Ausgabe 
(11.5.1934) Nr. 129
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Nr. 129 / 2 . Vierteljahr

Freitag denn.Mai

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Henderson kehrt nach London zurück

London, 10 . Mai.

Aus Paris wird gemeldet, daß der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, plötzlich seinen Reiseplan änderte. Er wird nach , seiner Unterredung mit dem französischen Außenminister Bar thun nicht nach Genf Weiterreisen, sondern am Freitag nach London zurückkehren. In der Presse wird die Meinung ausgesprochen, daß er, nachdem er die Auffassung der französischen Re­gierung erkundet hat, in Downing Street Bericht erstatten soll, bevor Eden zur Tagung des Völ­kerbundrates noch Eenf abreist.

Die Meldung von dem Eintreffen von Ribben- trops in London findet große Beachtung. Die „Times" meldet, daß der deutsche Beauftragte für die Abrüstungsfrage am heutigen Freitag mit dem Großsiegelbewahrer Eden zusammentreffen werde. Das Oppositionsblatt, der „Daily Herold" meint dazu ironisch, von Ribben- trop habe also gewissermaßen die Aufgabe, die Ansichten eines Kabinetts festzustellen, das selbst nicht wisse, was es wolle.

Zur gestrigen Kabinettsitzung erklärt Times, daß eine endgültige Entscheidung noch nicht ge­troffen sei. In der Morning Post wird berichtet, daß das englische Kabinett am Donnerstag keinen Beschluß gefaßt habe. Man nehme daher an, daß die englische Abordnung auf der Tagung der Ab­rüstungskonferenz außerstande sei, eine andere Rolle, als die des Zuhörers zu spielen. Der Umstand, daß der Kriegsminister Lord Hails- h am der Führer der Mehrheit im Kabinett sei, sei besonders bedeutsam, weil er zu Anfang des Jahres, als verfocht wurde, Simon zur Auf­gabe seines Postens zu überreden, als möglicher Nachfolger genannt worden sei. Hailsham werde besonders von Neville Chamber- lain dem Schatzkanzler unterstützt.

Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" will gehört haben, daß die Frage einer Untersuchung der deutschen Rüstungen durch den Völkerbund neuerdings zwischen mehreren europäischen Regierungen erörtert worden sei. Es werde aber als sehr unwahrscheinlich betrachtet, daß sich im Völkerbundsrat eine Mehrheit zu­gunsten einer Untersuchung finden werde. Noch un­wahrscheinlicher sei, daß bei einer ablehnenden Haltung Deutschlands die für Sanktionen notwen­dige Einstimmigkeit erreichbar sei, In diesem Falle könnte die Frage entstehen, ob nach Ar­tikel 15 Z 7 der Völkerbundsatzung drei Monate nach der ergebnislosen Abstimmung den Mächten, die dies wünschten, ein militärisches Vorgehen gegen Deutschland erlaubt wäre. Ein solches Vor­gehen werde aber durch Artikel 2 8 3 des Locarno- Vertrages verhindert, der ein derartiges Einschrei­ten nur gegen einen Staat zulasse, der zuerst an­gegriffen habe.

Der politische Korrespondent des „Daily Herald" schreibt, der Premierminister sei sehr verstimmt über die Enthüllungen über ernste Ge­gensätze innerhalb des Kabinetts.

von Nlbbentwp bei Simon und Eden

London, 10. Mai

Der Beauftragte für Abrüstungsfragen, von Ribbentrop, hatte heute nachmittag mit den eng­lischen Ministern Simon und Eden eine Bespre­chung, die etwa eine Stunde dauerte.

Die Vaeifee presse mit England unzufrieden

Paris, 10. Mai.

