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ißDrahtbericht unser« Berlin« Schriftltg.) i> Berlin, 20. Dez. Die Moskau« Fremdenlegion machte auf Anweisung ihrer Mos- Dauer Zentralstelle die größten Anstrengnn- Hen, um die letzten Vorbereitungen zum gewaltsamen Umsturz zu treffen.
Besonders interessant ist es, daß die Vertrauensleute der kommunistischen Ter» «ortruppS augenblicklich mit d« Anskmrd- schaftung d« Verhältnisse in den einzelnen industriellen Betrieben beauftragt worden sind« Die Kundschaft« haben einen Fragebogen «mszufüllen, d« genE Angaben über den Sicherheitsdienst in den Betrieben bet Tag und Nacht, dessen Bewaffnung mit Schußwaffen, Zahl, Modell und Kaliber der Schußwaffen und etwaige Reservebestände an Waffen und Munition verlangt.
Veit« fordert der Fragebogen Beantwortung der Kragen, ob die Mächt« Hunde imtt sich führen, ob Werksfeuerwehr und Sicherheitsdienst ein« gemeinsamen Leitung Unterstehen, ob Poltzeirufanlagen vorhanden sind und wo sich die betreffenden Alarmstellen befinden. Weiter werden Skizzen verlangt, in denen die Lore, Kesselhaus«, Schalttafelstatione», Preßluftzentralen, Fernsprechzentralen, Feuerwachen eingezeichnet werden. Die Kundschafter haben sich in sogenannte« Kampfschnlen für ihre Ausgaben vorzubereiten.
Wie man sieht, ist die Moskauer Fremdenlegion eifrig dabei, die letzten Vorbereitungen -um gewaltsamen Umsturz und zur Aufrichtung der blutigen Herrschaft des roten Unterm-enschentums zu treffen.
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(Drahtbericht unser« Berliner Schristltg.)
Berlin, 19. Dez. Die Unterwelt der Reichs- hanptstadt benutzte nnt« kommunistischer Führung den Goldenen Sonntag, um Plünderungen vorzunehmen. Bezeichnenderweise schädigten die Banditen durchweg kleine Geschäftsleute und Bndenbesitzer, ließen die jüdischen Warenhauspaläste aber ungeschoren. Die Vorkehrungen der Polizei «wiesen sich als unzureichend, nicht zuletzt deshalb, weil der Polizeischutz sich auf die «»bedrohten Warenhäuser konzentrierte.
In Steglitz wurde ein kleines Butter- geschäft geplündert. Die Täter entkamen. Am Kottbusser Damm versuchten ca. 200 jugendliche Kommunisten ein Lebensmittelgeschäft zu plündern. Im letzten Augenblick konnte Polizei die Burschen in die Flucht jagen. In der Goltzstraße drangen 20 mit kommunistischen Abzeichen geschmückte Burschen in ein Kolonialwarengeschäft ein und stahlen Wurst- und Rauch erwaren. Bei den Tätern handelt es sich nicht um Menschen, die aus Not und Verzweiflung zu diesen Taten getrieben werden, sondern um kommunistische Terrortrupps, die die Plünderungen verüben, um Zusammenstöße zu provozieren und Unruhe in das Volk hineinzutragen. Die Empörung der betroffenen Ladenbesitzer — durchweg kleine Händler und Gewerbetreibende — üb« das Verlagen der Polizei ist Sußevordentlich groß.
^IVmIsik'ungvn in Kodivnr
Koblenz 20. Dezember. Am Montag abend kam es in verschiedenen Stadtteilen in
Koblenz zu schweren Ausschreitungen von Er- tverbsbossen, die offenbar von Kommunisten in Szene gesetzt worden waren. In drei Lebensmittelgeschäften schlugen die Demonstranten die Schaufensterscheiben ein und raubten die Auslagen. Die Plünderer hatten es in der Hauptsache anf solche Geschäfte abgesehen, in denen Gänse und Wildbret für die Weihnachtstage ausgestellt waren. Sechs Personen, die unter dem Verdacht stehen, an den Plünderungen beteiligt gewesen zu sein, wurden verhaftet.
kols Tumults suvk in Hsmdung
(Eigene Meldung)
Hamburg, 20. Dez. Auch in Hamburg kam es gestern nach dem System der kommunistischen Ausschreitungen im ganzen Reich zu schweren Tumulten. Die Polizei mußte in mehreren Fällen unter Anwendung des
Gummiknüppels kommunistische Demonstra- tionszüge auflösen. Am Schulterblatt konnte nur der rechtzeitige Einsatz mehrerer Ueber- fallwagen verhindern, daß das Gesinde! Ladenplünderungen vornahm. Die Polizei war in diesem Falle gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Verletzt wurde niemand, da nur Schreckschüsse abgegeben wurden. Die Polizei nahm eine Anzahl Verhaftungen vor.
