Ausgabe 
(23.12.1932) Nr. 289
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Sn«rn«n, a«n 2S, 0SL«M0«B

Lta«lp»'«>» 1V ptA

ÜI-.2SS

^skngsns 1S22

. » 1 »^ I ^

Parteiamtliches Organ der

> * V'L' E

Verlag, RedaMonund Geschäftsstelle: Papenstraße 15. ^

stunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 _

Fernsprecher: Domsheide 25878. '

»>- BremerNatwnalsozralrsten

Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeilr^F 0.10, auswärts Ltk 0.12; im Textteil Kt 0.50, auswärts ^LF 0.70; Stelleng^nche LF 0.06; sonstige Keine Anzeigen Kk 0.08. Platzvorschrift ohne Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik. Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises.

KIn neu««- Ksmpinvseknitt

2wisekvn üsn Sokisektsn

Von 0n. Otto Moßpiok

Die nationalsozialistische Bewegung D in einen «enen Kampfabschnitt eingetre­ten. Der Außenstehende, der den tieferen Sinn und die große natimuckpolitffche BedAltung der Bewegung noch gar nicht erfaßt hat, weih diesen, durch den fortschreitenden Entwickl ungsprv- des politi­schen Geschehens in Deutschland be­dingten vebergang tn eine neue Phase des Kampfes -nicht anders zu deuten, als einen Stillstand des nationalsoziakWfchen Vormar­sches. Mit klein«; Geistern kann man nicht rechten! Denn der Kamps der nationalsozialisti­schen Bewegung für die Wiedererstehung der deutschen Nation und einen neue« deutschen Staat ist ein so beispiellos gigantisches, welt­anschaulich und politisch revolutionäres Ringen, baß es weder mit den kleinen Maßen nach- inovemberlicher Oportunitätspolitik gemessen, noch von dem herkönuulich-begrenzten Horizont unseres bürgerlich politischen Lebens begriffen werden kann. Man muß es hier, wie immer, den Tatsachen und kommenden Ereignissen überlassen, diese ewig Gestrigen eines Bessere» zu belehren.

Daß unser Kampf um die politische Füh­rung der Nation jeweils auf der Ebene ge­führt werden muß, auf der die größten Er- fvlgsaussichten liegen, ist selbstverständlich. Der Kamps mn die Parlamente hat die NSDAP im letzten Jahre zur weitaus stärksten Par­tei Deutschlands emporgetragen und ihr gleich­mäßig ungeheure, im Volke schlummernde Ener­gien zugeführt. Es darf ein für alle mal fest­gestellt werden, daß es der NSDAP aus dicsemWegegelungenist,daLRecht aus die Regie rungssührung zu er­kämpfen. Daß sich der Reichspräsident be­wegen ließ, ihr dieses Recht nach dem 31. Juli und 6. November vorzuenthalten und die Spielregeln der Demokratie in dem Augenblick außer Kraft zu setzen, in dem die NSDAP die verfassungsmäßigen Trümpfe in ihre Hand ge­bracht hatte, kann den auf dem parlamentari­schen Frontabschnitt erzielten absoluten Erfolg nicht verkleinern. Wenn auch die unmittel­bare Realisierung dieses Erfolges durch die unfaire Kampfesweife ihrer politischen Ge­genspieler verhindert wurde, so wird doch die Ankunft ermessen, daß dieser Schachzug für ras Endspiel nicht ihre, sondern unsere Posi­tion stark gemacht hat. Auch in der Poli­tik entscheid et nicht das Schach! sondern das Matt k

