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Nr. 87 / i. Vierteljahr
Donnerstag, den 29 . März
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Stahlhelm endgültig gleichgeschaltet!
Gin Aufruf Gelötes
Berlin, 28. März.
Zu der Umgründung des. Stahlhelm, BdF., hat der Vundesführer, Reichsarbeitsminister Seldtc, folgenden Aufruf erlassen:
Meine Kameraden vom Stahlhelm! Mit der Umgründung unseres in ISjährigem Kampf erprobten und bewährten Bundes in den „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer - Bund (Stahlhelm)" vollziehen wir dem letzten Schritt zur endgültigen Eingliederung des im Bunde zusammengefaßten deutschen kämpferischen Front- soldatentums in die staattragende Bewegung des neuen Reiches.
14 Jahre haben wir für den Durchbruch der deutschen Revolution mit Einsatz aller Kräfte ge- kämpft. Seit vor Jahresfrist der Durchbruch gelang und unter der Führung des Frontsoldaten Adolf Hitler das neue Reich erstand, haben wir diesem Reich und seinem Führer mit ehrlicher Hingabe und in selbstloser Opferbereitschaft gedient.
Wenn wir heute mit Genehmigung des Herrn Reichspräsidenten und des Führers unserer Verbundenheit mit dem Ideengut des Nationalsozialismus auch in der Namensgebung unsores Bundes nach äugen Ausdruck verleihen, so wird damit ein Tatbestand bekundet, der innerlich schon längst bei uns alten Frontkämpfern vom Stahlhelm gegeben war. «
Treu dem Geiste der Front, den wir im Stahlhelm gepflegt und dem deutschen Volke erhalten haben, treu dem Führer, der unserem Volke aus der Front des ruhmreichen deutschen Feldheeres emporgewachsen ist, wollen wir im „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm)" tatkräftig am Aufbau des nationalsozialistischen Staates mitarbeiten.
Ich rufe nicht nur meinen alten Stahlhelm- Kameraden, sondern allen alten Soldaten Deutschlands zu: Vorwärts Kameraden, vereint ans Werk! Mit Hindenburg und Hitler für die Nation!
Front-Heil-Hitler! (gez.) Franz Seldte, Bundesführer des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm)
Die eilte Bundeöveefügung
Berlin, 28. März.
Der Vundesführer des NSDFV., Franz Seldte, hat die folgende erste Bundesverfügung erlassen:
1. Durch die vom Reichspräsidenten und dem Führer Adolf Hitler genehmigte Vereinbarung vom 28. März 1934 ist die Gründung des „National-Sozialistischen Teutschen Frontkämpfer- Bundes (Stahlhelm)" vollzogen.
2. Auf Vorschlag des Führers hat der Herr Reichspräsident mich zum Vundesführer des „National-Sozialistischen Deutschen Frontkämpfer- bundes (Stahlhelm)" ernannt.
3. In das Bundesamt des „National-Sozialistischen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm)" berufe ich unter gleichzeitiger Beauftragung mit der Wahruebmung der Geschäfte als Bundeskanzler den Kamerasen Bock, Bundesr»,üm°rer den Kameraden Trug, Vundespressechef den Kameraden Klein au,
Zu den kommissarischen Landesführern ernenne ich: Ostland, Kamerad Schöpffer (vorläufig), Pommern, Kamerad Degelow (vorläufig), Hansa, Kamerad von Both, Nordmark, Kamerad Tüllmann, Stellvertreter Dr. Hahn, Berlin- Brandenburg, Kamerad Witte, Schlesien, Kamerad Heinersdorff (vorläufig), Ostmark, Kamerad von Briesen, Mitte, Kamerad Graf von Alvensleben. Sachsen, Kamerad Hausse. Thüringen, Kamerad Stratzburger (vorläufig). Hessen, Kamerad von Mayer. Westmark, Kamerad Thon. Württemberg, Kamerad Lcnsch (vorläufig). Nordsee, (siehe Württemberg). Nordsee, Kamerad Volkmann. Niedersachsen, Kamerad Dr. Strubel. Westfalen, Kamerad Schmidt-Herne (vorläufig). Nicderrhein, Kamerad Görnemann (vorläufig). .Bayrische Sonderverbände, Kamerad Freiherr von Waldensels.
