Ausgabe 
(19.12.1932) Nr. 285
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Halle, 19. Dez. Vor 2000 Amtswaltern, Orts- Gruppenleitern und Abteilungsleitern der politi­schen Gliederung der NSDAP. sprach am Sonn­abend Adolf Hitler über den künftigen Weg der NSDAP. und ihr politisches Programm. Hit­ler führte aus:

Heute ist unsere Bewegung ein unübersehbarer Faktor, so unübersehbar, daß alle Regierungen immer nur zu einem gewissen Preis zu haben sind, der tm wesentlichen von uns selbst bestimmt werden muß. Diese Sorge um den Preis ist so Kroß, daß man uns in die Regierung hincinbit- ten wollte, allerdings auch wiederum zu einem Preis, don ich für unannehmbar hatte.

Wenn es unseren politischen Gegnern wirklich i ernst wäre mit einer Verständigung, dann frage ich sie: Warum haben Sie, meine Herren Befür­worter u-nd Gönner aus dem bürgerlichen Lager unserer Bewegung nicht die Macht bewilligt, die Sie doch bisher jedem SPD.-Bonzen ohne weiteres zugestanden hatten? Ich laste mich nicht schlechter behandeln als dieOrganisationen des Landes­verrats". Glauben Sie, es wäre für unsere Be­wegung vorteilhafter gewesen, wir wären jetzt gleichzeitig mit Papen zusammen torpediert wor­den? Für mich ist die' Reichsregierung niemals das Verdun der Westfront. Wir find auch nicht dazu da, etwa verkrachte und ruinierte Staaten in Ordnung zu bringen und uns dann zum Schluß einen Fußtritt geben zu lasten. Wir haben das Beispiel schon einmal in Thüringen erlebt. Ich verwahre mich ganz entschieden gegen den Vor- wurf, wir hätten nur Fehler gemacht. Wäre meine Arbett lauter Fehler gewesen, wie hätte aus den sieben Mann eine Millioneubewrgung wachsen können. Ich habe die Bewegung gegründet und ihr gegeben, was sie an Symbolen besitzt. Nie­mals kann ich daher so handeln, wie ein belie­biger Parteiführer, der eines Tages als Hospitant auftritt, weil sein eigener Laden in die Brüche gegangen ist. Ich kämpfe nicht, um Konzessionen zu machen oder gar zu kapitulieren.

Die Amtswalter-Kundgebung schloß mit einem Treue-Gelöbnis für Adolf Hitler.

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Am Sonntag vormittag sprach dann der Führer vor über 4200 Amtswaltern des Gaues Magdeburg-Anhalt in der Magde­burger Stadthalle.

Er begründete eingehend seine Haltung zur Frage des Eintrittes in die Reichs­regierung und verwies dabei auf die Tat­sache, daß man zu Ansang dieses Jahres den Versuch gemacht habe, die NSDAP auszulösen. Am Ende des Jahres aber habe man versucht, den Führer dieser Bewegung in die Regierung zu bekommen. Die Taktik der Bekämpfung der nationalsozialistischen Bewegung habe mit dem Totschweigen be­gonnen und ende jetzt geradezu mit der Bestechung.

Der Gegner sei aber stets der gleiche geblieben.

Wenn man die NSDAP jetzt einlade, in die Regierung einzutreten, so geschehe dies aus dem gleichen Grunde, aus dem man vorher die Bewegung verbieten wollte. Als man ihn eingeladen habe, in die Regierung ein­zutreten, sei der einzige Zweck gewesen^ die Bewegung zu zerstören. Niemals aber werde er sich und die NSDAP für ein Lin­

sengericht verkaufen. Die Macht dürfe der Nationalsozialismus nur dann annehmen, wenn er überzeugt sei, daß er sie auch halten könne. Niemals dürfe die StSDAP in eine Reichsregiernng eintreten, wenn die Gefahr bestehe, -atz man sie wieder ver­lassen müsse. Wer einmal nach Berlin gehe, dürfe nicht mehr herausgehen, und keine Macht der Welt dürfe dann den National­sozialismus herausholen können. Die na­tionalsozialistische Bewegung sei stark in ihrer Verwurzelung im Volke. Der Gegner werde verlieren, da der Nationalsozialismus die ewigen Krastreserven der Nation hinter sich habe und diese mobilisieren werde. Un­ter großem Jubel erklärte Hitler, daß er kein anderes Endziel kenne, als den Sieg der Bewegung. Wenn irgendjemand das Schiff des Nationalsozialismus verlasse, so kümmere ihn das nicht.