Durch die Weigerung des Reichspräsidenten, den Führer der nationalsozialistischen Bewe­gung mit der von ihm vorgeschlagenen Regie- rungsbikdnug zu betrauen, ist der Schwerpunkt des politischen Kampfes' aus der parlamenta­risch-verfassungsmäßigen Ebene in einen neuen Kampfabschnitt, auf die Ebene der reinen Machtpslitik verlegt worden. Allerdings ist die Kanzlerschaft des "Reichswehrministers nur ein äußeres Zeichen dieser Umgruppierung. Denn gerade der Vertreter der Wehrmacht, Herr von Schleicher, weiß so gut wie wir, daß heute die Macht der Staaten nicht auf den Bajonetten begründet ist, sondern auf den Energien and dem völkischen Krastreservoir, das dahinter steht «nd die Wehrmacht trägt. Aber Herr v. Schlei­cher weist nicht nur mehr als je ein Kanz­ler vor ihm!, daß mau nationa-l in Deutschland ohne die Kraft der natio­nalsozialistischen Bewegung nicht regieren kann, sondern ebensogut, daß die nationalsozialistische Bewegung ohne die Kanzlerschaft ihres Führers um des Volkes willen! nicht zu haben ist.

Daß Herr von Schleicher aus dieser klaren Erkenntnis dem Reichspräsidenten gegenüber nicht die selbstverständliche Konsequenzen zieht.

das wirb das Verhängnis auch seiner Kanzler­schaft sei«.

Wir Nationalsozialisten sehen klar, wohin der von der Wilhelmfiraße eingeschlagene Weg führt und fähren muß: Zum politischen Machtkampf im Volke selbst, aus dem der Stärkste als Sieger hervorgehen wird. Das wird das Feld der Entscheidung sein. Wir ha­ben durch die immer und immer wieder be­tonte Bereitschaft gur Uebernahme der verant­wortlichen Führung das Unsere getan, die­sen Weg, des wir nicht fürchten, dem Volke zu ersparen. Wenn dieHerren in der Wil­helmstraße ihn glauben verantwor­ten zu können wir, der Millionen- block des deutschen Volkes, der festgefügt in der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung steht, werden diesen Kampf überdauern und siegreich bestehen. Dean der große politische GärungL- und Umschlich Um gsprozeß, den der Nationassozialismus im Volke bewußt einge­leitet «nd vorwärts getr leben hat, die zu jeder nationalen Neugestaltung unerläßliche Revokn- tionierung des Denkens ist heute im deutschen Volke bereits viel weiter fortge­schritten als 'eine bloße Oberslächen-Be- trachtung erkennen läßt. Der Rubikon ist über­schritten, ein Zurück in diHer Entwicklung gibt es nicht mehr! Wen» heute nach dem völligen politischen und seelischen Zusammen- bruch vor 13 Jahren bereits ein Drittel des ganzen deutschen Volkes in unserer zum Kampf geborenen Wüvegung geeint steht, dann kann, nach den ewig geltenden Lebensge'etzen

der VSWrr, die Bvllendunz dieses Einigungs­werkes schon heute als gesichert gelte«.

Die RSDBP äst für die neue Kampsepoche seelisch und organisatorisch gerüstet. Der un­erhört eindrucksvolle Verlauf der Gcneralap- pekle der gesamten Amtswalter der Bewegung im Reichsgebiet hat den Führer nur in seiner Gewißheit bestärk^ daß hier eine Kampf- trnppe steht, m.it der man jede Schlacht gewinnen kann. Was wir hier in allen Gauen des Reiches sahen, war eise unerschütterliche Phalanx kampfgestähtter Men­schen, die innerlich der nationalsozialistischen Bewegung so verhaftet find, daß sie nichts mehr von ihrer felbstgewählten Ausgabe zu trennen vermag. Hier gilt die Treue mehr als ein Lippenbekenntnis, hier ist sie nicht mehr ge­bunden nur an den Erfolg, sondern hier ist die Treue Verpflichtung zum Einsatz schlechthin geworden und sei es auf Leben und Tod. Hier ist eiu neues deutsches Geschlecht voll Entschlossenheit und Tatkraft herangewachsen, hier hat «die hero­ische Weltanschauung des deutschen Menschen wieder ihre Heimat ge­funden. Hier steht einer für alle, stehen alle für einen! Die Kraft, die diese fest geschlossene, gewaltige Kampfgemein­schaft der Armee der hunderttausend Führer ausstrahlt, hat heute schon aufs neue die gesamte nationalsozialistische Beweg'mg in Stadt und Land ergriffen, die diesen Glauben und diese Zuversicht weitcrtragen wird bis in das Letzte deutsche Dorf, den letzten deutschen Hos hinein.

