Ausgabe 
(14.5.1934) Nr. 132
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das amtliche Organ Ses Senats

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Nr. 132 / 2 . Vierteljahr

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Montag, den 14. Mai

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Reichsminister

pg. Dr. Krick über den Muttertag

Parlamentsbeginn in Frankreich

Paris, 13. Mai

Volle zwei Monate hat das französische Par­lament sich nach den aufregenden Sitzungen im Zusammenhang mit der Staoisky-Affäre der Ruhe hingegeben. Die Regierung Doumergue hat in der Zwischenzeit ihr Sparprogramm durch­geführt, das besonders hinsichtlich der Einspa­rungen bei der öffentlichen Verwaltung sehr ein­schneidende Maßnahmen enthielt. Der Entrü­stungssturm, der in der französischen Oesfentlichkeit im Hinblick auf die Veamtenentlassungen und die Gehaltskürzungen losbrach, ist noch in aller Er­innerung. Der Mordsall Prince, dessen Ge­heimnisse zu lösen der Justiz immer noch nicht gelungen ist, hat ebenfalls nicht wenig dazu bei­getragen, die allgemeine Erregung, die nun schon seit Monaten anhält, anzufachen. Hinzu kommt die nicht mehr länger hinauszuzögernde Entschei­dung in der Abrüstungsfrage. Auch der einfache Mann auf der Straße fühlt, daß sich Dinge vor­bereiten, bei denen Frankreich eine schwere Ver­antwortung auf sich nehmen muß, falls die Po­litiker an der Seine auf ihren Standpunkt be­harren und es zum offenen Bruch kommen lassen.

Kammer und Senat werden also, wenn sie am Dienstag zusammentreten, ein reichhaltiges Pro­gramm vorfinden, so daß die Parlamentssession voraussichtlich bis Mitte Juli dauern wird. Vor­ausgesetzt natürlich, daß nicht besondere Ueber- raschungen eintreten und es der Regierung ge­lingt, sich durch die mannigfachen Schwierigkeiten hindurchzulavieren. Gefährlich kann der Regie­rung sowohl der Stavisky-Skandal, der mancher­lei Angriffsflächen bietet, werden, als auch die auf dem Verordnungswege erlassene Steuer­reform und die anderen Sparverordnungen. Weiter ist die Verfassungsreform und die Ab­änderung des Wahlgesetzes stark umstritten. Es wird hier wohl auch sobald keine Einigung mög­lich sein, da sowohl die einzelnen Abgeordneten als auch die Parteien hier getreu dem parlamen­tarischen Prinzip weniger auf das Interesse des Landes als vielmehr auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. Bei der Verfassungsreform handelt es sich nämlich darum, dem Staatspräsidenten einen größeren Einfluß auf die Führung der Staatsgeschäfte einzuräumen. Das würde natür­lich nur auf Kosten des Parlaments gehen. Bei der Abänderung des Wahlgesetzes handelt es sich um die Abschaffung der jetzigen Einer-Wahl zu Gunsten der Verhältniswahl. Weder in der einen noch in der anderen Frage ist bisher eine Eini­gung erzielt.

Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Regierung, um allen innerpolitischen Schwierigkeiten zu ent­gehen, versucht, die Außenpolitik in den Vorder­grund zu stellen. Denn in der Außenpolitik dürfte es Doumergue noch am leichtesten gelingen, die widerspenstigen Parlamentarier vor seinen Wagen zu spannen. Nicht umsonst hat die französische Presse immer wieder versucht, in der Abrüstungs­frage und in der Saarangelegenheit die Öffent­lichkeit zu alarmieren. Man darf sich also nicht wundern, wenn gleich zu Beginn in der Kammer ein neuer Hetzfeldzug gegen Deutschland inszeniert wird. Trotz aller. Ableugnungsversuche will die französische Regierung zweifellos auf ein neues gewaltiges Riistungsprogramm und vor allem auf die 2jährige Dienstzeit hinaus.

Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit be­deutet eine Verdoppelung der französischen Heeresstärke, d. h. natürlich, daß auch die Mittel für den Heereshaushalt entsprechend steigen wer­den und daß der französische Steuerzahler die Kosten zu tragen hat. Ganz abgesehen von den Folgen, die die Entfesselung eines neuen Wett­rüstens mit sich bringen müssen. Die französische Regierung, die ganz vom Geiste eines Poin- eure und Clemenceau befangen ist, wird sich kaum ein Gewissen daraus machen, Europa erneut in «in Meer von Blut und Tränen zu stürzen. Und im Parlament werden schließlich die Interessen den Ausschlag geben, die die meisten Vorteile versprechen, in diesem Falle also die Rüstungsindustrie. Vielleicht, daß das französische Volk endlich erkennt, wohin es von den gegen­wärtigen Machthabern geführt wird!

