Ausgabe 
(24.12.1932) Nr. 290
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S.Ä Parteiamtliches Organ der

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rutsche Weihnacht

in Not und Kampf

fürwahr, so mutz mit vollem Ernste in dieser weihnachtlichen Zeit gesagt werden. Wir aber setzen der großen Not und dem schweren Kampfe um Deutschlands Freiheit und Zukunft das glau­bensstarkeDennoch" entgegen. Ja, nun wollen wir erst recht mit ganzer Seele Weihnachten fei­ern, deutsche Weihnachten. Dabei sei uns der Tannenbaum das Sinnbild dieser fest­lichen und gesegneten Zeit.

Wir sehen in ihm ein herrliches Sinnbild des kraftvollen Lebens. Ein Stück Natur grüßt uns in ihm, das Leben, das sich in Sturmes­brausen und Winterfroft im grünen Kleide seine Kraft erhalten hat. Wir lebenshungrigen Men­schen aber wollen solch kraftvolles Leben in näch­ster Nähe haben; so nehmen wir den Baum als lieben Gast in unser Haus auf. Ein solch Sinn­bild kraftvollen Lebens hat uns gerade jetzt viel zu sagen. Will denn nicht viel, allzuviel sterben und vergehen? Wo sind sie denn geblieben, die Tage deutscher Lebensentfaltung und Lebens­steigerung? Jetzt aber steht der grünende Tannen­baum als Mahner und als Künder neuer Hoff­nung vor uns. Wir sollen und dürfen das Leben, das sich jetzt in der Freiheitsbewegung Bahn bricht, recht groß werten. Es quillt hervor aus den Urtiefen deutschen Volkstums. Es bricht die Herrschaft der Todesmächte, der knechtischen Ge­sinnung, der Verzagtheit und der Selbftausgabe entzwei. Es gießt neue Zuversicht, neuen Glau­ben, neues Hoffen in die deutschen Herzen hinein. So haben wir alle Ursache, an diesem Feste un­sere Zuversicht zu festigen und zu mehren. Wir dürfen an Deutschlands Zukunft glauben und an den Sieg unserer gerechten Sache. Freilich liegt hier die Entscheidung bei uns selber. Will Gott unser Leben, und er will es gewiß, dann müssen wir zu einer persönlichen Neugestaltung bereit sein. Es gilt, die Todesmächte der Sinnlichkeit und Begehrlichkeit in der Kraft des lebendigen Herrn zu überwinden. Ein Neuwerk muß ge­schaffen, Neuland bereitet werden, damit frisches junges Leben gedeihen kann. So wollen wir die Kunde der rettenden schöpferischen göttlichen Liebe in uns aufnehmen. So soll die Botschaft uns fort und fort bewegen: Christ, der Retter ist da! Eine solche tiefinnerliche Bewegung aber schafft Leben, starkes sieghaftes Leben. Der Heiland ist der Lebensspender. Er ist gewaltiger als der Tod. Wo er schafft und wirkt, da ist wirklich Zukunft, Hoffnung, Neuland, Neuwerk.

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Der volle Lichterglanz des Tannenbaumes zieht uns mächtig an. Es ist ein wunder­bares Sinnbild des Sieges des Lichtes über die Finsternis. Das Licht aber ist die Voraussetzung kraftvollen Lebens. Wo es nicht wirkt, da verkümmert das Leben und geht schließ­lich seinen Todesweg.

Wer kann nun aber mit seinem Wesen und Wirken dem strahlenden Tannenbaum gleichen? Jeder, der noch dieses Sinnbild des Baumes er­faßt: Er ist gleich dem Helden, der für an­dere leidet, sich für andere aufopfert. Millionen von Bäumen sind in den Wäldern Deutschlands gefällt worden, um uns Menschen Freude zu bereiten. Wer bedenkt es wohl? Mil­lionen und Abermiüionen Kerzen verzehren sich selbst, um uns zu erleuchten? Wer hat daran ge­dacht? Wir aber gedenken nicht nur des Kinp- leins in der Krippe, sondern auch des Mannes am Kreuze, denn es geht ein gerader Weg von der Krippe hin zum Kreuze. Was aber dazwischen liegt, das ist Heldentum im tief­sten Sinne des Wortes, das ist wahres Opfer und echter Dienst der hingebenden rettenden Liebe. Fürwahr, ohne Opfer ist noch nie etwas Großes geworden -- und der Opfer Größtes ist das Hei- iandsleben in seinem vollen Umfange. Der Opfer- aang nimmt aber seinen Anfang mit der Geburt. Es ist uns sehr gut, daß wir das Weihnachtsfest besonders auch als das Fest der sich aufopfernden Liebe feiern. Hat sie denn nicht schon längst unsere Herzen bewegt? Hat sie uns nicht erst opferwillig und opfersähig gemacht? Opferwillig wo der Wille zum Opfer in einer glaubensarmen und oberflächlichen Zeit so gering geworden war. Opfersähig wo die Sehnsucht des eigenen Her- zeirs sich mit aller Macht durchzusetzen versuchte. Wer nun des Herrn Geist hat, der kann wirklich seine Kräfte und sein Leben dransetzen, der kann um höchster Ziele willen alles dahingehen, was er zu geben vermag! Wir aber wollen dem Herrn von Herzen danken, daß er solchen Opfergeist in unserem Volke von Neuem erweckt hat. Der Geist der hingebenden Liebe lebt.

Es sind nur einige Gedanken, die der Blick auf den strahlenden Tannenbaum in uns bewegt. Das Leben ist kraftvoll, stärker als der Tod; das Licht siegt über jede Finsternis, und das Neue entsteht unter Opfern und Schmerzen. Wir aber wollen solche Gedanken festhalten und gestalten, damit sie Frucht schaffen, viele gute Frucht. Deutsche Weihnacht in Not und Kampf" das ist eine Zeit des Segens und des Werdens. Heinrich Meyer, Pastor,Aurich (Ostfriesland).

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