Weihnachtsfrieden das sind für ims natio­nalsozialistische Kämpfer Tage stiller Einkehr, um ans den tiefsten Quellen unseres VoM- turns neue seelische Kraft zu schöpfen für den schicksalsentscheidenden Kampf des kommenden Jahres. Es wird uns bereitfiuden!

Voi* sinsm blutigen V/sibnsektsn?

Usdsi'sil k»Iünüsi*ungsn unet

Nvtm vpüllbv pksU in IHiineksn

In der vergangenen Nacht wurden die Trupp- führer Burgmeier, Scheide? und der Geldverwap ter Geisberger vom Sturm 27 der Standarte l bei der Rückkehr von der Weihnachtsfeier des Sturms von 12 mit Eisenstangeu und anderen Schlagwerkzeugeu bewaffneten Kommunisten über­fallen. Die 3 SA.-Männer wurden von den Ban­diten zu Boden geschlagen und schwer verletzt. Der SA-Mann Wlttmann, der seinen Kameraden zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls zu Boden geschlagen; außerdem erlitt er eine schwere Gehirnerschüt­terung. Trüppführer Scheider erlitt einen Rip- penbrnch, während dem Scharführer Wittmann mit einer Eisenstange das rechte Handgelenk völlig zersplittert wurde. Die Täter konnten entkom­men.

Dsi* ^otv ^snr'oi' in

(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

Berlin, 23. Dez. In den frühen Morgenstun­den des Donnerstag kam es in der Gegend der Posenerstraße im Osten der Reichshauptstadt zn systematischen Feuerüberfällen kommunistischer Terrortrupps auf Nationassozialisten. Das natio­nalsozialistische Bertehrslokal in der Sitanerstraße wurde von kommunistischen Banditen mit Steinen beworfen. Sämtliche Fensterscheiben gingen in Trümmer. Die in dem Verkehrslpkal anwesenden SA.-Männer verfolgten die Täter, die in das in der Posenerstraße 23 gelegene kommunistische Verkehrslokal flüchteten. Die SA.-Männer wur­

den aus dem Lokal und ans den Nebenhäuser« be­schossen. Glücklicherweise wurde kein National­sozialist verletzt. Eine von dem inzwischen her­beigeholten Neberfallkommando vorgenommene Durchsuchung des kommunistischen Lokals förderte einen mit 6 Schuß geladenen Trommelrevolver, abgeschossene Patronenhülsen und mehrere Schlag- werlzeuge zutage. Waffen, aus denen geschossen worden war, konnten nicht festgestellt werden.

Kommunistisoks ^iLnüspungen in

Dortmu^tz 22. Dez. Wie der Polizeibericht meldet, kam es am Donnerstag vormittag, als den Unterstützungsempfängern die Verdopplung ihrer Bezüge verweigert wurde, wiederholt zu Kund­gebungen, so daß das Ueberfallkommando einschrei­ten mußte. Auch am Nachmittag kam es in der Innenstadt zu größeren Ansammlungen, wodurch die Räumung einer Geschäftsstraße notwendig wurde. Die Demonstranten zogen dann zum nördlichen Stadtteil, wo es ebenfalls zu größeren Ansammlungen kam, so daß auch hier Las Ueber­fallkommando eingreifen mußte. Dabei wurde ei« Polizeiwachtmeiper durch eine« Messerstich in den Rücken verletzt. Der Täter flüchtete und konnte entkommen. Später traten in diesem Stadtteil Gruppen von etwa 10 bis 13 Personen auf, die zu­messt aus Jugendlichen bestanden und suchten ge­schlossen Geschäfte auf, wo sie um Lebensmittel bettelten. W» ihnen diese verweigert wurden, «ah­men sie die Waren gewaltsam an sich. So ent­wendeten sie in einem Geschäft Backwaren, in ei­

nem anderen Wurstwaren und Speck und in eine» Fleischerladen drei Schinken. In viele» Fälle» konnte die Polizei ähnliche Vorkommnisse fest­stellen. Insgesamt wurden am Donnerstag 14 Personen, darunter vier Frauen, festgenommen.