Der radikalsozialistische Partei­tag abgeschlossen

Paris, 13. Mai.

Der radikalsozialistische Parteitag in Cler- mont-Ferrand ist am Sonntag zu Ende ge­gangen, ohne daß ein Schlußbankett die führen­den Mitglieder der Partei zu neuen langen Reden bestimmt hätte. Nachdem die politische Haltung der Partei am Sonnabendabend durch die pathe­tischen Erklärungen Herriots, der sich dabei so angestrengt hatte, daß er einen Schwächeanfall erlitt, zugunsten der Politik des Kabinetts Dou­mergue und zugunsten der nationalen Eini­gung entschieden worden war, blieb für die Sonn­tagsaussprache nur noch die Frage des Aus­schlusses der unsauberen Elemente aus der Partei übrig. Ein Ausschuß hatte bereits am Vortage Vorschläge unterbreitet, die im Plenum nur in einigen Punkten abgeändert wurden.

Ausgeschlossen wurden die Abgeordneten Ka­rat früherer Bürgermeister von Bordeaux), Bonnaure, Proust, Hesse, Dalimier und Vonnardi, sowie Senator Rens Re- noul t, und zwar sämtliche, weil sie irgend­wie als Anwälte oder sonst in Verbindung mit der Staoisky-Affäre genannt wurden. Zwei Aus- schlutzanträge wurden abgelehnt.

Berlin, 13. Mai.

Reichsminister Dr. Frick sprach am gestrigen Muttertag um 19.30 Uhr über alle deutschen Sender zum deutschen Volk über den Muttertag.

Der Minister führte u. a. aus: Die Sitte, an einem Tag im Jahr unserer Mütter zu gedenken, ist von den skandinavischen Völkern übernommen worden. Während unsere Mütter an diesem Tage sich ihrer Mutterfreuden bewußt werden sollen, ist es Pflicht aller Kinder, ja des ganzen Volkes, der Mutter und dem Begriff „Mutter" an sich Ehrfurcht zuteil werden zu lasten. Das ganze Volk soll sich an diesem Tage dessen bewußt werden, daß es etwas Erhabenes und Schönes ist, Mutter zu sein, anderseits jedoch ebenso schön, eine Mutter zu besitzen.

Wenn wir an die vielen schönen Stunden har­monischen Familienlebens denken, wollen wir uns nicht nur all der Freuden erinnern, sondern uns auch der ernsten Pflichten bewußt werden, die eine Mutter zu erfüllen hat. Ear zu leicht geht man über den Pflichtenkreis der Hausfrau und Mutter hinweg und nimmt alle diese täglichen Aufgaben als selbstverständlich hin, wie z. B. die Sorge für das leibliche Wohl der Familie, die Wohnung und alles, was damit zusammenhängt, wohnlich und gemütlich zu gestalten, oder was es sonst an täglicher Arbeit und Mühe im kleinen oder gar großen Familienkreise geben mag.

Wenn wir so diese großen, schönen, aber auch schweren Aufgaben einer Mutter an uns flüchtig vorüberziehen lassen, so fragen wir uns: „Wa­rum soll die Oesfentlichkeit sich damit beschäftigen? Warum ist es notwendig geworden, einen Mutter­tag überhaupt zu einem Volksfest und' Familien- tag zu gestalten?"

Die Beantwortung dieser Frage wirft eine Menge Probleme vor uns auf, die zwar leicht er­kannt, aber umso schwerer unserem Wollen ent­sprechend durchzuführen sind. Wir haben in der Vergangenheit während der Herrschaft des frühe­ren Systems gesehen, wie mächtige Kräfte an der Wurzel unseres Familienlebens rüttelten und viele unserer Volksgenossen für Mutter, Kind und Familienleben keinen Sinn und kein Verständ­nis aufbrachten. In breiten Schichten unseres Volkes ist die Freude am Kinde, die Freude am Familienleben erstickt. Man will so bequem wie möglich durchs Leben kommen, man will nicht heiraten oder wenn man es tut, will man die Pflichten der Kindererziehung nicht mehr auf sich nehmen.

