Ausgabe 
(10.6.1934) Nr. 158
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das amtliche Dryan Ses Senats

Icilung

der Sreien Hansestadt vremen

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Nr. 158/ 2. Vierteljahr

Sonntag, 10. Juni

Einzelpreis 15 Rpf.

Die Braune Hansa Messe ladet ein

k'. K. Bremen, 1y. Juni 1934.

Es war ein kühner Gedanke gewesen, den nationalsozialistische Männer der Partei und der Wirtschaft in Bremen faßten, eine Braune Hansa-Messe in Bremen aufzuziehen. Kühn schon deshalb, weil es gerade in der heutigen Zeit in unserem Volke an Aengst- lichen wimmelt, aber auch kühn, weil zum erstenmal in unserer Hansestadt der Natio­nalsozialismus eine Messe nach eigenen Gesetzen ins Leben ruft. Man sprach in der Systemzeit gern von Zweck-Pessi­mismus und Zweck-Optimismus, und Menschen, die sich noch an alte Begriffe klammern, werden vielleicht hier die Braune Hansa-Messe als ein Mittel des Zweck-Optimismus bezeichnen. Zweck- Optimismus zu treiben, d. h. künstlich Hoffnungen und Zuversicht stärken, hat

Bremens große Aufgabe, an der es seit Jahrhunderten erfolgreich für das ganze deutsche Volk gearbeitet hat und der es sich mit derselben Tatkraft im Dritten Reich Adolf Hitlers unterziehen wird, ist es, die Erzeugnisse deutschen Fleißes und deutscher Gestaltungskraft der Welt zu vermitteln. Der Nationalsozialismus Adolf Hitlers ist nicht bei der Revolutionicrung äußerlicher Dinge stehengeblieben, nicht das Abschneiden einiger unmodern gewordener Zöpfe ist sein großes Ziel, sondern eine innerliche Um­formung unseres Volkes, wie es den hoch­kultivierten Bedürfnissen, gebunden an Blut und Boden, entspricht. Umgeformt muß in allererster Linie der Geist werden, der um jeden Preis nur das Geschäft des Einzelwesens sieht. Gebildet werden muß dagegen jener Geist, der Schaffen und Wir­ken nur im Hinblick auf seinen Wert für die Gesamtheit sieht. Dieses neue Denken keimt in unserem Volke und es wird ein Beweis für die Welt sein, daß die Revo- lutionierung des alten Denkens notwendig war und fruchtbar für eine Neugestaltung des Verkehrs der Völker. Wir stehen jetzt erst in der Entwicklung dieses großen geisti­gen Umbruchs und müssen uns bewußt sein, daß uns als seine Träger eine für die Zu­kunft unseres Volkes und des völkischen Lebens schlechthin ausschlaggebende Aufgabe zur Lösung gestellt ist. In diese Aufgabe fügt sich das Ziel der „Braunen Hansa- Messe" in Bremen ein. Sie soll wegweisend deutsche Erzeugnisse schaustcllen, beispielhaft für den Geist der Arbeitsamkeit und der Gediegenheit, der im neuen Reich gepflegt wird. In diesem Sinne wünsche ich der „Braunen Hansa-Messe", daß sie befruchtend gedade in Bremen, der Schwelle, über welche sich Deutschland mit der Welt die Hand zur friedlichen Zusammenarbeit reicht, sich aus­wirken möge.

Heil Hitler! gez.: Dr. Markert,

Regierender Bürgermeister.

: Nationalsozialismus mit dieser Messe ht nötig. Die Messe ist einzig und ein - aus dem starken Glauben an utschlands wirtschaftliche Zukunft un- nationalsozialislischer Führung her- z geboren worden. Sie ist die Ver- cperung der Kraft eines nslwrbor:- r, sich sung und stark fühlenden Pol ->, das sein Schicksal in eigene Rcgic ernommen hat. Allen Gewalten zum otz wird diese große Wirtschaftsschau ^statischer Arbeit aufgezogen, und r dagegen meckert, ist nicht wert, in c Freien Hansestadt Bremen zu woh- n, der trägt keine Spur mehr vom en Hansegeist, der Bremen groß ge­atzt hat, ist seinem Herzen.

