Ausgabe 
(22.3.1934) Nr. 80
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Üas amtliche Vraan Ses Senais

-er Freien Hansestadt vremen

Bremer Zeitung, Verlagsgesellschast m. b. Eueren 8 bis 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland 825.

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Nr. 80 / i. Vierteljahr Z

)onnerstag.

den 22.

rz Einzelpreis 18 Rps.

Der Führer gibt das Signal zum Beginn der zweiten Arbeitsschlacht

Deutsche Älebettee, saust an?"

Der Staatsakt in Unterhaching

Im Zeichen von Votsdam

München, 21. März.

Von Lein Sonderberichterstatter des DNB. er­holn» wir über den Staatsakt in Unterhaching folgenden Bericht:

Am frühen Morgen schon strömten zu Tausen­den und Zehntausenden die Menschen hinaus nach Unterhaching zur Autobahnbaustelle. Der Ansturm wurde schließlich so gewaltig, daß der Kraft­wagenverkehr vollkommen abgedämmt werden mußte. Riesige Wagenburgen, bestehend aus Per­sonenwagen, Omnibussen und Kraftwagen bilde­ten sich überall auf den Feldern und aus allen Richtungen der Himmelsrose stürmten die Men­schen zur Baustelle.

Um 10 Uhr stehen vor der Wohnung des Füh­rers einige Kraftwagen. Gegen 1-li Uhr er­scheint der Führer mit seiner Begleitung. In-

Gprengstoffanfchlag in Berlin

Berlin, 21. März.

Mittwoch nachmittag gegen 11 Uhr wurde an der Kreuzung Unter den Linden und Neufeld- straße in unmittelbarer Nähe des preußischen Ministeriums des Innern von unbekannter Hand ein Sprengkörper geworfen, der an dem Bordstein der Mittelpromenade landete und explodierte. Der Chauffeur einer die Kreuzung in der Rich­tung zum Brandenburger Tor passierenden Auto­droschke und ein Pafsant wurden leicht verletzt. Es besteht der Verdacht, daß der Sprengkörper einer bisher unbekannten, in der Nähe des Tat­ortes befindlichen oder vermuteten Person galt. Für Mitteilungen, die zur Aufklärung des Falles führen, wird eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt.

zwischen ist der Reichsführer der SS, Himmler, eingetroffen, kurz vorher Reichspressechef Dr. Die­trich und der Adjutant, Gruppenführer Brückner, ferner Oberführer Schaub, der Sekretär des Füh­rers. Kurz nach 10.30 Uhr setzen sich die Wagen in Bewegung und die Fahrt geht hinaus nach Unterhaching zur Autobahn-Baustelle, wo am Bahnhof eine Abteilung SS, sämtliche Vereine des Dorfes mit Musikkapellen, an der Schule die Schulkinder, HZ und BDM mit ihren Wimpeln Aufstellung genommen hatten.

Fahnen in den Straßen Münchens und in den Anmarschstraßen zur Baustelle, hier und da Men­schengruppen. Schon von weitem zeigen die hohen Fahnenmaste den Zug der Reichsautobahn an. Auf der Baustelle sind viele tausend Arbeiter mit Hacke und Spaten aufmarschiert. Lorenziige, be­laden mit Sand, stehen da, auf einem anderen Gleis eine Reihe von Feldbahnlokomotioen. Eine Baulore trägt das aus rohen Brettern zusammen­gezimmerte Pult, von dem aus der Führer spricht. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des Reiches und der NSDAP. haben sich an der Baustelle ein- Sefunden. Man sieht u. a. Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Dr. Goebbels, Schmitt, Seldte, Blomberg, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, Reichsstatthalter General Ritter von Epp mit dem Ministerpräsidenten Siebert und den bayeri­schen Staatsministern Wagner und Esser, die Staatssekretäre Lammers, Hier! und Feder, Eene- ralinspektor Todt, der die Führung auf der Bau­stelle übernimmt, den Stabsleiter der PO., Dr. Ley, die Reichsleiter Schwarz, Fiehler, Beuhler, Alfred Rosenberg, Grimm, Reichspressechef Dr. Dietrich, Amann, den Reichsführer der SS., Himmler, die SS.-Eruppenführer Wittje und Schmauser, Reichssendeleiter Hadamowsky, der selbst die Ilebertragung leitet, Obergruppenführer Hllhnlein u. a. mehr.