Im Mittelpunkt des politischen Interesses steht in der Pariser Presse nach wie vor die weitere Behandlung der Abrüstungsfrage. Der Vertreter des Echo de Paris in London, der offensicht­lich von dem Bestreben geleitet ist, seine Leser nicht über die tatsächlichen Verhältnisse aufzu­klären, behauptet, daß ein guter Teil des eng­lischen Kabinetts zu einer gewissen Annäherung an Frankreich neige. Neuerdings sei man in Lon­don wegen gewisser Gerüchte beunruhigt (!), wo­nach die französische Regierung im Begriff stehe, nachzugeben und Deutschland weniger Widerstand zu leisten. Nach der gleichen Quelle soll zwischen .^"Mischen und der englischen Regierung kürzlich über die Möglichkeit einer Untersuchung der deutschen Rüstungen verhandelt worden sein. ^n London sei man hierfür, wie der Korrespon­dent immerhin einsieht, natürlich nicht begeistert, denn man glaube, daß wahrscheinlich keine Mehr­heit im Völkerbundsrat für eine solch« Unter­suchung gefunden werden könne und daß es noch unwahrscheinlicher sei, die für die Durchführung von Sanktionen erforderliche Einstimmigkeit zu erreichen. Außerdem würde man in London unter Berufung auf den Locarno-Bertrag Frankreich jenes selbständige Vorgehen untersagen, das es nach Art. l5 Abs. 7 der Völkerbundssatzungen in die Wege leiten könnte.

Die Leilartikel der Pariser Presse werben um England. „Erelsior" schreibt, wenn man in England die Abrüstungskonferenz einen entschei­denden Schritt vorwärts bringen wolle, dann brauche die englische Regierung nur klipp und klar zu sagen, daß England im Falle eines An­griffes sofort Frankreich gegen den eventuellen Angreifer zur Seite stehen werde. Dgs „Jour­nal" ist der Ansicht: Die einzige wertvolle Ver-

Pommern wir- wieder Bauernland

Reichsbauernführer Darrt in Gtarkow

Starkow (Hinterpommern), 10. Mai.

Der Bauerntag von Starkow, der am Him­melfahrtstage Lei herrlichstem Sonnenschein in diesem altpommerschen Dorfe stattfand, wird in der Geschichte des revolutionären Vormarsches des nationalen Sozialismus einen bedeutenden Grenz­stein bilden. Denn hier wurde zum erstenmale in nicht mißzuverstehender Weise durch den Reichs­bauernführer Darre die erschreckende Bilanz der vergangenen Agrarpolitik eines ostelbischen Groß­grundbesitzes gezogen, der in Mißachtung seiner nationalpolitischen Pflichten im letzten Jahrhun­dert Millionen Morgen uralten Bauernlandes an sich gerissen hat.

Weit über 30 000 Bauern, darunter 10 000 Jungbauern und Angehörige der HJ. aus Pom­mern, waren aus den östlichen Grenzgebieten und von der Wasserkante in Starkow, dem im Mittel­punkt des Interesses stehenden uralten germani­schen Siedlungsdorf im Kreise Stolp, zusammenge­strömt, um verbunden mit der Ehrung der seit drei- bis vierhundert Jahren auf ihren ange­stammten Höfen sitzenden Bauern die zielsetzende Rede ihres Reichsbauernführers Darrezu hören. Inmitten üppiger Fluren bot die grüne Anhöhe von Starkow mit ihren begeisterten Bauernmassen, ihrem reichen Flaggenschmuck, den Ehrenaüordnun- gen der SA., SS., der HJ. und des Freiwilligen Arbeitsdienstes ein Bild festlicher Freude.

Unter den Ehrengästen sah man weben dem Staatssekretär im Reichsernährungsministerium

Backe den Staatsamtsleiter Dr. Reischle, Oberst Stubenrauch vom Reichswehrministe­rium, die Spitzen der Partei und der Ver­waltung.

Nach kurzer Begrüßung durch den Landes­bauernführer sprach der pommersche Gauleiter Karpenstein über die Aufgaben dieser Ost­provinz. Der Gauleiter feierte in dem Reichs- bauernfllhrer den Urenkel pommerscher Frei­bauern, der als Reichsbauernführer des Dritten Reiches nach den Richtlinien Adolf Hitlers eine Bauernpolitik erkämpfe, die von jedem pom- merschen Nationalsozialisten bis zur letzten Konsequenz aufrichtig begrüßt und unterstützt werde. Karpenstein schilderte den Einfluß eines einstmals blühenden Bauerntums auf die Lage von Arbeiterschaft und Mittelstand in der gesamten Provinz und betonte, daß die Bauern­politik der Reichsregierung auch in Pommern wieder ein gesundes Bauerntum auf freier Scholle schaffen und erhalten werde.