Da gibt es noch einen Mihstand, der gerade am Muttertag gestreift werden muß, das ist der Nachteil, der aus der Berufstätigkeit der Frau für Familie und Volk, für Kinder und Mütter erwächst. 2m Jahre 1925 — neuere Erhebungen liegen zurzeit noch nicht vor — waren in Deutschland nach der Berufszählung etwa 11,5 Millionen Frauen erwerbstätig, das sind etwa 36 Prozent aller Erwerbsfähigen überhaupt. Von diesen waren wieder etwa ein Drittel oder rund E Millionen verheiratete oder verwitwete Frauen.

Es ist anzunehmen, daß sich die Zahlen in­zwischen verschoben haben, auch ist eine große Zahl der verheirateten Frauen in eigenen Ge­schäften und Betrieben oder in der Landwirt­schaft tätig, aber Tatsache ist es, daß immer mehr und mehr Frauen in das Wirtschaftsleben ein­zudringen gezwungen sind, zumal ihre Arbeits-. kraft meistensteils billiger ist und schlechter als die der Männer bezahlt wird.

Im allgemeinen sind es zwei Gründe, die die Frau veranlassen, zur Erwerbsarbeit zu gehen. Auf der einen Seite ist es wohl der Drang nach Selbständigkeit oder der Wunsch nach höherem Einkommen, um angenehmer leben zu können. Ungleich größer jedoch dürfte die zweite Gruppe sein, die die Berufsarbeit als eine bittere wirt­schaftliche Rotlage auf sich nehmen mutz. Wir wissen alle, daß es oft gerade kinderreiche Mütter sind, die schweren Herzens neben ihren häuslichen . Pflichten Berufsarbeit verrichten müssen und ihren Schritt zur Arbeitsstelle, zum Zeitungsver­kauf oder*zum Büro lenken, weil sie ohne diesen Verdienst ihre hungrigen Kinder nicht sättigen können.

Diese Berufsarbeit der verheirateten Frau und besonders der kinderreichen Mütter ist im höchsten Grade ungerecht und unsozial, weil sie die Ehe und die Familie gefährdet.

Die häusliche Wirtschaft muß dann vernach­lässigt werden, beide Ehegatten kehren abends müde und abgespannt heim, während die Kinder sich am Tage selbst überlassen bleiben. Mehr noch als der Mann leiden die Kinder einer solchen Familie darunter, wenn die Mutter zur Wartung und Erziehung fehlt. So lehren auch Erhebun­gen der Jugendfürsorgestellen, daß die meisten Jugendlichen, die auf Abwege geraten, aus Fa­milien stammen, in denen die Mutter tot. krank oder erwerbstätig gewesen ist.

Solange daher die deutsche Frauenwelt in so starkem Maß im Erwerbsleben steht, müssen wir befürchten, daß der Familiensinn und das Fa­milienleben immer weiter zerstört werden. Wenn wir auf der anderen Seite immer noch erwerbslose Männer haben, so wird es unsere Aufgabe sein, hier einen Austausch vorzunehmen, wie wir Na­

tionalsozialisten es im letzten Jahr schon auf ver- l schiedene Weise zu erreichen versucht haben. Dabei erinnere ich an die Ehestandsdarlehen und andere Maßnahmen. Es muß mit dem Grundsatz ge­brochen werden, daß jeder im Staate z. B. auch der ohne eine biologische Leistung dieselben Rechte, hat wie der, der neben seiner beruflichen Arbeit auch eine Leistung für die Familie, für das Volk insgesamt und für die Zukunft der Nation er­füllt. Wer diese biologischen Pflichten ernst nimmt, muß auch mehr Rechte in unserem Volk zu be­anspruchen haben.

Es ist daher auch nicht möglich und wäre un­gerecht, kinderreiche Mütter aus dem Arbeits­prozeß herauszunehmen, bevor wir nicht das Aus­kommen dieser Familien gesichert haben.

Die Sicherung des Nahrungsspielraums der noch wertvollen kinderreichen Familien ist nicht nur eine Pflicht des nationalsozialistischen Staa­tes, sondern auch ein Mittel, das ebenso geeignet erscheint, den Müttern und Familien zu helfen, wie den Arbeitsmarkt zu entlasten und den Be­darf des inneren Wirtschaftsmarktes zu steigern.