Zum erstenmal wird Bremen eine Aus- llung erleben, die vom ersten bis zum ;ten Gegenstand den Gemeinschaftsgeist m Ausdruck bringt. Man wird durch diese ' esse begreifen lernen, wie eng die hei­sche Wirtschaft untereinander und mitein- der verflochten ist. Aber darüber hinaus ch wird es jedem Besucher klar werden, ß er selbst ein Teil dieser Wirtschaft ist, nz gleich, welchem Beruf er angehört. In ickeren Jahren hatte sich das verderbliche tzlagwort im Volke eingenistet: „Das ist cht weit her!" Wenn das Wort auch harm- s auf den ersten Augenblick klang, so atzte doch in ihm viel Bosheit, Tücke und

Unverständnis, denn es charakterisierte die allgemeine Auffassung, daß heimische Erzeug­nisse minderwertig seien. Die Not lernt beten, und die Not lernt auch das Nächst­liegende, das bisher geringschätzig betrachtet wurde, zu würdigen. Einmal im Weltkriege haben wir schon gelernt gehabt, die eigene Arbeit und die eigene Produktion, auch wenn sie durch die Kriegsverhältnisse be­

ten diese Frage, wenn sie ehrlich sein woll­ten, mit „Nein!" beantworten. Sie sehen nur täglich ihre eigene Arbeit, ihre eigene Wirkungsstätte, sie essen und trinken, ohne sich einmal zu fragen, wieviel Fleiß und Arbeit in all' dem steckt, was sie zum Munde führen, sie kleiden sich, sie richten sich Wohnungen ein und sie bestaunen die deutschen Schisse, die da kommen und gehen

nalsozialisten sind nicht so weltfremd, um nicht zu begreifen, daß auch hier ein Umstel­len des Denkens nur langsam vor sich gehen kann. Dazu steckt im deutschen Menschen noch viel zu sehr der liberalistische und mate­rialistische Adam. Wir verachten auch nicht einen gesunden Egoismus in der Wirtschaft, weil er notwendig ist, um den einzelnen in seinen Leistungen vorwärtszutreiben. Des-

dingt, damals mangelhaft wurden, zu schätzen. Aber dann haben wir das wieder vergessen, und nun lernt uns die allgemeine Weltwirtschaftskrise und das Unverständnis eines gewissen Auslandes, sich wieder mi! der eigenen Arbeit im Lande zu beschäftigen So wird diese Messe dem Volke die Augen öffnen, und sie wird der beste Anschauung­unterricht sein, was wir hier in Bremen un darüber hinaus an Großem in wirtschast sicher Beziebung leisten können.

Man könnte ebenso gut über die Au­steilung den Satz schreiben: Kennst du

das schaffende Bremen? Und mehr als 50 Prozent unserer Bevölkerung müß­

und halten alles für eins Selbstverständlich­keit. Nur ihre eigene Arbeit betrachten sie als Kunstwerk, nur über ihre eigene Arbeit stöhnen sie, wie sie sich dabei plagen und ab­rackern müssen, um das Leben fristen zu können. Fort mit diesem Egoismus! Die­selbe Achtung, die du deiner Arbeit gegen­über ausbringst, zolle auch der Arbeit'de; mderen. Volksverbundenheit äußert sici acht nur darin, daß man politisch einer Aeichklang schafft, sondern auch wirb chaftstch.

Auf keinem Gebiet ist es schwerer als aus wirtschaftlichem, diesen Glcichklang auch nur einigermaßen herzustellen. Wir Natio­

yalb schaltet die nationalsozialistische Wirt­schaftsführung den Unternehmer nicht aus, sondern schaltet ihn bewußt in die Wirt­schaftskette ein, belastet ihn mit höchster Ver­antwortung, damit er innerhalb dieser gro­ßen Kette auch das Höchste leistet. Was wir aber nicht dulden können, ist die brutale Rücksichtslosigkeit des einzelnen im Wirt- jchaftskampfe. Hier muß ein Gleichklang herbeigeführt werden. Wer die Notwendig­keit dieser Forderung nicht einsehen will, den mag man nur einmal auf die Wirt­schaftskämpfe im Leben der Völker von heute hinweisen. Treffender kann wohl an keinem Beispiel gezeigt werden, wohin die