Ueber ein Gewirr von Gleisen schreitet der Führer auf die Baustelle, begrüßt Mitarbeiter und Mitkämpfer und nimmt die Meldung des Eeneralinspekteurs Todt entgegen. Weit im Rund stehen und sitzen Vieltausende von Arbei­tern, in den schwieligen Fäusten Hacken und Spaten. Daneben sind große Abteilungen des Arbeitsdienstes aufmarschiert. Riesige Tannen säumen den Hintergrund und geben ihm einen wuchtigen Abschluß.

Punkt 11 Uhr ertönen die Sirenen der Feld­bahnlokomotiven. Der Badenweiler Marsch braust über das Feld.

Zu Beginn des Festaktes nahm Gauleiter, Innenminister Wagner, das Wort und führte aus:Mein Führer! Ganz München und ganz Bayern steht noch unter dem Eindruck der großen Revolutionsseier, die wir am Montag begingen. Wir freuen uns alle im Gau München-Ober-

Die Führerrede hatte folgenden Wortlaut:

Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Meine deutschen Arbeiter! Ich glaube nicht, daß jemals eine Regierung eine schlimmere Erbschaft über­nommen hat als wir am 30. Januar 1933. Seit der Revolte des November 1918 war unser Volk Schritt für Schritt dem Untergang entgegengeeilt. Alles, was dieser geraden Linie in das Verder­ben hinein zu widersprechen schien, erwies sich nach kurzer Zeit stets als Trugschluß und Täu­schung. Jede schwache Frühlingsbelebung wurde voy den Regierungen als Erfolg gepriesen und war doch immer wieder nur eine Station im Wechsel der Konjunktur eines dem Zusammen­brach entgegentreibenden Systems und seiner Wirtschaft.

Es ist notwendig, sich die Lage im Januar des vergangenen Jahres in das Gedächtnis zu rufen. Der deutsche Bauernstand war dem Untergänge ausgeliefert, der Mittelstand zum großen Teil be­reits ruiniert, der Steuerdruck unerträglich, die Zahl der Konkurse nahm dauernd zu. Eine Ar­mee von Vollstreckungsbeamten war tätig, um staatliche und private Forderungen auf dem Zwangswege einzutreiben. Die Finanzen des Reiches, der Länder und der Kommunen waren durch und durch zerrüttet, die Konsumkraft des Volkes sank immer mehr. Ueber allem aber er­hob sich als drohendste Gefahr die Geißel der Not, der Erwerbslosigkeit. Ueber 6 Millionen Deutsche hatten keinen Verdienst! Das heißt aber prak­tisch: Daß je zwei in Arbeit stehende deutsche Menschen einen dritten mitzuernähren hatten.

Dazu kam aber als Allerschlimmstes das Fehlen jeglichen Vertrauens in eine Wandlung dieser Zustände. Zuversicht und Glaube auf eine bes­sere Zukunft waren so gut wie vollständig ab­handen gekommen. In trostloser Verzweiflung stierten die Millionenmassen unserer vom wirt­schaftlichen Unglück verfolgten deutschen Menschen in die graue leere Zukunft. Ueber all dem aber ein Parteiengezänk, ein ewiger Streit und Hader, Korruption, Bestechlichkeit, Unzuverläsfigkeit und Disziplinlosigkeit, wohin man blickte. Je größer die Not wurde, um so gefährlicher waren die politischen Parteien und ihre Leiter, die als schlimmste Schwindler und Pfuscher am deutschen Leibe herumdokterten.

Ein Wirrwarr von Anschauungen und Auffas­sungen, von Meinungen und Ueberzeugungen zer­riß das deutsche Volk und bedingte die Hoff-- nungslosigkeit dieser Zeit.

So stand das schlimmste bevor, als wir am 30. Januar des vergangenen Jahres nach lljährigem Kampf gegen die Zerstörer unseres Reiches und Volkes endlich die Macht erhielten.

