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Keemer Zeitung» Berlagsgesellschaft m. L. H., Geeren 6 brs 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland 628.
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Nr. 75 / i. Vierteljahr
Sonnabend,
den 17 . NlSi
>-z Einzelpreis 15 Rps.
poWerung der 3. Wagenklaffe
Heute antwottet Paris
Ueberrelchung bei- sranzösifchen Note zu den englischen Abrüstungsvorfchlägen
Berlin, 16. März.
Am der notleidenden Industrie einen weiteren ««beitsaustrag zukommen zu lassen und um gleichzeitig den vielfachen Wünschen der Reisenden »ach Erhöhung der Bequemlichkeit nachzukommen, hat sich die Deutsche Reichsbahngesellschaft entschlossen, i die Sitze i« der 3. Wagenklasse polstern zu lassen. I M die Polsterung find zunächst die V-Zugwagen I M die stählernen Eilzugwagen vorgesehen, fer-
> vor Wagen, die, soweit sie nicht im Stadt- und I Asrertsverkehr in Berlin, Hamburg-Altona «nd
Ahitigart verwendet werden. Noch im Jahre 1934 Mn die Sitze 3. Klasse in den seit Beginn des zehr« ISIS gelieferten V-Zugwagen gepolstert ,Äen.
Die Polsterung soll in der Weise bestehen, daß D Sitze eine Polsterung unter Verwendung der I Agelsedern und die Rückenlehnen eine Filzauflage
i mit Plüschbezug erhalten.
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l Mttgliebfverre
bei der Arbeitsfront aufgehoben
Berlin, 16. März.
Der „Jndie" gibt folgende Anordnung des Or- genisattonsamtes der Deutschen Arbeitsfront bekannt:
Um den Volksgenossen, die noch nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront find, die Möglichkeit zu geben, die Mitgliedschaft zu erwerben, wird mit Wirkung vom 30. März d. I. die Mitgliedersperre der Deutschen Arbeitsfront aufgehoben.
Die Aushebung der Sperre soll es ermöglichen, daß Volksgenossen, die in der Wirtschaft tätig sind, und die als Vertrauensräte usw. nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit kandidieren vollen, die für die Kandidatur erforderliche Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront erwerben. Die Auftrahme wird über die Zellenobleute der NSBO. in den Betrieben und die sonstigen Dienststellen der NSBO. und NS.-Hago vollzogen. (Eez.) Selzner,
Leiter des Organisationsamtes und Stellvertretender NSBO.-Leiter.
Diplomat als Devlfenschmuggler
Sofia, 16. März.
Wie die Zeitungen melden, ist ein hoher Veam- I iei der hiesigen diplomatischen Vertretung einer westlichen Großmacht vor einigen Tagen ohne Wissen seines Missionschefs plötzlich abgereist. Die Blätter bringen die Abreise in Verbindung i «it der kärglichen Aufdeckung eines großen V a - lutaschmuggels durch die bulgarischen De- visenüberwachungsstellen.
Wie bestimmt verlautet, handelt es sich um einen Sekretär der französischen Gesandtschaft namens Eerardy, dem schon lange nachgesagt wurde, daß er sich unter Ausnutzung seiner diplomatischen Rechte in großem Umfange mit dem Schmuggel von Devisen und auch Waren gewerbsmäßig befasse. Es heißt weiter, daß in den letzten Tagen von einem aus - Paris entsandten Finanzinspektor eine Revision I: ür Kasse der Gesandtschaft, die Eerardy ver-
D Altete, vorgenommen worden sei, bei der große M iiiregelmätzigkeiten festgestellt wurden, f H bulgarische Regierung hat energisch die Ab- j ittufung des diplomatischen Beamten gefordert, l isr bereits seines Postens enthoben worden ist.
Veinliche Frage an Herrn Knox
L. ?. Genf, 16. März
Wie man heute erfährt, ist der Präsident der öaarregierungskommission, Herr Knox, während dar letzten Tagung des Saar-Ausschusses in Genf von Mitgliedern dieses Ausschusses gefragt worden, ob seine Forderung, ausländische Polt zeitruppen ins Saargebiet zu entsenden, von der gesamten Regierungskommission oder nur von ihm selber gestellt werde. Da Knox auf diese Anfrage wahrheitsgemäß entgegnen mutzte, daß diese Forderung nur von ihm selbst gestellt werde, wurde er vom Saar-Ausschuß ersucht, ihm alsbald einen Bericht für die nächste Ausschußtagung zu senden, welcher die Meinung der ganzen Laairegierung zu dieser Frage wiedergibt. Man sieht diesem Bericht in Genf mit großer Spannung entgegen. Bisher scheint er nach unseren Informationen noch nicht hier eingetroffen zu sein, woraus man schließen könnte,, daß ed Herrn Knox schwer fällt, in dieser Frage eine einheitliche Haltung der ganzen Regierungskommission zustande zu bringen.