8. Ueber die Weiterorganisation des Bundes ergehen Anweisungen.
8. Das Bundesamt des Nationalsozialistischen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) hat bis auf weiteres seinen Sitz in Berlin 38, Tiergarten- straße 4o, Tel. V 2 (Llltzow) 9431.
Der Vundesführer. (gez.) Franz Seldte.
Doumcrgue fährt aus Osterurlaub. Der „Matin" berichtet, daß Ministerpräsident Doumergue von Donnerstagabend bis Mittwoch früh nächster Woche einen Osterurlaub antreten will, den er in seinem bei Toulouse gelegenen Landhaus in Tournesouille zu verbringen gedenke.
Nationalsozialistischer Deutscher Krontkämpserbund
dnb. Berlin, 28. März.
Aus Grund einer Vereinbarung zwischen dem Stabschef der SA., Ernst Rohm, und dem Vundesführer des Stahlhelm, BdF., Franz Seldte, gründet sich der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in den „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm)" um.
Der Wortlaut der Vereinbarung
Das Bundespresseamt des Stahlhelm teilt mit:
Zwischen dem Stabschef der SA., Ernst Rühm. und dem Vundesführer des Stahlhelm, BdF., Franz Seldte, ist die nachstehende Vereinbarung getroffen, die dem Führer und durch diesen dem Herrn Reichspräsidenten zur Genehmigung und Verkündung vorgelegt worden ist.
1. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, gründet sich, nachdem durch die nationalsozialistische Erhebung ein Teil seiner Ziele und Aufgaben erfüllt ist, um in den „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm)".
2/ „Der Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm)" wird vom Reichspräsidenten und vom Führer bestätigt.
S. In Anerkennung der Verdienste, die sich der Stahlhelm, BDF., um die Vorbereitung der gatianälsozialistischen Revolution und um die Vertretung des FrontfoldatengedankenS seit dem November 1918 erworben hat, wird sein Gründer und Vundesführer Franz Seldte zum Vundesführer des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm)" auf
Vorschlag des Führers vom Reichspräsidenten ernannt.
4. Die Zugehörigkeit zum „NSDFV." steht den Einzelmitgliedern des Stahlhelm sowie jedem deutschen Soldaten außerhalb des aktiven Dienstes in der Wehrmacht offen, der am Aufbau des nationalsozialistischen Staates mitarbeiten will. Die vor dem 3V. 1. 1933 im Stahlhelm angehörigen Mitglieder können ohne weiteres in den neuen Bund übernommen werden. Später eingetretene Mitglieder bedürfen einer besonderen Genehmigung der Obersten SA.-Fiihrung. Angehörige der SA (SA., SS.,. SAR.' I, SAR. 11 und NSKK.) dürfen, soweit sie die vorstehenden Voraussetzungen erfüllen, Mitglieder des „NSDFV." sein. Der Dienst in der SA. geht jedoch stets vor. Eine gleichzeitige Bekleidung oou Führer- stellen in der SB. und im „NSDFV." ist untersagt.
8. Unabhängig von der SA- und Parteizugehörigkeit wird jedes Mitglied des „NSDFB" als Volksgenosse mit gleichen Pflichten und Rechten im nationalsozialistischen Staat geweitet. Von der Obersten SA-Führung und der Parteileitung wird zugesichert, daß die dem „NSDFB." obliegende Pflege soldatischer Tradition und soldatischer Kameradschaft als vaterländisch« Aufgabe und als Mitarbeit beim Aufbau des nationalsozialistischen Staates den Schutz der SA und her Partei genießt. Wehrsportliche und wehrpolitische Tätigkeit gehört nicht zu den Aufgabenkreis des „NSDFB."
6) Die begonnene Ueberführung der Stablhelm- mitglieder in die SA R l wird gemäß den Anweisungen der Obersten SA.-Fiihrung durchgeführt.
Den in die SA. überführten alten Kämpfern des Bundes Stahlhelm verleiht die Oberste SA.-Füh- rung das Abzeichen der alten Kämpfer der SA. (Winkel am rechten Oberarm, jedoch schwarz statt gold bzw. silber). Sie dürfen außerdem das Abzeichen der alten Garde des Stahlhelms tragen.