2«,«i kommuWistisvks

Gladbach-Rheqdt, 22. Dez. Wie das Polizei­präsidium mitteilt, hat die politische Polizei in den letzten Tagen bei einer Reihe von kommuni­stischen Funktionären Haussuchungen vorgenom­men. Der Organisationsleiter der KPD. in Glad- bach-Rheydt, Wateler, und der politische Letter Lenzen wurden festgenommen und dem Richter vorgeführt, der gegen beide Haftbefehl wegen drin­genden Verdachts der Vorbereitung zum Hochver­rat erließ. Es handelt sich um ZLrsetzmigsvev- snche bei der Polizei.

6si»sks ottirisil!

Vor einigen Monaten überraschte der damalige Landgeiuemdepräfident Gerste die Oeffentlichkeit mit einem Arbettsbeschaffungsprogramm, das neben liberalistischen Eierschalen durchaus brauch­bare, nationalsozialistischen Borschlägen entlehnte Gedanken auswies. Damals wiesen wir bereits darauf hin, daß Herr Gereke kein Garant für die Durchführung eines positiven Programmes sei, noch weniger aber das derzeitige Wirtschaftssystem irgendwie die Grundlage für Aufbauarbeit sei. Je näher die amtliche Annäherung Gerekes rückte, um fo mehr paßte er sein Programm den geäußer­ten Wünschen an und bezeichnete es schließlich ausdrücklich, als die logische und vollendete Folge des Papenprogrammes. Als Arbeitsbefchasfungs- kommissar trat er ins Kabinett Schleicher ein und warf den letzten brauchbaren Rest seines Pro­grammes über Bord, das »nu der Oeffentlichkeit in wesentlich veränderter Form vorgestellt vüed, 500 Millionen sollen im Januar bereit stehen, wenn der Reichsbankpräfident fo gut sein will, und er soll es wollen, bis zu 2,7 Milliarden fei die Kreditausweitung möglich und genehmigt. Das ist im Augenblick nicht das Wesentliche. Tatsache ist, daß durch das nunmehrige Gerekeprogramm absolut nichts Neues geschaffen wurde. Man will lediglich versuchen das Angefangene fortzuführen. Die Zrnsentlastung bezw. Bereitstellung der Kre­dite durch zusätzliche Kreditschöpsnng hat man auf­gegeben und wiederum den Zinsertrag bezw. die Rentabilität derzeitiger Anschauung in den Vorder­grund gestellt. Dazu der ganze Aufwand, darum einen eigenen Arbeitsbeschafsungskommiffar, das alles beim alten bleibe. Es ist damit bewiesen, was Einsichtige im Anfang vorauswußten: Herr Gereke ist eine Niete im Schleicherkabinett, nicht germger als die übrigen auch.

-SonL« s!s W«Msn- sekisde?'

Ludwigshasen, 22 Dez. Der Ausgangspunkt der Haussuchungen bei SPD.-Funktionären in der Pfalz, über die wir gestern berichteten, ist der vor wenigen Tagen erfolgte Freitod des Vor­sitzenden der Ortsgruppe Ludwigshasen des Deut­schen Buchdruckerverbandes, Michel, der sich mit einem Revolver erschossen hatte. Die Polizei stellte bei der näheren Untersuchung des Falles an Hand der Fabriknummer des vorgefundenen Re­volvers fest, daß die Waffe aus den Ende Juli aufgedeckten Suhler Waffenschiebungen stammle. Bei den Haussuchungen, in Kaiserslautern wurden bei verschiedenen Reichsbanner-Angehörigen auch Waffen und Munition vorgefunden, die nicht aus den Suhler Waffenschiebungen stammen. Dagegen fand die Polizei bei einer Haussuchung bei dem Vorstandsmitglied der SPD. der Pfalz, Bögler, der zugleich auch Vorstand der sozialdemokratischen Gesangenenhilfe ist, mehrere Revolver, die aus den Suhler Waffenschiebungen stammen. Bögler wurde verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis ein­geliefert. Die Haussuchungen sind noch nicht ab­geschlossen.