Meine Volksgenossen! Wie viele haben damals das deutsche Volk vor dem Nationalsozialismus gewarnt mit der Behauptung, wir hätten vor allem keine Köpfe und unser Sieg würde gerade die deutsche Wirtschaft vollends vernichten.

Wenn wir aber heute am Beginn des zweiten Jahresangriffs gegen die deutsche Wirtschafts­not vor die Nation hintreten, können wir trotz allen Kritikern und Besserwissern auf Leistun­gen hinweisen, die diese selbst vor einem Jahre noch als unmöglich erklärten.

Wie aber wurde das möglich? Dies waren die Ueberlegungen, die uns damals beherrschten und die Entschlüsse, die wir faßten und verwirk­lichen wollten:

1. Wenn in der Zeit eines so grauenhaften all­gemeinen und besonders wirtschaftlichen Zusam-

bayern, daß Sie hier, mein Führer, auf der Gau die Arbeitsschlacht des Jahres 1931 eröff­nen. Wir freuen uns auch mit allen denen, denen in diesem Jahre Arbeit gegeben wird, und wir begrüßen Sie, mein Führer, als Schaffer der deutschen Einheit und als denjenigen, der als wahrhafter Sozialist den deutschen Volksgenossen wieder Arbeit und Brot gibt. Ich bitte Sie, die Sie sich hier versammelt haben, mit mir den Führer zu grüßen mit einem dreifachen Sieg-Heil. Der Ruf wurde jubelnd aufgenommen.

Generalinspektor Todt richtete folgende Worte an den Führer:Mein Führer! Am 23. Septem­ber 1933 haben Sie in Frankfurt a. M. Befehl gegeben, dieses gigantische Werk der Reichs­autobahn in Angriff zu nehmen. Das vergangene Winterhalbjahr wurde benutzt zur Vorbereitung der Arbeiten. Am heutigen Tage, zu Beginn des Arbeitsjahres 1931, sind in Deutschland 12 große Vauabteilungen eingerichtet, in denen insgesamt 1000 Kilometer dieser Bahn in Angriff genom­men worden sind. Weitere 800 Kilometer werden heute für die Bauinangriffnahme freigegeben. 18 000 Arbeiter stehen heute, wo das Arbeitsjahr erst anläuft, auf den Baustellen der Reichsauto­bahn. Sie haben ihre Arbeitskameraden hierher

menbruches eine staatliche Umwälzung vorgenom­men wird, darf sie unter keinen Umständen zu einem Chaos führen. Wir haben eine Revolution machen wollen, und es wurde eine Revolution gemacht. Allein nur der kleinste Geist kann das Wesen einer Revolution ausschließlich in der Vernichtung sehen. Wir sahen es im Gegenteil in einem gigantischen Neuaufbau. Wenn wir heute überhaupt mit Vertrauen in die Zu­kunft blicken dürfen, dann nur, weil es uns dank der Disziplin der Nationalsozialistischen Partei, ihrer Kämpfer und Anhänger gelungen war, eine der größten Umwälzungen der Weltgeschichte planvoll und geordnet durchzuführen.

Es ist ein größerer Ruhmestitel, eine Welt be­seitigt zn haben ohne die Begleiterscheinungen eines alles verzehrenden Feuerbrandes, als eine Revolution in das Chaos und damit in die Selbstvernichtung zu führen. Das deutsche Volk aber hat uns nicht gerufen, um von uns erst recht in den Tod gestoßen zu werden, sondern um den Weg zn finden in ein neues und besseres Leben.

Die Disziplin der nationalsozialistischen Revo­lution war damit die Voraussetzung für das Ge­lingen der politischen und wirtschaftlichen Ret­tungsaktion unserer Bewegung.

2. Die Größe der Not zwang zu ganz großen Entschlüssen. Große Entschlüsse können aber

Was man aber gelernt hat, beweist man durch die Tat. Den Männern vor uns hat das Schick­sal 11 Jahre lang Zeit gegeben, durch Taten ihr wirkliches Können zu erweisen. Wer aber 11 Jahre lang so versagt hat wie diese, ein gesundes Volk so ruinierte, dem Elend und der Verzweiflung entgegentrieb, hat kein Recht, im 15. Jahr plötz­lich den Kritiker derer zu spielen, die es besser machen wollen und ja auch besser gemacht haben. Sie hatten Gelegenheit, 11 Jahre lang zu han­deln. Wir geben ihnen keine Gelegenheit, heute noch lange zu schwätzen.