Die grundsätzliche Rede des Reichsbauern­führers Darre über die geschichtliche Entwicklung der Agrarstruktur Ostelbiens, die historische Schuld eines ichsüchtigen Teiles ostelbischen Großgrund­besitzes, der mit 3 200 008 Morgen etwa 50 bis 60 000 Bauernhöfe aufgelöst und an sich gerissen habe, wurde immer wieder von minutenlangem Beifall des wirklich schaffenden Landvolkes unter­brochen.

Solche Worte einer verantwortungsbewußten Bauernführung, die ihre geschichtlichen Aufgaben erkennt, und mit den zahllosen ichsüchtigen Zweck­lügen bisheriger Darstellung rücksichtslos auf­räumt, sind bisher in Pommern kaum gehört worden.

Pommern wird wieder Bauernland! Wieder- auffiillung Ostelbiens mit echtem deutschen Bauerntum!

Das war der Ausklang der einstündigen Rede des Reichsbauernführers. Man wird ohne Zwei­fel erwarten dürfen, daß aus dem Eedankengang dieser entscheidenden Rede grundsätzlich neue Im­pulse der Agrarpolitik ausgehen werden.

Im Anschluß an die Kundgebung wurde den 130 alteingesessenen Erbhofbauern aus Starkow und den übrigen Pommern vom Reichsbauern­führer eine holzgeschnitzte Ehrentafel überreicht. Nach der Besichtigung einzelner Bauernhöfe Star- kows setzte dann der Reichsbauernführer die Reise, die ihn durch ganz Pommern geführt hat, nach Schlesien fort, wo er gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Eöring am Sonnabend auf einer großen Bauernkundgebung in der Jahr­hunderthalle Breslaus sprechen wird. Wie wir hierzu noch erfahren, werden Ministerpräsident Eöring, Reichsminister Darre und Staatssekretär Backe anschließend eine Fahrt im Kraftwagen durch Schlesien antreten.

Regionale Ltntergliederung -er Industrie

Berlin, 10. Mai.

Zum Zwecke der Vereinfachung des industriel­len Verbandswesens verfügt der Führer der ge­werblichen Wirtschaft, Pg. Direktor Philipp Keßler, folgendes:

1. Für die Durchführung der industriellen Auf­gaben ist neben dem fachlichen Aufgabenkreis, wie er von den in den 7 Hauptgruppen zusam­mengefaßten Fachgruppen der Reichsgruppe Indu­strie der Deutschen Wirtschaft wahrgenommen wird, eine regionalle Untergliederung der Industrie erforderlich. Diese hat den Zweck, die einem bestimmten Wirtschaftsgebiet gemeinschaft­lichen industriellen Angelegenheiten zu bearbei­ten. Zur Durchführung dieses Aufgabenkreises ist engste Verbindung mit den entsprechenden regionalen Untergliederungen der übrigen Wirt­schaftsgruppen und auch den Industrie- und Han­delskammern zu halten.

2. An Stelle des bisherigen landschaftlichen industriellen Organisationsaufbaues der Indu­strie sind die landschaftlichen Untergliederungen der Reichsgruppe Industrie in ihren Lezirklichen Abgrenzungen den Bezirken der Treuhänder der Arbeit anzupassen.'

Die hiernach für die 13 Treuhänderbezirke an­erkannten landschaftlichen Organisationen haben nicht mehr den Charakter selbständiger Industrie- organisationen, sondern sind Bezirksgruppen der Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft. Dementsprechend führen sie die Bezeichnung:

Reichsgruppe Industrie der Deut­schen Wirtschaft Bezirk . . .