brutale Rücksichtslosigkeit führen kann. Wenn im Wirtschaftskampfe die Völker nur darauf bedacht sind, sich gegenseitig arm zu machen, sich untereinander sozusagen aufzu­fressen, dann hört jede vernünftige Logik auf, und man treibt, wie ja auch die Tat­sachen lehren, nur dem blutigen Chaos ent­gegen. Seien wir unserer Regierung dank­bar, daß sie uns in der Wirtschaft nicht diese Irrwege gehen läßt, und wer heute vielleicht noch darüber murrt, daß ihm nicht die nötige „Freiheit des Handelns" in wirtschaftlichen Dingen zusteht, wird in absehbarer Zeit erkennen, daß ihn gerade die Wirtschaftspolitik der natio­nalsozialistischen Regierung vor dem sicheren Untergang bewahrt hat.

So wird die Bremer Braune Hansa- Messe auch den gültigen Beweis liefern, daß bei einigermaßen gutem Willen dieser wirtschaftliche Gleichklang wohl

Diese großangelegte Braune Messestadt ist ein Beweis des Willens zur rastlosen Tätig­keit und des unbedingten Vertrauens zu einer gesunden Wirtschaftsentwicklung im nationalsozialistischen Sinne, von der in dieser Zeit des Aufbaues das ganze deutsche Volk erfüllt ist. Die Braune Hansa-Messe wird hier und in aller Welt bezeugen, daß datz deutsche Volk gewillt ist, durch friedliche Aibeit wieder zu der Stellung zu gelangen, die ihm ob seiner Tüchtigkeit gebührt. Da­rüber hinaus wird die Messe das Verständ­nis des einzelnen für die. Arbeit aller Ve- rufsarten wecken und dadurch zur Festigung der Volksgemeinschaft beitragen.

Heil Hitler Wegener

Kreisleiter

Es ist zu begrüßen, daß durch die Braune Messe-Bremen wiederum die Tatkraft und die eigene Initiative der Wirtschaftsträger sicht­bar zum Ausdruck gebracht wird. Es ist zum Werden der Gemeinschaft notwendig, daß alle Volksgenossen, die nicht in der Wirtschaft ihr Tageswerk vollbringen, durch derartige Aus­stellungen den Wert und die Bedeutung der Wirtschaft und der Wirtschaftsträger er­kennen, damit aus gegenseitiger Wertschätzung und durch Ueberzeugung der Wert einer wahren Volks- und Wirtschaftsgemeinschaft erkannt wird.

Heil Hitler!

M. E. Schmidt Reichshandwerksführer. Reichsabteilungsleiter der NS.-Hago. Führer der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront.

herzustellen ist. Auch hier ist wieder ein Vergleich mit dem Leben der Völker am Platze. Wie ein Volk in seiner engen Geschlossenheit sich Eindruck verschafft und einen Machtfaktor darstellt, so ist die Zusammenfassung gemeinsamer Ar­beit in einer Wirtschaftsschau ebenfalls der Ausdruck des größten Könnens der betreffenden Wirtschaft.

Und damit sind wir zum Endziel der Braunen Hansa-Messe gekommen. Bre­men, als das Auge der deutschen Wirt­schaft. das weit über die Meere blickt, wird mit dieser gewaltigen Wirtschafts­schau auch im Ausland für deutsche Waren werben. Trotz jüdischen Boy- kotts wird die deutsche Wirtschaft sich wieder durchsetzen in der Welt, denn das Ausland wird erkennen, daß, wie es in der Politik nicht ohne Deutschland geht, auch die Völker nicht ohne die gute deutsche Qualitätsware auskom­men können. So werden die drei Vuch- staken B. H. M. nach außen hin das Symbol ungebrochener deutscher Kraft sein und nach innen das Zeichen, daß im Tritten Reich der Unfrieden und die Raffgier in der Wirtschaft endgültig überwunden sind. Und .^diesem Zeichen wird Deutschland im fried- ichen Wettbewerb siegen und seine Sendung m der Welt erfüllen. ^

Wir sind aber auch überzeugt, daß die Braune Hansa-Messe das gesamte nordwest- deutschs Gebiet wirtschaftlich befruchten wird und der Ruf ins weite Land hinein: Kommt nach Bremen! wird in diesen Tagen überall ein freundliches Echo finden.