5. Wir können dies auch nicht tun, denn das große Werk kann ja nur gelingen, wenn alle mithelfen. Es ist ein Irrtum, zu meinen, daß eine Regierung allein das Wunder einer Erneue­rung vollbringen könne! Es muß ihr gelingen, das Volk in den Dienst ihrer Mission zu stellen.

Die ewigen Pessimisten und die grundsätzlichen Nörgler haben noch kein Volk gerettet, wohl aber zahlreiche Völker, Staaten und Reiche zerstört.. Wir waren daher entschlossen, uns nicht um sie zu kümmern, sondern mit denen zu rechnen, die. unverzagt bereit find, mit uns den Kampf für die deutsche Wiederauferstehung aufzunehmen und durchzuführen!

6. Und dies mußte ein Kampf werden; denn es gibt kein Wunder, das den Menschen von oben herunter oder von außen her etwas schenkt, das er nicht selbst verdient. Der Himmel hat zu allen Zeiten nur dem geholfen, der sich selbst redlich mühte, nicht auf andere baute, sondern sein Ver­trauen setzte auf die eigene Kraft. Dies alles aber erfordert dann den Mut, mit der Zeit zu rechnen, die für eine solche Arbeit nötig ist. Wenn man in vierzehn Jahren ein Volk zerstört, kann nur ein Narr annehmen, daß schon in wenigen

geschickt, um an dieser Feier teilzunehmen. Die Baustellen sind sämtlich in, Betrieb: Hamburg Altona, HannoverMagdeburg, EssenDort­mund, KölnDüsseldorf, StuttgartFrankfurt, HalleLeipzig, DresdenChemnitz, Vreslau Liegnitz, Ostpreußen, BerlinStettin und in der Nähe Rosenheims. (Bei der Anführung der ein­zelnen Städtenamen melden sich die Abordnun­gen der dortigen Arbeiterschaft mit einem lauten Hier!")

Das große Werk ist in Angriff genommen und ich melde, daß noch in diesem Jahre die Fertig­stellung der ersten Teilstrecke vollendet sein wird. Die Reichsautobahnen sind das erste große Werk, das in dem nationalsozialistischen Deutschland übernommen wurde, sie müßen das erste Werk nicht nur in der Zeit bleiben, sondern sie müssen das erste Werk auch in der Leistung werden.

Diese Straßen, die wir die Straßen unseres Führers Adolf Hitler nennen, müssen im natio­nalsozialistischen Reich nicht nur für die Jetztzeit, sondern für alle Zukunft durch ihren Bestand und ihre Bewährung Ehre machen. Dafür zu sorgen, dafür sich restlos einzusetzen, gelobe ich mit all denen, die mit mir an diesem Werke, Ihrem Werke arbeiten!"

nur auf weite Sicht gefaßt werden. Ihre Verwirk­lichung erfordert, wie alles Große auf dieser Welt, Zeit. Es war damit aber notwendig, dem neuen Regiment eine unerhörte Stabilität zu ge­ben, denn nur stabile, von ihrer Existenz und de­ren Dauer überzeugte Regierungen vermögen sich zu wirklich tiefgreifenden und weitreichenden Ent­schlüssen aufraffen.

3. Die innere Stabilität eines Regiments wird stets zur Quelle des Vertrauens und der Zuver­sicht eines Volkes. Indem die Millionenmassen sehen, daß über ihnen eine von sich selbst über­zeugte Regierung steht, überträgt sich auf sie ein Teil dieser Ueberzeugung. Die Kühnheit der Be­reitwilligkeit zu ihrer Ausführung und Durchfüh­rung. Zutrauen und Vertrauen sind aber grund­sätzliche Bedingungen für das Gelingen jeder wirtschaftlichen Wiedergeburt.