Am Sonntag abend sprach Adolf Hitler in sämtlichen Sälen von Sagebiel vor den Amtswaltern und den SA.- und SS.-Füh- rern der Gaue Hamburg, Schleswig-Hol­stein und Hannover-Ost. Der Führer ging zunächst aus Schleichers Rundfunkrede ein und sagte u. a.:

Die Rundfunkrede Schleichers habe viele Gedan­ken enthalten, von überall hergeholt, aber nicht, ei­nen einzigen Weg, wie er im großen diese Gedan­ken zu realisieren beabsichtige. Es sei irrig, zu glauben, die NSDAP. kämpfe um die Wilhelm- straße; nein, sie kämpfe um das deutsche Volk. Das sei der Schlüssel, der dann auch einst die Wil­helmstraße öffnen könne. Als Wahrer der Ein­heit, des Mutes und der Entschlossenheit der Be­wegung werde er sich für sie und ihr Ziel Persön­lich einsetzen bis zur Selbstaufopferung und sei­nen Weg gehen, ohne nach rechts oder links zu schauen. Gerade in Notzeiten sei die NSDAP. widerstandsähig geworden. Wenn ein wenig Treib­holz abschwimme, schließe sich der Kern umso fester zusammen zu einem Bund unerschütterlicher Treue und Kameradschaft. Die NSDAP. könne in keine

(Drahtbericht u. Berl. Schriftl.)

Berlin, 19. Dezember. Die letzte Woche vor dem Weihnachtssest zeigt Termine, die leicht zu politisch außerordentlich wichtigen. Ereig­nissen führen können.

Heute nachmittag tritt der Aeltestenrat des Reichstages zusammen, um über den kommu - nistischenAntragaufsofortiFeEin- berufung des Reich sdtages zu bera­ten Das Schicksal des kommunistischen An­trages ist noch ungewiß, obgleich die Zweck­mäßigkeit eines Zusammentritts des Reichs­tages bor Weihnachten nicht recht einzusehen ist.

Noch wichtiger dürste die Arbeit des Reichsrates, die am Dienstag vormittag beginnt, sein, da der Reichsrat in seiner Voll­sitzung am Dienstag über die Amnestie- vorlage des Reichstages abstimmen wird. Ein Einspruch gegen die Amnestie, der praktisch eine Sabotage der Amnestie bedeuten würde, könnte schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, da die Erregung des deutschen Volkes

Regierung hineingehen und später herausgehen.

Ebenso habe sie «richt einmal einen Reichs-SA.- Aufmarsch in Berlin abhalten können, denn wer einmal in die Reichshauptstadt ekimarschiere, müsse auch darin bleiben.

Die Amtswalter des Gaues Weser-Ems waren gestern zu einer Gautagung nach Oldenburg zu- sammongerusen worden, die einen begeisternden Verlaus nahm. Landesinspekteur Rüst sprach ca. 2 Stunden lang über die politische Lage. Wir werden über die Tagung noch berichten.

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(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

Berlin, 19. Dez. Am Sonnabend und Sonntag kam es in der Reichshauptstadt zu größeren Aus­schreitungen kommunistischer Banditen. Ein schwe­rer Zusammenstoß ereignete sich am Sonnabend gegen 19 Uhr in der Landsbergerstraße, wo kom­munistische Demonstranten das nationalsoziali­stische Verkehrslokal zu stürmen versuchten. Die Bandit«, gaben mehrere Schüsse ab, durch die eine völlig unbeteiligte Passantin, eine 44jährige Frau, am Unterschenkel schwer verletzt wurde. Die in dem nationalsozialistischen Verkehrslokal an­wesenden wenigen Nationalsozialisten konnten das Eindringen der Banditen in das Lokal verhindern, bis das Ueberfallkommando eintraf. Die Haupt­täter konnten entkommen; lediglich 3 Verdächtige wurden festgenommen.

Auch am Sonntag organisierten die Kommuni­sten Demonstrationen und. Zwischensälle. In der Leipzigerstraße, der Müllerstraße, auf dem Bott- buser-Damm und der Schönhauser-Allee bildeten sich Demonstrationszüge, die wüste Hetzrufe gegen den Nationalsozialismus ausbrachten und teilweise versuchten, Passanton anzupöbeln und Läden zu plündern. In verschiedenen Fällen mutzte die Po­lizei Schreckschüsse abgeben, durch die aber niemand verletzt wurde. Vom Gummiknüppel wurde aus­giebig Gebrauch gemacht.

stark gesteigert werden würde, wenn man die Zehntausende politischer Gefangener über das Weihnachtssest hinaus in den Kerkern des Sy­stems schmachten lassen würde. Der Einspruch des Rcichsrares wäre nicht nur volksfeindlich^ sondern auch dumm, denn im Reichstag würde auch eine erneute Abstimmung die Annahme der Amnestievorlage zur Folge haben.

Die Ausschüsse der Parlamente treten teil­weise ebenfalls in der Weihnachtswoche zusam­men. Im Hauptausschuß des Preußischen Land­tages werden in der Hauptsache nationalsozia- sozialistische Anträge zur Behebung der Not der Erwerbslosen behandelt werden. Der land­wirtschaftliche Siedlungs-Ausschuß des Reichs­tages hat sich heute mit Anträgen zu Gunsten der Siedler zu beschäftigen.