7) Die Mitglieder des Bundes Stahlhelm werden aus ihrer Verpflichtung dem . Bunde und dem Vundesführer gegenüber entlassen. Die neue Verpflichtungsformel für den „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkäwi' .r-Bund (Stahlhelm)" gibt der Bundesführer bekannt.
8) Die Fahnen des Stahlhelm BdF., werden von den Ortsgruppen usw., denen sie angehören, in die Obhut der neu zu bildenden Ortsgruppen usw., des „NSDFB" gegeben,
9, Dem „Nationalsozialistischen Deutschen Front- kämpfer-Vund (Stahlhelm)" wird ein neues Abzeichen verliehen, in dem das Hakenkreuz mit den Symbolen des Stahlhelms vereinigt ist. Die llebergangsbestimmungen, betreffend die Versicherung und die notwendigen wirtschaftlichen Vereinbarungen werden zwischen der Obersten SA,-Führung und dem Bunde Stahlhelm unmittelbar geregelt werden.
Der Reichspräsident und der Reichskanzler haben die vorstehende Vereinbarung genehmigt und unterschriftlich bestätigt.
Damit ist gemäß Ziffer 3 vorstehender Vereinbarung der bisherige Stahlheim-Bundesführer Franz Seldte zum Vundesführer des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm)" ernannt.
Außenhandelsbesprechungen in Hamburg
Völlige Einmütigkeit zwischen den Hansestädten und der Messestadt Leipzig
Hamburg, 28. März.
Die Staatliche Pressestelle teilt mit:
Auf Einladung des Negierenden Bürgermeisters Krogmann und unter seinem Vorsitz fand am Mittwoch im Hamburger Rathaus eine Besprechung über die dringendste» Probleme der deutschen Außenhandelsforderungen statt, an der Negierender Bürgermeister Dr. Markert und Handelskammervizepräsident Scipio aus Bremen, Oberbürgermeister Dr. Gördeler, Bürgermeister Dr. Loser und Handelskammerpräsident Hübbe, Staatssekretär Ahrens, Senator Dr. Burchard, Präsident Dr. Schlotterer und Negierungsdirektor Dr. Köhn teilnahmen. In eingehenden Ausführungen legte Präsident Hübbe die Schwierigkeiten dar, die dem Außenhandel auf währungspolitischem und handelspolitischem Gebiet begegnen. Sodann wurden die Vorschläge, die zu einer Ueberwindung dieser Schwierigkeiten geeignet sind, dargelegt. In der sehr ausführlichen Aussprache ergab sich eine völlige Einmütigkeit der Auffassungen der Hansestädte mit denen Leipzigs. Die Ergebnisse dieser Aussprache sollen die Grundlage für demnächst mit den maßgeblichen Stellen des Reiches beginnende Besprechungen bilden.
Entscheidend für die dann zutreffenden Entschlüsse muß nach Auffassung der drei Hansestädte die Notwendigkeit sein, den deutschen Außenhandel mit allen Mitteln zu fördern, da nur dann eine wirklich dauerhafte Besserung auch der Lage der deutschen Binnenschiffahrt erzielt werden kann. Die drei Städte wissen sich in dieser Auffassung eins mit den gerade in diesen Tagen erneut von den maßgeblichen Reichsstellen bekundeten Absichten.
Die erneuten Besprechungen in Hamburg, an denen außer den Vertretern der drei Hansestädte zum ersten Mal auch Vertreter der mit dem deutschen Außenhandel eng verbundenen internationalen Messestadt Leipzig teilnahmen, gewinnen durch diese Erweiterung des Kreises sehr an Bedeutung. Denn kaum eine Stadt des deutschen Reiches hat neben den Hansestädten so reiche Beziehungen zur Wirtschaft des Auslands und ist so ausschlaggebend an den Fragen einer Wiederherstellung des internationalen geordneten Güteraustausches verbunden, als gerade die Stadt, deren Messe einem Wirtschaftsbarometer gleichkommt, dessen Pendelausschläge Ausstieg und Abstieg
der Außen- und Jnnenwirtschaft unbestechlich und wahr aufzeigen.