1. Man müßte dabei entschlossen sein, nicht nur einsichtsvoll, sondern wenn notwendig auch hart zu handeln. Wir waren bereit, zu tun, was Menschen überhaupt tun können. Wir wollen tun, was wir nach bestem Wissen und Gewissen zu tun vermögen. Wir sind daher aber auch nicht bereit und gewillt, jeden Schädling und gewissen­losen inneren. Feind unseres Volkes seine Tätig­keit der Zerstörung weiter ausüben zu lassen.

Wochen oder Monaten die Heilung all der zu­gefügten Schäden gelingen könnte!

7. Wir waren überzeugt, daß die Rettung des deutschen Volkes ihren Ausgang nehmen muß von der Rettung des Bauernstandes. Denn wenn irgendein anderer Mensch seine Dienststelle verlassen muß oder selbst sein Geschäft verliert, so kann er eines Tages einen neuen Platz wie­der finden, durch Fleiß und Tüchtigkeit ein neues Unternehmen gründen. Der Bauer aber, der erst einmal seinen Hof verloren hat, ist meist für immer verloren. Wehe aber, wenn in einem Volke dieser Stand vernichtet wird! Jede Not kann mau leichter meistern, eines allein kann ein Volk zugrunde richten: sowie die Broternährung fehlt, hören alle Experimente .un.d alle Theorien auf. Die Bitte um das tägliche Brot ist nicht umsonst eingeschlossen in das Gebet der Christen­heit.

8. Der Kampf zur Rettung des Mittelstandes ist in erster Linie mit ein Kampf gegen die Ar- beitslosigkeit. Dies aber ist das Riesenproblsm, das uns zur Lösung, gestellt ist und dem gegen­über alles andere zurücktritt. Wir waren vom ersten Tage der Machtübernahme an überzeugt, daß wir dieser Not Herr werden müssen und wir waren entschlossen, dem Kampf gegen diele Not alles andere rücksichtslos unterzuordnen. An sich ist schon der Gedanke entsetzlich, daß in einem Volk Milliarden an Arbeitsstunden nutzlos ver­geudet und vertan werden! Millionen Menschen haben Bedarf an. Kleidung, an Schuhen, an Wohnung, an Einrichtung und an Nahrung und Millionen andere möchten arbeiten und möchten schaffen.

Anschließend sprach der Vertreter der deutschen Arbeitsdienstlager:Mein Führer! Ich melde, daß am heutigen Tage im Reich 130 Arbeitsdienstlager neu in Dienst gesetzt werden. Von den Arbeits­dienstlagern wird die Durchführung der Kultivie­rung von 280 000 Hektar Moor- und Oedland in Angriff genommen werden. Außerdem werden 180 Kilometer Wasserlauf korrigiert."

Nun schritt der Führer die Vollstrecke ab, wäh­rend

Neichsminister Dr. Goebbels

zu seiner Rundfunkansprache das Wort nahm.

Eingangs erinnerte er daran, daß heute vor einem Jahr in Potsdam derTag der nationalen Ehre" gefeiert worden sei. Ebenso wie am 30. Ja­nuar d. I. das einjährige Bestehen des national­sozialistischen Regimes nicht mit pomphaften Fackelzügen, sondern mit einer groß angelegten Hilfsaktion begangen worden sei so sagte er wei­ter, so wollen wir heute weniger ein Fest feiern, als «ine Schlacht aufs neue aufnehmen, die wir im verflossenen Jahre teils in offensiven, teils in defensiven Kämpfen tapfer durchgefochten haben.

(Fortsetzung 3. Seite Hauptblatt.)

Gigantische

Arbeitspläne

bV L. Bremen, 22. März.