! Der Skandal in Amerika
Schwere Beschuldigungen gegen den früheren Postminister
London, l6. März.
Wie Reuter aus Washington meldet, verteidigte Senator Robinson in der Senatssitzung am Donnerstag die Aushebung der Luftverkehrsver- trägs durch den Präsidenten Noosevelt und teilte >m weiteren Verlauf seiner Ausführungen mit, daß sie Betrügereien beim Abschluß der Verträge von dem früheren Postminister Walter F. Brown und einigen seiner engereil Mitarbeiter gebilligt worden waren.
Paris, 16. März.
Die französische Note auf die letzten englischen Abrüstungsvorschläge wird voraussichtlich im Laufe des Sonnabends in London überreicht werden. „Ionr" glaubt versichern zu können, daß die französische Regierung in sehr höflicher, aber entschiedener Form die englischen Mbrüstungsvor- Mäge ablehnen werde. Es habe den Anschein, fv betont das Blatt, als ob die französische. Regierung sich wesentlich den italienischenVor- schlügen genähert hätte, wobei sie jedoch nach wie vor größten Wert auf die Kontrolle lege. Der Gedanke dieser Kontrolle sei außerdem mit den notwendigen Durchführungsbestimmungen des Abkommens verbunden.
„Figaro" «Märt, daß die französische Regierung in ihrer Note auf die enge Verbindung zwischen Abrüstung und Sicherheit hinweisen werde. Wenn die englische Regierung bereit sei, Frankreich genügend Sicherheitsgarantien zu geben, werde die ganze Abrüstungsfrage ein anderes Gesicht bekommen.
Rom, 16. März.
Am Freitagvormittag begann vor dem Sonder- gericht zum Schutze des Staates in Rom der Prozeß gegen die Bombenatten- täter. Die Verhaftung der vier Angeklagten, Renata Cianca, dessen Sohn Claudia, Leonardo Bucciglioni und Pasquale Capasso erfolgte am 9. Oktober vorigen Jahres. Wie durch die Voruntersuchung bereits festgestellt wurde, handelte es sich um einen von in Paris lebenden antifaschistischen Elementen auf das Leben des Duce geplanten Anschlag, zu dessen Ausführung die vier Angeklagten bestimmt worden waren.
Bereits vor dem Anschlag in der Peterskirche unternahm der Angeklagte Bucciglioni mehrere Reisen nach Paris, wo er mit Beauftragten der Fuorusciti (den aus Italien entwichenen Antifaschisten) Fühlung nahm. Das erste Ergebnis war die Herstellung einer Zeitzllnderbombe, die, in eine Reisehandtasche verpackt, in der Vorhalle der Peterskirche zur Aufbewahrung abgegeben wurde und dann zur Explosion gelangte.
Wien, 16. März.
Auf der Zusammenkunft zwischen Mussolini, Gömbös und Dollfuß sollen nach einem römischen Bericht der christlich-sozialen „Reichspost" bisher folgende drei Punkte behandelt worden sein:
1. Die Unabhängigkeit Oesterreichs und die Zusammenarbeit für den europäischen Frieden bilden die Grundlage jeder wirtschaftlichen Verständigung über den Donauraum. Jeder vierte Staat, der sich den wirtschaftlichen Verhandlungen über die Neuregelung im Donauraum anschließen will, mutz sich zu diesem Punkte zustimmend bekennen.
2. Italien nimmt sowohl von Oesterreich als auch von Ungarn Ausfuhrwaren in erhöhtem Umfange an, um die wirtschaftliche Stär- kungbeiderLänderzu erreichen. Oesterreich liefert Holz und Jndustrierohstoffe nach Italien, Jndustrieware nach Ungarn, während Ungarn Getreide und viehwirtschaftliche Produkt«, Italien Wein und Obst sowie Zndustriefertigwaren an den Wirtschaftsnachbarn absetzen dürfen. Durch gegenseitige Vorzugszölle und Kontingente, vor allem durch Sondertarife der Eisenbahnen und durch Vergünstigung des Hafentransportes soll die Grundlage einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft gefunden werden, auch wenn noch einzelne Punkte offen liegen.