Die Zusammenarbeit der Hansestädte selbst, die sich im vergangenen Jahr nationalsozialistischer Regierungsmethoden immer mehr herausgebildet und reibungsloser gestaltet hat führte nunmehr zu einer vollen Uebereinstimmung in der für die drei Städte wichtigsten Frage der Wiederherstellung geordneter Außenhandelsverhältnisse.
Da sich die Hansestädte und die Messestadt Leipzig über die dem Reich zu machenden Vorschläge, die zu einer deutschen Lebensnotwendigkeit gewordene Export st eige- rung führen sollen in völliger Einmütigkeit
zusammengefunden haben, ist es anzunehmen, daß die in Berlin vorgesehenen Be« sprechungen zu positiven Ergebnissen führen werden, da man ja auch bei der Reichsregierung, wie von sämtlichen verantwortlichen Stellen immer und immer wieder betont wurde, von der Notwendigkeit der unbedingten Förderung des Außenhandels überzeugt ist, weil man weiß, daß mit ihm die Wieder- erstarkung der deutschen Gesamtwirtschaft, die Gesundung der Schiffahrt, auch der Binnenschiffahrt, das Arbeitslosenproblem und letzten Endes auch der deutsche Binnenmarkt mit seinem verstärkten Rohstoffbedarf auf Gedeih und Verderb verbunden ist.
Die Dechandlungen pariö- London
Um die Aussührungsgarantien
Paris, 28. März.
Der Bericht des französischen Botschafters in London, Corbin, über seine Unterredung mi' Sir John Simon ist am Quai d'Orsay ein getroffen. Eine Uebereinstimmung zwischen der englischen und französischen Aus fassung, so erklärt man in französische: Kreisen, sei festzustellen, insofern Frankreich sich mit den Ausführungsgarantien für das Abrüstungsabkommen begnüge. Die englische Regierung habe außerdem erklärt, die Verpflichtungen, die für Großbritannien aus den Aus
führungsgarantien entständen, dürften keine unbegrenzte, sondern nur eine geographisch festgelegte Tragweite besitzen. Auch in diesem Punkt sei eine Annäherung der beiderseitigen Auffassungen feststellbar. Frankreich sei mit dieser geographischen Begrenzung einverstanden. Die vor einem Jahr von Paul-Boncour in Genf dargelegte Auffassung von den drei konzentrischen Kreisen, durch welche die den einzelnen Ländern obliegenden Verpflichtungen von der geographischen Entfernung abhängig gemacht würden, behalte ihre Gültigkeit.
Bleibt nur die entscheidende Frage über das Besen der Aussührungsgarantien offen In Erwartung einer englischen Anfrage anschließend an den Londoner Kabinettsrat bereitet man im französischen Außenministerium eine Antwort vor.
Man prüft das Garantien- und Sanktionssystem, das zur völligen Durchführbarkeit eines etwaigen Abrüstungsabkommens nach hiesiger Ansicht die Voraussetzung wäre.
Änfullö Abenteuer
Verhaftet und wieder freigelassen
Detroit, 28. März
Detektive der Vereinigten Staaten lieferten den jüdischen Eroßbetrüger Martin Insull aus Kanada ein Die Einwanderungsbehörden sandten Insult nach Chikago weiter, wo er wegen der gegen ihn schwebendetz Schwindelanklagen abgeurteilt werden sollte Von Chikago wurde dann seine Rücklieferung nach Kanada verfügt, da Insult britischer Untertan sei.
Weihe der Bauemarbeit
Wenn alles vergeht und verdirbt, eins wird ewig sein — der Acker. Menschen kommen und gehen, Menschenwerk dauert nur geraume Zeit, der Acker aber ist immer und ewig seit Urzeiten der Menschheit an und wird auch ewig in Zukunft sein.
Ehe alle andere Arbeit war, war die Bauernarbeit, aus ihr erwuchs der Mensch und sein Werden. Seit wir die geschichtliche Entwicklung unseres Volkstums verfolgen können, arbeitete der germanische Bauer auf seinem Acker.