3. Es werden die nachfolgend aufgeführten 13 Stellen als Bezirke der Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft anerkannt. Für den

Treuhänderbezirk 1 Ostpreußen: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Ost­preußen, Sitz Königsberg. — Treuhänderbezirk 2 Schlesien: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Schlesien. Sitz Breslau. —

Treuhänderbezirk 3 Brandenburg: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Bran­denburg. Sitz Berlin. — Treuhänderbezirk 4 Pom­mern: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Pommern. Sitz Stettin. — Treuhänderbezirk 5 Nordmark: Reichsgruppe

Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Nord­mark. Sitz Hamburg. — Treuhänderbezirk 6 Niedersachsen: Reichsgruppe Industrie der Deut­schen Wirtschaft, Bezirk Niedersachsen. Sitz Han­nover. — Treuhänderbezirk 7 Westfalen: Reichs­gruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Be­zirk Westfalen. Sitz Düsseldorf. — Treuhänder­bezirk 8 Rheinland: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Rheinland. Sitz Köln a. Rh. — Treuhänderbezirk 9 Hessen: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Hessen. Sitz Frankfurt/M. — Treuhänder­bezirk 10 Mitteldeutschland: Reichsgruppe In­dustrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Mittel- deutschland. Sitz Weimar. — Treuhänderbezirk 11 Sachsen: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Sachsen. Sitz Dresden. — Treu­händerbezirk 12 Bayern: Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Bayern. Sitz München. — Treuhänderbezirk 13 Südwestdeutsch­land : Reichsgruppe Industrie der Deutschen Wirt­schaft, Bezirk Südwestdeutschland. Sitz Stuttgart.

Die Bildung dieser 13 Stellen erfolgt im ein­zelnen nach Anweisungen, die von dem Führer der Reichsgruppe Industrie Herrn Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in meinem Auftrage für die einzelnen Bezirke erlassen werden. Hierbei kön­nen auch im Bedarfsfälle Zweigstellen mit Zu­stimmung des Führers der Reichsgruppe Industrie errichtet werden. Die Ernennung der Führer der Jndustriebezirke behalte ich mir auf Vorschlag des Führers der Reichsgruppe Industrie vor.

4. Der Führer der Reichsgruppe Industrie wird mit der umgehenden Durchführung dieser Ver­fügung beauftragt.

Berlin, den 9. Mai 1934.

gez.: Kegler.

pflichtung bestünde darin, daß England seine Ent­schlossenheit bekunde, sich jedem Umsturz der Ver­hältnisse zu widersetzen. Aber so weit sei man nicht. Logischerweise müsse also jÄer ungehin­dert und frei selbst für seine Landesverteidigung sorgen.

Kommunistische Zusammenstöße bei Paris

Paris, 10. Mai.

Die Vereinigung „Feuerkreuz" veranstaltete am Mittwochabend bei Paris eine Versammlung. Am gleichen Abend hatten Kommunisten in einer be­nachbarten Ortschaft zu einer Protestkundgebung gegen die Feuerkreuzler aufgerufen. Es kam zu heftigen Zusammenstößen, wobei etwa 400 Kom­munisten mit der Polizei aneinandergerieten. Bei dem Straßenkampf, der nun entstand, bedienten sich die Kommunisten der eisernen Zeltstücke und des sonstigen Materials der Marktstände, das vom Tage vorher noch nicht weggeräumt worden war. Bei den Zusammenstößen wurden zwei Polizisten und zehn Kommunisten verletzt.

Die übliche Dollfuß-Versammlung

Wien, 10. Mai.

In Salzburg fand am Donnerstag eine Vauernkundgebung statt, an der Bundeskanzler Dr. Dollfuß und Vizekanzler Starhem- berg teilnahmen. Schon aus der Rede des Bundeskanzlers war zu entnehmen, daß es zu schweren Sabotagehandlungen, die sich gegen die Regierung richteten, gekommen sein mutzte. Tat­sächlich erfuhr man auch später, daß eine der Eisenbahnlinien, die nach Salzburg führen, an mehreren Stellen unterbrochen worden war, um die Bauern am Erscheinen zu verhindern, und zwar war in Pinzgau und bei Werfen die Eisen­bahnlinie auf weite Strecken zerstört worden Außerdem waren entlang des Bahndamms noch an verschiedenen Stellen zahlreiche Sprengkörper gefunden worden, die nicht zur Entladung ge­kommen waren. Der Verkehr konnte erst nach- einigen Stunden wieder aufgenommen werden.