8. Dieses Ausgleichssystem steht mit ähnlichen Rechten und Pflichten auch anderen Ländern im Sinne der Konferenz von Stresa und des Memorandums von Mussolini offen, in der Weise, daß ähnliche Abkommen getroffen werden können, die die Ein- und Ausfuhr untereinander zu vervielfachen imstande wären.
I In dem Bericht der „Reichspost" werden sodann
Der Sozialistenführer Leon Blum stößt im „Populaire" einen Alarmruf aus und spricht im Zusammenhang mit der französischen Note von einer radikalen Umwälzung der bisherigen französischen Politik in der Abrüstungsfrage. Man habe Mühe, eine so schwerwiegende Handlung zu begreifen. Das französische Volk müsse endlich darüber entscheiden, ob es sich damit einverstanden erkläre, daß sich Frankreich in einen Rüstungswettlauf stürze.
Der französische Außenminister Barthou hat den Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses des Senats, Henry Verenger, empfangen, mit dem er sich sehr eingehend über die gegenwärtige politische Lage unterhielt. Der Außenminister dürfte den Vorsitzenden des auswärtigen Aus- schusses auch über die großen Richtlinien der bevorstehenden französischen Antwort an England in der Abrüstungsfrage unterrichtet haben.
Die Ausführungen Sir John Simons vor dem englischen Unterhaus stoßen in der französischen Presse auf heftigen Widerspruch. „Journal"
Anfang September begab sich Bucciglioni abermals nach Paris und erhielt dort von dem Bruder des mitverhafteten Renata Cianca, dem Antifaschisten Alberto Cianca, den Auftrag, in der italienischen Hauptstadt eine umfassende anti - faschistische Agitation ins Werk zu setzen und die Möglichkeit für eine Reihe von Attentaten auszukundschaften. Am 22. September war Bucciglioni dann wiederum in Paris und wurde dort von Alberto Cianca in aller Form mit einem Anschlag auf das Leben Mussolinis beauftragt. Er erhielt sogar als Anzahlung für die Ausführung des Attentats die Summe von 8066 Lire. Der Anschlag sollte mittels einer Giftgas- bombe erfolgen. Wie die Voruntersuchung ergeben hat, sind auch die übrigen Angeklagten an der Vorbereitung zu diesem Staatsverbrechen beteiligt gewesen. Die Angeklagten waren in den verschiedenen Kreuzverhören außer Capasso geständig. Man nimmt an, daß besonders die Hauptschuldigen Renata Cianca und der als Anstifter bezeichnete Bucciglioni zu schwersten Strafen verurteilt werden.
die Gerüchte über ein Eintreffen des deutschen Außenministers in Rom dementiert.
Der italienische Botschafter in Paris ist am Donnerstagabend nach Rom abgereist. In politischen Kreisen erklärt man dazu, daß er seine Regierung über seine Unterredung mit dem französischen Außenminister in der Abrüstungsfrage unterrichten werde.
Die Präger Krise
Prag, 16. März.
Die innerpolitischen Schwierigkeiten in der Tschechoslowakei spitzen sich immer mehr zu. Die durch den Austritt der tschechischen Nationaldemo- kraten aus der Regierung hervorgerufenen Eleich- gewichtsverschiebungen zu Ungunsten der bürgerlichen Parteien haben besonders den tschechischen Agrariern schwere Enttäuschungen gebracht. Auf die Dauer erscheint ein ersprießliches Zusammenarbeiten der jetzigen Regierungskoalition nicht möglich. Ständig schweben Verhandlungen mit einzelnen Gruppen über den Eintritt in die Regierung. Andererseits machen sich unter den Agrarieren und den tschechischen Volksparteilern, die ebenfalls in der Regierung sitzen, Anzeichen der Spannung bemerkbar. Vermutlich werden noch einige Wochen vergehen, ehe sich die politische Orientierung der einzelnen Parteien und die weitere Entwicklung der inner- und außenpolitischen Lage in bestimmten Umrissen zeigen werden. Gerüchte über bevorstehende Parlamentswahlen scheinen allerdings mehr ein Wunschtraum der oppositionellen Parteien zu sein.