Während langer Geschlechterfolgen zwangen harte Bauernfäuste den Pflug immer wieder, das Feld zu brechen, Furche um Furche zu ziehen, um aus der trächtigen Erde das Kostbarste zu schöpfen — das Brot.
Heilig war dem Germanen der Acker seines Geschlechtes, unermüdlich hatte eine Ahnenreihe nach der anderen mit ihren Schweißtropfen die Erde gedüngt, um sich und den kommenden Generationen die Zukunft zu sichern. Heilig ist dem deutschen Bauern auch heute noch der Acker, weil er an fast keiner Stelle so mit dem Werken seiner Altvorderen sich verbunden fühlt und auch an keiner Stelle so ins Bewußtsein seiner Pflichten für die, die nach ihm kommen werden, gerückt wird. .
Ist es darum ein Wunder, wenn der Landmann seit alters her heiliges, ehrwürdiges Brauchtum mit der Ackerarbeit verbindet? Und wenn er schon jahrzehntelang den Acker bestellt, jede Saat und jede Ernte ist doch immer wieder ein neues, kaum faßbares, heiliges Erlebnis. Nie fühlt er sich der großen Allmacht, dem Göttlichen so nahe verbunden wie bei der Ackerarbeit, wenn er das Samenkorn in die umgebrochene Erde legt und dann das Wachsen und Reifen erleben darf.
So hat sich im Laufe der Jahrtausende ein bunter Kranz sinniger, naturnaher Bräuche um alles, was mit der Ackerarbeit zu tun hat, gewoben Leider hat die Entwicklung der neuesten Zeit und auch die Verständnislosig- keit und Engstirnigkeit gewisser Kreise in früheren Jahrhunderten viele dieser alten Bräuche, die Ueberreste altgermanischer Kulthandlungen, vernichtet. Doch ist noch immer ein wesentlicher Teil im Bewußtsein der deutschen Bauern haften geblieben.
Mit Zähigkeit und stolzer Beharrlichkeit hielten sie fest an den von den Vorvätern überlieferten Kulturgütern. Und nur dieser Treue zum Althergebrachten ist es zu danken, wenn wir aus dem großen Quell häuerlichen Brauchtums ein lebendiges Rinnsal in unsere Zeit hinüberretten konnten. Wenn der Bauer zum erstenmal im neuen Jahre mit dem Pfluge vom Hof fährt, legt die Bäuerin ein Ei und ein Stück Brot unter den Pflug. E) und Brot — Zeichen der Fruchtbarkeit. Sie sollen den Ausgang und die Arbeit des Pfluges segnen und alle Gefahr von der Ackerarbeit bannen. Demselben Sinn entspricht eine ähnliche Sitte aus anderen Gegenden Deutschlands, wo zu Beginn der Ackerarbeit ein Brot in zwei Stücke gebrochen wird, von denen eines der Bauer und das andere die Zugtiere bekommen. In fast allen Gegenden Deutschlands aber finden wir den Brauch, den zuerst zur Feldarbeit ausziehenden Pflüger und sein Gespann mit Wasser zu besprengen. Auch dieser Brauch, eine gern zu allerlei Spaß und Neckerei benutzte Gelegenheit, ist ein Ueberrest altgermanischer Kulthandlungen. Auch wenn der Säemann zum ersten Male vom Felde zurückkommt, wird er am Hoftor von der Hausfrau mit Wasser bespritzt, damit die Ackerarbeit von gutem Erfolge' gekrönt werde. Ein tiefer Sinn liegt auch in dem Brauch, zu Beginn der Ackerarbeit ein Brot im Acker zu vergraben. Auch hier können wir den Ueberrest einer alten Opferhandlung erkennen, die die Götter der Fruchtbarkeit günstig stimmen sollte. Die ersten drei Würfe der Saat werden der Morgensonne entgegenge- worfen, und je höher die Saat dabei fliegt, desto länger wird dann das Stroh. Zu der
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Karfreitags-Botschast des Reichsbischofs
Tschechisches Haßurteil gegen Sudeten- deutschen
Militärflugzeuge süx Oesterreich Ab Ostern nur noch Reichssender