Erst wenn es gelingt, die heute so notwendige wirtschaftliche Grundlage für unsere noch kinder­reichen Familien zu schaffen, haben wir den Weg sllr unsere Mütter frei gemacht, dann können wir die Mütter, die zu Hause so notwendig gebraucht werden, aus der Wirtschaft herausziehen. Dann können wir aber auch von unseren Müttern ver­langen, daß sie sich voll und ganz ihren Mutter­pflichten und der Familie widmen. Dann würde es unseren Müttern ermöglicht, dem Ehemann und den Kinder» allgemein eine freundliche Häuslichkeit zu schassen und für das leibliche Wohl besser als bisher zu sorgen.

Dann könnten wir hoffen, daß die deutschen Mütter die seelische Erziehung unserer Kinder wieder frohgemut in die Hand nehmen würden. Die Familie ist die Urzelle des Volkes, darum stellt der nationalsozialistische Staat sie in den Mittelpunkt seiner Staatspolitik. Die Familie ist die Quelle des Segens oder des Unsegens der

Völker, das ist eine Erkenntnis, die den Natio­nalsozialismus und den deutschen Menschen vom Kommunismus und seinem Erziehungsideal schei­det. Die Ehe darf sich nicht erschöpfen in dem Ge­danken der Kameradschaft, sondern sie muß mehr sein, eine Einheit, aus deren Schoß neues Leben ersteht, das Kind, das berufen ist, die Ahnenreihe deutschen Blutes fortzusetzen. Unsere Mütter und Eltern sollen wieder mit Stolz aus ihre Kinder­schar blicken können. Die Zeit muß vorüber sein, in der man Kinderreichtum in Deutschland ver­höhnen durste.

Wir befinden uns an einer Wende der Zeit! Die Rettung Deutschlands hängt nicht nur von der Begeisterung unserer männlichen Jugend für die Wiedererstarkung unseres Vaterlandes, son­dern sie hängt ebenso sehr von der Hingabe ab, mit der unsere Frauen und Mädchen sich wieder der Familie und dem Muttergedanken zuwenden! Die Frauen und Mütter sind die Hüterinnen der Ueberlieferung, der Gebräuche, aber auch der Hort der Kultur und der Sitte! Darum brauchen wir ein geistig und seelisch starkes Frauengeschlecht, das unsere Vorstellungen über die Beziehungen der Geschlechter zueinander säubert und unsere Auffassung von Mutterschaft und Ehe wieder zu­rückführt zu der Reinheit, mit der unsere Vor­fahren schon in vorchristlicher Zeit Ehe und Fa­milie als Lebensgemeinschaft betrachteten.

Wenn ich mich heute im Namen des Führers und det* Regierung zur Ehrfurcht vor der deutschen Mutter und Frau bekenne, gebe ich der Hoff­nung Ausdruck, daß unsere deutschen Frauen in diesem Kampf für Familie und Ehre, für Mutter und Kind nicht versagen mögen! Anderseits muß ich aber erwarten, daß auch unsere deutschen Män­ner sich abwenden von dem Denken und Handeln der liberalistischen Verfallszeit deutscher Kultur und Sitte! Es ist ihre Pflicht, unseren deutschen Frauen und Mädchen es zu erleichtern, zur Auf­fassung von Frauenehre und Muttersinn zurückzu­finden! Nur so schaffen wir die Grundlage für die Höherentwicklung unseres Volkes und für die Zukunft der deutschen Nation!

Zurück

zu Deutschland!

ii. ü>. Bremen, 14. Mai.

Nach Ablauf einer Frist von fünfzehn Jah­ren nach Inkrafttreten des Verfailler Frie- dens-„Vertrages", der das Deutschtum an der Saar dem Völkerbund als „Treuhänder" für die imperialistischen Ziele Frankreichs auslieferte, wird die Bevölkerung dieses Ge­bietes aufgefordert, sich darüber zu entschei­den, unter welche Staatshoheit sie zu treten wünscht.

Um diese Abstimmung braucht Deutsch­land sich keine Sorgen zu machen. Sie wird eindeutig ergeben, wie deutsch das Volkstum in der Westmark ist, mag auch Herr Knox, der übel beratene Präsident der Regierungs­kommission des Saargebiets, dem Völker­bundssekretariat als dem Vollstreckungsaus­schuß dieser imperialistischen Politik, die Europa nicht zur Ruhe kommen läßt, Ge­rüchte über einen angeblich geplanten Hand­streich im Saargebiet mitteilen, für die er nach seinen eigenen Angaben „keinen siche­ren Beweis" hat.

Der Zweck dieser Verdrehung der Tat­sachen ist klar: Der Tag der Entscheidung rückt immer näher, und die Unkenrufe des Herrn Knox verfolgen nur die Absicht, wie­der einmal die Geschäfte Frankreichs zu be­sorgen, dessen Rolle im Saargebiet zu unver­hohlen gespielt worden ist, als daß ihr Charakter noch einer Kennzeichnung be­dürfte.