Die Eindrücke des gestrigen Tages zu schil­dern, ist nicht leicht. Was der Hörer am Rundfunk vernommen hat, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem gewaltigen Ringen eines Volkes um seine Lebensexistenz. Wenn der Führer gestern zum deutschen Volke über die beginnende Arbeitsschlacht gesprochen, wenn er auf die neu zu schaffenden Werte, die in die Milliarden gehen, hingewiesen hat, so mag bei manchem wohl eine dunkle Ahnung von der Größe des Arbeitsbeschaffungsprogramms aufgestiegen sein. Ob aber jeder Volksgenosse sich einen Begriff davon machen kann,, welche ungeheuren Vorarbeiten dazu gehörten, um überhaupt die technischen Voraussetzungen zu schaffen, möchten wir bezweifeln. Denn es ist nicht so, daß man von heute auf morgen aus dem Handgelenk heraus irgend einen großen Plan der Öffentlichkeit unterbreiten kann. Tausend und mehr Schwierigkeiten türmen sich auf und schließlich spielt die Finanzierung des Plans die Hauptsache. Gar manche große Arbeit ist schließlich stecken geblieben, weil die Finanzfrage nicht einwandfrei gelöst war. Wir wissen aus früheren Zeiten, wieviel Jahre ins Land gegangen sind, um eine ein­zige Bahnstrecke zu bauen bzw. um überhaupt den Bau in Angriff nehmen zu können. Un­serer Reichsregierung stand eine solche lange Spanne Zeit nicht zur Verfügung. Hier han­delte es sich nur um Monate. Aber auch da zeigt es sich wieder, daß, wenn ein zäher und entschlossener Wille vorhanden ist, nahezu Un­mögliches zur Tatsache werden kann. Einzig­artig dastehend aber ist, daß das neue Deutsch­land diese Arbeitsbeschaffung durchführt, ohne die Steuerkraft des Volkes mehr zu belasten. Im Gegenteil, sie baut noch, wie der Führer gestern erklärte, produktionstötende Steuern ab.

Die Verhältnisse von heute und unter dem alten System fordern geradezu zu einem Ver­gleich heraus und wir halten es für notwen­dig, zu Nutz und Frommen Unbelehrbarer hier einige Worte zu sagen. Von gewaltigen Arbeitsbeschaffungsplänen war unter dem alten System überhaupt nichts zu spüren. Wenn man in jenen Zeiten schon einmal an Arbeit dachte, dann handelte es sich höchstens um kostbare Bauten, in denen sich die Bonzen recht wohl fühlen konnten und. deren Finan­zierung der kleine Steuerzahler oder Bei­tragspflichtige besorgen mußte. Wir sahen Rathäuser im Millionenwerte entstehen (siehe Rüstringer Rathaus, das in Londoner Kinos als' Zeichen deutscher Verschwendungssucht ge­zeigt würde), weiter Verwaltungsgebäude von Ortskrankenkassen und ähnlichen Einrichtun­gen, die in Marmor strotzten. So etwas fand auch in der Industrie und bei begüterten Pri­vatleuten Nachahmung, die sich ebenfalls prunkvolle Verwaltungsgebäude und Schlösser leisteten. Draußen aber auf den Landstraßen watete das Volk bis zu den Knöcheln im Schmutz, kein geordneter Autoverkehr war möglich, die Hütten und Häuser verfielen, und wahrend Schlösser und prunkvolle Verwal­tungsgebäude entstanden, hörten die Schorn­steine in den Fabriken auf, einer um den anderen, zu rauchen. Konnte man es dem Arberter übel nehmen, daß er, diesen eigen­nützigen Luxus in der höchsten Potenz sehend, die Fauste ballte und sagte:Alles mit meinem Gelde! Alles durch meinen Schweiß!" Das war keine Arbeitsbeschaffung, und wenn sie auch Millionen verschlang das war der Protz, der hier Geld zum Fenster hinauswarf, der Unproduktives schuf, um persönlich ein Wohlleben zu führen Das war keine Ar­beitsbeschaffung, die von den Besitzenden Opfer verlangte, sondern die von den anderen Opfer forderte. Und wo es nicht ausreichte, griff der Vater Staat, wie die Korruptions­prozesse im vorigen Jahre zur Genüge zeigten,

N^crs es äorisl Nettes.-

Große Kundgebungen in Bremen

Einweihung des größten Schiffshebe­werks

Benesch über die Anfchlußfrage

Wichtiger Briefwechsel zwischen Japan und USA.

(Fortsetzung dritte. Seite Hauptblatt)

Llm kritisieren zu können, muß man selbst etwas gelernt haben