Es ist jedoch nicht sicher, ob nicht doch Neuwahlen, die aber erst im Herbst oder nächstes Jahr stattfinden würden, als das einzige Mittel zur gründlichen Ausheilung der innerpolitischen Krise angesetzt werden. Einige Politiker beschäftigen sich mit dem Gedanken, in einigen Städten und Gemeinden Eemeindewahlen durchzuführen, um die Stimmung der Bevölkerung kennen zu lernen
erklärt sich in keiner Weise mit der englischen Auffassung einverstanden, wonach ein schlechtes Abkommen immer noch besser als überhaupt keines sei. Das einzige Mittel, gegen die Aufrüstung Deutschlands Front zu machen, bestehe in einer engen Zusammenarbeit der Verteidiger der Ordnung, die die Freiheit haben müßten, über geeignete Machtmittel zu verfügen, um „Störenfriede in Schach zu halten." Der Außenpolitiker des „Echo de Paris" sieht in den Ausführungen Simons einen Ansporn für Deutschland, noch mehr als bisher zu fordern. „Figaro" stellt fest, daß zwischen der englischen Öffentlichkeit und der Regierung ein tiefer Abgrund bestehe. Während in der Öffentlichkeit eine starke Strömung für eine europäische Zusammenarbeit vorhanden sei, gebe man sich in der Regierung den Anschein, als ob man das nicht verstanden hätte. Eine solche Teilung leiste den deutschen Forderungen Vorschub und man dürfe sich nicht wundern, wenn der Reichskanzler in feiner letzten Rote an Frankreich seine ALrllstungsforderungen hundertprozentig aufrecht erhalten habe.
2m Osten
rr. klli. Bremen, 17. März.
Deutschland und Polen haben am 26. Januar, mit der Unterzeichnung des Friedens- paktes jahrhundertalten Mißverständnissen und Vorurteilen den Krieg erklärend, ihr Verhältnis zueinander in aller Form grundlegend revidiert. Mit der bald danach getroffenen Vereinbarung zwischen den Regierungen in Berlin und Warschau, auf kulturpolitischem Gebiet eine Ungleichung der öffentlichen Meinung beider Nationen anzustreben, wurde zielbewußt der Weg zur geistigen Verständigung beschriften. Nach den Ausführungen des Danziger Senatspräsidenten Dr. Rauschning vor der kürzlich in Tanzig gegründeten Gesellschaft zum Studium Polens ist es lebhaft zu begrüßen, daß Tanzig mit seiner kerndeutschen Kultur in seiner besonderen völkerrechtlichen Stellung den Auftrag zu einer geistigen Vermittlung zwischen Berlin und Warschau erblickt. Fäden will der Freistaat, wie Dr. Rauschning es aussprach, zu seinem Nachbarn Hinüberwerfen, an einem dauerhaften Gewände des Vertrauens will er mitspinnen helfen. Und dieses Vertrauen soll — das gab der grundlegenden Rede des Senatsprästden- ten ihre staatspolitische Bedeutung — nicht allein der schon vollzogenen Annäherung zwischen Danzig und Polen den Stempel ausdrücken: es soll das Deutschtum und das Polentum überhaupt umschlingen. Die Klärung der unmittelbar zwischen der Hansestadt und Warschau schwebenden Fragen war schon im Dezember vorigen Jahres erfolgt, nachdem sich der Chef der Danziger Regierung in der polnischen Hauptstadt mit Marschall Pil- sudski und Außenminister Beck über den wirtschaftlichen und politischen Ausgleich der sich bisher in Genf so oft befehdeten Kräfte verständigt hatte. Nicht zwei Wirtschaftseinheiten, zweiVölker sollen und wollensichinihrem inner st enna- tionalen Wesensgehalt kennen lernen. Sie wollen es, um die Aufbauarbeit im Ostraum gemeinsam zu leisten, um in einem „national gemischten" Gebiet ein Beispiel wirklicher europäischer Friedenspolitik zu geben.
Mit welch anderem Elan, vor allem aber von welch anderen Grundlagen aus geht der Nationalsozialismus im nahen Osten an die große Aufgabe der Annäherung zweier Völker heran, als es einst die pazifistischen Phantasten des parlamentarisch-demokratischen Systems taten. Die Gesellschaft der Genfer Volksbeglücker mußte Schiffbruch erleiden, weil sie in lächerlicher Lebensunkenntnis und Naturwidrigkeit entweder das blutleere Hirngespinst von der angeblichen Menschen- glerchheit anbeteten, oder unter Nichtachtung rassemäßiger Bedingtheiten für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit ein rein juristisches Schema bereithielten. Die nationalsozialistische Verständigungspolitik dagegen bejaht, mehr noch: fördert das in der Rasse schlummernde Unveräußerliche derNation. Darum wird im europäischen Osten, wo jetzt zwei Völker auf der Ebene der geistigen und seelischen Gleichwertigkeit (nicht des Gleichartigen) zueinander- streben, der Erfolg der Annäherung nicht ausbleiben.