Auf dem Salzburger Flugplatz, auf dem Bun­deskanzler Dollfuß am Vormittag eintraf, war knapp vor seiner Ankunft durch Gendarmerie- beamte ein Behälter mit 65 Sprengkörpern ge­funden worden. Diese Sprengkörper, die hoch brisant geladen waren, hätten, wie behauptet wird, bei einer Explosion die furchtbarste Wir­kung auslösen können. Einige Verhaftungen wurden bereits vorgenommen.

Die neue Gteuervorlage von Noosevelt unterzeichnet

Washington, 10. Mai.

Präsident Roosevelt hat die neue Steuervorlage unterzeichnet. Durch sie werden 417 Millionen Dollar zusätzliche Steuermittel bereitgestellt.

Menfchinfki gestorben

Reoal, 10. Mai.

Wie aus Moskau gemeldet wird, ist der Leiter der OGPU Menschinski am Donnerstag früh 0 Uhr gestorben. Als Todesursache wird Herz­schrumpfung angegeben.

Die Persönlichkeit Menschinskis, der im 55. Le­bensjahr stand, war stets von Geheimnis um­geben. Sein Name tauchte in der Oeffentlicheit nur als Unterschrift unter einem Todesurteil auf. Wer zum Nachfolger Menschinskis ernannt werden wird, ist noch nicht bestimmt.

Erneutes Friedensgefuch des Zman des Atmen?

Kairo, 10. Mai.

Wie aus nichtamtlicher Quelle verlautet, soll der 2man des Tjemen erneut auf telegraphischem Wege ein. Friedensgesuch an 2bn Sand gerichtet haben. 2n der Erwiderung des Königs des Hed- schas soll es heißen, daß der 2man die Friedens­bedingungen bereits kenne und daß er diese nur anzunehmen brauche.

Die Opfer des Flugzeug­absturzes über dem Kanal

Paris, 10. Mai.

An Bord des am Mittwoch auf dem Fluge von Paris nach London abgestürzten französischen vier­motorigen Verkehrsflugzeuges befanden sich, wie nunmehr feststeht, zwei französische Fahrgäste und ein Schweizer, ferner der Flugzeugführer, der Funker und ein englischer Steward. Die Leichen der Verunglückten konnten bisher nicht gefunden werden.

Beginn der russisch-amerika­nischen Gchuldenverhandlungen

Rcval, 9. Mai.

Wie aus Moskau gemeldet wird, begannen dort die russisch-amerikanischen Verhandlungen zur Lösung der Frage der Vorkriegsschulden In einer Aussprache zwischen Litwinow und dem ame­rikanischen Botschafter Bullit wurde festgestellt, daß die russische Regierung die amerikanischen Ansprüche auf toesenk Gebiete prüfen wird, da nach ihrer Änfiassung die von Amerika ver­langten Summen als zu hoch angesehen werden müßten.

GG.-Ehrenzeichen des Bundes Oberland

München, 10. Mai.

SS-Sturmbannführer Sch einer der 1. SS- Standarte, gibt bekannt:

„SS-Gruppenführer 2osef Dietrich, Mit­glied der Prüfungskommission beim Zentralamt der Obersten SA-Führung für den Bund Ober­land, hat mich mit der vorläufigen Prüfung und Sammlung der Verleihungsanträge ehemaliger Oberländler für das Ehrenzeichen vom 9. No­vember 1923 beauftragt. Um eine einwandfreie Prüfung zu gewährleisten, haben sich im Einver­nehmen mit Gruppenführer Dietrich folgende Oberlandkameraden zur Mitprüfung bereit er­klärt:

1. Für die Vundesleitung und auswärtige For- matie n: Pg. Oberstleutnant Roeder, Müv' .. Braunes Haus.

2. Für das Sturmbataillon Teja (Hauptmann Oe st reicher) SS-Standartenführer Mater» 2ohann, 1. SS-Reserve, Anschriften an Pg. Schimpf, Theodor, München, Fürstenstr. 18/2,

3. Für das 1. Bataillon (Hauptmann Oehm- ler) Pg. Gust. Feldmeier, München. An­schriften an SS-Sturmführer Lorenz, München, Luisenstr. 24/3.