Selten Wohl haben sich in der Weihnachts­woche soviel politische Ereignisse zusammen­gedrängt, wie diesmal. Bei der allgemeinen Spannrings-und Nervosität werden unvorher­gesehene Ereignisse schwerlich überraschen.

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Von Werner Haverbeck

Der Liberalismus brachte die Auflösung aller gesunden staatlichen Begriffe. Aus dem'Staat, als der Form des Volkstums wurde ein Ver« Wallungsapparat, der nicht mehr der Gesamt­heit, sondern einer Vielheit von Einzelindividuen diente.

Der Liberalismus verfälschte jede gesunde wirt­schaftliche Denkart, indem er die Wirtschaft aus einem Mittel zur Erhaltung des Volksganzen zu einem Ausbenteobjekt einiger gewissenloser Profit­jäger machte.

Der Liberalismus zerstörte jede völkische Grund­lage dadurch, daß er das Volkstum und seine Bin­dungen negierte, daß er das Volk aus seinem' Boden entwurzelte und es seinem Blutinstintt vergessen machte.

Heute erleben wir den Zusammenbruch der liberalistischen Weltbildes und alles dessen, wat nach seinen Grundsätzen aufgebaut wurde.

Das alles ist ein Vorgang, der sich nach zwangs­läufigem Gesetz vollzieht. Ern Jahrhundert bricht zusammen, während aus Schutt und Trümmern bereits ein neues Zeitalter aufsteigt. Das Neu« ballt sich im Nationalsozialismus. Die Grenzen' sind klar gesteckt, das neue Weltbild ist ausgerich­tet und der Liberalismus könnte uns nur noch ein klägliches Spottbild sein.

Aber eben dies sind nicht die letzten Auswir­kungen des Liberalismus. Einer liberalistischen Staatsauffassung kann mit einer neuen völkisch gebundenen begegnet werden, eine verfälschte Wirtschaftsauffassung lehrt bereits durch ihr Ver­sagen neue Wege. Geistig und körperlich ist der Liberalismus tot, aber seine Seele soweit man diesen Begriff auf ihn überhaupt anwenden darf lebt noch mitten unter uns.

Wir finden es immer in der Geschichte, daß Ideen weiter leben, auch wenn ihre Zeit bereits abgelaufen ist und so empfinden wir heute, daß der wirtschaftliche Zusammenbruch ertragbar, der staatliche aufzuhalten wäre, wenn nicht das Gifj bereits in das Zentrum des Lebens in die Volks­seele und damit in die Seele des Einzelnen ein­gedrungen wäre. Oft genug, ohne überhaupt er­kannt zu werden.

Wir erfahren heute, wo alles äußere Machwerk bereits zusammengestürzt ist, wie der Liberalis­mus weit über diese Auswirkungen hinaus alle tiefsten Lebenswerte bereits angefressen hat. Wie er uns, den erledigt wir glaubten, als schlei­chendes Gift überall begegnet, in der öffentlichen Meinung ebenso wie in der Auffassung des Einzel­menschen. Wie das ganze Denken und Fühlen noch verstrickt ist in seine Vorstellungsweise: Denn wenn heute im Volksleben Treu und Glau­ben nichts mehr gilt, wenn die Ehre ein Spiel­ball geworden ist, mit dem man im Politischen Kampf leichtfertig umgehen zu können vermeint, wenn Ehrlichkeit gleich Dummheit gewartet wird, wenn Gerechtigkeit selbst bei Gerichten nicht mehr zu finden ist, wenn die Begriffe Güte und Ehr­furcht nur noch als Schranzen vergangener Zeit gelten, wenn selbst ein Eid nichts Unverletzliches ist, dann sind das alles die tiefsten Auswirkungen des liberalistischen Geistes.

Darum ist es zutiefst begründet, tyenn der Na­tionalsozialismus als Bewegung zur Erneuerung des gesamten Volkstums die charakterlichen Werte wieder als Grundlage herausstellt, mit der die Wiedererstehung des Volkes steht oder fällt.

Darum wendet sich der Nationalsozialismus an die Seele, um dort wieder das Gefühl zum Klin­gen zu bringen, das verloren ging. Der National­sozialismus hat der Weltausfassiiiig des Liberalis­mus, in der der Nutzen und Erfolg alles gilt und' der Zweck die Mittel heiligt und daher jedes Mittel zum Kampf gegen den anderen recht ist, eine neue Weltanschauung gegenübergestellt. Erle neue und doch ewig alte, denn es ist die Lebens­anschauung, die aus unserem Blute spricht und die uiiseren Ahnen als Unverbrüchliches galt.

Es ist die in dieser Lebensanschauung begrün«

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