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S.Ä Parteiamtliches Organ der
- Bremer Nationalsozialisten
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rutsche Weihnacht
in Not und Kampf
— fürwahr, so mutz mit vollem Ernste in dieser weihnachtlichen Zeit gesagt werden. Wir aber setzen der großen Not und dem schweren Kampfe um Deutschlands Freiheit und Zukunft das glaubensstarke „Dennoch" entgegen. Ja, nun wollen wir erst recht mit ganzer Seele Weihnachten feiern, deutsche Weihnachten. Dabei sei uns der Tannenbaum das Sinnbild dieser festlichen und gesegneten Zeit.
Wir sehen in ihm ein herrliches Sinnbild des kraftvollen Lebens. Ein Stück Natur grüßt uns in ihm, das Leben, das sich in Sturmesbrausen und Winterfroft im grünen Kleide seine Kraft erhalten hat. Wir lebenshungrigen Menschen aber wollen solch kraftvolles Leben in nächster Nähe haben; so nehmen wir den Baum als lieben Gast in unser Haus auf. Ein solch Sinnbild kraftvollen Lebens hat uns gerade jetzt viel zu sagen. Will denn nicht viel, allzuviel sterben und vergehen? Wo sind sie denn geblieben, die Tage deutscher Lebensentfaltung und Lebenssteigerung? Jetzt aber steht der grünende Tannenbaum als Mahner und als Künder neuer Hoffnung vor uns. Wir sollen und dürfen das Leben, das sich jetzt in der Freiheitsbewegung Bahn bricht, recht groß werten. Es quillt hervor aus den Urtiefen deutschen Volkstums. Es bricht die Herrschaft der Todesmächte, der knechtischen Gesinnung, der Verzagtheit und der Selbftausgabe entzwei. Es gießt neue Zuversicht, neuen Glauben, neues Hoffen in die deutschen Herzen hinein. So haben wir alle Ursache, an diesem Feste unsere Zuversicht zu festigen und zu mehren. Wir dürfen an Deutschlands Zukunft glauben und an den Sieg unserer gerechten Sache. Freilich liegt hier die Entscheidung bei uns selber. Will Gott unser Leben, und er will es gewiß, dann müssen wir zu einer persönlichen Neugestaltung bereit sein. Es gilt, die Todesmächte der Sinnlichkeit und Begehrlichkeit in der Kraft des lebendigen Herrn zu überwinden. Ein Neuwerk muß geschaffen, Neuland bereitet werden, damit frisches junges Leben gedeihen kann. So wollen wir die Kunde der rettenden schöpferischen göttlichen Liebe in uns aufnehmen. So soll die Botschaft uns fort und fort bewegen: Christ, der Retter ist da! Eine solche tiefinnerliche Bewegung aber schafft Leben, starkes sieghaftes Leben. Der Heiland ist der Lebensspender. Er ist gewaltiger als der Tod. Wo er schafft und wirkt, da ist wirklich Zukunft, Hoffnung, Neuland, Neuwerk.
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Der volle Lichterglanz des Tannenbaumes zieht uns mächtig an. Es ist ein wunderbares Sinnbild des Sieges des Lichtes über die Finsternis. Das Licht aber ist die Voraussetzung kraftvollen Lebens. Wo es nicht wirkt, da verkümmert das Leben und geht schließlich seinen Todesweg.
Wer kann nun aber mit seinem Wesen und Wirken dem strahlenden Tannenbaum gleichen? Jeder, der noch dieses Sinnbild des Baumes erfaßt: Er ist gleich dem Helden, der für andere leidet, sich für andere aufopfert. Millionen von Bäumen sind in den Wäldern Deutschlands gefällt worden, um uns Menschen Freude zu bereiten. Wer bedenkt es wohl? Millionen und Abermiüionen Kerzen verzehren sich selbst, um uns zu erleuchten? Wer hat daran gedacht? Wir aber gedenken nicht nur des Kinp- leins in der Krippe, sondern auch des Mannes am Kreuze, denn es geht ein gerader Weg von der Krippe hin zum Kreuze. Was aber dazwischen liegt, das ist Heldentum im tiefsten Sinne des Wortes, das ist wahres Opfer und echter Dienst der hingebenden rettenden Liebe. Fürwahr, ohne Opfer ist noch nie etwas Großes geworden -- und der Opfer Größtes ist das Hei- iandsleben in seinem vollen Umfange. Der Opfer- aang nimmt aber seinen Anfang mit der Geburt. Es ist uns sehr gut, daß wir das Weihnachtsfest besonders auch als das Fest der sich aufopfernden Liebe feiern. Hat sie denn nicht schon längst unsere Herzen bewegt? Hat sie uns nicht erst opferwillig und opfersähig gemacht? Opferwillig — wo der Wille zum Opfer in einer glaubensarmen und oberflächlichen Zeit so gering geworden war. Opfersähig — wo die Sehnsucht des eigenen Her- zeirs sich mit aller Macht durchzusetzen versuchte. Wer nun des Herrn Geist hat, der kann wirklich seine Kräfte und sein Leben dransetzen, der kann um höchster Ziele willen alles dahingehen, was er zu geben vermag! Wir aber wollen dem Herrn von Herzen danken, daß er solchen Opfergeist in unserem Volke von Neuem erweckt hat. Der Geist der hingebenden Liebe lebt.
Es sind nur einige Gedanken, die der Blick auf den strahlenden Tannenbaum in uns bewegt. Das Leben ist kraftvoll, stärker als der Tod; das Licht siegt über jede Finsternis, und das Neue entsteht unter Opfern und Schmerzen. Wir aber wollen solche Gedanken festhalten und gestalten, damit sie Frucht schaffen, viele gute Frucht. „Deutsche Weihnacht in Not und Kampf" — das ist eine Zeit des Segens und des Werdens. Heinrich Meyer, Pastor,Aurich (Ostfriesland).
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