4. Für 2. Bataillon (Hauptmann von Mül­ler) Kamerad Lothar und Kamerad Schie - mer, Anschriften an Pg. Ludwig Theod. Fischer, München, Eanghoferstraße 58/3.

Besonders zu beachten:

1. Alle Anträge sind grundsätzlich auf vorge­schriebenem Formblatt einzureichen, das von oben genannten Geschäftsstellen der Formationen gegen Voreinsendung von 60 Pfg. für Portoauslagen bezogen werden kann.

2. Als erster Bürge ist unbedingt der damalig« Kompagnieführer anzugeben, die Unterschrift die­ses Bürgen wird durch die Bataillons-Geschästs- stelle eingeholt.

3. Verleihung des Ehrenzeichens erfolgt nur an diejenigen ehemaligen Oberländler, die vor dem 30. Januar 1933 bereits Pg. oder Angehö­rige der SA. oder SS. waren, seitdem ununter­brochen diesen Gliederungen (Bestätigung der be­treffenden Dienststelle) und die den Bedingungen der Stiftungsverfügung Abs. 2 s—c entsprechen.

4. Zwei Paßbilder sind beizulegen. Alle an­deren Ausweise sind unnötig. Haftung für nicht verlangte eingereichte Ausweise wird nicht über­nommen."

Dalnege ein Lahr polizeiches in Preußen

Berlin, 10. Mai.

Heute, ll. Mai, kann Ministerialdirektor Da- luege, Polizeigeneral und Befehlshaber der gesamten preußischen Polizei, auf eine einjährige Tätigkeit als Leiter der Polizeiabteilung im Preu­ßischen Ministeriuin des Innern zurückblicken Er ist nicht nur General der Landespolizei, sondern es unterstehen auch Gendarmerie, Revier-, Ee- meindevollzugs-, Kriminal- und Verwaltungs­polizei seinem Befehl. Ohne viel Wesens zu machen, auf jeden gesunden, vernünftigen Vor­schlag eingehend, fördernd und helfend oder auch scharf durchgreifend, hat er in kurzer Zeit sich die Zuneigung seiner Mitarbeiter erworben. Er wirkt durch sein Beispiel, indem er echten Natio­nalsozialismus selbst vorlebt.

Daluege wurde der Gründer der Berliner SA., die er bis Ende 1928 führte. Das 2ahr 1931 sieht ihn als Oberführer des SS.-Abschnitt III, und schon im folgenden 2ahre steht er der SS.- Kruppe Ost als Gruppenführer vor. Seine reiche Tätigkeit als Landtagsabgeordneter, als Spe- zialist für Polizeifragen, ist weit über Preußen hinaus bekannt. Hier hat er schon die Voraus­setzungen für die Umgestaltung der preußischen Polizei geschaffen.

Am 30. 2anuar 1933 wurde Daluege von Eö­ring als Kommissar z. b. V. in das Preußische Ministerium des Innern berufen. Hier arbeitete er in einer Sonderabteilung mit Hall, dem jetzigen Ministerialrat, um in mühevoller Arbeit ! e ersten Pfeiler des neuen Staates fest in den

den zu rammen.

Am 11. Mai übertrug Ministerpräsident Eö­ring Daluege die Leitung der Polizeiabteilung und machte ihn dann zum Befehlshaber der ge­samten Polizei in Preußen. Die Aufgabe, die Bolnei zu einem unb-^""l zuverlässigen Macht-

^ - --Mischen Staates zu

machen, wurde durchgeführt.

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Deutsche Auswahlelf schlägt Derby Connty 5:2 (3:2)

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VsR. Hannover Deutscher Rugbymeister Anni Stallte schwimmt neuen Rekord Dreitage-Harzfahrt