Gewiß, wir stehen noch am Anfang der Arbeit. Wer in die Geschichte Polens, und zwar in die nach den glanzvollen japellonischen Jahrhunderten, etwa tiefer eindringt, wird begreifen, daß der Begriff des Preußentums in Polen nicht von heute aus morgen seinen wirklichen, unverfälschten Inhalt offenbaren kann. Vorurteile werden schneller und müheloser gesät als ausgejätet, und die Feststellung des Danziger Senatspräfidenten,, „daß es jedem genehm sein muß, in den Schranken seiner Art zu leben und sich zu entwickeln, daß es unsittlich ist, die Grenzen zu verwischen" — diese Worte würden im Hinblick aus gewisse reaktionäre Strömungen in Polen gewiß nicht ohne besonderen Anlaß gesprochen. Aber das Werk ist von der richtigen Seite aus angepackt, die schöpferische Idee einer neuen Generation gibt den überbrückenden Kräften die entscheidende Stoßkraft.
Ueberhaupt: der Ausgangspunkt für die geistige Erneuerung Europas, die einmal kommen muß, dürfte in den Ve-
es Solist Neue«.-
lüv. Geburtstag von G. Daimler
Bergwerksunglück im Saargebiet
Hebewerk Nieder-Finow. ein Wunderwerk deutscher Technik
Emigranten-Erkemftnis
Der Bombenanschlag in -er Peterskirche
Beginn der Gerichtsverhandlung in Nom
Das erste Teilergebnis in Rom
Zur wirtschaftlichen Verständigung über den Donauraum
Gegen Mittag wurde die Verhandlung nach der Vernehmung der Angeklagten überraschend auf Dienstag vertagt. Die Vernehmung ergab nichts Neues. Claudia Cianca suchte vor allem seinen Vater Renata zu entlasten. Bucciglioni machte einen hysterischen, minderwertigen Eindruck. Sapasso, der Chemiker ist und den Sprengstoff hergestellt hat, leugnet, von der Verwendung des Sprengstoffes etwas gewußt zu haben. Die Ausführungen des Anschlages in der Peterskirche gaben Claudia Cianca und Bucciglioni zu, während sie zu dem beabsichtigten Anschlag auf Mussolini behaupteten, daß sie die Bombe mit dem tödlichen Gas nicht für einen bestimmten Zweck angefertigt hätten. Vollkommen klar geht aber aus der Vernehmung hervor, daß der Auftrag und das Geld für den Anschlag in der Peterskirche und für den geplanten Anschlag auf Mussolini von der antifaschistischen Zentrale in Paris stammen. Der eigentliche Auftraggeber war der Bruder des Renato Cianca, Alberto Cianca. Die berüchtigten Antifaschisten Salvemini und Rosselli waren die geistigen Urheber.
und danach ihr weiteres Vorgehen einzurichten. Jedenfalls ist es bezeichnend für die innerpolitische Verwirrung, daß keine Partei der anderen traut, auch wenn sie derzeit Bundesgenosse ist, und daß jede sich eine Hintertür offenläßt, um nach einem etwaigen Wahlkampf gestärkt in ihre alte oder in eine bessere Stellung zu rücken.
Warschauer Universität geschlossen
Warschau, 16. März.
Die völlig unerwartete Schließung der Warschauer Universität hat in der Oeffentlichkeit und in der Presse großen Eindruck hervorgerufen. Ueber den Ueberfall auf den Professor Handelsman verbreiten sich sehr ausführlich die nationaldemokratischen Blätter, mit der „Eazeta Warczawska" an der Spitze, im Mittelpunkt der Ereignisse steht der Arierparagraph, dessen Einführung namentlich von der unter nationaldemokratischen Einfluß stehenden Hochschuljugend energisch verlangt wird. Die Frage wurde auch in der historischen Gesellschaft der Warschauer Universität, wo der Jude Pros. Handelsman eine führende Stellung einnimmt, aus die Tagesordnung gesetzt. Nach den Darstellungen der erwähnten Blätter ist es dem Einfluß von Professor Handelsman und seiner Anhänger gelungen, die Anträge, die auf Einführung des Ariergesetzes abzielten, zu Fall zu bringen. Als Professor Handelsman nach Schluß der Versammlung, die sich bis Mitternacht hinzog, die Universität verlassen wollte, wurde er im Hose von vier Studenten angehalten und mißhandelt. Die Täter konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Infolge dieses Vorfalles hat dann der Rektor der Universität die Schließung der Anstalt verfügt.
„Ostpreußische Zeitung" verboten. Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat die „Ostpreußische Zeitung" in Königsberg auf Grund des Paragraphen 9 Ziffer 7 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes vom 28, 2. 1933 auf die Dauer von 14 Tagen, und zwar vom 17. 3. bis 36. 3 einschließlich verboten.