S/^.-IVSsnn sokwsi' vspiski
Berlin, 20. Dez. In der Nacht zum Sonntag wurde der 29jährige SA.-Mann Mittelmann von kommunistischen Banditen überfallvn und durch Schläge und Schüsse schwer verletzt. Passanten fanden den schwerverletzte», SA.-Mann in seinem Blute liegend und veranlaßten seine Ucber- führung in das Krankenhaus. Bis zur Stunde ist unser Parteigonosse noch nicht vernehmungsfähig.
UvInL kSsumsnn vvisüsi' aktiv I
(Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung) Berlin, 20. Dez. Wie bekannt geworden ist, ist Heinz Neumann, der geistige Führer der deutschen KPD, wieder in Amt und Würden eingesetzt worden. Wie verlautet wird er, nachdem er „seine Politischen Fehler anerkannt habe" in die Leitung der westlichen Büros der kommunistischen Internationale berufen werden.
Es wäre verfehlt anzunehmen, daß diese „Rehabilitierung" Heinz Neumanns irgendetwas mit seiner Einstellung zur augenblicklichen Führung der deutschen KPD zu tun hätte. Wie wir erst kürzlich meldeten, kann es als feststehend angenommen werden, daß sich Heinz Neumann noch vor wenigen Tagen mit Herrn von Schleicher eingehend unter» halten hat. Daß diese Unterhaltung nicht allein mit der Vorliebe des Herrn von Schleicher, bei politischen Tees mit allen möglichen Zeitgenosten zusammenzufitzen, beruht, sondern daß auf der anderen Seite Neumann sicherlich im Auftrage der russischen Zentrale ein besonderes Interesse an dieser Unterhaltung hatte, dürste selbstverständlich sein. Welche Komödie mit der „Verbannung" des Kommunisten Neumann gespielt wurde, läßt sich zur Zeit nur vermuten.
Festzuhalten wäre nur, daß der Man», mit dem der derzeitige Reichskanzler noch vor kurzer Zeit Besprechungen abhielt, heute wieder einer der maßgebendsten Führer der KPD. auch nach außen hin ist.
Kommunisüseks ^spr'Qi'- gpuppa in kßiii'ndvi'g susgskodvn.
Nürnberg 20. D^ember. Genau wie in München hatte sich auch in Nürnberg eine kommunistische Terrorgruppe gebildet, die aus ehemaligen Rot-Front-Leuien bestand und eine große Reihe von Gewaltakten und Einbruchsdiebstählen durchführte. Der Polizei gelang es, 29 Personen festzunehmen, denen eine große Reihe von Einbruchsdiebstählen zur Last gelegt wird. Es handelt sich um Einbrüche in Lebensmittelgeschäfte und Kioske. Bei der Aushebung dieser Terrsrgruppe konnte auch ei» Waffenlager beschlagnahmt werden, das aus Diebstählen herrührte.
lAItglisrl Äs» 2vnti-slkom!ts«s rlsv vv^ksNsl
Berlin, 20. Dezember. Wie die „Rote Fahne" handelt, wurde am Montag nachmittag der kommunistische Neichstagsabgeordnete John
Schöhr, der auch Mitglied des Zentralkomitees der KPD tst, von der Polizei in seiner Berliner Wohnung verhaftet.
Konimunisliseksn kilungsn- ms^svk nsok UHllneksn gspisnt
München, 19. Dez. Die Münchener Polizei warnt vor einem geplanten kommunistischen Hungermarsch nach München. Wie die Polizeidirektion mitteilt, sucht die Kommunistische Partei die Erwerbslosen für Dienstag zu einem Hungermarsch nach München und in München zu einem Marsch vor das Rathaus aufzuhetzen, um einen Druck auf die Beratungen des Stadtrates auszuüben. Auch mit dem Gedanken, „die Kohlenvorräte der Stadt festzustellen und sich näher anzusehen" wird in einem Rundschreiben eines kommunistischen Erwerbslosenausschusses für Südbayern gespielt. Die
Polizeidirektio« München hat di« notwendigen Vorkehrungen getr of f en.
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Berlin, 20. Dez. Die 4 kommunistischen Banditen, die unseren SA.-Kameraden Thielsch ermordeten und die deutsche Zuchthäuser dem Sowjetparadies vorzogen, nach Deutschland zurückkehrten und verhaftet werden konnten, wurden gestern dem Vernehmungsrichter zugeführt. Es wurde Haftbefehl erlassen.