Es steht für alle wirtschaftlich geschulten Menschen fest, daß Frankreich das schulden- und lastenfreie Eigentum an den Kohlen­gruben im Saargebiet sich lediglich aus dem Grunde „übertragen" ließ, weil die französisch-lothringische Eisenindustrie der Kohlengrundlage entbehrt und auf die Zu­fuhr von Koks aus Deutschland angewiesen ist. Das Saarproblem ist und war keine Frage der „Wiedergutmachung von Kriegs­schäden" oder des „Ersatzes für die Zer­störung der Kohlengruben in Nordsrank­reich", sondern einer mit offenen und ver­steckten Mitteln betriebenen Raub- und „Ausbeutungs"-Politik, die heute vor ihrem endgültigen Abschluß zugunsten des Dritten Reiches steht. Daran ändert auch ein Deuteln und Drehen mit ju­ristischen Spitzfindigkeiten nichts. Die französische Saarpolitik, die sich auf die bei­den Urprodukte Kohle und Eisen zurück­führen läßt, ist an dem Deutschtum des Saar­gebiets gescheitert, das sich heute über alle Parteien und Konfessionen hinweg in der „Deutschen Front" zusammengefunden hat, um in dieser den Tag der Rückgliede­rung in das Reich geschlossen zu erwarten, mag Herr Knox auch über diese Folgen der Segnungen des Völkerbundes verwundert den Kopf schütteln und weiter Berichte nach Genf schreiben. Eine „Sicherung" des Saar­gebietes ist nicht mehr nötig. Die Würfel sind gefallen! Die Saar bleibt deutsch, in Sprache, Kultur und Denkungsart!

Mit starkem Hoffen, wieder in das ge­meinsame Vaterland zurückzukehren, und in der Absicht, einer landfremden Regierung, die der Seele des Volkes fremd bleiben mußte, die rasche Liquidierung ihrer Aus­gaben zu erleichtern, kämpft die Deutsche Front, ein idieller, freiwilliger Zusam­menschluß aller derer, die vaterländisch füh­len, eine einzige Volksgemeinschaft, losge­löst von allem Parteilichen, für den politi­schen Wiederanschluß an Deutschland, Lan­desführer Pirro an der Spitze.

Das Geheimnis des Nationalsozialismus, alle Volksgenossen miteinander zu verbin­den, hat im Saargebiet als Grenzland be­sonders offene Herzen gesunden und diese auch innerlich mit dem Geschick des neuen Deutschland verknüpft. Die Treue des Saar­länders zum Dritten Reich steht unerschütter­lich fest.

Reichsminister Dr. Goebbels hat in seiner Zweibrücker Rede keinen Zweifel darüber gelassen, daß in dem bevorstehenden Ent­scheidungskampf auch diesseits der augen­blicklichen Saargrenze sich jeder einzelne seiner Pflicht bewußt ist, seine ganze Kraft dafür einzusetzen, daß fremde Machtgelüste an dem festen Bollwerk nationaler Geschlos-

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Schalke 04 — Benrath 2:0

Deutsche Elf schlägt Derby County in Köln

Ballon „Roland" in Mecklenburg- Schwerin gelandet

FC. Nürnberg — Dresdner SC. 1:0

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Notwendige Klärung

Der „Völkische Beobachter" gegen das „Berliner Tageblatt"

Berlin, 13. Mai

Im „Völkischen Beobachter" schreibt Gunter d'Alquen unter der Ueberschrift „Notwendige Klärung" u. a.: Die in den letzten Tagen der deutschen Presse gebotene Mög­lichkeit zu weitestgehender freier Entfaltung be­nutzt das „Berliner Tageblatt", um in einem Himmelfahrtsaufsatz ihres Schriftleiters Haeu- ber ausgerechnet als Vorkämpferin des Christen­tums, biedermännisch und dreist Stellung zu neh­men zu den großen weltanschaulichen Problemen unserer Zeit.

