 15. Mai. Der Polizeiwachtmeister Bücke wollte Dienstagmittag einen verdächtigen jungen Mann festnehmen. Dieser griff, statt seine Papiere zu zeigen, nach einer Waffe und feuerte auf den Beamten zwei oder drei Schüsse ab, wovon einer ins Herz traf. Der Wachtmeister sank tödlich getroffen zu Boden. Der Täter floh, wurde aber verfolgt und schließlich eingeschlossen. Da er sich nicht ergeben wollte, wurde auf ihn geschossen. Drei Schüsse machten ihn unschädlich. Er verweigerte jede Angabe über seine Beweggründe zu der Vluttat.