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(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
Berlin, 20. Dez. Der Aeltestenrat des Reichstages, der für gestern nachmittag-16 Uhr von Pg. Reichstagspräsident Göring einberufen war, beschäftigte sich in einer mehr als einstündigen Sitzung mit der Frage der Reichstagseinberufuug. Pg. Reichstagspräfident Göring erklärte zu Beginn der Sitzung, daß es nicht gerade zu empfehlen sei, noch vor Weihnachten eine Tagung des Reichstages einzuberufen, da eine Vollsitzung des Reichstages Praktisch wertlos sei. Selbst, wenn der Neichsrat gegen die Amnestie Einspruch erhebe, könne der Reichstag im Augenblick nichts daran ändern, denn dem Neichsrat stände eine Frist von 14 Tagen zur Begründung seines Einspruches zur Verfügung, Erst nach dieser Begründung käme die Vorlage wieder an den Reichstag und könne von diesem erneut verhandelt werden. Eine Einigung über die Ansehung, einer Reichstagssitzung zwischen den einzelnen Parteien fand nicht statt. Der Aeltestenrat vertagte die Entscheidung auf heute abend, da dann die Stellungnahme des Reichsrates zur Amnestievorlage des Reichstages, vorliegen dürste.
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Berlin, 19. Dezember. Ter Reichspräsi- bent empfing am Montag nachmittag den Reichskanzler zum Bortrag.
Die Besprechung bezog sich, wie Berlin« Blätter berichten, auf die Notverordnung, die heute nachmittag im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wenden soll.
Die Berovd-nung umfaßt 18 Paragraphen, deren Inhalt sich anf die Aufhebung der Verovdnung über die Sorrdergerichte und Zuchthausstrafen für politischen Terror uns die Aufhebung der Presse-Notverordnungen bezieht.
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(Drahtbericht unserer Berliner Schristltg.)
Berlin, 20. Dez. Sowohl die Ausschüsse, wie die Vollversammlung des Reichsrates treten heute zusammen, um sich mit dem Amnestiegesetzentwurf des Reichstages zu beschäftigen. Nach Lage der Dinge muß angenommen werden, daß sich auch im Reichsrat eine Zweidrittelmehrheit für die Vorlage des Reichstages findet. Gegen dieFrei- lassung der politischen Gefangenen werden voraussichtlich nur die Vertreter der Zen- trnmsregierungen in Bayern und Württemberg stimmen. Außerdem wollen sicherem Vernehmen nach einige deutfchnationale preußische Provinzvertreter ihrem Haß gegen die Soldaten der deutschen Revolution dadurch Ausdruck geben, daß sie die Gesctzes- vorlage ablehnen.
Durch das Verhalten des Reichsrates ist bereits heute Lte Aussicht, daß alle von der Amnestie betroffenen politischen Gefangenen schon zu Weihnachten aus den Kerkern herauskommen, außerordentlich gering. Die verschiedenen Staatsanwaltschaften bezweifeln, daß es ihnen möglich sein wird. in wenigen Tagen die Arbeiten
zu bewältigen,, die die Freilassung der politischen Gefangenen zur Folge haben.
Ein tolles Stück ist es, daß verschiedene Staatsanwaltschaften es wagen, Volksgenossen, die rechtskräftig zu Strafen verurteilt worden sind, die unter das Amnestiegesetz fallen, jetzt unmittelbar vor Weihnachten zum Strasantritt auffordern. Verschiedene Staatsanwaltschaften haben politisch Bestrafte, die nur 1 Monat abzusitzen haben, zum Strafantritt für den 20. Dezember aufgefordert«
Man wird erwarten können, daß die übergeordneten Behörden dieses bewußt schikanöse Verhalten einzelner Amisstellen scharf rügen und rückgängig machen.
In Berlin fand gestern eine Konferenz verschiedener Innenminister der Länder beim Reichsin- nemninister statt, die sich ebenfalls mit der Frage der Amnestie und ihrer technischen Durchführung beschäftigte.
Die letzte Entscheidung liegt aber nach wie vor beim Reichsrat. Man darf aber annehmen, daß der Reichsrat es nicht wagen wird, sich denk Wunsche der erdrückenden Bolksmehrheit entgegenzustellen, sondern daß er dafür sorgt, daß die Opfer einer politisierten Justiz der Freiheit un8 ihren Familien zum Weihnachtssest wiedergegeben find.