In dem Aufsatz wird behauptet, daß der Na­tionalsozialismus keine Weltanschauung sei, son­dern lediglich „eine Erneuerungsbewegung, die einige wenige politische Fundamentalsätze aggxessi- ven Charakters postulierte", um die sich dann alles, wohlgemerkt unter Einschluß verschiedenster Meinungen und' Ueberzeugungen, gruppierte. In diesem Zusammenhang erscheint es nun'dem Ver­fasser bedenklich, daß Reichsleiter Alfred Ra­sende rg die große Aufgabe der Bewegung darin erblicke, ihre Weltanschauung durchzusetzen, weil sich darin das Bestreben bemerkbar mache, „noch nachträglich (!) eine nationalsozialistische Weltan­schauung zu schaffen", den Konflikt mit anderen, bereits „in sich fundierten Gruppen" des geistigen Lebens zu verschärfen, und um damit schließlich „die Bewegung ihres ursprünglichen Charakters zu entkleiden."

Der Nationalsozialismus ist keine intellektuali- stische Konstruktion, wie es obige Beweisführung ist, sondern unsere Idee wuchs aus dem Gefühl wie alles Große und Schöpferische in dem Gefühl, in dem Empfinden, im Blut seine Wurzel hat.

Unsere Idee ist ja nichts als die lebendige Hal­tung, als das restlose Bekennen, daß Rasse und Seele, daß Blut und Charakter nur verschiedene Ausdrücke für das gleiche Wesen sind. Die Er- ringung der politischen Macht konnte nicht gleich-

Das polnische Kabinett zurückgetreten

Dr. Kozlowski beauftragt

Warschau, 13. Mai.

Am Sonntag fand eine Sitzung des polnischen Ministerrates statt. Anschließend begab sich der Ministerpräsident I e nd rz e je w i cz auf das Schloß zum Staatspräsidenten, dem er im Namen der ganzen Regierung das Rücktrittsgesuch über­reichte. Das Gesuch wurde vom Staatspräsidenten angenommen. Mit der Bildung des neuen Kabinetts wurde Professor Dr- Leon Koz­lowski beauftragt. Die Bildung des neueil Kabinetts wird bereits Sonntag erfolgen.

zeitig das Endziel der Bewegung sein, wir hätten uns dann auf unser eigenes Dasein beschränkt, sondern unsere wachsende Bewegung wurde durch­blutet von der großen Idee, von unserer Welt­anschauung, von dem heißen und festen Glauben an diese Idee und so erst durften wir davon überzeugt sein, daß spätere Generationen gleich uns gegen die einmal von uns erkannten und gestürzten Mächte stehen, daß sie den Weg wei­tergehen werden in der Richtung, in der wir begannen.

Mag auch die staatspolitische Revolution beendet sein, wir Nationalsozialisten wissen, daß wir erst am Ansang der geistigen llmschmelzung stehen.

Unsere Weltanschauung gibt uns erst die Zuver­sicht, trotz aller Widerstände unbesorgt in die weite deutsche Zukunft zu sehen, durch sie dürfen wir an die Erfüllung der alten Sehnsucht nach dem tausendjährigen Reich deutscher Nation glauben. Die Weltanschauung ist die charakter- liche Einstellung, die Welt unter gewissen, immer gleichen Voraussetzungen anzuschauen, und sie bringt darum bestimmte Wertungen und Aus­wertungen mit sich. Dieser ganz bestimmten und klar umriffenen Haltung des deutschen Charakters siird wir gefolgt, geraden Weges, eben unserer Weltanschauung und allen ihren Konsequenzen, haben mit ihr den politischen Sieg errungen und konnten die ersten Wege bahnen zum weiteren Schreiten in her immer gleichen Richtung. Der ganze Anwurf ist um so dreister, als es auch Herrn Haeuber nicht unbekannt ist, daß der Führer Pg. Alfred Rosenberg mit der Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung der Bewegung beauf­tragte, daß Adolf Hitler in einem Neujahrs­brief an Alfred Rosenberg diesem dankte, weil er dazu beitrug, die einheitliche weltanschauliche Durchdringung unseres politischen Kampfes sicherzustellen.

Dr. Leon Kozlowski ist Professor an der Universität Warschau. Er war früher Minister für Agrarreform und Unterstaatssekretär der Finanzen im zurückgetretenen Kabinett. Der regierungstreue „K u r j er P ora n n y", der den Regierungsrücktritt Sonntag morgen ankündigte, will wissen, daß der zurückgetretene Minister­präsident aus Gesundheitsrücksichten eines län­geren Erholungsurlaubes bedarf.

Von Nibbenti-op zurück

Der deutsche Beauftragte für Abrüstungssragen, von Ribbentrop, der zu Besprechungen mit führenden englischen Persönlichkeiten in London weilte, am Sonnabendabend mit dem Flugzeug wieder in Berlin eingetroffen.